Hersteller warnt: Empfindliche Kinder sollten Nahrungsmittel mit Azofarben nicht essen

Algen sind gesund und schmecken, wenn sie richtig zubereitet sind, wirklich sehr lecker. Wakame-Salat ist besonders köstlich und man bekommt ihn im japanischen Supermarkt tiefgefroren und fertig zubereitet. Frisch gibt es Wakame nur saisonal und ist nicht so leicht zu bekommen. Also greift man zum Fertigprodukt im Tiefkühlschrank. Prima, keine Arbeit mit der Zubereitung und dass Garant, dass der Wakame-Salat richtig abgeschmeckt ist und authentisch schmeckt. Vorsicht ist angesagt, denn die schöne grüne Farbe der fertig abgepackten Wakame-Alge kann durch einen Azofarbstoff hervorgerufen sein. Das stellte ich durch Zufall beim Einkaufen fest und machte schnell ein Photo. Es ist keine photographische Meisterleistung – sorry, aber ich musste mich beim Photographieren ein wenig vorsehen, weil ein Angestellter gerade Waren auffüllte.

Wakame mit Azofarbstoff?

Zwei Sorten Wakame-Salat verschiedener Hersteller fand ich im japanischen Supermarkt im Tiefkühlschrank. Bei Herausnehmen der Packung fiel mir ein kleines Hinweisschild ins Auge:

„Azofarbstoffe können bei empfindlichen Kindern möglicherweise zu Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen führen.“

Ein vorbildlicher Nahrungsmittel-hersteller, der eine solche Warnung auf die Packung seines Nahrungs-mittels aufklebt. Es ist das erste Mal gewesen, dass ich eine solche Warnung auf einer Nahrungsmittel-packung sah. Gerade für Kinder können Azofarben wirklich sehr problematisch sein. Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen sind nur ein Teil dessen, was an Beschwerden eintreten kann. An den Fallbericht eines Mädchens, dass durch Essen von bunten Bonbons, die mit Azofarben gefärbt waren und dadurch chemikaliensensibel wurde und auch keine Medikamente mehr vertrug, erinnert Ihr Euch vielleicht noch.

Azofarben in Nahrungsmitteln generell bedenklich

Azofarben sollten generell aus Nahrungsmitteln draußen bleiben, da sie ein reines chemisches Erdölprodukt sind und für keinen gut. In einem eigentlich rundum gesunden Nahrungsmittel wie Wakame-Algen hätte ich ehrlich gesagt Farbstoffe nie vermutet. Die Algenart ist bei vielen Menschen beliebt, weil sie vergleichsweise wenig Jod enthält und reich an Magnesium, Calzium, Eisen, Kalium, B-Vitaminen und einer Reihe von Aminosäuren ist. Wakame wird auch wegen seiner antibakteriellen Wirkung geschätzt und weil die Alge die Abwehrkräfte stärkt. Sogar entgiftend wirkt diese Braunalge durch die darin enthaltende Alginsäure.

Aber, man lernt ständig dazu und ich gehe davon aus, dass in Restaurants der Wakame-Salat recht oft fertig angeliefert wird. Ob auf der Speisekarte ein Hinweis auf die Azofarben steht? Müsste eigentlich. Gesehen habe ich es jedoch noch nicht. Beim nächsten Besuch im japanischen Restaurant werde ich interessehalber nachfragen. Essen werde ich im Restaurant keine, da bleibe ich lieber bei Sushi.

Autor: Thommy, CSN – Chemical Sensitivity Network, 12. März 2010

Weitere CSN-Artikel zum Thema:

Farbstoffe reduzieren die Intelligenz von Kindern

Umweltmedizin: Chemical Sensitivity – MCS durch Farbstoffe in Bonbons

Medikament löste Symptomverschlimmerung aus – Weitere Nebenwirkungen bis hin zu Suizid möglich

6 Kommentare zu “Hersteller warnt: Empfindliche Kinder sollten Nahrungsmittel mit Azofarben nicht essen”

  1. Analytiker 13. März 2010 um 00:20

    Hallo Thommy,

    gut dass Du ein Photo davon machen konntest. Dass Azofarbstoffe in Lebensmittel überhaupt noch erlaubt sind, ist mir unverständlich. Dass ein Hersteller vor seinem eigenen Produkt warnt, dass Kinder dadurch Hyperaktivität und Konzentrationsschwäche erleiden können, habe ich so noch nicht gesehen.

    Woher kommt denn das Produkt?

    Das Beste wäre, wenn Azofarbstoffe generell verboten würden. Wenn man sich vor Augen hält, welche Gesundheitsschäden Azofarbstoffe verursachen können, ist es nicht hinnehmbar, dass man derartige Chemie-Bomben ins Essen mischt.

  2. Schlumpf 13. März 2010 um 09:20

    Weiß jemand hinter welchen E-Nummern sich die Azo-Farben verbergen?

  3. Thommy 13. März 2010 um 10:24

    Es gibt verschiedene Azo E Nummern

    Beispiele:
    E 122 – Azo rubin, ein roter Farbstoff
    E 131 Parentblau
    E 124 Cochinellerot A
    E 123 Amaranth – roter Farbstoff der allergische Hautrekationen und asthmaähnl. Anfälle auslösen kann.

    Was ich gestern gesehen hhabe war wahrscheinlich mit E142 – Brilliantsäuregrün gefärbt.

    Eine gute E-Nummernliste findest Du hier:
    http://www.gifte.de/Lebensmittel/e-nummern.htm

  4. Eric 13. März 2010 um 11:40

    Hallo Thommy,

    was Du berichtest, ist der Hammer! Auch die von Dir angeführte Liste mit den Azo-Farbstoffen. Dort sind jede Menge der gesundheitsschädlichen Azo-Farbstoffe angeführt. Für mich ist es nunmehr nicht verwunderlich, dass so viele Kinder an ADHS erkrankt sind. Diese werden dann als psychisch krank abgestempelt und die Eltern gleich mit.

    Aber all das eröffnet der Pharmaindustrie riesige Märkte und die Betroffenen bleiben auf der Strecke. Denn die Medikamente sind Hämmer hoch drei!

    Die Hauptsache es ist bunt und regt zum Kaufen an. Gerade Kinder sind verrückt nach bunten Süßigkeiten, das Auge ist bekanntlich mit. Das ist eine riesen Sauerei, die da abläuft.

    Gruß Eric

  5. Thommy 16. März 2010 um 17:19

    Hallo Eric,

    der Witz ist doch, die Algen sind von Natur aus schön grün. Wieso wird da noch „nachgewürzt“ mit diesen giftigen Azofarben?

    Gruß Thommy

  6. Theo 19. April 2010 um 12:53

    @Tommy: Das habe ich mich auch gefragt. Anscheinend muss die Industrie Naturprodukte mit giftigen,chemischen Stoffen anreichern, damit das Algengrün auch nach Wochen noch grün ist. Was anderes kann ich mir auch nicht vorstellen.

Kommentar abgeben: