Archiv der Kategorie ‘Chemikaliensensitivität, Chemikalienunverträglichkeit‘

Die nuklearmedizinischen Verfahren PET und SPECT weisen bei MCS-Patienten Veränderungen im Gehirn nach

SPECT und PET -Scan häufig auffällig bei MCS Patienten

 

Eine Reihe wissenschaftlicher Studien belegen, dass bei einem Teil der Patienten mit MCS – Multiple Chemical Sensitivity Veränderungen im Gehirn vorliegen. Der Nachweis wurde mittels der bildgebenden radiologischen Untersuchungen PET oder SPECT erbracht. Bei einigen der Studien setzte man die Patienten Chemikalien aus, um die nach der Exposition folgende Veränderung zu dokumentieren. Die jüngste Studie, die belegte, dass MCS Patienten Auffälligkeiten im Gehirn aufweisen, ist gerade einen Monat alt und wurde von der Universität Barcelona durchgeführt. 

Thommy’s MCS – Blogfrage der Woche

  • Habt Ihr ein PET oder SPECT Scan durchführen lassen?
  • Hat man Veränderungen bei Eurem Gehirn festgestellt?
  • Wie schwerwiegend sind die Schädigungen, die bei Euch festgestellt wurden?
  • Korrelieren die Schädigungen mit den Funktionseinschränkungen in Eurem Alltag?
  •  Habt Ihr einen Provokationstest durchlaufen? Wie war das? Mit welcher Chemikalie wurdet Ihr exponiert?
  • Zeigten die radiologischen Aufnahmen einen Unterschied vor und nach der Exposition?

Das Thema GESUNDES WOHNEN für Umwelterkrankte rennt offene Türen ein

Eine der ersten Sitzungen zur Gründung der MCS-Wohnungsbaugenossenschaft

 

Gesundes Wohnen ist längst kein Müsli-Thema mehr, das belächelt wird. Zahlreiche Städte und Gemeinden haben durch Sick Buildings, „kranke“ Gebäude, schmerzhaft gelernt. Im privaten, wie im öffentlichen Bereich, wird zunehmend auf gesündere Bauweise und schadstoffkontrollierte Ausstattung geachtet, weil mittelfristig dadurch sogar gespart werden kann und die Umwelt geschont wird. 

Menschen, die bereits als umweltkrank gelten und auf Chemikalien in geringster Konzentration reagieren, sind die besten Indikatoren, was Schadstoffe in Gebäuden betrifft. Was sie vertragen, dürfte gesünder für alle sein und für mehr Wohlbefinden und Lebensqualität im Wohnbereich sorgen. Was sie nicht vertragen und bei ihnen Gesundheitsbeschwerden auslöst, kann auch andere Menschen krank machen. Für öffentliche Bauherren als auch für die Bauindustrie sind Umwelterkrankte daher Kooperationspartner, die viel know how einbringen können. 

Vor Kurzem hatten wir berichtet, dass die Stadt Zürich ein Bauvorhaben für das erste MCS-Haus in der Schweiz vergeben und einen Architektur-Wettbewerb ausgerufen hat. 

Im nachfolgenden Interview erfahren wir vom Initiator Christian Schifferle, dem Präsidenten der MCS-Liga und der Wohnungsbaugenossenschaft Gesundes Wohnen – MCS, wie er mit dem Vorschlag, ein baubiologisches Wohnhaus für MCS-Kranke zu bauen, nicht nur auf Interesse stieß, sondern sogar offene Türen einrannte. 

Interview:

Silvia K. Müller, CSN im Gespräch mit Christian Schifferle, Präsident der MCS-Liga Schweiz und der Wohnungsbaugenossenschaft Gesundes Wohnen – MCS 

Silvia K. Müller: Christian, wir sind alle total stolz auf Dich und freuen uns riesig über das MCS Wohnprojekt, das in der Schweiz in die Gänge kommt. Wie lange ist es jetzt her, seit Du erstmals die Idee für das Projekt hattest, und was waren Deine Gründe? 

Christian-SchifferleChristian Schifferle: Da ich seit meiner Kindheit umweltkrank bin, also seit über 50 Jahren, habe ich schon vor 20 Jahren erstmals die Stadtregierung von Zürich wegen Wohnungen für MCS-Kranke angefragt. Es brauchte also mehrere Anläufe und einen langen Atem. Ich bin als Kind in Lacken und Lösungsmitteln aufgewachsen und war offensichtlich krank, wurde aber von NIEMANDEM in meinem Umfeld ernst genommen und als Simulant behandelt. 

SKM: Hast Du unter diesem Außenseiterdasein, in das man Dich gepresst hat, gelitten? 

CS: Ja, denn ich führte schon früh einen sehr einsamen Kampf, um zu überleben. Das Ausgegrenztsein hat mich geprägt und zu einem gesellschaftskritischen MCS-Aktivisten gemacht, der zwar spirituell denkt, aber weiß, dass dazu konkretes Engagement gehört. Taten bedeuten mir mehr als schöne Worte. Die Not der andern und mangelnde Solidarität betreffen mich sehr. So habe ich vor bald 10 Jahren die MCS-Liga Schweiz gegründet. MCS ist wohl mein Schicksal und meine Lebensaufgabe, da ich diese Krankheit schon von Kind an hatte. 

SKM: Nicht jeder ist so stark wie Du, Christian, Du wirst wohl auch weiterhin für viele mitkämpfen müssen. Hast Du Dir ein Ziel gesteckt? Was können andere MCS-Kranke tun, damit es weitergeht? 

CS: Oh ja, ich habe etwas ganz fest im Sinn: Eine finanzstarke MCS-Stiftung, ein Hilfsfond für Umweltkranke, ist mein Ziel. Ich bin glücklich mit dem was wir schon gemeinsam erreicht haben, und alles, was jetzt kommt, ist eine Zugabe. Ich möchte alle ermuntern bei uns mitzumachen, denn wir bewegen etwas. Natürlich sollen auch ander MCS-Stiftungen entstehen. Das Hilfsfond-Projekt um Dr. Tino Merz  finde ich toll und ich werde es nach Kräften unterstützen. MCS-Kranke in Not brauchen Hilffe. 

SKM: Was hat Deiner Meinung nach bei der Stadt Zürich die Türen geöffnet für dieses innovative Projekt, von dem nicht zuletzt auch andere Wohnbauvorhaben profitieren werden? Gesundes Wohnen ist ja nicht nur ein Trend, es bedeutet gesunde leistungsfähigere Menschen. War dieser Gedanke für die Stadt Zürich auch maßgebend?    

CS: Ich machte Flugblattaktionen vor dem Zürcher Rathaus und Medienberichte in bekannten lokalen und landesweiten Medien. Auch andere MCS-Betroffene meldeten sich darauf bei den Behörden. Jetzt nimmt uns die Stadt Zürich ernst und ist interessiert, durch unser MCS-Wohnprojekt zu lernen, noch gesünder zu bauen. Wir werden jetzt vermehrt damit an die Medien gehen und ich finde es auch toll, was Du mit CSN-Deutschland für uns MCS-Kranke machst. Auch eine MCS-Stiftung, die mir sehr am Herzen liegt, ist durch den Sog dieses Wohnprojekts in die Nähe gerückt. 

SKM: Wie hast Du es geschafft, dass man Dir zuhörte bei der Stadt Zürich und dass jetzt, man kann es eigentlich schon so sagen, dass es so aussieht, als ob ein Traum für MCS-Kranke in Erfüllung geht? 

CS: Es war einfach dieser jahrelange Druck über Medienberichte. Was die Stadt Zürich da macht, ist toll. Ihr gebührt großer Dank für dieses Pionierprojekt. Die Zeiten haben sich zum Glück geändert. Heute rennen wir mit dem Thema GESUNDES WOHNEN offene Türen ein. Dies müssen wir Umweltkranke nutzen und Fakten schaffen. Gesunde Häuser für Umweltkranke sind materielle Tatsachen, die andern helfen, diese Umweltkrankheit besser zu verstehen und zur Anerkennung zu führen. 

SKM: Wer waren und wer sind die größten Unterstützer für Euer Projekt? 

CS: Am Anfang waren es die etwa 45 Genossenschaftlerinnen, die bei uns bis jetzt je einen oder mehrere Anteilscheine von etwa 330 Euro und mehr erwarben. Total fast 20.000 Euro, damit hatten wir einen guten Start. Wichtig waren auch die beiden Ärzte Dr. Roman Lietha und Dr. Klaus Tereh, die uns von Anfang an unterstützten und die beide mit im Vorstand sind. 

Zudem half uns der Verein Innovage bei der Gründung mit unentgeltlicher Hilfestellung und Beratung. Ganz wichtig bei der Gründung sind auch mein MCS-Kollege Matthias Zeller und der Journalist Stefan Hartmann. Jetzt kommt uns die große Vernetzung zu Gute, die ich im Laufe der letzten 10 Jahre aufgebaut habe, denn vieles läuft über gute Beziehungen.  Auch haben wir seit Monaten eine gesunde engagierte Kauffrau in der Administration, Renate Kurze, eine Allrounderin, ein echter Engel. 

Vor 12 Jahren war ich ja bei RTL (Ilona Christen) zum ersten Mal als Talkgast in einer TV-Sendung über Allergien, um über das Thema Umweltkrankheit und Chemikalien-Unverträglichkeit zu reden. Als ich die große Reaktion spürte, wurde mir bewusst, wie wichtig die Medienpräsenz ist, um unser Thema zur Anerkennung zu führen. Das müssen wir weiter nutzen. Silvia, auch Dein TV-Auftritt letzthin war ganz stark. 

SKM: Wie geht es jetzt weiter? Durch eine E-Mail von Dir erfuhr ich, es wird einen Architekturwettbewerb geben. Das MCS Haus wird also kein hässliches Wohnsilo, sondern ein Haus, das auf MCS Kranke und ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Kannst Du uns ein wenig mehr erzählen? 

CS: Ja, die Stadt Zürich gibt uns das Grundstück günstig im Baurecht und organisiert einen großen Architekturwettbewerb für dieses MCS-Mehrfamilienhaus, das ja nicht nur gesund, sondern auch wohnlich sein soll. Mit in der Jury sind unter anderen auch Dr. Peter Ohnsorge und Peter Bachmann von Sentinelhaus. Des Weiteren 2 Baubiologen, 3 Architekten und natürlich auch MCS-Betroffene. 

SKM: Wir haben seit einigen Monaten in Deutschland große Not und suchen verzweifelt nach Notunterkünften für MCS-Kranke, die es sehr schwer erwischt hat und die keinen Platz haben, wo sie überleben können. Wird auch für Notfälle ein Platz bei Euch sein? 

CS: Ja, die Wohnungsnot von andern Umweltkranken betrifft mich sehr. Selbstverständlich wollen wir Notwohnungen anbieten. Du weißt ja sicher noch, wie es mir ging, als ich einen Platz suchte für meinen alten Wohnwagen. Das vergesse ich nie, auch nicht die vielen Nächte, die ich da draußen im Wald verbrachte, unter freiem Himmel auf einem Liegestuhl schlafend. Geplant sind deshalb auch Notwohnungen für Umweltkranke und ein duftstofffreier Gemeinschaftsraum, wo sich MCS-Kranke treffen können. Die Hausordnung wird sehr strikt MCS-gerecht sein. 

SKM: Christian, das ist einfach wunderbar und wir schielen mit Wehmut in die Schweiz. Wird die Stadt Zürich sich in die Planung des MCS-Hauses einbringen? 

CS: Die Stadt wird unser Projekt begleiten, unter anderem mit ihren Bauökologen und Fachleuten, die sehr interessiert sind. Es macht Spaß, an diesen Sitzungen mit der Stadt dabei zu sein, zu spüren, wie man als MCS-Kranker nach vielen Jahren von den Behörden ernst genommen wird. Das Mehrfamilienhaus wird ganz am Stadtrand gebaut, direkt an der grünen Wiese, und 100 Meter von einem grossen Wald entfernt, am Hang des Uetlibergs. Der Wald dient auch als Luftfilter. 

SKM: Christian, wir wünschen Dir, dass das MCS Haus Projekt problemlos und rasch gebaut wird, damit auch Dein Nomadenleben im Wohnwagen ein Ende hat. Was wirst Du mit Deinem Wohnwagen oben in den Bergen machen, wenn Du endlich eine MCS-gerechte Wohnung hast? 

Christian mit MCS - WohnwagenCS: Da ich auch hitzeempfindlich bin und im Sommer oft unter der Wärme im Unterland leide, werde ich den Wohnwagen in den Bergen vorläufig behalten. Da viele MCS-Kranke hitzeempfindlich sind, planen wir auch MCS-gerechte Not- und Ferienwohnungen in den Bergen. Langfristig planen wir auch ein Netz von Ferienwohnungen, weil MCS-Kranke kaum geeignete Ferienwohnungen finden. Schön wäre es, auch am Meer solche Wohnungen zu haben. Das Zürcher MCS-Wohnprojekt kann ja nicht alle MCS-Wohnungsnot lösen, aber es soll ein pionierhafter Anstoss sein, dass viele andere MCS-Wohnprojekte entstehen. 

SKM: Das bedeutet, dass Eure Wohnbaugenossenschaft noch viel vorhat und wachsen will. Liege ich da richtig? 

CS: Richtig, und wir möchten andere ermuntern, Ähnliches zu tun. Wir haben eine ganze Reihe von Plänen, doch dazu braucht es noch viele engagierte MitarbeiterInnen. Auch wenn ich manchmal nicht weiß, wie lange meine Kraft reicht, da ich ständig ans Limit gehe, so freue ich mich über jeden Schritt, und es geht mir darum, gemeinsam etwas Tragfähiges aufzubauen. Eine starke MCS-Wohnbaugenossenschaft, eine finanzstarke MCS-Stiftung. Umweltkranke sollen menschenwürdig und respektiert leben können. Wir sind auf gutem Weg dahin, und nachfolgende Generationen sollen ja auch noch was zu tun haben. 

SKM: Lieber Christian, ich danke Dir sehr für das nette Interview. Magst Du uns noch etwas über die attraktive, neue Webseite GESUNDES WOHNEN MCS sagen, die Ihr speziell für das Wohnprojekt ins Netz gestellt habt? Uns würde noch etwas interessieren, wie wird es finanziell weitergehen, Ihr braucht ja eine Menge Geld in MCS-Dimensionen gedacht. 

CS: Liebe Silvia, danke für dein Interview-Anfrage und dass ich hier über unsere Wohnbaugenossenschaft und das Zürcher Wohnprojekt reden darf. Stell Dir vor, in den letzten Wochen sind bei uns Spenden eingegangen von vier Wohnbaugenossenschaften, je etwa 14.000 Euro total ca. 55.000 Euro. Ein Riesen Erfolg und guter Start. Das hat uns viel Mut gegeben. Wir wollen ja ca. 1 Mio. Euro zusammenbekommen und wie gesagt auch eine Stiftung gründen. 

Unsere neue Internetseite ist speziell für das Fundraising entworfen, um große Stiftungen und Firmen anzusprechen. Man kann sich auf der Internetseite gerne informieren. Wir sind auch froh um Unterstützung und Mitglieder aus dem deutschen Raum, da wir uns nicht nur auf die Schweiz beschränken wollen. Die Mitgliedschaft kostet einmalig ca. 330 Euro (1 Anteilschein) Wir haben 2 Ärzte im Vorstand, und zwei engagierte Frauen in der Geschäftsleitung. Als Präsident komme ich mit meiner Krankheit oft ans Limit, aber wir wollen in unserer Wohnbaugenossenschaft auch kranke Menschen integrieren und die Mitarbeit ermöglichen, so gut es geht, so machen wir vieles über Telefonkonferenzen. Natürlich sind wir froh um weitere MitarbeiterInnen. 

SKM: WOW – kann ich da nur sagen, Christian, solche Unterstützung durch die anderen Wohnungsbaugenossenschaften und dann diese Summen, das ist einfach phantastisch. Mach so weiter Christian, bleib stark, auf unsere Unterstützung kannst Du jederzeit zählen, und wir wünschen Euch, dass es weiterhin mit so großen Schritten voran geht und halte uns natürlich auf dem Laufenden. 

Presseresonanz auf das MCS-Wohnprojekt

 

Weitere Berichte über Christian Schifferle

 

Weitere Auskünfte über das MCS-Wohnprojekt erteilt:

Christian Schifferle, Präsident Wohnbaugenossenschaft GESUNDES WOHNEN MCS, Telefon 044 401 05 22 (09.00 – 12.00 und 14.00 – 17.00).

Gedicht: Ausweg

Auf der Suche nach einem Ausweg für MCS Kranke

 

Ausweg

 

Wohin soll ich gehen

wenn die meisten mich nicht verstehen

noch tiefer in den Wald

oder hoch ans Meer

überall ist es menschenleer.

 

Wohin soll ich gehen

wenn meine Augen vor Tränen nichts sehen

ich suche nach einem Platz zum Leben

wo keine Gifte mich umgeben.

 

Wohin kann ich gehen

um wieder fest zu stehen

auf eine Insel in der Öde

so wird mein Herz nun langsam spröde.

 

So viele suchen Lebensraum

mitunter lässt sich finden kaum

ein Stückchen saubre Erde

wo ich mal sesshaft werde.

 

Lasst uns gemeinsam fliegen

dorthin dann wo wir kriegen

alles, was wir brauchen

um endlich abzutauchen.

 

—-

Dieses Gedicht wurde von Mona, der „Glasprinzessin“ geschrieben. Mona hat schwere Chemikalien-Sensitivität / MCS und muss fast die ganze Zeit draußen in der Natur verbringen.   

Mona’s Geschichte: Mona die „Glasprinzessin“ ein einsames Leben mit Wind und Wetter  

Weitere Gedichte und eine Geschichte der Glasprinzessin:

Naturchaos * Heilung * Rotkehlia, das Rotkehlchen erzählt aus seinem Leben * Dazwischen * Sonntagsgeschichte: Papo Mio’s Oase für Umweltkranke * Isolation – Sonntagsgedicht der Glasprinzessin * Vertigo * Wohlig * Am Bug * Ich nehm Dich mit* KinderlachenEinsicht – Aussicht Im Walde * Tausendschönchen * Karrusell * Der Piano-Player * Von Mara zu Joy * Finden * Geborgenheit * Hereinspaziert * Funktion

Was hilft, wenn der Körper keine Nahrung mehr toleriert?

Allergien gegen Nahrungsmittel Bei Chemikaliensensiblen treten neben den bekannten Reaktionen auf Alltagschemikalien häufig auch schwerwiegende Allergien und Sensitivitäten gegenüber Nahrungsmitteln oder deren Bestandteile (Zitronensäure, Phenole, Histamin, etc.) auf. Wird darauf kein Augenmerk gerichtet, wird die Anzahl der Nahrungsmittel, die noch vertragen werden, immer kleiner. MCS Patienten, die nur noch weniger als fünf Nahrungsmittel essen können, sind durchaus keine absolute Seltenheit. 

Symptome, die durch Nahrungsmittel-sensitivitäten ausgelöst werden, können leicht bis sehr schwer sein. Eine Ernährung ausschließlich mit biologischer Nahrung ohne Zusatzstoffe ist in solchen Fällen zwingend. Eine Rotationsdiät kann zu wesentlicher Besserung und zu Toleranzgewinn beitragen. Doch was kann unternommen werden, wenn fast kein Nahrungsmittel mehr toleriert wird? Oder wenn eigentlich kein Nahrungsmittel mehr ohne Beschwerden gegessen werden kann? Der Gewichtsverlust immer bedenklicher wird? Ward Ihr einmal in dieser Situation? 

Anlass der heutigen Blogfrage: Mit Euren Antworten könnt Ihr möglicherweise den MCS-Kranken unter uns weiterhelfen, die sich im Augenblick in der oben beschriebenen schlimmen Situation befinden. 

Thommy’s Blogfrage der Woche: 

  • Welche Erfahrung habt Ihr mit schweren Nahrungsmittelsensitivitäten?
  • Wie habt Ihr Euch stabilisiert, was half Euch, damit Euer Körper wieder mehr Nahrungsmittel tolerierte?
  • Habt Ihr Erfahrung mit künstlicher Ernährung? Gibt es welche ohne Zusatzstoffe?
  • Habt Ihr Ärzte gefunden, die sich mit dieser extremen Problematik auskennen und weiterhelfen können?

Dr. Merz regt Hilfsfond für MCS-Kranke an

Hilfe für Umwelterkrankte ist dringend notwendig

 

Es ist der Ruf nach Soforthilfe für Menschen mit MCS – Multiple Chemical Sensitivity aufgekommen. Denn es hat wieder eine Tote gegeben. Diese schwer kranken Menschen hatten keinen anderen Ausweg als Suizid. So gesehen ist die Forderung notwendig. Aber sie genügt nicht. 

Für den Sozialstaat existiert Chemikalien-Sensitivität / MCS schlicht nicht. Es gibt nichts, was dem Problem gerecht würde – auf keiner Ebene. Dies zu ändern wird dauern, denn es existiert noch nicht einmal ein politischer Ansatz, geschweige eine politische Diskussion, die den Namen verdient. Der Rechtsstaat bietet Möglichkeiten, aber die werden nicht genutzt. Dies können die Umwelterkrankten selbst ändern. Um dies in Gang zu setzen, habe ich mich dazu entschlossen, bei CSN zu bloggen. 

In der Diskussion nach dem letzten Blog „Ist MCS lebensgefährlich?“ tauchte der Vorschlag auf, einen Fond zu bilden. Nun, ein solcher Fond benötigt eine Satzung, die die Verwendungszwecke definiert – also etwa Notaufnahme, Prozesshilfe, gezielte Aufklärung gegen die gezielte Psychopropaganda – und ein Gremium, das für die konkreten Entscheidungen verantwortlich zeichnet. In allen Fälle bedarf es zunächst eines Konzeptes: es ist z. B. nicht sicher, dass Wohncontainer billiger sind als Wohnungen, denn alle Container für MCS-Kranke brauchen Luftfilter, Wasserfilter, Versorgungsanschlüsse, emissionsfreie Heizung, Wärmedämmung etc., das ist letztlich High-tech. Prozesse ganz besonders Musterprozesse benötigen eine juristisches Konzept, wie der Stand der Wissenschaft wirksam gemacht werden kann; gegen die hocheffiziente Propaganda bedarf es Aufklärungskonzepte, die einen großen Wissenschaftshorizont genauso effektiv auf den Punkt bringt. Keiner wird größere Beträge überweisen, wenn nicht die Garantie gegeben werden kann, dass das Geld den Zielen gemäß verwendet wird, und zwar mit professioneller Effektivität. 

Ein erster Schritt könnte sein, ein Sperrkonto einzurichten, um den Fond überhaupt einrichten zu können in Verbindung mit einer Informationsoffensive. 

Jeder Schritt in die richtige Richtung wird in der Gesellschaft mittlere bis große Veränderungen nach sich ziehen, denn MCS ist keine seltene Krankheit. Das weiß jeder oder ahnt es zumindest, deshalb ist der Widerstand so groß. Die Alternative ist, dass es so weitergeht wie in den letzten 15 Jahren, nämlich gar nicht. So gesehen, kann man es doch mal anders probieren. 

Autor: Dr. Tino Merz, Sachverständiger Umweltfragen für CSN – Chemical Sensitivity Network, 16. November 2009

Vorhergehende Blogs zur Serie und zum Thema:

 

Weiterführende Informationen:

Die Zeit, in der man MCS verstecken konnte, ist abgelaufen – Interview Teil III

Die Zeit in der man MCS verstecken konnte ist abgelaufen 

Eva Caballé ist seit vier Jahren krank, sie hat Chemikalien-Sensitivität. Dadurch kann sie das Haus und oft das Bett nicht verlassen. Außer ihrem Mann, ihrer Mutter und wenigen Freunden kann niemand zu ihr. Jeder, der in ihre Nähe kommt, muss komplett chemie- und duftfrei sein, damit sie keine schweren gesundheitlichen Reaktionen erleidet. Doch Eva ist eine Kämpferin, sie hat sich nie der Krankheit unterworfen. Die verbliebene Kraft, über die Eva verfügt, zentriert sie, um über MCS aufzuklären. Sie schreibt Artikel für ihren Blog No Fun, für die Kulturzeitung Delirio, und in Kürze erscheint ihr erstes Buch. Das, was Eva schreibt, geht tief, denn sie spricht die Wahrheit auf unmissverständliche Weise aus und hält jenen, die MCS in Frage stellen, einen Spiegel vor. 

Interview Salvador López Arnal mit Eva Caballé, November 2009, Teil III:   

Wer Teil I und Teil II verpasst hat: Interview TEIL I – Interview Teil II 

Salvador López Arnal: Einer Ihrer Artikel heißt „Wir werden nackt geboren“ und fand bei Menschen mit MCS und anderen am Thema Interessierten großes Echo. Weshalb? Um was geht es in dem Artikel?

 Die nackte Wahrheit über MCS

„Die nackte Wahrheit über MCS“ wurde in 9 Sprachen übersetzt

 

Eva Caballé: Ich schrieb diesen Artikel für das online Kulturmagazin Delirio. Er legt ohne falsche Rücksicht die völlige Missachtung und Vernachlässigung offen, an der wir Menschen mit MCS leiden, und er beleuchtet die Situation in Spanien ausführlich. Dieser Artikel enthielt zwei Nacktfotos von mir, auf denen ich nur eine Atemmaske trage. Dies zog die Aufmerksamkeit von MCS-Organisationen in anderen Ländern auf sich und hatte zur Folge, dass der Artikel in neun verschiedene Sprachen übersetzt wurde. 

Der Grund für den Erfolg war, dass sich an MCS erkrankte Menschen überall in der Welt in der Beschreibung der Situation wiedererkannten, die wir in Spanien erleben. Traurigerweise sogar in Längern, in denen MCS anerkannt ist. Menschen mit dieser Krankheit werden an den Rand geschoben und totgeschwiegen, da ökonomische Interessen wichtiger als die Gesundheit sind. 

In der nächsten Nummer von Delirio, die Stille zum Thema hat, wird es einen weiteren Artikel zu MCS geben. Sie haben mich gebeten, den Artikel zu schreiben, um den Erfolg von „Wir werden nackt geboren“ zu erklären. Auf diese Weise setzen wir die Information über MCS fort. 

Wir sind die „Kanarienvögel im Bergwerk“, wir warnen vor dem Unglück, das kommen wird. Wir sind der Beweis, dass das aktuelle Modell der Gesellschaft gescheitert ist, obwohl dies niemand zugeben oder gar bezahlen möchte, geschweige denn möchte jemand etwas unternehmen. Aus all diesen Gründen wollen sie, dass man uns nicht hört. 

LA: Kommendes Unglück? Welches Unglück? Warum ist das aktuelle Modell der Gesellschaft gescheitert? Wegen der Krankheiten, die es zur Folge hat? Beschreiben Sie mir ein humaneres Modell. 

EC: Die MCS-Fälle nehmen rasend zu, und es werden immer jüngere Menschen. Jeden Tag gibt es mehr Kinder mit Allergien, Asthma, Glutenintoleranz usw. Krebsfälle vervielfachen sich und tauchen in Familien ohne Krebsvorgeschichte auf. Es gibt fortlaufend neue Studien, die einen Zusammenhang zwischen chemischen Stoffen, elektromagnetischer Strahlung und bestimmten Krebsarten oder eine Zunahme von Allergien aufzeigen. Wenn nichts getan wird, erwartet uns eine Zukunft, die nichts mit einer gesunden Gesellschaft zu tun hat. 

Ich habe wie andere Leute mit MCS den Beweis, dass diese Gesellschaft versagt hat. Als ich noch klein war, dachte ich immer, dass die Regierung für uns sorgt und dass etwas nur verkauft wird, wenn es sicher ist. Mehr konnte ich mich nicht irren. Die Luftqualität in Städten wie Barcelona oder Madrid ist skandalös. Unser Essen ist voller Pestizide, mit allen möglichen Zusätzen, und sie erlauben den Verkauf transgen veränderter Lebensmittel. Sie lassen uns krank werden und überlassen uns ohne zu helfen unserem Schicksal, ohne Gesundheitsversorgung, so wie es mir widerfuhr. Du studierst, machst Deinen Abschluss, hast eine gute berufliche Karriere und dann, wenn Du anfangen könntest, Dein Leben zu genießen, ist es vorbei. Ist das ein Wohlfahrtsstaat? 

Es sollten Maßnahmen unternommen werden, um damit aufzuhören, ökonomische Interessen über die Gesundheit zu stellen. Chemische Stoffe und elektromagnetische Strahlung sollten verboten und reguliert werden. Transgen veränderte Lebensmittel sollten verboten werden. Ökologischer Landbau sowie alternative Energien sollten gefördert werden… Es gibt eine unendliche Zahl von Maßnahmen, die nötig wären, aber das wichtigste ist, die Richtung zu ändern und damit anzufangen, bevor es zu spät ist. 

LA: Sie haben ein Buch, ein ganz wunderbares Buch geschrieben das „Vermisst“ heißt, warum vermisst. Wohin sind sie verschwunden?  

EC: Ich danke Ihnen, mein Buch zu loben. Für eine neue Autorin ist das eine Ehre. 

LA: Die Ehrerbietung, liebe Eva, das wird die der Leser sein, das kann ich Ihnen versichern. 

EC: Ich dachte an diesen Titel, als ich das tolle Vorwort las, da Clara Valverde dafür schrieb (sie ist Autorin, Präsidentin der SFC-CFS Liga und lebt mit dem chronischen Müdigkeitssyndrom). In dem Augenblick wurde mir klar, viele Leute könnten denken, dass ich von der Erdoberfläche verschwunden wäre. Ich wurde von einer Frau, die einen Job mit viel Verantwortung bei einer Bank hatte, die jeden Tag im Fitness-Studio auftauchte, Rock-Konzert besuchte, mit Freunden ausging und mit ihrer Familie den Urlaub verbrachte zu einer, die um zu überleben in der eigenen Wohnung eingesperrt ist. Von Außen betrachtet fehle ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Ich wurde von MCS gekidnapped. 

Die Außenwelt ist für alle giftig, aber für jene, die MCS haben, bedeutet dies, dass wir nicht ohne Kohlefilter-Atemmaske, die uns vor gefährlichen chemischen Stoffen schützt, rausgehen können. In einigen Fällen ist die Erkrankung derart heftig, dass wir nicht einmal mit einer Maske raus können. Ich bin dazu verurteilt, innerhalb meiner vier Wände zu leben, da keine Maßnahmen ergriffen wurden, diese chemischen Substanzen zu verbieten, die in meinem Körper eine Krise auslösen und andere Menschen umweltbedingte Erkrankungen entwickeln lassen. Merkt es niemand, dass es nicht normal ist, jeden Tag von einem Krebstoten zu erfahren. Stört es niemanden, dass die Gesellschaft täglich kränker wird und dass dies nicht hinnehmbar ist? 

LA: Abschließende Frage: Was sollten die Gesellschaft und das Gesundheitssystem in Anbetracht dieser neuen Erkrankungen tun? Sind sie wirklich neu? Können Sie für den Anfang eine paar Ideen vorschlagen? 

EC: Wie ich bereits sagte, ist MCS nicht wirklich neu, da über die ersten Fälle schon in den 50’er Jahren berichtet wurde. Im Jahre 2009 können wir die Tatsache, dass nichts unternommen worden ist, nicht mit der Vorstellung rechtfertigen, es würde sich um neue Krankheiten handeln. 

Auf internationaler Ebenen sollte als erster Schritt die WHO MCS ein für allemal als eine organische Erkrankung anerkennen. Doch bis dies geschieht, sollte unser Land dem Beispiel anderer Europäischer Länder folgend MCS anerkennen. Auch sollten sie Ärzte ausbilden und das Gesundheitssystem für MCS fit machen. Dies alles würde auch bedeuten, dass wir Anspruch auf eine Invaliditätsrente bekommen und dass andere Hilfsangebote an unsere Krankheit angepasst werden sollten. 

Wenn heute Menschen mit MCS noch kränker werden, vielleicht wegen unserer Erkrankung oder wegen einer anderen Erkrankung, die wird auch haben, können wir nirgends hin gehen, da es keine für uns geeigneten Krankenhäuser gibt und weil die Leute, die dort arbeiten, nichts über unsere Krankheit wissen. Das zeigt, wie schlimm unsere Situation ist. 

Es ist ebenfalls notwendig, Regeln zur Prävention einzuführen wie etwa „Duftstofffrei“ für Krankenhäuser und öffentliche Gebäude und bestimmte Stoffe zu kontrollieren und zu verbieten. All dies wäre für die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Bürger von Vorteil, nicht nur für uns MCS-Kranke. 

Und offenbar bedarf es einer öffentlichen Informationskampagne, damit die Leute unsere Behinderung verstehen können. Wenn Sie mit einer Atemmaske auf die Straße gehen, liefern Sie sich allen möglichen Arten von Spott und Schmähungen aus, und dies ist nicht hinnehmbar. Es gibt Leute, die krank sind und nicht einmal von ihren Freunden und ihrer Familie irgendwelche Unterstützung bekommen, nur weil MCS keine anerkannte Krankheit ist. 

Wir bitten nicht um eine Vorzugsbehandlung, aber um eine angemessene Behandlung der Probleme, die von dieser Krankheit verursacht werden. 

LA: Was Sie sagen und fordern ist sehr vernünftig. Ich danke Ihnen für ihre Ausführungen. Möchten Sie noch etwas hinzufügen? 

EC: Ja, Es wäre schön, wenn das öffentliche Bekanntmachen meiner Situation durch meinen Blog und nun noch mehr durch mein Buch jene warnt, die noch gesund sind. Vielleicht denken manche, sie wären sicher, weil sie keine genetische Disposition für MCS haben. Doch das ist ein Irrtum. Wie ich berichtet habe, rufen Substanzen, die MCS verursachen, auch viele andere Krankheiten hervor. Also, wir können und wir sollten anders und ohne derart viele chemische Produkte leben. Das wäre gleichermaßen für unsere Gesundheit, wie für die Umwelt gut. Wir müssen etwas ändern, bevor es zu spät ist. Die Veränderung beginnt mit jedem einzelnen von uns, da wir als Verbraucher mehr Macht haben als wir denken. Wenn keine Nachfrage da ist, gibt es auch kein Angebot. 

Und als Schlusswort möchte ich einen Absatz aus meinem Artikel „Wir werden nackt geboren“ zitieren: 

Jene von uns, die mit MCS leben, hätten gerne, dass diese Krankheit anerkannt wird, wir hätten gerne die gleichen Rechte wie andere chronische Patienten, wir hätten gerne, dass die Gesellschaft das Risiko, dem sie sich aussetzt, kennt, wir hätten gerne eine Regierung, die ihre Bürger schützt und die hilft, unnötige Erkrankungen zu verhindern. Wir möchten nicht, dass sich irgendjemand wegen MCS nackt fühlt.

 

Interview: Salvador López Arnal mit Eva Caballé, November 2009

Übersetzung: BrunO für CSN – Chemical Sensitivity Network, November 2009

Wer Teil I und Teil II des Interviews verpasst hat:

Wer Mitglied auf Facebook ist, kann Eva zu seinen Freunden hinzunehmen: No Fun auf Facebook

Interview Teil II – MCS Kranke werden vergessen, verschwiegen, ignoriert

Die Situation der Chemikaliensensiblen ist bereits fünf nach Zwölf

 

Die Spanierin Eva Caballé ist chemikaliensensibel und leidet zusätzlich unter CFS, chronischer Erschöpfung. Eva kann seit Jahren das Haus nicht verlassen, die meiste Zeit ist sie ans Bett gefesselt. Doch sie gibt nicht auf, sie ist eine international aktive

MCS Aktivistin, Buchautorin und Autorin des Blog No Fun. In einem Interview mit Salvador López Arnal berichtet sie über die Situation der MCS-Kranken in Spanien, die sich nicht wesentlich von der Misere unterscheidet, denen deutsche Chemikaliensensible ausgesetzt sind. Im Teil I des Interviews erläuterte Eva was MCS ist, wie verbreitet MCS ist, wo die Krankheit anerkannt ist. Im heutigen Teil II des Interviews berichtet Eva über die Ursachen von MCS, was Erkrankte tun können, um sich zu stabilisieren und warum bestimmte Personen die Krankheit mit Nachdruck in Richtung psychisch bedingt schieben wollen.

Interview Salvador López Arnal mit Eva Caballé, November 2009, Teil II:

Wer Teil I verpasst hat: Interview TEIL I 

EVA-CABALLELópez-Arnal:  Und kennen wir die Ursachen? Sie haben gesagt, MCS hängt mit Umweltfaktoren zusammen, was bedeutet dies genau? 

Eva Caballé: Studien sagen, die Ursachen sind Gifte in der Umwelt, denen wir ausgesetzt sind. Es gibt zwei Wege, MCS zu entwickeln. Eine einmalige Exposition in hoher Dosis oder mehrere Expositionen niedriger Dosen über Jahre. 

Giftige Substanzen gibt es in der Luft, die wir atmen, im Wasser, das wir trinken (in der Plastikflasche, wenn wir Wasser aus dem Handel trinken), in der Kleidung, die wir tragen (Formaldehyd, Farbstoffe, Pestizid-rückstände), in den Reinigungsmitteln, in der Kosmetik, in der Nahrung, die wir essen (Pestizide, Zusatzstoffe und künstliche Farben, die in den USA für viele Jahre verboten waren, weil sie Krebs hervorrufen), oder z.B. in Zahnfüllungen aus Amalgam (die Quecksilber enthalten). 

Über die Jahre akkumuliert unser Körper all diese chemischen Stoffe, die unkontrolliert in unserer Umwelt zirkulieren, Substanzen, von denen wir nicht vergessen sollten, dass sie gar nicht so viele Jahre in Gebrauch waren. Wenn die toxische Belastung nicht mehr tragbar ist, werden wir irgendwann krank, was je nach unserer genetischen Disposition mit MCS enden kann, während andere auch nicht ungeschoren davon kommen. Sie bekommen Krebs, Asthma, Allergien, Autoimmunerkrankungen und irgendwelche anderen umweltbedingten Krankheiten. 

Sogar Ärzte beklagen, dass es für die Erforschung von MCS keine Mittel gibt, dass niemand MCS-Studien finanzieren will, da Studien normalerweise von pharmazeutischen Firmen finanziert werden, damit sie ein Medikament entwickeln können, von dem sie profitieren wollen. Weil MCS-Patienten aber keine Medikamente vertragen, sind wir für sie uninteressant. 

LA: Doch welchen Sinn macht es, all das zu wissen und keine Maßnahmen zu ergreifen? Warum benutzen wir diese Produkte weiter, obwohl wir von ihrer Giftigkeit und dem hohen Risiko wissen, das mit ihrem Gebrauch verbunden ist? Die Situation, die Sie beschreiben, ist nicht bestens. Warum bringen wir in das giftige Chaos keine Ordnung? 

EC: Das ist eine gute Frage. Es macht keinen Sinn, keine Maßnahmen zu ergreifen und diese Produkte weiter zu benutzen. Wenn die Gesundheitsbehörden nichts unternehmen, dann besteht noch die Möglichkeit, den Gebrauch dieser Produkte zu stoppen, und es wird an uns liegen, diese Angelegenheiten selber in die Hand zu nehmen. 

Auf den Etiketten von Weichspülern, Kosmetik, Parfüms oder Lufterfrischern steht nicht „Achtung, dieses Produkt ist giftig und es wird sich in Ihrem Körper solange ansammeln, bis es Multiple Chemical Sensitivity bei Ihnen auslöst“. Niemand hat mich gewarnt. Darum versuche ich alles, was ich gelernt habe, seitdem ich vor vier Jahren krank wurde, anderen mitzuteilen, damit die Menschen wissen, was uns nicht erzählt wird. 

Wenn es beispielsweise schon schwierig ist, das Rauchen zu regulieren, wird dies alles noch schwieriger sein, da wir hier nicht von einem einzelnen Produkt sprechen. Das Problem ist noch größer. Hat denn jeder vergessen, dass in den 60’er Jahren medizinische Forschungsberichte unterdrückt oder verändert wurden, Berichte die zeigten, dass Tabak Krebs hervorruft? Was gerade passiert, ist nicht neu. Die Macht ist nicht in den Händen der Politiker. Sie ist in den Händen multinationaler Konzerne. 

LA: Beschreiben Sie kurz das Leben einer Person mit MCS. Welche Maßnahmen muss sie ergreifen. Welcher Behandlung muss sie sich unterziehen? 

EC: Die Behandlung beruht im Wesentlichen auf einem Grundsatz: Kontrolle der Umgebung. 

Kontrolle der Umgebung bedeutet in wenigen Worten, jegliche Exposition durch chemische Substanzen so gut es geht grundsätzlich zu vermeiden. Die wichtigsten Details sind: 

  • Ökologische Kleidung, nichtverarbeitete Lebensmittel (normalerweise wird empfohlen Molkereiprodukte und Gluten zu meiden) 
  • Das Wasser filtern, das Trinkwasser wie auch das Wasser zum Kochen und Duschen
  • Alle Kosmetik und Reinigungsmittel durch ökologische ersetzten, die keine Duftstoffe enthalten. Logischerweise muss man aufhören, Parfüm, Lufterfrischer, Weichspüler und dergleichen zu benutzen. 
  • Tragen Sie ökologische Kleidung, die keine Farbstoffe oder Gifte enthält. 
  • Schaffen Sie einen Luftfilter an. 
  • Kaufen Sie Möbel und Matratzen, die aus ökologischem Material hergestellt und nicht mit Chemie behandelt wurden. Wenn sie renovieren, benutzen Sie ökologische Wandfarbe. 
  • Vermeiden oder minimieren sie die Exposition durch elektromagnetische Felder.
  •  Benutzen Sie eine Kohlefilter-Atemmaske, wenn Sie raus gehen oder in Situationen mit hoher Giftstoffkonzentration. 
  • Versuchen Sie in einer Gegend, die so wenig wie möglich schadstoffbelastet ist, in einem aus ungiftigen Materialien gebauten Haus zu wohnen. 

Wie Sie sehen können, ist die Kontrolle der Umgebung mit hohem finanziellem Aufwand verbunden, für den wir keine Unterstützung bekommen und der letzte Punkt, (in einer geeigneten Wohnung zu leben), ist meistens nicht zu verwirklichen. 

Neben Kontrolle der Umgebung, die auch Gesunden gut tut, gibt es auf die Person abgestimmte Behandlungen. Diese umfassen Nahrungsergänzungsmittel, Sauna, Sauerstofftherapie usw. Jeder Mensch mit MCS ist anderes und einige haben auch andere, zusätzliche Erkrankungen. Deshalb bedarf es vieler Tests, um das Beste für die jeweilige Situation zu ermitteln. In Spanien wird nichts davon vom öffentlichen Gesundheitssystem geleistet. 

Jene von uns mit schwerer MCS können die Wohnung kaum verlassen. Unser Leben ist auf die Wohnung beschränkt, sie wird unser Gefängnis, in welchem die meisten von uns nicht mal die Hausarbeit selber erledigen können. In manchen Fällen verbringen wir die meiste Zeit des Tages im Bett und müssen uns wegen fast allem auf Familienmitglieder verlassen. Der Kontakt mit der Außenwelt ist auf Telefongespräche reduziert, sofern man die Kraft dafür hat, oder gelegentliche Besuche von Menschen, die bereit sind, wegen uns die Art, wie sie ihre Wäsche waschen und ihren Körper pflegen, zu ändern. Natürlich gibt es das Internet für jene von uns, die keine ernsthaften kognitiven oder Probleme mit Elektrosensitivität haben. 

LA: Welche Unterstützung bekommt eine Person mit MCS von der Regierung? Es scheint doch nicht möglich zu sein, dass derart kranke Menschen arbeiten können. Wie richten Sie ihren Haushalt ein, wenn die Familie keine Zeit dafür hat? 

EC: Wir erhalten keine Hilfe, wenn wir MCS haben. Selbst die Atemmasken, ohne die wir nicht überleben können, müssen wir selber zahlen. Dies ist das ökonomische Drama, das sich parallel zu dieser Krankheit abspielt. Wenn man schwere MCS hat, kann man nicht arbeiten. Wenn man eine mildere Form von MCS hat, ist es nicht möglich zu arbeiten, weil kein Chef bereit ist, den Arbeitsplatz so anzupassen, damit eine Person mit MCS die Arbeit fortsetzen könnte. In wenigen Fällen werden manche als behindert anerkannt, aber gewöhnlich ist es erforderlich zu klagen. Wir müssen uns daran erinnern, dass jüngere Menschen krank werden, die nicht lange genug gearbeitet haben, um einen Rentenanspruch zu erwerben. Wie sieht deren Zukunft aus? Ich sage immer, ich bin erstaunt, dass es nicht mehr Depressionen unter Leuten mit MCS gibt. Wer wäre denn in einer derart harten Situation nicht deprimiert? 

Man kann versuchen, als behindert anerkannt zu werden, aber die Geldbeträge, die man bekommt, sind sehr gering und hängen vom anerkannten Schweregrad ab. 

In meinem Fall bin ich glücklich, meinen Mann und die Hilfe meiner Mutter zu haben. Da ich derart heftig erkrankt bin, kann ich nichts im Haushalt machen, nicht mal für mich kochen. Selbst wenn ich das Geld hätte, jemanden dafür zu bezahlen, dass er herkommt und mir im Haushalt hilft, wäre das nicht möglich. Nur um überhaupt herkommen zu können, musste meine Mutter ihre Wasch- und Reinigungsgewohnheiten ändern, genauso wie sie vorher duschen muss. 

LA: Warum hören wir so wenig über Multiple Chemical Sensitivity? Was steckt hinter allem? Was steckt hinter dem Schweigen? 

EC: Ja, hinter dem Schweigen ist etwas versteckt: Das Interesse der chemischen und pharmazeutischen Industrie, nicht publik werden zu lassen, dass ihre Produkte schlimme neue Erkrankungen wie MCS verursachen. In jüngster Zeit wurde bewiesen, dass MCS nicht psychisch bedingt ist und dass die Studien der Vergangenheit, die dies behaupteten, manipuliert worden sind, um die Interessen der chemischen und pharmazeutischen Industrie zu schützen. 

Unglücklicherweise ist es für die Regierung sehr einfach, uns zu ignorieren, da die meisten von uns unter Hausarrest leben und wir nicht die Kraft haben, uns selber zu organisieren. Dies ist eindeutig ein Machtmissbrauch. Nur unsere Familien, Freunde und Nachbarn wissen, dass es uns gibt und wie schwer unser alltägliches Leben ist. 

Aber wir sind viele und werden trotz der Widrigkeit unserer Situation täglich mehr. Von zu Hause aus kämpfen wir über das Internet für unsere Rechte, versuchen MCS sichtbar zu machen und Informationen untereinander auszutauschen, da unsere Regierung uns nicht hilft. 

LA: Sie sprechen von manipulierten Studien, die „bewiesen“, dass MCS eine psychologische Erkrankung sei, um die Interessen großer Firmen zu wahren. Sind diese durch den Glanz des Geldes geblendet? Können Sie uns ein Beispiel beschreiben? 

EC: Im September 2008 veröffentlichte das Journal of Nutritional & Environmental Medicine eine Studie von Goudsmit und Howes, die hieß, „Ist Multiple Chemical Sensitivity eine erlernte Reaktion? Eine kritische Evaluation von Provokationsstudien“. Diese Studie ergab, dass MCS keine psychische Erkrankung ist und dass ihre Entstehung mit chemischen Substanzen zusammen hängt. Ich habe den Artikel ins Spanische übersetzt, mit dem MCS America diese Studie würdigte. 

In der Vergangenheit haben ein paar wenige schlecht entworfene Studien den Schluss nahe gelegt, MCS wäre eine psychische Erkrankung, die auf schon vorher bestehenden Erwartungen und Auffassungen beruht. Die pharmazeutische und chemische Industrie hat sich bemüht, jeden an diesen Satz glauben zu lassen, denn auf diese Weise sind ihre chemischen Produkte nicht mehr die verantwortlichen und der Einsatz von profitablen psychiatrischen Medikamenten wird mit der Begründung eines Mangels an Medikamenten gefördert, mit welchen den psychischen Auswirkungen der Umweltverschmutzung begegnet werden könnte. Da die meisten Chemie- und Pharmafirmen denselben Leuten gehören, wurde diese Position trickreich und mit aller Macht mittels Publikationen, die von diesen Firmen kontrolliert wurden, durchgedrückt. Glücklicherweise wurden diese manipulierten Studien von Goudsmit und Howes durch zusätzliche wissenschaftlich anerkannte Kriterien überprüft. Auf diese Weise erwiesen sich Studien, die eine psychologische Basis von MCS behaupteten, als sehr irreführend und mit zahlreichen methodischen Mängeln und Fehlern behaftet. Es kam heraus, dass MCS eher mit der Exposition durch chemische Substanzen als mit Angst, psychosomatischen Störungen und Depressionen zusammenhängt.  

Interview von Salvador López Arnal mit Eva Caballé, November 2009

Übersetzung: BrunO für CSN – Chemical Sensitivity Network, 11. November 2009

***

Fortsetzung folgt…

Interview mit Eva Caballé über MCS – Multiple Chemikalien-Sensitivität und über ihr neues Buch

EVA-CABALLEEva Caballé ist Autorin des kürzlich auf Spanisch erschienenen Buches „Desaparecida. Una vida rota por la sensibilidad química múltiple“ (Vermißt. Ein durch Multiple Chemikalien-Sensitivität zerstörtes Leben). Verlag El Viejo Topo, Barcelona, Spanien, 2009.
 
Interview Salvador López Arnal mit Eva Caballé, November 2009
 
„Ja, in dem Schweigen ist etwas versteckt. Es sind die Interessen der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Die Leute sollen nicht erfahren, dass ihre Produkte solche neuen und schrecklichen Krankheiten wie Multiple Chemikalien-Sensitivität hervorrufen. Es wurde nachgewiesen, dass MCS keine psychische Erkrankung ist und dass die alten Studien mit solchen Ergebnissen zurechtgebogen wurden, um die Interessen der chemischen und pharmazeutischen Industrie zu schützen.“     Eva Caballé
 
Eva Caballé ist eine 37 jährige Ökonomin, die an MCS erkrankt ist und in Barcelona lebt. Sie war Bankangestellte und Mitglied der Rockband Lefthanded und nun ist sie Autorin des kürzlich bei Libros de El Viejo Topo erschienenen Buches „Desaparecida. Una vida rota por la sensibilidad química múltiple“. 
 
In der Einführung schreibt Clara Valverde: „Eva ist jedoch kein Sonderling. Es ist bekannt, dass 0.75% der Bevölkerung an MCS erkrankt sind und dass bis zu 12% leicht oder moderate MCS haben. All jene Leute, denen Gerüche zusetzen, gehören zu diesen 12 Prozent. Doch die meisten Ärzte und der größte Teil der Gesellschaft wissen nichts davon und deshalb wurde Evas Erkrankung erst nach so vielen Jahren richtig diagnostiziert. Darum wird ihr lediglich durch ihre engste Familie geholfen. Darum gibt es deswegen weder Demonstrationen in den Straßen, noch ist ihr Fall auf den Titelseiten der Zeitungen zu finden.“
 
Eva Caballé schreibt auch den No Fun Blog. Sie sagt, No Fun ist ein Blog über Multiple Chemikalien-Sensitivität, Chronisches Müdigkeitssyndrom/ME und Fibromyalgie, der Rat und Informationen für Kranke bietet und für jeden, der ein gesünderes, von Chemikalien freies Leben führen möchte.
 
López-Arnal: Fangen wir mit der Definition an. Was ist MCS?*
 
Eva Caballé: MCS ist eine erworbene chronische Erkrankung, keine psychische. Sie manifestiert sich in multisystemischen Symptomen als Reaktion auf sehr geringe Expositionen chemischer Produkte. Das sind normale, aber unnötige Alltagschemikalien wie Parfüme, Lufterfrischer oder Weichspüler.
 
Die Symptome, die chronisch sind und in Krisen akut werden, umfassen Müdigkeit, Atemwegsbeschwerden, Verdauung, Herz, Haut und neurologische Probleme.
 
MCS ist eine Erkrankung mit drei Schweregraden, darum leiden nicht alle von uns Kranken unter dem gleichen Grad der Behinderung und Isolation.
 
Es ist eine Krankheit, die seit den 50’er Jahren bekannt war. Die Anerkennung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht noch aus, obwohl es über 100 Forschungsberichte gibt, welche die organische Basis von MCS stützen, obwohl die Zahl der in jungen Jahren Betroffen schnell zunimmt und das Europäische Parlament MCS zu jener wachsenden Zahl von Krankheiten zählt, die auf Umweltfaktoren zurückzuführen sind.
 
LA: Sie sagen, dass MCS trotz der Zahl wissenschaftlicher Artikel, welche die organische Basis der Erkrankung stützen, nicht durch die WHO anerkannt ist. Warum denken Sie, ist die WHO so skeptisch und vorsichtig? 

EC: Wir wissen, dass die WHO das Thema MCS seit Jahren diskutiert. Doch der Prozess der Anerkennung dieser Krankheit dauert aufgrund des Druckes, den die chemische und pharmazeutische Industrie auf die WHO ausüben, länger als sonst. Sie sind nicht daran interessiert, dass ihre direkte Verantwortung für diese Krankheit bekannt wird. In Deutschland, wo, ohne hier näher darauf einzugehen, MCS als organische Krankheit anerkannt ist, geht die Kontrolle dieser Industrie über Werkzeuge wie Wikipedia weiter. Dies wurde durch das CSN in einem Artikel angeprangert, den ich übersetzt und in meinem Blog veröffentlicht habe.
 
Der deutsche Wikipedia-Artikel über MCS wird täglich editiert, manchmal alle paar Minuten, da die industriefreundlichen Wiki-Admins Informationen nicht zulassen. Sie bemühen sich darum, dass MCS nicht oder nur als eine psychosomatische Erkrankung bekannt wird.
 
LA: Sie sagen auch, dass die Zahl der Menschen mit MCS schnell wächst. Können sie das weiter ausführen?
 
EC: Ich beziehe mich auf Dr. J Fernández-Solà, Spezialist für Innere Medizin an der Hospital Clinic Barcelona. Der sagte in einem Interview, das mit ihm Anfang des Jahres für einen Artikel über MCS im spanischen Magazin Interviu gemacht wurde, dass die Gesamtzahl der Patienten, die wegen dieser Erkrankung medizinische Hilfe suchen, schnell wächst. In diesem Krankenhaus gibt es jedes Jahr zwischen 50 und 60 neue Patienten. Das bedeutet, einen neuen Patienten pro Woche.
 
LA: Aufgrund welcher Symptome können Menschen denken, diese Erkrankung zu haben?
 
EC: Das am meisten verbreitete Symptom ist, unerträglich Gerüche wahrzunehmen, die einem früher nie auffielen. Man hört auf, verschiedene chemische Stoffe zu tolerieren, wie Reinigungsmittel, Parfüme, Zigarettenrauch, Autoabgabe etc. Wenn man MCS hat und diesen chemischen Stoffen ausgesetzt ist, werden eine Reihe von Symptomen automatisch ausgelöst, z.B. Erstickungszustände, Irritationen des Atemapparates, Herzrasen, Kopfschmerzen, geistige Verwirrung, Schwindel, Übelkeit, Durchfall, extreme Müdigkeit und/oder Schmerzen. Diese Symptome bessern sich nicht, solange Sie jenen chemischen Stoffen nicht ausweichen, die sie hervorgerufen haben.
 
Normalerweise vertragen Sie auch keinen Alkohol, keine Molkereiprodukte und kein Gluten mehr. Sie entwickeln verschiedene Nahrungs- und Arzneiunverträglichkeiten.
 
Oft gibt es weitere umgebungsbezogene Unverträglichkeiten: gegenüber Hitze, Kälte, Lärm, Sonnenlicht bis hin zu elektromagnetischen Feldern (von Computern, Stromleitungen, Telefonen, Mobilfunkantennen und Mikrowellenherden usw).
 
LA: Welcher Unterschied besteht zwischen MCS und sagen wir mal Fibromyalgie?
 
EC: MCS, Chronic Fatigue Syndrome/Myalgic Encephalopathy (CFS/ME) und Fibromyalgie (FMS) sind Krankheiten derselben Familie. Tatsächlich sind viele von uns an allen dreien erkrankt und immer mehr Menschen, die entweder CFS/ME oder FMS haben, entwickeln mit den Jahren MCS.
 
Wir haben viele Symptome gemeinsam, aber der größte Unterschied ist, dass jene mit MCS nicht die geringste Exposition gegenüber chemischen Substanzen vertragen. Das ist der Grund, warum wir eine strenge Kontrolle unserer Umgebung aufrechterhalten müssen. Wir können ohne Atemmaske mit einem Kohlefilter, der Umweltgifte ausfiltert, nicht raus gehen.
 
LA: Welche medizinische Behandlung erhält eine Person mit MCS vom spanischen Gesundheitssystem? Denken Sie, diese ist angemessen? Ist sie fair?
 

EC: In Spanien ist MCS nicht als Krankheit anerkannt, deshalb kennen jene, die im Gesundheitssystem arbeiten, und die allgemeine Bevölkerung dieses schwere Krankheitsbild nicht.
 
Stattdessen haben es Länder wie Deutschland sowie vor kurzem Österreich und Japan  anerkannt. Andere sind auf dem Weg, es auch zu tun und bieten den Betroffenen medizinische Unterstützung an und entwickeln Vorschriften zur Vorbeugung.
 
In Spanien gibt es kaum Ärzte im öffentlichen Gesundheitssystem, die diese Krankheit diagnostizieren können. Es ist sehr schwierig, eine Diagnose, und noch schwieriger, eine Behandlung zu bekommen. Ich bin überzeugt, in unserem Land gibt es viele Menschen, die MCS haben und nicht diagnostiziert werden, viele, die aufgrund des fehlenden Wissens unserer Ärzte in die Fänge von Psychiatern gelangen. Auch gibt es keine Vorschriften oder Regeln für duftstofffreie Krankenhäuser und öffentliche Gebäude. Ins Krankenhaus zu müssen bedeutet für uns kränker werden.
 
Wir mit MCS haben in Spanien keine Gesundheitsversorgung, wir haben kein Recht auf finanzielle Unterstützung für die Kosten unserer Behinderung und wir haben keinen Anspruch auf eine Rente, wenn wir nicht arbeiten können. Ich sehe dies nicht nur als ungerecht an. Ich denke, wie wir behandelt werden, ist eine Verletzung unserer verfassungsmäßigen Rechte.
 
LA: Aber ist es nicht ein kleiner Widerspruch, die Tatsache, dass das Europäische Parlament MCS als Umwelterkrankung betrachtet und dass in Spanien die Regierung und die regionalen Verwaltungen dies anders sehen? 

EC: Natürlich ist es das. Es wird immer damit entschuldigt, dass die WHO diese Krankheit noch nicht anerkannt hat. Dies bedeutet nicht, dass sie nicht existiert. Die Entscheidungen auf Verwaltungsebene lassen uns Patienten nicht wie von Zauberhand verschwinden.
 
Sie benutzen dieses Argument, um die Krankheit unglaubwürdig zu machen, obwohl es in Wirklichkeit um Interessen geht. Sie werden Ihnen erzählen, dass es keine spezifischen Biomarker für MCS gibt, während dies bei anderen anerkannten Krankheiten genauso wenig der Fall ist.
 
LA: Wie hoch ist der aktuell vermutete Bevölkerungsanteil an von dieser Krankheit Betroffenen?
 
EC: Nach der Studie die von J. Fernández-Solà (Innere Medizin) und S. Nogué Xarau (Toxikologie) der Barcelona Hospital Clinic 2007 veröffentlicht wurde, haben 5% der Bevölkerung MCS. Sie führen aus, dass ca. 15% der Gesamtbevölkerung Mechanismen heftiger Reaktionen aufweisen, wenn sie mit chemischen oder mit Reizstoffen aus der Umwelt konfrontiert werden. Bei 5% sind diese Vorgänge eindeutig pathologisch und über dem Anpassungsvermögen des Organismus und führen deshalb zu Haut-, Atmungs- und neurospychologischen Auswirkungen, die oft chronisch und persistent sind.
 
Wenn also 5% der Bevölkerung von MCS betroffen sind, kann man dies nicht als eine „seltene Krankheit“ deklarieren, denn das sind solche Krankheiten, die weniger als 0.0005% der Menschen betreffen.
 
LA: Meinen Sie nur die spanische Bevölkerung oder denken sie im Europäischen oder globalen Maßstab?
 
EC: Ich spreche von der ganzen Welt. MCS wird als eine Krankheit der industrialisierten Welt betrachtet.
 
In Ländern, wie z.b. in Kanada, in denen es eine Statistik dieser Krankheit gibt, sehen wir, dass die Gesamtzahlen der Menschen, die MCS haben, nicht gering sind. Nach der Environmental Health Association von Quebec gibt es in Kanada 4 Millionen Menschen mit MCS.
 
 
 
Übersetzung: BrunO für CSN – Chemical Sensitivity Network, 11. November 2009
 
* *
 
Fortsetzung folgt…

Ist MCS lebensgefährlich?

Kann MCS lebensgefährlich sein?

Direkt nicht.  Aber MCS – Multiple Chemical Sensitivity (ICD-10 T78.4)  ist eine allgemeine Schwächung des Organismus, birgt die Gefahr der Anaphylaxie und des Suizids.

Eine allgemeine Schwächung des Organismus dürfte zu einer niedrigeren Lebenserwartung führen. Die nächste Generation wird vielleicht eine allgemein gesunkene Lebenserwartung feststellen. In Sachen toxischer Risiken hinkt die Gesellschaft stets Jahrzehnte hinterher. Rekordverdächtig ist etwa das HCB-Verbot: zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis (Porphyrie, 1956) und Verbot (1978) lagen „nur“ 22 Jahre. Unbestritten ist, dass die Morbidität steigt. Die Rate der Frührentner steigt und das durchschnittliche Eintrittsalter dafür sinkt.

Tödliche Folgen von Reaktionen sind in Einzelfällen bekannt. Die statistische Relevanz ist unklar.

Der Zusammenhang zwischen Chemikalien und Suiziden ist seit der berühmten Boehringerstudie bekannt. Prof. Manz, ein Arbeitsmediziner, hatte bei den Beschäftigten mit Pestizidkontakt (2,4,5-T-Säure, als Vietnamgift „Agent Orange“ bekannt und enthielt Dioxin ) eine signifikant erhöhte Suizidrate nachgewiesen. Es wäre ja auch verwunderlich, wenn Nervenschäden zu keiner Schwächung der Psyche führen würden.

Zitat aus dem SPIEGEL von 1991 (32/1991):

„Die Firmenleitung und die Berufsgenossenschaft boykottierten anfangs die Untersuchung, so daß Manz über Friedhöfe, Sterberegister und 400 Interviews dem Tod auf die Spur kommen mußte. Erst kurz vor Abschluß seiner Untersuchung erhielt er von Boehringer eine Personalliste.

Die in der Bundesrepublik einzigartige Studie, die im Herbst vom Hamburger Senat veröffentlicht wird, zeigt, daß Arbeiter, die 20 Jahre bei Boehringer beschäftigt waren, doppelt so häufig an Krebs erkranken wie andere Deutsche. Besonders diejenigen, die in Harri Garbrechts T-Säure-Abteilung den hohen Dioxin-Mengen ausgesetzt waren, zeigen eine „deutliche Übersterblichkeit“ von 240 Prozent.

Die Selbstmordrate ist um 62 Prozent überhöht.“

Falsche wissenschaftliche Darstellung kann tödlich sein

Angesichts dieser Tatsache erscheint die Psychothese in einem anderen Licht. Sie ist nicht nur wissenschaftlich abwegig und bei genauer Betrachtung eine absichtliche Vertauschung von Ursache und Wirkung, sondern in zweifacher Weise für den Tod durch Suizid verantwortlich. Angelika S. hat sich erst das Leben genommen, als sie keinen Ort mehr gefunden hat, den sie vertragen hat. Diese Phantomdebatte über angeblich psychische Verursachung von MCS hat dazu geführt, dass in Deutschland, ja in Europa, keine Klinik existiert, die solche Patienten aufnehmen kann. Wenn man obendrein Schwerstkranke auch noch als „Psycho“ beschimpft, sie als unglaubwürdig hinstellt, ihnen also auch noch die menschliche Würde und vor allem ihre verfassungsmäßigen Rechte nimmt, so ist man obendrein auch direkt verantwortlich für solche lebensbeendenden Folgen. Ein Mensch, der sein Leben erst dann beendet, nachdem alle Bemühungen über Internet fehlgeschlagen sind, ist bestimmt eine starke Persönlichkeit. Eine psychische Schwäche ist hier nicht zu erkennen.

Rechtliche Würdigung

Man kann zunächst konstatieren, dass eine solche Art Medizin zu betreiben, den Patienten schädigt. Zum einen ist dies unterlassene Hilfeleistung, und zum anderen ist es psychische Verletzung. Der Hippokratische Eid verbietet das. Darüber hinaus ist es fahrlässig, die Möglichkeit einer organischen Schädigung außer acht zu lassen, wenn man dem Patienten sonst nicht helfen kann.  Das gilt ganz besonders dann, wenn auf Ebene höchster Autorität MCS als organische Schädigung anerkannt ist.

Wenn im Weiteren, nämlich in einer anhaltenden Diskussion über mehr als ein Jahrzehnt, sowohl die Gefahr der Anaphylaxie als auch die Gefahr des Suizids und obendrein andere schwere Organschädigungen in der Folge von MCS  (Rea, Chemical Sensitivity, Volume 3, ca. 900 Seiten) ignoriert werden, so nimmt man diese Schäden billigend in Kauf. Dies ist grob fahrlässig, wenn nicht sogar bedingt vorsätzlich.

Es ergibt sich also, dass solche Aktivitäten einen Bruch des Hippokratischen Eids darstellen, unterlassene Hilfeleistung und Körperverletzung. Da es sich um hartnäckiges Vertreten einer fragwürdigen Auffassung von Wissenschaft handelt, sind diese Aktivisten auch persönlich für die Folgen verantwortlich.

Da es Tote gegeben hat, ist es an der Zeit darüber nachzudenken, diese Tatbestände auch in einem rechtlichen Verfahren wirksam werden zu lassen. Die Erfahrung hat gelehrt, dass stetige moralische Empörung diesem Tun nicht einmal Grenzen setzen kann. So ist es sinnvoller, die Energie in rechtlich wirksame Aktivitäten fließen zu lassen. Die Hauptschwierigkeit wird nicht sein, den Nachweis zu führen, denn wir besitzen alles Schwarz auf Weiß. Die Hauptschwierigkeit wird sein, ein Gericht zu finden, das die Klage überhaupt annimmt.

Von dieser Stelle ergeht die Aufforderung, darüber eine Diskussion zu beginnen und zwar eine ernsthafte.

Autor: Dr. Tino Merz, Sachverständiger Umweltfragen für CSN – Chemical Sensitivity Network, 9. November 2009

Vorhergehende Blogs zur Serie und zum Thema:

Weiterführende Informationen:

Stadt Zürich schreibt Wohnprojekt und Architekturpreis für ein baubiologisches MCS -Haus aus

Umgebung-MCS-Grundstück

 

Die Stadt Zürich hat ab heute ein MCS-Wohnprojekt und einen Architekturpreis ausgeschrieben. Menschen mit Chemikalien-Sensitivität, meist kurz MCS genannt,  sollen ein baubiologisch konzipiertes Zuhause erhalten. Diese schwer Umwelterkrankten reagieren auf geringste Konzentrationen von Chemikalien und entwickeln darauf vielfältige Gesundheitsbeschwerden. Wohnen in normalen Mietwohnungen ist kaum möglich, es bedarf einer schadstofffreien Wohnumgebung, um Stabilisierung und relative Beschwerdefreiheit zu erzielen. 

Erstes MCS-Wohnprojekt in Europa

Das geplante baubiologische MCS-Wohnhaus in Zürich wird 10 bis 12 kleine Wohnungen bieten und ist das erste Projekt dieser Art in Europa. Nur in USA und Japan gibt es ebenfalls solche öffentlich unterstützten Projekte für Menschen mit Umweltkrankheiten. 

Die Stadt Zürich nimmt sich der Problematik, mit der chemikaliensensible Menschen im Alltag leben müssen, mit viel Engagement und Verständnis an. Man erhofft sich mit diesem Projekt gleichzeitig innovative Ideen für weitere öffentliche Wohnprojekte, die in Folge vielen Menschen zugute kommen. Bis zur Fertigstellung wird zwar noch einige Zeit vergehen, doch das Projekt steht unter einem guten Stern, denn es wird von vielen Fachleuten tatkräftig unterstützt. Auch zwei deutsche Experten sind als Berater mit dabei, der Würzburger Umweltmediziner Dr. Peter Ohnsorge und Peter Bachman von Sentinelhaus. 

Gesundes Wohnen für MCS-Erkrankte

Viele Monate wurde nach einem geeigneten Grundstück für das Projekt gesucht. Für den Standort des Wohnhauses für MCS-Kranke mussten eine ganze Reihe von Kriterien erfüllt werden. Immer wieder fuhr Christian Schifferle, Präsident der Wohnbaugenossenschaft GESUNDES WOHNEN MCS, mit Experten los und schaute sich Baugrundstücke an. Dann war es soweit, das Grundstück war gefunden. Für den aktiven Schweizer geht ein Traum in Erfüllung. Er selbst ist seit 50 Jahren hochgradig chemikaliensensibel und lebt seit vielen Jahren in einem speziell hergerichteten Wohnwagen in natürlicher Umgebung. Viele Nächte schlief er im Wald, weil er keinen Ort fand, an dem sein Körper nicht auf Chemikalienausdünstungen reagierte. In der Schweiz gibt es weitere Menschen, die ebenfalls an MCS erkrankt sind und nach geeignetem Wohnraum suchen. Das war für Christian Schifferle Grund, dass er immer wieder bei Politikern und Behörden vorsprach und um Unterstützung bat. Rund 20 Jahre lang sprach er die Stadt Zürich immer wieder und wieder an, damit man sich von deren Seite für MCS-gerechten Wohnraum einsetzen möge. Der heutige Tag ist daher für ihn, die Mitglieder seiner Selbsthilfeorganisation MCS Liga und aller, die sich in der eigens gegründeten Wohnbaugenossenschaft GESUNDES WOHNEN MCS engagiere, ein ganz besonderer Tag. 

Die nachfolgende Pressemitteilung der Stadt Zürich gibt nähere Informationen über das Projekt, zu dem CSN das beste Gelingen wünscht. In der kommenden Woche wird es hier im CSN Blog auch noch ein Interview mit Christian Schifferle geben, er wird uns viel vom Werdegang des ganzen Projektes berichten. 

Wohnhaus für MCS-Erkrankte in Zürich-Leimbach

 

Sitzung-MCS-Mehrfamilienhaus 

Stadt Zürich Liegeschaftenverwaltung

PRESSEMITTEILUNG, Zürich 6. November 2009

 

Ausschreibung eines Studienauftrags

Die Stadt Zürich will Wohnmöglichkeiten für schwer Umwelterkrankte unterstützen. Sie schreibt für einen Neubau auf dem städtischen Areal am Rebenweg in Zürich-Leimbach einen Studienauftrag im selektiven Verfahren aus. Erwartet wird ein wegweisendes Projekt für ein MCS-gerechtes Wohnhaus mit rund zehn bis zwölf Kleinwohnungen, das höchste baubiologische Anforderungen erfüllt. Das Areal mit dem prämierten Projekt soll der Baugenossenschaft gesundes Wohnen MCS im Baurecht abgegeben werden. 

Schätzungsweise rund 5000 Menschen in der Schweiz leiden an der schweren Chemikalienunverträglichkeit MCS (Multiple Chemical Sensitivity). Für sie ist es oft fast unmöglich, passenden Wohnraum zu finden. Geringste Chemikalien-Konzentrationen lösen bereits Beschwerden aus: Schwindel, Kopf- und Gliederschmerzen, Haut- und Atemwegprobleme, chronische Erschöpfung. Wer stark betroffen ist, kann keiner Arbeit mehr nachgehen und sieht sich sozial zunehmend isoliert. 

Die im 2008 gegründete Wohnbaugenossenschaft Gesundes Wohnen MCS mit Sitz in Zürich und die Stadt Zürich wollen mit einem baubiologisch pionierhaften Wohnhaus MCS geeigneten Wohn- und Lebensraum schaffen Das 1214 m2 grosse Grundstück am Rebenweg ist gründlich evaluiert worden. Es verfügt vor allem über eine für stadtzürcherische Verhältnisse gute Luftqualität. 

Die in der Bauzone liegenden 875 m2 ermöglichen den Bau von zehn bis zwölf 2- bis 3-Zimmer-Wohnungen. Architekturteams können ihre Bewerbungen bis 25. November 2009 beim Amt für Hochbauten einreichen. Aus den eingegangenen Bewerbungen wird das Beurteilungsgremium fünf Architektinnen und Architekten bzw. Planungsteams auswählen, die bis Mitte April 2010 ein Projekt erarbeiten werden. Juriert wird der Studienauftrag im Mai 2010. 

Die junge Baugenossenschaft verfügt noch nicht über ausreichende Eigenmittel. Aus diesem Grund finanziert die Stadt den Projektwettbewerb in Höhe von 150 000 Franken vor. Für die Realisierung des Bauprojekts wird mit Kosten von 5 Millionen Franken gerechnet. Um tragbare Mietzinse zu erreichen, beabsichtigt die Baugenossenschaft, 1,5 Millionen Franken mit einem Fundraising abzudecken.

Weitere Auskünfte erteilt:

  • Arno Roggo, Direktor Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich (ausschließlich für Presseanfragen)
  • Christian Schifferle, Präsident Wohnbaugenossenschaft GESUNDES WOHNEN MCS, Telefon 044 401 05 22 (09.00 – 12.00 und 14.00 -17.00). 

 

Baugenossenschaft GESUNDES-WOHNEN-MCS 

 

 

Weitere Informationen: