Schlafstörungen? Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung? Natürliche Hilfe!

Gute Nacht

Schlafstörungen waren für nahezu jeden schon mal ein leidiges Thema. Egal, ob heiße Sommernächte oder aufgeriebene Nerven den Schlaf vermiesen, die Folgen von Einschlafstörungen, Schlaflosigkeit und von ständigem Aufwachen, unterbrochenen Nächten sind bekannt: Müdigkeit, Erschöpfung, Nervosität, Verspannungen…

Natürliche Alternativen zum Einschlafen statt Pillen
Wie also findet man in einen erholsamen Schlaf? Natürlich gibt es Medikamente, die das Einschlafen oder Durchschlafen erleichtern. Einige davon wirken wie Betäubungsmittel, während andere wie Psychopharmaka oder Antihistamininka, also die Antiallergiemittel, die müde machen, wirken. Schlafmittel sind teilweise verschreibungspflichtig und fallen unter Betäubungsmittelgesetz. Das hat auch seinen Grund. Regelmäßig eingenommene Schlafmittel können die Gesundheit massiv schädigen und abhängig machen wie Drogen. Auch pflanzliche Mittel können Nebenwirkungen haben.

Schlafmittel sind also keine Lösung, zumindest keine dauerhafte. Doch wie soll man sonst wieder in Ruhe schlafen können? Es gibt natürliche Hilfe. Sowohl, um Ihren Schlaf dauerhaft erholsamer und gesünder zu machen, als auch, um heute Nacht, wenn die Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen Ihnen wieder die Ruhe rauben, entspannt einzuschlafen.

Rahmenbedingungen für erholsamen Schlaf
Erst mal sollten die Rahmenbedingungen stimmen. Idealerweise sind es im Schlafzimmer zwischen 18 und 20 Grad, also angenehm kühl, auch wenn wir im heißen Sommer oft nur davon träumen können. Krach und Helligkeit sind allerdings noch deutlich wirksamere Störenfriede. Ab einer bestimmten Lautstärke oder Helligkeit schläft man einfach kaum noch ein. Was also tun? Tür zu und Laden runter! Aber bitte nicht vergessen, vorm Schlafengehen noch mal zu Lüften, denn in guter Luft schläft es sich besser als im stundenlang abgestandenen Mief. Wenn es absolut nicht geht mit der lauten Musik der Nachbarn oder dem trotz der Läden einfallenden Licht helfen Schlafmaske und Ohrstöpsel. Ohrstöpsel, aber bitte gute aus der Apotheke kaufen – die einfache Watte im Ohr kann sich in den Gehörgang schieben und dort unangenehme Verstopfungen verursachen, die der HNO-Arzt hinterher wieder herausholen muss! Eine Schlafmaske sollte weich sein, möglichst aus Baumwolle, und keine dekorative, aber kratzige Spitze haben.

Schlaf ohne Stress
Und: machen Sie sich keinen Stress mit dem Schlafen. „Der gesündeste Schlaf findet vor Mitternacht statt!“ Das hat jeder schon mal gehört. Unser Schlaf richtet sich nach unseren Lebensgewohnheiten. Es hängt von unserem Beruf und dem Umfeld, in dem wir leben, ab, ob wir von zwei Uhr nachts bis neun Uhr morgens schlafen oder mit den Hühnern ins Bett gehen und mit dem ersten Hahnenschrei aufstehen. Schichtarbeit oder kleine Kinder bringen den Schlaf-Wach-Rhythmus sowieso durcheinander. Also kommt es darauf an, dass jeder seinen eigenen Rhythmus findet.

Dem Steinzeitgehirn entgegen gehen
Viel wichtiger als solche Volksweisheiten, die soviel aussagen wie die Bauernregeln übers tatsächliche Wetter, ist, dass Sie Ihre eigene Regelmäßigkeit in ihren Schlafalltag bringen. Es stimmt: Der Körper stellt sich auf Gewohnheiten ein. Erste Regel ist: Das Bett ist zum Schlafen da, nicht als Sofa oder Ablage. Wenn sich das nicht realisieren lässt, dann versuchen Sie, das Bett tagsüber zum Sofa und nachts zum Bett zu gestalten, zum Beispiel in dem es mit einer Tagesdecke zum Sofa wird, und nur mit Kissen und Decken ausschließlich als Bett dient. Wer viel in Hotels übernachtet, kann sein eigenes Kissen mitnehmen. Sie sehen: Es geht darum, dass unser gewohnheitsbestimmtes Steinzeitgehirn etwas fest mit Schlafen verbindet, also z.B. „Sie liegt auf diesem Kissen“ – “ Aha, es ist Schlafenszeit!“

Schlafförderndes Betthupferl
Wer dazu neigt, nicht einzuschlafen, sollte sich noch ein kleines Abendritual, ein schlafförderndes Betthupferl, angewöhnen. Sicher denken Sie gleich an das Glas heiße Milch mit Honig. Allerdings sollten Sie bedenken, dass ein Fünftel der Bevölkerung keine Milch verdauen kann – und sich in Folge erst recht aufgekratzt fühlt. Eine kleine, leichtverdauliche Mahlzeit ist dagegen eine gute Idee. Sie sollten abends auf Mahlzeiten verzichten, die Ihnen zu schwer im Magen liegen, denn eine schwer arbeitende Verdauung, die sich um viel Fleisch oder Rohkost kümmern muss, stört die Nachtruhe. Neben schweren Mahlzeiten stören auch Kaffee, Tee und Cola den Schlaf. Verzichten Sie also ab dem späten Nachmittag darauf! Optimal: ein leichtes Abendessen einnehmen, etwa das klassische belegte Brot, und kurz vorm Bettgehen eine Kleinigkeit, die Sie mögen und genießen, zum Beispiel eine Banane, die enthält sogar Stoffe, die entspannend und beruhigend wirken.

Ihr Betthupferl kann sein, was Ihnen gefällt – Hauptsache, Sie machen es immer vorm Schlafengehen, damit das besagte Steinzeitgehirn Schlafen damit verknüpft. Gehen Sie nach Ihren Bedürfnissen. Es sollten wenigstens zehn Minuten sein, in denen Sie zur Ruhe kommen – also keine Musik, Fernsehen oder ein nervenaufreibender Krimi. Schon eher eine gute Tasse Kräutertee, die zehn Minuten Dehnübungen gegen die Verspannung oder die paar Seiten Lesen in einem Buch, das Ihnen schöne Gedanken in den Kopf bringt. Hauptsache, sie gehen entspannter und zur Ruhe gekommen ins Bett.

Ein Geheimtipp: Für warme Füße sorgen
Neben diesen Tipps gibt es noch viele kleine Hilfen beim Einschlafen. Haben Sie schon mal überlegt, ob Sie wegen der kalten Füße nicht einschlafen? Wie wäre es als Betthupferl mit einem kurzen, warmen Fußbad oder einfach einer Wärmflasche an den Füße, warmen Socken oder ein wenig Fußgymnastik um die Durchblutung anzuregen? Sind die Füße warm, schlafen Sie sicher viel besser!

Deeeeehnen
Können Sie nicht einschlafen, weil Sie einfach nicht zur Ruhe kommen und Ihnen der Tag noch sprichwörtlich in den Gliedern steckt, schwere Beine, ein verkrampfter Rücken und ein dicker Kopf nerven? Eine kleine Übung kann Ihnen das Entspannen erleichtern. Legen Sie sich auf den Rücken und legen Sie die Beine gestreckt an der Wand hoch, das Gesäß ist möglichst nah an der Wand. Die Arme liegen seitlich neben dem Körper. Nun einfach entspannen, ruhig durchatmen und an etwas Schönes denken! Schon drei Minuten in dieser Haltung entspannen. Hinterher ziehen Sie einfach die Knie zur Brust, machen sich zum „kleinen Paket“, das dehnt den Rücken. Dann einfach in eine bequeme Liegeposition drehen. Entspannende Dehnübungen finden Sie auch in diesem Blog:

Blogtipp: Natürliche Hilfe gegen Nackenverspannung, Rückenschmerzen, Hohlkreuz und Co

Akupressur hilft oft bei Schlafstörungen
Auch Akupressur bietet Hilfe bei Schlafstörungen. Sehr wirksam ist der Punkt genau in der Mitte zwischen den Augenbrauen. Massieren Sie ihn einfach kreisend ein paar Minuten, am besten mit dem rechten Mittelfinger.
Akupressurpunkt an der Hand zum EinschlafenEinen weiteren Punkt finden Sie am Handgelenk. Er liegt innen, auf der Handgelenkslinie, auf der Kleinfingerseite. Dort fühlen Sie eine Vertiefung, legen Sie einen Finger dorthin und drücken Sie für einige Minuten. Dann auf der anderen Seite.

Diese zwei Punkte haben sich als die wirksamsten bei Schlafstörungen erwiesen. Sie können beide oder nur einen drücken, so wie es Ihnen gut tut. Oft bringen schon eine oder zwei Minuten Akupressur erstaunlich gute Ergebnisse!

Bewegen statt Couchpotato
Bedenken Sie auch: Bewegungsmangel kann eine Ursache für Schlafstörungen sein. Sie müssen deshalb keinen anstrengenden Sport treiben, wenn Ihnen nicht danach ist. Es bringt schon viel, z.B. kleine Wege mit dem Fahrrad zu erledigen. Kleine Einkäufe, Briefkasten, Post… Da kann Ihnen das Fahrrad sogar Zeit und Nerven sparen, weil Staus, Parkplatzsuchen und Miniparkplätze wegfallen. Wer unter Schlafstörungen leidet, kann von Spaziergängen oder Ausdauersport profitieren – zweimal die Woche eine halbe Stunde reichen schon. Sie haben kleine Kinder? Prima, denn es tut auch Ihren Kindern gut, mal wieder etwas frische Luft zu bekommen. Manchmal dürfen Eltern sogar mitspielen, wenn Kinder draußen toben. Berufstätige profitieren davon, die Mittagspause mit dem Brötchen an der frischen Luft zu verbringen oder den Weg zur Arbeit mit dem Rad zurückzulegen.

Eine angenehme und erholsame Nachtruhe wünscht

Eure Amalie

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3 Kommentare zu “Schlafstörungen? Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung? Natürliche Hilfe!”

  1. Karlheinz 24. Mai 2009 um 08:11

    Meines Wissens ist das effektivste Mittel gegen Schlafstörungen, insbes. wenn der Schlafrythmus durcheinandergekommen ist, kontrollierter Schlafentzug. Kann man selber machen und braucht keine Pillen. Hab ich vor knapp 10 Jahren mal angewandt. Genau Bedienungsanleitung weiß ich aber nicht mehr. Etwa so: Schlaf nachts reduzieren, z.B. auf von 24 bis 6h oder so, je nachdem. Tagsüber nicht schlafen! Das ganze einige Tage durchziehen, bis man dann die genehmigten Stunden gut schläft. Dann die Schlafzeiten wieder ausdehnen.

  2. Energiefox 24. Mai 2009 um 12:06

    Vielen Dank Amalie für den Bericht,
    wie alle Deine Berichte ich finde sie alle sehr gelungen und sehr lesenswert. Besser natürlich man probiert die guten Tipp dann auch aus.

    Zum Thema Schlaf, zum Glück schlafe ich recht gut und mache mir keine Rübe wenn ich Müde bin lege ich mich hin.
    Als ich meinen Job verlor ging eine Welt für mich unter, etwa 3 Monate konnte ich nicht mehr richtig schlafen. Ich war ja bei der Deutschen Bundespost -Fernmeldedienst beschäftigt. Als sie Telekom hieß mussten 10 000 sende gehen und es gehen immer noch jedes Jahr etwas 10 000. Ich hatte ja noch Glück und konnte sozialverträglich gehen. Die Deutsche Bundespost Fermeldediest war mit der Deutschen Post zusammen und wir waren wirklich ein große Familie.
    Mir machte das Arbeiten Spaß.
    Jedenfalls jede Nacht ca. um 3 UHr wurde ich wach, konnte absolut nicht wieder einschlafen. Ich ging dann immer für ca. 1 Std spazieren. Danach
    konnte ich wieder schlafen. Mein Bruder macht seit etlichen Jahren Nachtdienst. Er sagte ein Kollege brauchte mehrere Jahre als er in Rente war um wieder einen normalen Tag- Nachtrhythmus zu bekommen.
    Wenn´s mal mit dem Schlafen nicht klappt bei mir, werde ich gerne
    die Ratschläge befolgen, denn mit schlechtem Schlaf ist man wirklich sehr
    gereizt und wird wohl auf die Dauer schwer krank.
    Gruß Energiefox

  3. Heiko 24. Mai 2009 um 16:02

    Von Schlafstörungen kann ich ebenfalls ein Liedchen singen. Ich habe Tinnitus und nachts im Bett stören mich die Geräuche am meisten. Da kommt es öfter vor, dass ich nicht einschlafen kann, obwohl ich hundemüde bin. Manchmal hilft mir Lesen bevor ich ins Bett gehe oder Musik hören, etwas Entspannendes. Aber leider durchlebe ich durch die Ohrgeräusche sehr oft schlaflose Nächte.

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