Archiv der Kategorie ‘Umweltkrankheiten‘

Norwegischer Allergie und Asthma Verband bittet darum, keine Parfüms zu benutzen

Präventionsmaßnahmen für die Gesundheit sind gut für uns alle!

Immer mehr Menschen wenden sich an den norwegischen Asthma und Allergie Verband (NAAF) und beklagen, dass sie krank werden durch Parfüm ihrer Mitmen- schen. Es riecht überall danach und die Parfüms übertönen oft alles.

Gleichzeitig mit dem Umsatzanstieg von „gutem Duft“ leiden immer mehr Kinder unter Allergien. Rund 1,5 Millionen Menschen kämpfen in Norwegen mit irgendeiner Form von Allergie oder Überempfindlichkeit. Verstärkt wird das Problem der Duftstoffe, weil sie Chemikalien enthalten.

Steigende Tendenz bei Verkaufszahlen für Parfüms und Duftstoffe

Während der norwegische Allergie und Asthma Verband immer mehr Beschwerden registriert, steigen gleichzeitig die Verkaufszahlen von „gutem Duft“. Zahlen aus KLF zeigen, dass Männer und Frauen in den letzten Jahren zunehmend mehr Geld aus- gegeben haben für den Kauf von Parfüm und anderer duftender Kosmetik.

Parallel dazu benutzen wir immer mehr verschiedene Anti-Allergiemedikamente. Der Verbrauch an Medikamenten stieg in den vergangenen fünf Jahren um 25 %.

Duftstoffe sind lästig, oder machen krank

NAAF sagt, dass diejenigen, die sich zunehmend wegen ihrer Beschwerden bei ihnen melden, sich in zwei Gruppen unterteilen lassen:

  • Einige sagen, dass es einfach lästig geworden sei mit der Beduftung, es rieche überall und alles.
  • Andere werden krank von Duftstoffen oder bekommen schwere allergische Reaktionen und Asthmaanfälle.

Beschwerden auf Duftstoffe auch ohne vorherbestehende Krankheit oder Allergien

Fakt ist, starke Gerüche können tränende Augen und Nase, Juckreiz, Ekzeme, Kopfschmerzen und Asthma-Anfälle verursachen. Man muss allerdings keine allergischen oder asthmatischen Beschwerden haben, um Kopfschmerzen, Übelkeit oder andere Beschwerden zu bekommen, wenn ein Kollege oder eine Verkäuferin sich mit Parfüm überschüttet hat. Kinder seien durch Duftstoffe besonders gefährdet, sagt NAAF.

Freiheitseinschränkung wegen Duftstoffen

Das, was „Guter Duft“ für viele ist, zerstört einen Großteil des täglichen Lebens für immer mehr Mitmenschen. NAAF will daher jetzt „Guten Duft“ aus Öffentlichen Gebäu- den weghaben.

Die meisten Menschen verstehen nicht, dass auch viele Alltagsprodukte Parfüm enthalten. Duftstoffe stecken überall drin, von Haarpflegeprodukten, Cremes, Kos- metika, Deodorants, in Waschmitteln, Weichspülern, usw.

Neue Volkskrankheit?

Der Verbrauch an duftenden Produkten ist recht drastisch gestiegen in den letzten Jahren, gleichzeitig aber auch die Anzahl der Menschen, die unter Parfümallergie leiden. „Dies ist in vielerlei Hinsicht eine neue Volkskrankheit“, sagte NAAF Generalsekretär Geir Endregard.

Fair sein und duftfreie Alternativen benutzen

Es gibt neutrale Alternativen zu den bedufteten Produkten. In Apotheken bekommt man auch unparfümierte Deodorants und Kosmetika und die Nachfrage für diese Art Produkte hat stark zugenommen. NAAF möchte die Bevölkerung dazu bringen, dass sie aufhören, Parfüm und parfümierte Produkten zu benutzen. Die Menschen sollen verstehen, dass deren Parfüm ein direktes Problem sein kann für viele Leute.

Barrierefreiheit im Gesundheitssystem angestrebt

„Darüber hinaus müssen Gesundheitsbehörden sicherstellen, dass Angehörige in den Gesundheitsberufen die Kompetenz haben, diejenigen, die durch Parfüm und Duftstoffen tatsächlich krank werden, richtig zu behandeln, und wir müssen auch daran arbeiten, dass Parfüm aus der Öffentlichkeit verschwindet, so dass diejenigen, die darunter leiden, auch am öffentlichen Leben teilhaben können“, sagt NAAF Generalsekretär Geir Endregard.

NAAF – Neuer Strategieplan 2010-2013

Um den Anstieg von Krankheiten zu reduzieren, hat NAAF folgende Zielsetzung:

  • Rauchen und die Verwendung von Duftstoffen in öffentlichen Räumen ganz verbieten
  • Probleme bezüglich der Innenraumluft in den Innenräumen norwegischer Gebäude lösen, als Erstes in den Schulen und Kindergärten
  • Reduzierung der allgemeinen Luftverschmutzung
  • Gefährliche Stoffe und Allergene in Kosmetikprodukten entfernen

NAAF’s Generalsekretär Geir Endregard meint, dass es sehr wichtig sei, Rauchverbot auch in Privathaushalten durchzusetzen. Es seien immer noch zu viele Kinder Passiv- rauch ausgesetzt. Dort, wo Eltern keine Verantwortung übernehmen, muss das Gesetz angreifen.

Kindergesundheit sei viel wichtiger als persönliche Freiheit!

Autor: Alena für CSN – Chemical Sensitivity Network, Norwegen, 9. Dezember 2010

Photo: NAAF Generalsekretär Geir Endregard / NAAF

Weitere CSN Artikel über MCS und Duftstoffallergien in Norwegen:

Die Problematik MCS ist der Regierung schon öfter unterbreitet worden

Verantwortliche stehlen sich aus der Verantwortung

Fortsetzungsgeschichte

…Noch unerträglicher war der Fall von Angelika, deren Leben an einem seidenen Faden hing. Tim erfuhr von ihrem Schicksal und schrieb im Herbst 2009 an das Bundesministerium für Umwelt eine Email mit folgendem Text:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

es gibt Menschen in Deutschland, die Unverträglichkeiten gegenüber Lebensmitteln, Geruchsstoffen und chemischen Produkten haben, die sehr weit über das allgemein bekannte Maß von Allergien hinausgehen. Diese Menschen haben eine derart hohe Sensibilität auf die genannten Stoffgruppen, dass für sie ein normales Leben unmöglich ist. Oft können sie nicht in ihrem Wohnraum bleiben, weil sie die Ausdünstungen von Fußbodenbelägen, Farben, Möbeln oder Rauchgasen der Schornsteine nicht vertragen und vegetieren in der freien Natur. Die übliche medizinische Behandlung ist für diese Krankheitsform tödlich. Ein psychiatrisches Abschieben ist nicht nur völlig wirkungslos, sondern auch menschen- verachtend. Es ist ein unmenschliches, unwürdiges und für das reiche Deutschland inakzeptables Los dieser schwerstkranken Menschen. Viele von ihnen begehen Selbstmord, weil sie nicht mehr weiter wissen. In den USA, Kanada und anderen Ländern wird diese Krankheit, in Übereinstimmung mit der entsprechenden Definition der WHO, als schwere organische Krankheit anerkannt und die Menschen als Schwerstbehinderte akzeptiert und unterstützt.

Über den Link:

http://www.csn-deutschland.de/blog/2009/10/27/aufruf-zur-hilfe-umwelterkrankte-wurden-innerhalb-weniger-monate-zum-notfall/comment-page-1/#comment-15405

finden sie 3 aktuelle Fälle, wo das Leben von Betroffenen wirklich an einem seidenen Faden hängt. Jetzt kann nur noch die Regierung durch augenblickliches Handeln diese Menschen vor dem Tod bewahren. Bitte helfen sie sehr schnell!

Auch meine Frau hat extreme Probleme, in unserer Wohnung zu bleiben, weil wir mehrmals in der Woche durch fallenden Luftdruck und entsprechende Windrichtung die Rauchgase in der noch relativ konzentrierten Form eines sehr nahen gelegenen Holzpellets-Blockheizwerk abbekommen und diese auch bei geschlossenen Fenstern in die Wohnung gedrückt werden.

Für diese Menschen muss schnell eine grundsätzliche Lösung gefunden werden. Es kann nicht sein, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern in der Betreuung von diesen Kranken ein „Entwicklungsland“ ist. So wie die Umweltverschmutzung nicht vor Ländergrenzen halt macht, darf auch eine menschenwürdige Behandlung von diesen Schwerstkranken nicht halt vor Ländergrenzen machen.

Nochmals: Bitte helfen Sie schnell!

Mit freundlichen Grüßen

Tim Bayer“

Daraufhin erhielt er folgende Antwort, die über die Menschlichkeit der Teflon-Behörden Bände spricht:

„Sehr geehrter Herr Bayer,

vielen Dank für Ihre Mitteilung an das BMU, die wir mit Interesse zur Kenntnis genommen haben. Wir sind weiterhin vielfältig bemüht, dass Umweltschutz gleichzeitig der Gesundheitsvorsorge dient.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Küllmer“

Was sollte Tim dazu noch sagen?

Wenige Tage später war Angelika tot. Sie hatte sich das Leben genommen, weil sie nicht mehr wusste, wo sie leben sollte. Ihr Körper reagierte auf jedes Umfeld, sei es ein Wohnraum oder sei es die Natur. Wahrscheinlich hätte sie nur noch eine Art Glascontainer retten können und ein Entgiftungsprogramm eines fähigen Umweltmediziners, die mit Dr. Rea, Dr. Pall und Dr. Runow konform gehen.

Keine Hilfe für Kranke, dafür Druck nach allen Seiten

Nur zu gut erinnerte sich Tim an die schwere Zeit, als sich die Verdauungsorgane von Carla sehr entzündet hatten und sie trotz reichlichem und kalorienreichem Essen auf achtundvierzig Kilogramm abmagerte. Innerhalb von neun Monaten hatte sie damals fünfzehn Kilogramm verloren. Eine andere Frau magerte sogar auf 38 Kilogramm ab, wurde von ignoranten Ärzten als magersüchtig abgestempelt und musste sich psychologisch diesbezüglich behandeln lassen. Natürlich erfolglos, so dass man sie damals in die Frührente schickte. Auch heute wiegt sie noch unter fünfzig Kilogramm und kann mit ihrer kleinen Frührente nicht so leben, wie sie es müsste, um nicht noch kränker zu werden.

Da nur sehr wenige Ärzte und keine Krankenkasse diese Krankheit anerkennen, müssen Betroffene sämtliche Behandlungskosten und andere Aufwendungen selbst tragen. Ärzte, die die Interessen der Patienten vertreten, werden von Krankenkassen und Gesundheitsbehörden unter Druck gesetzt, teilweise sogar juristisch verfolgt, wie der Neurologe Dr. Binz.

Ob die Kanzlerin von diesen Zuständen weiß?

Und wenn, wie würde sie darauf reagieren? Im Sinne ihrer Worte „ Etwas für sein Land tun heißt übrigens auch: an den Diskussionen teilzunehmen…“ (die sicher etwas bewirken sollen und nicht zum Selbstzweck dienen, so dass es sich auch lohnt, daran teilzunehmen), oder wie eine Teflon-Kanzlerin?

Verhöhnung, Bagatellisierung

Mit Wut denkt Tim an jene Hausärztin, die sie aufsuchten, um eine Überweisung Carlas in eine Umweltklinik zu erbitten. Auf den Bericht von Carla, dass sie erheblich abgenommen habe, immer weniger Lebensmittel vertrage und extrem auf Benzingerüche reagiere, sagte diese, dass sie eine gute Figur habe. Sie solle abends mal ausgehen und gut essen, das Leben genießen. Und wenn man meint, auf Benzin reagieren zu müssen, dann täte man dann das auch. Die Nerven würden einen so manchen Streich spielen.

Aufgebracht erwiderte Tim: „Sie müssen es auch nicht aushalten. Die Beschwerden meiner Frau nehmen sie überhaupt nicht ernst“, worauf die Ärztin ihn des Sprechzimmers verwies. Gegenüber Carla hatte sie dann beteuert, dass sie ihre Beschwerden sehr wohl ernst nehme. Was sich dann dadurch ausdrückte, dass sie Carla keinen Einweisungsschein für die Umweltklinik ausstellte…

Auch der Allergologe, der Carla wegen ihres Asthma behandelte, wollte ihre Beschreibungen nicht glauben und verschrieb ihr Antidepressiva gegen ihre „Winterdepressionen“, wie er meinte.

„In Deutschland sorgt man sich zehn Mal mehr um Suchtkranke als um Menschen mit einer Umweltkrankheit“, dachte Tim…

Fortsetzung folgt.

Autor: Gerhard Becker, CSN – Chemical Sensitivity Network, Dezember 2010

FORTSETZUNGSGESCHICHTE:

Teil I: …und komme bitte nicht mit Parfüm

Teil II: MCS als Fiktion hinzustellen ist einfach, mit MCS zu leben ist schwer

Weitere CSN Artikel zum Thema:

MCS als Fiktion hinstellen ist einfach, mit MCS zu leben ist schwer

Eine Riesensauerei was da läuft

Fortsetzungsgeschichte, Teil II

Als Carla und Joel nach Hause kamen, war Tim, Carlas Mann und Vater des Jungen, schon zu Hause. Tim war von einer Dienstreise vorzeitig zurück gekehrt, die er meistens mit der Bahn unternahm. Herzlich umarmte er seine Frau und seinen Sohn. Er wusste, was sie täglich auszuhalten hatten und bemühte sich, vor allem durch Liebe und Verständnis ihr Los zu erleichtern.

Jahre hatte er damit zugebracht, Umzüge zu organisieren, um eine verträgliche Wohnung für seine Lieben zu finden oder sie durch verschiedene Maßnahmen ver- träglich zu machen.

Carla schnüffelte prüfend an seiner Schulter.

Riechst du was? Ich habe nichts Duftendes angefasst.“

Überall

„Nein, das hast du nicht. Aber vielleicht hast du dich auf einem Platz gesetzt, indem vorher ein parfümierter Mann gesessen hat, denn ich rieche etwas Männerparfüm.“

„Tut mir leid, das habe ich nicht gemerkt. Ich ziehe mich sofort um.“

„Ist schon gut. Du kannst es ja nicht so riechen wie ich. Es geht schon“, sagte Carla lächelnd. Sie wollte nicht, dass Tim sich erst umzog und so das liebevolle Wiedersehen einen Abbruch erlitt. Tim würde es anstandslos tun, ihr zu liebe sogar gern, dass wusste sie, aber sie spürte, er wollte etwas los werden.

Tim seufzte erleichtert, strich sich eine Haarsträhne aus der Stirn, öffnete seine Tasche und hielt Carla die Dezemberausgabe der Bahnzeitschrift „mobil“ von 2010 hin.

Sie setzte sofort ihre Maske auf, denn sie vertrug oft nicht den Geruch der Druckfarben.

„Was gibt es denn besonderes in dieser Ausgabe?“, fragte sie lächelnd, denn sie wusste, dass Tim sie nicht ohne Grund auf die Zeitschrift aufmerksam machte.

„Zwei was“, antwortete Tim.

„Zwei was?“

Behauptungen besser erst auf den Wahrheitsgehalt abklopfen

„Nun ja, dass eine würde ich gern auf den Wahrheitsgehalt einmal abklopfen und das andere ist eher besorgniserregend.“

„Leg los“, sagte Carla, trotz ihrer Erschöpfung um freundliches Interesse bemüht, damit Tim nicht seinen Elan verlor.

„Nun, ich zitiere und du rate einmal, wer das sagte: „ Etwas für sein Land tun heißt übrigens auch: an den Diskussionen teilzunehmen, die unser Land bewegen. Das fängt im privaten Bereich an, und findet seine Fortsetzung in Vereinen, Verbänden oder Initiativen…“ Na Schatz, wer sagte das?“

„Na wer schon?“, antwortete Carla und konnte nur mühsam ein Lachen unterdrücken. „Angela Merkel, wer sonst?“

„Woher weißt du….?“, fragte ungläubig Tim, den vollkommen unklar war, wie Carla darauf auf Anhieb kam. Da fiel sein Blick auf das Titelblatt der Zeitschrift und er schlug sich mit der Hand auf seiner Stirn: Auf ihm war deutlich die Kanzlerin zu sehen und er hatte vergessen, die Zeitschrift entsprechend zu knicken. Und Carla tat so… „Du Mistvieh…“, zischte er.

Und da prustete das Lachen aus Carla heraus und Tim freute sich, dass er seine oft genug bedrückte Frau zum Lachen bringen konnte.

„Aber interessant ist das schon“, bestätigte Carla. „Das Bedrohliche von Chemikalien bewegt zweifellos unser Land, das heißt die Bevölkerung. Und da möchte ich mal eine öffentliche Diskussion entfachen und sogar Initiativen auslösen. Ob sie dann noch so hinter ihren Worten steht?“

Die Problematik MCS ist der Regierung schon öfter unterbreitet worden

„Das ist der Punkt“, stimmte Tim zu. „Und die Problematik MCS ist der Regierung schon öfters unterbreitet worden, ohne dass ernsthaft darauf reagiert wäre. In Dänemark wurde wider besseres Wissen manipulativ versucht, MCS-Kranke in die psychische Ecke zu stellen. Das versuchte man immer wieder auch schon in Deutschland, aber nicht mit einer so pseudowissenschaftlich-kriminellen Energie wie dort. Man müsste die Kanzlerin bei Wort nehmen…“

„Ja, das müsste man. In Dänemark lief eine besonders hinterhältige Methode. Sogar Fragekataloge zur Erkennung von MCS wurden so umgestellt, dass Antworten psycho- lastig erschienen.“

Das ist eine Riesensauerei

„Das ist eine Riesensauerei“, gab Tim mit verächtlicher Mine seiner Frau Recht. „Nimm eine Gruppe jugendlicher Querschnittgelähmter, die vor kurzer Zeit durch einen Verkehrsunfall von heute auf morgen gelähmt wurden. Es ist keine Kunst, ihnen eine Reihe von Fragen zu stellen, die dann ihre Befindlichkeiten entblößen und sich psychisch oder psychiatrisch ausschlachten lassen. Wenn man nur will, kann man es immer so aussehen lassen, dass eine psychiatrische Behandlung dringend erforderlich sei.“

„Weißt du, es wurde damit an für sich ein Eigentor geschlossenen. So wird ja immer wieder behauptet, dass durch Studien festgestellt worden sei, dass MCS-Betroffene – sie sagen: Menschen, die sich selbst für MCS-krank halten – eine schwierige Kindheit gehabt, dass sie traumatische Erlebnisse gehabt hätten usw…. Und dass sei die eigentliche Ursache für das Befinden der Betreffenden. Wenn das stimmt, dann ist in naher Zukunft eine bedrohliche Anzahl von Menschen betroffen, denn die Mehrheit der Eltern ist heute entweder beruflich maßlos überlastet oder arbeitslos bzw. unterversorgt. Sehr viele Kinder sehen entweder ihre Eltern fast gar nicht, und wenn dann im gestressten Zustand oder sie sehen sie als perspektivlose Wesen. Wie jetzt eine Fernsehsendung von 3Sat belegte, hat fehlende Liebe und Fürsorge verheerende Folgen in der Persönlichkeitsentwicklung. Aber das ist nicht gleichzusetzen mit den Ursachen von MCS.

Es stellt sich sonst die Frage, warum es nach den Weltkriegen kaum MCS gab?

Und warum gab es sie in den früheren Ostblockstaaten nicht bzw. war sie nicht bekannt, dafür aber heute n den Nachfolgestaaten?

Die Häufung ein statistischer Zufall?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass es z.B. in der DDR nur sehr wenig Asthma- und Allergiefälle gab, heute aber in den neuen Bundesländern genauso viele wie in den alten Bundesländern. Selbst Fachleute geben zu, dass die neuen Länder hier aufgeholt haben, können oder wollen aber nicht die Gründe hierfür nennen. Die Psychiatrisierung aber – das wird man gar nicht bedacht haben – stellt, wenn man über ihre Aussagen wirklich nachdenkt, eine gigantische Anklage darüber dar, wie extrem sozial krank unsere Gesellschaft ist. Ob das den verantwortlichen Herren besser gefällt, wie die tatsächliche Ursache: Das Übermaß an Chemikalien im Alltag in Verbindung mit ererbten oder erworbenen Schwächen der Entgiftungsorgane der Körper der Betreffenden?“

„Weißt du aber, was die Kanzlerin noch gesagt hatte?“

„Nein, was meinst du?“

„Nun es gab eine Anfrage im Bundestag, warum es so viele Krebsfälle in der näheren Umgebung von der Atommüll Lagerstätte Asse gibt. Ihre Antwort war, dass sie diese Häufung für einen statistischen Zufall hält.“

„Klingt doch gut Carla, oder? Warum es immer mehr Allergien und MCS gibt in der heutigen Zeit? Statistischer Zufall! In den letzten zehntausend Jahren gab es doch kaum Allergien und MCS oder?“

Carla musste lachen. „Sie hat ja jetzt ihren Spitznamen als Teflon-Merkel weg. Ob das drastische Bienensterben in Amerika und Europa auch nur ein statistischer Zufall ist? Ach, lassen wir das für heute, Tim. Sag mir lieber das Zweite von „mobil“.“

Ein Seufzen kam aus der Ecke der Stube. Das Paar blickte in Richtung Sofa. Joel war eingeschlafen. Es war ein anstrengender Tag für ihn. Carlo und Tim sahen sich an. Ihnen war klar, dass sie sich erst einmal um den Jungen kümmern mussten, bevor sie weiter diskutierten. Dann aber spürten sie, dass sie selbst auch erschöpft waren und gingen zu Bett.

Kranke werden auf sich allein gestellt

Tim hatte seine, noch im Halbschlaf befindliche Frau am Morgen gefragt, was für Wasser am selbigen Tag mit Trinken und Kochen dran sei, denn Carla musste auch das Mineralwasser im Rotationsplan mit einbeziehen, damit sie nicht auch noch gegenüber einer Mineralwassersorte allergisch wird. Sie vertrug ohnehin nur drei Sorten. Er füllte zweieinhalb Glasflaschen Wasser in einem Glastopf, um das Mineralwasser zehn Minuten zu kochen. Damit entweicht nicht nur die Kohlensäure, sondern es wird auch ein Teil der Mineralien ausgefällt. Zuviele Mineralien kurbeln den Entgiftungsprozess zu sehr an, was Carla unnötig belasten würde. Da sie auf das Metall von Stahltöpfen reagierte, musste alles mit Glas- oder Keramiktöpfen gekocht werden. So auch das Frühstück, das dieses Mal planmäßig aus gekochten Quinoa mit Blattspinat und Hanföl bestand. Joel war nicht so histaminanfällig wie seine Mutter und vertrug daher Brötchen.

Sauerstoff aus der Flasche

Während Tim kochte, fiel ihm der Bericht von Carla ein, als sie im EHC-Dallas bei Dr. Rea zur Behandlung weilte. Dort war eine Frau, die überhaupt kein Wasser vertrug. Sie musste sich Entenbrüste zubereiten und den austretenden Fleischsaft trinken, wollte sie nicht verdursten. Carla berichtete auch von einem Mädchen, dass auf einer Rollliege transportiert wurde und sogar innerhalb der cleanen Klinikräume noch eine Atemschutzmaske tragen musste. Ihr Körper und Kopf waren mit Decken zugedeckt, weil sie nicht einmal das Licht der Lampen der Klinik vertrug. Eine alte Frau zog ständig eine Stahlflasche mit medizinischem Sauerstoff hinter sich her, weil sie auf die normale Luft schwer reagierte. Sie war früher Lehrerin und wurde durch chemisch verseuchte Schulräume krank. Sie lebte praktisch in ihrem Auto und schrieb auf einer alten Schreibmaschine ihre Biografie. Eine andere Betroffene hielt es nur in den speziellen cleanen Räumen der mit dem EHC kooperierenden Hotels aus. Selbst die elektromagentische Strahlen eines normalen Schnurtelefons konnte sie nur wenige Minuten tolerieren. In den USA gibt es MCS-Kranke, die überhaupt nicht mehr in einer Wohnung leben können und Sommer wie Winter in Zelten oder Autos hausen müssen. In Deutschland, Italien und in der Schweiz kämpfen schwer kranke MCS-Kranke, oft noch zusätzlich mit einer starken Elektrosensibilität belastet, in Wohnwagen um ihr Überleben.

…plötzlich völlig alleine

Andere sind zu einer Art „Waldmensch“ geworden, um zu überleben. Die Selbstmordrate unter den Kranken ist sehr hoch, weil sie in schweren Fällen nicht mehr wissen, wo sie sich aufhalten, was sie für Lebensmittel und Kleidungsstoffe sie vertragen und welche Mineralwässer sie tolerieren können. Viele leben weitgehend isoliert. Eine MCS-kranke Frau stand plötzlich völlig allein dar, als sich ihr Mann bei der Arbeit eine schwere Verletzung zuzog und er ins Krankenhaus musste. Sie erlitt einen Herzschock, weshalb sie ebenfalls ins Krankenhaus hätte gehen müssen, aber nicht konnte, weil sie MCS hatte. Es gibt einfach kein SOS-Notprogramm für solche Fälle… Sie waren mehr oder weniger Freiwild, das oft genug in Psychiatrien weggesperrt wurde, statt das ihnen wirksam geholfen wurde. Fortsetzung folgt.

Autor: Gerhard Becker, CSN -Chemical Sensitivity Network, Dezember 2010

Teil I: ….und komme bitte nicht mit Parfüm

Weitere CSN Artikel zum Thema:

Grüne Chemie – Die Zukunft braucht neue Lehrpläne

Neues Zeitalter, neue Lehrpläne

Viele Amerikaner denken über ihr Verhältnis zu Chemikalien nach, fragen, wo sie in Mensch und Umwelt bleiben, nachdem sie ihren Zweck erfüllt haben. Mittlerweile lehren Universitäten ihre Studenten, genau solche Fragen zu stellen. Ingrid Lobet berichtet, was sich an der kalifornischen Universität in Berkeley tat.

GELLERMAN: Seit mehr als 60 Jahren versprach die Chemiefirma DuPont: „Bessere Dinge für ein besseres Leben dank Chemie.“ Nun, heute sollte der Slogan so lauten: „Eine bessere Chemie für ein besseres Leben.“

Überall in unserem Land versuchen Chemiker in Laboren neue chemische Formeln zu entwickeln, um Produkte sicherer zu machen. Und an vielen Universitäten lernen die Studenten, wie das geht. Man nennt es Grüne Chemie. Ingrid Lobet von Living on Earth berichtet über die Veränderungen an einer der einflussreichsten chemischen Fakultäten der USA, an der Universität von Kalifornien in Berkeley.

Living on Earth Interview:

LOBET: Michael Wilson steht vor einer Garage, zwei Blöcke vom Campus der UC Berkeley (University of California, Berkeley) entfernt.

WILSON: Wir besuchen gerade eine normale Autoreparaturwerkstatt. Es gibt ungefähr sechs oder acht Mechaniker, die hier an Fahrzeugen auf hydraulischen Hebebühnen arbeiten, und wie man sieht, ist dies eine Prozedur, bei der ziemlich viele Lösungsmittel zur Anwendung kommen.

LOBET: Wilson ist jetzt Professor für Öffentliche Gesundheit, aber vor acht Jahren war er Sanitäter bei der Feuerwehr, der in Berkeley Umweltmedizin studierte, um zu promovieren, als er vom Fall eines verletzten Arbeiters erfuhr.

WILSON: Es war ein junger Mann, ein 24-jähriger Auto- mechaniker, mit sehr weit voran geschrittenen Symptomen einer neurologischen Erkrankung. Er hatte den Tastsinn und die motorischen Funktionen in seinen Extremitäten verloren. Seine Hände hatten keine Kraft mehr, er saß im Rollstuhl.

LOBET: Das Gesundheitsministerium ahnte, was mit diesem jungen Mann geschah.

WILSON: Er verbrauchte jeden Tag ungefähr acht bis zehn Behälter eines handelsüblichen Lösungsmittels zur Reinigung von Bremsanlagen, das Hexan und Aceton enthielt. Und diese chemische Zusammensetzung verursacht Nervenschäden.

LOBET: Wilson interessierte, ob es sich um einen Einzelfall handelte, deshalb begann er, Autowerkstätten zu besuchen. Allein in Gebiet um die Berkeley Bucht fand er 14 weitere Mechaniker mit ähnlichen neurologischen Schäden. Sie sprühten die Autos mit dem reinigenden Lösungsmittel ein und arbeiteten daran, während die Dämpfe, wie Wilson bemerkt, in ihren Atembereich aufstiegen.

LOBET: Dieser toxische Bremsreiniger war nicht etwas, das es schon seit Jahren gab und das der Aufmerksamkeit des kalifornischen Gesetzgebers entglitten war. Es war ein neues Produkt. Die kalifornischen Behörden hatten die Hersteller gebeten, einen Teil des Hexans aus dem Reiniger heraus zu nehmen, da es sich in Ozon umwandeln kann, welches die Lungen der Menschen angreift und Asthma verschlimmert. Das taten sie und ersetzen es durch Aceton.

WILSON: Wie kommt es, dass ein bekanntes neurotoxisches Lösungsmittel im gesamten Bundesstaat Kalifornien von Arbeitern völlig unkontrolliert eingesetzt wird?

LOBET: An der Uni, so sagt Wilson, fand er sich in der heiklen Situation wieder, jene Disziplin verändern zu wollen, in die er sich gerade begeben hatte.

WILSON: Typischerweise befasste sich unser Fach damit, das Ausmaß des Schadens festzustellen, und in mir erwachte das Interesse an den sich daraus ergebenden Fragen wie:

  • Warum lassen wir es überhaupt zu diesen Gesundheitsgefahren in Beruf und Umwelt kommen?
  • Haben wir nicht die Begabung und die Ressourcen, von vorneherein sicherere Chemikalien und Produkte herzustellen?

LOBET: Diese Fragen führten Wilson in die Fachrichtung der Grünen Chemie. In den 90’er Jahren von Paul Anastas und John Warner eingeführt, handelt es sich um ein sich neu entwickelndes Fachgebiet, das untersucht, wo sich Chemikalien in Mensch und Umwelt ansammeln und das für sicherere Substanzen eintritt. Als nächstes fing Wilson an, mit der Fakultät für Chemie zu verhandeln.

WILSON: Wir stellten fest, dass sich hier auf dem Campus von Berkeley an der Ausbildung von Chemikern in den vergangenen 30 bis 40 Jahren nicht wirklich viel geändert hat.

LOBET: Nicht viel später traf Wilson einen neuen Chemie-Doktoranten, der an die Universität gekommen war. Marty Mulvihill und Mike Wilson hatte etwas gemeinsam – nennen wir es eine Herangehensweise im Sinne des Gemeinwohls.

MULVIHILL: Während meiner Zeit hier legte ich sehr großen Wert darauf, nicht nur zu forschen, sondern auf die Menschen in meinem Umfeld zuzugehen und darüber nachzudenken, wie gerade Chemiker die Gesellschaft beeinflussen können. [Gedanken] wie: Wir nehmen sehr viele Ressourcen von der Gesellschaft, Chemie ist eine sehr ressourcenintensive Angelegenheit. [Fragen] wie: Auf welche Art geben wir etwas zurück?

LOBET: Mit dieser Art gesellschaftlicher Orientierung war es selbstverständlich, dass Mulvihill als erstes damit anfing, eine Zusammenarbeit mit anderen Chemie-Doktoranten zu organisieren, als er nach Berkeley kam.

MULVIHILL: Der Name dieser Gruppe war tatsächlich „Chemiker für den Frieden„, der sich für einen Ort wie Berkeley als zu kontrovers heraus stellte. Genauer gesagt denkt man, in Berkeley gehe es besonders aktivistisch zu, doch wenn sie sich den Fachbereich Chemie ansehen, so ist dort alles, was einen politischen Anschein hat, nicht besonders akzeptiert.

So ließen wir eine Menge Werbetassen (Beispiel) [für unser Anliegen] herstellen, die Leute fanden es gut dass, wir da waren, aber wir konnten nicht wirklich Fuß fassen.

LOBET: Mulvihill dämmerte, dass er zu Wissenschaftlern wissenschaftlich sprechen musste. Er und eine Kerngruppe weiterer Doktoranten organisierten deshalb ihre eigene Seminarreihe.

Von Dow Chemical bekamen sie finanzielle Unterstützung und engagierte Chefdenker der Grünen Chemie: John Warner, Paul Anastas und Terry Collins. Mulvihill erzählt, dass die Chemische Fakultät ihnen zuerst nicht mal einen Versammlungsraum überlassen wollte, aber allmählich setzten sich die Studenten durch.

MULVIHILL: Ich kann mich noch an den Abend erinnern, als es geschah. Der Dekan war gerade herein gekommen. Ich glaube, es war sein erstes, oder vielleicht sein zweites Jahr. Das Doktoranten-Seminar lief und John Warner, einer der Väter, einer der Typen, die das erste Buch der Grünen Chemie geschrieben hatten, hatte sich bereit erklärt, vorbei zu kommen und einen Vortrag zu halten. Und der Dekan tauchte tatsächlich zu diesem Vortrag auf. Er erschien nicht nur zum Vortrag, sondern er kam auch zum anschließenden Dinner mit, und es war lustig zu beobachten, wie der Dekan und John Warner, genauer, wie Dekan Rich Mathies und John Warner miteinander kommunizierten und mit einem Mal wurde mir klar, dass das Ganze nun größer ist als ich.

LOBET: Um die Bedeutung dessen, was in Berkeley und an anderen Universität im Land geschah. wirklich verstehen zu können, muss man wissen, wie fern den meisten Chemikern Gesundheitsfragen lagen. Für dieses Wissenschaftsgebiet ist die Toxikologie zuständig: die Untersuchung der Nebenwirkungen chemischer Substanzen auf Lebewesen, und auch die von Naturkräften und biologischen Stoffen.

MULVIHILL: Eine traditionelle Ausbildung zum Chemiker vermittelt nicht viel über das, was mit dem Zeug passiert. Man lernt viel darüber, wie man es herstellt, und wie man es billig und wirksam macht – das gehört alles zur traditionellen wissenschaftlichen Ausbildung. Wo die Stoffe landen, wie sie sich möglicherweise auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt auswirken, genau das gehörte traditioneller Weise nicht zur Chemieausbildung.

NARAYAN: Wir arbeiten die ganze Zeit mit diesen Chemikalien, aber wir wissen nicht unbedingt, wie giftig sie sind. Oder wenn sie giftig sind, [wissen wir nicht,] wie sie wirken und warum sie für Menschen schädlich sind.

LOBET: Hier ist Alison Narayan, ein weitere Studentin, welche die von Studenten durch- geführten Seminarreihen organisiert. Narayan ist im fünften Jahr der Organischen Chemie und entwickelt völlig neue Stoffe.

NARAYAN: In der Tat ist unsere Ausbildung auf die Reaktionsfähigkeit der Chemikalien ausgerichtet und darauf, neue Reaktionen und neue Herstellungsver- fahren zu entwickeln, und nicht notwendigerweise darauf, etwa das Verhalten oder die Toxizität dieser Materialien zu untersuchen.

LOBET: Narayan sagt, sie war überrascht, dass es in ihrer Chemieausbildung keinen Toxikologie-Unterricht gab. Und der Wissenschaftler für Umweltmedizin Michael Wilson meint, ihm erscheine es ebenfalls seltsam.

WILSON: Fakt ist, dass man in den Vereinigten Staaten den Grad eines Bachelors, eines Masters und eines Doktors der Chemie an allen Universitäten und Colleges erwerben kann und nie ein Grundverständnis dafür nachweisen muss, wie sich Chemikalien auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt auswirken. Und sind wir also überrascht, dass giftige Materialien ihren Weg in Verbraucherprodukte finden, die überall auf dem Markt erhältlich sind? Wir sollten es wahrscheinlich nicht sein.

LOBET: Und Wilson sagt, Chemiker sind nicht die einzigen Wissenschaftler, die der Toxikologie nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet haben. Erstaunlicherweise sind selbst Fachleute für Öffentliche Gesundheit oft nicht darin ausgebildet.

WILSON: Nun sehen wir eine Veränderung in der Disziplin der Öffentlichen Gesundheit, welche den Gedanken der Grünen Chemie aufgreift, während bis jetzt unsere Aufgabe hauptsächliche darin bestand, das Ausmaß des Problems festzustellen, zu bewerten und zu beschreiben. Es ist für uns in der Öffentlichen Gesundheit und der Umweltmedizin schlichtweg nicht mehr länger möglich, den Schaden zu begrenzen [wörtlich: die Sauerei am Ende der Leitung wegzuputzen]. Wir müssen Chemikalien, wir müssen Produkte so konzipieren, dass sie nicht im menschlichen Blut und in der Muttermilch und in Sondermülldeponien und im Grundwasser zum Vorschein kommen.

LOBET: Die ersten deutlichen Hinweise auf Veränderungen, die in Berkeley über die von Studenten organisierten Seminare hinaus stattfanden, machten sich letzten Sommer bemerkbar. Zum ersten Mal bot die Universität seine Einführungsver- anstaltung mit der Wahlmöglichkeit an, eine eigenständige grüne Laborübung zu belegen.

LOBET: Heute machen Swetha Akella und Michael Poon, Studenten im zweiten Jahr, ein Praktikum in einem der neuen Labors.

POON: Was sie [Akella] zurzeit versucht, ist die Konzentration von Farbstoffen in Getränken festzustellen um zu sehen, wie viel wir davon aufnehmen. Red 40 [roter Azofarbstoff] kommt in vielen Verbraucherprodukten vor. Da die Konzentrationen des Farbstoffes sehr gering sind, muss man das Wasser aufkochen und das erhöht den Anteil der Farbstoffe in den Proben. Hier habe ich Sunkist und Hawaiian Punch.

AKELLA: Ich denke, das was mich wirklich anspricht ist die Anwendbarkeit, denn oft macht man Laborarbeiten, bei denen man vielleicht irgendeine Konzentration findet, die man wahrscheinlich hinterher vergisst. Doch wenn man z.B. im Sonnenschutzmittel-Labor oder in diesem Labor hier arbeitet, überlegt man es sich wirklich das nächste Mal, wenn man Sonnenschutz aufträgt oder man beschließt, das nächste Mal ein Selters zu trinken.

LOBET: Poon weist darauf hin, dass es nicht nur um das geht, womit man sich im Labor befasst.

POON: Ich denke, es ist wirklich wichtig darüber nachzudenken, wozu das eigene Handeln führt. Wohin fließt es, wenn Du etwas in den Ausguss gießt? Denke darüber nach und über das, was erforderlich ist, es wieder sauber aufzubereiten, damit dieses Wasser wieder benutzt werden kann.

LOBET: Eine Auswertung der Befragung von Studenten, die dieses erste Grüne Labor im Sommer belegt hatten, wies viel Begeisterung [bei den Studenten] nach. Chantelle Khambholja war eine dieser Studienanfängerinnen.

KHAMBHOLJA: Nun, in unserer ersten Laborübung ging es um Biotreibstoffe. In unserer ersten Übung befassten wir uns damit und untersuchten die Wirkung von Biotreibstoffen auf das Keimen von Saaten, um deren Ökotoxizität zu messen. In der zweiten Übung synthetisierten wir tatsächlich unser eigenes Biodiesel, was großartig war, und in der dritten Laborübung maßen wir die erzeugte Energiemenge, wenn man es verbrannte.

LOBET: In diesem Herbst hat die Chemische Fakultät alle Labore für die Laborübungen der Studienanfänger in grüne Labors umgewandelt. Die Berkeley Chemie-Dozentin Michelle Douskey beaufsichtigt die Übungsgruppenleiter für die Einführungskurse. Sie sagt, die traditionellen Chemie-Curricula stützen sich zu sehr auf gemerktes Wissen. Sie versucht dies zu ändern. Die neue Ausrichtung auf grüne Chemie, sagt sie, wird den Lehrstoff für die Studenten, die solche Fragen bereits stellen, relevanter machen.

DOUSKEY: Die Studenten interessieren sich sehr für Körperpflegemittel. Was ist in ihrer Wasserflasche? Gibt es in meiner wirklich alten Wohnung Blei in der Anstrichfarbe? Und all das sind chemische Probleme.

LOBET: Ein typischer Lehrplan oder ein Text, sagt Douskey, befasst sich vielleicht in einer Fragestellung mit jemandem, der sich wegen Blei im Trinkwasser Sorgen macht, um dann zur nächsten zu wechseln.

DOUSKEY: Wenn wir z.B. Blei in Farben untersuchen, können wir dies aus verschiedenen Blickrichtungen tun. Wir können Blei während des Semesters immer wieder aufgreifen. Bleibt es in der Farbe oder nicht. Wo hin gelangt es, wenn es in den Staub übergeht? Dann gibt es z.B. diesen ganzen Chemie-Unterrichtsstoff, wie man überhaupt Blei in Farben nachweist. Auf diese Art beziehen wir Themen mit ein wie, dass z.B. Licht mit Materialien interagiert und dass wir gewisse Instrumente haben, die uns helfen, diese Vorgänge genau zu messen. Darum kommt es mir so vor, als ob die Grüne Chemie dabei wäre uns zu gestatten, eine etwas vollständigere Geschichte zu erzählen. Es war wohl so, dass wir früher die Geschichte [einer Substanz] nur zum Teil erzählt haben, nämlich, „na gut, man muss nicht wissen, woher das kommt“.

LOBET: Die Idee, die ganze Geschichte zu lehren, war seit über einem Jahrzehnt Schwerpunkt an der University of Oregon. Als in der Grünen Chemie führend, schulte sie Chemie-Lehrkörper aus dem ganzen Land in einwöchigen Workshops. Das verleiht Julie Haack, der stellvertretenden Dekanin der Universität von Oregon, einen geschärften Blick für die Veränderungen in Berkeley.

HAACK: Ich denke, die Veränderungen, die in Berkeley vor sich gehen, sind eine unglaubliche Validierung dieses Ansatzes.

LOBET: Eine Validierung wegen Berkeleys Bedeutung und Reichweite. Jedes Jahr werden 24 Hundertschaften neuer Studenten ihre wichtigsten Grundlagen über Chemie lernen … Grüne.

HAACK: Ich denke die Wirkung ist enorm. Es handelt sich um die zukünftigen Entscheidungsträger unserer Gesellschaft und was wir gesehen haben ist, sobald die Studenten mit den Werkzeugen der Grünen Chemie ausgerüstet sind, werden sie tatsächlich in die Lage versetzt, sich an den Lösungen zu beteiligen, mehr nachhaltige Produkte und Verfahren zu entwickeln.

LOBET: Sofern die Chemikerin Alison Narayan ein Indikator ist, wird die Veränderung umfassend sein, vom alltäglichen bis zum grundlegenden.

NARAYAN: So werde ich angeregt darüber nachzudenken, wie ich als Chemikerin arbeite, beispielsweise um die Menge des Abfalles, den man verursacht, zu reduzieren. Tatsächlich hatten wir gestern Abend in unserer Forschungsgruppe eine Diskussion über die Wiederverwendung von Reagenzgläsern. So benutzen wir sehr viele Reagenzgläser und üblicherweise werfen wir sie einfach weg, wenn wir sie nicht mehr brauchen. Deshalb ertappe ich mich in meiner Freizeit dabei, wie ich darüber nachdenke, was man sonst noch damit anfangen könnte. Oder wenn ich am Abzug stehe und warte, bis die Reaktionen abgelaufen sind, oder wenn ich im Bus zu meinem Labor sitze. Woraus könnte man dies oder jenes noch machen, anstatt die gebräuchliche Ausgangschemikalie auf Erdölbasis zu verwenden. So wirkt es, es färbt auf meine Gedanken über die Dinge ab und auf das, was ich mir erträume.

LOBET: Berkeley hat nun ein Zentrum für Grüne Chemie eröffnet. Im Frühjahr ist ein neuer Studiengang geplant. Und man wird einen neuen Schwerpunkt „Grüne Chemie“ anbieten, den Studenten wählen können, und dieser wird in ihren Abschlussurkunden wie ein Nebenfach eingetragen. Alle diese Veränderungen sind der Wahrnehmung der chemischen Industrie nicht entgangen, sagt Mike Wilson.

WILSON: Es sind Diskussionen, die den innersten Kern des Chemiegeschäftes erschüttern, die Dinge, die wir schreiben und die wir lehren, haben einen enormen Einfluss, was einige der größten Industriegruppen und die größten Firmen der Welt angeht. Und sicherlich haben sie ein Interesse daran, das, was wir hier machen, zu beeinflussen und deshalb müssen wir sehr vorsichtig sein, denn wir wollen natürlich, dass diese Firmen den Gedanken der Grünen Chemie aufnehmen, nicht um sich grün zu waschen, sondern als grundlegendes Element ihres Firmenzwecks. Doch wir müssen auch in der Art, wie wir unsere Arbeit durchführen, unabhängig sein, deshalb gibt es eine innere Spannung, mit der wir fast täglich zu tun haben.

LOBET: Diese Spannung könnte in Berkeley stärker sein, wo sich die Veränderungen in der Chemieausbildung auf die Chemikalienpolitik in ganz Kalifornien auswirken. Doch der Wechsel zur Grünen Chemie scheint an allen Universitäten im Land deutlich stattzufinden. Noch einmal Julie Haack von der University of Oregon.

HAACK: Es ist unser Ziel, dass die Grüne Chemie zu dem wird, wie man Chemie lehrt. Und sehr bald wird die Grüne Chemie verschwinden und zum Grundprinzip der Chemie werden.

LOBET: Die Professoren in Berkeley sagen, das Ziel besteht darin, nicht nur die nächsten Generation von Chemiker hervorzubringen, sondern auch Schriftsteller, Politiker und Rechtsanwälte, welche die Folgen davon verstehen können, wie etwas hergestellt wird.

Autorin: Ingrid Lobet für Living on Earth

Photos: Berkeley University

Übersetzung: BrunO für CSN – Chemical Sensitivity

Diese von „Living on Earth“ produzierte Sendung wurde Mitte November 2010 an viele US-Radiostationen verteilt und gesendet. Sie kann im Original nachgelesen oder nachgehört werden.

Wir danken Eileen und LOE für die Erlaubnis, das Transskript zu übersetzen!


Kleine persönliche Nachbemerkung des Übersetzers BrunO:

Der vielleicht zu mühselig anmutende Weg der Evolution, inklusive der Überzeugung der Widersacher, scheint mir langfristig der wirksamste zu sein. Wie dieses Beispiel zeigt, geht die Entwicklung manchmal gar nicht so langsam voran und Chemie ist immerhin very big business. Vielleicht ist aber Deutschland für so etwas zu knöchern, zu konservativ. Mich hat dieses Radiofeature sehr stark an die Bewegung der Postautistischen Ökonomie, an PAECON, erinnert. Im Jahre 2000 waren Ökonomie- studenten an der Sorbonne (Paris) mit der Art, wie sie ausgebildet werden, unzufrieden und kritisierten die Ökonomie, welche gerade die Welt besonders nachdrücklich globalisierte, als autistisch. Auch daraus entstand eine Bewegung, welche die Lehre an den Unis von innen heraus umstülpt. Irgendwann wird es hoffentlich genug Ökonomen geben, die sich neben der reinen Geldökonomie auch dafür interessieren, wie sich das auf die Menschen auswirkt. Ökonomie heißt nämlich nicht, nur mit Geld, sondern mit allen Ressourcen sinnvoll zu haushalten.

Mitmach-Aktion: Hilf den Weihnachtsmännern und kranken Kindern

Der Weihnachtsmann hat ein offenes Ohr für die Nöte aller Kinder, auch der Kinder mit Allergien, Asthma und Chemikaliensensitivität (MCS)

Weihnachtsmänner sind dafür bekannt, dass sie für alle Wünsche, Geheimnisse, Sorgen und Nöte ein offenes Ohr haben. So manches Kind fiebert deshalb dem Nikolaustag und der Weihnachtszeit das ganze Jahr über entgegen. Mit dem Weihnachtsmann unter vier Augen über das zu reden, was auf dem Herzen liegt, ist ein wichtiges Ereignis.

Damit in diesem Jahr alle Kinder, auch solche, die unter Allergien, Asthma und Chemikaliensensitivität (MCS) leiden, dem Weihnachtsmann etwas ins Ohr flüstern können, haben wir eine Aktionskarte zum Ausdrucken gestaltet. Am besten druckt man das Kärtchen auf etwas festerem Papier oder leichterem Kartonpapier aus.

Und weil Weihnachtsmänner dafür bekannt sind, dass sie wirklich ALLE Kinder lieben, helft mit, dass jeder Weihnachtsmann in diesem Jahr seine Herzlichkeit auch wirklich jedem Kind entgegenbringen kann. Gebt den Weihnachtsmännern ein Kärtchen, damit sie auf Aftershave, Parfüm, Weichspüler, stark duftendes Deo und andere Duftstoffe verzichten. Flüstert dem Weihnachtsmann bei der Übergabe des Kärtchens ins Ohr, dass glückliche Kinderherzen und leuchtende Augen der Dank sein werden.

AKTIONSKARTE, zum Ausdrucken anklicken >>>

Der echte Weihnachtsmann trägt KEIN PARFÜM, denn er liebt alle Kinder. Auch die mit Asthma oder Allergien.

Ein richtiger Weihnachtsmann trägt kein Parfüm

Allergie und Asthma Verband appelliert an alle Weihnachtsmänner

Der norwegische Allergie und Asthma Verband (NAAF) hat sich in diesem Jahr für die Advents- und Weihnachtszeit eine besondere Kampagne für Weihnachtsmänner einfallen lassen. Kinder, die unter Allergien oder Asthma leiden, haben es in dieser Zeit nämlich sehr schwer. Nicht einmal einem Weihnachtsmann können sie ihre Wünsche anvertrauen, weil die meisten Weihnachtsmänner heutzutage nicht nach Wald und frischer Luft riechen, sondern nach irgendeinem Trendparfüm, nach Weichspüler oder einem Aftershave. Deshalb hat NAAF viele Tausend Kärtchen drucken lassen. Sie werden in ganz Norwegen verteilt. NAAF wünscht sich richtige, nostalgische Weihnachtsmänner, die alle Kinder lieben und von Kindern ebenfalls geliebt werden können, auch von solchen Kindern, die auf Duftstoffe allergisch reagieren oder mit Asthmaanfällen auf Aftershaves und Weichspüler.

Also liebe Weihnachtsmänner,

nehmt Euch ein Beispiel an den Kollegen in Norwegen:

Lasst Parfüms, Aftershaves, Weichspüler, duftende Waschmittel, stark riechendes Deo, etc. weg und zeigt den Kindern, die das ganze Jahr über auf ihre Gesundheit achten müssen, dass Ihr sie genauso gerne habt wie all die anderen Kinder, die Euch ihre Wünsche anvertrauen. Bringt den Geruch von frischer, klarer Winterluft von draußen mit herein und keine Parfümwolke. Denn:

Ein richtiger Weihnachtsmann trägt kein Parfüm, weil er ALLE Kinder liebt!

Autor:

Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 28.11.2010

Literatur:

NAAF, Frisk Jul for alle, November 2010

Weitere CSN Artikel zu den Themen Weihnachten, Duftstoffe:

Krebs durch die Umwelt – krebserregende PAK in vielen Produkten des Alltags

Fokus liegt auf Wohlergehen der Wirtschaft statt auf Gesundheit der Bevölkerung

Die Zahl der Krebserkrankungen ist in der Bevölkerung tendenziell zunehmend. Um der Entstehung dieses weit verbreiteten und vielschichtigen Krankheitsbildes vorzubeugen, wird das öffentliche Augenmerk einseitig auf die Krebsvorsorge als geeignete Präventionsmaßnahme gelenkt. Der Faktor Umwelt wird jedoch als mögliche Krankheitsursache weitgehend vernachlässigt bzw. komplett ignoriert. In Anbetracht steigender Negativmeldungen über die unterschiedlichsten krebserreg- enden Schadstoffkonzentrationen in Alltagsprodukten und unserer Umwelt, ist diese eingleisige Fokussierung als realitätsfremd und als „Greenwashing“ anzusehen, was durch zahlreiche wissenschaftliche Nachweise und Studien belegbar ist.

Industriefreundliche Rahmenbedingungen – die Zeche zahlen wir

Stattdessen stellt das gezielte Außerachtlassen krankheitsrelevanter Aspekte eine allgemein stattfindende Ignoranz unserer tatsächlichen Lebensbedingungen dar. Die aktuellen Warnungen durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebens- mittelsicherheit vor giftigen Chemikalien, u. a. vor polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in Schuhen und Handschuhen (1), sind nur die Spitze des Eisbergs. Für die zum Teil hochgradig krebserregenden und erbgutschädigenden Schadstoffe gibt es in Deutschland nach wie vor keine gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Gebrauchsartikel, verbindliche Vorgaben existieren lediglich bei Autoreifen. Für den Rest der uns in unserem wirtschaftsorientiertem Lebensstandard zum Konsum angepriesenen Produktpalette, gelten lediglich freiwillige Orientier- ungswerte der Industrie. Umweltverbände und –Institute bringen immer wieder besorgniserregende Resultate zutage, die verdeutlichen, wie es um die Gesundheit der Bevölkerung durch die „Umsetzung“ dieser freiwilligen, industriefreundlichen Gegebenheiten bestellt ist.

Mögliche Schadensbegrenzung eingeleitet – Gesundheitsschutz weiterhin in Warteschleife

Eine umfangreiche Risikobewertung des BfR hat ergeben, dass die toxischen PAK in vielen Produkten stark erhöht nachweisbar sind, mit denen gerade Kinder häufig in Kontakt kommen. Das BfR hat in Zusammenarbeit mit verschiedenen deutschen Behörden ein Beschränkungsdossier erstellt, welches im Juni 2010 an die EU-Kommission übergeben wurde. Daraus geht die in die REACH-VO einzubeziehende Empfehlung hervor, den höchstzulässigen Gehalt an PAK in Gebrauchsgegenständen auf 0,2 Milligramm je Kilogramm zu begrenzen, was der derzeitigen Nachweisgrenze entspricht. Dieser vorgeschlagene Grenzwert sollte lt. Ausführungen den BfR an die technische Weiterentwicklung der Analysemöglichkeiten angepasst und ggf. zukünftig weiter verringert werden. (2)

Krebserregende und erbgutschädigende PAK lauern in vielen Produkten

Besorgniserregende Warnungen über stark erhöhte PAK-Konzentrationen in den unterschiedlichsten Alltagsprodukten laufen sich förmlich den Rang ab, wie z. B. in Kinderspielzeug, Schulranzen, Kinderregenjacken, Sandalen, Gummistiefeln, Planschbecken, Luftmatratzen, Werkzeugen, Kinderlaufrädern, Spielzelten und aktuell in Lederschuhen und Handschuhen etc. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit, mit PAK in Berührung zu kommen, für jeden von uns als hoch einzustufen. Eine mögliche Krebserkrankung kann erst viele Jahre nach Erwerb eines PAK-belasteten Produkts zum Ausbruch kommen, da die hochtoxischen Substanzen langfristig wirken, erläutert Bärbel Vieth, Chemieexpertin des BfR. Ein direkter Zusammenhang mit dem krankmachenden Produkt ist dann nicht mehr herzustellen. Die Produzenten solch gesundheitsgefährdender Waren sind somit fein raus, Regressansprüche haben sie demzufolge nicht zu befürchten. Die Leidtragenden des derart mangelhaften Gesundheitsschutzes sind wir alle.

Zukünftig weitere Krebserkrankungen – als Folge der Geschenke an die Industrie

Wenn man sich vor Augen hält, dass die Gesundheit der Verbraucher bereits durch den Kontakt von nur einem PAK-belasteten Produkt schwer geschädigt werden kann, verheißen die derzeitigen Zustände für die Zukunft unserer Gesundheit nichts Gutes. Die Aktivitäten des BfR sind zwar begrüßenswert, doch mahlen die Mühlen der Behörden bekanntlich langsam. Sofortige greifende Maßnahmen sind dringend von Nöten, denn belastete Alltagsgegenstände werden weiterhin verkauft, mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit der Verbraucher. Insofern ist davon auszugehen, dass auch zwischenzeitlich noch viele ahnungslose Verbraucher durch die Flut schadstoffbelasteter Alltagsprodukte und weiterer Umweltfaktoren in ihrem späteren Leben an Krebs erkranken werden. Und all das, nur weil durch lasche Vorgaben und „Bonbons“ für die Industrie sowie völlig unzureichende Kontrollmechanismen unser höchstes Gut, unsere Gesundheit, mit Leichtsinn und völlig unnötig aufs Spiel gesetzt wird. Krebs ist in unserem Zeitalter eine äußerst häufige Erkrankung, bei derart breitgefächertem Kontaminationspotential ist dies nicht verwunderlich.

Wirtschaft geht vor Umwelt

Aktuell droht Deutschland ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof, weil europäische Chemikalienrichtlinien nicht korrekt umgesetzt wurden. Dieser Sachverhalt unterstreicht, welchen Stellenwert Wirtschaftsinteressen und Gesundheit in unserem System derzeit belegen. Das Bewusstsein dafür, dass eine Gesellschaft nur dann effektiv „funktionieren“ kann, wenn die Bevölkerung gesund und somit leistungsfähig ist, scheint bei den Verantwortlichen noch nicht angekommen zu sein. Solange eine derart vernachlässigte Chemikalienpolitik betrieben wird und die Interessen der Industrie weiterhin vorrangig vor Umwelt und Gesundheit angesiedelt sind, wird der Bevölkerung weiterhin viel vermeidbares Leid zugefügt und sich an der derzeit stattfindenden Misere auch nichts zum Positiven verändern.

Literatur:

  1. Süddeutsche online, Warnung vor Schadstoffen Gift ist im Schuh, 17.11,2010
  2. BfR, Stellungnahme Nr. 032/2010 des BfR, 26. Juli 2010

Autor: Maria Herzger, CSN – Chemical Sensitivity Network, 26. November 2010

Diesen Artikel widme ich meiner lieben Schwiegermutter Frieda, die am 21. November 2010 ihrer schweren Krebserkrankung erlag und nun von ihren langjährigen Leiden erlöst ist.

Frieda, Du wirst uns sehr fehlen!

Rüdiger und Maria

Weitere interessante Artikel zum Thema

Umweltmedizin: Wie viel an Diagnostik ist nötig bei Umweltkrankheiten und MCS?

Es gibt Patienten mit Umweltkrankheiten und Chemikalien-Sensitivität (MCS), die für Diagnostik zur Definition ihrer Krankheit viele Tausend Euro ausgegeben haben. Eine ganze Reihe von Umweltpatienten hat ungelogen ein halbes Vermögen nur in Diagnostik investiert. Beträge, die jenseits der zehntausend Eurogrenze liegen, sind nicht selten. Manche ließen sogar wissen, dass sie mehr als zwanzig-, dreißig- oder vierzigtausend Euro für Diagnostik ausgegeben haben. Jetzt sind sie verarmt, denn das Meiste an umweltmedizinischer Labordiagnostik muss selbst bezahlt werden, weil so gut wie keine Krankenkasse die Kosten dafür trägt. Niemand war strategisch mit ihnen herangegangen, um das vorhandene Budget für Diagnostik, Therapie, spezielle Ernährung, Hilfsmittel und Umgestaltung des Lebensumfeldes so nutzbringend wie möglich aufzuteilen.

Umweltmedizinische Diagnostik ist wichtig, kann aber zu Verarmung führen

Diagnostik ist wichtig und sinnvoll, aber wenn es ausufert und am Ende nur Berge von Laborbogen auf dem Tisch liegen, dann ist Kritik angebracht. Vor allem, wenn dieser Exzess an umweltmedizinischer Diagnostik statt in eine gezielte Behandlung nur in Verarmung mündete. Wenn dadurch sogar das Geld für eine Therapie oder unabdingbare eine Sanierung des Wohnumfeldes fehlt, ist das mehr als traurig. Ist nichts mehr übrig, um sich biologisch zu ernähren, was bei Umweltkranken zur Stabilisierung zwingend notwendig ist, sind große Zweifel an der Kompetenz der Herangehensweise angemessen.

Diagnostik ist ein lukratives Business

Ärzte verdienen an Diagnostik oft nicht schlecht, indem sie einen Bonus von den Labors erhalten. Auch Patientenberater an Kliniken und in Umweltpraxen verdienen nicht selten gut mit – man teilt sich den Kuchen.

Thommy’s MCS Blogfrage der Woche:

  • Wie viel habt Ihr für umweltmedizinische Diagnostik ausgegeben?
  • Wurde Euch erläutert, warum bestimmte Diagnostik notwendig ist und zu was sie letztendlich dient? (z.B. zur Einleitung einer bestimmten Therapie, als Beweisführung, etc.)
  • Wurden Euch die Laborwerte hinterher verständlich erläutert?
  • Hat die Diagnostik dazu geführt, dass Eure MCS oder andere Umweltkrankheiten diagnostiziert und auch in einem Arztbericht attestiert wurden?
  • Hat Eure umweltmedizinische Diagnostik dazu geführt, dass Ihr gezielte Behandlung erhalten habt?
  • Wurde Eure EU-Rente oder BG-Rente durch Ergebnisse der umweltmedizinischen Diagnostik genehmigt?
  • Hat ausufernde Labordiagnostik Euch verarmt, ohne dass sie großartigen Nutzen für Euch hatte?
  • Wer hat Euch davon überzeugt, Berge an Labordiagnostik durchführen zu lassen? Ein Umweltarzt, ein Patientenberater, eine Selbsthilfegruppe, oder war es Euer eigener Wunsch?

CSN Artikel zum Thema MCS Diagnostik:

Studie untersuchte Nutzen von Copingstrategien bei MCS

Schwedische Wissenschaftler veröffentlichten Ergebnisse einer Studie, die den Nutzen von Copingstrategien (Strategien zur Krankheitsbewältigung) bei Menschen mit Chemikalienintoleranz untersuchte und die soziale Unterstützung, die sie erhalten.

Chemikalienintoleranz (CI), gemeinhin als Multiple Chemical Sensitivity (MCS) bezeichnet, führt bei Erkrankten dazu, dass künstliche Chemikalien in der Umwelt nicht vertragen werden, insbesondere keine synthetischen Duftstoffe in Parfums, Colognes, Deodorants und Produkten zur Wäschepflege. Selbst bei Kontakt gegenüber winzigen Konzentrationen entwickeln die Betroffen eine Vielzahl von Symptomen, die von Atembeschwerden bis Ausschläge, Depressionen und neurologische Erkrankungen reichen. Trotz der großen Anzahl betroffener Personen (schätzungsweise 5-15% in den entwickelten Ländern) und deren Leiden und Behinderungen durch CI, ist die Erkrankung derzeit nur von einer Handvoll Regierungen als eine echte medizinische Erkrankung anerkannt und medizinische Versorgung ist dringend vonnöten. Als Ergebnis dessen werden die Betroffenen allzu oft mit der Bewältigung ihrer Krankheit und den dadurch entstehenden Einschränkungen im Leben mit wenig oder keiner Hilfe alleine gelassen.

Vor diesem Hintergrund haben Wissenschaftler von der Abteilung für öffentliche Gesundheit und Klinische Medizin an der Universität Umeå in Schweden Fragebögen entwickelt, die von insgesamt 182 Betroffenen mit Chemikalienintoleranz ausgefüllt wurden. Diese Fragebögen dienten dazu festzustellen, welche Herangehensweise Betroffene verwendeten, um mit ihrer Krankheit fertig zu werden, welche soziale Unterstützung sie erhielten, sowie ihre Ansichten darüber, ob es in ihrer persönliche Verantwortung lag, ihre Gesundheit zu verbessern oder in der Verantwortung der Gesellschaft.

An der Studie nahmen insgesamt 59 Personen mit leichter, 92 mit mittlerer und 31 mit schwerer Chemikalienintoleranz teil. Es wurden Nutzen und Wirksamkeit von sechs problembasierten und sechs emotionsbasierten Bewältigungsstrategien bewertet, wie auch emotionale, instrumentelle und informative Unterstützung, die ihnen von verschiedenen Quellen und der Gesellschaft zur Verfügung gestellt wurden, als auch ihre eigene Verantwortung für Verbesserungen.

Die am häufigsten verwendeten und wirksame Bewältigungsstrategien waren Vermeidung von Umgebungen mit stechenden Gerüchen und die, andere Leute zu bitten, sich in ihrer Verwendung von riechenden / stechenden Gerüchen zu beschränken. Diese Strategien werden als problemkonzentriert angesehen. Darüber hinaus waren Akzeptanz der Situation und Setzen anderer Prioritäten eine häufig als hilfreich angesehene emotionsbasierte Strategie, von denen Patienten mit CI berichteten, dass hilfreich seien.

Das Bild, das sich aus dieser Studie ergibt, sieht so aus, dass die beste Chance für die Wiederherstellung eines besseren Gesundheitsniveaus und glücklich mit dem eigenen Leben zu sein, wenn man von Chemikalienintoleranz heimgesucht wurde, darin besteht, dass die Betroffenen sowohl problemorientierte und als auch emotionsorientierte Bewältigungsstrategien nutzen. Es besteht die Notwendigkeit, Eigeninitiative zu zeigen, um die Dinge zu vermeiden, die Symptome auslösen, andererseits ist es auch wichtig, ein Gefühl der Akzeptanz zu entwickeln und Prioritäten im eigenen Leben neu zu bewerten.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass schwerere Chemikalienintoleranz durch eine vermehrte Nutzung von Problem-fokussierten Strategien gekennzeichnet war, was den Erwartungen entsprach. Bei Menschen mit schweren CI kann selbst die kleinste Menge eines Stoffes, auf sie sensibilisiert sind, unangenehme und sogar lebensbedrohliche Symptome auslösen. Die Menge einer Substanz, die benötigt wird, um Symptome auszulösen, ist oft unter dem Niveau, auf dem ein Betroffener sie durch seinen Geruchssinn erkennen kann.

Neben Informationen über Bewältigungsstrategien in Zusammenhang mit CI fand man durch die Studie heraus, dass die den Betroffenen angebotene Hilfe überwiegend emotionaler Natur war, anstatt praktisch und informativ, und dass sie meistens von den jeweiligen Partnern oder anderen Familienmitgliedern zur Verfügung gestellt wurde. Darin spiegelt sich sowohl das Fehlen von Informationen und medizinischer Versorgung wieder, die für Chemikalienintolerante zur Verfügung steht, als auch ein mangelndes Verständnis gegenüber der Erkrankung sowohl von Ärzten und oft auch von den Freunden einer betroffenen Person.

Abschließend berichteten die Wissenschaftler, dass bei den schwerer CI Betroffenen das Gefühl stärker ausgeprägt war, dass die Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen habe für die Verbesserung der Lebensqualität der von Chemikalienintoleranz Betroffenen. Nicht überraschend, angesichts der Tatsache, dass diese Personen ihr Leben, durch ihre Krankheit bedingt, häufig auf ihre Häuser beschränken müssen und sogar in ein neues Haus oder in eine Gegend mit besserer Luft ziehen müssen. Selbst diejenigen, die nicht auf ihr Haus beschränkt leben müssen, können oft keine öffentlichen Gebäude betreten. Ironischer weise betrifft dies auch Krankenhäuser, weil Chemikalien, die in Reinigungsmitteln und anderen Produkten verwendet werden, ihre Krankheit verschlimmern.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass diese Studienergebnisse dazu verwendet werden können, Ärzten und anderen Gesundheitsdienstleistern zu helfen, geeignete Bewältigungsstrategien einzelnen CI-Kranken zu empfehlen und auch dahingehend, dass das Gesundheitssystem eine bessere soziale Unterstützung für die Betroffenen bieten müsse. Sie fassten sich jedoch kurz in Bezug auf die Angelegenheiten, die Gesellschaften hinsichtlich der Verantwortung gegenüber CI Betroffene zu tragen haben.

Autor:

Matthew Hogg BSc (Hons), STUDY INVESTIGATES COPING STRATEGIES OF THOSE AFFECTED BY MULTIPLE CHEMICAL SENSITIVITY, EIR, 19. November 2010

Vielen Dank an EIR – The Environmental Illness Resource für die Genehmigung den Artikel übersetzen zu dürfen!

Übersetzung: Sivia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network

Literatur:

Nordin M Andersson L and Nordin S (2010) Coping strategies, social support and responsibility in chemical intolerance Journal of Clinical Nursing 19(15-16):2162-73

Weitere CSN Artikel zum Thema:

Serie – Psychiatrisierung bei MCS ein Irrweg Teil I – XII

Dr. William Rea als Experte für Opfer des BP Ölunfalls anerkannt

Dr. William J. Rea, Gründer und Direktor des Environmental Health Center-Dallas (EHC-D) und weltweit anerkannter Spezialist für die Behandlung von chemikalieninduzierten Gesundheitsschäden, wurde in letzter Zeit in mehreren Artikeln über die gesundheitlichen Auswirkungen der BP Ölkatastrophe bei Aufräumarbeitern und Anwohnern besonders herausgestellt.

Die neueste Veröffentlichung, „BP schuld an Vergiftung“ durch Dahr Jamail von Al Jazeera, geht näher darauf ein, wie die 1.900.000 Gallonen giftiger chemischer Dispergiermittel, die zum Zersetzen des Öls, das durch die Explosion einer BP-Tiefsee-Bohrinsel im Golf von Mexiko letzten Sommer freigesetzt wurde, eine breite Palette beeinträchtigender Symptome bei Betroffenen auslöste, die diesen Chemikalien ausgesetzt waren.

Öl-Unfall am Golf von Mexiko/ Photo: NASA

Der Artikel führt an, „Aufnahmewege für die Dispergiermittel sind Einatmen, Verschlucken, Haut- und Augenkontakt. Zu gesundheitlichen Auswirkungen gehören Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Schmerzen in der Brust, Schädigung der Atmungsorgane, Hautreizungen, Bluthochdruck, Depression des zentralen Nervensystem (ZNS), neurotoxische Wirkungen, Herzrhythmusstörungen und Herz-Kreislauf-Schäden. Die Chemikalien sind auch teratogen, mutagen und krebserregend.“

Worüber auch in den anderen Artikeln berichtet wurde, ist das Auftreten von „Schadstoff- induziertem Toleranzverlust“ (TILT) – ein anderer Name für Chemical Sensitivity. Eine behindernde Erkrankung, die das Leben für die Betroffenen sehr schwierig macht, weil sie auf sehr geringe Konzentrationen von Chemikalien, Schimmelpilzen und anderen Substanzen reagieren. Weil die Verwendung von Chemikalien in unserer Kultur so allgegenwärtig ist und tief in unser Alltagsleben verwoben ist, kann der Umgang mit der Krankheit ein lebenslanger Kampf sein.

Dr. Rea ist ein Experte für Chemical Sensitivity, der viele Tausende Patienten mit dieser Erkrankung behandelt hat, einschließlich solcher Patienten, die giftigen Chemikalien aus Erdöl-und Dispergiermittel ausgesetzt waren, seit er sein Behandlungszentrum 1974 eröffnet hat. Hinsichtlich der Opfer der BP Ölkatastrophe erklärt Dr. Rea seinen Behandlungsansatz:

„Wir versuchen zunächst die Symptome der Menschen zu beseitigen, und das ist organspezifisch „, erklärt Rea in seiner Klinik, die als eines der ältesten und am weitesten fortgeschrittenen Zentren der Welt gilt für die Bewältigung von Gesundheitsproblemen, die durch die Umwelt entstanden sind. „Wir versuchen, ihre toxische Belastung zu reduzieren, indem wir ihnen Nährstoffe intravenös und oral verabreichen, Sauna durchführen und sie in Unterkünften unterbringen, die so gering wie möglich mit Schadstoffen belastet sind. Wir geben ihnen Bio-Lebensmittel zum Essen und leiten sie an, unbelastetes Wasser zu trinken.“

Rea hat viele Menschen aus der Golfregion behandelt, die krank gemacht wurden durch BP’s giftige Chemikalien.

„Ich habe im Moment mehrere Bedenken wegen der Menschen in der Golfregion, die von diesen Chemikalien betroffen sind“, sagte er. „Erstens, sie sind alle müde und nicht in der Lage zu arbeiten. Wenn alle Muskeln müde und erschöpft sind, ist es schwer zu funktionieren. Die Menschen dort bekommen „benebelte“ Gehirne von den Chemikalien, andere haben Herzprobleme deswegen. Andere haben Broncho- spasmen und Asthma davon. Andere sind aufgedunsen und werden schläfrig nach dem Essen, bekommen Durchfall, Verstopfung, Reizdarmsyndrom und andere Magen-Darmprobleme. “

Dr. Rea betont, dass es wichtig ist, die Patienten aus dem Belastungsbereich heraus- zuholen, damit die Behandlung effektiv sein kann.

In Ricki Ott‘s Artikel „BP, Regierungen, Bagatellisierung von öffentlichen Gesund- heitsrisiken durch Öl-und Dispergiermittel“, der von der Huffington Post im Juli vergangenen Jahres herausgegeben wurde, erinnerte sie uns daran, dass Dr. Rea auch bereits einige der kranken Exxon Valdez Aufräumarbeiter behandelt hat.

Planet Thrive ist stolz darauf, dass Dr. Rea Betroffenen der Tragödie, die durch den BP Ölunfall ausgelöst wurde, in einer kostenlosen Kolumne auf der Planet Thrive Plattform Rede und Antwort steht. Auch Fragen von Menschen, die durch andere Arten von Chemikalienexposition krank wurden, sind willkommen.

Literatur:

Planet Thrive, Dr. William Rea recognized as expert for BP Oil Spill victims, November 10, 2010

Vielen Dank an Julie Genser von Planet Thrive für die Erlaubnis, diesen Artikel übersetzen zu dürften!

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network

Weitere CSN Artikel zum Thema BP-Ölkatastrophe und damit verbundene Gesund- heitsschäden: