Archiv der Kategorie ‘Gesundheit‘

Letztes Mahnschreiben: Deutschland muss Chemikalienrecht umsetzen

Deutschland droht ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof, weil es europäische Chemikalien-Vorschriften nicht korrekt umgesetzt hat

Die EU-Kommission hat ein letztes Mahnschreiben an Berlin gerichtet. Konkret geht es um die Richtlinie über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen. Sie zielt unter anderem darauf ab, die menschliche Gesundheit und die Umwelt mit Hilfe umfassender Informationen besser zu schützen.

Die EU hat dabei viele verschiedene Produkte im Blick, etwa Kosmetika, Spielzeug, Farben und Elektrogeräte. Die Richtlinie (2008/112/EC) hätte bis zum 1. April 2010 in nationales Recht gegossen werden sollen. Deutschland hat die Kommission bislang nicht über Maßnahmen zur Umsetzung informiert. Eine Rüge ging auch an Finnland, Portugal und Polen. Die Mitgliedstaaten haben nun zwei Monate Zeit, um der Aufforderung nachzukommen.

Umwelt: Kommission fordert vier Mitgliedstaaten zur Umsetzung der EU-Vorschriften für Chemikalien auf

Europäische Kommission

Brüssel, den 24. November 2010

Die Europäische Kommission fordert Deutschland, Finnland, Polen und Portugal dazu auf, ihre Gesetze für chemische Stoffe zu aktualisieren und sie mit den jüngsten auf EU-Ebene vereinbarten rechtlichen Änderungen in Einklang zu bringen. Diese Mitgliedstaaten haben die Kommission nicht über Maßnahmen zur Richtlinie über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen in Kenntnis gesetzt. Polen hat die Kommission außerdem nicht über die Umsetzung von Rechtsvorschriften für Biozide informiert. Auf Empfehlung von EU-Umweltkommissar Janez Poto?nik übermittelt die Kommission eine mit Gründen versehene Stellungnahme. Die vier Mitgliedstaaten haben zwei Monate Zeit, um der Aufforderung nachzukommen. Andernfalls kann die Kommission den Europäischen Gerichtshof anrufen.

Mit der Richtlinie 2008/112/EG[M1] über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung (CLP) von Stoffen und Gemischen werden verschiedene andere Richtlinien über die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien geändert. Sie betrifft die „nachgeordneten“ Rechtsvorschriften für Kosmetika, Spielwaren, Farben, Lacke, Fahrzeugreparaturlackierungen, Fahrzeuge sowie Elektro- und Elektronikgeräte. Zweck dieser Richtlinie ist es, durch verbesserte Informationen und Kenntnisse zum Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit beizutragen.

Um dieser Richtlinie nachzukommen, hätten die Mitgliedstaaten die erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften vor dem 1. April 2010 erlassen und veröffentlichen müssen. Da Deutschland, Finnland, Polen und Portugal die Kommission nicht fristgerecht über die Umsetzung der Rechtsvorschriften unterrichtet haben, übermittelt die Kommission ihnen eine mit Gründen versehene Stellungnahme.

Darüber hinaus erhält Polen aufgrund fehlender Maßnahmen zur Umsetzung der aktualisierten Vorschriften für Biozide in innerstaatliches Recht eine mit Gründen versehene Stellungnahme. Mit der Richtlinie 2009/107/EG wird die Richtlinie über das Inverkehrbringen von Biozidprodukten in Bezug auf die Verlängerung bestimmter Fristen geändert. Polen hätte diese Vorschriften bis zum 14. Mai 2010 in innerstaatliches Recht umsetzen müssen. Da diesbezüglich immer noch keine Rechtsvorschriften erlassen wurden, übermittelt die Kommission Polen eine mit Gründen versehene Stellungnahme.

Hintergrund der CLP-Rechtsvorschriften

Die CLP-Richtlinie wurde aktualisiert, nachdem neue Vorschriften zur Anpassung des EU-Systems über Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen an das GHS der Vereinten Nationen (United Nations Globally Harmonised System – weltweit harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien) erlassen wurden. Dieses neue System stellt sicher, dass dieselben Gefahren überall auf der Welt einheitlich beschrieben und gekennzeichnet werden. Die vom GHS-System eingeführten Regelungen wurden in die Verordnung 1272/2008 aufgenommen, welche eine schrittweise Ersetzung von aktuellen Rechtvorschriften über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Mischungen vorsieht.

Hintergrund der aktualisierten Rechtsvorschriften für Biozide

Mit der neuen Richtlinie wird die Frist für die Prüfung der in sogenannten „Biozidprodukten“ vorhandenen Wirkstoffe verlängert, zu welchen u.a. Desinfektions- und Insektenabwehrmittel gehören. Wirkstoffe sind chemische Stoffe oder Mikroorganismen, die eine bestimmte Wirkung auf oder gegen Schadorganismen haben. Eine systematische Prüfung aller auf dem EU-Markt vorhandenen Wirkstoffe wurde im Jahr 2000 eingeleitet und sollte bis zum 14. Mai 2010 abgeschlossen werden. Um diesen Vorgang abzuschließen wurde die Frist nun bis zum 14. Mai 2014 verlängert.

Literatur:

Europäische Kommission, Umwelt: Kommission fordert vier Mitgliedstaaten zur Umsetzung der EU-Vorschriften für Chemikalien auf IP/10/1573, Brüssel, den 24. November 2010

Dr. William Rea als Experte für Opfer des BP Ölunfalls anerkannt

Dr. William J. Rea, Gründer und Direktor des Environmental Health Center-Dallas (EHC-D) und weltweit anerkannter Spezialist für die Behandlung von chemikalieninduzierten Gesundheitsschäden, wurde in letzter Zeit in mehreren Artikeln über die gesundheitlichen Auswirkungen der BP Ölkatastrophe bei Aufräumarbeitern und Anwohnern besonders herausgestellt.

Die neueste Veröffentlichung, „BP schuld an Vergiftung“ durch Dahr Jamail von Al Jazeera, geht näher darauf ein, wie die 1.900.000 Gallonen giftiger chemischer Dispergiermittel, die zum Zersetzen des Öls, das durch die Explosion einer BP-Tiefsee-Bohrinsel im Golf von Mexiko letzten Sommer freigesetzt wurde, eine breite Palette beeinträchtigender Symptome bei Betroffenen auslöste, die diesen Chemikalien ausgesetzt waren.

Öl-Unfall am Golf von Mexiko/ Photo: NASA

Der Artikel führt an, „Aufnahmewege für die Dispergiermittel sind Einatmen, Verschlucken, Haut- und Augenkontakt. Zu gesundheitlichen Auswirkungen gehören Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Schmerzen in der Brust, Schädigung der Atmungsorgane, Hautreizungen, Bluthochdruck, Depression des zentralen Nervensystem (ZNS), neurotoxische Wirkungen, Herzrhythmusstörungen und Herz-Kreislauf-Schäden. Die Chemikalien sind auch teratogen, mutagen und krebserregend.“

Worüber auch in den anderen Artikeln berichtet wurde, ist das Auftreten von „Schadstoff- induziertem Toleranzverlust“ (TILT) – ein anderer Name für Chemical Sensitivity. Eine behindernde Erkrankung, die das Leben für die Betroffenen sehr schwierig macht, weil sie auf sehr geringe Konzentrationen von Chemikalien, Schimmelpilzen und anderen Substanzen reagieren. Weil die Verwendung von Chemikalien in unserer Kultur so allgegenwärtig ist und tief in unser Alltagsleben verwoben ist, kann der Umgang mit der Krankheit ein lebenslanger Kampf sein.

Dr. Rea ist ein Experte für Chemical Sensitivity, der viele Tausende Patienten mit dieser Erkrankung behandelt hat, einschließlich solcher Patienten, die giftigen Chemikalien aus Erdöl-und Dispergiermittel ausgesetzt waren, seit er sein Behandlungszentrum 1974 eröffnet hat. Hinsichtlich der Opfer der BP Ölkatastrophe erklärt Dr. Rea seinen Behandlungsansatz:

„Wir versuchen zunächst die Symptome der Menschen zu beseitigen, und das ist organspezifisch „, erklärt Rea in seiner Klinik, die als eines der ältesten und am weitesten fortgeschrittenen Zentren der Welt gilt für die Bewältigung von Gesundheitsproblemen, die durch die Umwelt entstanden sind. „Wir versuchen, ihre toxische Belastung zu reduzieren, indem wir ihnen Nährstoffe intravenös und oral verabreichen, Sauna durchführen und sie in Unterkünften unterbringen, die so gering wie möglich mit Schadstoffen belastet sind. Wir geben ihnen Bio-Lebensmittel zum Essen und leiten sie an, unbelastetes Wasser zu trinken.“

Rea hat viele Menschen aus der Golfregion behandelt, die krank gemacht wurden durch BP’s giftige Chemikalien.

„Ich habe im Moment mehrere Bedenken wegen der Menschen in der Golfregion, die von diesen Chemikalien betroffen sind“, sagte er. „Erstens, sie sind alle müde und nicht in der Lage zu arbeiten. Wenn alle Muskeln müde und erschöpft sind, ist es schwer zu funktionieren. Die Menschen dort bekommen „benebelte“ Gehirne von den Chemikalien, andere haben Herzprobleme deswegen. Andere haben Broncho- spasmen und Asthma davon. Andere sind aufgedunsen und werden schläfrig nach dem Essen, bekommen Durchfall, Verstopfung, Reizdarmsyndrom und andere Magen-Darmprobleme. “

Dr. Rea betont, dass es wichtig ist, die Patienten aus dem Belastungsbereich heraus- zuholen, damit die Behandlung effektiv sein kann.

In Ricki Ott‘s Artikel „BP, Regierungen, Bagatellisierung von öffentlichen Gesund- heitsrisiken durch Öl-und Dispergiermittel“, der von der Huffington Post im Juli vergangenen Jahres herausgegeben wurde, erinnerte sie uns daran, dass Dr. Rea auch bereits einige der kranken Exxon Valdez Aufräumarbeiter behandelt hat.

Planet Thrive ist stolz darauf, dass Dr. Rea Betroffenen der Tragödie, die durch den BP Ölunfall ausgelöst wurde, in einer kostenlosen Kolumne auf der Planet Thrive Plattform Rede und Antwort steht. Auch Fragen von Menschen, die durch andere Arten von Chemikalienexposition krank wurden, sind willkommen.

Literatur:

Planet Thrive, Dr. William Rea recognized as expert for BP Oil Spill victims, November 10, 2010

Vielen Dank an Julie Genser von Planet Thrive für die Erlaubnis, diesen Artikel übersetzen zu dürften!

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network

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Chemikalien, eine verschwiegene Ursache für Brustkrebs

Wenn Umwelt krank macht – Umweltbelastung und Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Wenn es um die Krankheit geht, dann meist um ihr medizinisches Management. Die öffentliche Darstellung von Brustkrebs ist geprägt vom Appell zur Früherkennung und von Erfolgsmeldungen zu neuen Behandlungsmöglichkeiten und pharmazeutischen Errungenschaften. Während der Fokus der Ursachenforschung auf genetischen und biochemischen Aspekten liegt, werden giftige Stoffe und hormonell wirksame Substanzen weitgehend vernachlässigt.

Diese Lücke füllt nun die längst fällige Broschüre „Die verkannte Gefahr: Umweltbelastungen und Brustkrebs“ (pdf), die die beiden großen Frauenorgani- sationen WECF (Women in Europe for a Common Future) und Arbeitskreis Frauenge- sundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) am vergangenen Wochenende in Berlin vorgestellt haben.

Die Broschüre, die Zusammenhänge zwischen Umweltbelastungen und Ursachen von Brustkrebs thematisiert und sich direkt an die Frauen, Politik und Medizin richtet, ist die erste Veröffentlichung dieser Art in deutscher Sprache.

„Es gibt längst Studien, die die Zusammenhänge zwischen Umweltbelastungen und Brustkrebs untersuchen“, so Alexandra Caterbow, Chemikalienexpertin von WECF. „Und es gibt Hinweise, dass verschiedene Chemikalien, mit denen wir alltäglich in Berührung kommen, die Entstehung von Brustkrebs begünstigen. Zur Verbreitung solcher Informationen wollen wir mit vorliegender Broschüre beitragen. Wir wollen eine Diskussion anstoßen, in der umfassender nach den Ursachen von Brustkrebs gefragt wird. Und wir wollen Angst abbauen und dazu ermutigen, sich in Gesundheits-, Verbraucher- und Umweltpolitik einzumischen. Denn nicht nur im Zusammenhang mit Brustkrebs gilt: Heilen ist gut, doch vermeiden ist besser.“

Vermeidbare Risiken gehen beispielsweise von Umweltöstrogenen (endokrinen Disruptoren) aus, die unter anderem die Entstehung von Brustkrebs begünstigen können. Ob Bisphenol A (BPA), Phthalate, Parabene oder Pestizide in Insektenschutzmitteln und Herbizide in Pflanzenschutzmitteln, Dioxine, Flammschutzmittel, DDT-Rückstände, bedenkliche Inhaltsstoffe in Kosmetika, Hormone in der Nahrung, industrielle Karzinogene oder organische Lösungsmittel: Frauen sind heute zahlreichen vermeidbaren Gefährdungen ausgesetzt. Weniger schädliche Chemikalien bedeuten auch weniger Brustkrebs. Die Broschüre bietet Frauen Informationen zum Selbstschutz und bindet die Politik mit zentralen Forderungen ein.

Die Broschüre, die von WECF bereits in englischer, französischer und holländischer Sprache veröffentlicht wurde, wurde nun gemeinsam mit dem AKF überarbeitet und ins Deutsche übertragen. Die Broschüre ist erhältlich als Download oder gegen eine Schutzgebühr von 5,- Euro unter buchbestellung@wecf.eu

Literatur:

WECF, Wenn Umwelt krank macht – Umweltbelastung und Brustkrebs, München, 9.11.2010

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Wird die Bevölkerung straflos vergiftet?

„Unkenntnis schützt vor Strafe nicht“, sagt nicht nur ein Sprichwort, sondern ist ein Prinzip unserer Rechtsprechung, wenn die Schuldfrage eines Vergehens untersucht wird. Das verpflichtet potentielle Schuldige oder Rechtsverletzer schon vor einem evtl. Schaden, sich darüber zu informieren, ob Bestandteile ihres Hab und Gutes (Elektroanlagen, Heimelektronik, Pkw usw.) oder ihr Verhalten gegen Gesetze verstoßen. Eine Ausrede: “ Das habe ich nicht gewusst“ hat vor einem Gericht keinen Bestand.

Die Frage ist nur: Gilt dieses Prinzip für alle natürlichen und juristischen Personen gleichermaßen?

Wenn sie für ALLE gilt, warum darf dann mit Produkten gehandelt und diese hergestellt werden, die nachweislich die Umwelt und Menschen schädigen?

Warum kommen Produkte auf den Markt, wo es noch keine Gewissheit darüber gibt, ob sie kurz-, mittel- oder langfristig zu Schäden führen oder ob sie in Verbindung mit anderen Stoffen Schaden verursachen? Warum werden erst nach Bekanntwerden von Schäden Grenzwerte festgelegt und wenn, dann nur pauschale Grenzwerte, die Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und Vorbelastungen der Menschen unberücksichtigt lassen?

Warum werden im Schadensfall oft die Hersteller und Anwender nicht in die Pflicht genommen?

Kurz gesagt: Der Bereich der Wirtschaft wird im erheblichen Maße von der gesetzlichen Pflicht, keinen Schaden für die Menschen zu verursachen, ausgenommen. Wer zahlt denn für radioaktive Belastungen, Belastungen durch Flug- und Verkehrslärm, Feinstaub, Allergien, Umweltkrankheiten, Verseuchung der Weltmeere, Gewässer, Böden, der Ausbreitung von Wüsten, Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten, Nebenwirkungen von Medikamenten, Chemikalienverseuchung von Wohnungen und öffentlichen Gebäuden usw.?

Die Kleinen hängt man und die Großen lässt man laufen?

Die Großen lässt man nicht nur laufen, sie werden beschützt, damit sie auf Kosten der Volksgesundheit weiter Profit machen können, wie z.B. die Hersteller von Diabetikerlebensmitteln, die nicht nur überteuert, sondern schädlich sind. Hersteller von konventionellen Lebensmitteln werden gegenwärtig verstärkt mit dem Argument in den Medien verteidigt, dass z.B. die Verwendung von Konservierungsmitteln das kleinere Übel im Vergleich zu Keiminfektionen seien. Doch auch hier werden mögliche Langzeitschäden durch die tägliche Aufnahme außer Acht gelassen und verschwiegen, warum Lebensmittel überhaupt konserviert werden sollen: Damit sie über weite Strecken transportiert und massenhaft über längere Zeit in den Supermärkten angeboten werden können. Eine regionale Produktion mit täglichen frischen Angeboten macht aber Konservierungsstoffe unnötig. Ebenso überflüssig, die vielen Geschmacksverstärker und künstlichen zugesetzten Aromen und Farbstoffe. Und warum werden die Menschen regelrecht manipuliert, dass ihre Wäsche, ihr Körper, die Wohnraumluft, die Spülmaschinen, der Staubsauger, der Pkw usw. ständig nach irgendwelchen künstlichen Duftstoffen riechen müssen?

Schaden vom Volk abzuwenden, wann wird das wirklich Wirklichkeit und das Unterlassen desselben tatsächlich juristisch verfolgt?

Autor:

Gerhard Becker, CSN – Chemical Sensitivity Network, 10. November 2010

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Rettung bei chronischen Entzündungen? Entzündungshemmer entdeckt

Biochemiker der Uni Kiel identifizieren mit internationalen Wissenschaftlern wichtigen Botenstoff im Immunsystem

Der Botenstoff Interleukin-27 spielt eine wichtige Rolle, wenn der menschliche Körper Entzündungen eindämmt. Das hat ein internat- ionales Forscherteam, dem auch die Kieler Professoren Joachim Grötzinger und Stefan Rose-John sowie der Doktorand Björn Spudy angehören, nun entdeckt. Die Ergebnisse der Wissenschaftler aus Kiel, den USA und Großbritannien sind am 07.11.2010 in der Online-Vorabausgabe von Nature Immunology erschienen.

Das menschliche Immunsystem reagiert auf Verletzungen und Infektionen des Körpers mit Entzündungen. Sie sind für den Heilungspro- zess wichtig, können aber selbst schädlich wirken, wenn sie chronisch werden.

Ausgelöst werden Entzündungen durch Boten- stoffe wie das Zytokin Interleukin-6 (IL-6). Dieses Peptidhormon dockt an spezielle Rezeptormoleküle auf Zellen an und treibt so die Entzündung.

„Wir haben beobachtet, dass ein anderes Zytokin, Interleukin-27 diese Wirkung aufheben kann“, erklärt Professor Joachim Grötzinger vom Institut für Biochemie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

„IL-27 dockt an die gleichen Rezeptoren an wie IL-6 und hemmt so die Entzündungsreaktion.“ Die Kieler Biochemiker konnten das internationale Forscher- team besonders mit ihrem Wissen über IL-6 unterstützen. „Damit beschäftigen wir uns seit über 20 Jahren“, so Grötzinger. „Wir hoffen, dass diese grundlegende Erkenntnis eines Tages bei der Heilung chronischer Entzündungskrankheiten helfen kann“, ergänzt Professor Stefan Rose-John.

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat als Forschungsuniversität im Norden Deutschlands eine ausgewiesene internationale Expertise im Bereich der Lebenswissenschaften. Dies unterstreicht etwa der Exzellenzcluster Entzündungs- forschung, mit dem die CAU in der ersten Runde der bundesweiten Exzellenzinitiative gemeinsam mit der Universität Lübeck und dem Forschungszentrum Borstel erfolgreich war. Auch der Sonderforschungsbereich 877 „Proteolyse als regulat- orisches Ereignis in der Pathophysiologie“, dessen Sprecher Rose-John ist und dem auch Grötzinger angehört, belegt die Kieler Kompetenz im Bereich der Lebenswissenschaften. Der SFB 877 beschäftigt sich mit Signalwegen im Zellinneren und zwischen Zellen, die durch die Spaltung von Proteinen ausgelöst werden.

Literatur:

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Entzündungshemmer entdeckt, 08.11.2010

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Bedenkliche Chemie in Duftstoffen

Es wurde nachgewiesen, dass parfümierte Produkte zahlreiche nicht deklarierte Chemikalien abgeben

Der angenehme Duft frischer Wäsche könnte einen unangenehmen Beigeschmack haben. Weit verbreitete Produkte, auch solche die behaupten, „grün“ zu sein, geben zahlreiche Chemikalien ab, die nicht auf den Etiketten stehen. Darunter sind einige, die als toxisch eingestuft werden.

Eine von der Universität Washington geleitete Studie ergab, dass 25 häufig genutzte parfümierte Produkte durchschnittlich jeweils 17 chemische Substanzen abgeben. Von den 133 nachgewiesenen Chemikalien ist fast ein Viertel nach mindestens einem Bundesgesetz als toxisch oder schädlich eingestuft. Nur eine der freigesetzten Substanzen war auf einem Warenetikett angegeben und nur zwei sind irgendwo veröffentlicht worden. Der Bericht erschien am 26. Oktober 2010 im Journal „Environmental Impact Assessment Review“ (etwa: Abschätzung von Umweltfolgen im Überblick).

„Wir haben Produkte analysiert, die am Häufigsten verkauft werden, und ungefähr die Hälfte davon sollte ökologisch, organisch oder natürlich sein“, sagte die leitende Autorin Anne Steinemann, eine Professorin für Bau- und Umweltingenieurwesen und Public Affairs (Öffentliche Angelegenheiten) an der University of Washington. „Überraschenderweise unterschieden sich die Emissionen schädlicher Chemikalien aus „grünen“ Erzeugnissen nicht wesentlich von denen anderer Produkte.“ Mehr als ein Drittel der Erzeugnisse gab mindestens eine Chemikalie ab, welche die amerikanische Umweltschutzbehörde (EPA) als möglicherweise krebserzeugend einstuft und für welche sie keinen sicheren Grenzwert festsetzt.

Die Hersteller sind nicht verpflichtet, bei Reinigungsartikeln, Lufterfrischern oder Wäschepflegeprodukten irgendwelche Inhaltsstoffe preiszugeben, allesamt Produkte, die von der Product Safety Commission (Verbraucherschutz Kommission) überwacht werden. Weder diese, noch Körperpflegemittel, die von der Food and Drug Administration (Behörde für Nahrungsmittel und Medikamente) überwacht werden, erfordern die Angabe der Inhaltsstoffe, welche in den Duftstoffen zur Anwendung kommen, obwohl ein einziger „Duftstoff“ in einem Produkt ein Gemisch aus bis zu mehreren Hundert Zutaten sein kann, sagte Steinemann.

Aus diesem Grunde haben Steinemann und ihre Kollegen wie Detektive nach Chemikalien gesucht um herauszufinden, welche Stoffe parfümierten Produkte abgeben, die üblicherweise in Wohnungen, öffentlichen Räumen und an Arbeitsstätten verwendet werden.

Die Studie untersuchte Lufterfrischer in Form von Sprays, Feststoffen und Ölen, Wäschepflegemittel wie Waschmittel, Weichspüler und Trockner-Tücher [gegen Knittern und mit Duft], Körperpflegemittel wie Seifen, Händedesinfektion, Lotionen, Deos und Shampoos, sowie Reinigungsmittel, zu denen Desinfektionsmittel, Allzweckreiniger-Sprays und Spülmittel gehörten. Es handelte sich stets um weit verbreitete Marken, von denen mehr als die Hälfte zu den am meisten verkauften in ihrer Warengruppe gehörten.

Die Forscher platzierten von jedem Produkt eine Probe bei Raumtemperatur in einem geschlossenen Glasbehälter und untersuchten danach die eingeschlossene Umgebungsluft auf flüchtige organische Substanzen, winzige Moleküle, die aus der Oberfläche eines Produktes verdampfen. Sie maßen chemische Konzentrationen von 100 Mikrogramm pro Kubikmeter (dem kleinsten gemessenen Wert) bis zu mehr als 1.6 Millionen Mikrogramm [0.0016 Milligramm] pro Kubikmeter [etwa 0,83ppb bis 1,3ppt].

Die am häufigsten abgegebenen Stoffe waren Limonen, eine nach Citrus riechende Substanz; Alpha-Pinen und Beta-Pinen, Substanzen mit Kiefernduft; Ethanol und Aceton, Lösungsmittel die in Nagellackentferner vorkommen.

Alle Produkte gaben mindestens einen chemischen Stoff ab, der als toxisch oder schädlich eingestuft ist. Elf Produkte gaben mindestens einen Stoff ab, der laut EPA im Verdacht steht, Krebs hervorzurufen. Dazu zählten Acetaldehyd, 1,4-Dioxan, Formaldehyd und Methylchlorid. Die einzige überhaupt auf einem Produktetikett angegebene Chemikalie war Ethanol und die einzige weitere Substanz, welche in einem chemischen Sicherheitsbericht bzw. in einem Sicherheitsdatenblatt vorkam, war 2-Butoxyethanol.

„Die Produkte gaben zusammen über 420 Chemikalien ab, aber nahezu keine wurde irgendwo den Verbraucher offen gelegt“, sagte Steinemann.

Da über die Zusammensetzung der Produkte Verschwiegenheit herrscht, war es unmöglich festzustellen, ob eine Chemikalie der Grundsubstanz eines Produktes oder dem ihm hinzugefügten Duftstoff oder beidem entstammt. [Dies dient vordergründig dem Wettbewerbsschutz und ist gesetzlich entsprechend geregelt.]

Die Ergebnistabellen enthielten neben den aufgelisteten Artikeln alle von jedem einzelnen Produkt abgegebenen Chemikalien, sowie deren Konzentrationen, führen jedoch keine Markennamen der Produkte auf.

„Wir möchten bei niemandem den Eindruck erwecken, man wäre vor Schaden sicher, indem man Produkt „B“ kauft, weil wir Produkt „A“ erwähnen“, sagte Steinemann. „Potentiell schädliche Chemikalien fanden wir in allen parfümierten Produkten, die wir getestet haben.“

Die Studie belegt die Anwesenheit verschiedener Chemikalien, maßt sich aber keine Aussagen über die möglichen Gesundheitsfolgen an. 2009 ergaben zwei in allen Bundesstaaten durchgeführte Erhebungen von Steinemann und einer Kollegin, dass ungefähr 20 Prozent der Bevölkerung von gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Lufterfrischer berichteten und ungefähr 10 Prozent klagten über gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Wäschepflegeprodukte, deren Abluft nach Draußen abgeführt wurde. Asthmatiker klagten ungefähr doppelt so häufig darüber, wie der Durchschnitt.

Nach dem Gesetz zur Auszeichnung von Haushaltsprodukten, welches derzeit einer Prüfung durch den US-Senat unterzogen wird, sollten die Hersteller die Inhaltsstoffe von Lufterfrischern, Seifen, Waschmitteln und anderen Verbrauchsgütern angeben. Steinemann sagt, ihr Augenmerk richtet sich auf Duftstoffmischungen, die im Entwurf des neuen Auszeichungsgesetzes aufgeführt sind.

Grund ist das Potential an unerwünschten Expositionen oder das, was sie „Düfte aus zweiter Hand“ nennt.

Als das, was Verbraucher die solche Chemikalien vermeiden wollen, in der Zwischenzeit tun sollten, schlägt Steinemann einfachere Möglichkeiten vor, z.B. mit Essig und Natron zu reinigen, zum Lüften Fenster zu öffnen [statt Air Freshener] und duftfreie Produkte benutzen.

„In den vergangenen zwei Jahren habe ich mehr als 1.000 Mails, SMS und Anrufe von Menschen bekommen, die etwa folgenden Inhalt hatten: ‚Ich danke Ihnen, dass Sie diese Untersuchungen durchführen, diese Produkte machen mich krank und nun beginne ich zu verstehen weshalb'“, sagte Steinemann.

Steinemann ist zurzeit Gastprofessor für Bau- und Umweltingenieurwesen an der Stanford University. Mitautoren sind Ian MacGregor und Sydney Gordon vom Battelle Memorial Institute in Columbus, Ohio, Lisa Gallagher, Amy Davis und Daniel Ribeiro von der University of Washington und Lance Wallace von der amerikanischen Umweltschutzbehörde im Ruhestand. Die Untersuchung wurde teilweise durch die Stadtwerke von Seattle finanziert.

Literatur:

Übersetzung: Vielen Dank an BrunO!

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Ministerium für Gesundheit ordnet an

Ab sofort sind Kliniken, Arztpraxen, Universitäten und Gesundheitsämter rauchfrei und duftfrei!

Im Südwesten des amerikanischen Bundesstaates Georgia haben Verantwortliche im Gesundheitswesen für ihren Bezirk eine neue Verfügung herausgebracht. In den Kliniken, Universitäten, Gesundheitsämtern und anderen Gesundheitseinrichtungen müssen Besucher, Patienten und Angestellte auf Rauchen und Parfüms verzichten. Niemand darf eine gesundheitliche Einrichtung betreten oder eine Veranstaltung besuchen, wenn die Person Duftstoffe benutzt hat. Das Rauchen ist selbst auf dem jeweiligen Gelände untersagt. Ein ähnlich umfangreiches Duftstoffverbot im Gesundheitsbereich hat Schweden 2008 eingeführt.

Rauchverbot und Parfümverbot

Im Albany Herald stand zu lesen, dass die Verantwortlichen der Gesundheitsbehörde mitteilten, dass die Gerüche vieler Duftstoffe negative gesundheitliche Auswirkungen auf empfindliche Menschen haben können. Aus diesem Grund würden im Southwest Health District ab sofort Patienten und Besucher darauf hingewiesen, dass alle Gesundheitseinrichtungen duftfreie und rauchfreie Zonen sind. Dieses Rauch – und Duftstoffverbot betrifft Kliniken, Arztpraxen, Praxen von Therapeuten, Gesundheits- ämter, Universitäten und Sportveranstaltungen.

Für den einen tolles Parfüm, für den anderen Schmerz und Kollaps

Die Leiterin des Ministerium für Gesundheit erläuterte gegenüber der Zeitung, dass diese Maßnahme notwendig sei, weil nicht jeder von sich aus erkennt, dass ein Parfüm, das er genießt, bei einer anderen Person, beispielweise einem Sitznachbarn in einem Wartezimmer, schwere gesundheitliche Reaktionen auslösen kann. Deshalb habe man ein Duftverbot eingeführt, das auch duftende Handcremes und andere parfümierten Produkte betrifft. Die Leiterin des Ministerium für Gesundheit führte an, dass es Patienten gab, die mit einer Bahre abtransportiert und stabilisiert werden mussten, andere sogar auf die Intensivstation kamen, weil sie aufgrund ihrer Sensitivität auf ein Parfüm schwerste Reaktionen bekamen.

Bessere Bedingungen in Gesundheitseinrichtungen

Diese neuen Leitlinien, durch die Gebäude und gesundheitsbezogene Veranstalt- ungen jetzt duftfrei und rauchfrei werden, sieht die Direktorin des Ministerium für Gesundheit als einen entscheidenden Schritt in die Richtung, dass sich jeder in medizinischen Einrichtungen gut fühlt und dass der Aufenthalt für jeden so gesund wie möglich ist.

Auch Rauchermief ist gesundheitsschädlich

Die Verantwortlichen der Gesundheitsbehörde ließen verlauten, dass von Zigarettenrauch ebenfalls große Probleme ausgehen. Für Menschen mit Lungen- krankheiten, ältere oder junge Menschen sei Passivrauch schon problematisch und sogar die Rauchrelikte, die in der Kleidung von Rauchern festhängen. Wenn jemand darauf empfindlich reagiert, kann er dadurch erheblichen gesundheitlichen Schaden nehmen. Deshalb solle auch Sekundärrauch vermieden werden.

Besondere Relevanz für Chemikaliensensible

Für Menschen mit der Behinderung MCS (ICD-10 T78.4) hätte ein Duftstoffverbot und absolutes Rauchverbot in Gesundheitseinrichtungen, so wie es jetzt in Southwest Georgia angeordnet wurde, ganz besondere Relevanz. Für diese Behinderten würde eine große „unsichtbare“ und in vielen Fällen unüberwindbare Barriere verschwinden.

Es ist einschlägig bekannt, dass Arzt- und Therapeutenbesuche von manchen chemikaliensensiblen Kranken seit Monaten oder Jahren verschoben werden mussten, wegen der gesundheitsbeeinträchtigenden Problematik, die von Chemikalien in Duftstoffen und Parfüms für diese Patientengruppe ausgeht. Unnötiges Leiden und Chronifizierung von Beschwerden war die Folge.

Ein striktes Rauch- und Duftstoffverbot führt zudem als positiver Nebeneffekt zu einer drastischen Verbesserung der Innenraumluftqualität in medizinischen Einrichtungen, was für alle Patienten, das medizinisches Fachpersonal, Angestellte und für Besucher gesundheitsfreundlicher und zuträglicher wäre. Gegen ein Rauch- und Duftstoffverbot in Gesundheitseinrichtungen spricht kritisch betrachtet, eigentlich nichts was von maßgebender Relevanz wäre.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 26. Oktober 2010

Literatur:

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Hersteller von Haushaltsreinigern werden aufgefordert chemische Inhaltsstoffe preiszugeben

Verbraucher sollen Entscheidungsfreiheit erhalten, ob sie giftige Inhaltsstoffe wollen oder nicht

Reinigungsmittel, wie sie in jedem Supermarkt in den Regalen stehen, tragen durch die darin enthaltenen Chemikalien zu einem erheblichen Teil zur Schadstoffbelastung in Innenräumen bei, das bestätigten wissenschaftliche Studien der letzten Jahre. Chemische Reiniger, aber auch Reinigungsmittel, die ätherische Öle enthalten, können die Gesundheit belasten und sogar nachhaltig schädigen. Ein Putzmittel zu finden, das keine schädlichen Inhaltsstoffe enthält, ist für den Verbraucher nicht einfach, weil die Hersteller, außer im Biobereich, in den seltensten Fällen eine volle Deklaration der Inhaltsstoffe anführen. Die Konsumenten haben daher realistisch betrachtet, so gut wie keine Möglichkeit, beim Produktkauf abzuwägen, ob sie bspw. ein Reinigungsmittel kaufen, das Chemikalien enthält, die Krebs auslösen können, oder ein Produkt ohne bedenklichen Inhalt. Das soll sich rasch ändern.

Verbraucherinitiativen machten massiv Druck

Im US Bundesstaat New York wird mit der Zurückhaltung der Inhaltsstoffe von Reinigungsmitteln bald Schluss sein. Man will jetzt erstmalig damit beginnen, von Herstellern für Haushaltsreiniger eine Offenlegung der chemischen Inhaltsstoffe der Produkte zu verlangen und Informationen darüber, welche Gesundheitsrisiken diese Substanzen bergen.

Dieser wichtige Schritt wurde durch Verbraucherinitiativen erzielt, die sich im Bereich Gesundheit und Umwelt engagieren. Sie drängten das New Yorker Department of Environmental Conservation dazu, Offenlegungspflichten durchzusetzen, die laut Gesetz in diesem Bundesstaat bereits seit über 30 Jahren bestehen.

Kampagne zum Wohle der Gesundheit

Unabhängige wissenschaftliche Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen vielen Chemikalien, die häufig in Reinigungsmitteln enthalten sind, und gesundheitlichen Auswirkungen, die von Nervenschäden bis zu Hormonstörungen reichen. Mit wachsender Besorgnis über die möglichen Gefahren durch die Chemikalien in diesen Produkten starteten die Initiativen eine Kampagne, um Druck auf den Bundesstaat auszuüben. Ziel ihrer Kampagne war, das Recht des Verbrauchers auf Wissen, was in einem Produkt ist, anzuerkennen und mit der Durchsetzung des seit 33 Jahren bestehenden Gesetzes zu beginnen.

Signalwirkung

Diese First-of-its-kind-Richtlinie könnte nationale Implikationen nach sich ziehen, als auch eine Dynamik aufbauen, die in den USA und im Ausland für eine Reform toxischer Chemikalien sorgt, so die Hoffnung von Earthjustice. Der amerikanische Kongress erwägt derzeit eine Überholung der Rechtsvorschriften zur US-Chemikalienpolitik. Im Juli 2010 wurde ein Gesetzentwurf diskutiert, der die chemische Industrie dazu zwingt, die Sicherheit von Chemikalien nachzuweisen, bevor sie in Produkten verwendet werden können. Diese Änderungen sollen in Anlehnung an REACH erfolgen, der Europäischen Chemikaliengesetzgebung, die Unternehmen bereits versuchen umzusetzen.

„Volldeklaration ist ein entscheidender Schritt in Richtung Gewährleistung sicherer, gesünderer Produkte“, sagte Kathy Curtis von Clean New York. „Die Verbraucher im ganzen Land werden von der New Yorker Vorreiterposition profitieren.“

Konzerne erhielten Anzeige

Letztes Jahr hatte die gemeinnützige Anwaltskanzlei Earthjustice im Auftrag von mehreren Organisationen im Umwelt- und Gesundheitsbereich die größten Hersteller von Reinigungsmitteln, Procter & Gamble, Colgate Palmolive, den Arm & Hammer Tochterkonzern Church and Dwight, als auch den Hersteller von Lysol, Reckitt-Benckiser, angezeigt, weil diese Riesenkonzerne ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen waren, zweimal jährlich Bericht zu erstatten über die Inhaltsstoffe in ihren Produkten. Ein Richter wies die Klage ab, die im letzten Monat ohne Entscheidung über die Begründetheit der Gruppenansprüche verhandelt wurde. Aber während der Gerichtsverhandlung sagten die Unternehmen zu, dass sie einer Offenlegung von Berichte mit den Inhaltsstoffen ihrer Produkte zustimmen, wenn Sie durch den Staat dazu aufgefordert werden.

DEC Bevollmächtigter Peter Grannis hat jetzt einen solchen Antrag gestellt, wie er bei einer aktuellen Zusammenkunft der Interessenvertreter mitteilte.

Ein neues Zeitalter für Konsumenten bricht an

„Indem die Unternehmen dazu gebracht werden, sauber darlegen zu müssen, was in ihren Produkten ist, leitet der Bundesstaat New York ein Zeitalter von größerer Transparenz ein und befähigt die Menschen, sich selbst und ihre Familien zu schützen“, sagte die Geschäftsführerin und Earthjustice Rechtsanwältin Deborah Goldberg, die eine mit Wahrscheinlichkeit anstehende Beschwerde gegen die Reinigungsmittelunternehmen führen wird, die ihre Berichte noch abzuliefern haben.

Akzeptable Lösung für beide Seiten

Anfang Oktober 2010 gab es eine Zusammenkunft der Interessenvertreter, es trafen sich Vertreter des DEC, der Organisationen aus dem Gesundheits- und Umwelt- bereich und der Reinigungsmittelunternehmen, um ein Verfahren einzuleiten, dass für beide Seiten akzeptabel und machbar ist und dazu dient, mit der Offenlegung von Chemikalien in den Produkten zu beginnen. „Wir sind unglaublich froh darüber, dass die New York DEC diese Informationen von den Produktentwicklern anfordert. Verbraucher haben ein Recht darauf zu wissen, was sie durch Reinigungsmittel ausgesetzt sind“, sagte Erin Switalski, leitender Direktor der Organisation Women’s Voices for the Earth. „Informationen zu Produktbestandteilen öffentlich zu machen, ist ein entscheidender Schritt zum Schutz der Gesundheit und des Wohlbefindens aller Verbraucher.“

Höchste Zeit, dass Hersteller Verantwortung tragen müssen

Die Umweltverbände sind allesamt begeistert darüber, dass sich endlich etwas ändern soll. „Es ist höchste Zeit, dass der Bundesstaat New York State auf die Durchsetzung des Rechts pocht und Reinigungsmittel-Hersteller die Verantwortung für die gefährlichen Chemikalien in ihren Produkten zuweisen. Wir begrüßen diese lang erwartete Maßnahme des Department of Environmental Conservation sehr „, sagte Saima Anjam von den Environmental Advocates von New York.

Verbraucher fordern ungiftige Produkte

Hersteller von Reinigungsmitteln sind dabei zur Kenntnis zu nehmen, dass sich das Klima in Bezug auf Giftstoffe in Produkten wandelt. Als Reaktion auf ein Schreiben der in den Prozess eingebunden Organisationen reichten mehrere Unternehmen, darunter auch der in Kalifornien ansässige Konzern Sunshine Makers, Inc. (Hersteller von Simple Green-Produkten), erstmalig Berichte über Inhaltsstoffe beim Bundesstaat ein. Und drei Wochen nach der Bekanntgabe, dass Klage eingereicht wurde, gab der riesige Hersteller für Haushaltsreiniger SC Johnson bekannt, dass man mit der Offenlegung der chemischen Bestandteile in den Produkte über Produktkennzeichnungen und einer Website beginnen würde.

Krank durch Chemikalien in Reinigungsmitteln

Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Chemikalien, die in herkömmlichen Haushaltsreinigern vorkommen und Reizung der Atemwege, Asthma und Allergien. Berufliche Exposition gegenüber einigen Ethylen-Glycol-Ethern, die oftmals als Lösungsmittel in Reinigungsmitteln verwendet werden, stehen in Zusammenhang mit Schäden an den roten Blutkörperchen und am Fortpflanzungssystem und werden mit Geburtsschäden assoziiert. Einige der Lösungsmittel in Reinigungsmitteln sind auch dafür bekannt, dass sie toxisch für das Nervensystem sind.

Chemikalien eine Ursache für Krebs

„Jeder kennt jemanden mit Brustkrebs“, sagte die Präsidentin der Huntington Breast Cancer Action Coalition, Karen Miller. „Während Wissenschaftler Fakten aufdecken, die mit toxischer Exposition aus Produkten zusammenhängen, die wir jeden Tag benutzen, muss die Regulierungsbehörde Schritt halten, um den Verbrauchern ihr Recht auf Wissen, was sie in ihre Häuser bringen, zur Verfügung zu stellen“

„Viele Chemikalien in Reinigungsprodukten und Lufterfrischern sind endokrine Disruptoren, die in Verdacht stehen, Krebs auszulösen, und dass sie die Entwicklung der Brustdrüsen im Tierversuch verändern. Die Öffentlichkeit hat das Recht zu wissen, ob einige der potenziell schädlichen Chemikalien, wie Alkylphenole, Terpene, Benzol, einige Antibiotika und bestimmte synthetische Moschusverbindungen in den Produkten enthalten sind, die sie nutzen „, sagte Margaret Roberts die Koordinatorin der Brustkrebsvereinigung Capital „Region Action Against Breast Cancer!“.

Ein bedeutender Schritt

„Dies ist eine längst überfällige Schutzmaßnahme, die Verbraucher benötigen und die ihnen zusteht“, sagte Kathleen Donahue, Vizepräsidentin einer New Yorker Lehrergewerkschaft.

„Das Engagement des Staates New York für die vollständige Offenlegung der chemischen Bestandteile ist ein bedeutender Schritt“, sagte Roger Downs, ein Sierra Club Manager.“ Jetzt können die New Yorker fundierte Entscheidungen über die Haushaltsprodukte fällen, die sie benutzen.“

„Mit einem New Yorker Gesetz, das bereits in Kraft ist und dafür sorgt, dass Kinder an Schulen vor giftigen Chemikalien in Reinigungsmitteln geschützt sind, wird die Durchsetzung dieser Offenlegungspflicht den Eltern die Möglichkeit geben, ihre Häuser genauso sicher wie Schulen zu machen,“ ergänzte Patti Wood, die Direktorin einer Grassroot-Initiative .

Internationales Aufbruchssignal

Organisationen aus dem Umwelt- und Gesundheitsbereich in allen Ländern sollten sich an diese New Yorker Initiative anhängen und durch entsprechende Forderungen und Druck auf Entscheidungsträger erwirken, dass in jedem Land nur noch solche Reinigungsmittel in den Verkaufsregalen zu finden sind, die voll deklariert und mit entsprechenden Warnhinweisen versehen sind.

Autor:

Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 20. Oktober 2010

Literatur:

Earthjustice, New York To Force Household Cleaner Giants To Reveal Chemical Ingredients, 9. September 2010

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Wir wären besser beraten, (ohne Verfälschungen) auf unsere Nasen zu hören

„Wir würden besser daran tun, auf unsere Nasen zu hören.“ Dieses Zitat aus einer beliebten Zeitschrift [vgl.]1, das diese Woche meine Aufmerksamkeit auf sich zog, stammt von einem deutschen Zellphysiologen Prof. Hanns Hatt. Als jemand, der mit der einschränkenden Erkrankung Chemikalien-Unverträglichkeit gesegnet ist, hatte ich keine andere Wahl als „mit meiner Nase zu hören“, seitdem mich vor sechs Jahren die Belastungen an meinem Arbeitsplatz zur Behinderten gemacht haben. Wenn ich die letzten Jahre nicht auf meine Nase gehört hätte, als mir an zahlreichen Orten chemische Auslöser in die Quere kamen, etwa in Copyshops, Supermarktabteilungen mit Reinigungsmitteln, muffigen Bibliotheken, Einkaufscenter mit Duftmanagement etc. und wenn ich nicht Vermeidungsstrategien befolgt hätte, wäre ich heute sicherlich nicht in der Lage, diesen Artikel zu schreiben.

Weil ich auf Chemikalien sensibilisiert wurde, verfüge ich inzwischen über eine riesige Wissenssammlung über den menschlichen Körper, Vitamine und Mineralien, Chemikalien, Baumängel, Politik und Menschenkenntnis. Ich nehme an, es gehört zur Natur des Menschen, sich nur dann mit Problemen zu befassen, wenn dies notwendig ist, doch scheinen viele Menschen auch für präventive Gesundheitsvorsorge offen zu sein, um in Zukunft unnötigen Schmerz und unnötiges Leid zu vermeiden. Ich habe versucht, mein neu erworbenes Wissen zu Chemie in Produkten, Gebäuden und Lebensmitteln mit anderen zu teilen, um ihnen zu helfen, nicht in der Behinderung zu enden. Das eine Mal stießen die Informationen auf taube Ohren, das andere Mal machte es mir Mut zu sehen, wie Leute bewusst immer weniger chemikalienbeladene Waren kauften, um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden aufrecht zu erhalten.

Heute stelle ich einen ganz anderen Grund vor, warum man die Bevölkerung nicht Chemikalien aussetzen sollte, selbst wenn sie von den erdrückend vielen toxischen Auslösern um uns herum noch nicht krank gemacht wurde. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, daß Männer und Frauen von Partner angezogen werden, die anders als sie selber riechen. Liebe wird sozusagen zuerst durch die Nase gefunden. Letztes Jahr ergaben Studien, daß Pheromone bei der Wahl eines möglichen Partners eine entscheidende Rolle spielen. Nach Aussage eines Deutschen Forschers können sogar Frauen, welche die Pille nehmen, mit den Gerüchen, die sie verbreiten, auf Männer wirken und dies setzt sie der Gefahr einer falschen Partnerwahl aus.

Männer und Frauen können ohne zu sprechen miteinander kommunizieren, indem sie mit ihren eigenen Geruch eine natürliche chemische Körpersprache benutzen. Wie in dem Artikel erwähnt wurde, den ich diese Woche las, kommt es unglücklicherweise selten vor, daß man in einem Zug, in einer Arztpraxis, in einem Theater oder Cafe etc. sitzen kann, ohne mit chemischen und künstlichen Gerüchen die von Haargels, Weichspülern, Parfüms, Kölnischwasser, Lotionen und anderen Produkten mit synthetischen Chemikalien und Düften ausgehen, bombardiert zu werden. Dies hat Wissenschaftler veranlasst, sich über den negativen Einfluss Sorgen zu machen, unter diesen Beeinträchtigungen den zukünftigen Lebenspartner wirklich zu finden. Das beste „Parfüm“, um den richtigen Partner anzuziehen, sind die natürlichen Pheromone des Körpers, die jene Person anziehen werden, die am besten zu einem passt.

Fachleute sind der Ansicht, dass ein [passendes] Paar dann am wahrscheinlichsten zueinander findet, wenn sie den jeder Person eigenen Geruch der Pheromone unverfälscht riechen können. Kommen synthetische Chemikalien und Gerüche hinzu, kann dies am Ende zu einer falschen Wahl führen. Ist das vielleicht der Grund für die hohe Scheidungsrate? Wer weiß, aber es ist eine naheliegende Theorie, dies zu erklären.

Ergänzend zu den negativen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Hormonhaushaltes und anderer Organsysteme durch chemiehaltige Waren und Baumaterialien, mache ich mich nun also für einen weiteren Grund stark, diese Erzeugnisse bei der Auswahl der Nahrung, der Medikamente, der Körperpflegeprodukte, der Reinigungsmittel und der Baumaterialien zu vermeiden. Auf diese chemischen Einflüsse zu verzichten kann u.U. den Unterschied ausmachen, ob man den passenden Partner für das ganze Leben findet oder stattdessen vielleicht nur einen, der für ein ganzes Leben nicht der richtige ist. In der Tat würden wir besser tun, ohne die vielfältigen synthetischen chemischen Störungen auf unsere Nasen zu hören.

Autor: Christi Howarth für CSN, 17. Oktober 2010

Übersetzung: BrunO

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Studie belegt, Yoga ist die bessere Therapie bei Fibromyalgie

Laut einer aktuellen Studie, die an der Oregon Health & Science University durchgeführt wurde, sind Yoga-Übungen im Stande Fibromyalgie zu bekämpfen – eine Erkrank- ung, die durch ausgedehnte, chronische Schmerzen charakterisiert wird. Die wissen- schaftlichen Erkenntnisse werden in der November Ausgabe  der Zeitschrift Pain veröffentlicht.

Suche nach ganzheitlichen Therapiemöglichkeiten

„Frühere Forschungen sprachen sich dafür aus, dass die erfolgreichste Therapie für Fibromyalgie aus einer Kombination von Medikamenten, körperlicher Bewegung und der Entwicklung von Strategien zur Bewält- igung der Krankheit besteht“, sagte James Carson, Ph.D., ein Psychologe und Professor für Anästhesiologie und präoperative Medizin an der OHSU School of Medicine. „Unsere aktuelle Studie haben wir speziell auf Yoga ausgerichtet, um herauszufinden, ob Yoga als verschreibbare Behandlung berück- sichtig werden sollte und in welchem Umfang sie erfolgreich sein kann.“

Yoga statt Medikamente

Die Wissenschaftler bezogen 53 weibliche Probanden in ihrer aktuellen Studie ein, bei denen zuvor eine Fibromyalgie diagnostiziert wurde. Die Frauen wurden zwei kontrollierte Studiengruppen zugeordnet. Die erste Gruppe nahm an einem achtwöchigen Yoga-Programm teil, das sanfte Posen, Meditation, Atemübungen und Gruppendiskussionen enthielt. Die zweite Gruppe von Frauen, die Kontrollgruppe, erhielt medikamentöse Standardtherapien für ihre Fibromyalgie.

Erfolgskontrolle

Nach Abschluss des Yoga-Programms beurteilten die Wissenschaftler jede einzelne Testperson mit Hilfe von Fragebögen und körperlichen Tests. Die Ergebnisse wurden dann mit den jeweiligen Untersuchungsergebnissen vor dem Yoga-Kurs verglichen. Die Mitglieder der Kontrollgruppe wurden den gleichen Bewertungen unterzogen. Darüber hinaus wurde jeder Teilnehmer der Yoga-Gruppe aufgefordert, täglich Tagebuch zu führen, um ihren Zustand während des gesamten Programms persönlich zu beurteilen.

Yoga brachte  klinisch signifikante Besserung

Ein Vergleich der Daten beider Gruppen zeigte, dass Yoga sich bei der Bekämpfung einer Reihe schwerer Fibromyalgie-Symptome, wie Schmerzen, Müdigkeit, Steifigkeit, schlechter Schlaf, Depression, Gedächtnisschwäche, Angst und schlechte Balance unterstützend auszuwirken scheint. All diese Verbesserungen waren nicht nur statistisch, sondern auch klinisch signifikant, d.h. die Veränderungen waren groß genug, um praktische Auswirkungen auf das tägliche Funktionieren zu haben. So wurden zum Beispiel Schmerzen in der Yoga-Gruppe um durchschnittlich 24 Prozent, Müdigkeit um 30 Prozent und Depressionen um 42 Prozent reduziert.

Patienten waren begeistert

„Ein wahrscheinlicher Grund für den vorliegenden Erfolg der Therapie in dieser Studie war das starke Engagement, das die Probanden zeigten. Die Teilnahme an den Kursen war gut, genauso die Bereitschaft der meisten Teilnehmer, Yoga auch zu Hause durchzuführen“, fügte Carson an. „Basierend auf den Ergebnissen unserer Forschung sind wir stark davon überzeugt, dass weitere Studien zu dieser potenziellen Therapie gerechtfertigt sind.“

Yoga soll zukünftig in die Fibromyalgie-Therapie integriert werden

Als eine Folge dieser Studie und von Carson’s vorherigen Forschungen, die belegten dass Yoga bei Krebs-Schmerzen hilfreich sein kann, wird die OHSU Klinik für Anästhesiologie und präoperativer Medizin im Juni nächsten Jahres einen Ausbildungskurs für US-und kanadische Yogalehrer sponsern, die den Wunsch haben, ihre Fähigkeiten zu erweitern und mit Menschen zu arbeiten, die chronische Schmerzen haben.

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network

Literatur:

Oregon Health & Science University, OHSU research suggests yoga can counteract fibromyalgia,  14-Oktober-2010.

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