Archiv der Kategorie ‘Lifestyle‘

Gedicht: Funktion

Funktionieren wie ein Zahnrad - wer nicht funktioniert fliegt raus


Funktion

Solang ich funktioniere
ist alles wunderbar
doch wenn es dann mal nicht geht
dann wird es offenbar.

Ich bin eine Last
die vielen nicht passt
ein Mensch mit Unverträglichkeiten
kann plötzlich wohl so keiner leiden.

Zuviel muss man beachten
wo früher wir nur lachten
nun wird es viel zu schwer
da kommt der Abschied her.

So funktionier‘ ich weiter
bleib auf der „Mitmach“ Leiter
und sollt`es nicht mehr gehn
dann muss ich es verstehn.

Dieses Gedicht wurde von Mona, der „Glasprinzessin“ geschrieben. Mona hat schwere Chemikalien-Sensitivität / MCS und muss fast die ganze Zeit draußen in der Natur verbringen.

Mona’s Geschichte: Mona die „Glasprinzessin“ – ein einsames Leben mit Wind und Wetter

Weitere Gedichte und eine Geschichte der Glasprinzessin:

Naturchaos * Heilung * Rotkehlia, das Rotkehlchen erzählt aus seinem Leben * Dazwischen * Sonntagsgeschichte: Papo Mio’s Oase für Umweltkranke * Isolation –  Sonntagsgedicht der Glasprinzessin * Vertigo * Wohlig * Am Bug * Ich nehm Dich mit* KinderlachenEinsicht – Aussicht Im Walde * Tausendschönchen * Karrusell * Der Piano-Player * Von Mara zu Joy * Finden * Geborgenheit * Hereinspaziert

Obdachlos und verhungert – Bloggen gegen Hartz IV Sanktionen!

Harzt-IV-xx

Nach §31 SGB II kann das JobCenter den Hartz IV Empfängern das Hartz IV für 3 Monate um 10%, 30% oder auch 100%, kürzen. Das ist eine „Disziplinarmaßnahme“, wenn die Hartz IV Empfänger nicht das machen, was die ARGE will, sich z.B. gegen einen Ein-Euro-Job weigern. Hartz IV Sanktionen heißen, dass Menschen obdachlos werden und hungern müssen. 2008 wurde allein bei unter 25-Jährigen Hartz IV fast 100.000 Mal komplett gestrichen! Wer Hartz IV bekommt, muss ständig in Angst leben und sich alles gefallen lassen. Trotzdem besteht immer das Risiko, auf die Straße gesetzt und zum Verhungern verdammt zu sein. Wenn nicht Angehörige helfen oder Tafeln etwas Essen beisteuern, müssen die Menschen sterben. 2008 gab es etwa 800.000 Fälle von Hartz IV Sanktionen.

Petition gegen Hartz IV Sanktionen – Bitte unterzeichnen Sie bis zum 28.10.09

Der Grundeinkommensaktivist Ralph Boes reichte eine Petition gegen Hartz IV Sanktionen an den Bundestag ein. Diese kann man ganz einfach online unterzeichnen. Seit dem 20.8.2009 hat diese Petition nur 3.200 Unterzeichner gefunden. Dabei gab es 2008 allein 800.000 Betroffene! Klar, die haben oft keinen Internet-Anschluss. Aber Sie haben einen Anschluss, wenn Sie diesen Blog hier lesen können. Und es könnte Sie auch treffen, JEDER könnte noch in den nächsten Monaten mit 0 Euro im Monat dastehen. Bis zum 28.10.09 kann man unterzeichnen, also, dann los!

Sanktionen Wegbloggen – Über Blogs Unterzeichner für die Petition gewinnen

Und was ist die Aktion „Sanktionen Wegbloggen“? Jeder Blogger kann seinen Teil dazu beitragen, dass Hartz IV Sanktionen abgeschafft werden. Das geht sehr einfach, indem Sie in ihrem Blog auf die Aktion hinweisen. Kopieren Sie einfach den Banner ein und setzen Sie einen Link auf die Petition und den entsprechenden Link auf WordPress Dann können Sie dazu beitragen, dass Menschen die Petition unterzeichnen. Ob nur mit dem Banner oder mit einem Blogeintrag zum Thema, rufen Sie zum Unterzeichnen der Petition auf. Es macht bis zum 28.10.09 Sinn.

Es geht noch schlimmer als Hartz IV

Übrigens ist es wichtig, jetzt zu handeln. Es kann noch schlimmer kommen als Hartz IV. Die jetzt an der Regierung beteiligte FDP will Hartz IV durch ein sogenanntes Bürgergeld ersetzen. Das soll alle bisherigen Sozialgelder ersetzen und grundsätzlich pauschal ausgezahlt werden. Wenn sich die Empfänger aber gegen eine angetragene Arbeit weigern, wird dieses Geld gekürzt, wie jetzt Hartz IV. Es soll, so die FDP, den Anreiz zum Arbeiten verstärken. Das heißt, noch mehr Menschen werden bettelarm sein und die Arbeitsbedingungen können beliebig schlechter werden, die Löhne noch niedriger.

Warum schreibt CSN darüber?

Warum beschäftigt sich der CSN-Blog mit diesem Thema? Einmal, weil sich möglichst jeder Blog beteiligen sollte. Aber auch, weil wir selbst einen Grund dafür haben. CSN ist eine Internetplattforum für Menschen, die an Chemikalien-Sensitivität (MCS) erkrankt sind. Oft wird diese Erkrankung nicht anerkannt, die Betroffenen leben häufig von winzigen Erwerbsminderungsrenten bzw. Erwerbsunfähigkeitsrenten meist wegen angeblicher psychischer Erkrankungen, ALG II, oder Hartz IV. Eigentlich haben sie durch eine schwere Krankheit Mehrbedarf und leben damit unterm Existenzminimum. Eine Zeit als Obdachlose können schwer kranke Menschen kaum überstehen. Und einen Ein-Euro-Job können sie auch nicht machen, auch wenn die ARGE sie dann für arbeitsfähig erklärt. Das heißt, sie werden in eine tödliche Lage gezwungen. Deshalb setzt sich auch CSN voll gegen die Hartz IV Sanktionen ein.

Autor: Amalie, CSN – Chemical Sensitivity Network, 7. Oktober 2009

Weitere CSN Blogs von Amalie:

Gedicht: Nur weil ich hinabsteige

MCS Alptraum - Treppen hinabsteigen durch ein Treppenhaus mit Parfüm, Zigarettenrauch...

Nur weil ich hinabsteige

Hinabsteigen

die Treppen unseres Hauses

wie immer

früher

Ja früher

dass es nicht mehr gibt

Hinabsteigen

und gebissen werden

von den Wölfen

der Duftwüsten

Zähne des Parfüms,

Schwanzschläge des Tabakrauches,

Geruchsklauen die mich würgen,

nur weil ich hinabsteige

die Treppen unseres Hauses…

—-

Autor: Gerhard für CSN  – Chemical Sensitivity Network, 4. Oktober 2009

Weitere Gedichte von Gerhard:

Babyschnuller sind Bisphenol-A-belastet. Hormonell wirksame Chemikalien in Kinderartikeln gehören verboten

Viele Baby Schnuller mit Chemikalien belastet

Viele Babyschnuller sind mit hormonell wirksamen Chemikalien belastet. In allen zehn durch ein Testlabor im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) untersuchten Schnullern wurde Bisphenol A gefunden. Diese Substanz steht im Verdacht, Unfruchtbarkeit, Schädigungen der Gehirnentwicklung und Brustkrebs hervorzurufen. „Säuglinge und Kleinkinder reagieren besonders emp­findlich auf hormonartige Schadstoffe wie Bisphenol A“, sagte Professor Ibrahim Chahoud, Toxikologe an der Berliner Universitätsklinik Charité. „Hormone spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Organen. Ist der Körper künstlichen hormonähnlichen Stoffen ausgesetzt, können diese das empfindliche Gleichgewicht der natürlichen Hormone stören.“

Die höchsten Konzentrationen an Bisphenol A wurden in den Kunststoffschildchen gefunden, die den eigentlichen Schnullersauger halten. Die Kunststoffschildchen bestanden mit einer Ausnahme aus Polycarbonat, bei dessen Herstellung Bisphenol A eingesetzt wird. In den Schildchen aus Polycarbonat zeigten sich in den Untersuchungen Konzentrationen zwischen 200 und fast 2300 Milligramm pro Kilogramm.

Auch in den Saugteilen der Latex-Schnuller von Baby-smile, Dentistar, Babylove und NUK, sowie bei einem der sechs untersuchten Silikon-Schnuller (von AVENT) lagen die Analysewerte zwischen 80 und 400 Milligramm pro Kilogramm. Eine mögliche Erklärung wäre, dass Bisphenol A aus den Hartkunststoff-Schildchen in den weichen Saugteil diffundiert. Dafür spricht die hohe Mobilität von Bisphenol A sowie die Tatsache, dass in fast allen Schnullern mit hohen Konzentrationen der Chemikalie in den Saugern noch höhere Konzentrationen in den Kunststoffschildchen gefunden wurden. Angesichts der hohen Mengen lässt sich auch nicht ausschließen, dass Bisphenol A bereits den Ausgangsmaterialien beigemengt wurde. So fanden sich in den meisten Silikonfabrikaten im Vergleich zu den Latexfabrikaten geringere Mengen der Chemikalie. Die deshalb durchgeführten Vergleichsuntersuchungen des stark belasteten Silikon-Saugers der Marke AVENT deuten darauf hin, dass hier Bisphenol A bereits im Ausgangsmaterial vorhanden war. Die hohen Werte bestätigten sich in zwei Fällen, in einer dritten Probe aus einer anderen Charge wurde kein Bisphenol A nachgewiesen.

Die Hersteller wurden vom BUND noch vor Vorliegen der Einzelergebnisse in schriftlicher Form befragt, ob und in welcher Weise Bisphenol A im Produktionsprozess eingesetzt wird und wie gewährleistet wird, dass keine hormonell wirksamen Chemikalien in ihren Schnullern vorhanden sind. Mehrere Hersteller gaben an, ausschließen zu können, dass Bisphenol A im Saugteil ihrer Schnuller vorhanden ist, obwohl die BUND-Untersuchungen dies nun in Frage stellen. Einige Hersteller räumten jedoch ein, dass die Kunststoffschildchen aus Polycarbonat bestehen und daher Bisphenol A enthalten.

Patricia Cameron, BUND-Chemieexpertin: „Wir sind schockiert, dass ausgerechnet Babyschnuller mit Bisphenol A belastet sind. Die Hersteller müssen nun klären, wie die Chemikalie in die Sauger und in die Schnuller gelangen konnte.“

Der BUND forderte die Schnullerhersteller auf, bei der Produktion der Kunststoffschilde auf Polycarbonat zu verzichten. „Es ist bekannt, dass Kinder gern alles in den Mund nehmen, das gilt auch für den ganzen Schnuller. Außerdem steht das Kunststoffschildchen beim Saugen in ständiger Berührung mit den Lippen des Kindes. In diesem sensiblen Anwendungsbereich haben hormonell wirksame Schadstoffe nichts verloren. Wir erwarten von den Firmen, dass sie ihre Produktion umstellen und künftig auf Bisphenol A verzichten“, sagte Cameron. Der BUND forderte von den Herstellern außerdem aufzuklären, wie Bisphenol A in die Sauger gelangen konnte sowie Maßnahmen, die sicherstellen, dass die Sauger zukünftig frei von Bisphenol A sind.

Handeln müssten auch die Behörden. Nicht nur für Schnuller und Babyflaschen, sondern für alle Kleinkinderartikel und für Produkte, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, forderte der BUND ein Verbot von Bisphenol A und anderer hormonartig wirksamer Chemikalien.

Die BUND-Hintergrundmaterialien mit allen Testergebnissen finden Sie im Internet unter: www.bund.net/bisphenol-a

BUND Pressemitteilung vom 1. Oktober 2009

Fotos der untersuchten Babyschnuller: BUND

Weiterer interessanter Artikel zum Thema:

US Hersteller nehmen toxische Babyflaschen vom Markt – Verkauf nach Europa geht weiter

Gut geölte Arbeitnehmermaschinen – Gesundheitsprogramme im Betrieb

Fitness Training am Arbeitsplatz

Firmen kümmern sich ja häufig überhaupt nicht um die Gesundheit der Arbeitnehmer. Klar, wer ernsthaft krank ist, fliegt ja sowieso raus. Zum Beispiel, wenn er keine Schadstoffe mehr ertragen kann oder von Lärm und Mobbing dank Hackordnung krank wird. Und Nachschub gibt’s genug. Findige Unternehmer gehen aber einen Schritt weiter. Auch die kleinen Wehwehchen der Arbeitnehmer sind ja ein Problem. Könnte man die verbessern, kann man von seinen Untergebenen mehr Leistung erwarten. Und ein guter Deal ist auch noch drin. Es gilt, eine echte Marktlücke zu stopfen, und Gewinne zu machen.

Wie das geht? Ein Unternehmer lässt in der Firma zum Beispiel Fitnessgeräte aufstellen, wenn viele der Beschäftigten Rückenschmerzen haben. Die Geräte sind hochmodern, echte Innovationen. Die Firma, die diese Geräte anbietet, hat sich darauf spezialisiert, Firmen damit zu beliefern. Jetzt verdienen wirklich alle. Die Mitarbeiter sind leistungsfähiger. Sie können in weniger Zeit mehr schaffen. Vielleicht braucht man dann auf Dauer sogar weniger Leute zu beschäftigen? Und die Firmen, die andere Firmen mit den Geräten beliefern, die haben auch was davon. Wer jetzt nichts davon hat, egal wie es anfangs scheint, ist ja jetzt klar, oder? Genau, die Arbeitnehmer selbst. Warum? Weiterlesen. Dieser Blog hat praktischen Wert für Sie.

Wie funktioniert das Konzept? Beispiel Rückentraining im Betrieb

Wie das ganze im Detail funktioniert, wird uns in der Oktoberausgabe 2009 der Zeitschrift „Öko Test“ erklärt, und äußerst positiv bewertet. Das Thema sind hier Rückenschmerzen, das Positivbeispiel eine Sparkasse, die Fitnessgeräte angeschafft hat. Gleich zu Anfang wird „Rainer Wieland, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Wuppertal“ zitiert. Seiner Meinung nach macht es ja keinen Unterschied, ob jemand „Mülltonnen wuchtet oder am Schreibtisch sitzt“. Ob der schon mal vom Schreibtisch aufgestanden ist und eine Mülltonne gewuchtet hat? Der Stress sei natürlich der größte Haken, meint der werte Herr. Und kein Wort zu den Ursachen der Gesundheitsprobleme der Arbeitnehmer. Den Beschäftigungsverhältnissen. Der Angst vor Arbeitslosigkeit. Den Arbeitsbedingungen, die mit zunehmender Angst vor Arbeitslosigkeit beliebig schlechter werden. Feiner Professor. Er meint, das kann man doch innovativ angehen. Und mit Psychologie hat er’s ja auch, wir haben ja einen Knacks, wenn uns schlecht geht.

Die Elektronik bestimmt die Bewegung, der Chip speichert persönliche Gesundheitsdaten

Der Ökotest erklärt erstmal, dass die bewährten Rückenschulkonzepte nichts bringen. Alles veraltet. Klar, die hat man ja mittlerweile maximal ausgeschöpft, mehr Leute als in die Kurse gehen eben nicht hin. Heute geht das mit Hightech. Der Ökotest beschreibt auch gleich, wie die hübsche Realität in der bayrischen Sparkasse aussieht. Drumherum sind Anzeigen für Kiesertraining und Sparkassen. Für ganzseitige Anzeigen bekommt Ökotest gutes Geld. Da kann man schon mal was Nettes für schreiben. Wussten Sie, dass Zeitungen und Zeitschriften zu etwa 70% aus Werbung finanziert werden?

Weiter im Text. „Da steht es also, das Fitnessgerät. Schwarze Griffe, rotes Kunstlederpolster, graues Metall. Eine Maschine, so zweckgebunden und sinnenfroh wie eine Stechuhr. In diesem Fall ähneln sich sogar die Funktionsweisen. Denn wer den schwarz-rot-grauen Rückentrainer nutzt, schiebt zunächst einen USB-Chip hinein. Man stempelt sich sozusagen ein. Auf dem Chip sind persönliche Daten wie Alter, Gewicht und Fitnesszustand gespeichert.“

Danach fantasiert Ökotest davon, dass das Training auf dem Gerät wie Nintendo für Erwachsene sei. Das Spielchen mit der Maschine soll auch noch Spaß machen. Angeleitet vom virtuellen Trainer macht der arme Sparkassenangestellte x-mal dieselbe Bewegung. „Die Elektronik gibt die Bewegung vor, der Mensch macht sie nach. […] Schummeln ist nicht möglich. Die Elektronik ist streng, sie akzeptiert nur korrekte Beugen. War die Bewegung zu schnell oder zu schlampig, besteht der elektronische Trainer auf Wiederholung.“

Für jeden investierten Euro bekommt die Firma drei bis sieben Euro zurück

Die Sparkasse, die sich mit diesem Programm so sozial hervortut, hat die Rechnung mit dem Geld geschickt gemacht. Das wurde auf Cent und Euro ausgerechnet, was man aus dem Arbeitnehmer dann mehr rausholen kann, wenn man ihn trainiert. „Jeder Euro, der in Gesundheit investiert wird, fließt mit drei bis sieben Euro ins Unternehmen zurück.“ Ist diese Rechnung nicht erschreckend? Denken Sie dran: Hier will man mehr aus den Leuten rausholen und weniger Arbeitnehmer brauchen.

Total funktionalisiert für die Firma. Und dann sollen die Arbeitnehmer auch noch tun, als würde es ihnen Spaß machen. 150 von 500 Angestellten der Sparkasse konnte man schon dafür gewinnen, sich in ihrer Kaffeepause eine Viertelstunde vor die drei verschiedenen Geräte zu spannen, die die Sparkasse angeschafft hat. Der Rest geht mal kurz an die frische Luft oder macht eben Kaffeepause. Wenn die Arbeit, die verlangt wird, eine Pause überhaupt zulässt.

Total funktionalisiert für die Firma – Nur der Arbeitnehmer leidet

Die Sparkasse hat es geschnallt. Es wird investiert, in gut geölte Arbeitnehmermaschinen. Mit Stressmanagement, Yogakursen, Fitnessgeräten. Mit Spaziergängen übrigens nicht. Schließlich sollen auch Firmen verdienen, die Kurse und Fitnessgeräte anbieten. Man kennt sich in den Chefetagen.

Dabei ist frische Luft und einfach die Erlaubnis, in der kurzen Pause lebendig statt vor die Maschine gebaut zu sein, doch das Wichtigste. Gerade wenn man bedenkt, wie laut und vor Allem schadstoffbelastet die meisten Arbeitsplätze, Fabriken wie Büros oder Geschäfte, sind. Einfach mal rausgehen. Vielleicht hält uns das lebendiger.

Möchten Sie eine gut geölte Arbeitnehmermaschine sein? Noch ist es zu verhindern

Noch sind solche Gesundheitsprogramme nur in einem Teil der Firmen vorhanden. Und sie sind freiwillig. Wer Pause hat, kann genauso gut ein kleines Gespräch mit Kollegen führen oder mit dem Brötchen an die frische Luft gehen. Aber diese Programme werden mehr. Irgendwann werden sie entweder offiziell oder als ungeschriebenes Gesetz zur Pflicht werden. Dann wird auch der letzte Teil unserer Pausen noch verwertbar und vermarktbar. Jetzt kann man das aber noch verhindern. Still und leis sich nicht für das Gesundheitsprogramm melden und in der Pause allein oder mit Kollegen auf den Hof oder in den Park verschwinden. Wenn uns unsere Gesundheit etwas wert ist, können wir die Pause ja für einen kleinen Spaziergang nutzen und daheim ein bisschen Gymnastik machen. Dabei geht es dann wenigstens wirklich um uns.

Autor: Amalie, CSN – Chemical Sensitivity Network, 28. September 2009

Weitere interessante Artikel von Amalie:

Gedicht: Hereinspaziert

Clown - Ein Mensch hinter einer Maske

Hereinspaziert

Hereinspaziert und schaut euch an

was unser Clown so alles kann

er macht den Koffer auf und zu

die Lacher kommen dann im Nu

er torkelt hin und hüpft umher

die Kinder kreischen immer mehr

er dreht sich um – steht auf dem Kopf

die Münzen fallen in den Topf.

Doch hinter seiner Maske dann

sieht man den

alten und verzagten Mann

so viele brachte er zum Lachen

kann sich nicht selber glücklich machen.

So springt er weiter auf der Bühne

er spielt die Rolle wunderbar

wie gut – das wird nicht jedem klar

er spielt sie – bis er nicht mehr kann

der arme, alte, kranke Mann.

Spieln `nicht auch wir so unsre Rollen

die Frage ist oft – nicht das Wollen

auch wir stehn mit unsren Masken dann

die Leute schauen uns komisch an

und keiner weiß – wer ist dahinter

fragen tun manchmal nur die Kinder.

So wie der Clown das alles kann

ist es zu schaffen – irgendwann

die Scheu zu überwinden

die Maske umzubinden

und uns trotzdem zu finden.

—–

Dieses Gedicht wurde von Mona, der „Glasprinzessin“ geschrieben. Mona hat schwere Chemikalien-Sensitivität / MCS und muss fast die ganze Zeit draußen in der Natur verbringen.

Mona’s Geschichte: Mona die „Glasprinzessin“ – ein einsames Leben mit Wind und Wetter

Weitere Gedichte und eine Geschichte der Glasprinzessin:

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MCS – Multiple Chemical Sensitivity und Duftstoffallergie in Norwegen

Norwegen, glasklare Fjorde, saubere Luft

Eine Studie aus Georgia zeigt, dass rund 36,5 Millionen Amerikaner unter MCS leiden. Auch in Europa gibt es sehr viele Menschen, die überdurchschnittlich auf Chemikalien reagieren. Es gibt sie auch in unserem Land, in Norwegen, trotz viel sauberer Luft.

Wie ist die Situation in Norwegen?

MCS ist in Norwegen bis jetzt noch nicht behördlich anerkannt wie in einigen Ländern, wie Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo MCS mit T78.4 als Vergiftung kodiert wird.

Hoffnungsschimmer für MCS in Norwegen

Großer Dank geht in unserem Land an Prof. Dr. Kjell Aas, Editor bei www.allergiviten.no und www.inneklima.com, weil er eine Menge dafür getan hat, damit MCS auch in Norwegen anerkannt werden könnte. Prof. Dr Kjell Aas und NAAF haben sich für umfangreichere MCS Forschung zusammengeschlossen. Doch leider haben sie bisher keine finanzielle Unterstützung für ihre Vorhaben erhalten.

Was benötigen Chemikaliensensible in Norwegen?

Menschen mit MCS benötigen auch hier Anerkennung ihrer Krankheit und Regelungen für eine duftfreie Umgebung in öffentlichen Bereichen

  • Wir fordern, dass der Staat seine Bürger vor dieser Krankheit schützt
  • Wir regen die Chemische Industrie dazu an, Verantwortung zu übernehmen
  • Wir bitten um Unterstützung und Forschung über MCS in Norwegen

Wir bitten unsere Mitmenschen, die Erwachsenen und Kinder mit Duftstoff- und Chemikaliensensitivität, ernst zu nehmen und Abstand davon zu nehmen, Parfüm und duftstoffhaltige Produkte auf dem Arbeitsplatz, in Schulen, Tagesstätten, etc. und in öffentlichen Gebäuden zu benutzen.

Heutzutage kann man duftfreie Alternativen finden!

Saubere Luft ist wichtig für Alle

Saubere Luft und eine gesunde Innenraumumgebung, die frei ist von Luftverschmutzung durch Parfüms, ist besser für jeden, selbst wenn Probleme durch diese Art von Luftverschmutzung für Menschen mit MCS, Asthma, Allergien, Hypersensitivität, etc. am Größten sind.

Übermäßige Verwendung von Parfüms und parfümierten Produkten an den vielen Orten des Zusammentreffens von Menschen errichten für Erkrankte genauso unüberwindbare Barrieren wie Treppenstufen für Rollstuhlfahrer. (ENVIRONMENT Hemming – a hidden handicap by Kjell Aas)

Autor: Alena für CSN – Chemical Sensitivity Network, 26. September 2009

Barrierefreiheit für Behinderte in Wahllokalen

MCS eine Behinderung mit vielen Barrieren

Zur Bundestagswahl werden auch viele Behinderte in Deutschland die Wahllokale aufsuchen. Wahllokale sollten demnach so ausgerichtet sein, dass auch Behinderte sie betreten können. Für Bundesbürger, die unter Chemikalien-Sensitivität (MCS) leiden, sind die Modalitäten, ob das Wahllokal betretbar ist oder nicht, noch schwerer zu realisieren, als für Gehbehinderte, Blinde und andere Behinderte. Geringster Kontakt mit Parfum, Raumsprays, Teppichböden, holzschutzmittelbelastete Sporthallen, etc. sorgt bei Chemikaliensensiblen für schwere körperliche Beschwerden, die Stunden oder Tage anhalten können. Barrierefreiheit in Wahllokalen ist für die Bevölkerungsgruppe mit MCS schwer oder kaum umsetzbar.

Thommy’s MCS Blogfrage der Woche:

  • Könnt Ihr als Chemikaliensensible ins Wahllokal gehen, um bei der Bundestagswahl Eure Stimme abzugeben?
  • Ist das Wahllokal an Eurem Wohnort behindertengerecht?
  • Welche Erfahrungen habt Ihr vormals in Wahllokalen gemacht?
  • Geht Ihr diesmal mit Aktivkohlemaske zur Wahl?
  • Oder habt Ihr Euch für eine Briefwahl entschieden?

Gedicht: Selbstdiagnose

MCS nimmt alles: Freiheit, Freunde, Würde,... 

MCS ist keine Krankheit wie jede andere, es ist eine Krankheit, die alles nimmt, und nicht nur das, wie das nachfolgende Gedicht zum Ausdruck bringt:

 

Selbstdiagnose

 

Wenn dich Krankenhäuser krank machen

statt gesund

wenn dich Ärzte auslachen

statt dich ernst zu nehmen

wenn dich deine Mitmenschen für verrückt erklären

statt dich zu fragen, was dir wirklich fehlt

wenn Freunde davon laufen, statt dir die Treue zu halten

weil sie sich überfordert fühlen

wenn du die Selbstisolation wählen musst

weil du sonst zu Grunde gehst

wenn du auf diesem Planeten leben musst

als wärest du ein Außerirdischer

und gerade deshalb niemand Mitleid

mit dir hat,

dann hast du MCS.

—-

 

Autor: Gerhard für CSN  – Chemical Sensitivity Network, 20. September 2009

 

Weitere Gedichte von Gerhard:

Zeitkritisches Gedicht: Verfluchtes Pack

Gedicht: Was bleibt von mir?

Gewinner des taz Panter Preises 2009

taz Panter Preis Gewinner 2009

Den diesjährigen taz Panter Preis haben Bettina Theresa Ismair und Jessica Groß gewonnen.

Der Jury Preis wurde Bettina Theresa Ismair für ihr Engagement für Asylbewerberfamilien verliehen.

Den Leserpreis gewann Jessica Groß, die sich für die medizinische Versorgung von Menschen ohne gültige Papiere einsetzt.

CSN wünscht den beiden Gewinnerinnen weiterhin viel Erfolg für ihre Arbeit und dass sie weiterhin ganz vielen Menschen helfen können!