Input: MCS korrekt zu diagnostizieren ist notwendig und nicht so schwer

Chemikaliensensible berichten häufig, dass viele Ärzte sich sträuben, MCS zu diagnostizieren. Eine ganze Reihe von Erkrankten sagt sogar, dass man ihnen ärztlicherseits mitgeteilt habe, man wüsste nicht, wie man MCS diagnostiziert. Manche Mediziner behaupten sogar, man könne MCS nicht diagnostizieren, bzw. die Krankheit wäre nicht existent. Auch dass kein ICD-10 Code für MCS existent sei, wurde Patienten schon mitgeteilt, obwohl es kostenlose einfach zu handhabende Tools (z.B. ICD-10 Auskunft) gibt, mit denen sich jeder in Sekundenschnelle vom Gegenteil überzeugen kann. Andere weigern sich schlichtweg unter dem Vorwand, sie bekämen nur „Ärger“, wenn sie die Diagnose „MCS – Multiple Chemical Sensitivity“ stellen.

So schwer ist es nicht, MCS bei einem Patienten zu diagnostizieren:

Es gibt die American Consensus Diagnosekriterien, das validierte MCS Diagnosetool QEESI und ergänzend diverse umweltmedizinische Fragebögen.

Außerdem ist jeder Arzt verpflichtet, eine vernünftige Anamnese zu erstellen und dabei den Patienten gezielt zu befragen. Genau das halten erfahrene Ärzte und Kliniker für eines der allerwichtigsten Diagnoseinstrumente bei MCS, denn – was soll ein Patient sonst haben, wenn er über einen längeren Zeitraum heftige akute Symptome bspw. auf Autoabgase, Parfüm, Putzmittel, Pestiziden, Lacke, neue Teppichböden, Tageszeitungen etc. in geringster Konzentration entwickelt, die er vorher nicht hatte und wenn die Beschwerden verschwinden, wenn er sich in sauberer Umgebung befindet?

Oder, anders gefragt, warum sollte ein Patient lügen und falsche Angaben machen, um das Vorliegen einer MCS vorzugaukeln? Was hätte er davon? Nichts.

Provokationstests könnten den Beweis erbringen, doch mit welchem Risiko?

Theoretisch kann man das Vorliegen einer Chemikalien-Sensitivität mit Provokationstests beweisen. Dies ist jedoch schon aus rein ethischen Gesichtspunkten abzulehnen, weil das Risiko für den Patienten nicht vorherkalkulierbar ist.  Außerdem ist der Aufwand, wirklich aussagekräftige Provokationests durchzuführen,  immens. Der Patient muss dafür erst einmal für eine Weile in cleaner Umgebung sein, damit es zu keinen falsch negativen Ergebnissen kommt.

Warum? Ein veranschaulichendes Beispiel: Ein MCS-Patient, der in einer desinfizierten Klinikeinrichtung einem Provokationstest unterzogen wird, war zuvor zwangsläufig mit einer ganzen Palette von Chemikalien in Kontakt (z.B. Duftstoffe, Reinigungsmittel, etc.) Der ganze Aufenthalt in einem normalen Klinikgebäude ist, genau betrachtet, für MCS-Patienten mit einem einzigen fortlaufenden Provokoationstest gleichzusetzen. Daraus ergibt sich, dass  ein Provokationstest unter solchen widrigen Bedingungen kein objektives Ergebnis liefern kann. Dazu braucht es eine Klinik mit optimalen umwelt- und schadstoffkontrollierten Gegebenheiten. In Deutschland gibt es aber keine Klinik, die diesen zwingend notwendigen Anforderungen entspricht.

Teure Labordiagnostik bei erster Diagnosestellung nicht erforderlich

Stapelweise teure Labordiagnostik braucht man zur Diagnosestellung von MCS nicht, weil bislang noch keine spezifischen MCS-Marker ermittelt wurden, die  bei allen an MCS Erkrankten vorliegen. Das bedeutet nicht, dass MCS-Kranke keine pathologischen Befunde aufweisen. Es gibt genug wissenschaftliche Studien, die Auffälligkeiten belegen, aber  d e n  MCS-Marker, der bei allen nachzuweisen ist, hat noch keiner gefunden.

Für die Therapie ist weiterführende Diagnostik oft notwendig

Ist die Diagnose MCS erst einmal gestellt und es geht in Richtung Behandlung, dann wird es durchaus sinnvoll, dass verschiedene Laborparameter ermittelt werden, z.B. das Vorliegen von Chemikalien- und Schwermetallbelastungen, ob Defizite bestimmter Nährstoffe vorliegen, um diese mit Infusionen und oraler Gabe auszugleichen, Sauerstoffgehalt des Blutes vor einer Sauerstofftherapie, oder die Ermittlung von Gen-Polymorphismen, um eine Entgiftungstherapie auf die Entgiftungsfähigkeit des Patienten abzustimmen, Immunstatus, etc.

Genauso wie es sinnvoll ist, das ein PET und/oder ein SPECT Scan anberaumt wird, wenn der Verdacht besteht, dass Chemikalien eine toxische Schädigung des Gehirns verursacht haben.

Korrekte Diagnosestellung führt zu Qualitätssicherung bei der Behandlung

Ärzte sollten mehr Mut entwickeln, MCS zu diagnostizieren und mit ICD-10 T78.4 korrekt zu codieren, damit ebnen sie auch den Weg, dass adäquate, MCS-gerechte Kliniken geschaffen werden. Ohne existierende Kranke gibt es keine spezifische Behandlung, die von Krankenkassen übernommen wird und keinen Bedarf für Fachkliniken. Logisch, oder?

Fehldiagnosen gehen zu Lasten der Patienten

Deshalb muss, wenn MCS vorliegt, dies auch korrekt bezeichnet und mit ICD-10 T78.4 codiert werden und darf nicht mit irgendwelchen Pseudobegriffen umschrieben werden. Es geht auch nicht an, dass Multiple Chemical Sensitivity aus Abrechnungsgründen einfach anders bezeichnet wird, um höher abrechnen zu können. Das ist auch unter dem vorgeschriebenen QM (Qualitätsmanagement) so definiert, dem jeder Arzt verpflichtet ist. Genauso wie jeder Arzt vom geltenden Sozialgesetz her verpflichtet ist, eine Krankheit richtig zu kodieren.

Fehldiagnosen (z.B. MCS als psychische Erkrankung zu deklarieren, weil das u.U. mehr Geld beim Abrechnen bringt) gehen immer zu Lasten des Patienten, weil ihm auf diese Weise weiterführende Diagnostik verwehrt wird und er folglich auch nicht die richtige Behandlung erhält, die seinen Gesundheitszustand stabilisiert. Denn nur mit richtiger Diagnose kann auch eine Behandlung erfolgen, die der Krankheit angemessen ist. Ohne  diese ist eine Verschlimmerung vorprogrammiert.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 21. März 2010

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13 Kommentare zu “Input: MCS korrekt zu diagnostizieren ist notwendig und nicht so schwer”

  1. Karlheinz 21. März 2010 um 08:12

    „Daraus ergibt sich, dass ein Provokationstest unter solchen widrigen Bedingungen kein objektives Ergebnis liefern kann. Dazu braucht es eine Klinik mit optimalen umwelt- und schadstoffkontrollierten Gegebenheiten. In Deutschland gibt es aber keine Klinik, die diesen zwingend notwendigen Anforderungen entspricht.“

    Vielleicht wäre das ja mal ein Ziel, dass man gemeinschaftlich verfolgen könnte. Ohne eine solche Klinik dürfte es schwer sein hier voranzukommen.

  2. Eike 21. März 2010 um 12:18

    Es wäre dringend notwendig, dass in Deutschland zumindest eine „cleane“ Klinik für Patienten mit Umwelterkrankungen zur Verfügung steht. Und zwar eine Klinik ähnlich der von Prof. REA in USA.

    Um Himmels willen keine Klinik auf „Psycho-Basis“.

  3. Silvia 21. März 2010 um 12:52

    Für das Diagnostizieren von MCS ist keine Klinik mit Cleanroom Bedingungen notwendig, eine Diagnosestellung ist in jeder Arztpraxis ohne grossen Aufwand möglich.

    MCS nur diagnostizieren zu wollen, wenn der Patient sich darin fügt, Provokationstests über sich ergehen zu lassen, die ihn möglicherweise in Lebensgefahr bringen, ist nicht State of the Art. Es ist bewusst in Kauf genommene Körperverletzung.

    Lasst Euch nicht aufs Glatteis führen. Wenn Leiter renommierter Umweltkliniken an US-Universitäten es ohne Gefährdung der Patienten schaffen, MCS zu diagnostizieren, warum dann in unserem Land nicht? Wie es geht, steht oben in meinem Artikel, mehr braucht man dazu nicht.

    Dass wir dringend eine Umweltklinik brauchen, die Cleanroom-Bedingungen hat, um MCS-Patienten zu behandeln, ist damit nicht in Abrede gestellt. Ich möchte nur deutlichst klarmachen, dass es keine Entschuldigung gibt, warum MCS hierzulande nicht exakt mit ICD-10 T78.4 diagnostiziert wird, und wie ich im Artikel schon sagte, wo keine MCS-Patienten existieren, da gibt es auch keine MCS-Klinik. Bedarf steuert das Angebot, wenn existierender Bedarf künstlich eliminiert wird, indem man eine Krankheit nicht diagnostiziert, dann läuft etwas aus dem Ruder, das Menschen das Leben kostet und sie um ihre Rechte bringt.

    Das ist unentschuldbar.

  4. Riccardo 21. März 2010 um 18:23

    Wenn die MCS nicht vernünftig diagnostiziert und attestiert wird, ist das auch nachteilig beim Schwerbehindertenverfahren,

    Mich schränkt nichts schlimmer ein als meine MCS. Genau deshalb kann ich fast nur Zuhause hocken und nicht mehr arbeiten.

    Ich kann keinen Sport mehr treiben und mein Personalausweis ist seit 1 1/2 Jahren abgelaufen, weil ich im Amtsgebäude sofort
    grausige Reaktionen bekomme.

    Ja, es nervt gewaltig, dass Ärzte MCS extra nicht diagnostizieren oder extra nicht in den Befund reinschreiben.

    Wie soll ich denn als Patient ohne Diagnose oder nur mit Fehldiagnosen zugepflastert, irgendwo die Unterstützung bekommen die mir zusteht?!

  5. Fischer Siegfried 21. März 2010 um 19:08

    Langsam gehen unseren Gegnern überzeugende und reproduzierbare Argumente zur Anspruchsabwehr aus.

    Daß unseren beratenden Ärzten in der BRD das
    Leben seit fast 2 Jahrzehnten zur Hölle gemacht wird,zeigen die Ausfälle und Abwanderungen der-
    selben, was inzwischen zur gewollten Unbehandelbarkeit, totalen Ausgrenzunmg ihrer Patienten geführt hat.

    Diese Methode hat sich in der Geschichte unseres
    Landes, im Umgang mit unerwünschten Bürgern ,seit vielen Jahrzehnten bestens bewährt und scheint die internationale Völkergemeinschaft kaum zu stören, weil man dort nur demokratische Verhältnisse kennt.

    Sobald staatlich gebilligte Korruption im Bereich der Behördenmedizin dominiert, bleiben auch medizinisch- wissenschaftliche Fakten der weltbekanntesten medizinischen Fakuläten ohne jegliche Bedeutung, wie unsere Jahrzehnte währende Eigenerfahrung , unter Benutzung von universitären Einrichtungen in den USA,Japan und der BRD gezeigt hat, unter ausdrücklich geforderter Ausklammerung der klinischen Ökologen! Auch das konnte vor der Düsseldorfer amtsmedizinischen Diagnose einer arbiträren Geisteskrankheit nicht bewahren.Demzufolge kann ich nicht erkennen, welchen Beweiswert ein Provokationstest oder andere med. resp. labortechnische Explorationen zur Feststellung
    einer vorhandenen Intoleranz gegen Chemikalien und/oder andere schädliche Umwelt-Agenzien noch haben sollten.

    Jeder selbständig denkfähige Mensch der BRD weiß, daß die Mehrheit der deutschen Ärzte sich
    nicht mit unserer Krankheit oder uns persönlich identifizieren möchte, weil wir zweifelsfrei von der deutschen Behördenmedizin als minderwertiges Patientengut und Abschaum der Solidargemeinschaft zu sehen und entsprechend zu behandeln seien.

    S.Fischer

  6. Domiseda 21. März 2010 um 19:20

    Mit bekennendem Mut der meisten Ärzte hinsichtlich MCS ist´s nicht weit bestellt
    und die,die ihn bewiesen haben, haben allzu oft hohe Zechen gezahlt… Eine Kapazität, die mir mehrfach sehr geholfen hat „durchzukommen“,sagte mir,wegen mir würde er nicht seinen Ruf beschädigen.Und ich muß gerechterweise fragen: was ist wichtiger, einem Patienten bei der landesüblichen Situation so gut als möglich zu helfen under cover, als daß dies dem Helfer unmöglich gemacht wird?
    Eine weitere Erfahrung:Ich habe jede Menge von Labornachweisen über chronische Entgleisungen mehrerer Organe nach „Expositionen“ seien diese im täglichen Leben, bei Zahnarztbesuchen, OPs oder sonstigem; ebenso habe ich Labornachweise unmittelbar nach Detoxmaßnahmen wie z.B.gezielten Infusionen, durch die sämtliche organspezifischen Laborwerte erstmals in Jahrzehnten in den mittleren Normbereich kamen.In keinem meiner Befundberichte (auch nicht denen von Umweltmedizinern) erscheinen aber diese Aspekte, die eindeutige Nachweise wären-der Gedanke von Ursache und Wirkung als Beweismittel fällt einfach unter den Tisch und verschlechtert damit den juristischen Stand.Mehrere Umweltmediziner rieten mir, bei Verfahren MCS an allerletzter Stelle zu nennen- auch wenn meine Stoffwechsel- und Organ-Entgleisungen im Zusammenhang mit meinen nachgewiesenen Entgiftungsdefiziten zu sehen sind. Solange dies alles usus bleibt in Deutschland, sehe ich schwarz auch für die so dringend benötigte Umweltklinik.

  7. Alex 21. März 2010 um 19:46

    @ Domiseda

    Ich habe ein paar Befunde mit MCS drin und meine Ärzte praktizieren und leben alle noch.

    Seinen Ruf schädigt ein Arzt m.E. mit Erteilen von Fehl- und Hilfsdiagnosen. Dem Patienten werden dadurch Rechte und Behandlung vorenthalten.

    Wieso soll keiner von uns MCS bei Verfahren einbringen?

    Wieso und warum soll ich MCS „verheimlichen“, wenn ich wegen der MCS noch nicht mal bei Gericht ohne Sauerstoff in Erscheinung treten kann? Was soll ich dort denn sagen, wenn der Richter fragt, warum ich mit Maske oder Sauerstoff da hocke???

    Ich kann auch in kein Krankenhaus, WEIL ich MCS habe und nicht wegen dem e´was ich sonst noch habe. Es bringt mich in Gefahr, wenn ich keine Rückendeckung habe durch sauber formulierte Atteste die meine MCS bestätigen. So ist das doch.

    Ich zitiere abschließend meinen Vorredner H. Fischer: „Langsam gehen unseren Gegnern überzeugende und reproduzierbare Argumente zur Anspruchsabwehr aus.“

  8. Toxicwarrior 22. März 2010 um 12:21

    Mit Verlaub: Diese Problematik ist nichts neues, und seit zig Jahren bekannt, und solange wir uns nicht weltweit organisieren – was auch im kleinen schon stattfindet – werden wir auch die nächsten zig Jahre definitiv nichts daran ändern können.

    Wie das funktioniert, und welche Strukturen aufgebaut werden müssen – siehe als Beispiel Greenpeace oder andere Organisationen – sind uns doch auch schon lange bekannt, und auch machbar.

    „Eine Handvoll überzeugter Menschen“ – Atom, Umweltschutz – fingen in den siebziger an sich zu organisieren, und seht euch heute an wie viele Menschen weltweit für diesen „Verein“ sich als Mitglieder, Aktivisten, etc. engagieren, oder finanzielle Hilfe leisten, um eine gesündere Welt zu schaffen. Wie erwähnt, dies ist nur ein Beispiel, aber so etwas fängt immer mit ein paar überzeugten Menschen an.

    Deshalb, lasst uns jetzt, heute, sofort damit anfangen zuerst einen eingetragenen Verein zu gründen, dessen Hauptsitz in Berlin ist. An der Satzung arbeite ich gerade, und wird auch durch einen Anwalt überprüft, und dann eingereicht.

    Somit suche ich auf diesem Weg, 6 Personen die sich mit der Thematik MCS auskennen, am besten noch davon betroffen sind, aber noch genug Energie aufbringen können, um diverse Aufgaben zu übernehmen.

    Es geht letztendlich darum, an Gelder über Spenden zu kommen, um öffentliche Aufklärungskampagnen, Klagen gegen diverse Personen, Unternehmen oder Behörden einzuleiten. Auch die benötigten Anwälte arbeiten nicht ohne Geld. Und ohne finanzielle Mittel, werden wir auch in Zukunft in Foren rumhängen, und den ganzen Tag jammern, was sicherlich auch manchem hilft, aber an der Situation nichts verändert.

    Nun liegt es an euch ob ihr bereit seit endlich gegen den Misstand zum Thema MCS in Deutschland was zu unternehmen. Diese Entscheidung ist auch unabhängig, ob später eine Stiftung, oder Font gegründet werden soll.

    Habt keine Angst, aber anders geht das nicht. Und die Problematik um MCS wird sich auch in der Anfangszeit vermutlich nicht wesentlich verändern, aber dies ist der erste Schritt von vielen.

  9. Fischer Siegfried 22. März 2010 um 15:35

    Re.: Toxicwarrior

    Es kann nur Übereinstimmung darin geben, daß man Gewalt und Willkür nicht erfolgreich mit einem
    Kotau vor der Obrigkeit, oder dem Wimmern an der Klagemauer, erfolgreich begegnen kann.

    Über Ihr Vorhaben haben wir innerhalb der letzten 17 Jahre sehr oft nachgedacht. Meine Frau und ich waren jedoch zu krank,um eine solche Organisation aufziehen zu können.Sponsoren hätten wir jedoch in den USA mobilisieren können,
    sofern es nicht um rein deutsche Interessen geht.

    Unsere Anwälte in den USA hatten uns außerdem davon abgeraten, den Sitz einer Internationalen Hilfs-Organisation in Berlin einzurichten, da diese Stadt der Tötungsindustrie in der Vergangenheit gedient habe und sicherlich die ehemaligen Nachbarn und Feinde Deutschlands kaum Spenden dorthin entrichten würden.

    Wir hatten darum New York, Genf, Brüssel, Luxemburg, oder Den Haag als Hauptsitz erwogen,
    um überhaupt namhafte internationale „Fundraisers“ zu einer Mitarbeit bewegen und steuerliche Abzugsfähigkeit für die Spender des betreffenden Landes erlangen zu können.

    Deutsch als die dominierende Umgangssprache sei
    ohnehin undenkbar, weil noch zuviel Brutalität und Blut an ihr klebe und zu wenig Menschen in der Welt deutsch sprächen.

    Ja, alle erfolgreichen Organisationen mit mondialer Funktion bedienen sich der Weltsprache Englisch, so daß es auch im Spenden-Bank-Verkehr keine Behinderungen gibt.

    S.Fischer

  10. Eike 22. März 2010 um 16:03

    Den Vorschlag von Toxicwarrior,einen Verein zu gründen und endlich etwas „gegen den Missstand zum Thema MCS“ in Deutschland zu unternehmen, finde ich sehr gut.

    Zumal zur Zeit bezüglich der Problematik „MCS“ eine „Aufklärungskampagne“ stattfindet. Ich denke z.B. an die Vorträge zum Thema MCS, die Prof. PALL in der nächsten Zeit in mehreren europäischen (auch deutschen) Städten halten wird.

    Die informativen Hinweise und Vorschläge von Herrn Fischer – vor allen Dingen der Hinweis bezüglich der „internationalen Fundraiser“ – müssten in die Überlegungen miteinbezogen werden, da es auch meiner Meinung nach schwierig werden könnte, wenn man nur Mitstreiter und Mithelfer in unserer Bananenrepublik sucht.

  11. Claudia 17. Juli 2011 um 13:07

    Ist zwar schon etwas her, aber trotzdem immer noch aktuell.

    Nächste Woche darf ich Hartz IV beantragen. Mir graut jetzt schon davor, was alles auf mich zukommen wird: duftende Sachbearbeiter, Übelkeit, zwangsweise neue Odyssee zu „zuvorkommenden“ Ärzten, falsche Diagnosen, MDK, Ablehnung hier, Ablehnung da, Ablehnung Rentenantrag, usw. Von anderen hört man ja immer wieder diese Erfahrungen.

    Mir kommen schon so die Gedanken, ob ich es mir auf der Psychoschiene nicht einfacher machen soll. Wer weiß, wie viele das haben einfach so auf der Schiene laufen lassen, weil sie einfach keinen Nerv und keine Kraft hatten, sich zu wehren. Andererseits wird einem gesundheitlich damit überhaupt nicht geholfen. Ist auch nicht das Interesse der Krankheitsindustrie. Und was uns interessiert, interessiert diese Industrie und ihre Handlanger noch lange nicht.

    Doch wenn niemand etwas organisiert unternimmt, sich zusammenschließt, Fachleute hinzuzieht, wird das nie was damit, dass wir ernstgenommen werden.

    Gibt es Neues in bezug auf oben beschriebenes Vorhaben? Würde mich gern im Rahmen meiner Möglichkeiten engagieren, damit es vorwärts geht.

    Wurde vielleicht auch schon vorgeschlagen (und umgesetzt?), dass man städte- bzw. gemeindeweise MCS-Gruppen organisiert, die die Treffen nicht als „Jammerstunden“ nutzen (kann man außer der Reihe tun), sondern, die ALLE GEMEINSAM ETWAS BEWEGEN wollen. Diese Gruppen dann zusammenfassen zu einem größeren (Dach?)Verband usw.

    Es darf einfach nicht sein, dass wir keine vernünftige Behandlung bekommen, obwohl man jeden Monat hohe Krankenkassenbeiträge zahlen darf bzw. durfte. Und dass man nicht für voll genommen, unverschämterweise auch noch diskriminiert wird, ist wirklich das Allerletzte. Ständig wird geprahlt, wie modern und fortschrittlich das „Gesundheits“system ist. Modernes Mittelalter trifft es eher!

    Und wie gefährlich es für uns Betroffene ist, wenn wir im Notfall Medikamente bekommen. Ich möchte nicht wissen, wie oft das schon passiert ist und in wie vielen Fällen dann der Einfachheit halber einfach nur „Organversagen“ als Todesursache „festgestellt“ wurde…

  12. Silvia 17. Juli 2011 um 14:30

    Hallo Claudia,

    Dein Kommentar ist etwas off topic zu diesem Blog, er handelt über das korrekte diagnostizieren von MCS.

    Vielleicht gibt Dir dieser aktuelle Artikel etwas Zuversicht um zu Deiner Krankheit zu stehen und Dich nicht mit einer Psychodiagnoyse zufrieden zu geben:

    http://www.csn-deutschland.de/blog/2011/07/13/junger-mann-mit-mcs-wurde-rente-gewahrt/

    Es gibt gute Zusammenarbeit von MCS Organisationen und Aktivisten seit Jahren. Im Mai gab es eine Anhörung bei der WHO in Genf. Sie wurde auf eine Petition hin erteilt, bei der sich weit über 200 Organisationen aus verschiedenen Ländern beteiligt haben. So baut man Druck auf, damit Änderung eintritt und Erkrankte Gehör erhalten.

    Wir in Deutschland haben bereits viel für MCS erreicht, denn die Krankheit hat bei uns einen ICD-10 Code der darlegt, dass es sich um eine körperliche Erkrankung handelt. MCS kann auch als Behinderung anerkannt werden und es gab sogar schon Einzelfälle bei denen MCS u.a. als Berufskrankheit anerkannt wurde. Man muss dafür kämpfen, aber die Basis steht.

    Melde Dich im CSN Forum an und frage dort andere Erkrankte ob sie Dich unterstützen und ich bin sicher Du wirst wertvolle Tipps erhalten.

  13. Lilie58 25. Juni 2014 um 18:52

    Hallo,

    vielleicht kann jemand helfen, suche akzeptablen Gutachter für Verfahren vor Sozialgericht.

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