Medikamentenunverträglichkeit bei Patienten mit MCS – Multiple Chemical Sensitivity häufig

Pillen, Tabletten oft Glückspiel

Unerträgliche Schmerzen, ein Infekt, der behandelnde Arzt weiß genau, welches Medikament helfen würde. Trotzdem sind dem Arzt möglicherweise die Hände gebunden, denn wenn der Patient gleichzeitig unter MCS – Multiple Chemical Sensitivity leidet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er viele Medikamente nicht verstoffwechseln kann oder allergisch darauf reagiert.

Chemikaliensensitivität – Reaktionen auf Medikamente
Die Tokyo University of Science führte eine Studie „Die Probleme von Patienten mit Multiple Chemical Sensitivity bei der Einnahme von Medikamenten“ durch. Ziel der Studie war die Erfassung, inwieweit MCS Patienten Schwierigkeiten mit der Einnahme von Medikamenten haben. 205 Personen, die durch einen Arzt MCS diagnostiziert bekommen hatten, nahmen teil. Die Ergebnisse zeigten, dass 60% der MCS Patienten Schwierigkeiten mit der Einnahme von Medikamente hatten. Die größten Probleme offenbarten sich bei Frauen und Personen in der Altersgruppe zwischen 40-59 Jahren, sowie bei Patienten, die ihre MCS als Folge von Pestizidintoxikation oder durch Medikamente entwickelt hatten.

Allergien erschweren, verhindern Medikamenteneinnahme
Die japanischen Wissenschaftler stellten fest, dass Lidocain, ein Anästhetikum, nahezu nicht anwendbar ist bei MCS Patienten. Weiterhin waren Koffein, Aspirin, Chlorphenylamin Maletat, Minocyclin Hydrochlorid, Levofloxacin, etc. bei MCS Patienten ungeeignet. Viele der befragten Patienten, die die aufgeführten Medikamente als nicht tolerierbar angaben, berichteten über Allergien in ihrem Werdegang. Dies lässt darauf schließen, dass Allergien ebenfalls beteiligt sind bei den Beschwerden, die die Patienten bei der Einnahme von Medikamenten bekommen (1).

Genvarianten verhindern reibungslose Verstoffwechselung
Die Verstoffwechselung von Medikamenten kann durch Genvarianten erschwert bis verhindert werden. (2-5) Das Gen CYP2D6 (codiert das Entgiftungsenzym Cytochrom P450 2D6), das in einer Studie von McKeowen-Eyssen in seiner aktiven Form bei den Chemikaliensensiblen mehr als dreimal so oft vertreten war wie bei der Kontrollgruppe, gehört hierzu. Diese aktive Form ist mit entsprechend schnellerer Verstoffwechselung verbunden. Das Gen dient zum Abbau von neurotoxischen Chemikalien und von Medikamenten, die das Nervensystem beeinflussen. Hierzu gehören u.a. Antidepressiva, Stimmungsaufheller, Codein.

Frauen mit der schnell arbeitenden NAT2-Variante (N-Acetyltransferase 2), die sogenannten schnellen Acetylierer, wurden von McKeowen-Eyssen bei Chemikaliensensiblen viermal so häufig ermittelt als bei der Kontrollgruppe. Auch NAT2 spielt wie CYP2D6 eine wichtige Rolle bei der Entgiftung von zahlreichen Medikamenten und toxischen Chemikalien. Chemikaliensensible, die einen oder mehrere Genvarianten, die den Fremdstoffwechsel steuern, tragen, müssen zwangläufig Nebenwirkungen und erhöhte Risiken bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten einkalkulieren.

Umweltmedizin bietet Alternativen
Durch die schwierige Problematik, vor die ein Arzt durch Medikamentenintoleranzen und -unverträglichkeiten bei chemikaliensensiblen Patienten gestellt wird, wird deutlich, wie dringlich es ist, die Umweltmedizin zu fördern, Behandlungsangebote in die Schulmedizin zu integrieren und spezielles umweltmedizinisches Fachwissen für niedergelassene Ärzte zugänglich zu machen. Das Finden von sicheren und praktikablen Alternativen für Chemikaliensensible könnte, neben der Verringerung von Leiden, auch Menschenleben retten.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 30.01.2009

Literatur:
1. Suzuki J; Nikko H; Kaiho F; Yamaguchi K; Wada H; Suzuki M., Faculty of Pharmaceutical Sciences, Tokyo University of Science, Yamazaki, Noda, Japan, The problems of multiple-chemical sensitivity patients in using medicinal drugs
Yakugaku Zasshi 2004 Aug;124(8):561-70
2. Eckart Schnakenberg, Karl-Rainer Fabig , Martin Stanulla, Nils Strobl , Michael Lustig , Nathalie Fabig and Werner Schloot,  A cross-sectional study of self-reported chemical-related sensitivity is associated with gene variants of drug-metabolizing enzymes, Environmental Health 2007, 6:6
3. McKeown-Eyssen G, Baines C, Cole DE, Riley N, Tyndale RF, Marshall L, Jazmaji V: Case-control study of genotypes in multiple chemical sensitivity: CYP2D6, NAT1, NAT2, PON1, PON2 and MTHFR. Int J Epidemiol 2004, 33:971-978
4. Haley, RW, Billecke, S, La Du, BN (1999). Association of low PON1 type Q (type A) Acetyl esterase activity with neurologic symptom complexes in Gulf War Veterans. Toxicology and Applied Pharmacology 157(3):227-33
5. Spivey, Angela: Genes and Sensitivity, Environmental Health Perspectives, 113(3), 2005

19 Kommentare zu “Medikamentenunverträglichkeit bei Patienten mit MCS – Multiple Chemical Sensitivity häufig”

  1. Clarissa 30. Januar 2009 um 14:20

    Das ist ein großes Problem, wenn ich mal wirklich akut etwas benötigen würde, müsste der Arzt erstmal 3 Tage suchen bis er/sie ein Mittel gefunden hat, was ich toleriere.
    Wie meine Schmerztherapheutin nach einem Schmerzmittel für mich suchte hat sie immer wieder alles möglich studiert bis sie nach sehr langem suchen endlich ein Mittel fand das mit den Füllstoffen so gebaut war, das ich es vertragen habe.
    Sie war dann vollkommen überrascht wie schwierig das bei einem Menschen mit MCS ist und meinte nur: Hoffentlich bekomme ich nicht zuviele mit MCS in die Praxis.

  2. Henriette 30. Januar 2009 um 15:09

    Leider gehöre ich auch zu denjenigen MCS Kranken, die erhebliche Medikamentenunverträglichkeiten aufweisen. Weder Aspirin noch andere Schmerzmittel vertrage ich, oder auch bei andere Arzneien, sogar Naturheilpräparate und homöopathische Mittel, toleriere ich so gut wie nichts mehr. So bleibt für mich zu hoffen, dass ich ansonsten nicht ernsthaft krank werde, denn wie eine mögliche Therapie dann angegangen werden soll, ist die große Frage.

  3. Sophie S. 30. Januar 2009 um 17:08

    Vor allen Dingen ist es wichtig, dass alle Ärzte über mögliche starke Medikamentenunverträglichkeiten von MCS Patienten informiert sind. Nicht dass man MCS Kranken nicht glaubt, man das Krankheitsbild bagatelliesiert, oder gar schlimmer noch, wenn MCS Betroffene unverhofft in ein Krankenhaus kommen und sich niemand mit den möglichen Medikamentenunverträglichkeiten auskennt und sich somit folgenschwere Komplikationen ereignen könnten.

    Eigentlich sollte/müsste jeder von uns einen Notfallausweis mit sich führen. Wer weiß, was so alles passieren könnte.

  4. Franzi 30. Januar 2009 um 19:19

    Auch ich habe seit drei Jahrzehnten schwere Allergien bis hin zum langanhaltenden anaphylaktischen Komaschock auf Medikamente, bes. Schmerz- und Kreislaufmittel sowie später Penicilline. Es kam immer mehr dazu. Ich bekam sie auch leider oft verschrieben und erlebte jedesmal eine böse Überraschung, bevor ich das ganze Ausmaß kannte, während ich aber die meiste Zeit noch nicht auf Alltagschemikalien reagierte und auch noch nichts von MCS wußte. Oft habe ich dabei aber an den Reaktionen der Ärzte erfahren müssen, daß sie offenbar meinten, ich würde die allergischen Reaktionen „willentlich“ hervorrufen. Sie waren sauer auf mich und beschimpften mich mitunter heftig. Deshalb vermied ich es meist, überhaupt noch zum Arzt zu gehen.

  5. Kaluna42 30. Januar 2009 um 21:03

    Ich habe in der Vergangenheit sehr schwere Reaktionen auf Medikamente gehabt.
    1999 nahm ich 6 Wochen ein Antidepressivum ein. Schon waehrend der Einnahme wurde ich komplett Bettlaegerig, bekam Herzprobleme, konnte nicht mehr laufen und mich ueberhaupt nicht mehr auf den Beinen halten.
    Ich war so krank,dass es schien als muesse ich sterben.
    EIN GANZES JAHR konnte ich nicht mehr stehen oder mehr als 100 Meter gehen und auch die Herzprobleme hielten an. Essen und Trinken mussten mir geliefert werden und ich kroch auf die Toilette.
    Heute, 10 Jahre spaeter bin ich noch immer nicht auf dem Stand von vor der Einnahme dieses Mittels, kann aber inzwischen wieder wenigstens 2-3 km laufen und brauche keine Sitzkruecke mehr wenn ich im Supermarkt anstehen muss.

    Im Juli 2007 allerdings musste ich mich einer kleinen lokalen Operation unterziehen. Es wurden mir 15ml Lidocain gespritzt…….
    Seitdem geht es mir massiv schlechter. Der Kopf rast nur noch, ich kann nur noch sehr schlecht schlafen, der ganze Koerper zittert jetzt permanent und auch das Herz macht wieder ernste Probleme.

    Die Herzrythmusstoerungen muessten dringend behandelt werden, aber eigentlich traue ich mich ja noch nicht mal zum Kardiologen. Denn Antiarythmetika stehen ganz oben auf meiner Liste von unvertraeglichen Medikamenten, die ich von dem Institut bekommen habe die meine Gene bezueglich der Entgiftungskapazitaet untersucht haben….

    Was ich machen soll wenn ich mal im Krankenhaus landen sollte weiss ich echt nicht.Ich habe meine Genuntersuchung immer in einer Tasche bei mir
    und hoffe nur, dass ich in der Lage sein werde zu erklaeren, dass kein Medikament gegeben werden darf, und, dass die Aerzte verstehen was die Untersuchung bedeutet. In Holland „gibt es noch gar keine MCS“, kein einziger Arzt weiss bescheid. Ich hoffe dass sich das noch aendern wird

  6. Arnfried 30. Januar 2009 um 21:53

    Bereits ein paar Jahre vor MCS hatte ich schwere neurologische Nebenwirkungen von einem Medikament gegen Übelkeit. Ich schließe mal nicht aus, dass dadurch bei mir der Prozess ausgelöst wurde, durch den ich schließlich CFS und MCS bekam.

  7. Schnaufti 31. Januar 2009 um 00:31

    Dieses Problem kenne ich leider auch. Meine Enzymaktivität ist leider auch verändert. Schmerzmittel vertrage ich nicht mehr, bis auf Novalgin-dieses aber nur in niedriger Dosis. Auf Liodcain und aber auch andere Lokalanästhetika reagiere ich massiv mit starken Schwellungen an der Stelle der Aplikation und mit Schleimhautschwellungen, mit Herzrythmusstörungen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und evtl. Blutungen. Vor einem Jahr musste bei mir eine Bronchoskopie gemacht werden und ich bestand darauf, dass ich eine Kurznarkose mit Propofol bekomme, da ich diese bis dahin immer vertragen habe. Ich habe sogar schriftlich darauf hingewiesen, dass ich keine Lokalanästhetika vertrage. Was haben die Ärzte geschafft?- Ich habe trotz der Kurznarkose noch ein Lokalanästhetikum in die Nase bekommen, mit dem Erfolg, dass die Nase komplett zugeschwollen ist, mein Kreislauf zusammengebrochen ist und alle ins Schwitzen kamen, weil ich mich fast für immer verabschiedet habe. Seit dem ist mein Vertrauen zu Ärzten sehr stark gestört. Die Nachwirkungen dieser Aktion merke ich noch immer, denn danach hat sich mein Allgemeinzustand stark verschlechtert. Der Vorfall wurde noch dazu verschwiegen, ich habe nur davon erfahren, weil eine sehr liebe Krankenschwester sich verplappert hat und weil im Bericht der Bronchoskopie die starke Schwellung der Nasenschleimhaut erwähnt war und weil ich danach für ca. 10 Stunden noch am Tropf hing und Anfangs alle 30 min. jemand nach mir geschaut hat.

    Ich frage mich nach dieser Aktion nun, was passiert, wenn ich noch nicht mal mehr in der Lage bin meine Unverträglichkeiten selber zu sagen. Sucht überhaupt jemand nach meinem Unverträglichkeits-Pass?
    Ich mag nicht daran denken.

  8. Juliane 31. Januar 2009 um 08:48

    Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jährlich etwa 60.000 Menschen im Zusammenhang mit unerwünschten Arzneimittelreaktionen,konnte man in der ZEIT lesen:

    „Einen solchen ‚Tippfehler’ (CYP2D6) der DNA weisen etwa sechs Prozent aller Patienten auf“, sagt der Pharmakologe Jürgen Borlak vom Fraunhofer-Institut. Die Herzkranken unter ihnen dürften von einem bestimmten Medikament nur ein Fünftel der üblichen Dosis bekommen, da sie den Wirkstoff extrem langsam abbauen und sehr anfällig für Nebenwirkungen sind. Wäre es da nicht sinnvoll, solche Tests für alle Patienten durchzuführen? „Die einfache Analyse kostet pauschal ungefähr 400 Euro, doch das wird leider nicht von den Krankenkassen übernommen“, moniert Borlak. Das sei sehr kurzsichtig, denn ein falsches Medikament oder eine Überdosierung könne schnell mehrere Tausend Euro an Folgekosten verursachen. Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jährlich etwa 60.000 Menschen im Zusammenhang mit unerwünschten Arzneimittelreaktionen. “

    http://www.zeit.de/zeit-wissen/heilung?page=all

  9. G. Hinsche 31. Januar 2009 um 11:24

    Was mir nicht hilft, daß schadet mir !!!
    Wissentlich hat mir noch kein Medikament richtig geschadet, aber viele
    nicht geholfen. An uns allen wurden schon diverse Sachen ausprobiert,
    aber wenn sie nach einer gewissen Zeit nichts bringen, so sage ich generell schluss damit.
    Ein mir meist helfendes Schmerzmittel (GELONIDA)
    verdanke ich einer Bereitschaftsärztin aus meinen Anfangszeiten. Mein
    Hausarzt wollte diese zwar nicht, es sei ein Mischprodukt. Aber alles
    andere brachte garnichts. Und so bekomme ich jetzt mein Privatrezept
    und bezahle selbst, denn diese Tabletten zahlt die Kasse nicht.
    Sollte es mich mal richtig irgendwie erwischen, so hoffe ich das meine
    Frau in der Nähe ist. Von zu Hause komme ich alleine nicht mehr weg
    und sonst sollte man mich lieber liegen lassen ehe jemand in meine Nähe
    kommt.

  10. yol 31. Januar 2009 um 15:14

    Schon als Kind habe ich keinerlei Medikamente vertragen. Bei mir gab es zwar immer eine Wirkung der Medikamente, leider nur die Nebenwirkungspalette, meistens die gesamte.
    Bis mir klar wurde, dass ich an Medikamenten KRANK wurde, war ich dann aber mittlerweile Anfang 30 und die ersten? MCS Symptome stellten sich ein, waren mal mehr oder auch weniger da, nie aber erfassbar für Ärzte (die vorherigen auch nicht).
    Da mir ja nicht geholfen wurde, weigerte ich mich Medikamente einzunehmen, ging nur mehr zum Arzt um die vitalen Funktionen zu kontrollieren, was mir mehr als einen Rausschmiss einbrachte, aber wenigstens keine weitere Schädigung. Meist hab ich mich verabschiedet indem ich sagte: “ Sorry, wir scheinen nicht die geeigneten Partner zu sein, danke für die Mühe“.
    Da Herzprobleme meine alltäglichen Reaktionen waren, verschliss ich allerdings die meisten Kardiologen meines Landes, bis zu dem Tag als ich an einen geriet, der meine Symptome ernst nahm, das Herz als Organ in jeder Hinsicht kontrollierte und dann bemerkte das Herz sei funktionell ganz in Ordung, die Symptome seien allergische Reaktionen.
    Was ich damals nicht annehmen wollte, da ich gerade wieder mal sämtliche Allergietest durch hatte und nur eine Parfümallergie gefunden wurde, sonst nichts. Der Kardiologe wiederholte sich und ich begann irgendwie doch zu denken.
    Der letzte Schub gab mir dann noch ein befreundeter Psychiater, den ich gebeten hatte, mich sofort in die Psychiatrie einzuliefern (hatte eine Quecksilbervergiftung durch eine Glasur – damals nicht gewusst) da ich mein Nervenkleid nicht mehr beherrschen und steuern könne. Auch dieser sagte mir, ich sei kein Fall für ihn, das seien Vergiftungserscheinungen, half mir nur mit Tropfen zur Beruhigung des Zustands, die ich sogar vertrug.

    Die Haltung dieser beiden Ärzte haben mir nur den Weg angegeben und ich besorgte mir Infos über Umweltkrankheiten. So kam ich auf Umwegen zu der Liste der hier ansässigen UWÄ. Da nun die Wahl dennoch Lotterie war, wählte ich den letzten, was sich als Glücksfall erwies.

    Über Notfälle denke ich nicht mehr nach, weil es keine Lösung gibt – ausser eventuell der Natur ihren Lauf zu lassen oder zu hoffen, dennoch einen vernünftigen Notarzt zu treffen, was ich auch schon erlebt habe.

  11. Manni 1. Februar 2009 um 13:22

    Aufgrund von gleich zwei Bandscheibenvorfällen begab ich mich im August 2008 in orthopädischer Behandlung. Anfang Januar erfolgte eine Kontrolluntersuchung, die für mich positiv ausfiel, alles schien wieder in Ordnung zu sein. Zu meiner Verwunderung stellte der Orthopäde urplötzlich eine leichte Arthrose in meinem linken Knie fest. Ich fragte mich immer wieder, wie er soetwas nur durch Anschauen meines Knies festellen konnte. Einen Behandlungsbedarf sah er nicht, dafür aber wollte er mich zu einem sogen. Clinical Research schicken, dessen geschäftsführender Arzt er selbst ist! In diesem Clinical Research werden klinische Forschungen durchgeführt, d.h., ich hätte dort Medikamente testen sollen. Der Orthopäde gab mir einen kurzen Arztbrief mit, in dem er sich quasi selbst mitteilte, ich sei an einer Studie interessiert. Ich fiel förmlich aus allen Wolken, schrieb ihm einen Protestbrief, auf den er natürlich nicht antwortete. Ich wurde von diesem Arzt weder über Clinical Research aufgeklärt, noch hatte ich ihm meine Bereitschaft zur Teilnahme an einer Medikamentenstudio signalisiert. Als ich mich seinerzeit wegen der Bandscheibenvorfälle in die Behandlung dieses Orthopäden begab, überreichte ich eine Info über MCS, die mit Sicherheit niemand gelesen hat. Vor so einem Arzt kann ich nur warnen – wenn ich darf gebe ich hier seinen Namen und entsprechende Internet-Adressen bekannt.

  12. kate 2. Februar 2009 um 14:28

    Ich hatte schon manchmal Reaktionen auf Medikamente, allerdings selten und schon vor der MCS. Schmerzmittel und ähnliches vertrage ich noch. Nur, ich komme mit der halben bis ein viertel der Dosis aus! Das wäre aber auch aufgrund meines Gewichtes und meiner Größe erklärbar. Ich sollte eigentlich aufgrund dieser Parameter als Kind behandelt werden. Leider ist dieses Bewußtsein bei den Ärzten nicht vorhanden. Die Menschen sind nicht alle gleich. Viele Medikamente sind ausschließlich an Männern getestet. An Kindern schon gleich gar nicht. Und das sollte die Grundlage für mich sein. Ist sie leider bei Medizinern nie.

  13. Arnfried 2. Februar 2009 um 23:35

    Was ich in meinem ersten Beitrag vergaß:

    Ich vertrage keine Schmerzmittel mehr. Das stellte ich vor ein paar Jahren nach einer Operation am Zehen fest. Interessant: Sobald die Nebenwirkungen auftraten, wurden auch die Schmerzen stärker. Nach Absetzen des Schmerzmittels hörten dann auch die Schmerzen im Zehen auf.

    Asthmamedikamente vertrage ich auch nicht; ich hab alles mögliche zum Inhalieren verschrieben bekommen und bekam davon nicht nur alle möglichen Atemprobleme. Ein mal war so ein Pfefferminzzeugs im Inhalat, davon blutete meine Mundschleimhaut. Ein anderes Mal musste ich eine viertel Stunde lang heftig lachen, obwohl mir dabei überhaupt nicht lustig zumute war. Mittlerweile bin ich mir auch sicher, dass ich gar kein Asthma habe – dafür sprechen auch die Untersuchungen eines anderen Lungenarzts. Was ich aber habe, konnte er mir auch nicht sagen.

  14. Adele 4. Februar 2009 um 09:33

    Hallo Arnfried,

    Schmerzmittel vertrage ich auch absolut nicht. Ich bekomme davon Atemnot und hatte einmal einen anaphylaktischen Schock erlitten. Dieses ereignete sich damals während einer Jugendkur, wo ich glücklicherweise in einem Mehrbettzimmer lag, und mich meine Mitbewohnerin gerettet hat, da sich schnell ärztliche Hilfe herbeiholte, die alles Notwendige in die Wege leiteten.

    Sog. Asthma-Sprays vertrage ich ebenfalls nicht, obwohl ich sie dringend nehmen müsste. Davon bekomme ich von nur einem Hub, zwei bis drei wochenlang extremen Husten, der durch nichts in den Griff zu kriegen ist. Die Bronchien erweitern solche Medikamente zwar bei mir, doch der Husten ist in meinem Fall nicht zu unterschätzen. Ich bekomme sehr schwer Luft und kann meine Atemschutzmaske daher nur selten tragen.

    Gruß Adele

  15. Manni 5. Februar 2009 um 22:09

    Heute morgen hat sich der Orthopäde bei mir telefonisch entschuldigt.

  16. T-Rex 5. Mai 2009 um 18:53

    Der Blog von heute hat mich echt gefreut.

    http://www.csn-deutschland.de/blog/2009/05/05/schadstoffkontrollierte-krankenwagen-und-voller-einsatz-fuer-chemikaliensensible

    Was für eine Leistung Toni Temple und ihre Leute da vollbracht haben. Dass Notfallärzte sich für MCS Kranke einsetzten und extra Maßnahmen erklären wenn jemand mit MCS in ein Krankenhaus kommt, das sind Lichtblicke, wow.

  17. Toma 11. März 2011 um 23:00

    Man muss zwischen einer Allergie und Medikamentenunverträglichkeit unterscheiden.

    Jeder Patient der wiederholt ein Mittel oder mehrere nicht verträgt sollte eine genetische Untersuchung der Genen die für die Verstoffwechselung der sogenannten Xenobiotika (darunter auch Medikamente) zuständig sind, untersuchen lassen. Eine teuere Investition die sich aber lohnt.

  18. Pinguin 15. Mai 2013 um 11:00

    Bin sehr betroffen von MCS und Asthma.Ich vertrage keine E-Nummern 102-133,150c-155,173,210-283 teilw.-400etc.diese sind in Medis und Lebensmittel enthalten.davon bekomme ich Asthma.Für den Notfall Atemnot. xxxx Nach jeder OP hatte ich extrem Probleme nach den Medis und auch mit den Weichmachern an Infusionsschläuchen und PVC-Schläuchen an Blutdruckmesser etc.Achtung: es gibt schon Silikonschläuche für Sauerstoffbehandlungen in der Schweiz.Einen Spitalaufenthalt wäre für mich der grösste Horror, wegen MCS.Leider gibt es bei uns noch keine Aerzte, die so richtig informiert sind über uns Betroffene.Wünsche euch Allen trozdem alles Gute und Gottes Segen!

    xxx
    Medikamentenwerbung unerwünscht

  19. clara 14. März 2014 um 18:06

    Ich hole diesen älteren Thread noch einmal hoch.

    Wenn eine genetische Veränderung der Entgiftung Phase 2 vorliegt, welche Medikamente sind dann unverträglich? Gibt es dazu irgendwo eine Liste oder wo kann ich das erfahren?

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