Weihnachtsgeschichte: Der Weihnachtsengel hat ein großes Herz

Sternenstaub überall

Die Katze des Nachbarn saß seit Stunden auf der Mauer des Hauses gegenüber. Fast regungslos schaute sie in ein und dieselbe Richtung, ganz als ob sie auf etwas warten würde. Aber auf was bloß? Na ja, vielleicht freute sie sich auch einfach über die warmen Sonnenstrahlen, die uns den ganzen Nachmittag schon verwöhnten. Ich machte mir einen Tee und schaute dem hübschen Tier als Entspannung zu.

Über Nacht war es frostig geworden und als ich an jenem Morgen aufwachte, lag draußen Schnee. Fast jeden Tag war es um 20°C gewesen und jetzt war es über Nacht Winter geworden. Plötzlich drehte die Katze den Kopf nach hinten und schaute wie gebannt auf etwas, was wohl herannahte. Das nächste, was ich erblickte, war silbrig glitzerndes Licht und ein Funkeln. „Ooh, wie schön, wie wunderschön“, murmelte ich vor mich hin und kaum zu Ende gesagt, stand eine helle Gestalt vor meinem Fenster. Ich kann nicht sagen, wer von uns beiden mehr lächelte. Es war mein Freund der Weihnachtsengel, der da draußen stand. Hastig öffnete ich das Fenster und schon umschlossen mich zwei zarte Flügel und Sternenstaub füllte das ganze Büro.

„Endlich wieder hier“, sagte der Weihnachtsengel mit leuchtenden Augen. „Was für eine Freude“, erwiderte ich und umarmte ihn nochmals. Wir ließen uns zusammen auf das Sofa plumpsen, was zur Folge hatte, dass wir mitten in einer Sternenstaubwolke saßen und gleichzeitig husten und kichern mussten. Magst Du einen heißen Adventstee, lieber Weihnachtsengel“, fragte ich ihn. Er konnte nur nicken, so war er noch am Lachen. Als ich aus der Küche kam und den dampfenden Tee vor ihm hinstellte, gab er mir etwas in die Hand. Es war ein gerollter Zettel. „Mach ihn erst auf, wenn ich weg bin, es soll eine Überraschung sein“, sagte der Weihnachtsengel, den Tee dabei schlürfend. „Erzähl, erzähl, erzähl,…wie war es bei Euch das ganze Jahr über, was machen die Leute mit Allergien und die mit Chemikaliensensitivität? Wie geht es ihnen, bekommen sie jetzt mehr Hilfe und Unterstützung?“, fragte er.

„Vielen geht es nicht so gut, besonders schwer haben es die Chemikaliensensiblen “, antwortete ich ehrlich. Der Weihnachtsengel stellte hastig die große Teetasse ab und schaut mich besorgt an. „Bekommen sie Hilfe?“; fragte er mit erschrockener Stimme. „Nein, zumindest nicht in dem Umfang, wie es nötig und angemessen wäre“, erwiderte ich ihm. Der Engel hauchte: „Ich hab es mir fast gedacht.“ Dann berichtete ich ihm von den vielen Bemühungen der umweltkranken Menschen seit seinem letzten Besuch. „Wir haben gemerkt, dass Ihr Euch bemüht bis ans Ende eurer Kräfte, und so kann es tatsächlich nicht weitergehen. Sag mal, wie ist es sonst wo, ich meine in anderen Ländern. Ist es da besser?“

„Ja, in einer ganzen Reihe von Ländern ist es besser. Australien zum Beispiel. Dort haben drei große Provinzen Leitlinien geschaffen, die Krankenhäuser in die Lage versetzen, chemikaliensensible Patienten aufzunehmen und medizinisch zu versorgen. Von etwas über 20 Millionen Australiern sind rund 8 Millionen durch diese MCS Leitlinien abgedeckt, “ berichtete ich.

„Na, das ist eine hervorragende Nachricht. Siehst Du, ein Wandel ist im Begriff sich zu entfalten, “ sagte der Weihnachtsengel. „So einfach ist das nicht, wir bekommen erwidert, das sei in anderen Ländern und damit habe es für Deutschland keine Gültigkeit, “ erläuterte ich. Wusch… machte es und der Engel schlug mit seiner Flügelspitze auf den Tisch. „Papperlapapp, was für ein Blödsinn ist das denn? Die Behörden sollten sich da lieber eine Scheibe vom anderen abschneiden und ihr Wissen bündeln, um den Umweltkranken zu helfen“, sagte der Weihnachtsengel mit scharfer Stimme.

„Das sollten sie“, entgegnete ich traurig, „denn das Elend ist schon zu groß und es macht auch keinen Sinn, die Chemikaliensensiblen zu ignorieren. Es werden dadurch nicht weniger.“ Der Engel blickte mir in die Augen und sagte mit fester, überzeugender Stimme: „Ihr werdet die Gewinner sein, glaub mir. Ihr müsst nur durchhalten und macht weiter mit Eurer Aufklärungsarbeit. Jeder Einzelne von Euch, ganz wie er kann und Kraft hat. Unterstützt Euch gegenseitig beim Verbreiten der Informationen und glaub mir, es gibt viele Menschen da draußen, die großes Verständnis für Euch haben. Eine ganze Menge von ihnen hat selbst auch Probleme mit Allergien oder reagiert auf Chemikalien im Alltag. Erzählt diesen Menschen ruhig, dass es in anderen Ländern Unterstützung gibt für Menschen wie Euch und dass man dort Regelungen, Leitlinien und Gesetze geschaffen hat. Und, vergesst den Unsinn, dass es nichts wert ist, was in anderen Ländern Gutes umgesetzt wird, damit Allergiker und Umweltkranke Teil der Gesellschaft sein können. Sagt denen einfach: „Ja, und die Erde ist eine Scheibe“, mehr nicht, belasst es dabei. Man wird zur Kenntnis nehmen, dass man Euch nicht ignorieren kann. Die Änderungen werden nicht in wenigen Wochen zu schaffen sein, aber in Monaten schon.“ Als der Weihnachtsengel seine Worte beendet hatte, stand er auf und zeigte dabei auf den gerollten Zettel, den er mir anfangs gegeben hatte. „Da steht alles drin, macht es so“, sagte der Engel mit zwinkernden Augen. „Zupf mal“, meinte er dann. „Wie zupf mal? “, fragte ich ihn. „Na, eine Feder aus meinem Flügel. Zupf eine raus.“ „Aber warum das denn?“, fragte ich ihn mit großen Augen. „Noch nie gehört dass die Federn eines Weihnachtsengels Stärke verleihen und alles gelingen lassen?“, entgegnete er und reichte mir eine große Feder aus seinem Flügel.

Noch einmal zeigte der Engel auf den gerollten Zettel, öffnete dabei das Fenster und sagte zum Abschied: „Ihr habt viel mehr Einfluss und Kraft als Ihr glaubt, jeder einzelne von Euch. Hab Selbstvertrauen, seid mutig, und Ihr seid viele. Verzagt nicht.“ Ein frostiger Windstoß kam durch das Fenster herein und löste Sternenstaub aus den Flügeln des Weihnachtsengels. Das ganze Zimmer glitzerte wie Tausende von Diamanten. Ich schaute zuerst auf die lange silberne Feder in meiner Hand und dann auf den gerollten Zettel auf dem Tisch und dachte dabei: „Was immer darin steht, es wird uns eine große Hilfe sein und wir werden es schaffen.”

Autor: Silvia K. Müller, Weihnachten 2012

Produktivität am Arbeitsplatz durch Schadstoffe reduziert

Chemische Reinigungsmittel, Parfüms setzen der Gesundheit von Angestellten zu

Chemische Reinigungsmittel und Parfüms können die Produktivität am Arbeitsplatz reduzieren, stand in der Headline eines Artikels, der am 26. September 2012 in einer türkischen Tageszeitung stand. Reaktionen auf solche Substanzen würden die türkische Konjunktur schädigen und man forderte dazu auf, in Büros umweltfreundliche Reinigungsmittel ohne Duftstoffe zu verwenden und Parfümverbote auszusprechen. Prof. Dr. Yonca Tabak, eine Spezialistin für Allergien, wies darauf hin, dass es solche Parfümverbote anderorts bereits gäbe. Seit Jahren haben Behörden und Politiker vor allem in den USA, Kanada und Schweden erkannt, dass Parfüms, Duftstoffe und chemische Reinigungsmittel die Gesundheit vieler Menschen beeinträchtigen.

Verbreitung von Allergien und Asthma nimmt bedenkliche Dimensionen an

Im Artikel, der in einer Tageszeitung von Istanbul erschien, wird insbesondere auf die gesundheitlichen Auswirkungen für Allergiker und Asthmatiker eingegangen. Diese Zivilisationserkrankungen haben eine bedenkliche Dimension angenommen. Die WHO geht von 300 Millionen Asthmatikern aus und schätzt, dass rund 250.000 von ihnen jährlich ihr Leben lassen.

Die Allgemeinheit zahlt, wenn der Arbeitsplatz giftig ist

Allergiemedikamente, Asthmamittel, Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche und Ausfallzeiten auf dem Arbeitsplatz kosten die Allgemeinheit viel Geld. Es sind erhebliche Summen, die sich jährlich auftürmen, weil man durch die Verwendung von chemischen Reinigern, Duftstoffen und Parfüms für diese Bevölkerungsgruppen eine regelrecht feindliche Umwelt geschaffen hat. Insbesondere billige chemische Reinigungsmittel, wie sie an Arbeitsplätzen oft zum Einsatz kommen, und Parfüms von Kollegen schränken die Gesundheit der Erkrankten ein. Büroräume und viele Arbeitsplätze sind schlecht belüftet, was dazu führt, dass sich erhebliche Konzentrationen von gesundheitsschädlichen Chemikalien bilden. Die WHO schätzt, dass die europäische Konjunktur durch Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche und Ausfallzeiten der Allergiker und Asthmatiker jährlich ein Schaden von rund 25 Milliarden Euro entsteht. In den USA sieht es noch dramatischer aus, dort schätzt man den jährlichen ökonomischen Verlust auf 707 Milliarden Dollar, das ergaben die Recherchen der Tageszeitung.

Parfümverbote sind sinnvoll zum Erhalt der Arbeitsproduktivität

Die türkische Allergiespezialistin warnt Unternehmensleitungen im Interview gegenüber der Zeitung vor der Verwendung chemischer Reinigungsmittel und deren gesundheitlichen Risiken, insbesondere für Asthmatiker und Angestellte, die auf Chemikalien reagieren. Sie regt an, die Angestellten über die Gesundheitsgefahren und Risiken aufzuklären und Parfümverbote anzuregen. Ihnen zu erläutern, welche Vorzüge solche Duftstoffverbote für die Produktivität und Gesundheit aller Angestellten haben.

Ein Recht auf sauber Luft zum Atmen

In den USA und Kanada wurden in den letzten Jahren einige Gerichtsprozesse gewonnen, bei denen Arbeitnehmer geklagt hatten, weil sie gesundheitliche Einschränkungen und Schaden durch die Verwendung chemischer Reinigungsmittel oder durch Parfüms von Kollegen hinnehmen mussten. Saubere Luft zum Atmen gehört zu den Grundrechten eines jeden und es ist nur im eigenen Interesse von Unternehmen, wenn sie ihren Angestellten einen Arbeitsplatz anbieten, an dem ihre Produktivität nicht durch unnötige und vermeidbare Chemikalienexposition eingeschränkt wird.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 26. September 2012

Literartur:

Hürriyet Daily News, Workplace allergens like chemical cleaners and perfumes can hurt productivity, 26. September 2012

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In Berlin keine Ärzte, die MCS diagnostizieren können?

Alleingelassen mit Allergien und MCS

Als ich noch ein Kind war, wurde ich 8 Jahre lang von meinem Hausarzt gegen Heuschnupfen sensibilisiert. Ohne Erfolg.

Meine Mutter ließ sich scheiden, als ich 6 war, und immer wenn ein Brief vom Anwalt kam, artete das in Putzorgien aus. Immer wenn das Haus nach Chemie roch, war ich krank und meine Mutter, mein Bruder und ich schoben das auf den Heuschnupfen. Wenn man morgens aufsteht und zwanzig Mal niest, ist man ziemlich K.O. und legt sich wieder hin. Damit war das Thema eigentlich immer abgehakt. In der Schule und bei meiner Familie galt ich irgendwann als faul und irgendwann schickte mich meine Mutter zum Psychologen, weil sie glaubte, dass ich einfach nicht will oder Probleme mit der Scheidung habe. Der stellte aber nichts dergleichen fest und schloss aus meinem hohen IQ, dass ich vielleicht einfach unterfordert bin.

Als ich 2007 mit einem Bandscheibenvorfall ins Krankenhaus kam, saß ich mit kurzen Hosen auf einem Bettlaken aus Baumwolle. Als ich der Krankenschwester zeigte, dass auf einmal meine Beine total rote Pusteln haben, tauschte sie das Laken gegen ein Plastiklaken aus und sagte mir, dass es an dem chemischen Waschmittel liegen kann, was dort verwendet wird.

2009 war ich bei einem Allergologen, der mal wieder nachschauen sollte, wie es um meinen Heuschnupfen steht. Als er die Pollen auf den kleinen Ritzer in den Kreisen auf meinem Arm auftrug, wurde der so dick, dass mir die Arzthelferin sagte, sie kann aus den Beulen nichts mehr erlesen. Man gab mir eine Cortisonspritze und der Arm schwoll ab.

2010 hatte ich noch einen zweiten Bandscheibenvorfall. Diesmal saß ich mit langen Hosen auf der Liege mit dem Baumwolllaken, aber als mir die Nadel vom Tropf in den Arm gestochen wurde, hatte ich wieder Pusteln am Arm. Das hörte auch nicht auf, als man mir ein Pflaster aufklebte. Ich ging immer davon aus, dass ich einfach gegen alles allergisch bin. Mein Allergologe sagte mir, dass ich am besten in einem gekachelten Raum wohnen sollte.

2012 ging ich dann wieder zum Allergologen und mein Arm wurde wieder so dick, dass der Arzt den Allergiebogen nicht ausfüllen konnte. Hinzu kam, dass ich dauernd Atemprobleme hatte, ich wurde sogar mal in die Charité eingeliefert und eine Nacht lang beatmet.

Irgendwann dieses Jahr kam dann ein Bericht im Fernsehen über MCS – Multiple Chemical Sensitivity. Eine Frau lief dauernd mit Atemmaske herum, klappte immer wieder zusammen und zuhause durften nur Freunde ihre Tochter besuchen, wenn sie vorher geduscht hatten und nicht nach Parfüm oder Deo rochen.

Da wurde mir einiges klar. Ich bekomme bei starker Geruchsbelästigung nämlich immer Würgeanfälle bis hin zum Erbrechen. Egal ob nun jemand richtig schlimm aus dem Mund, nach After Shave oder nach Rauch riecht oder ob jemand nur in der U-Bahn am anderen Ende des Wagons eine Banane isst, es macht mir so zu schaffen, dass ich immer versuche, meinen Würgereiz zu unterdrücken oder mit zugehaltener Nase in der U-Bahn sitze. Und man kennt das, wenn es peinlich ist, sich richtig die Nase zuzuhalten und man versucht, das zu vertuschen, indem man gleichzeitig den Kopf auf die Hand aufstützt.

Als ich diesen Beitrag im Fernsehen gesehen hatte, las ich in vielen MCS Foren über die Symptome und die Zusammenhänge und musste leider auch feststellen, dass alle ein bisschen was wissen, aber keiner weiß was Konkretes. Vor allem als ich nach Ärzten fragte, die das diagnostizieren können, stieß ich auf Widerstände. Einige Vereine wollten mich erstmals als Mitglied aufnehmen, um mir Arztadressen zu geben. Das geht aber sowieso nicht, wenn man von Arbeitslosengeld II lebt. Außerdem gibt es offensichtlich keine Ärzte in Berlin. Also wandte ich mich an die Kassenärztliche Vereinigung, die Krankenkasse, die unabhängige Patientenberatung, ich schrieb in Foren und fragte alle Ärzte in meinem Umfeld. 10 Ärzte tauchten immer wieder in Mails von MCS Betroffenen und Foren auf. Die klapperte ich ab. 10 weitere nannten mir die KVB, die AOK, die UPB. Ich bin immer direkt hingefahren und habe mit den Ärzten gesprochen, denn die Vorzimmerdamen wissen meistens nichts und kennen nicht mal den Namen der Krankheit.

Ein Arzt erklärte mir heute, dass die Krankenkassen nur 100,- Euro für die Erstdiagnose und Beratung bezahlen. Und für die 100,- Euro soll der Arzt eine genaue Diagnose erstellen und eine Substanz im Körper nachweisen, die mit so vielen Stellen nach dem Komma (0,000097) natürlich extrem ungenau ist. Das will kein Arzt und deswegen beschäftigt sich kein Arzt damit.

Dann wurde mir noch ein Arzt in Rostock genannt. Und wie das so ist mit Hartz4, ich habe kein Geld um mein Handy aufzuladen. Also habe ich dem Mann eine Email geschrieben. Prompt kam eine Mail zurück „Email konnte nicht zugestellt werden. Email Adresse ist nicht vorhanden.“ Aber egal. Ich kann es mir eh nicht leisten, nach Rostock zu fahren.

Also was nun? Ohne die Diagnose kann ich nicht zum Versorgungsamt. Ohne Versorgungsamt schlägt mir das Jobcenter weiter Arbeitsplätze vor, die mehr als ungeeignet sind, und wenn ich die nicht antrete oder selber kündige, wird mir das ALG2 gekürzt und ich muss wieder einen Anwalt auf Staatskosten beschäftigen. Auch bräuchte ich theoretisch ein Auto, denn in öffentlichen Verkehrsmitteln geht es mir teilweise so schlecht, dass vieles unerledigt bleibt. Und mit Hartz4 kann ich meine Wohnung auch nicht entsprechend umrüsten. Und seit ungefähr einem Jahr habe ich einen unreparierten Wasserschaden in der Wohnung, weil mein Vermieter die Wohnung nur hat, um Gewinn zu machen. Chemie wie Schimmel Ex kann ich nicht auf die Wände sprühen und mit Essig komme ich auch nicht weit. Die Nachbarn beschweren sich schon, weil meine Wohnung wie ein feuchter Keller riecht und mein Allergologe hat mir die Schimmelpilzallergie nun auch bescheinigt.

Langsam reicht es echt!

Autor: Carsten Braatz für CSN – Chemical Sensitivity Network, Berlin, 2. April 2012

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Weihnachtsgeschichte: Der Weihnachtsengel hat einen Plan, hört ihm zu

Wehrt Euch, statt an Ungerechtigkeit zu verzweifeln!

Die Herbstsonne verwöhnte uns lange in diesem Jahr. Es gab nur ganz wenige Frostnächte, die darauf hindeuteten, dass Weihnachten bevorsteht. An einem Morgen nach einer solchen Frostnacht, es war noch alles mit Reif überzogen, hörte ich ein leises Klirren draußen. Eine Vorahnung beschlich mich. War es vielleicht… er war es, mein liebgewonnener Weihnachtsengel. In Sekunden war mein Büro mit glitzerndem Sternenstaub überzogen, der durch die aufgehende Sonne an Brillanz gewann. War das herrlich!

„Guten Morgen“, rief der Weihnachtsengel mit einem Lächeln auf seinem zarten Gesicht, „diesmal bin ich früher dran und habe Zeit mitgebracht, um mit Dir zu reden.“ Eine freundschaftliche Umarmung folgte und wir beiden setzten uns gemütlich hin. „Als hätte ich es geahnt“, sagte ich zu ihm, und schob eine Schale mit Weihnachtsgebäck zu ihm hin. „Wir haben schon gebacken, probiere, gleich kommt noch eine heiße Schokolade.“ Mit erfreutem Blick erwiderte der Weihnachtsengel, nach dem Gebäck greifend, hastig: „Ich bin neugierig, wie geht es den Menschen mit Allergien und den Chemikaliensensiblen? Wir bekommen zwar Einiges mit, aber für uns sieht es aus, als ginge es ziemlich schleppend voran, dass man den Leuten hilft.“ „So ist es leider“, musste ich beipflichten und berichtete dem Weihnachtsengel, dass die MCS Kranken unruhig werden und sich international vernetzen, um endlich die Hilfe zu erhalten, die anderen Behinderten längst zuteilwird. „Sogar zur WHO nach Genf ging eine Delegation von Chemikaliensensiblen zusammen mit Ärzten und einem Rechtsanwalt. Aber bei uns in Deutschland gehen die Uhren rückwärts. Die Umweltärzte, von denen wir lange glaubten, dass sie sich für uns einsetzen, haben eine Leitlinie, die „dbu Handlungsorientierte umweltmedizinische Praxisleitlinie“ veröffentlicht. Wir Kranke sind empört und erschüttert darüber, aber wir werden dazu nicht schweigen.“

Der Weihnachtsengel zog die silbrig glänzenden Augenbrauen kurz anerkennend nach oben und sagte: „Richtig, denn Ihr dürft nicht länger schweigend leiden. Geht zu den Behörden, die zuständig sind und berichtet öffentlich darüber. Das ist Eure Chance, damit Euch endlich wirklich geholfen wird.“ Dann wurde der Weihnachtsengel richtig zornig, schlug mit der flachen Hand auf den Tisch, sodass Sternenstaub durch das ganze Zimmer stob: „Diese Angelegenheit mit der Umweltmedizinischen Leitline, die haben wir im Auge, das glaub mir. So nicht! Wir haben nämlich zum Beispiel bei Euch mitgelesen, als Ihr nach Hilfe für junge Menschen mit Chemikaliensensitivität gebeten habt. Eine Schande, dass Euch keiner hilft. Was soll denn aus diesen jungen Menschen werden? Schon bevor sie den Schulabschluss in der Tasche haben, so krank, dass sie ihr Haus nicht mehr verlassen können. Nein, so geht es nicht weiter. Ihr müsst noch lauter werden. Alle sollten Euch unterstützen, denn chemikaliensensibel ist man schneller als man denkt. Ein Flug in den Urlaub, ein Hotelzimmer, das mit Pestiziden behandelt wurde, und kann es einen treffen. Ja, oder eine Renovierung in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Miethaus.“

„Das stimmt“, nickte ich bestätigend, aber es ist wie mit Vielem, wenn man nicht betroffen ist, dann schiebt man eine solche Krankheit und ihre Auswirkungen möglichst weit von sich.“ Der Weihnachtsengel schaute mich mit Sorgenfalten auf der Stirn an und erwiderte mit energischer Stimme: „Wenn man egoistisch oder ignorant ist, dann handelt man so. Macht Ihr als Kranke doch den Anfang. Jeder von Euch kann Informationen über Chemikaliensensitivität und seine Allergien verbreiten. Es ist doch so einfach geworden durch das Internet. Redet darüber, wie es Euch geht, mit anderen, die ihr kennt und wie man mit Euch umgeht. Verbreitet Eure Informationen überall, wo es möglich ist. Ihr werdet sehen, dass immer mehr Mitmenschen zur Kenntnis nehmen, dass es Euch gibt. Erklärt den Leuten ganz in Ruhe und ganz sachlich – es wird funktionieren. Und nutzt das Internet. Ich bin schon alt und war lange skeptisch. Man lernt nie aus, auch als Weihnachtsengel nicht“, sagte der Engel schmunzelnd. „Wenn Du uns gesehen hättest, als wir anfingen, das Internet zu benutzen, Du hättest Dich geschüttelt vor Lachen. Jetzt klappt es wunderbar und wir lesen jeden Tag, was viele, viele Millionen Menschen da draußen austauschen. Es hilft uns, Informationen zu erhalten und Menschen wie Euch, die Hilfe brauchen, zu motivieren, aktiv zu werden“.

„Wir werden versuchen, noch mehr Chemikaliensensible und Allergiker dafür zu gewinnen, versprochen“, erwiderte ich dem Weihnachtsegel. Es sind immer mehr Interessierte, die auf unseren Webseiten lesen, und ständig werden neue Blogs gegründet“. „Na siehst Du, das ist der Weg, und wer selbst keinen Blog oder eigene Webseite hat, der kann doch die Informationen und Links von anderen verbreiten. Wo ist das Problem?“, ergänzte der Weihnachtsengel. „Schwupps, einen Link auf Facebook, Google plus, Twitter eingestellt oder als Kommentar irgendwo eingetragen, und schon sind wieder Menschen informiert. Lasst Euch von keinem mehr als psychisch krank abstempeln, Ihr wisst, was Ihr habt und dass Chemikalien Euch krank gemacht haben. Auch nicht von Ärzten oder Umweltmedizinern, die besser mit der Krankenkasse abrechnen können, wenn sie Euch psychologische Diagnosen und entsprechenden Psycho-Behandlungen verpassen. Wehrt Euch dagegen, macht es öffentlich – statt an solcher Ungerechtigkeit zu verzweifeln!

Denkt immer daran, mit jeder kleinen Aktivität Eurerseits wird der Informationsfluss über Eure Belange und Nöte größer. Seid schlau, nutzt diese kostenlosen Möglichkeiten und wartet nicht, bis ein Journalist an Eure Haustür klopft. Ihr könnt Eure Geschichten besser darstellen als jeder andere. Legt los, seid mutig und traut Euch“, rief der der Weihnachtsengel voller Elan. „Vergesst nicht, uns gibt es schließlich auch noch und solange es uns gibt, unterstützen wir Euch mit Kraft, Mut und kreativen Ideen. Wir schicken sie Euch nachts. Wenn Ihr traurig seid oder Hilfe braucht, merken wir das und Ihr bekommt unsere volle Unterstützung. Wir werden es gemeinsam schaffen, Ihr werdet staunen, zu was Ihr fähig seid“, kicherte er vergnügt und es war zu spüren, dass er und die anderen Weihnachtsengel etwas Besonderes im Schilde führen, etwas Wunderbares.

Dann sprang er auf, umarmte mich so kraftvoll, dass eine Riesenwolke Sternenstaub aus seinen Flügeln das Zimmer füllte und wir beide davon husten mussten. Als sich der glitzernde Staub langsam legte, sah ich, dass das Fenster offenstand, und der Engel war weg. Mein Blick schweifte wehmütig durch den Raum, schade, dachte ich, doch dann fiel mein Blick an die Wand hinter dem Schreibtisch. Dort hing ein Zettel, der mit einer silbrig glänzenden Feder an der Wand gepinnt war, darauf stand in leuchtendem Sternenstaub, mit gestochen scharfer Schrift geschrieben: „Ihr schafft es!“

Frohe Weihnachten und alles Gute für das kommende Jahr!

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, Weihnachten 2011

Auch in diesem Jahr sagt der Nikolaus „Nein“ zu Parfum und Aftershave

Ein echter Nikolaus mag kein Parfum

Für den Nikolaus hat eine stressreiche Zeit begonnen. Im Dezember stapft er Allerortens mit prall gefülltem Sack durch die Straßen und Häuser, um so manchen Schuh, Stiefel oder Nikolausstrumpf zu füllen. Süßigkeiten, Nüsse, Orangen, Spielzeug und nette Kleinigkeiten gehören zu dem, was ein Nikolaus verteilt. Einige Erwachsene und Jugendliche hatten Parfum, Aftershave, Duftkerzen oder Aromaöle auf dem Wunschzettel stehen. Ein echter Nikolaus sagt jedoch „NEIN“ zu diesen Präsenten, denn Parfum, Aftershaves, Duftkerzen und Aromaöle enthalten eine Flut von Chemikalien und Allergenen. Manche dieser Chemikalien in Duftstoffen sind sogar krebserregend, schädigen das Nerven- und das Immunsystem, verursachen Allergien oder anhaltende Kopfschmerzen, Schwindel und Asthmaanfälle. Welcher Nikolaus würde das jemandem wünschen. Für Unartige hat er schließlich seine Rute, und selbst die packt er nur ganz selten aus.

Unterstützen Sie den Nikolaus und sagen auch Sie „NEIN“ zu Parfums, Aftershaves, Duftkerzen, Aromaölen und anderen parfümierten Präsenten, damit alle Kinder und alle Erwachsenen eine Weihnachtszeit ohne gesundheitliche Beschwerden erleben dürfen. Falls Ihr einen Nikolaus trefft, gebt ihm dieses Kärtchen, damit er andere Weihnachtsmänner informieren kann. Es wird dazu beitragen, dass alle Kinder Freude haben werden, auch jene mit Allergien, Chemikaliensensitivität und Asthma.

AKTIONSKARTE, zum Ausdrucken anklicken >>>

Der echte Weihnachtsmann trägt KEIN PARFUM, denn er liebt alle Kinder. Auch die mit Asthma oder Allergien.

Die Karte darf gerne im Copy-Shop oder von einer Druckerei vervielfältigt werden, sofern das Layout nicht verändert wurde.

Die Aktionskarte steht auch für den Nikolaus in anderen Ländern zur Verfügung:

USA, ENGLAND

Weihnachtskarte klein

Druckvorlage

SPANIEN

Weihnachtskarte klein

Druckvorlage

NORWEGEN

Weihnachtskarte klein

Druckvorlage

DÄNEMARK:

Weihnachtskarte klein

Druckvorlage

Flughafen nimmt Rücksicht auf Allergiker

Parfümfreie Route durch den Flughafen für Asthmatiker, Allergiker und Chemikaliensensible

Für Allergiker war der Flughafen Kopenhagen bis vor kurzem die reinste Hölle. Wer auf Parfüm und andere Duftstoffe reagiert, befand sich in der Zwickmühle, weil die Sicherheitskontrolle direkt neben der Parfümerie positioniert war. Um Allergikern, Asthmatikern und Personen mit Multiple Chemical Sensitivity (MCS) entgegenzukommen und damit der UN Behindertenkonvention gerecht zu werden, hat die Flughafenleitung eine parfümfreie Alternativroute im Flughafenbereich für diese Behinderten geschaffen.

Reisen mit Risiken verbunden

Personen mit empfindlichen Atemwegen, Asthma, Duftstoffallergien oder Multiple Chemical Sensitivity (MCS) reagieren oft mit erheblichen Gesundheitsbeschwerden auf Parfüm und parfümierte Produkte. Verreisen ist für diese Personengruppe mit großen Schwierigkeiten und teils auch mit erheblichen Risiken verbunden. Parfüms gehören zu den Hauptauslösern für Asthmaanfälle. Chemikaliensensible führen Duftstoffe als eine der Barrieren auf, die ihnen den Zutritt in viele Gebäude verwehrt, ihnen die Teilhabe am öffentlichen Leben versagt und sie zwangsweise in Isolation vereinsamen lässt.

Sicherheitsbereich neben der Parfümerie

Wer im Flughafen Kopenhagen die Sicherheitsprüfung nicht bestanden hatte, befand sich unmittelbar mit einem großen Problem konfrontiert, wenn er auf Duftstoffe, Parfüms, Aftershaves mit Gesundheitsbeschwerden reagierte. Genau neben diesem Sicherheitsbereich befindet sich nämlich die Parfümerie des Flughafens. Der dänische Allergie- und Asthmaverband beschreibt diese Situation als „reine Hölle“ für Menschen mit empfindlichen Atemwegen oder Allergien. Wegen dieses „Duftbombardements“ hat der Patientenverband sich schriftlich bei der Flughafenleitung beschwert. Es sei sehr bedauerlich, dass Menschen, kurz bevor sie mit dem Flugzeug starten, krank würden wegen der Duftstoffen und Parfüms. Die Reaktionen von Menschen mit Multiple Chemical Sensitivity variieren, erläuterte der Allergie- und Asthmaverband gegenüber DR Forside. Einige bekämen beispielsweise Kopfschmerzen, andere würden schwindlig oder bekämen Atemprobleme.

Flughafenleitung kooperativ gegenüber Asthmatikern, Allergikern und MCS-Kranken

Die Kopenhagener Flughafenleitung nahm sich die Beschwerde des Allergie- und Asthmaverbandes zu Herzen und versuchte Lösungen zu finden, damit auch Menschen mit Asthma, Allergien und Multiple Chemical Sensitivity (MCS) ohne Gesundheitsprobleme in den Urlaub starten können. Man schuf eine „parfümfreie Route“ und einen separaten Eingang für die Passagiere, die Probleme mit Parfüms und Duftstoffen haben. Wer die „parfümfreie Route“ benutzen möchte, sagt dem Personal an der Sicherheitskontrolle Bescheid und bekommt dann einen alternativen Durchgangsweg gezeigt.

Es lässt sich durch die „parfümfreie Route“ zwar nicht gewährleisten, dass der Weg durch den Kopenhagener Flughafen völlig parfümfrei ist, aber es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Das Entgegenkommen der Kopenhagener Flughafenleitung beweist, dass man mit etwas Willen Möglichkeiten finden kann, um Menschen mit Behinderungen zu integrieren und auf die Bedürfnisse von Chemikaliensensiblen Rücksicht nehmen kann.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 5. Oktober 2011

Literatur: DR Forside, Parfumefri i lufthavnen, 12.07.2011

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Bonbon gleichzeitig Parfum, gesundheitliches Risiko inklusive

Erstes essbares Parfum verbreitet Rosenduft

Als Sensation und „Innovation der Woche“ preisen international Zeitungen ein Bonbon an, das ein Parfum überflüssig macht. Das Bonbon einer bulgarischen Firma enthält unverdauliche Duftstoffe, die nach dem Verzehr über die Haut freigesetzt werden. Die Werbung für das Bonbon verspricht, dass man nach dem Lutschen des Bonbons nach Rosenduft riecht. Der Hersteller hat noch ein weiteres Verkaufsargument parat, der „Rosenduft“ den das Bonbon verströmt, wehrt gleichzeitig Mücken ab. Erzeugt wird dieser „Rosenduft“ durch Geraniol, ein natürlicher Duftstoff der als Allergen bekannt ist.

Werbegag mit Allergieeffekt?

Das zuckerfreie Alpi „Deo Perfume Candy“ mag für die Medien ein netter Gag sein, für Bonbonliebhaber kann die als „Wunderwerk“ der Bonbonindustrie angepriesene Süßigkeit jedoch unangenehme Folgen haben. Warum? Der zugesetzte Duftstoff, der dafür sorgen soll, dass der Körper „Rosenduft“ verströmt und ein Deo unnötig macht, ist als reizende Chemikalie gelistet und als Kontaktallergen bekannt. In der Liste der Duftstoffallergene ist Geraniol ganz oben zu finden. Bei Personen, die unter einer Duftstoffallergie auf Geraniol leiden, kann der Genuss eines solchen „Deo Perfume Candy“ gesundheitliche Folgen haben.

Nicht jeder weiß dass er Allergien hat und auf was

Allergien auf Duftstoffe sind in der Allgemeinbevölkerung weit verbreitet. Duftstoffe gehören gleich nach Nickel zu den Allergenen, auf die Allergiker am Häufigsten reagieren. Mancher mag sich auf der sicheren Seite wägen, wenn er eine natürliche Duftstoffe verwendet, dass ist ein Irrglaube, denn ätherische Öle gehören auch und insbesondere zu den Allergieauslösern. Bis eine solche Allergie auf einen bestimmten Duftstoff vom Arzt diagnostiziert wird, vergehen jedoch bei den meisten Allergikern Jahre und bei so Manchem bleibt der Auslöser gänzlich unerkannt. Ein weiteres Problem: Zumeist werden nur Reaktionen der Haut auf eine bestimmte Substanz, wie beispielsweise Geraniol, getestet. Doch nicht jeder reagiert nur über die Haut. Vielfältige weitere Reaktionen sind möglich und differieren von Person zu Person.

Ein Bonbon das gleichzeitig Insekten abwehrt?

Durch Lutschen eines Bonbons gleichzeitig lästige Stechmücken abwehren? Kein leeres Werbeversprechen, denn durch den Inhaltsstoff „Geraniol“ ist dies durchaus möglich. In der Gefahrstoffdatenbank ist diese Chemikalie gemäß Europäischer Regelung folgendermaßen aufgeführt:

Auszug:

02.012 / 106-24-1 / Geraniol

Stoffeigenschaften: Gefahrsymbol Xi Reizend

R36/37/38

Reizt die Augen, Atmungsorgane und die Haut

S-Sätze 24/25

S24/25 Berührung mit den Augen und der Haut vermeiden

Produktart 18: Insektizide, Akarizide und Produkte gegen andere Arthropoden (Bekämpfungsmittel gegen Arthropoden (z. B. Insekten, Spinnentiere und Schalentiere))

3. Flüssige Stoffe, die als gefährlich gelten.

In wieweit ein Bonbon, das insektenabwehrende Eigenschaften verspricht, als Medikament zugelassen sein müsste, wäre von den zuständigen Zulassungs- behörden zu prüfen.

Beipackzettel über Risiken und Nebenwirkungen für Bonbons?

Auf Kosmetikverpackungen muss der Duftstoff „Geraniol“ seit einiger Zeit aufgeführt werden. Ob Gleiches für Bonbons gilt, die durch Geraniol erzeugten, gefakten „Rosen- duft“ verströmen? Über die Mundschleimhaut wird der Wirkstoff Geraniol sehr gut aufgenommen und gleichzeitig verschluckt. Ein Warnhinweis über mögliche Neben- wirkungen bei Verzehr, Warnhinweise für Allergiker wären daher angemessen, wenn das Produkt auf den deutschen Markt kommt und für Kinder sollte wegen des Gesundheitsrisikos vom Verzehr besser ganz abgeraten werden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 19. Mai 2011

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Hamburger Krankenhaus bietet Zimmer für Patienten mit MCS und Umweltkrankheiten

Als erstes Krankenhaus in Deutschland, hat das Agaplesion Diakonieklinikum in Hamburg zwei Krankenzimmer für MCS-Kranke und Multiallergiker mit viel Aufwand eingerichtet. Viele Jahre setzten sich ortsansässige Selbsthilfegruppen unermüdlich für die Integration umweltkontrollierter Krankenzimmer im Krankenhaus ein. Erstmalig ist es nun möglich, dass sich Menschen, die unter Umweltkrankheiten oder schweren Allergien leiden, in einem Krankenhaus medizinisch behandeln lassen können, dass auf ihre gesundheitlichen Belange abgestimmt sind.

,,Umweltzimmer“ für MCS- undUmweltpatienten, Multiallergiker

Mit dem Umzug in den Neubau des AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG (vormals Krankenhäuser Alten Eichen, Bethanien und Elim) in Eimsbüttel stehen seit Februar 2011 erstmals in Hamburg zwei spezielle schadstoffarm hergerichtete Umweltzimmer für Multiallergiker, MCS- und Umweltpatienten zur Verfügung. Die spez- iellen Umweltzimmer wurden mit viel Sorgfalt hergerichtet. Sie bestehen aus einem Einbett- und einem Zweibettzimmer. Beide Zimmer sind durch einen Vorflur vom anderen Stationsbereich getrennt, damit chemikaliensensible Patienten nicht mit den üblichen Klinikchemikalien und Duftstoffen anderer Patienten in Kontakt kommen.

Medizinische Behandlung, Operationen, Geburtshilfe

Die beiden Umweltzimmer wurden eigens hergerichtet, um die Behandlung von Umweltpatienten im Rahmen des medizinischen Spektrums der Agaplesion Klinik zu ermöglichen.

Folgende Klinikabteilungen im medizinischen Spektrum der Klinik integriert:

  • Innere Medizin
  • Geriatrie (Altersmedizin)
  • Diabetologie
  • Chirurgie, Handchirurgie, Plastische Chirurgie
  • Gynäkologie, Geburtshilfe
  • Orthopädie
  • Anästhesie, Intensivmedizin

Voraussetzungen für die Aufnahme im Umweltzimmer

Die Einweisung erfolgt über einen Arzt oder über die Notaufnahme. Beim Erstkontakt ist eine Mitteilung erforderlich, dass der Patient eine Aufnahme im Umweltzimmer wünscht. Die Agaplesion Klinik benötigt vom Patienten einen ärztlichen Nachweis, dass MCS (Multiple Chemikalien Sensitivität), umweltbezogener Allergien/ Intoleranzen (Multi- allergien) und/oder eine chronische Intoxikation beim Patienten vorliegen. Ein MCS- und/oder Allergiepass ist ebenfalls geeignet, um den Bedarf für die Aufnahme in einem speziellen Umweltzimmer zu begründen.

Besondere Einrichtung der Umweltzimmer

Zimmer in herkömmlichen Krankenhäusern sind für chemikaliensensible Patienten nicht geeignet. In der Regel sind die Krankenzimmer mit PVC Boden und Pressspanmöbeln eingerichtet. Bei den Umweltzimmern in der Agaplesion Klinik wurde mit viel Mühe ein Konzept erstellt, das den Bedürfnissen MCS-Kranker Genüge trägt. Die beiden Umweltzimmer wurden aus schadstoffarmen/ -freien Baustoffen und Einrichtungs- gegenständen errichtet, um hypersensiblen Patienten eine möglichst schadstoffarme Raumluft zu gewährleisten.

Einige Beispiele über die besondere Ausstattung der Umweltzimmer:

  • Wände und Decken mit Fermacell Greenline-Platten ausgeführt
  • Massive Außenwände erhielten Kalkputz
  • Wände und Decken mit Kalkfarbe gestrichen
  • Zimmer sind mit einer Wandheizung ausgestattet
  • Fußboden besteht aus Keramikfliesen.
  • Fenster- und Türzargen sind mit Hanf gedämmt
  • Türen bestehen aus Glas
  • Belastung mit elektromagnetischen Feldern wurde unter anderem durch den Einbau von Netzfreischaltern verringert
  • Möblierung besteht aus einbrennlackiertem Metall oder Edelstahl

Das Klinikpersonal achtet auf eine belastungs- und schadstoffarme Patientenbetreuung:

  • Es werden duftstoffhaltige und belastende Produkte in Patientennähe vermieden.
  • Die Patienten werden zu ihren möglichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, zu Unverträglichkeiten gegenüber Medikamenten, Desinfektionsmitteln, Heilmitteln und Anästhetika befragt.
  • Eine Diätassistentin berücksichtigt die Nahrungsmittelunverträglichkeiten der Patienten
  • Auf der Station liegt Informationsmaterial aus, in dem Ausstattung, Materialien und Leistungen zusammengefasst sind. Diese können jederzeit eingesehen werden.
  • Das Personal der Station arbeitet sehr eng mit der Selbsthilfegruppe „Umweltkrankheiten MCS+CFS“ zusammen.
  • Die Reinigung der Umweltzimmer erfolgt mit duftstofffreien Reinigungsmitteln, aber eine desinfizierende Reinigung ist unumgänglich. Um evtl. auftretende Gerüche zu neutralisieren, wird den Patienten den Einsatz effektiver Mikroorganismen (EM1) angeboten.
  • Soweit erforderlich, können Medikamente wie auch kleine Mengen mitgebrachter Nahrungsmittel in einem Kühlschrank im Vorflur aufbewahrt werden. Ein Wasserkocher ist dort vorhanden.
  • Die Bettwäsche des gesamten Krankenhauses ist duftstofffrei. Es ist gestattet, eigene Bettwäsche mitzubringen.

Besondere Maßnahmen zum Wohle von Umweltpatienten

  • Der Gebrauch von duftstofffreien und schadstoffarmen Produkten ist für Patienten und deren Besucher geboten
  • Die Benutzung eines Handys sowie das Rauchen sind in diesem Bereich nicht gestattet
  • Das Zusammenleben erfordert von allen Patienten in den Umweltzimmern mit Vorflur großes Verständnis, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft

Krankenhausalltag – Hinweis am Rande

Wichtig für Umweltpatienten und deren Ärzte, ist die Information, dass die Agaplesion Klinik ein Krankenhaus und keine Umweltklinik ist. In einem Krankenhaus ist der Ablauf geregelt und Sonderwünsche können nicht erfüllt werden. Die Agaplesion Klinik betritt Neuland mit den beiden Umweltzimmern, die sie zur Verfügung stellt. Die Mitarbeiter sind hinsichtlich MCS und Umweltkrankheiten geschult, aber sie sind auf Kooperation der Umweltpatienten angewiesen, damit ein reibungslos ablaufender Klinikalltag gewährleistet werden kann. Wenn anfangs noch nicht alles zur höchsten Zufriedenheit ist, sollten Patienten Verständnis aufbringen und ggf. konstruktive Vorschläge zur weiteren Verbesserung einbringen. Wichtig für Patienten mit Chemikalien-Sensitivität (MCS) ist der Hinweis, dass die Klinik ein gerade bezogener Neubau ist. Für Hypersensible kann ein Aufenthalt trotz sorgfältigster Materialauswahl anfänglich noch mit Problemen behaftet sein, weil auch ökologische Materien ausgasen.

Chemikaliensensible danken für das Engagement

Den MCS-Selbsthilfegruppen in Hamburg, die über Jahre ihr Ziel „MCS-gerechte Krankenzimmer in einem Krankenhaus“ verfolgten, gebührt großer Dank und Anerkennung. Ebenso den Ärzten, Krankenhausplanern, Architekten und Behörden, die bei diesem hoffnungsbergenden Projekt beteiligt waren. Alles Gute und viel Erfolg für die Umweltzimmer in der Agaplesion Klinik!

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 1. März 2011

Literatur:

Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, Rundbrief ,,Umweltzimmer“ für MCS- und Umweltpatienten/ Multiallergiker, Januar 2011

Kontakt:

AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG

Hohe Weide 17, 20259 Hamburg, Tel. (040) 7 90 20 – 0, Fax (040) 7 90 20 – 10 79, E-Mail: info@d-k-h.de, Internet: www.d-k-h.de

Weitere CSN Artikel zum Thema MCS-Patienten im Krankenhaus:

Nahrungsmittelallergien können Migräne auslösen

Von Dr. Leo Galland

Migräne-Kopfschmerzen kommen schon seit Tausenden von Jahren vor, sie wurden bereits in Texten der antiken Medizin beschrieben. Jetzt hat die Wissenschaft Nahrungs- mittelallergien als eine der Ursachen entdeckt und in medizinischen Fachzeitschriften wie „The Lancet“ veröffentlicht.

Wenn Sie selbst oder jemand, den Sie mögen, an Migräne leidet, kennen Sie die Symptome: stechender Schmerz, so stark, dass er Übelkeit verursacht, manchmal mit Sehstörungen verbunden, mit gezackten, blinkenden Lichtblitzen, Benommenheit oder Kribbeln – stundenlang anhaltend.

Obwohl eine Gruppe von Medikamenten, die sogenannten Triptane, bei der Linderung der Migräne wirksam sein können, ist das Verhindern dieser Kopfschmerzen eine große Herausforderung.

Viele Faktoren können als Migräneauslöser fungieren, einschließlich Stress, Gerüche, Temperaturen und hormonelle Veränderungen. Der einzige Migräneauslöser, über den man jedoch die größte Kontrolle hat, ist die Nahrung.

Migräne-Kopfschmerzen und Ernährung

In den vergangenen 150 Jahren haben zahlreiche Wissenschaftler über einen Zusam- menhang berichtet zwischen Migräne und der Nahrung, die wir essen. Einige Wissenschaftler haben diesen Zusammenhang Allergien zugeschrieben, andere einer chemischen Wirkung der Nahrung auf das Gehirn.

Es wurden Migräne-Diäten entwickelt, aber sie sind für die meisten Menschen nur von begrenztem Wert. Sie basieren meist auf der Idee, dass bestimmte Nahrungsmittel wie Nüsse, Käse und Schokolade, Chemikalien enthalten, die Veränderungen im Blutfluss verursachen, die dann den Beginn von Kopfschmerzen auslösen.

Das Problem mit der Theorie einer chemischen Induktion von Migräne ist, dass niemals nachgewiesen wurde, dass sie tatsächlich eintritt.

Die einzigen Kopfschmerzen, von denen bewiesen wurde, dass sie chemisch ausgelöst werden, sind Rotwein-Kopfschmerzen, die sich jedoch sehr deutlich von einer herkömm- lichen Migräne unterscheiden.

Als in doppelblind angelegten Placebo-Kontrollstudien die Wirkung von Tyramin unter- sucht wurde, das in gereiftem Käse gefunden wird und von dem man annahm, dass es Migräne auslöst, stellte man fest, dass die Substanz nicht in der Lage ist, Migräne zu verursachen. (1,2)

Nahrungsmittelallergien lösen Migräne aus

Im Gegensatz dazu wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen, dass das Immun- system bei Migräne beteiligt ist. Italienische Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen mit Nahrungsmittel-induzierter Migräne Komplexe in ihrem Blut entwickeln, bei denen Nahrungsmittelproteine mit Antikörpern verklumpen, die gegen diese Proteine gerichtet sind; diese werden als zirkulierende Immunkomplexe bezeichnet [3].

Ihr Auftreten steht in Zusammenhang mit einer komplizierten Reihe von Immunreak- tionen, die darauf hinweisen, dass irgendeine Art allergische Reaktion abläuft. [4,5]

Die Signifikanz der Erkenntnis, dass Nahrungsmittelallergien Migräne auslösen, besteht in der Schlussfolgerung, dass eine „Migräne-Diät“ für jeden anders sein muss; je nach- dem, auf welche Lebensmittel man allergisch ist.

Zahlreiche Wissenschaftler haben aufgezeigt, dass ein Allergie-Blocker „Natrium – Cromoglykat“ genannt, vor der Nahrungsaufnahme oral eingenommen, in der Lage ist, die Induktion von Migräne, die durch Nahrungsmittel ausgelöst wird, zu blockieren. (6-10) Dieser Allergie-Blocker scheint dergestalt zu wirken, dass er die Bildung von in Nahrungsmitteln enthaltenen, zirkulierenden Immunkomplexen verhindert. Diese Art allergische Reaktion kann nicht durch herkömmliche Allergie-Tests festgestellt werden, die darauf beruhen, das Vorhandensein einer Art von Antikörper zu entdecken, die IgE genannt werden. (11) IgE-Antikörper festzustellen ist bei Beschwerden wie Heu- schnupfen wichtig, spielt aber offenbar bei Migräne keine Rolle.

Nahrungsmittelallergie, IgG Antikörper und Migräne

Eine kürzlich durchgeführte Doppel-Blind-, Placebo-kontrollierte Studie zeigte, dass Veränderungen in der Ernährung, die auf das Vorhandensein einer anderen Art von Antikörpern gegen Nahrungsmittelproteine ausgerichtet ist – den IgG Antikörpern – eine wirksame Strategie zur Verringerung der Häufigkeit von Migräneattacken sind. (12) IgG-Antikörper sind die wichtigsten Arten von Antikörpern, die in zirkulierenden Immunkomplexen gefunden werden. In dieser Studie wurde das Blut von Patienten mit häufigen Migräne-Kopfschmerzen (mindestens 4 x pro Monat) auf IgG-Antikörper gegen- über 266 Lebensmitteln hin untersucht. Bei jeder teilnehmenden Person wurden Nahrungsmittel identifiziert, gegenüber die sie hohe IgG-Antikörper aufwies. Den Studienteilnehmern wurde dann eine Diät in einer Weise verabreicht, bei der sie Speisen erhielten, die jeweils mit oder ohne die auslösenden Nahrungsmittel zubereitet worden waren, und zwar so, dass weder sie noch die Wissenschaftler wussten, welche Lebensmittel es waren. Wenn die Personen eine Diät zu sich nahmen, aus der die Nahrungsmittel mit hohem IgG eliminiert waren, verringerte sich die Häufigkeit der Migräneanfälle signifikant. Die Migräne wurde jedoch nicht vollständig beseitigt, warum auch immer, der Schweregrad der Migräneanfälle wurde nicht reduziert. Die Kopfschmerzen, die noch auftraten, war die übliche Migräne, wie sie die Patienten für gewöhnlich erleben.

IgG Nahrungsmittel-Allergietests

Tests zur Feststellung von IgG Nahrungsmittelallergien werden durch viele verschiedene Labors in den USA (Anm.: und auch in Deutschland) angeboten. Es ist kein perfekter Test, aber er kann Menschen mit Migräne und ihren Ärzten dabei helfen, eine individuelle Diät zusammenzustellen, um die Häufigkeit der Migräne zu reduzieren.

Identifizierung von Nahrungsmitteln, die Migräne auslösen

Wenn IgG Tests auf Nahrungsmittel nicht zur Verfügung stehen oder nicht dabei helfen, eine wirksame Migräne-Diät zusammenzustellen, kann man die Nahrungsmittel, die eine Migräne auslösen, mit Hilfe einer Technik herausfinden, die „Elimination und Provokation“ genannt wird.

Details über diese Methode und Studien, die ihre Wirksamkeit belegen, vor allem bei Migräne, deren Beginn in der Kindheit liegt, finden sich in einem Artikel, den ich zusammen mit Dr. LM McEwen schrieb: „Eine Rolle von Nahrungsmittelunverträglich- keiten bei Migräne im Kindesalter“.

Nahrungsergänzungsmittel und Migräne

Zusätzlich zu einer Diät gibt es mehrere Nahrungsergänzungsmittel, die in kontrollierten Studien zeigten, dass sie die Häufigkeit des Auftretens von Migräne reduzieren.

Nahrungsergänzungsmittel, die bei Migräne helfen können

(Die nachfolgenden Dosierungen sind ungefähre Angaben auf der Grundlage der Forschung, natürlich ist die Menge, die eine einzelne Person nehmen sollte, individuell verschieden.)

  • Magnesium, in der Regel etwa 300 Milligramm pro Tag
  • Coenzym Q10, in der Regel etwa 300 Milligramm pro Tag
  • Alpha-Liponsäure, in der Regel etwa 600 Milligramm pro Tag
  • Riboflavin (Vitamin B2), in der Regel etwa 400 Milligramm pro Tag
  • Mutterkraut (Tanacetum parthenium), Dosis Vorbereitung variiert von Produkt zu Produkt

Weitere Informationen über wissenschaftliche Forschungen, die zu diesen Nahrungser- gänzungsmitteln durchgeführt wurden, einschließlich der dazugehörigen Referenzen, können kostenlos über die Gesundheits- App, die ich „Pill Advisted“ genannt habe, eingesehen werden, indem man sich einloggt und sich nach den positiven Wechselwirkungen zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und spezifischen Medikamen- ten für Migräne umschaut. Um die Referenzen zu finden, gibt man nach der Anmeldung den Namen eines jeweiligen Migräne-Medikaments ein oder „Sumatriptan“, die Substanz, die das erste spezifische Migräne-Medikament darstellte. Man kann die Anwendung auch dazu benutzen, mehr über Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und freiverkäufliche Arzneimittel zu erfahren, über die man vielleicht etwas wissen möchte.

Für weitere Informationen über diese Gesundheits-App schaut man sich am Besten den „Pill Advised Channel“ auf Youtube an.

Autor: Dr. Leo Galland, Januar 2011

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network

Vielen Dank an Dr. Garland, diesen Artikel übersetzen zu dürfen!

Anmerkung: Der Artikel ist als allgemeine Information gedacht, er ist keine Aufforderung zu Selbstbehandlung und ersetzt keinen Arztbesuch.

Literatur:

  1. Forsyth WI, Redmond A. , Two controlled trials of tyramine in children with migraine, Dev Med Child Neurol 1974; 16: 794-799
  2. Moffatt A. M., Swash M, Scott D. F., Effect of tyramine in migraine; a double-blind study, J Neurol Neurosurg Psychiatr 1972; 35: 496-499.
  3. Marteletti P, Sutherland J, Anastasi E et al. Evidence for immune-mediated mechanism in food-induced migraine from a study of activated T-cells, IgG4 subclass, anti-IgG antibodies and circulating immune complexes, Headache 1989; 29: 664-670
  4. Marteletti P. T cells expressing IL-2 receptor in migraine. Acta Neurol (Napoli) 1991; 13: 448-456
  5. Marteletti P, Stirparo G, Rinaldi C et al., Disruption of the immunopeptidergic network in dietary migraine, Headache 1993; 33: 524-527
  6. Marteletti P, Bussone G, Centoze V et al., Prophylaxis of food-induced migraine with cromolyn sodium: efficacy of short- and long-term use, Cephalalgia 1989 (suppl 10): 441-442
  7. Mansfield L.E., Vaughan T.R., Waller S.F. et al., Food allergy and adult migraine: double blind and mediator conformation of an allergic etiology, Ann Allergy 1985; 55: 126-129
  8. Monro J,BrostoffJ,Carini C. et al. ,Food allergy in migraine, Lancet 1980; 2: 1-4
  9. Monro J, Carini C, Brostoff J. Migraine is a food allergic disease, Lancet 1984; 2: 719-721
  10. Paganelli R, Levinsky R.J., Brostoff J. et al. Immune complexes containing food proteins in normal and atopic subjects after oral challenge and effect of sodium cromoglycate on antigen absorption. Lancet 1979; 1: 1270-1272
  11. Doering P. Drug therapy of food allergies, In: Perkins J. E. (ed) Food Allergies and Adverse Food Reactions. Aspen Publishers, Gaithersburg, Maryland. 1990. pp 69-79
  12. Alpay K, Ertas M, Orhan EK, et al. Diet restriction in migraine, based on IgG against foods: a clinical double-blind, randomized, cross-over trial. Cephalalgia. 2010; 30:829-37.

Weitere Artikel zum Thema Kopfschmerzen und Migräne:

Norwegischer Allergie und Asthma Verband bittet darum, keine Parfüms zu benutzen

Präventionsmaßnahmen für die Gesundheit sind gut für uns alle!

Immer mehr Menschen wenden sich an den norwegischen Asthma und Allergie Verband (NAAF) und beklagen, dass sie krank werden durch Parfüm ihrer Mitmen- schen. Es riecht überall danach und die Parfüms übertönen oft alles.

Gleichzeitig mit dem Umsatzanstieg von „gutem Duft“ leiden immer mehr Kinder unter Allergien. Rund 1,5 Millionen Menschen kämpfen in Norwegen mit irgendeiner Form von Allergie oder Überempfindlichkeit. Verstärkt wird das Problem der Duftstoffe, weil sie Chemikalien enthalten.

Steigende Tendenz bei Verkaufszahlen für Parfüms und Duftstoffe

Während der norwegische Allergie und Asthma Verband immer mehr Beschwerden registriert, steigen gleichzeitig die Verkaufszahlen von „gutem Duft“. Zahlen aus KLF zeigen, dass Männer und Frauen in den letzten Jahren zunehmend mehr Geld aus- gegeben haben für den Kauf von Parfüm und anderer duftender Kosmetik.

Parallel dazu benutzen wir immer mehr verschiedene Anti-Allergiemedikamente. Der Verbrauch an Medikamenten stieg in den vergangenen fünf Jahren um 25 %.

Duftstoffe sind lästig, oder machen krank

NAAF sagt, dass diejenigen, die sich zunehmend wegen ihrer Beschwerden bei ihnen melden, sich in zwei Gruppen unterteilen lassen:

  • Einige sagen, dass es einfach lästig geworden sei mit der Beduftung, es rieche überall und alles.
  • Andere werden krank von Duftstoffen oder bekommen schwere allergische Reaktionen und Asthmaanfälle.

Beschwerden auf Duftstoffe auch ohne vorherbestehende Krankheit oder Allergien

Fakt ist, starke Gerüche können tränende Augen und Nase, Juckreiz, Ekzeme, Kopfschmerzen und Asthma-Anfälle verursachen. Man muss allerdings keine allergischen oder asthmatischen Beschwerden haben, um Kopfschmerzen, Übelkeit oder andere Beschwerden zu bekommen, wenn ein Kollege oder eine Verkäuferin sich mit Parfüm überschüttet hat. Kinder seien durch Duftstoffe besonders gefährdet, sagt NAAF.

Freiheitseinschränkung wegen Duftstoffen

Das, was „Guter Duft“ für viele ist, zerstört einen Großteil des täglichen Lebens für immer mehr Mitmenschen. NAAF will daher jetzt „Guten Duft“ aus Öffentlichen Gebäu- den weghaben.

Die meisten Menschen verstehen nicht, dass auch viele Alltagsprodukte Parfüm enthalten. Duftstoffe stecken überall drin, von Haarpflegeprodukten, Cremes, Kos- metika, Deodorants, in Waschmitteln, Weichspülern, usw.

Neue Volkskrankheit?

Der Verbrauch an duftenden Produkten ist recht drastisch gestiegen in den letzten Jahren, gleichzeitig aber auch die Anzahl der Menschen, die unter Parfümallergie leiden. „Dies ist in vielerlei Hinsicht eine neue Volkskrankheit“, sagte NAAF Generalsekretär Geir Endregard.

Fair sein und duftfreie Alternativen benutzen

Es gibt neutrale Alternativen zu den bedufteten Produkten. In Apotheken bekommt man auch unparfümierte Deodorants und Kosmetika und die Nachfrage für diese Art Produkte hat stark zugenommen. NAAF möchte die Bevölkerung dazu bringen, dass sie aufhören, Parfüm und parfümierte Produkten zu benutzen. Die Menschen sollen verstehen, dass deren Parfüm ein direktes Problem sein kann für viele Leute.

Barrierefreiheit im Gesundheitssystem angestrebt

„Darüber hinaus müssen Gesundheitsbehörden sicherstellen, dass Angehörige in den Gesundheitsberufen die Kompetenz haben, diejenigen, die durch Parfüm und Duftstoffen tatsächlich krank werden, richtig zu behandeln, und wir müssen auch daran arbeiten, dass Parfüm aus der Öffentlichkeit verschwindet, so dass diejenigen, die darunter leiden, auch am öffentlichen Leben teilhaben können“, sagt NAAF Generalsekretär Geir Endregard.

NAAF – Neuer Strategieplan 2010-2013

Um den Anstieg von Krankheiten zu reduzieren, hat NAAF folgende Zielsetzung:

  • Rauchen und die Verwendung von Duftstoffen in öffentlichen Räumen ganz verbieten
  • Probleme bezüglich der Innenraumluft in den Innenräumen norwegischer Gebäude lösen, als Erstes in den Schulen und Kindergärten
  • Reduzierung der allgemeinen Luftverschmutzung
  • Gefährliche Stoffe und Allergene in Kosmetikprodukten entfernen

NAAF’s Generalsekretär Geir Endregard meint, dass es sehr wichtig sei, Rauchverbot auch in Privathaushalten durchzusetzen. Es seien immer noch zu viele Kinder Passiv- rauch ausgesetzt. Dort, wo Eltern keine Verantwortung übernehmen, muss das Gesetz angreifen.

Kindergesundheit sei viel wichtiger als persönliche Freiheit!

Autor: Alena für CSN – Chemical Sensitivity Network, Norwegen, 9. Dezember 2010

Photo: NAAF Generalsekretär Geir Endregard / NAAF

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