MCS bei japanischen Arbeitern nachgewiesen

Umweltkrankheit MCS bei japanischen Arbeitern nachgewiesen.

Chemikaliensensitivität  bei Industriearbeitern

Wissenschafter aus Japan untersuchten Arbeiter aus zwei großen Industriebetrieben, um herauszufinden, ob sie unter Chemikaliensensitivität (MCS) leiden und ob die Anzahl der von MCS betroffenen Arbeiter Schwankungen unterlegen ist.

Die Studie zeigte eindeutig, dass MCS unter japanischen Industriearbeitern existiert. Die Studie wurde im Januar 2014 in der medizinischen Fachzeitschrift „Environmental Health and Preventive Medicine“ publiziert.

Validiertes QEESI Diagnosetool bringt Resultate

Für ihre Langzeitstudie untersuchten die Wissenschafter Arbeiter aus zwei herstellenden Industriebetrieben in Kyushu. Um MCS bei den Arbeitern zu diagnostizieren, setzten sie das QEESI Diagnosetool (Quick Environmental Exposure and Sensitivity Inventory) von C. Miller ein und die japanischen MCS Fallkriterien. Beides hat sich in der Vergangenheit bei wissenschaftlichen Studien als zuverlässig erwiesen.

MCS bei Arbeitern in Industriebetrieben festgestellt

Die Arbeiter im Industriebetrieb A wurden 2003, 2006 und 2011 einer Untersuchung und Befragung unterzogen. Die Industriearbeiter des Betriebs B untersuchte man 2003 und 2011. Die japanischen Wissenschafter wollten mit dieser Vorgehensweise feststellen, ob die Chemikaliensensitivität der Arbeiter, über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet, Schwankungen unterlegen ist.

Das Wissenschaftlerteam fand heraus, dass MCS im Jahr 2011 etwas häufiger bei Arbeitern nachgewiesen wurde als 2003. Sie zogen hierfür das QEESI Diagnosetool heran. Die japanischen MCS Kriterien erbrachten, dass MCS im Jahr 2011 häufiger bei Arbeitern vorhanden war als im Jahr 2006. Im zweiten Industriebetrieb war Chemikaliensensitivität 2011 weniger häufig als 2003, laut den Ergebnissen, die sich aus den japanischen MCS Fallkriterien ergaben. Die Unterschiede waren jedoch geringfügig und statistisch gesehen von untergeordneter Relevanz.

Japanische Arbeiter leiden unter MCS

Eindeutig war für die japanischen Forscher, dass MCS bei den Arbeitern in beiden Industriebetrieben existiert. Die Schwankungen waren minimal und ließen erkennen, dass MCS in diesen beiden Kollektiven keine steigende Tendenz hat.

MCS bei Arbeitern in Deutschland

Studien zur Feststellung von Chemikaliensensitivität bei deutschen Industriearbeitern gab es bislang nicht, außer einer Erhebung mittels Fragebogen von Werner Maschwesky aus dem Jahr 1998. Dass Chemikaliensensitivität auch bei deutschen Arbeitern jedoch existiert, wird von MCS Selbsthilfegruppen seit Jahren berichtet.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 2. Februar 2014.

Literatur:

Cui X, Lu X, Hiura M, Oda M, Hisada A, Miyazaki W, Omori H, Katoh T., Prevalence and interannual changes in multiple chemical sensitivity in Japanese workers, Environ Health Prev Med. 2014 Jan 30.

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Krankenhäuser, Kliniken, Alten- und Pflegeheime auf MCS nicht vorbereitet

MCS, die große Unbekannte in der Medizin?

Eine einzige Klinik gibt es in Deutschland, die Krankenzimmer für Patienten mit MCS, multipler Chemikaliensensitivität, bereitstellt. Unter den Alten- und Pflegeheimen in unserem Land ist kein Heim bekannt, dass MCS-gerechte Unterbringung anbieten könnte.

Studien gehen davon aus, dass ca. 15% der Bevölkerung unter MCS leidet. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein, denn Ärzten ist die Hypersensitivität auf Chemikalien zumeist unbekannt.

MCS kann zwar als Behinderung anerkannt werden, die Behörden mauern jedoch in den meisten Fällen und obwohl für MCS ein ICD-10 existiert, wird der Code selten angewendet. Patienten, die schwere Chemikaliensensitivität haben, stehen somit vor einem kaum lösbaren Problem, wenn sie in eine Klinik müssen oder ins Alten- und Pflegeheim.

Gründe, weshalb MCS ignoriert wird:

  • MCS und Umweltkrankheiten sind bei den Krankenkassen kaum abrechenbar
  • MCS passt nicht in unsere Gesellschaft, die auf raschen Konsum ausgerichtet ist
  • MCS prangert die Existenz von Umweltverschmutzung und schadstoffbelasteten Innenräumen, Arbeitsplätzen und Produkten an
  • MCS ist keine Krankheit, an der man viel verdienen könnte
  • MCS ist Verursachern ein Dorn im Auge

Thommy’s Blogfrage der Woche

  • Haben an MCS Erkrankte kein Recht auf medizinische Versorgung?
  • Wie kann erreicht werden, dass Krankenhäuser, Kliniken, Alten- und Pflegeheime sich mit MCS beschäftigen und adäquate Räumlichkeiten, sowie angemessene Betreuung anbieten?
  • Kann MCS bei einem Aufenthalt in einer Klinik oder im Alten- und Pflegeheim ignoriert werden?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, um eine Übergangslösung in Krankenhäusern, Kliniken, Alten- und Pflegeheimen zu schaffen?

Durchsichtige Strategie in der deutschen Umweltmedizin

Chemikaliensensitivität, ein Problem, das der Industrie unbequem ist

Im Jahr 1962 erschien in den USA das erste medizinische Fachbuch über Chemikaliensensitivität. Der amerikanische Allergologe Theron Randolph hatte seit 1945 Artikel und Fallbeispiele in Fachzeitschriften veröffentlicht. Der Mediziner stellte durch Beobachtungen bei seinen Patienten und durch kontrollierte Provokationstests an ihnen fest, dass sie auf geringste Konzentrationen bestimmter Chemikalien Symptome entwickelten. Ausführliche Anamnese enthüllte bei nahezu allen seinen Patienten, dass die initiale Ursache oder Ursachen Chemikalien waren. Bis heute, fünfzig Jahre später, wird versucht, das für die Industrie unangenehme Problem „Chemikaliensensitivität“ oder Multiple Chemikaliensensitivität (MCS) als nicht existent abzutun.

In Deutschland negieren universitäre Einrichtungen und die Mehrzahl der niedergelassenen Mediziner immer noch, dass es Menschen gibt, die hypersensibel auf bestimmte Chemikalien reagieren. Wissenschaftliche Studien über die Folgen sensibilisierender Chemikalien und Belege für die Existenz von MCS und Chemikaliensensitivität werden für Deutschland als irrelevant und nicht gültig abgetan.

Die in der internationalen Wissenschaft für MCS verwendete Falldefinition, der „American Consensus“, die Chemikaliensensitivität bei Erkrankten identifiziert, wird ignoriert. Wenn eine Falldefinition überhaupt zum Einsatz kommt, ist es die in Zwischenzeit als unzuverlässig und fehlerhaft erkannte Definition des Industrieberaters Marc Cullen, die „Cullen Criterias“. Einfache Hilfsmittel, wie das QEESI Diagnosetool, die neben der Diagnosedefinition im Stande wären, Ärzten flächendeckend zu helfen, Chemikaliensensitivität schnell, einfach und ohne Kosten zu diagnostizieren, werden nicht kommuniziert.

Der in Deutschland für MCS anzuwendende Diagnosecode im ICD-10 lautet T78.4 und ist im Register für Verletzungen und Vergiftungen eingetragen. Er kann kinderleicht bereits mittels Smartphone und kostenlosem App von jedem gefunden werden. Trotzdem wird die Existenz des korrekten Codes und dessen Eingliederung in das Kapitel für Vergiftungen sogar von Medizinern und medizinischen Fachverbänden bestritten, obwohl der ICD-10 für jeden Mediziner verbindlich ist (Sozialgesetzbuch V). Der Code für MCS sei nicht auffindbar, heißt es notorisch.

Objektive, wissenschaftlich basierte Aufklärung in medizinischen Fachzeitungen, im Sinne dessen, was MCS tatsächlich ist, was die Erkrankung an Auswirkungen für den Erkrankten mit sich bringt und wie man jemandem mit MCS medizinisch helfen kann, findet nicht statt.

Die Situation, die man mit dieser durchsichtigen Vorgehensweise schafft, stellt sich wie folgt dar:

  • medizinische Versorgung für Chemikaliensensible ist, außer durch wenige Privatärzte, nicht existent. Seit einem Jahr gibt es ein einziges Krankenhaus in Hamburg, das über zwei Krankenzimmer verfügt, die für Chemikaliensensible bis zum mittleren Schweregrad bedingt geeignet sind.
  • Die soziale Versorgung der Chemikaliensensiblen obliegt dem Erkrankten und seiner Familie.
  • Anerkennungsverfahren zur Erlangung eines Behindertenstatus werden verschleppt, oder man deklariert Chemikaliensensitivität als psychische Störung und negiert damit den Stand der Wissenschaft und den internationalen medizinischen Sachstand.

Das wichtigste Ziel, das Verursacher für die bei ca. 15% der Bevölkerung auftretende Erkrankung erreicht sehen wollen, ist erfüllt:

Chemikaliensensible sind ohne Lobby, ohne adäquate medizinische Hilfe, und die Erkrankung bleibt im Wesentlichen undiagnostiziert.

Die Basis, damit Gerichtsverfahren gegen Verursacher gewonnen werden könnten, bleibt somit unerfüllt. Damit es so bleibt, werden von Zeit zu Zeit Publikationen veröffentlicht, die Chemikaliensensitivität als „neue Erkrankung, die erst erforscht werden muss“ oder als psychische Störung abtun.

Neuere Bestrebungen, die dazu dienen sollen, dass die Situation längerfristig kontrollierbar bleibt und um den Erkrankten psychisch bedingte Probleme unterzuschieben, sind „Leitlinien“, die man allgemeingültig installieren will, um Möglichkeiten zur Durchsetzung eines „bio-psycho-sozialen Konzepts“ zu schaffen.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 1, September 2012

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Reaktionen unterdrücken, die Therapie der Wahl bei Chemikalien-Sensitivität?

MCS mit Body-Mind Techniken oder Amygdala Retraining überlisten: Therapeutischer Durchbruch oder Selbstbetrug?

Seit einigen Monaten boomen verschiedenen Body-Mind Therapien für Chemikaliensensible. Die Techniken zielen darauf ab, das Gehirn, speziell die Amygdala, und den Körper zu überlisten, um körperliche Symptome auf Chemikalien auszuschalten. Erlernen können MCS-Kranke die Techniken per DVD und bei Seminaren. Sie werden durch Video- oder Telefonsessions vertieft. Auch in Europa und Deutschland haben MCS-Kranke begonnen, an Ashok Gupta und Annie Hopper Seminaren oder deren DVD Kursen teilzunehmen. Die chemikaliensensible Person lernt durch die Kurse Techniken um Reaktionen, die der Körper nach Kontakt mit Chemikalien entwickelt, mental abzuschalten und sich selbst in eine Art Euphoriezustand zu versetzen. Alles „Negative“ muss verbannt und durch „positives Denken“ ersetzt werden.

Kritiker der Body-Mind Therapien geben zu bedenken, dass der Körper nicht umsonst reagiert und dass es sich dabei um einen Schutzmechanismus handelt. Die Techniken, die aus der Trauma- und Psychotherapie stammen, seien zwar bei empfänglichen Personen dazu geeignet, den Körper kurzfristig zu täuschen, auf lange Sicht sei jedoch mit gravierender Verschlechterung der Hypersensitivität auf Chemikalien zu rechnen und möglicherweise mit Endorganschäden.

 

Thommy‘s Blogfrage der Woche:

  1. Ignoriert Ihr Eure MCS-Symptome, wenn Ihr auf Chemikalien reagiert?
  2. Welche tatsächlichen Besserung konntet Ihr durch „Unterdrückung“ von Symptome erzielen? War die Besserung dauerhaft?
  3. Seid Ihr geheilt von Eurer MCS durch Body-Mind Techniken, Amygdala Retraining oder ähnliche Techniken?
  4. Wie viel Zeit wendet Ihr täglich auf, um körperlich bedingte Symptome gezielt durch Suggestion oder andere Techniken unterdrücken zu können?
  5. Gibt es spätere Nachwirkungen bei der Unterdrückung der Symptome, bzw. dem Ignorieren von Ausgasungen von Putzmitteln und Duftstoffen?
  6. Welche Methoden zur Unterdrückung der Symptome bei MCS haben Euch am besten geholfen?
  7. Welche Vorgehensweise zum Ignorieren von Symptomen bei MCS funktionieren für Eure Begriffe, um in Zukunft mehr am Leben in der Gemeinschaft teilhaben zu können?
  8. Oder, habt Ihr versucht Eure Symptome zu ignorieren und zu unterdrücken und dabei Schiffbruch erlitten?
  9. Hat sich Euer Gesundheitszustand und die Chemikalien-Sensitivität durch Ignorieren und gezielt forciertes Unterdrücken nachhaltig verschlechtert?
  10. Wie ist es Euch ergangen nach dem gezielten Ignorieren und Unterdrücken von körperlichen Reaktionen auf Chemikalien, auf die sich Euer Körper sonst mit schweren Reaktionen zur Wehr setzte?
  11. Würdet Ihr weitere Experimente wagen, um Euren Körper zu „überlisten“ und die MCS „auszuschalten“?
  12. Oder kommen für Euch Manipulationstechniken, die darauf abzielen, Euren Körper „auszutricksen“, als MCS-Therapie nicht in Frage?

Diagnostik: einfach, schnell und präzise

Wissenschaftler und Ärzte diagnostizieren Chemikaliensensitivität

Mit der Diagnostik von Chemikaliensensitivität, meist kurz MCS genannt, haben viele Ärzte ihre Schwierigkeiten. Es fehlt an konkretem Wissen über die Erkrankung, die Betroffene auf geringste Spuren von Alltagschemikalien reagieren lässt. Eine amerikanische Professorin entwickelte vor über 10 Jahren ein spezielles Diagnoseinstrument, das sich bewährt hat und in der Wissenschaft Anklang fand. (1) Es handelt sich um eine Art Fragebogen mit vier Skalen, der wie eine Drehscheibe aufgebaut ist und mit dem der Arzt den Patienten mittels Befragung nach Umwelteinflüssen und Symptomatik einordnen kann. Dieser spezielle Fragebogen ist durch wissenschaftliche Studien validiert, die in verschiedenen Ländern an Universitäten durchgeführt wurden. Das Besondere am QEESI ist die sehr einfache Handhabung und dass die Auswertung zuverlässig ist. Gleichzeitig ist das Diagnoseinstrument bei 5€ für 10 Stück äußerst preisgünstig. Auf Englisch kann man der Original QEESI auf der Webseite von Prof. Miller sogar kostenlos downloaden. Ein deutscher Arzt bietet eine modifizierte QEESI Version zum downloaden (pdf) an. Aktuell wurde die Zuverlässigkeit durch eine dänische Studie erneut bestätigt. (2)

QEESI, ein geeignetes Diagnoseinstrument

Wissenschaftler aus verschiedenen Kliniken und Forschungseinrichtungen führten eine Studie durch um festzustellen, ob der QEESI Fragebogen auch ein für die dänische Bevölkerung geeignetes Diagnoseinstrument ist, um Chemikaliensensitivität (MCS) zu diagnostizieren. Das Ergebnis der Studie war positiv, der QEESI bewies hohe Zuverlässigkeit und Genauigkeit, um chemikaliensensible Menschen zu identifizieren.

MCS Diagnostik mittels QEESI

Der QEESI Fragebogen (Quick Environmental Exposure and Sensitivity Inventory) wurde von der amerikanischen Wissenschaftlerin Prof. Claudia Miller entwickelt. Das Diagnoseinstrument wird seit Jahren weltweit von Wissenschaftlern und niedergelassenen Ärzten benutzt, um festzustellen, ob umweltbedingte Faktoren Symptome bei einem Patienten auslösen. (1-10)

Japanische, schwedische, spanische, kanadische und amerikanische Wissenschaftler setzten den Fragebogen wegen seiner hohen Zuverlässigkeit und Genauigkeit immer wieder bei ihren Studien ein, um chemikaliensensible Patienten in Studienkollektiven zu identifizieren. Um den QEESI zur Befragung der dänischen Bevölkerung nutzen zu können, wurde er ins Dänische übersetzt.

Fast zehn Prozent der dänischen Bevölkerung ist chemikaliensensibel

Die dänische Studie bestand aus zwei Gruppen von Probanden. Die eine Gruppe umfasste 2000 Personen aus der Allgemeinbevölkerung, die stichprobenartig über das Einwohnermeldewesen ausgewählt wurden. Die zweite Probandengruppe bestand aus 315 Patienten mit bereits diagnostizierter Chemikaliensensitivität.

Die Wissenschaftler aus verschiedenen dänischen Kliniken und Forschungseinrichtungen waren zufrieden über das endgültige Resultat. Die dänische Übersetzung des QEESI zeigte insgesamt gute Zuverlässigkeit und Gültigkeit beim Endergebnis. Sie stellten bei einer Sensitivität der Skalen von 92,1% und einer Spezifität von 91,8% fest, dass 8,2% der Personen, die aus der Allgemeinbevölkerung stammten, eine Chemikaliensensitivität fest. Aufgrund der Zuverlässigkeit des QEESI empfehlen die dänischen Wissenschaftler das durch eine repräsentative Anzahl von Studien aus verschiedenen anderen Ländern validierte Diagnoseinstrument für weitere zukünftige Studien.

Informationen für niedergelassene Ärzte

Der QEESI Fragebogen ist ein einfaches, von jedem Arzt leicht zu handhabendes Diagnoseinstrument. In den vergangenen Jahren wurde der QEESI in verschiedene Sprachen übersetzt und ist auch in deutscher Sprache verfügbar.

Durch eine flächendeckende Vorstellung des QEESI in medizinischen Fachzeitschriften und bei Fortbildungsmaßnahmen könnte niedergelassenen Ärzten ein kostengünstiges und zuverlässiges Diagnoseinstrument zur Feststellung von Chemikaliensensitivität in die Hand gegeben werden. Zusammen mit den ebenfalls durch zahlreiche internationale Studien validierten Fallkriterien für MCS würde es niedergelassenen Medizinern ermöglicht, sich bei einem Patienten mit Verdacht auf Chemikaliensensitivität eine erste Bestätigung zu verschaffen, um gegebenenfalls umfassendere Diagnostik und patientenspezifische Behandlung zu veranlassen. 

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 25. April 2012

Literatur:

  1. Miller, C.S., Prihoda, T.J.,The Environmental Exposure and Sensitivity Inventory (EESI): a standardized approach for measuring chemical intolerances for research and clinical applications. Toxicol. Ind. Health 15,370–385, 1999.
  2. Skovbjerg S, Berg ND, Elberling J, Christensen KB., Evaluation of the quick environmental exposure and sensitivity inventory in a danish population, J Environ Public Health. 2012;2012:304314. Epub 2012 Jan 12.
  3. Fujimori S, Hiura M, Yi CX, Xi L, Katoh T., Department of Public Health, Faculty of Life Sciences, Kumamoto University, Factors in genetic susceptibility in a chemical sensitive population using QEESI, Environ Health Prev Med. 2011 Dec 29.
  4. Hojo S, Ishikawa S, Kumano H, Miyata M, Sakabe K., Clinical characteristics of physician-diagnosed patients with multiple chemical sensitivity in Japan, Int J Hyg Environ Health. 2007 Dec 20.
  5. Fernandez-Sola J, Liuis Padierna M, Nogue Xarau S, Munne Mas P., Chronic Fatigue Syndrome and Multiple Chemical Hypersensitivity after Insecticide Exposure, Medicina Clinica, 124(12):451-3, April, 2005.
  6. Nogué S, Fernández-Solá J, Rovira E, Montori E, Fernández-Huerta JM, Munné P., Multiple Chemical Sensitivity: study of 52 cases, Med Clin (Barc). 2007 Jun 16; 129(3):96-8.
  7. Nordin S, Andersson L., Evaluation of a Swedish version of the Quick Environmental Exposure and Sensitivity Inventory, Int Arch Occup Environ Health. 2010 Jan;83(1):95-104. Epub 2009 May 26.
  8. Hasegawa M, Ohtomo M, Mizuki M, Akiyama K., Diagnosis of multiple chemical sensitivity by chemical compounds exposure tests, Arerugi. 2009 Feb;58(2):112-8.
  9. Manabe R, Kunugita N, Katoh T, Kuroda Y, Akiyama Y, Yamano Y, Uchiyama I, Arashidani K., Questionnaire survey of workers in specific buildings regarding multiple chemical sensitivity,Nihon Eiseigaku Zasshi. 2008 Jul;63(4):717-23.
  10. Hojo S, Kumano H, Yoshino H, Kakuta K, Ishikawa S., Application of Quick Environment Exposure Sensitivity Inventory (QEESI) for Japanese population: study of reliability and validity of the questionnaire, Toxicol Ind Health. 2003 Jul;19(2-6):41-9.

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Umweltkranke brauchen sauberes Wasser

Wasserfilter und Duschfilter für MCS Kranke Teil der Therapie

Für Menschen mit Chemikaliensensitivität oder MCS ist sauberes Wasser zum Trinken und Duschen enorm wichtig. Trinkwasser ist in der Regel kontaminiert mit Spuren von Pestiziden, Herbiziden, PAK, Chlor, Aluminium, Kupfer, Nitrat, Asbest, Blei, Medikamentenrückständen, Industriechemikalien, Krankheitserreger, usw. Um den Gesundheitszustand zu stabilisieren oder zu verbessern, raten Umweltmediziner Chemikaliensensiblen gutes, schadstoffreies Wasser zu Trinken zu finden. Wasser in Glasflaschen ist zu einer Seltenheit geworden und für geschwächte Patienten ist es schwierig, die schweren Kisten nach Hause zu transportieren. Wasser in Flaschen ist teuer und die MCS Kranken, die von sehr wenig leben müssen, können es sich nicht leisten. Trinkwasser aus der Leitung zu trinken, führt für die meisten Chemikaliensensiblen zu gesundheitlichen Reaktionen. Grund dafür ist die Kontaminierung des Wassers durch Umweltschadstoffe und Eintrag von Chemikalien und Metallen durch die Rohrsysteme.

Rund 80% der Chemikaliensensiblen reagieren auf Wasser, diese Aussage stammt von Prof. William Rea, einem der erfahrensten Umweltmediziner weltweit. Rea schreibt, dass Sicherstellen eines guten Trinkwassers, frei von Chemikalien und in manchen Fällen zusätzlich mit geringem Mineralgehalt, für Chemikaliensensible unerlässlich ist und sogar der Behandlungserfolg in einer Umweltklinik stehe und falle mit dem Finden eines geeigneten, sauberen Wassers für den chemikaliensensiblen Patienten. (William J. Rea, Chemical Sensitivity, Vol.2, 1994; Chemical Sensitivity, Vol. IV, 1996)

Fallbeispiel Marion:

Vorweg möchte ich erwähnen, dass ich am Anfang meiner MCS nicht wusste, was ich habe und ich konnte mir auf viele körperliche Beschwerden, die plötzlich auftraten, keinen Reim machen. Durch Trinken von Wasser aus der Leitung ging mir der Hals zu, und ich bekam in kürzester Zeit Magenschmerzen und Durchfall. Dann wurde mir eiskalt und rasende Kopfschmerzen stellten sich ein. Als ich dahinter kam, dass es vom Wasser ist, besorgten meine Eltern Wasser in Glasflaschen. Volvic und Vittel vertrug ich eine Weile recht gut, dann bekam ich auch davon Symptome. Wir suchten nach weiteren Wassersorten in Glasflaschen, welches aus Regionen stammte, die als relativ sauber gelten. 60 km hin und zurück fuhren meine Eltern oder Freunde dafür. Das ging ins Geld und wurde immer schwieriger. Wir schafften dann einen guten Wasserfilter mit mehrstufiger Filterung an. Problem I war gelöst.

Ein weiteres Problem konnte ich lange Zeit nicht richtig einordnen. Erst als ich in einer Umweltklinik auf Chemikalien getestet wurde, um zu sehen, ob ich chemikaliensensibel bin, kam es raus, was los war. Jeden Morgen ging es mir nach dem Duschen schlecht. Ich kürzte das Duschen ab, doch es nutzte nur wenig. Ich kam kaum noch aus der Dusche raus und musste mich sofort am Waschbecken festhalten und hinsetzen. Föhnen schaffte ich kaum noch und nur im Sitzen. Oft legte ich mich anschließend wieder ins Bett, weil ich komplett fertig war. Ich dachte zuerst, es sei der Kreislauf, aber der Blutdruck war unauffällig. In der Umweltklinik stellte sich dann heraus, dass ich extrem auf Chlor reagiere. Der Umweltarzt fragte mich beim Durschauen der Testergebnisse, wie es mir denn morgens nach dem Duschen ginge. Mir fiel es im wahrsten Sinne des Wortes wie Schuppen von den Augen. Der Umweltarzt attestierte mir die Notwendigkeit eines Wasserfilters und eines Duschfilters. Wir kauften sofort einen Duschfilter und meine Beschwerden morgens im Bad waren verschwunden. Ich hatte Glück, meine Krankenkasse zahlte damals beides und auch die Ersatzkartusche. Andere mit MCS, die ich kenne, bekamen diese Hilfe nicht, obwohl sie schwer allergisch auf ihr Wasser reagierten.

 

Thommy’s Blogfrage der Woche

  1. Reagiert Ihr mit gesundheitlichen Beschwerden auf ungefiltertes Trinkwasser? Welche Symptome bekommt Ihr beim Trinken, Duschen oder Baden von normalem Wasser aus der Leitung?
  2. Habt Ihr einen Wasserfilter, oder kommt Ihr ohne Wasserfilter und Duschfilter aus?
  3. Oder kauft Ihr Wasser in Flaschen? Wie hoch sind die monatlichen Kosten für Euch?
  4. Müsst Ihr aus Kostengründen, trotz gesundheitlicher Reaktion, ungefiltertes Leitungswasser trinken? Welche Reaktionen stellen sich dadurch ein?
  5. Habt ihr schon mal Erfahrungen mit Wasserfiltern oder Wasseraufbereitung gemacht?
  6. Könnt Ihr Euch einen Wasserfilter und einen Duschfilter leisten, oder seid Ihr auf Unterstützung durch die Krankenkasse oder Behörden angewiesen?
  7. Versprecht Ihr Euch Verbesserung durch einen Wasserfilter, bzw. konntet Ihr gesundheitlich Verbesserungen durch einen Wasserfilter, Duschfilter feststellen?
  8. Welche Art Filter habt Ihr? Wie hoch sind die Anschaffungs- und Wartungskosten?
  9. Hat ein Umweltarzt bei Euch Allergie oder Sensibilisierung auf Wasser bestätigt?
  10. Hat Euch ein Arzt, Umweltarzt einen Wasserfilter, Duschfilter empfohlen, bzw. die Notwendigkeit wegen Eurer MCS attestiert?
  11. Habt Ihr bei der Anschaffung, Wartung eines Wasserfilters oder Duschfilters Unterstützung von der Krankenkasse oder einer Behörde erhalten?

Ministerium informiert über MCS – Multiple Chemikalien Sensitivität

Informationen über MCS für Ärzte, Familie und soziales Umfeld

Durch den zunehmenden Einsatz von Chemikalien in unserem Alltag, steigt auch die Anzahl der Menschen in der Allgemeinbevölkerung an, die Chemikaliensensitivität (MCS) entwickeln. Das Negieren der Existenz der Menschen, die an MCS leiden, hatte bislang nur weiteres Elend zur Folge. Das Ministerium für Gesundheit in Massachusetts beschreitet einen konstruktiveren Weg und hat zur Aufklärung über Multiple Chemikalien Sensitivität eine Broschüre verfasst. Auf sachliche Weise erhalten Interessierte und Mediziner Basisinformationen über MCS.

Übersetzung der Broschüre: What you should know about Multiple Chemical Sensitivity

Was Sie über Multiple Chemikalien Sensitivität wissen sollten

Büro für Umwelt und Gesundheit

des Ministeriums für öffentliche Gesundheit Massachusetts

Was ist Multiple Chemical Sensitivity?

Multiple Chemical Sensitivity (MCS) wird als Begriff verwendet, um eine Gruppe von Erkrankungen zu beschreiben, die manche Menschen entwickeln, nachdem sie bestimmten Chemikalien ausgesetzt waren. Die Vielzahl der Symptome, die ein Erkrankter erfährt, hängt von der Art und Intensität der Exposition gegenüber Chemikalien ab.

Die Symptome können von leichten Beschwerden, wie z. B. Kopfschmerzen, bis zu schwerwiegenderen Reaktionen wie eine Asthmaattacke reichen.

Obwohl einige Lebensmittel, Schimmelpilz und natürliche Allergene mit der Entwicklung von MCS in der Verbindung gebracht werden, steht Chemikalienexposition in Verdacht, die häufigste Ursache für die Erkrankung zu sein.

Eine der bemerkenswerten Eigenschaften von MCS ist, dass die Empfindlichkeit gegenüber Chemikalien sogar bei einer Chemikalienkonzentration eintritt, die im Allgemeinen für die Durchschnittsperson als sicher befunden wird.

Woher weiß ich, ob ich MCS habe?

Kontakt gegenüber einer Vielzahl von Substanzen kann bei einer Anzahl von Menschen in der Allgemeinbevölkerung Symptome auslösen. Solche Reaktionen bedeuten jedoch nicht zwangsläufig, dass man MCS hat. Menschen, die an MCS leiden, erfahren eine Vielzahl von schweren, gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Häufig auftretende Symptome umfassen, sind aber nicht beschränkt auf:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit oder allgemeines Unwohlsein
  • Benebelt oder desorientiert
  • Konzentrationsprobleme
  • Störungen des Kurzzeitgedächtnisses
  • Schwindel
  • Ohnmachtsanfälle
  • Grippe-ähnliche Symptome
  • Asthma oder andere Probleme mit der Atmung
  • Muskel-und Gelenkschmerzen, Körperschwäche
  • Herzrhythmusstörungen oder zu schneller Herzschlag
  • erhöhte Geruchsempfindlichkeit
  • Hautausschläge
  • Magen-Darm- Probleme
  • Depression / Gereiztheit
  • Atembeschwerden

Es ist nicht normal, diese Art Symptome regelmäßig zu erleben. Wenn Sie regelmäßig unter diesen gesundheitlichen Problemen leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen; vielleicht möchten Sie um eine Überweisung an einen Arzt bitten, der spezialisiert ist auf Arbeits- und / oder Umweltmedizin.

Wer bekommt MCS?

Obwohl Menschen aus allen Altersgruppen, Rassen und ökonomischen Hintergrund MCS entwickeln können, gehören Personengruppen in nachfolgenden Situationen zu denen, die als am stärksten gefährdet sind, MCS zu entwickeln:

  • Arbeit in Berufen, in denen man Industriechemikalien ausgesetzt sind
  • Arbeit in Gebäuden mit schwerwiegenden Raumluftproblemen
  • Kontakt mit gefährlichen Abfällen, Pestiziden und anderen Umweltgiften
  • Kontakt mit Chemikalien bei einem Umbau, Zuhause oder im Büro

Was sind die Ursachen für MCS?

Obwohl die Beteiligung vieler Chemikalien, sowie bestimmte Nahrungsmittel, Schimmelpilze und natürliche Allergene mit der Entstehung von MCS in Verbindung gebracht wurden, konnte bislang kein allgemein anerkannter Mechanismus gefunden werden, der die Ursache für das Entstehen erklärt. Eine Person kann MCS nach einer erheblichen Chemikalienexposition entwickeln oder nach mehreren Expositionen im Niedrigdosisbereich gegenüber Stoffen wie Pestizide, Lösungsmittel oder Reinigungslösungen. Als Erklärung wurde vorgeschlagen, dass dieses Initialisierungs- oder „Induktionsstadium“ von einer Triggerung von Symptomen gefolgt wird, die durch im Alltag vorkommende Konzentrationen von Chemikalien und bestimmten Nahrungsmittel ausgelöst wird, die vorher toleriert wurden.

Es gibt viele Diagnosemöglichkeiten, die ein Arzt verwenden kann, um festzustellen, ob eine Person an MCS leidet.

Wie wird MCS diagnostiziert?

Ärzte diagnostizieren MCS normalerweise, indem sie eine Anamnese erstellen, eine körperliche Untersuchung durchführen und nachforschen, ob Symptome einer Person in Reaktion auf Chemikalienexposition kommen und gehen. Um festzustellen, ob die Symptome einer betroffenen Person das Resultat von Chemikalieneinwirkung auf der Arbeit oder zu Hause sind, wird ein Spezialist für Umwelt- oder Arbeitsmedizin gezielte Fragen stellen, um festzustellen, ob die Symptome auf der Arbeit häufiger als Zuhause auftreten.

Kann jeder Arzt MCS diagnostizieren und behandeln?

Während viele Gesundheitsdienstleister Patienten mit dieser Art von MCS Symptomen zu Gesicht bekommen, sind im Allgemeinen Ärzte aus dem Bereich Arbeitsschutz / Umweltmedizin, am Besten in der Lage Personen, mit MCS zu erkennen und zu behandeln.

Wenn Sie vermuten, dass Sie an MCS leiden, Sie können diese Broschüre oder andere damit in Zusammenhang stehende Informationen mitnehmen, wenn Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Was kann jemand mit MCS tun, um symptomatische Reaktionen zu verringern?

Menschen mit MCS berichten, dass die Vermeidung von Expositionen gegenüber Chemikalien, Lebensmitteln und Medikamenten, die Symptome auslösen, ein wichtiger erster Schritt ist. Weil von Schadstoffen in geschlossenen Räumen (z.B. Haus) angenommen wird, dass sie eine Hauptursachenquelle sind für die Initiierung und das Auslösen von Expositionen, ist es wichtig, eine optimale Raumluftqualität aufrecht zu erhalten. Darüber hinaus wird über eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten einschließlich Nahrungsergänzung und andere Therapien berichtet, dass sie hilfreich sein können. Behandlungsoptionen sollten mit einem Arzt besprochen werden, der über MCS gut informiert ist, um zu entscheiden, welche geeignet ist.

Vielleicht möchten Sie diese Broschüre mitnehmen, wenn Sie einen Dienstleister aus dem Gesundheitswesen konsultieren.

Für weitere Informationen über MCS kontaktieren Sie bitte:

Massachusetts Department of Public Health

Bureau of Environmental Health

Environmental Health Education Program

250 Washington Street

Boston, MA 02108

oder die

Massachusetts Association for the Chemically Injured

Post Office Box 754

Andover, MA 01810

Autor/Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 18. April 2012

Literatur:

Massachusetts Department of Public Health, Bureau of Environmental Health, MCS brochure – What is Multiple Chemical Sensitivity? April, 2012

Weitere Informationen zum Thema:

Überempfindlichkeitsreaktionen erschweren Krebstherapie

Chemotherapeutika auch für Klinik- und Pflegepersonal problematisch

Für Krebspatienten können Überempfindlichkeitsreaktionen auf Chemotherapeutika ab einem gewissen Schweregrad der Symptomatik den Abbruch der Therapie bedeuten. Nicht nur für den Patienten, sondern auch für alle anderen Personen, die mit Chemotherapeutika in Kontakt kommen, besteht die Gefahr von Überempfindlichkeitsreaktionen auf diese Chemikalien. Besonders, wenn sie wiederholt damit in Kontakt kommen. Diese Chemikaliensensitivität und die toxische Wirkung der Chemotherapeutika verursachen Arbeitszeit- und Personalausfall, sowie erhebliche Kosten im Gesundheitssystem, als auch in medizinischen Versorgungseinrichtungen.

Überempfindlichkeitsreaktionen bei Patienten und Kontaktpersonen

Fast alle Chemotherapeutika haben das Potenzial, Überempfindlichkeitsreaktionen zu verursachen. Von dieser Problematik sind Patienten betroffen, aber auch Klinikpersonal und Personen, die im Bereich der Herstellung oder Verabreichung von Chemotherapeutika arbeiten. Reaktionen bei Familienangehörigen, Pflegepersonal und Kontaktpersonen werden berichtet.

Der Kontakt kann durch Einatmen und/oder über die Haut zustande kommen:

Hautkontakt

  • Kontakt mit den Ampullenoberflächen, Packmaterialien
  • Umgang mit Körperflüssigkeiten von Patienten
  • Verschüttungen
  • Priming von Infusionssets

Aerosolkontakt

  • bei der Zubereitung, Verabreichung von Arzneimitteln

Chemotherapeutika unterschiedlich problematisch

Nicht alle Chemotherapeutika sind gleichermaßen problematisch. Einige Gruppen von Chemotherapeutika sind mit einem erhöhten Risiko verbunden, Überempfindlichkeitsreaktionen darauf zu entwickeln.

Dazu gehören:

  • Platin-Verbindungen
  • Taxanen
  • Asparaginase
  • monoklonale Antikörper
  • Epipodophyllotoxine

Unterschiedliche Reaktionen

Reaktionen auf die Medikamente sind nicht vorhersehbar und unterschiedlich in der Ausprägung. Die sich entwickelnden Symptome betreffen u.a. die Haut, die Lunge, das Herz und Magen-Darm-Trakt. Bekannte Nebenwirkungen sind u. a. Übelkeit, Erbrechen, Erschöpfung, Müdigkeit, Durchfall, Verstopfung, Hautausschläge, Atembeschwerden, Fieber, Entzündungen in Mund und Hals, Haarausfall und Kopfschmerzen.

Der Mechanismus, mit der die Entwicklung der unterschiedlichen Symptome auf Chemotherapeutika verknüpft ist, wird noch nicht vollständig verstanden. Die Diagnose dieser Chemikaliensensitivität bei den Patienten basiert auf Anzeichen, Symptome und Hauttests. Manche Patienten berichten über eine Ausweitung der Problematik und dass sie plötzlich auch auf Alltagschemikalien reagieren, sie bekommen Symptome durch Parfüm und Duftstoffe, Putzmittel, Zigarettenrauch, Geruch von Farben und Lacken, etc. Im Normalfall verschwinden die Beschwerden nach Beendigung der Therapie, bzw. nach Absetzung des Medikaments, völlig. Bei manchen Patienten bleibt eine Hypersensitivität auf Chemikalien jedoch bestehen.

Beschwerden in Kauf nehmen oder Behandlung absetzen?

Das Management von Krebspatienten, die an einer Überempfindlichkeit auf ein Chemotherapeutikum leiden, variiert mit der Schwere der Reaktion, der Notwendigkeit die Behandlung fortzusetzen und der Verfügbarkeit von alternativen Therapien. Angehörige, die Krebspatienten pflegen oder mit ihnen in einem Haushalt leben, stehen vor einem Dilemma.

Gitta C. berichtet:

Mein Mann wurde von den Ärzten als lebendes Chemiewunder bezeichnet. Er hatte Non Hodgkin und bekam Chemotherapie. Sein Arzt in der Klinik meinte scherzhaft, er bestünde nahezu nur noch aus Chemie.

Mein Mann vertrug die Medikamente recht gut und hat nur sehr geringe Begleitsymptomatik, ich dafür umso mehr. Wenn ich ihn ins Krankenhaus besuchen ging, wurde es mir schlecht, und ich bekam rasende Kopfschmerzen. Noch schlimmer wurde es, wenn er zwischen Krankenhausaufenthalten daheim war. Er dünstete die Chemikalien aus, sie standen richtig im Raum. Ich hatte Schwindel, erbrach mich, hatte Durchfall und wusste oft nicht ein noch aus vor Kopfschmerzen.

Statt im gemeinsamen Schlafzimmer schlief ich im Wohnzimmer auf der Couch. Als ich ihn später intensiv pflegen und dabei anfassen musste, bekam ich Ausschlag an den Händen und Atembeschwerden. Nachdem mein Mann seinem Leiden erlag, musste ich das Schlafzimmer renovieren lassen. Die Betten, das Bettzeug und die Matratzen wurden entsorgt. Alles hatte den intensiven Geruch angenommen und verströmte weiterhin diese Chemikalien, auf die ich reagierte.

Zunehmendes Problem, Suche nach Lösungen

Wissenschaftler aus Spanien haben die medizinische Fachliteratur der letzten 10 Jahre durchsucht, um Informationen und eine Übersicht zu Überempfindlichkeitsreaktionen auf Chemotherapeutika zu gewinnen. Sie kamen nach Auswertung der Daten zu dem Schluss, dass durch die progressive Zunahme der Verwendung von Chemotherapeutika ein häufigeres Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen zu erwarten ist. Desensibilisierungstherapien sind ihrer Auffassung nach eine ernstzunehmende Alternative, die es ermöglicht, dass Patienten ihre Therapie fortführen können. Die Wissenschaftler geben jedoch zu bedenken, dass Vorteile und Risiken abgewogen werden müssen.

Für betroffenes Klinik- und Pflegepersonal, Angehörige von Chemotherapie-Patienten, die an Überempfindlichkeitsreaktionen leiden, ist Desensibilisierung keine Alternative. Hersteller von Chemotherapeutika und speziellem Infusionsbestecken arbeiten daran, sicherere Systeme zu entwickeln. Für medizinisches Personal wird jedoch auch zukünftig ab einem gewissen Schweregrad der Sensibilisierung und Reaktionen nur Wechsel des Arbeitsbereiches, Aufgabe des Arbeitsplatzes, bzw. Abstand zu Personen, die in Behandlung sind, übrig bleiben.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 11. April 2012

Literatur:

Cortijo-Cascajares S, Jiménez-Cerezo MJ, Herreros de Tejada, A. Review of hypersensitivity reactions to antineoplastic agents, Farm Hosp. 2012 Apr 4.

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Verantwortliche aus Politik und Wissenschaft erfüllen längst überfällige Forderung

Chemikaliensensitivität soll besser erforscht werden

Wissenschaftler, Fachleute aus dem Gesundheitswesens und vor allem Menschen mit Chemikalien-Sensitivität haben einen Sieg erzielt, der Jahre brauchte, um ihn zu gewinnen.

In wenigen Worten: hochrangige Politiker sagen jetzt, dass Chemikalienintoleranz / Chemikalien-Sensitivität ernsthafte Untersuchung braucht.

Die kürzlich abgeschlossene „National Conversation (Nationales Gespräch) über öffentliche Gesundheit und Chemikalienbelastung“, das von mehreren Regierungs- behörden gesponsert wurde, gab im Oktober 2011 ein detailliertes Statement ab, das die zweijährige Beratung unter Hunderten von Experten zusammenfasste. Das Statement, in Kürze gesagt, fordert intensivierte Arbeit, um Chemikalien und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit zu verstehen.

Ich denke, dieses Statement wird die Gesundheitspolitik beeinflussen, neue Forschungen und klinische Untersuchungen voranzutreiben. Fortschritte in der Wissenschaft, Diagnostik und Behandlung von chemikalieninduzierten Krankheiten waren quälend langsam. Ich freue mich deshalb, diese neue Entwicklung zu sehen.

Die „National Conversation“, in ihrer abschließenden Erklärung, forderte verstärkte Untersuchung von:

  • Gesundheitlichen Auswirkungen von Chemikalien, einschließlich Niedrigdosis-, Mehrfach-und kumulierten Expositionen
  • Individuelle Suszeptibilität (Empfindlichkeit), darunter das Zusammenspiel zwischen Genen und Umwelt
  • Vulnerabilität der Gesellschaft und unverhältnismäßige Auswirkungen vergangener Expositionen
  • Effektivität von Interventionen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung

Für mich war eine der wichtigsten Empfehlungen in diesem Statement diejenige, die sich für Humanstudien in Forschungseinheiten aussprach, die kontrollierte Umwelt- bedingungen aufweisen. Sie besagte: „Studien zu Variationen der Suszeptibilität, wie sie sich durch Chemikalien-Sensitivität / Intoleranz äußert, einschließlich klinischer Studien in für diesen Zweck geeigneten Einrichtungen werden benötigt.“

Diese Empfehlung für Forschungseinrichtungen tauchte erstmalig in einem Bericht des Bundesstaates New Jersey auf, für den ich im Jahr 1989 als Co-Autorin zusammen mit Nicholas A. Ashford, Ph.D., JD, Professor am Massachusetts Institute of Technology, beauftragt worden war, sowie in den nachfolgenden Auflagen unseres Buches Chemical Exposures: Low Levels und High Stakes.

Hier ist ein Auszug aus den Empfehlungen des Statements der „National Conversation“, Kapitel 3: Erreichen eines umfassenderes wissenschaftliches Verständnis über Chemikalien und deren Auswirkungen auf die Gesundheit“:

„Empfehlung 3.5: Verbesserung des Verständnisses individueller Suszeptibilität gegenüber Chemikalienexpositionen.“

„Diejenigen, die anstreben, die Öffentlichkeit vor schädlichen Auswirkungen von Chemikalien zu schützen, brauchen ein besseres Verständnis hinsichtlich der Unterschiede in der individuellen Empfindlichkeit, um in der Prävention und bei Bemühungen um medizinische Behandlung helfen zu können, Prioritäten zu setzen. Einige Personen in bestimmten Bevölkerungsgruppen (z.B. sich entwickelnde Föten, Kinder, Schwangere, ältere Menschen, Behinderte, Personen mit chronischen Krankheiten, Personen mit früherer, erhöhter Empfindlichkeit gegenüber Chemikalien) weisen eine einzigartige Suszeptibilität gegenüber Chemikalienexpositionen auf. Ein Teil dieser Variabilität in der Empfindlichkeit kann im Zusammenhang mit genetischen Abweichungen stehen, erworbenen epigenetischen Veränderungen, Auswirkungen auf die Gesundheit aus früheren Expositionen oder durch Stressoren, die nicht mit Chemikalien in Zusammenhang stehen. Um das Verständnis hinsichtlich dieser Abweichungen zu verbessern, sollten fördernde Behörden weiterhin die Erforschung hinsichtlich der Mechanismen von Abweichungen und der jeweiligen individuellen Empfindlichkeit unterstützen und sich mit der Rolle solcher Schwankungen bei der beobachteten Belastung bei umweltbedingten Krankheiten beschäftigen. Studien von Suszeptibilitätsvarianten, wie sie durch Chemikalien-Sensitivität / Chemikalienintoleranz manifestiert sind, einschließlich klinischer Studien, die in für diesen Zweck geeigneten Einrichtungen durchgeführt werden, sind erforderlich. Bevölkerungsbasierte Studien von exponierten Gruppen können zusätzliche Erkenntnisse liefern.“

„Ferner sollte die Bundesregierung eine bestehende Arbeitsgruppe unterstützen oder eine interdisziplinäre Gruppe berufen, die aus Wissenschaftlern und Klinikern aus Bundesbehörden, NGOs / öffentliche Interessengruppen, Industrie, akademischen Institutionen und Vertretern betroffener Patientengruppen besteht, um eine Forschungsagenda zu Chemical Sensitivity / Chemikalienintoleranz zu erstellen.“

Das „Nationale Gespräch“ war ein zwei Jahre lang dauernder gemeinschaftlicher Prozess, der im Juni 2011 eine Aktionsagenda mit neuen Wegen hervorbrachte, um die Öffentlichkeit vor schädlichen Chemikalienexpositionen zu schützen. Im Oktober 2011 gab die Leitung ihre abschließenden Empfehlungen bei einer Sitzung zur Umsetzungsstrategie in Washington DC, die von der American Public Health Association (APHA) veranstaltet wurde.

Ich hatte den Vorsitz in der Untergruppe für individuelle Suszeptibilität bei dieser „National Conversation“ und arbeitete als Mitglied in der größeren Arbeitsgruppe für wissenschaftliches Verständnis, eine von sechs Arbeitsgruppen, die gebildet worden waren, um die verschiedenen Aspekte der Exposition gegenüber den zahlreichen chemischen Stoffen zu erfassen. Die Arbeitsgruppe gab einen Volltext des Aktionsprogramms heraus.

Die Centers for Disease Control and Prevention und die Agentur für Toxic Substances and Disease Registry unterstützen die „National Conversation“ als Teil ihrer Aufgabe, die öffentliche Gesundheit zu fördern. Dutzende von staatlichen Behörden, Non-Profit- und Industrie-Experten und Tausende von Mitgliedern aus der Öffentlichkeit wurden an der Erarbeitung der Empfehlungen beteiligt.

Autor:

Prof. Dr. Claudia S. Miller, M.D., of the University of Texas School of Medicine

Der Artikel wurde im Original erstmalig am 17. Februar 2012 auf der Webseite von Prof. C.S. Miller publiziert: Leaders Issue a Long Overdue Call for Research into Chemical Intolerance

Herzlichen Dank an Prof. Miller für die freundliche Genehmigung diesen Artikel übersetzen und auf CSN veröffentlichen zu dürfen.

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivty Network

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Frau starb beim Zahnarzt durch Mundspülung

Für Patientin mit Allergie kam jede Hilfe zu spät

In England erlitt eine junge Frau eine tödliche Reaktion auf dem Behandlungsstuhl beim Zahnarzt, nachdem sie ihren Mund ausgespült hatte. Von Rettungskräften eingeleitete Notfallmaßnahmen waren erfolglos. Ursache der lebensgefährlichen Reaktion war eine Mundspülung mit der Chemikalie „Chlorhexidinel“ (in Deutschland Chlorhexidin) gewesen, berichtete der Nachrichtenservice MSN. Zahnärzte und Zahnkliniken sind gesetzlich verpflichtet, das Wasser zum Ausspülen des Mundes und zum Betreiben der wassergekühlten Bohrer keimfrei zu halten. Liegen bei einem Zahnarztpatienten schwere Allergien, Chemikaliensensitivität oder eine MCS vor, sollte er im eigenen Interesse den Arzt und die Zahnarzthelferinnen vorab darüber informieren.

Schockreaktion durch Chemikalien verkannt

Als die junge englische Frau nach dem Ausspülen des Mundes aus dem Stuhl rutschte und zu Boden fiel, glaubte die Zahnärztin und ihr Personal zuerst an einen epileptischen Anfall. MSN teilte mit, dass die sofort angerufene Notfallzentrale Anweisungen gab, die Atmung stabil zu halten und dafür Sorge zu tragen, dass die Patientin nicht an Erbrochenem ersticke. Innerhalb weniger Minuten seien Rettungskräfte vor Ort gewesen, sie konnten die junge Frau jedoch nicht mehr wiederbeleben. Direkt nach dem Ausspülen sei die Frau blau angelaufen, der Puls setze aus und sie hörte auf zu atmen. Das Personal der Zahnarztpraxis erkannte laut MSN Meldung nicht, dass es sich um einen anaphylaktischen Schock handelte. Man hätte der jungen Frau Adrenalin und Sauerstoff verabreichen müssen und eine Druckmassage des Brustkorbs. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Verstorbene allergisch auf die Chemikalie „Chlorhexidinel“ reagierte. Bereits auf eine Mundspülung für den Hausgebrauch, die sie von einer Zahnklinik Anfang des Jahres wegen einer Entzündung im Mund empfohlen bekam, hatte sie mit Jucken und Hitzegefühl reagiert, wurde durch Nachforschung der Staatsanwaltschaft bekannt.

Hygiene, einer der wichtigsten Aspekte in einer Zahnarztpraxis

Zahnärzte sind gesetzlich dazu verpflichtet, das Wasser zum Ausspülen des Mundes, das nach und während einer Behandlung gereicht wird, bakteriologisch einwandfrei zu halten. In der Regel wird die Keimfreiheit der Behandlungseinheiten und des Mundspülwassers durch Chemikalienzusatz erzielt. Im gesetzlich festgeschriebenen Turnus wird das Wasser in Zahnarztpraxen und Zahnkliniken überprüft. Die Untersuchungen sind teuer und müssen von Zahnarztpraxen und Kliniken selbst bezahlt werden. Ist das Wasser bei einer Prüfung auffällig und überschreitet eine gewisse Keimzahl, bzw. weist gefährliche Keime auf, muss die Kontaminierung sofort restlos beseitigt werden. Würde die Hygiene in einer Zahnarztpraxis laxer gehandhabt, könnte dies schwere gesundheitliche Folgen für die Patienten nach sich ziehen, die auch tödlich enden können. Ausnahmeregelungen, was die Hygiene betrifft, gibt es deshalb nicht.

Trinkwasser ist nicht keimfrei

Keimbelastung im Trinkwasser kann nicht vermieden werden, denn die Wassersysteme in Häusern sind nahezu ausnahmslos durch Keime kontaminiert. Schon das Wasser, das von den Wasserwerken geliefert wird ist, bis es in den Häusern aus der Leitung kommt, mit Keimen kontaminiert. Ein Brutplatz für Keime ist bspw. der Wasserzähler. Wird ein Wasserzähler ausgetauscht, bekommt man meist keinen neuen Zähler, sondern einen, der technisch überholt wurde. Ein solcher Wasserzähleraustausch führt automatisch zu einer Kontamination des gesamten Haussystems. Auch wenn ein neuer Wasserzähler installiert wird, erfolgt ein Eintrag mit Keimen, weil die Installation nicht unter sterilen Bedingungen vorgenommen wird und die Hautkeime des jeweiligen Installateurs sofort zu einer bakteriologischen Besiedlung führen.

MCS Patienten und Allergiker beim Zahnarzt

Zahnarztpatienten mit schweren Allergien, Chemikaliensensitivität oder einer MCS (Multiple Chemical Sensitivity) müssen darauf eingestellt sein, dass sie in einer Zahnarztpraxis nicht nur den gesetzlich vorgeschriebenen Flächen – und Wischdesinfektionsmitteln ausgesetzt sind, sondern das auch das Mundspülwasser und das Wasser zum Kühlen des Bohrers mit einem Bakterizid versetzt ist. Das Mundspülwasser kann nach Rücksprache mit dem Zahnarzt sicherlich meist durch mitgebrachtes Mineralwasser in einer original verschlossenen Flasche ersetzt werden. Der Kontakt mit dem Kühlwasser, das beim Bohren in den Mundraum gelangt, bleibt jedoch.

Zahnarzt ist auf exakte Information angewiesen

Ein Zahnarzt ist, wie jeder andere Arzt, auf die Kooperation seiner Patienten angewiesen. Wenn ein Patient weiß, dass er auf bestimmte Chemikalien oder Allergene reagiert, sollte er dies dem Zahnarzt und den Zahnarzthelferinnen im Vorfeld mitteilen. Liegt ein Allergiepass vor, ist dieser vor Behandlungsbeginn zu übergeben. Es ist sinnvoll, eine Kopie des Allergiepasses für die Patientenakte mitzubringen und durch Mitteilung über Änderungen dafür Sorge zu tragen, dass Vermerke in der Akte immer aktuell sind. Liegen einem Zahnarzt entsprechende Informationen vor, können tödliche Schockreaktionen wie der beschriebene eher vermieden werden.

Ein chemikaliensensibler Patient muss sich darauf einstellen, dass ein Zahnarzt eine Behandlung möglicherweise ablehnen muss, weil das Risiko zu hoch ist, da man, um der gesetzlich vorgeschriebenen Hygieneverordnung nachzukommen, bestimmte Chemikalien in der Praxis verwenden muss. Für Patienten, bei denen Schockreaktionen bekannt sind oder andere schwere Reaktionen, ist es sicherer, sich in einer Zahnklinik behandeln zu lassen, da man dort im Ernstfall über entsprechende Notfallversorgungsmöglichkeiten verfügt.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 18. September 2011

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