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Sonntagsgedicht der Glasprinzessin: Am Bug

Am Bug des Schiffes stehn

Am Bug

Am Bug des Schiffes
stehn
mit offenen Augen Wellen
sehn
rauhe Luft durchtränkt
meine Seele
auf dass sie sich nie mehr
so schrecklich quäle.

Trunken nach salziger Luft
raus aus der alten Kluft
nur noch einmal die frische Brise
wenn man uns nur endlich liesse.

Im Landesinnern sitzt der Sumpf
und macht die Gemüter dumpf
jeden Tag der gleiche Trott
dazu noch der beissende Spott.

Es ist so schwer, dies auszuhalten
es könnte einem die Seele spalten
deshalb ist Vorsicht angesagt
damit das Herz sich nicht mehr plagt.

Am Bug des Schiffes stehn
mit offenen Augen Wellen sehn.


Dieses Gedicht wurde von Mona, der „Glasprinzessin“ geschrieben. Es ist gleichzeitig auch ein Lied, dass Mona singt, wenn sie Heimweh nach der Nordsee hat. Mona hat schwere Chemikalien-Sensitivität / MCS und muss fast die ganze Zeit draußen in der Natur verbringen.

Mona’s Geschichte: Mona die „Glasprinzessin“ – ein einsames Leben mit Wind und Wetter

Weitere Gedichte und eine Geschichte der Glasprinzessin:

Naturchaos * Heilung * Rotkehlia, das Rotkehlchen erzählt aus seinem Leben * Dazwischen * Sonntagsgeschichte: Papo Mio’s Oase für Umweltkranke * Isolation – Sonntagsgedicht der Glasprinzessin * Vertigo * Wohlig

Tag des Meeres – Die Plünderung der Ozeane schreitet voran

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Heute ist der Tag des Meeres, dessen Ursprung im Erdgipfel am 8. Juni 1992 in Rio de Janeiro begründet ist. Seit diesem Jahr wird der Tag des Meeres von den Vereinten Nationen begangen. Der weit reichende Einfluss der Ozeane auf unser Weltklima, wie auch das Dienen als Nahrungsquelle – unsere Meere sind Quell des Lebens schlechthin –  sollte dazu beitragen, dass der ungebremsten Plünderung der Weltmeere Einhalt geboten wird und stattdessen grundlegende Veränderungen auf globaler Ebene eingeleitet werden.

Die EU-Länder sind Rekordhalter in der globalen Überfischung
Durch die fortschreitende Überfischung der Ozeane sind viele Fischarten vom Aussterben bedroht. Der WWF spricht von einem Ende der kommerziellen Fischerei bis zum Jahr 2050, wenn die aktuelle Entwicklung ohne Eingreifen voranschreitet.

Gerade die EU-Länder seien in hohem Maße an der besorgniserregenden Situation beteiligt. Der WWF kritisiert, dass nirgendwo sonst auf der Welt ein solches Maß an Übernutzung der Meere stattfindet wie im EU-Raum. Als besonderen Skandal in der Fischerei kreidet der WWF den letztendlich im Müll landenden Beifang an. So gelangen alleine in der Nordsee jährlich eine Million Tonnen Meeresbewohner wieder tot oder sterbend ins Meer, lt. Heike Vesper vom WWF. Dadurch ist es schier unmöglich, dass sich die Fischbestände erholen, weil gerade die Jungfische unnötig ihr Leben lassen. Neben Thunfisch, Kabeljau, Schwertfisch, Lachs und vielen weiteren Fischarten, stehen weltweit ebenfalls verschiedene Garnelenarten, Korallen, aber auch viele Hai- und Walarten auf der roten Liste der bedrohten Tierarten.

Ozeane sind die Müllhalde unserer Zivilisation
Die globale Ausbeutung der Fanggründe ist nicht die alleinige Ursache der Misere. Hinzu kommen die enorme Verschmutzung der Meere, der Klimawandel, der die Wassertemperatur und zunehmend den Wasserspiegel ansteigen lässt, sowie das ungebremste Einleiten ungeklärter Abwässer.

Schwermetalle, Industriechemikalien und Pestizide, aber auch Müll, wie z. B. Unmengen von Plastik und Elektroschrott, leisten ihren Negativbeitrag im fragilen Ökosystem unserer Ozeane. Zusätzlich leiten Ozeanriesen wie Kreuzfahrtschiffe und Frachter beispielsweise das beim Duschen und in den Wäschereien anfallende verschmutzte Abwasser ins Meer.

Der sich erst kürzlich ereignete Flugzeugabsturz der Air-France-Maschine unterstreicht die dramatische Müllsituation unserer Meere. So ging man ursprünglich davon aus, endlich Wrackteile der Unglücksmaschine geborgen zu haben, was sich jedoch als Irrtum herausstellte, da es sich lediglich um Ozeanmüll handelte.

Plastikmüll so weit das Auge reicht
Auf dem Nordpazifik hat sich laut Ausführungen des WWF ein Plastikmüllteppich von der Größe Zentraleuropas gebildet. Etwa 70 Prozent des gesamten Industrie-, Haushalts-, Schifffahrts- und Plastikmülls gelangt ins Meer.

Die Spuren unserer modernen Zivilisation, z. B. unterschiedliche Industriechemikalien wie bromierte Flammschutzmittel, PCB, Pestizide und Lindan, lassen sich in ganz entlegenen Zonen unserer Erde, wie der Arktis, im Blut von Eisbären, Belugawalen und Seevögeln nachweisen.

Klimaerwärmung und weitere tickende Zeitbomben
Die Erderwärmung ist entscheidend an der Versauerung der Meere beteiligt und fördert das stetige und rasante Voranschreiten des Korallensterbens. Die ansteigende Nährstoffzunahme in unseren Gewässern führt zu verstärktem Algenwachstum, das wiederum vielerorts zu Todeszonen unter Wasser führt, da die Algen dem Wasser den Sauerstoff entziehen. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Gesichtspunkt sind die auf dem Meeresgrund der Nord- und Ostsee liegenden Überbleibsel des zweiten Weltkrieges, denn das Problem der dort zurückgebliebenen Kampfstoffe stellt eine tickende Zeitbombe dar.

Das Ökosystem Ozean ist aus den Fugen geraten, der internationale Meeresschutz und die bisherigen Maßnahmen der Politik sind bei weitem nicht ausreichend.

Autor: Maria, CSN – Chemical Sensitivity Network, 8. Juni 2009

Sonntagsgedicht der Glasprinzessin: Wohlig

Morgens am See

Wohlig

Wärme am Morgen

leichte Windwellen am See

kleine Karpfen versammeln sich

Wasserläufer fahren umher

Libellen tänzeln am Ufer

wohlig wohl – alles im Einklang.

Frösche quaken in der Nähe

Vögel singen ihr Lied ganz dezent

Schmetterlinge in vielen Farben

Pusteblumen geben ihre Fallschirme preis

Käfer krabbeln um die Wette

wohlig wohl – alles im Einklang.

Graureiher späht nach Fischen

Spinnen krabbeln am Balken hoch

Ameisen tragen ihre Puppen

Binsen wiegen sich im Wind

Bienen sammeln ihren Honig

wohlig wohl – alles im Einklang.

Wenn du nun fragst –

wo ist das so –

dann sag ich dir –

da – wo keine Menschen sind.

Dieses Gedicht wurde von Mona, der „Glasprinzessin“ geschrieben. Mona hat schwere Chemikalien-Sensitivität / MCS und muss fast die ganze Zeit draussen in der Natur verbringen.

Mona’s Geschichte: Mona die „Glasprinzessin“ – ein einsames Leben mit Wind und Wetter

Weitere Gedichte und eine Geschichte der Glasprinzessin:

Naturchaos * Heilung * Rotkehlia, das Rotkehlchen erzählt aus seinem Leben * Dazwischen * Sonntagsgeschichte: Papo Mio’s Oase für Umweltkranke * Isolation – Sonntagsgedicht der Glasprinzessin * Vertigo

Energiefox zum Welt-Umweltschutztag

holunder

Welt-Umweltschutztag

Welch ein Trauerspiel,

wir müssen die Umwelt vor uns schützen.

Wollen wie es nicht wahrhaben ohne

uns kommt die Umwelt gut klar.

Wo sind die Holunderbüsche geblieben

wo sind sie hin. Gestern standen sie noch

an jeder Eck. Heut such ich sie oft vergebens.

Aus „Natur und Tier“ ein kleiner Auszug:

So seltsam es sich anhören mag: Um den Wolf wirksam zu schützen, müssen wir erst einmal lernen, nichts zu tun.

Denn der größte Feind der Natur ist unser Ordnungssinn.

Autor:

Energiefox für CSN – Chemical Sensitivity Network zum Welt-Umweltschutztag, 5. Juni 2009

Weitere CSN Blogs von Energiefox:

Weltumwelttag – World Environment Day

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Umweltschutz für unsere Gesundheit

Am Tag der Umwelt – World Environment Day beteiligen sich jährlich seit dem Eröffnungstag des ersten Weltumweltgipfel am 5. Juni 1972 in Stockholm, 150 Staaten. Der diesjährige Weltumwelttag der Vereinten Nationen findet unter dem Motto „Dein Planet braucht dich – Gemeinsam den Klimawandel bekämpfen“, statt.

Das Umweltbundesamt betitelt den diesjährigen Tag der Umwelt „Umweltschutz – für unsere Gesundheit“. In Anbetracht der enormen Zunahme an Umweltkrankheiten, wie Multiple Chemical Sensitivity, kurz MCS genannt, ist dieser Leitsatz sehr begrüßenswert. Die weltweit existierenden MCS-Kranken verdeutlichen, dass nicht nur die Betroffenen durch Umwelteinflüsse schwer krank geworden sind sondern auch, dass die Natur und Umwelt ebenfalls kränkelt und zwar nicht zu knapp. Die vielen MCS-Kranken stellen somit ein nicht zu ignorierendes Mahnmal der globalen Umweltzerstörung dar und verdeutlichen, dass sich das globale Umweltverhalten grundlegend ändern und nachhaltig verbessern muss. Die weltweit tendenziell steigende Zunahme an MCS-Neuerkankungen belegt, dass es bei weitem nicht ausreicht, sich schwerpunktmäßig der Bekämpfung der Erderwärmung anzunehmen. Zusätzlich gibt es weitere wichtige Herausforderungen und Aspekte, die es im globalen Umweltschutz einzubeziehen gilt, damit auch unsere Folgegenerationen eine lebenswerte Zukunft in einer lebensfreundlichen Umwelt vorfinden.

Nachhaltigen Umweltschutz leben – Gesetzgeber ist in der Verantwortung

Viele Dinge unseres täglichen Lebens belasten unnötig die Luft und unsere Gewässer. Auf umweltschädliche Produkte, wie z. B. desinfizierende und chemische Reinigungsmittel, Raumduftsprays, Weichspüler, Parfum, Chemikalien im Garten, chemische Schädlingsbekämpfungsmittel, um nur einige wenige zu nennen, könnte / sollte man ohne großen Aufwand besser verzichten. Die Umwelt und unsere Gesundheit würden durch diese Verhaltensweise bereits beim Produktionsprozess wie auch beim Gebrauch vieler Produkte nachhaltig geschont, nicht zu vergessen beim Entsorgungsprozess. Doch wir Verbraucher können leider keinen grundsätzlichen allumfassenden Umweltschutz leisten, vielfach erwerben wir hochtoxische Produkte, ohne dass wir davon wissen. Hier ist der Gesetzgeber in der Verantwortung, endlich Rahmenbedingungen zu schaffen, um einer unnötigen Gefährdung der Umwelt und unserer Gesundheit vorzubeugen. Leider gerät Umweltschutz aus Kostengründen oft ins Hintertreffen. Dieser negativen Entwicklung muss dringend entgegengewirkt und stattdessen versucht werden, den Umweltschutz bei der Bewältigung der drastischen Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise, als unabdingbare Herausforderung und Chance intensiv zu integrieren.

Artensterben ein Problem unserer Zeit, hat sich beschleunigt

Aktuell findet in Bonn die UN-Konferenz zur Vorbereitung des Kyoto-Anschlussabkommens statt. Die Schäden der Klimaerwärmung werden meistens nur in Zahlen ausgedrückt und mit hohen finanziellen Schäden beziffert. Wobei es festzustellen gilt, die besorgniserregenden Folgen der Erderwärmung lassen sich nicht nur abstrakt als Zahlen darstellen. Die globale Biodiversität bzw. das dramatische Artensterben müssen ebenfalls als Folge des Klimawandels miteinbezogen werden. Es ist weltweit ein intensiver Rückgang der Artenvielfalt zu verzeichnen, mit unüberschaubaren Auswirkungen für uns alle. Durch unsere exzessive Nutzung der Natur und Umwelt, der drastischen Zunahme der Umweltverschmutzung und dem ungebremsten Einsatz von Pestiziden, der Vernichtung natürlichen Lebensraums, wie z. B. Heckenbepflanzungen um unsere Äcker, aber auch durch neue Bebauungen und Straßen, hat sich lt. WWF das Artensterben in letzter Zeit drastisch beschleunigt, täglich sterben 150 Arten aus. Ohne großen Aufwand und Recherche lässt sich das Artensterben an dem nicht mehr Vorhandensein von Wildblumen an unseren Äckern leicht erkennen. Doch nicht nur die Wildblumen sind verschwunden, mit ihnen auch die Insektenvielfalt.

Die Teilnehmer der UN-Konferenz sind gefragt, ernstgemeinte und nachhaltige Signale zum Klimaschutz zu setzen. Die vielen in Deutschland geplanten neuen Kohlekraftwerke sind mit Sicherheit der falsche Weg und kein Beitrag zur Abschwächung der Klimaerwärmung.

Autor: Maria, CSN – Chemical Sensitivty Network, 5. Juni 2009

Insektizideinsatz im Ferienflieger – Welche Ansprüche hat der Passagier?

In den Urlaub mit dem Flugzeug - Pestizide fliegen oft mit

Würzburg, 26.05.2009. So mancher Passagier wundert sich vor dem Rückflug aus fernen Ländern, dass das Flugpersonal vor Abflug und lediglich nach einer kurzer Ankündigung unerwartet ein Insektizid über die Köpfe der Passagiere hinweg versprüht, ohne dass diese sich – beispielsweise durch eine Atemmaske – dagegen schützen können.

Wer zum ersten Mal eine Fernreise gebucht hat, ist in aller Regel mehr als überrascht, nun plötzlich vor dem Rückflug aus dem Urlaubsland von einem Mittel eingenebelt zu werden, dessen Namen, Wirkung und Risiko er nicht kennt und das nach den Angaben des Flugpersonals angeblich in keiner Weise gesundheitsschädlich ist Denn keine oder kaum eine Airline weist ihre Passagiere bereits vor der Buchung ausdrücklich auf die Anwendung dieses im Fachjargon „Blocks-Away-Method“ genannten Verfahrens und etwaige Risiken hin. Es fragt sich, welche Rechte dem Passagier gegen die Airline im Zusammenhang mit dieser sog. „Desinsektion“ zustehen.

I. Urteil des Amtsgericht Frankfurt am Mai v. 04.12.2008 (Az. 29 C 1524/08 – 46)

Am 04.12.2008 entschied das Amtsgericht Frankfurt am Main in einem von mir gegen die Air France geführten Verfahren über Auskunftsansprüche eines Passagiers. Das Urteil ist nach meiner Kenntnis deutschlandweit das erste überhaupt zu dieser Fragestellung. Zur Hälfte wurde der Klage stattgegeben, im Übrigen wurde sie zurückgewiesen. Die Zurückweisung wurde damit begründet, dass der Kläger nach Ansicht des Gerichts in Bezug auf zwei Klageanträge kein Rechtsschutzbedürfnis hatte, u.a., weil er sich über das von der Beklagten angeblich verwendete Permethrin:

(…) vorprozessual bereits selbst umfassend und mit einer Gründlichkeit informiert hatte, wie sie von der Beklagten nur schwer überboten werden dürfte“.

Erst kurz vor Ende des Verfahrens stellte sich heraus, dass nicht Permethrin, sondern d-Phenothrin versprüht worden war, also ein gänzlich anderes Insektizid als dasjenige, das zunächst von der Air France angegeben wurde. Dennoch wurde die Klage zum Teil abgewiesen.

Das Amtsgericht Frankfurt am Main verurteilte die Beklagte, dem Kläger darüber Auskunft zu erteilen:

1. welche Konzentration an Permethrin und ggf. welche weiteren Inhaltsstoff ein welcher Menge das von der Beklagten auf dem Rückflug des Klägers von Kuba nach Paris Charles de Gaulle versprühte Produkt enthält.

2. in welcher Menge dieses Insektizid auf diesem Flug versprüht wurde.

II. Rechtsgrundlage des Anspruchs und Feststellungen des Gerichts

Das Amtsgericht leitete den Auskunftsanspruch des Klägers aus dem mit der Airline abgeschlossenen Beförderungsvertrag in Verbindung mit den Grundsätzen von Treu und Glauben her und führt in seinem Urteil wörtlich aus:

Dem Kläger steht zunächst grundsätzlich ein Auskunftsanspruch über Zusammensetzung, Intensität, Menge, Wirkweise und Gesundheitsrisiken des von der Beklagten anlässlich des streitgegenständlichen Fluges verwendeten Mittels zu. Insoweit ist die Beklagte aus vertraglicher Nebenpflicht des Luftbeförderungsvertrages heraus verpflichtet, zumindest auf konkrete Anfrage eines über gesundheitliche Beschwerden nach dem Flug klagenden Fluggastes umfassend Auskunft über das eingesetzte Desinsektionsmittel zu erteilen, um es dem betroffenen Fluggast zu ermöglichen, sich ein Bild über mögliche gesundheitliche Risiken zu verschaffen, ggf. angemessene ärztliche Behandlungsmaßnahmen einzuleiten und für sich zu entscheiden, ob künftig Flüge dieser Art für ihn noch verträglich sind.“

Das Gericht stellt weiter fest:

„Hierbei kann es für die Bejahung eines solchen, individuellen Anspruches des Klägers dahinstehen, ob von dem durch die Beklagte verwendeten Desinsektionsmittel üblicherweise keine Gesundheitsgefahren ausgehen und der ganz überwiegende Großteil aller Fluggäste nicht über Beeinträchtigungen der Gesundheit klagt.

(…) Hier ist die Frage entscheidungserheblich, ob die Beklagte auf Nachfrage eines über gesundheitliche Beeinträchtigungen aufgrund der durchgeführten Desinsektion klagenden Fluggastes nachträglich verpflichtet ist, umfassend Auskunft über das verwendete Desinsektionsmittel zu erteilen.

(…) Ein Anspruch des Fluggastes besteht bereits auch, um zu ermitteln, ob diese Beschwerden auf das Desinsektionsmittel oder auf andere Ursachen zurückzuführen sind. (…) Denn es ist dem derart betroffenen Fluggast nicht zuzumuten und auch nicht ohne weiteres möglich, sich die erforderlichen Informationen eigenständig zu beschaffen, um die für ihn von dem Desinsektionsmittel ausgehenden Gesundheitsrisiken einzuschätzen.

(…) Die Erteilung solcher Informationen in Einzelfällen wie dem hier gegenständlichen ist der Beklagten auch zuzumuten. Hierbei fällt wesentlich ins Gewicht, dass die Versprühung des Desinsektionsmittels durch die Beklagte veranlasst wird und davon auszugehen ist, dass sich die Beklagte im Klaren darüber ist, welche inhaltliche Zusammensetzung in welcher Konzentration und Menge mit welchen möglichen Gesundheitsrisiken über die Köpfe ihrer Fluggäste versprüht wird.“

III. Aufklärungspflicht bereits vor Buchung der Reise?

Über die Frage, ob Passagiere auch Anspruch darauf haben, bereits vor Abschluss des Luftbeförderungsvertrags darüber aufgeklärt zu werden, dass vor dem Rückflug aus dem Urlaubsland eine Desinsektion durchgeführt werden wird, hatte das Gericht nicht zu entscheiden. Nach meiner Ansicht muss jedoch auch ein solcher Anspruch bejaht werden und zwar aus den folgenden Gründen:

Nach den Grundsätzen der sog. culpa incontrahendo (vorvertragliches Verschulden) ist der eine Vertragspartner dem anderen gegenüber verpflichtet, diesen unaufgefordert über solche Umstände aufzuklären und zu informieren, die für dessen Entscheidung erheblich sind. (1) Tut er dies nicht, dann kann sich hieraus eine Schadensersatzpflicht ergeben.

Die Frage, ob die von den Airlines eingesetzten Insektizide beim Menschen oder auch nur bei manchen Menschen wie beispielsweise Asthmatikern oder Chemikaliensensiblen, Gesundheitsbeschwerden hervorrufen können, wird in der Wissenschaft zwar nicht einheitlich beantwortet, aber in der Literatur sind eine ganze Anzahl von Fällen dokumentiert, in denen Fluggäste oder auch Bordpersonal nach Durchführung einer Desinsektion im Flugzeug über Gesundheitsprobleme klagten. (2)

Dies ist auch den Airlines bekannt oder muss ihnen jedenfalls bekannt sein. Mir liegen Berichte von drei weiteren Personen vor, die angaben, nach Durchführung einer blocks-away-Desinsektion unter gesundheitlichen Problemen gelitten zu haben. Eine diese Personen gab an, nach der Desinsektion auf einem Flug für rund eine Viertelstunde ohnmächtig gewesen zu sein. Eine weitere dieser Personen, die nach einer Desinsektion zusammen mit ihrem Ehemann unter starken Atemproblemen litt, beschwerte sich nach einem Flug von Dubai nach Paris schriftlich bei der Air France und schrieb zudem einen Leserbrief an das Magazin Stern (Nr. 18/2008).

Da die Airlines also wissen, dass die von ihnen zur Desinsektion verwendeten Mittel zumindest bei einer Anzahl von Personen zum Teil erhebliche Beschwerden hervorrufen können, ergibt sich nach meiner Ansicht nach den Grundsätzen der culpa in contrahendo und dem Grundsatz von Treu und Glauben eine Pflicht der Airlines, ihre potentiellen Passagiere bereits vor Buchung einer Reise in geeigneter Weise – z.B. auf den Internetseiten – auf das Verfahrender Desinsektion und die damit etwaig verbundenen Risiken hinzuweisen.

Nur so ist sichergestellt, dass sich beispielsweise ein Asthmatiker, Allergiker oder chemikaliensensibler Mensch bereits vor Antritt einer Reise bei seinem Arzt informieren kann, ob er den Strapazen einer solchen Flugreise gesundheitlich überhaupt gewachsen ist. So fern es in diesem Punkt Zweifel gibt, kann er sich noch gegen eine Buchung entscheiden, anstatt vollkommen uninformiert zu buchen und dann erst vor Antritt des Rückflugs aus heiterem Himmel und ohne Möglichkeit, sich zu schützen, von einem Insektizid eingenebelt zu werden und womöglich einen Asthmaanfall zu erleiden.

Unterlässt es eine Airline, ihre Passagiere bereits vor Buchung entsprechend aufzuklären und zu informieren, so kann sie sich nach meiner Ansicht gegenüber Passagieren, die nach einer Desinsektion unter Gesundheitsbeschwerden leiden, schadensersatzpflichtig machen.

IV. Verpflichtung zur Ermöglichung des Selbstschutzes?

Selbst wenn man aber eine solche Aufklärungspflicht vor Buchung der Reise verneint, so muss nach meiner Ansicht jedenfalls folgendes gelten:

Da die Airlines wissen, dass eine Desinsektion – insbesondere unter Anwendung der „Blocks-Away-Method“ – bei manchen Menschen gesundheitliche Beschwerden hervorruft, sind sie verpflichtet, ihre Passagiere durch ihr Bordpersonal zumindest direkt vor Versprühung des Insektizids so rechtzeitig zu informieren, dass sich diese noch gegen das Insektizid schützen können, z.B. durch Luftanhalten, Abschirmen von Mund und Nase, Schließen der Augen und/oder Abdecken der Haut.

Eigentlich sollte man in diesem Zusammenhang auch erwarten können, dass Airlines im Sinne eines Services am Kunden ihren Passagieren eine Atemmaske anbieten, damit sie sich auf diese Weise schützen können, wenn sie dies möchten.

Wenn eine Airline ihre Passagiere weder vor Buchung des Fluges noch unmittelbar vor Versprühen des Insektizids informiert und aufklärt und ihren Passagieren zudem nicht die Möglichkeit gibt, sich zu schützen, dann kommen bei Passagieren, die nach einer Desinsektion an Beschwerden leiden, Schadensersatzansprüche in Betracht.

V. Kleine Anfrage der FDP-Fraktion vom 18.03.2009

Vor Kurzem wurde das Thema der Desinsektion von Flugzeugen auch von der FDP-Fraktion aufgegriffen. Auf deren Kleine Anfrage antwortete die Bundesregierung am 28.04.2009 und teilte u.a. folgendes mit:

1. Sie schließt sich der Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), das Inflight-Spraying berge Gesundheitsrisiken für die Flugzeuginsassen, an.

2. Es hängt von der Entscheidung des Staates des Zielflughafens ab, ob eine Desinsektion von Luftfahrzeugen verlangt wird oder nicht, die Anlage 5Abs. 2 Satz 1 der Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) enthält in Bezug auf die Befreiung von Flugzeugen von Insekten nur eine Soll-Vorschrift.

3. Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse darüber vor, wie viel Prozent der Personen, die sich an Bord von Flugzeugen befinden, in denen Inflight-Spraying-Desinsektionen durchgeführt werden, durchschnittlich darauf zurückzuführende Beschwerdeanzeichen zeigen.

4. Ein Inflight-Spraying wird nach Erkenntnissen der Bundesregierung von Deutschen Fluggesellschaften nicht angewandt.

Nach Auskunft der Bundesregierung zwingen also die internationalen Gesundheitsvorschriften weder dazu, gerade das Inflight-Spraying anzuwenden noch zwingen sie dazu, überhaupt eine Desinsektion durchzuführen. Dass eine solche zur Verhinderung der Ausbreitung gefährlicher Krankheitserreger sinnvoll sein kann, steht sicherlich außer Frage. Es gilt dann jedoch, zumindest ein solches Verfahren anzuwenden, das die Passagiere weitest möglich schont. Das vom BfR entwickelte Preembarkation-Verfahren ist nach dessen Bewertung sicher wirksam, dabei aber für die Passagiere schonender als das Inflight-Spraying. Trotzdem wird dieses Verfahren auch weiterhin nicht offiziell von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen.

Einige Airlines berufen sich offenbar darauf, sie seien deshalb gezwungen, nur die Verfahren anzuwenden, die von der WHO empfohlen werden, die WHO zwinge sie hierzu. Dies aber ist so nicht richtig. Die WHO hat in Bezug auf die Desinsektion von Flugzeugen lediglich Empfehlungen ausgesprochen, die nicht rechtsverbindlich sind. Entsprechend wendet z.B. die Lufthansa das Preembarkation-Verfahren an, (3) ohne dass dies Sanktionen durch die WHO oder andere Institutionen zur Folge hätte.

Kein Staat, der eine Desinsektion für unverzichtbar hält, wäre demnach gehindert, Rechtsvorschriften zu erlassen, die die Anwendung des Preembarkation-Verfahrens vorsehen. Sehr interessant in diesem Zusammenhang ist dabei auch die folgende Mitteilung der Bundesregierung in deren Antwort vom 28.04.2009:

„Hinsichtlich der Verhältnismäßigkeit des gewählten Mittels gelten ferner Artikel 22 Abs. 3 IGV sowie Annex 9 Punkt 2.25 des ICAO-Abkommens: Die Befreiung von Insekten wird so durchgeführt, dass u.a. Verletzungen und soweit möglich Unannehmlichkeiten für Personen verhindert werden.“

Danach ließe sich die Auffassung vertreten, dass aus Gründen der Verhältnismäßigkeit sogar eine Pflicht zur Anwendung des Preembarkation-Verfahrens besteht, eben weil dies schonender ist und feststeht, dass zumindest die blocks-away-method Beschwerden hervorrufen kann, die man wohl sicherlich als Verletzungen in diesem Sinne werten muss.

Offenbar existieren in Frankreich nationale Vorschriften, die ausschließlich die Verfahren „blocks-away“ und „top-of-descent“ erlauben, dies jedenfalls geht aus einem Information Paper aus dem Jahr 2001 hervor, das mir im Verfahren vor dem Amtsgericht Frankfurt am Main von der Beklagtenseite vorgelegt wurde. Beide Verfahren beinhalten ein Inflight-Spraying, also eine Desinsektion in Anwesenheit der Passagiere.

Es steht zu hoffen, dass es in diesem Punkt zu einem Umdenken und einer Änderung der einschlägigen Bestimmungen kommt, denn sonst wird Passagieren, die befürchten, empfindlich auf eine Desinsektion zu reagieren, wohl nur übrig bleiben, sich gezielt zu informieren, ob auf einer bestimmten Flugroute eine Desinsektion durchgeführt wird, in welchem Verfahren diese erfolgt und sich dann im Zweifel für die Airline zu entscheiden, die das schonendere Verfahren anwendet oder gänzlich von der Reise abzusehen.

Autor:

RA Dr. jur. Burkhard Tamm

Medizinrecht-Versicherungsrecht-Lebensmittelrecht

Bohl & Coll. Rechtsanwälte

Franz-Ludwig-Str. 9

97072 Würzburg

Tel. 0931 – 796 45-0 E-Mail: tamm@ra-bohl.de

Internet: www.tamm-law.de und www.ra-bohl.de

Literatur:

  1. Vgl. Palandt, 67. Aufl., § 242, Rn. 37 und § 280, Rn. 30.
  2. Vgl. z.B. State of California Health and Human Services Agency, Department of Health Services „Occupational Illness Among Flight Attendants due to Aircraft Desinsection“, October 23, 2003.2

CSN Blog Top 10 – Die beliebtesten Artikel im Mai 2009

Top 10 Artikel im CSN Blog

CSN Blog Top 10 – Die beliebtesten Artikel im Mai

Auf Platz Eins landete im Mai der Artikel über die von CSN entwickelte Infokarte über Gefahren durch Duftstoffe. Die Infokarte selbst wurde von allen Dokumenten auf der CSN Hauptseite am zweithäufigsten angeklickt.

Wie im Vormonat waren auch im Mai Blogs von Amalie über natürliche Behandlungsmethoden sehr gefragt. Alles steht in voller Blüte, da sind vor allem Heuschnupfenallergiker dankbar für die wertvollen Tipps.

Doch lest selbst, welche Artikel das Rennen machten.

Zum Lesen der CSN Top 10 Artikel einfach anklicken:

Die Top 10 der letzten drei Monate

Chemikalien in Textilien

Shopping

Textilien sind mit vielen toxischen Chemikalien belastet

Viele unterschiedliche Chemikalien in unseren Textilien sind an der Tagesordnung. Laut BR-online Ratgeber werden schätzungsweise 7000 unterschiedliche Chemikalien in der Textilbranche verarbeitet. Mittlerweile sind in Deutschland einige krebserzeugende und erbgutschädigende Chemikalien bei der Textilverarbeitung verboten, jedoch kommen sie in den Erzeugerländern weiterhin ungehindert zum Einsatz und gelangen somit auch bei uns zum Kunden, da nicht alle Importsendungen, sondern nur Stichproben auf Schadstoffe untersucht werden. Die für unsere Gesundheit negativen Auswirkungen der beim Anbau der Baumwolle wie auch bei der Veredlung der Stoffe eingesetzten, zum Teil hochgiftigen Pestizide, krebserregenden Farbstoffe, Bleichmittel und anderen Chemikalien, sind nicht abschätzbar.

Behandelte Kleidung

Einlaufsichere Baumwolle, knitterfreie Hemden, fließende Stoffe, stoned-washed-Jeans, schweißhemmende, antibakteriell ausgestattete Sportbekleidung, Kleidung mit Wash-out-Effekt, etc., die Eigenschaften moderner Bekleidung sind vielfältig, wie auch die der eingesetzten Chemikalien die benötigt werden, um diese Trageeigenschaften realisieren. Laut Einkaufsnetz – Greenpeace, landen etwa ein Viertel der weltweit produzierten Chemikalien in unserer Bekleidung, z. B. Flammschutzmittel, bakterienhemmende Chemikalien wie Triclosan, Formaldehyd, Azofarbstoffe, schwermetallhaltige Farben, Farbbeschleuniger, Antischimmelmittel, Nervengifte und Pestizide für den Transport.

Das Gift auf unserer Haut

Über die Haut gelangen die Chemikalien dann in unseren Organismus. So bleibt es nicht aus, dass immer mehr Verbraucher an Allergien, Hautjucken, Neurodermitis, Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen und langfristigen Gesundheitsschäden wie Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit, Krebs und Multipler Chemikalien Sensitivität (MCS) leiden. Die Reaktionen der verschiedenen eingesetzten Chemikalien untereinander sind kaum erforscht, sie sind derzeit noch ein Buch mit sieben Siegeln.

Zeigt her Eure Schuhe

Auch Lederschuhe sind häufig mit allergieauslösendem und gesundheitsschädigendem Chrom behandelt. Chrom steht in Verdacht, krebserregend zu sein. Outdoor-Schuhe sind in den meisten Fällen mit Fungiziden ausgerüstet. Hinzukommen bei Schuhen mit Gummisohlen dann noch PVC, Lösungsmittel, etc.

Ökologische Kleidung sorgt für nachhaltigen Umwelt- und Gesundheitsschutz

Beim Kauf von Baumwollbekleidung glaubt die Mehrheit der Verbraucher, ein gesundes Naturprodukt zu erwerben. Kaum jemand weiß, dass die Baumwolle bereits beim Anbau hochgradig mit Pestiziden belastet ist. Im Hauptanbauland von Baumwolle, in Indien, kommen weiterhin längst verbotene toxische Chemikalien zum Einsatz. Kurz vor der Baumwollernte werden Herbizide, sog. Entlaubungsmittel gespritzt, um eine leichtere maschinelle Ernte der Baumwolle zu gewährleisten. Diese Chemikalien schädigen nicht nur die Gesundheit der Arbeiter, sondern auch die Böden, das Grundwasser und letztendlich das Trinkwasser. Viele Arbeiter sterben an den Folgen des ungehinderten Einsatzes an Chemikalien.

Beim Kaufentscheid für biologisch erzeugte und nach ökologischen Kriterien verarbeitete Textilien unterbindet man die für uns kaum vorstellbaren Zustände in den Textilerzeugerländern, wie auch den immensen Einsatz von Chemikalien bei der weiteren Verarbeitung, wie der Film „Das Gift kehrt zurück“ verdeutlichte und zuvor der Beitrag aus dem Jahr 2005 von Inge Altemeier und Beate Greindl „Giftige Kleider“ zum Ausdruck brachte. Die Gesundheit der Arbeiter in der Textilbranche, die extreme Umweltverschmutzung und die Gefährdung unserer eigenen Gesundheit sollten uns alle zum Umdenken bewegen. Biobaumwolle und ökologisch weiterverarbeitete Textilien sind nicht nur umweltverträglicher, sondern auch die Arbeitsbedingungen sind sozialverträglicher als bei der konventionellen Textilproduktion. MCS-Kranken und vielen Allergikern bleibt keine andere Wahl, sie vertragen konventionelle Bekleidung meistens nicht mehr, was bei der Vielzahl der angewandten toxischen Chemikalien nicht verwunderlich ist.

Autor: Maria, CSN – Chemical Sensitivity Network, 30. Mai 2009


Weitere interessante Artikel von Maria zum Thema Gifte im Alltag:

Schlafstörungen? Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung? Natürliche Hilfe!

Gute Nacht

Schlafstörungen waren für nahezu jeden schon mal ein leidiges Thema. Egal, ob heiße Sommernächte oder aufgeriebene Nerven den Schlaf vermiesen, die Folgen von Einschlafstörungen, Schlaflosigkeit und von ständigem Aufwachen, unterbrochenen Nächten sind bekannt: Müdigkeit, Erschöpfung, Nervosität, Verspannungen…

Natürliche Alternativen zum Einschlafen statt Pillen
Wie also findet man in einen erholsamen Schlaf? Natürlich gibt es Medikamente, die das Einschlafen oder Durchschlafen erleichtern. Einige davon wirken wie Betäubungsmittel, während andere wie Psychopharmaka oder Antihistamininka, also die Antiallergiemittel, die müde machen, wirken. Schlafmittel sind teilweise verschreibungspflichtig und fallen unter Betäubungsmittelgesetz. Das hat auch seinen Grund. Regelmäßig eingenommene Schlafmittel können die Gesundheit massiv schädigen und abhängig machen wie Drogen. Auch pflanzliche Mittel können Nebenwirkungen haben.

Schlafmittel sind also keine Lösung, zumindest keine dauerhafte. Doch wie soll man sonst wieder in Ruhe schlafen können? Es gibt natürliche Hilfe. Sowohl, um Ihren Schlaf dauerhaft erholsamer und gesünder zu machen, als auch, um heute Nacht, wenn die Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen Ihnen wieder die Ruhe rauben, entspannt einzuschlafen.

Rahmenbedingungen für erholsamen Schlaf
Erst mal sollten die Rahmenbedingungen stimmen. Idealerweise sind es im Schlafzimmer zwischen 18 und 20 Grad, also angenehm kühl, auch wenn wir im heißen Sommer oft nur davon träumen können. Krach und Helligkeit sind allerdings noch deutlich wirksamere Störenfriede. Ab einer bestimmten Lautstärke oder Helligkeit schläft man einfach kaum noch ein. Was also tun? Tür zu und Laden runter! Aber bitte nicht vergessen, vorm Schlafengehen noch mal zu Lüften, denn in guter Luft schläft es sich besser als im stundenlang abgestandenen Mief. Wenn es absolut nicht geht mit der lauten Musik der Nachbarn oder dem trotz der Läden einfallenden Licht helfen Schlafmaske und Ohrstöpsel. Ohrstöpsel, aber bitte gute aus der Apotheke kaufen – die einfache Watte im Ohr kann sich in den Gehörgang schieben und dort unangenehme Verstopfungen verursachen, die der HNO-Arzt hinterher wieder herausholen muss! Eine Schlafmaske sollte weich sein, möglichst aus Baumwolle, und keine dekorative, aber kratzige Spitze haben.

Schlaf ohne Stress
Und: machen Sie sich keinen Stress mit dem Schlafen. „Der gesündeste Schlaf findet vor Mitternacht statt!“ Das hat jeder schon mal gehört. Unser Schlaf richtet sich nach unseren Lebensgewohnheiten. Es hängt von unserem Beruf und dem Umfeld, in dem wir leben, ab, ob wir von zwei Uhr nachts bis neun Uhr morgens schlafen oder mit den Hühnern ins Bett gehen und mit dem ersten Hahnenschrei aufstehen. Schichtarbeit oder kleine Kinder bringen den Schlaf-Wach-Rhythmus sowieso durcheinander. Also kommt es darauf an, dass jeder seinen eigenen Rhythmus findet.

Dem Steinzeitgehirn entgegen gehen
Viel wichtiger als solche Volksweisheiten, die soviel aussagen wie die Bauernregeln übers tatsächliche Wetter, ist, dass Sie Ihre eigene Regelmäßigkeit in ihren Schlafalltag bringen. Es stimmt: Der Körper stellt sich auf Gewohnheiten ein. Erste Regel ist: Das Bett ist zum Schlafen da, nicht als Sofa oder Ablage. Wenn sich das nicht realisieren lässt, dann versuchen Sie, das Bett tagsüber zum Sofa und nachts zum Bett zu gestalten, zum Beispiel in dem es mit einer Tagesdecke zum Sofa wird, und nur mit Kissen und Decken ausschließlich als Bett dient. Wer viel in Hotels übernachtet, kann sein eigenes Kissen mitnehmen. Sie sehen: Es geht darum, dass unser gewohnheitsbestimmtes Steinzeitgehirn etwas fest mit Schlafen verbindet, also z.B. „Sie liegt auf diesem Kissen“ – “ Aha, es ist Schlafenszeit!“

Schlafförderndes Betthupferl
Wer dazu neigt, nicht einzuschlafen, sollte sich noch ein kleines Abendritual, ein schlafförderndes Betthupferl, angewöhnen. Sicher denken Sie gleich an das Glas heiße Milch mit Honig. Allerdings sollten Sie bedenken, dass ein Fünftel der Bevölkerung keine Milch verdauen kann – und sich in Folge erst recht aufgekratzt fühlt. Eine kleine, leichtverdauliche Mahlzeit ist dagegen eine gute Idee. Sie sollten abends auf Mahlzeiten verzichten, die Ihnen zu schwer im Magen liegen, denn eine schwer arbeitende Verdauung, die sich um viel Fleisch oder Rohkost kümmern muss, stört die Nachtruhe. Neben schweren Mahlzeiten stören auch Kaffee, Tee und Cola den Schlaf. Verzichten Sie also ab dem späten Nachmittag darauf! Optimal: ein leichtes Abendessen einnehmen, etwa das klassische belegte Brot, und kurz vorm Bettgehen eine Kleinigkeit, die Sie mögen und genießen, zum Beispiel eine Banane, die enthält sogar Stoffe, die entspannend und beruhigend wirken.

Ihr Betthupferl kann sein, was Ihnen gefällt – Hauptsache, Sie machen es immer vorm Schlafengehen, damit das besagte Steinzeitgehirn Schlafen damit verknüpft. Gehen Sie nach Ihren Bedürfnissen. Es sollten wenigstens zehn Minuten sein, in denen Sie zur Ruhe kommen – also keine Musik, Fernsehen oder ein nervenaufreibender Krimi. Schon eher eine gute Tasse Kräutertee, die zehn Minuten Dehnübungen gegen die Verspannung oder die paar Seiten Lesen in einem Buch, das Ihnen schöne Gedanken in den Kopf bringt. Hauptsache, sie gehen entspannter und zur Ruhe gekommen ins Bett.

Ein Geheimtipp: Für warme Füße sorgen
Neben diesen Tipps gibt es noch viele kleine Hilfen beim Einschlafen. Haben Sie schon mal überlegt, ob Sie wegen der kalten Füße nicht einschlafen? Wie wäre es als Betthupferl mit einem kurzen, warmen Fußbad oder einfach einer Wärmflasche an den Füße, warmen Socken oder ein wenig Fußgymnastik um die Durchblutung anzuregen? Sind die Füße warm, schlafen Sie sicher viel besser!

Deeeeehnen
Können Sie nicht einschlafen, weil Sie einfach nicht zur Ruhe kommen und Ihnen der Tag noch sprichwörtlich in den Gliedern steckt, schwere Beine, ein verkrampfter Rücken und ein dicker Kopf nerven? Eine kleine Übung kann Ihnen das Entspannen erleichtern. Legen Sie sich auf den Rücken und legen Sie die Beine gestreckt an der Wand hoch, das Gesäß ist möglichst nah an der Wand. Die Arme liegen seitlich neben dem Körper. Nun einfach entspannen, ruhig durchatmen und an etwas Schönes denken! Schon drei Minuten in dieser Haltung entspannen. Hinterher ziehen Sie einfach die Knie zur Brust, machen sich zum „kleinen Paket“, das dehnt den Rücken. Dann einfach in eine bequeme Liegeposition drehen. Entspannende Dehnübungen finden Sie auch in diesem Blog:

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Akupressur hilft oft bei Schlafstörungen
Auch Akupressur bietet Hilfe bei Schlafstörungen. Sehr wirksam ist der Punkt genau in der Mitte zwischen den Augenbrauen. Massieren Sie ihn einfach kreisend ein paar Minuten, am besten mit dem rechten Mittelfinger.
Akupressurpunkt an der Hand zum EinschlafenEinen weiteren Punkt finden Sie am Handgelenk. Er liegt innen, auf der Handgelenkslinie, auf der Kleinfingerseite. Dort fühlen Sie eine Vertiefung, legen Sie einen Finger dorthin und drücken Sie für einige Minuten. Dann auf der anderen Seite.

Diese zwei Punkte haben sich als die wirksamsten bei Schlafstörungen erwiesen. Sie können beide oder nur einen drücken, so wie es Ihnen gut tut. Oft bringen schon eine oder zwei Minuten Akupressur erstaunlich gute Ergebnisse!

Bewegen statt Couchpotato
Bedenken Sie auch: Bewegungsmangel kann eine Ursache für Schlafstörungen sein. Sie müssen deshalb keinen anstrengenden Sport treiben, wenn Ihnen nicht danach ist. Es bringt schon viel, z.B. kleine Wege mit dem Fahrrad zu erledigen. Kleine Einkäufe, Briefkasten, Post… Da kann Ihnen das Fahrrad sogar Zeit und Nerven sparen, weil Staus, Parkplatzsuchen und Miniparkplätze wegfallen. Wer unter Schlafstörungen leidet, kann von Spaziergängen oder Ausdauersport profitieren – zweimal die Woche eine halbe Stunde reichen schon. Sie haben kleine Kinder? Prima, denn es tut auch Ihren Kindern gut, mal wieder etwas frische Luft zu bekommen. Manchmal dürfen Eltern sogar mitspielen, wenn Kinder draußen toben. Berufstätige profitieren davon, die Mittagspause mit dem Brötchen an der frischen Luft zu verbringen oder den Weg zur Arbeit mit dem Rad zurückzulegen.

Eine angenehme und erholsame Nachtruhe wünscht

Eure Amalie

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Nackenschmerzen durch Arbeit am Computer
Nackenschmerzen durch Arbeit am Computer

Kopfschmerz, Nackenverspannung oder Schulterverspannungen, Rückenschmerzen und das Kreuz mit dem Kreuz. Eine rückenschädigende Arbeitshaltung kann viele Probleme verursachen. Das stundenlange Sitzen am Computer ist für den Rücken viel anstrengender, als es von außen aussieht. Und nach vorn gebeugtes Arbeiten im Haushalt, etwa beim Spülen, oder ruckartige Bewegungen beim Putzen tragen dann weiter zur Fehlbelastung bei. Faule Fernsehabende, die der Muskulatur keinen Ausgleich bieten, tun noch ihr Übriges. Die Folgen sind bekannt. Zu den Rückenbeschwerden gesellen sich auch noch Verstopfung oder Venenbeschwerden und so weiter. Wer den ganzen Tag nur sitzt, wird natürlich schneller übergewichtig und fühlt sich schlapp.

Ausgleich für Bewegungsmangel durch Computerarbeit
Was kann man also tun? Sehr viel, und das kostet noch nicht einmal viel Zeit. Niemand muss jeden Tag zwei Stunden im Fitnessstudio verbringen, um Bewegungsmangel und die Folgen von langen Tagen am Computer auszugleichen. Bewegung ist aber das richtige Stichwort. Damit ist kein Leistungssport gemeint, sondern ein wohltuender Ausgleich für die verkrampfte Muskulatur.

Sitzposition bei Arbeit am Schreibtisch variieren
Sie können Sport treiben, wenn Sie das gerne tun, aber es muss nicht sein. Bewegung kann einfach im Alltag stattfinden. Versuchen Sie, sich beim Sitzen am Schreibtisch nicht den ganzen Tag in der gleichen Haltung krumm zu machen. Das geht, am Anfang ist aufrechtes Sitzen aber etwas anstrengender. Es muss auch nicht die ganze Zeit sein. Am sinnvollsten ist es, zwischen verschiedenen Haltungen zu wechseln. Setzen Sie sich also mal leicht nach vorn gebeugt, auch das geht mit geradem Rücken, mal leicht nach hinten an die Lehne gelehnt hin, passend zur jeweiligen Tätigkeit. Beim Schreiben am Computer kann man auch ganz aufrecht sitzen. Jede Haltung wird ungesund, wenn man sie stundenlang am Stück einnimmt. Also variieren Sie stets ein wenig. Es ist auch in Ordnung, zwischendurch phasenweise nicht gerade zu sitzen, sondern einfach so, wie es gerade angenehm ist. Legen Sie das Gewicht mal mehr auf die eine, mal mehr auf die andere Seite. Abwechseln ist das Motto. Variieren Sie die gesamte Haltung und auch die Beinhaltung immer wieder nach Gefühl. Zwischendurch, wenn es geht, immer mal wieder aufstehen und strecken oder Schultern kreisen lassen.

Gewichtsverlagerung – der Rücken mag es
Und wie soll das funktionieren, wenn Sie im Stehen arbeiten? Auch hier können Sie variieren. Basis ist hier: Bitte kein Hohlkreuz! Bei längerem Stehen neigt man dazu, das Becken nach vorn zu kippen, der Rücken biegt sich durch und die Schultern hängen. Das ist nicht nur optisch unschön, sondern auch äußerst ungesund. Das Beste dagegen: Stellen Sie sich vor, dass ihr meistes Gewicht im Becken liegt, der Oberkörper ist leicht. So verlagern Sie den Körperschwerpunkt von selbst an die richtige Stelle – ganz einfach. Ansonsten verteilen Sie das Gewicht gleichmäßig auf beide Beine, und verlagern es um abzuwechseln zwischendurch immer mal wieder aufs linke oder das rechte Bein. Da bietet es sich an, das Bein, auf dem kein Gewicht liegt, gleich ein wenig zu bewegen. Unauffällig möglich ist es, den Fuß aus dem Knöchel heraus hin und wieder ein paar Mal kreisen zu lassen oder zu beugen. Auch das Knie kann man mal ganz strecken oder leicht beugen, das Bein weiter vor oder zurück stellen. Auch hier heißt es wieder: Abwecchseln.

Schuhe mit ein leichtem Absatz – schick und der Rücken liebt sie auch
Haben Sie bisher gedacht, ganz flache Absätze währen am gesündesten, darin würde man keine schweren Beine bekommen? Das hat sich leider als falsch erwiesen. Natürlich kommen Sie mit flachen Tretern im Alltag oft am bequemsten aus, während Sie über Highheels stolpern und hinterher die Füße schmerzen. Das Beste ist ein Mittelding. Schuhe mit moderatem, etwa 5-7 Zentimeter hohem, breiten Absatz. Die sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch ideal für die Venen. Herrenschuhe gibt es mit etwa drei Zentimetern Absatz, das sieht nicht nach Stöckelschuhe aus, ist aber trotzdem gesund. Ziehen Sie solche Schuhe am Besten an, wenn Sie lange stehen oder sitzen müssen. Im Haushalt oder der Freizeit bleibt es dabei: flache Treter sind gesund. Denn hier kann sich der Fuß am ehesten natürlich und frei bewegen, was nicht nur Füßen und Venen zugute kommt, sondern auch dem Rücken, weil alle Muskeln miteinander in Verbindung stehen. Zu hohe Schuhe machen z.B. ein Hohlkreuz.

Hausarbeit für manchen ein „Kreuz“
Ob Hausarbeit gut oder schädlich für den Rücken ist, ist eine individuelle Frage. Ist der Rücken insgesamt gesund und trainiert, dann bringt die Bewegung zusätzlichen Nutzen. Ist der Rücken allerdings schwach und verspannt, macht die Hausarbeit Probleme. Achten Sie darauf, möglichst viel mit geradem Rücken, leicht gebeugten Knien und ohne ruckartige Bewegungen zu arbeiten. Zum Heben gehen sie immer in die Knie und heben dann, indem Sie den Gegenstand festhalten und die Beine strecken, also aus der Kraft der Beine. Mit rundem Rücken und durchgedrückten Beinen brauchen Sie viel mehr Kraft, um den Wäschekorb oder Wasserkasten nach oben zu bekommen!

Bewegen an frischer Luft
Und jetzt zum Ausgleich. Der heißt Bewegung, und zwar am Besten an der frischen Luft. Das muss nicht aufwändig werden. Ein kleiner Spaziergang, das bringt schon sehr viel. Hauptsache regelmäßig. Fit bleibt auch, wer teures Benzin spart und stattdessen für kleine Strecken in die Pedale tritt. Das muss noch nicht mal sportlich sein, im Gegenteil. Das rasante Fahren mit vorgebeugtem Oberkörper ist alles andere als rückenfreundlich. Ihre kleinen Fahrten zum Einkaufen oder zur Arbeit können Sie allerdings locker in aufrechter Haltung und ohne Schweißausbrüche bewältigen. Große Hunde freuen sich übrigens auch, wenn man sie, natürlich mit einer Leine, neben dem Fahrrad herlaufen lässt. Die Geschwindigkeit, in der solche Hunde gern laufen, erreicht man als langsamer Radfahrer eben deutlich leichter als zu Fuß. Sie sollten kein Tier hetzen, probieren Sie aus, was ihrem Liebling gut tut.

Dehnen – Fünf leichte Übungen
Neben dieser Bewegung im Alltag helfen leichte Dehnübungen, abends zu entspannen oder morgens in Schwung zu kommen. Solche Übungen sind wichtig, um beweglich zu bleiben, und wenn Sie beweglich sind, fällt vieles leichter. Leichte Übungsprogramme, die nur wenige Minuten dauern, finden Sie auch kostenlos im Internet oder in Broschüren von Krankenkassen. Hier fünf leichte Übungen für eine bessere Haltung und weniger Verspannungen, die einfach zwischendurch funktionieren, aus dem geraden Stand heraus. Die drei ersten gehen auch sehr gut im Sitzen.

1. Verschränken Sie die Hände hinterm Kopf und lassen sie diesen sanft zur Brust sinken, die Hände liegen am Hinterkopf. Aber den Kopf nicht nach unten zerren, das schadet der Halswirbelsäule. Das Eigengewicht der auf dem Hinterkopf liegenden Hände reicht völlig aus. Einige ruhige, tiefe Atemzüge halten. Sie spüren die Dehnung hinten im Nacken.

2. Die rechte Hand auf das linke Ohr oder die Schläfe legen. Nun den Kopf sanft nach rechts neigen, die Hand zieht nicht, sondern liegt nur darauf. Die linke Schulter schön nach unten ziehen. Sie spüren eine angenehme Dehnung in der linken Halsseite. Wieder gilt: sanft dehnen, nicht zerren. Ein paar tiefe, ruhige Atemzüge halten und entspannen, dann das Selbe noch mal zur anderen Seite.

3. Hinsetzen oder stellen. Die Hände hinterm Hinterkopf verschränken und Ellbogen nach hinten ziehen. Die Hände sollten nicht gegen den Hinterkopf drücken. Sie spüren die Dehnung in der Brustmuskulatur. Einige tiefe Atemzüge halten. Ist Ihnen diese Übung zu schwierig, heben Sie einfach die Arme leicht angewinkelt mit den Handflächen nach oben zeigend auf Schulterhöhe. Schultern tief halten, Arme nach hinten ziehen.

4. Sie stellen sich aufrecht hüftweit hin und setzen ein Bein mit der einen kleinen Schritt weit nach vorn und nur mit der Ferse auf. Zehen des Beins in Richtung Schienbein ziehen und mit geradem Rücken etwas nach vorn beugen, die Hände können auf den Oberschenkel gestützt werden. Das spüren Sie in der Beinhinterseite. Ein paar Atemzüge halten, dann beim anderen Bein.

5. Wieder einfach gerade hinstellen. Diesmal verlagern Sie das Gewicht auf ein Bein und nehmen das andere nach hinten hoch, Knöchel mit der Hand fassen und Ferse zum Po ziehen. Das merken Sie vorn im Oberschenkel, und wenn Sie das Becken etwas nach vorn kippen (Mini-Hohlkreuz) auch in der Hüfte. Wieder ein paar tiefe Atemzüge halten und dann das Selbe mit dem anderen Bein.

Diese fünf leichten Übungen dauern nur ein paar Minuten, Sie können sie auch einzeln machen. Zwischendurch können Sie hin und wieder das Becken nach hinten (Mini-Hohlkreuz) und nach vorn (Lendenwirbelsäule etwas „einrollen“, rund machen) kippen, ein paar Mal abwechselnd. Das ist gut für den gesamten Rücken. Schultern nach hinten kreisen lassen entspannt die Schultern und den Nacken.

Wie Sie sehen, ist es möglich, Ihrer Gesundheit schon ganz nebenbei viel Gutes zu tun. Dabei steht kein strikter Trainingsplan im Vordergrund, sondern Ihr Wohlbefinden. Also legen Sie einfach los!

Autor: Amalie für CSN – Chemical Sensitivity Network, 12. Mai 2009

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