Archiv der Kategorie ‘Gesundheit‘

Erfahrungen einer MCS Patientin in der Umweltklinik EHC-Dallas

MCS Patientin in einer Umweltklinik in den USA

Diagnostik und Therapie in der Umweltklinik EHC – Dallas

Manuela’s Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends und es gab nur eine Alternative nachdem in Deutschland keine Hilfe für sie gab, ihre Freunde, ihre Famile legte zusammen und ermöglichte ihr einen eine Therapie in der amerikanischen Umweltklinik von Prof. Rea, dem EHC-Dallas. Nachfolgend berichtet sie uns wie es ihr zuvor erging, welche Diagnosen sie hatte und welche Behandung und Diagnostik in der renommierten Umweltklinik durchgeführt wurden.

Plötzlich ging es immer schlechter…

Seit Ende Oktober des vergangenen Jahres hatte und habe ich mit vielschichtigen gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen, die mich fortlaufend an den Rand der Erschöpfung brachten. Besonders gravierend waren dabei massive Verdauungsprobleme (ständig Durchfall, Blähbauch und Brennen im Magenbereich). Dem vorausgegangen waren drei Ereignisse, die ich nicht einordnen konnte: Bei der Vorbereitung zu einer ambulanten OP im Uterus (Entfernung eines Polypen) bekam ich sehr starke Atemnot. Einige Wochen später bekam ich am linken Unterarm eine sehr starke Nesselsucht, die man als mögliche Wiesendermatitis diagnostizierte und die sehr langsam abheilte. Anfang Oktober trank ich im Rahmen eines Gaststättenbesuchs 2 Gläser Wein, die mich seltsamerweise stark betrunken machten. Heute weiß ich, dass das alles Vorboten meiner Erkrankung waren.

Diagnostik und weitere Abwärtsspirale

Ende des Vorjahres stellten sich eine Reihe von Lebensmittelunverträglichkeiten ein. Davon wurden von einem Allergologen lediglich eine leichte Fructoseintoleranz diagnostiziert. Eine Magenspiegelung im Februar 2009 ergab eine leichte chronische Magenschleimhautentzündung, sonst keine auffälligen Befunde. Eine Histaminintoleranz wollte man auf Grund der Laborwerte der Blutuntersuchung nicht in Betracht ziehen, obwohl ich gerade die histaminhaltigen Lebensmittel mit Abstand am schlechtesten vertrug.

Beschwerden über Beschwerden

Unter folgenden Symptomen litt ich besonders: Ständige allgemeine Erschöpfung und Schwäche, trotz Einnahme von Speisen nach dem Essen starke Hungergefühle und das Empfinden, unterzuckert zu sein, Muskelschwäche und Muskelzuckungen an den verschiedensten Stellen im Körper, Gelenk- und Muskelschmerzen, Sehstörungen, Dauerdurchfall, Gedächtnisprobleme, Schwindel,…

Pilze

Ich war vor ca. 4 Jahren schon einmal an einer Darminfektion mit Candida albicans und Candida glabrata erkrankt. Die gleichen diesbezüglichen Symptome einer Darminfektion hatte ich wieder, ohne dass durch Stuhlproben ein Befall nachgewiesen werden konnte. Erst eine Blutuntersuchung beim Hautarzt im August 2009 ergab, dass ich im Blut Antikörper gegen Candida albicans hatte. Ich möchte noch dazu sagen, dass ich seit meiner Kindheit unter den Befall von Nagelpilz und Allergien leide. Vor 2 Jahren wurde bei mir eine Polyallergie und Asthma diagnostiziert. Ca. zwei Jahre lang machte ich auch eine Desensibilisierung mit, die zwar teilweise Erfolg hatte, aber seit dem Auftreten der genannten Beschwerden überhaupt nicht mehr vertragen wurde. Offenbar reagierte ich auch auf die Konservierungsstoffe des verwendeten Materials. Des Weiteren leide ich an einer Skoliose in den Bereichen der BWS und HWS.

Kaum noch Nahrungsmittel tolerierbar

Meine Lebensmittelunverträglichkeiten hatten sich so ausgeweitet, dass ich mich seit Jahresbeginn nur noch von Hirse, Amaranth, Quinoa, Kamut, Vollkornreis, Dinkel, Hühnerfleisch und Pute, sowie Kokosfett, Butter, Rapsöl und Olivenöl ernährte. Innerhalb von 3 Monaten verlor ich 10 kg Gewicht.

Reaktionen auf Chemikalien stellten sich ein

Seit dem Sommer des Jahres stellte sich bei mir eine Überempfindlichkeit gegenüber Düften und Gerüchen ein, besonders gegenüber Parfüms und Duftstoffen in Körperpflegemittel, Kosmetika, Haarpflegemittel, Waschpulver, Reinigungsmittel, Weichspüler, Benzin, Rauch, Tabakrauch, Ausdünstungen von Polstermöbeln und Farben und Lacken. Ich reagiere seitdem auf diese Gerüche sofort mit sehr starken Schwindel, Kreislaufproblemen. rauschartigen Zuständen, Sehstörungen und schließlich mit Gelenkschmerzen und Brennen im Magenbereich.

Statt Verständnis Verhöhnung

Ich muss bedauerlicherweise sagen, dass mich kein Hausarzt mit meinen Beschwerden ernst nahm. Teilweise wurde mir sogar höhnisch empfohlen, ich solle das Leben genießen, ordentlich essen und mal abends ausgehen.

Ich bemühte mich mehrere Monate lang um die Aufnahme in der Umweltklinik in Neukirchen, die von allen Krankenkassen anerkannt wird. Meine Krankenkasse war sogar bereit, die Behandlung zu übernehmen, außer den Fahrtkosten. Aber zwei Hausärzte hielten eine Einweisung nicht für erforderlich, obwohl sich mein Zustand weiter verschlechterte.

EHC – Dallas – Diagnostik – Therapie

Schließlich halfen mir Verwandte und Bekannte, die mir Geld liehen, so dass ich im weltbekannte Environmental Health Center  – Dallas in Texas eine umfangreiche, intensive Diagnostik und Therapie unter Leitung von Dr. Rea wahrnehmen konnte.

Testraum in der Umweltklinik EHC-Dallas, emaillierte Wände, Luftfilter, Duftstoffverbot, etc. Dort wurde u.a. festgestellt, dass ich gegenüber fast allen Lebensmitteln allergisch bin. Eine starke Allergie besteht auch gegenüber Schimmelpilzen, Hund und Katze, und das in fast allen Parfüms verwendeten Orris Root (Veilchenwurzel). Es wurde festgestellt, dass mein ganzer Körper entzündet ist, besonders die Schleimhäute, Blutgefäße und Muskeln. Die venösen Gaswerte meines Blutes sind zu hoch. Mein Körper ist stark mit Arsen, Blei und Cadmium belastet. Kurz gesagt: Ich habe MCS! Mein Zustand rührt einerseits von Umweltgiften her und wird andererseits durch meine Skoliose sehr begünstigt, die fortlaufend zu Nervenquetschungen führt. 3 Autounfälle haben diesbezüglich noch verschärfend gewirkt. Dadurch ist mein vegetatives Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen worden. Außerdem wurde ein erneuter Befall meines Darmes mit Candida albicans festgestellt. Das festzustellen war dem medizinischen Personal in Deutschland nicht möglich oder sie sollten es nicht feststellen, denn die Weigerung, tiefgründigere Untersuchungen an mir vorzunehmen oder mich in eine Umweltklinik einzuweisen, lassen den starken Verdacht auf ein vorsätzliches Handeln erkennen.

Schlafzimmer für Umweltkranke in einem Apartment Ich wohnte in Dallas in einem schadstofffreien Apartment mit ganz purer Ausstattung. Es lag nicht weit von der Klinik entfernt. Man wird mit einem Shuttle Service in die Klinik gebracht oder kann mit anderen mitfahren. Luftfilter, Duschfilter und Wasserfilter, alles war im Apartment für Umweltpatienten vorhanden um dafür zu sorgen, dass man seine Symptome in der reinen Umgebung abbaut. Das ist auch ein Teil der Therapie und man merkt schnell wie gut einem eine pure Wohnumgebung bekommt.

Zuhause konsequent weiter nach Plan

Gegen eine Reihe von Lebensmittel, auf die ich allergisch reagiere, erhielt ich so genannte Antigene, die ich mir seit dem 21.09.09 vierzehn Tage lang täglich und dann später aller vier Tage spritzen muss. Diese bewirken eine Desensibilisierung. Im Gegensatz zu deutschen Desensibilisierungsmaterial sind diese völlig frei von Konservierungsstoffen. Ihre Haltbarkeit wird durch Einfrieren gewährleistet. Des Weiteren muss ich mir jeden 4. Tag eine Desensibilisierung auf Histamin und Serotonin spritzen, welches ich bei Reaktionen auf Lebensmitteln und Duftstoffen zudem bis 4-mal täglich insgesamt spritzen kann. Dr. Rea hatte durch seine Forschungen festgestellt, dass Menschen mit der Symptomatik, wie sie bei mir vorliegt, ein Histamin aufweisen, was nicht richtig funktioniert. Aus meinem Blut wurden T-Zellen entnommen, die dann gezüchtet und so bearbeitet wurden, dass sie nicht mehr überschießend auf Allergene reagieren. Diese Substanz – ALF genannt – muss ich mir ebenfalls jeden 4.Tag spritzen. Diese ganze fortführende Selbst-Behandlung dauert ein Jahr. Sollten die genannten Spritzen nicht ausreichen, um die Reaktionen zu beseitigen, soll ich zudem Bi-Salze nehmen (es gibt auch noch Tri-Salze, dass in ihm enthaltene Natriumbicarbonat [Sodium] vertrage ich aber nicht).

Zur Entgiftung und Stärkung des Körpers nehme ich eine ziemlich hohe Dosis von Vitamin A (in Form von A-Palmitat und  Betacarotin), Vitamin B-Komplex (welches nicht, wie in Deutschland üblich, auf Schimmelbasis hergestellt sein darf) und Vitamin C (hier vertrage ich jedoch viele Sorten nicht), sowie Calcium, Magnesium, Taurin.

Pure Nahrung und Wasser

Ich darf nur noch gute Biokost nach einem konsequent einzuhaltenden Rotationsplan im viertägigen Rhythmus zu mir nehmen. Die mir zur Verfügung stehenden bzw. vom Ernährungsberater verordneten Nahrungsmittel zwingen mich, drei mal am Tag warme Mahlzeiten zu kochen. Das Trink- und Duschwasser muss gefiltert werden. Durch das Filtern des Duschwassers habe ich kein Hautjucken nach dem Duschen mehr. Ich sollte im EHC-D möglichst täglich eine Sauna aufsuchen, da dadurch der Körper sehr entgiftet. Das soll ich auch zu Hause weiter fortführen. Vor dem Saunabesuch sollte ich anfänglich 25mg Niacin, später dann 50mg einnehmen, weil dadurch die Entgiftung verbessert wird.

Saubere Luft –  Sauerstoff als Therapie

MCS Patientin bei der Sauerstofftherapie in der UmweltklinikDie Wohnungsluft muss ständig durch Luftfilter gereinigt werden. Täglich sollte ich auch eine jeweils zweistündige Sauerstofftherapie wahrnehmen.

Diese Sauerstofftherapie bewirkte wahre Wunder. Sie führte jeweils zu einer völligen Entkrampfung meines Körpers. Ich konnte klarer denken und war nicht mehr so vergesslich. Sofort spürte ich, wie meine Entzündungen im Körper aufhörten. Auch diese Sauerstofftherapie soll ich zu Hause fortführen. Außerdem inhalieren Menschen mit meinem Erkrankungsbild sofort Sauerstoff, sobald sie Unverträglichkeitsreaktionen durch Gerüche und Lebensmittel wahrnehmen, sowie, wenn die Entgiftungsreaktionen stark sind.

Resümee

Zusammenfassend kann ich sagen, dass im EHC-D sich mein Gesundheitszustand wesentlich verbessert hat. Aber ich stehe erst am Anfang des Weges, der konsequent weitergeführt werden muss. Leider wird man dabei in Deutschland nicht unterstützt. So muss ich derzeit stark darum kämpfen, dass ich die Sauerstofftherapie weiter durchführen kann. Jeder Tag, auf den ich mit dieser Therapie länger warten muss, wirkt sich auf meine Genesung kontraproduktiv aus. Das spüre ich bereits jetzt, indem die Entzündungen wieder zunehmen.

Autor: Manuela für CSN – Chemical Sensitivity Network, 2. Oktober 2009

Babyschnuller sind Bisphenol-A-belastet. Hormonell wirksame Chemikalien in Kinderartikeln gehören verboten

Viele Baby Schnuller mit Chemikalien belastet

Viele Babyschnuller sind mit hormonell wirksamen Chemikalien belastet. In allen zehn durch ein Testlabor im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) untersuchten Schnullern wurde Bisphenol A gefunden. Diese Substanz steht im Verdacht, Unfruchtbarkeit, Schädigungen der Gehirnentwicklung und Brustkrebs hervorzurufen. „Säuglinge und Kleinkinder reagieren besonders emp­findlich auf hormonartige Schadstoffe wie Bisphenol A“, sagte Professor Ibrahim Chahoud, Toxikologe an der Berliner Universitätsklinik Charité. „Hormone spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Organen. Ist der Körper künstlichen hormonähnlichen Stoffen ausgesetzt, können diese das empfindliche Gleichgewicht der natürlichen Hormone stören.“

Die höchsten Konzentrationen an Bisphenol A wurden in den Kunststoffschildchen gefunden, die den eigentlichen Schnullersauger halten. Die Kunststoffschildchen bestanden mit einer Ausnahme aus Polycarbonat, bei dessen Herstellung Bisphenol A eingesetzt wird. In den Schildchen aus Polycarbonat zeigten sich in den Untersuchungen Konzentrationen zwischen 200 und fast 2300 Milligramm pro Kilogramm.

Auch in den Saugteilen der Latex-Schnuller von Baby-smile, Dentistar, Babylove und NUK, sowie bei einem der sechs untersuchten Silikon-Schnuller (von AVENT) lagen die Analysewerte zwischen 80 und 400 Milligramm pro Kilogramm. Eine mögliche Erklärung wäre, dass Bisphenol A aus den Hartkunststoff-Schildchen in den weichen Saugteil diffundiert. Dafür spricht die hohe Mobilität von Bisphenol A sowie die Tatsache, dass in fast allen Schnullern mit hohen Konzentrationen der Chemikalie in den Saugern noch höhere Konzentrationen in den Kunststoffschildchen gefunden wurden. Angesichts der hohen Mengen lässt sich auch nicht ausschließen, dass Bisphenol A bereits den Ausgangsmaterialien beigemengt wurde. So fanden sich in den meisten Silikonfabrikaten im Vergleich zu den Latexfabrikaten geringere Mengen der Chemikalie. Die deshalb durchgeführten Vergleichsuntersuchungen des stark belasteten Silikon-Saugers der Marke AVENT deuten darauf hin, dass hier Bisphenol A bereits im Ausgangsmaterial vorhanden war. Die hohen Werte bestätigten sich in zwei Fällen, in einer dritten Probe aus einer anderen Charge wurde kein Bisphenol A nachgewiesen.

Die Hersteller wurden vom BUND noch vor Vorliegen der Einzelergebnisse in schriftlicher Form befragt, ob und in welcher Weise Bisphenol A im Produktionsprozess eingesetzt wird und wie gewährleistet wird, dass keine hormonell wirksamen Chemikalien in ihren Schnullern vorhanden sind. Mehrere Hersteller gaben an, ausschließen zu können, dass Bisphenol A im Saugteil ihrer Schnuller vorhanden ist, obwohl die BUND-Untersuchungen dies nun in Frage stellen. Einige Hersteller räumten jedoch ein, dass die Kunststoffschildchen aus Polycarbonat bestehen und daher Bisphenol A enthalten.

Patricia Cameron, BUND-Chemieexpertin: „Wir sind schockiert, dass ausgerechnet Babyschnuller mit Bisphenol A belastet sind. Die Hersteller müssen nun klären, wie die Chemikalie in die Sauger und in die Schnuller gelangen konnte.“

Der BUND forderte die Schnullerhersteller auf, bei der Produktion der Kunststoffschilde auf Polycarbonat zu verzichten. „Es ist bekannt, dass Kinder gern alles in den Mund nehmen, das gilt auch für den ganzen Schnuller. Außerdem steht das Kunststoffschildchen beim Saugen in ständiger Berührung mit den Lippen des Kindes. In diesem sensiblen Anwendungsbereich haben hormonell wirksame Schadstoffe nichts verloren. Wir erwarten von den Firmen, dass sie ihre Produktion umstellen und künftig auf Bisphenol A verzichten“, sagte Cameron. Der BUND forderte von den Herstellern außerdem aufzuklären, wie Bisphenol A in die Sauger gelangen konnte sowie Maßnahmen, die sicherstellen, dass die Sauger zukünftig frei von Bisphenol A sind.

Handeln müssten auch die Behörden. Nicht nur für Schnuller und Babyflaschen, sondern für alle Kleinkinderartikel und für Produkte, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, forderte der BUND ein Verbot von Bisphenol A und anderer hormonartig wirksamer Chemikalien.

Die BUND-Hintergrundmaterialien mit allen Testergebnissen finden Sie im Internet unter: www.bund.net/bisphenol-a

BUND Pressemitteilung vom 1. Oktober 2009

Fotos der untersuchten Babyschnuller: BUND

Weiterer interessanter Artikel zum Thema:

US Hersteller nehmen toxische Babyflaschen vom Markt – Verkauf nach Europa geht weiter

CSN Top 10 – Die beliebtesten Blogs im Monat September 2009

CSN Blog Top 10

Auf dem ersten Platz landete im Monat September ein Blog, den sicher viele nicht so weit vorne vermutet hätten im CSN Blog. Amalies Artikel über die Bundestagswahl und wie man richtig wählt, holte sich den ersten Rang. Am Tag vor der Wahl und am Wahltag kamen Hunderte diesen Blog lesen, denn auch auf Google stand er unter verschiedenen Suchbegriffen auf Platz Eins. Gut gemacht Amalie!

Auf Platz Zwei landete ein Fernsehbeitrag in dem MCS und Gifte am Arbeitsplatz das Thema waren und CSN mitwirkte.

Zum Lesen der CSN Top 10 einfach Artikel anklicken

  1. Wahlen – Besser richtig wählen, als nicht wählen
  2. Gift am Arbeitsplatz – TV Beitrag des SWR jetzt online anschauen
  3. Innenraumluft von Neuwagen ist oft der reinste Giftcocktail – Gesundheit bleibt auf der Strecke
  4. Taz Panter Preis 2009 – Morgen ist Preisverleihung
  5. Mit giftiger Schulausrüstung die Gesundheit der Kinder leichtsinnig verspielen? Es geht auch anders!
  6. Grußwort zur taz Panter Preis Verleihung
  7. Laminat belastet Umwelt und Gesundheit
  8. Franzi – Abgewiesen und hingehalten
  9. Hoher Blutdruck, niedriger Blutdruck… Natürliche Hilfe bei Kreislaufproblemen
  10. Gezielte Propaganda gegen MCS zur Täuschung der Rechtspflege über den Stand der Wissenschaft

Erforschung genetischer Faktoren bei Chemikalien-Sensitivität, Chronic Fatigue und Asthma im Tierversuch

Tierversuch zur Erfoschung von Chemikalien-Sensitivität, Chronic Fatique und Asthma

Aufschluss über zugrundeliegende Mechanismen bei Chemical Sensitivity, Chronic Fatique und Asthma durch kontrollierte Tierversuch-Studie

Der Umstand, dass manche Menschen eine Chemikalien-Intoleranz entwickeln, wenn sie Chemikalien in ihrer Umwelt ausgesetzt sind und andere nicht, wirft die Möglichkeit auf, dass genetische Faktoren zur Entwicklung dieser Krankheit beitragen können. Wissenschaftler der University of North Carolina untersuchten diese Möglichkeit mittels kontrollierten Tierversuchs.

Genetisches Tiermodell soll Aufschluss bieten

Die amerikanischen Wissenschaftler fassten für ihre Studie Beweise aus einem genetischen Tiermodell zusammen, das auf cholinerger Hypersensitivität beruht. Dieses Modell schlägt ein abnormes cholinerges System als einen der prädisponierenden genetischen Faktoren vor.

Erhöhte Sensitivität auf Organophosphat-Pestizide

Für ihre Studie wählte das Wissenschaftlerteam speziell gezüchtete Ratten aus, die ganz besondere Merkmale ausweisen. Flinders Sensitive Line (FSL) Ratten bestehen aus Tieren, die durch selektives Züchten etabliert wurden. Die Linie hat eine erhöhte Sensitivität gegenüber Organophosphat-Pestiziden. Durch diese erhöhte Sensitivität der FSL Ratten gegenüber Organophosphaten wurde nachträglich herausgefunden, dass diese speziellen Ratten auch gegenüber direkt wirkenden muskarinischen Agonisten sensibler als herkömmliche Ratten sind. Sie weisen zusätzlich vermehrte Muskarinrezeptoren (auf Acetylcholin ansprechende Rezeptoren) auf, im Vergleich zu selektiv gezüchteten Parallelgruppen, den Ratten der Flinders Resistant Line (FRL) oder wahllos gezüchteten Kontrollratten.

Hypersensitivität – bei Ratten und bei Menschen zu beobachten

Verstärkte Sensitivität gegenüber cholinergen Substanzen wurde ebenfalls bei Menschen in verschiedenen Bevölkerungsteilen festgestellt, einschließlich bei Personen, die unter Chemikalien-Intoleranz leiden. In der Tat weisen FSL Ratten gewisse Verhaltenscharakteristiken in Bezug auf unnormalen Schlaf, Aktivität und Appetit auf, die ebenfalls bei Menschen aus diesen Bevölkerungsteilen in ähnlicher Weise berichtet werden. Ergänzend wurde über die FSL Ratten berichtet, dass sie eine verstärkte Sensitivität gegenüber einer Vielfalt anderer chemischer Substanzen aufweisen.

Bestimmte Bereiche des Körpers sind empfindlicher

Periphere Gewebe, wie die Darmmuskulatur und die weichen Muskelgewebe der Atemwege, scheinen sensibler gegenüber cholinergen Agonisten, als auch einem Antigen, dem Ovalbumin, zu sein.

Nach Exposition Untertemperatur als Reaktion

Untertemperatur, eine zentral gesteuerte Reaktion, ist bei FSL Ratten nach Nikotin und Alkohol stärker ausgeprägt. Auch bei anderen Substanzen, die selektiv für die dopaminergen und serotoninergen Systeme wirken, ist Untertemperatur eine stärker ausgeprägte Reaktion.

Multiple Mechanismen beteiligt

In einigen Fällen wurde bei den Versuchstieren eine verstärkte Sensitivität in Abwesenheit irgendwelcher Veränderungen bei den Rezeptoren, mit denen Medikamente interagieren (Dopamin-Rezeptoren), festgestellt, während Veränderungen bei den Rezeptoren bei anderen Fällen beobachtet wurden (Nikotinischer Rezeptor). Folglich müssen bei der zugrunde liegenden multiplen Chemikalien-Sensitivität / Chemikalien-Intoleranz der FSL Ratten multiple Mechanismen vorhanden sein. Eine Aufklärung dieser weiteren Mechanismen könnte wertvolle Schlüssel liefern insbesondere für solche Menschen, die von Chemikalien-Sensitivität / Chemikalien-Intoleranz betroffen sind.

Autor:

Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 27. September 2009

Literatur:

Overstreet DH, Djuric V., A genetic rat model of cholinergic hypersensitivity: implications for chemical intolerance, chronic fatigue, and asthma, University of North Carolina, Ann N Y Acad Sci. 2001 Mar;933:92-102.

Weitere interessante Blogs zum Thema:

Gut geölte Arbeitnehmermaschinen – Gesundheitsprogramme im Betrieb

Fitness Training am Arbeitsplatz

Firmen kümmern sich ja häufig überhaupt nicht um die Gesundheit der Arbeitnehmer. Klar, wer ernsthaft krank ist, fliegt ja sowieso raus. Zum Beispiel, wenn er keine Schadstoffe mehr ertragen kann oder von Lärm und Mobbing dank Hackordnung krank wird. Und Nachschub gibt’s genug. Findige Unternehmer gehen aber einen Schritt weiter. Auch die kleinen Wehwehchen der Arbeitnehmer sind ja ein Problem. Könnte man die verbessern, kann man von seinen Untergebenen mehr Leistung erwarten. Und ein guter Deal ist auch noch drin. Es gilt, eine echte Marktlücke zu stopfen, und Gewinne zu machen.

Wie das geht? Ein Unternehmer lässt in der Firma zum Beispiel Fitnessgeräte aufstellen, wenn viele der Beschäftigten Rückenschmerzen haben. Die Geräte sind hochmodern, echte Innovationen. Die Firma, die diese Geräte anbietet, hat sich darauf spezialisiert, Firmen damit zu beliefern. Jetzt verdienen wirklich alle. Die Mitarbeiter sind leistungsfähiger. Sie können in weniger Zeit mehr schaffen. Vielleicht braucht man dann auf Dauer sogar weniger Leute zu beschäftigen? Und die Firmen, die andere Firmen mit den Geräten beliefern, die haben auch was davon. Wer jetzt nichts davon hat, egal wie es anfangs scheint, ist ja jetzt klar, oder? Genau, die Arbeitnehmer selbst. Warum? Weiterlesen. Dieser Blog hat praktischen Wert für Sie.

Wie funktioniert das Konzept? Beispiel Rückentraining im Betrieb

Wie das ganze im Detail funktioniert, wird uns in der Oktoberausgabe 2009 der Zeitschrift „Öko Test“ erklärt, und äußerst positiv bewertet. Das Thema sind hier Rückenschmerzen, das Positivbeispiel eine Sparkasse, die Fitnessgeräte angeschafft hat. Gleich zu Anfang wird „Rainer Wieland, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Wuppertal“ zitiert. Seiner Meinung nach macht es ja keinen Unterschied, ob jemand „Mülltonnen wuchtet oder am Schreibtisch sitzt“. Ob der schon mal vom Schreibtisch aufgestanden ist und eine Mülltonne gewuchtet hat? Der Stress sei natürlich der größte Haken, meint der werte Herr. Und kein Wort zu den Ursachen der Gesundheitsprobleme der Arbeitnehmer. Den Beschäftigungsverhältnissen. Der Angst vor Arbeitslosigkeit. Den Arbeitsbedingungen, die mit zunehmender Angst vor Arbeitslosigkeit beliebig schlechter werden. Feiner Professor. Er meint, das kann man doch innovativ angehen. Und mit Psychologie hat er’s ja auch, wir haben ja einen Knacks, wenn uns schlecht geht.

Die Elektronik bestimmt die Bewegung, der Chip speichert persönliche Gesundheitsdaten

Der Ökotest erklärt erstmal, dass die bewährten Rückenschulkonzepte nichts bringen. Alles veraltet. Klar, die hat man ja mittlerweile maximal ausgeschöpft, mehr Leute als in die Kurse gehen eben nicht hin. Heute geht das mit Hightech. Der Ökotest beschreibt auch gleich, wie die hübsche Realität in der bayrischen Sparkasse aussieht. Drumherum sind Anzeigen für Kiesertraining und Sparkassen. Für ganzseitige Anzeigen bekommt Ökotest gutes Geld. Da kann man schon mal was Nettes für schreiben. Wussten Sie, dass Zeitungen und Zeitschriften zu etwa 70% aus Werbung finanziert werden?

Weiter im Text. „Da steht es also, das Fitnessgerät. Schwarze Griffe, rotes Kunstlederpolster, graues Metall. Eine Maschine, so zweckgebunden und sinnenfroh wie eine Stechuhr. In diesem Fall ähneln sich sogar die Funktionsweisen. Denn wer den schwarz-rot-grauen Rückentrainer nutzt, schiebt zunächst einen USB-Chip hinein. Man stempelt sich sozusagen ein. Auf dem Chip sind persönliche Daten wie Alter, Gewicht und Fitnesszustand gespeichert.“

Danach fantasiert Ökotest davon, dass das Training auf dem Gerät wie Nintendo für Erwachsene sei. Das Spielchen mit der Maschine soll auch noch Spaß machen. Angeleitet vom virtuellen Trainer macht der arme Sparkassenangestellte x-mal dieselbe Bewegung. „Die Elektronik gibt die Bewegung vor, der Mensch macht sie nach. […] Schummeln ist nicht möglich. Die Elektronik ist streng, sie akzeptiert nur korrekte Beugen. War die Bewegung zu schnell oder zu schlampig, besteht der elektronische Trainer auf Wiederholung.“

Für jeden investierten Euro bekommt die Firma drei bis sieben Euro zurück

Die Sparkasse, die sich mit diesem Programm so sozial hervortut, hat die Rechnung mit dem Geld geschickt gemacht. Das wurde auf Cent und Euro ausgerechnet, was man aus dem Arbeitnehmer dann mehr rausholen kann, wenn man ihn trainiert. „Jeder Euro, der in Gesundheit investiert wird, fließt mit drei bis sieben Euro ins Unternehmen zurück.“ Ist diese Rechnung nicht erschreckend? Denken Sie dran: Hier will man mehr aus den Leuten rausholen und weniger Arbeitnehmer brauchen.

Total funktionalisiert für die Firma. Und dann sollen die Arbeitnehmer auch noch tun, als würde es ihnen Spaß machen. 150 von 500 Angestellten der Sparkasse konnte man schon dafür gewinnen, sich in ihrer Kaffeepause eine Viertelstunde vor die drei verschiedenen Geräte zu spannen, die die Sparkasse angeschafft hat. Der Rest geht mal kurz an die frische Luft oder macht eben Kaffeepause. Wenn die Arbeit, die verlangt wird, eine Pause überhaupt zulässt.

Total funktionalisiert für die Firma – Nur der Arbeitnehmer leidet

Die Sparkasse hat es geschnallt. Es wird investiert, in gut geölte Arbeitnehmermaschinen. Mit Stressmanagement, Yogakursen, Fitnessgeräten. Mit Spaziergängen übrigens nicht. Schließlich sollen auch Firmen verdienen, die Kurse und Fitnessgeräte anbieten. Man kennt sich in den Chefetagen.

Dabei ist frische Luft und einfach die Erlaubnis, in der kurzen Pause lebendig statt vor die Maschine gebaut zu sein, doch das Wichtigste. Gerade wenn man bedenkt, wie laut und vor Allem schadstoffbelastet die meisten Arbeitsplätze, Fabriken wie Büros oder Geschäfte, sind. Einfach mal rausgehen. Vielleicht hält uns das lebendiger.

Möchten Sie eine gut geölte Arbeitnehmermaschine sein? Noch ist es zu verhindern

Noch sind solche Gesundheitsprogramme nur in einem Teil der Firmen vorhanden. Und sie sind freiwillig. Wer Pause hat, kann genauso gut ein kleines Gespräch mit Kollegen führen oder mit dem Brötchen an die frische Luft gehen. Aber diese Programme werden mehr. Irgendwann werden sie entweder offiziell oder als ungeschriebenes Gesetz zur Pflicht werden. Dann wird auch der letzte Teil unserer Pausen noch verwertbar und vermarktbar. Jetzt kann man das aber noch verhindern. Still und leis sich nicht für das Gesundheitsprogramm melden und in der Pause allein oder mit Kollegen auf den Hof oder in den Park verschwinden. Wenn uns unsere Gesundheit etwas wert ist, können wir die Pause ja für einen kleinen Spaziergang nutzen und daheim ein bisschen Gymnastik machen. Dabei geht es dann wenigstens wirklich um uns.

Autor: Amalie, CSN – Chemical Sensitivity Network, 28. September 2009

Weitere interessante Artikel von Amalie:

MCS – Multiple Chemical Sensitivity und Duftstoffallergie in Norwegen

Norwegen, glasklare Fjorde, saubere Luft

Eine Studie aus Georgia zeigt, dass rund 36,5 Millionen Amerikaner unter MCS leiden. Auch in Europa gibt es sehr viele Menschen, die überdurchschnittlich auf Chemikalien reagieren. Es gibt sie auch in unserem Land, in Norwegen, trotz viel sauberer Luft.

Wie ist die Situation in Norwegen?

MCS ist in Norwegen bis jetzt noch nicht behördlich anerkannt wie in einigen Ländern, wie Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo MCS mit T78.4 als Vergiftung kodiert wird.

Hoffnungsschimmer für MCS in Norwegen

Großer Dank geht in unserem Land an Prof. Dr. Kjell Aas, Editor bei www.allergiviten.no und www.inneklima.com, weil er eine Menge dafür getan hat, damit MCS auch in Norwegen anerkannt werden könnte. Prof. Dr Kjell Aas und NAAF haben sich für umfangreichere MCS Forschung zusammengeschlossen. Doch leider haben sie bisher keine finanzielle Unterstützung für ihre Vorhaben erhalten.

Was benötigen Chemikaliensensible in Norwegen?

Menschen mit MCS benötigen auch hier Anerkennung ihrer Krankheit und Regelungen für eine duftfreie Umgebung in öffentlichen Bereichen

  • Wir fordern, dass der Staat seine Bürger vor dieser Krankheit schützt
  • Wir regen die Chemische Industrie dazu an, Verantwortung zu übernehmen
  • Wir bitten um Unterstützung und Forschung über MCS in Norwegen

Wir bitten unsere Mitmenschen, die Erwachsenen und Kinder mit Duftstoff- und Chemikaliensensitivität, ernst zu nehmen und Abstand davon zu nehmen, Parfüm und duftstoffhaltige Produkte auf dem Arbeitsplatz, in Schulen, Tagesstätten, etc. und in öffentlichen Gebäuden zu benutzen.

Heutzutage kann man duftfreie Alternativen finden!

Saubere Luft ist wichtig für Alle

Saubere Luft und eine gesunde Innenraumumgebung, die frei ist von Luftverschmutzung durch Parfüms, ist besser für jeden, selbst wenn Probleme durch diese Art von Luftverschmutzung für Menschen mit MCS, Asthma, Allergien, Hypersensitivität, etc. am Größten sind.

Übermäßige Verwendung von Parfüms und parfümierten Produkten an den vielen Orten des Zusammentreffens von Menschen errichten für Erkrankte genauso unüberwindbare Barrieren wie Treppenstufen für Rollstuhlfahrer. (ENVIRONMENT Hemming – a hidden handicap by Kjell Aas)

Autor: Alena für CSN – Chemical Sensitivity Network, 26. September 2009

US Firma muss fast 1 Million Dollar zahlen – Antibakterielle Ausrüstung in Schuhen stellt Pestizide dar

Schuhe mit antibakterieller Ausrüstung

SAN FRANCISCO – Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA hat eine Klage gegen einen Konzern für Outdoor Kleidung eingereicht. Die EPA wirft dem Mutterkonzern der Outdoor Firma The North Face vor, nicht zugelassene Pestizide in Handel und Verkauf gebracht zu haben.

Die EPA gibt an, dass The North Face öffentlich unbegründete Gesundheits-versprechen macht bezüglich nicht zugelassener Produkte und deren Fähigkeit, Bakterien und Krankheitserreger zu kontrollieren. Dies stellt laut EPA Pressemitteilung eine Verletzung der staatlichen Gesetzgebung für Insektizide, Fungizide und Rodentizide dar. Die beanstandeten Produkte wurden online ausfindig gemacht und Beweisstücke fanden sich in Einzelhandelsgeschäften von The North Face in San Francisco. Dies veranlasste die Behörde, eine Beschwerde gegen den Mutterkonzern VF Corporation zu erheben.

„Die EPA nimmt ihre Verantwortung, gegen Unternehmen vorzugehen, die Produkte mit unbegründeten antimikrobiellen Fähigkeiten verkaufen, sehr ernst“, sagte Katherine Taylor, die stellvertretende Direktorin der EPA Pacific Southwest Region. „Unbewiesene öffentliche Gesundheitsversprechen können Menschen dazu führen anzunehmen, dass sie beschützt sind vor krankheitsverursachenden Organismen, wobei sie in Wahrheit nicht davor geschützt sind.“

In Frage gestellt wurden mehr als 70 verschiedene Schuhmodelle, die ein AgION silberbehandeltes Fußbett besitzen. Die Firma verkaufte diese Produkte mit den unbegründeten Versprechungen, dass diese Schuhe krankheitsverursachende Bakterien verhindern könnten. Insbesondere beanstandet wurden folgende von The North Face gemachten öffentlichen Gesundheitsversprechen über die Schuhe online und auf Produktverpackungen:

  • „AgION antimikrobielle Silbersubstanzen hemmen das Wachstum von krankheitsauslösenden Bakterien“
  • „Verhindert Bakterien- und Schimmelwachstum“
  • Anhaltende Freisetzung von antimikrobiellen Substanzen

Nachdem The Noth Face von der EPA kontaktiert wurde, stoppte die Firma die Versprechungen, dass ihr Schuhwerk gegen Bakterien schützt, entfernte die Versprechungen auf der Webseite und überarbeitete die Produktverpackungen.

Produkte, die Bakterien oder Erreger töten, sind im festgelegten Sinne Pestizide und müssen von der EPA vor Vertrieb und Verkauf zugelassen werden. Die Behörde lässt kein Pestizid zu, bis sie geprüft hat, dass es kein unzumutbares Risiko darstellt, wenn es gemäß der Gebrauchsanweisung verwendet wird. Konsumenten sollten vorsichtig sein und nachschauen nach der EPA Registrierungsnummer, die auf einem Produktlabel aufgedruckt ist, und sollten die Gebrauchsanweisung für eine ordnungsgemäße Verwendung befolgen.

Literatur:

EPA, „The North Face“ Clothing Parent Company Facing Nearly $1M in Federal Fines Following Unsubstantiated Product Claims, 09/22/2009

Übersetzung: CSN

Möglichkeiten für den Eigenbau einer Sauna mit einfachsten Mitteln

Schwitzen treibt Schadstoffe aus dem Körper

Sauna ist eine gute, effektive Möglichkeit um den Körper von Schadstoffen zu entgiften. In Umweltkliniken setzt man Sauna ein, um Patienten die durch Chemikalien erkrankten, zu stabilisieren. Einen Aufenthalt in einer Umweltklinik wird von Krankenkassen in den meisten Fällen nicht bezahlt und oft reicht die Behandlungszeit nicht, um den Körper voll zu entgiften. Eine Sauna Zuhause wäre also das Optimum. Eine Sauna in schadstofffreier Ausführung kostet recht viel Geld, mehr, als viele Chemikalienerkrankten zur Verfügung haben. Nachfolgend wird der Prototyp einer Eigenbau-Sauna vorgestellt.

Ein Hinweis vorab

Sauna ist für viele eine hervorragende Möglichkeit zu entgiften, aber sicher nicht für alle. Ein Abklären mit dem Umweltarzt ist daher sinnvoll. Auch bei den Materialien schwankt die Toleranz bei den MCS Erkrankten beträchtlich. Was der eine nicht kann, ist für den anderen nicht mehr möglich. Da jeder sich selbst am Besten kennt, ist auch die Materialauswahl, die für die Herstellung der Selbstbau-Sauna angeführt wird, nur als Hinweis und Ansporn zu eigener Kreativität zu sehen, nicht als Muss. Wer Ideen hat, kann sie uns als Kommentar vorstellen. Vielleicht schaffen wir es auf diese Weise, eine günstige, sichere Sauna für den schmalen Geldbeutel zu konstruieren. Ich habe für meine Frau eine Sauna in einfachster Ausführung gebaut und möchte den ersten Prototyp vorstellen. Sie ist sicherlich nicht perfekt, aber sie funktioniert und das Vorhaben ist ausbaubar. Meine Ziele waren: Günstig und mobil soll die „Sauna“ sein und schnell auf- und abzubauen.

Sauna Marke Eigenbau

Sauna-Variante-A-1Version A 1 – Für das Dach sind sicher Dreikanthölzer am Besten. Die einfachste und preiswerteste Methode um die Vierkanthölzer miteinander zu verbinden ist die, dass die waagerechten Hölzer auf die senkrechten aufgeschraubt werden. Es können auch die im Baumarkt erhältlichen Eckverbindungen genutzt werden. Dadurch wird der Bau aber spürbar teurer. Eine weitere Variante, die vom Material noch sicherer ist, wären Alurohre, was dann aber wesentlich teuerer wird.

Version Tipi-Sauna

Sauna-Variante-A-2

Version A 2 (Meine Version) – Hier kreuzen sich, wie beim einem Tipizelt, die Dachhölzer. Zur Stabilisierung habe ich eine Hartplastschüssel genommen, den Boden kreuzweise eingeschlitzt und die Rundhölzer durchgesteckt. Dadurch bekam die Verbindung halt und konnte jederzeit auch noch angepasst werden, indem die Rundhölzer mehr oder weniger durch den Boden der Schüssel ragten. Eine Metallschüssel wäre freilich noch besser. Eine einfache Methode, um die Rundhölzer am Rahmen zu befestigen wäre, an den oberen Ecken Schlauchstücke anzuschrauben und in diesen die Hölzer zu stecken (wobei das betreffende Schlauchteil natürlich nach oben gebogen wird, entsprechend der Neigung der Hölzer. Siehe Abbildung oben.

Sauna-Variante-B

Version B

Hier sind für das Dach sicher auch Dreikanthölzer am besten.

Sauna-Variante-C1

Version C 1

Sicher am einfachsten zu bauen. Für das Grundgerüst müssen aber die Vierkanthölzer länger sein, wie bei den vorangegangenen Versionen. Während die Versionen A-B auch für das Freiland geeignet sind, ist die Version C nur für dass Freiland geeignet, wenn dass Dach mit einer wetterfesten und wasserdichten Platte abgedeckt wird.

Das grau gekennzeichnete Brett könnte als Rückenlehen dienen, wenn man nur einen Hocker in der Sauna hat.

Sauna-Variante-C2

Version C 2

Wenn das Gerüst zu instabil ist, können Verstrebungen nötig werden. Die grünen Bretter dienen ebenfalls zur Stabilisierung, im Eingangsbereich und im Rückenteil.

Das grau gekennzeichnete Brett könnte als Rückenlehen dienen, wenn man nur einen Hocker in der Sauna hat.

Diese Grundgerüste können nun je nach Verträglichkeit mit unterschiedlichen Gewebearten (unbehandelter Zeltstoff, Hanfgewebe, ökologisches Stoffbarrierengewebe,  usw.) bespannt werden oder mit verträglichem Holz verkleidet werden, evt. mit Glasplatten. Die Maße der Grundgerüste können nach vorhandenen Platz und den eigenen Raum-und Temperaturbedarf  variiert werden (größere Räume brauchen mehr Energie und leistungsfähigere Heizungsgeräte).

Dach von Sauna Tipi Version

Die Dachregion – Zum schnellen Abnehmen der Plane nur mit Klammern (möglichst alte Holzklammern) befestigt (um sie waschen zu können, um die Sauna wegen Umzugs auseinander nehmen zu können usw.). Besonders für eine Freilandnutzung wäre das Waschen mit einem wenig Borax zur Schimmelvermeidung anzuraten oder es wird ein schimmelresistenter Zeltstoff  verwendet. Sowohl die Wasserdichtheit als auch die Schimmelresistenz wird ohne jegliche Chemie nur durch spezielle Webverfahren erzielt. Schimmelresistente Stoffe sind allerdings dreimal so teuer. (Achtung auch, dass solche Stoffe nicht chemisch ausgerüstet sind)

Der Hocker mit integrierter Heizung. Platzsparend, aber für Elektrosensible evt. nicht die beste Lösung, oder man kann auf der Sitzfläche noch eine Abschirmung anbringen.

Sauna Tipi mit Heizung

Der Hocker vom Nahen. Natürlich muss ein Sicherheitsabstand zu den Planen Sauna-IMG_0011-xxeingehalten werden. Besondere Vorsicht bei Kindern und stark geschwächten Personen (Aufsicht!). Auch muss darauf geachtet werden, dass ein solcher Hocker nichts ausdünstet. Alternativ kann man die Tipi-Sauna mit einem Heizgerät aufheizen und es vor dem Betreten herausnehmen. Wer sehr sensibel ist, kann sich zum Sitzen einen Edelstahlhocker besorgen oder setzt sich auf Handtücher auf den Boden.

Dach Sauna TipiBlick auf das Zeltdach von unten. Man sieht, wie die Rundhölzer durch den Schüsselboden geführt wurden. Es entsteht eine Spannung, die die Hölzer oben alleine hält und gleichzeitig noch Veränderungen bezüglich des Dachgefälles zulassen.

Noch einige Tipps:

Bei einer Freiluftverwendung sollte die Sauna möglichst windgeschützt aufgestellt werden. Geht das nicht, reichen Wäscheklammern (gibt es auch aus Holz oder komplett aus Metall) zum Befestigen des Zeltstoffes im Dachbereich nicht aus (Sturm…). Dann müssten schon die kräftigen Hobbyklammern verwendet werden, die es auf den Baumärkten in verschiedenen Größen gibt. Auf Überlappungen ist zu achten, damit kein Regenwasser eindringen kann oder es wird eine zusätzlich andere Überdachung verwendet.

Den Stoffanteil unterhalb des Daches (entsprechend Varianten A und B) habe ich mit Pinnwandstiften an den Vierkanthölzern befestigt. Tackern wollte ich nicht, weil die Tackerklammern zu schwer wieder zu lösen sind. Ebenso Reißzwecken. Für die Freiluftanwendung müsste evt. eine von Außen aufgeschraubte flache Leiste für den nötigen Halt sorgen, da bei starkem Wind möglicherweise die Pinnwandstifte herausgerissen werden (auch die Tackerklemmen, bzw. der Stoff wird zerrissen, während die Klemmen drinnen bleiben). In diesem Fall den Stoff mit einigen wenigen Reißzwecken fixieren (Reißzwecken nicht zu fest reindrücken, lassen sich dann erheblich schlechter wieder entfernen). Dann kann in Ruhe mittels der aufgeschraubten Leisten die Plane sturmsicher befestigt werden. Besonders im Bereich der waagerechten Leisten darauf achten, dass kein Sickerwasser zu Fäulnisprozessen führt. Evt. Gummibänder zum Abdichten verwenden.

Wer es ganz akkurat machen will, der nähe für das Gestell einen maßgeschneiderten „Überzug“ aus Zeltstoff. Dafür gibt es im Internet wasserfesten Zwirn. Den Link habe ich im Forum schon veröffentlicht. Dadurch erübrigt sich das Befestigen mittels Leisten usw.

Außensauna

Soll die Sauna Tag und Nacht dauerhaft im Freien aufgestellt werden, muss, um das Faulen des Holzes und der Planen zu verhindern, eine wasserfeste Unterlage gewählt werden, z.B. Laufsteggitter oder Abdeckgitter für Luftschächte, wie sie für Kellerfenster an manchen Gebäuden verwendet werden. Um ein Umkippen der Sauna bei Sturm zu verhindern, sollte eine Verankerung der Sauna am Boden für sturmsichere Standfestigkeit sorgen. Auch das einziehen eines Fußbodens in der Sauna ist möglich, der dann mit Gehwegsteinen belegt wird. Das Gewicht dürfte ein Umkippen ebenfalls verhindern. In diesem Fall müsste im Fußbereich für eine Umrandung gesorgt werden, die das Wegrutschen der Gehwegsteine verhindert.

Das ungeschützte dauerhafte Aufstellen der Zeltsauna im Freien erfordert also einige Sorgfalt, um Sturm und Wasserschäden zu vermeiden. Am günstigsten wäre das Aufstellen unter einer Überdachung (überdachte Terrasse).

Mobile Sauna

Wer die Sauna mobil gestalten will: Auf den Baummärkten gibt es in allen Richtungen schwenkbare Räder (ähnlich wie die Räder von Rollstühlen, nur größer). Werden diese unten angeschraubt, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Es wird für den nötigen Abstand zum Boden gesorgt und der Standort der Sauna kann jederzeit leicht verändert werden (wenn sie z.B. nach Gebrauch in einem Schuppen weggeschlossen werden soll). Hierbei müsste natürlich eine Bodenplatte eingezogen werden, damit die Sauna dicht ist. Oder preiswerter: Die Plane hängt ringsherum über die unteren Vierkanthölzer und Räder hinaus, wie eine Art Schürze, bis zum Bodenbereich hinab. Soll sie woanders hin gerollt werden, wird die überhängende Plane einfach nach oben umgeklappt und mittels Klammern befestigt, damit sie nicht am Boden schleift. Verfügen die Räder über keine Bremsvorrichtung, muss ein unbeabsichtigtes Wegrollen mittels Keile oder ähnlichem verhindert werden. Das könnte sonst eine Unfallgefahr beim Betreten oder Verlassen der Sauna sein. Oder wer sitzt schon gern in einer Sauna, die plötzlich irgendwo hin rollt?

Wer die Sauna nur für den Innenbereich vorsieht, sich aber nicht sicher ist, ob er sie eines Tages nicht in einem anderen Raum aufstellen will oder auch evt. einmal umzieht, der sollte die Sauna von den Maßen her so bauen, dass sie an einer Front nicht breiter ist wie der (innere) Türrahmen. Ein arbeitsaufwendiges Auseinandernehmen der Sauna wird so verhindert.

Kleine Anmerkung zum Schluss

Mit diesem Blog möchte ich einen kreativen Input geben. Er soll kein Anlass sein zum Ausdruck zu bringen, was alles nicht geht, sondern Ansporn darüber nachzudenken was geht und wie wir eine Sauna für den schmalen Geldbeutel konstruieren können. Also, die Kreativen unter Euch sind gefragt und die Materialexperten. Vielleicht schaffen wir es gemeinsam mit einer low Budget Sauna sozusagen in Serie zu gehen. Oder besser gesagt, dass jeder, der eine Sauna braucht, sich mit unserer ausgefeilten Version dann leicht seine Heimsauna bauen kann.

Autor: Gerhard für CSN – Chemical Sensitivity Network, 21. September 2009

Qualitätskontrolle bei Psychotherapie dringend notwendig

Psychotherapie unter der Lupe

Nach den Erfahrungen von Pamela Reed Gibson kann auch bei vielen MCS-Kranken ein Bedürfnis nach professioneller psychologischer Unterstützung bestehen. Dies auch und gerade aufgrund der verheerenden Konsequenzen, die diese Erkrankung für ihr Leben hatte. Dazu zählt insbesondere oft der teilweise oder völlige Verlust bisheriger unterstützender sozialer Netzwerke. In ihren Studien fand sie jedoch auch, dass Kontakte mit psychotherapeutisch Tätigen für MCS-Kranke eine besondere Quelle von Ärger und Unzufriedenheit ist.

Studienergebnisse

Häufig sind psychotherapeutische Interventionen alles andere als unterstützend. Nur 17% der von ihren Studienteilnehmern kontaktierten Psychotherapeuten kannten sich mit MCS aus und nur 36% waren letztendlich hilfreich.

Die Betroffenen empfanden die Psychotherapeuten oft in vielerlei Hinsicht als schädlich. So wurden ihre MCS-bedingten Symptome ignoriert oder heruntergespielt (63,6%), mit psychiatrischen Etiketten versehen (54,5%), man gab ihnen Psychopharmaka (44,3%), schlug eine stationäre psychiatrische Behandlung vor (17,6%) oder wies sie gar wegen ihrer MCS-Symptome in psychiatrische Krankenhäuser ein (14,9%).

Am negativsten war die Behandlung, wenn der Therapeut die Rolle eines Gutachters hatte. Die fälschliche psychiatrische Kategorisierung durch die verschiedenen Gesundheitsdienstleister wurde als besonders schlimm erfahren. In ihrer Studie fand Pamela Reed Gibson Diagnosen von Depression, psychosomatischer Erkrankung, Schizophrenie, Panikerkrankung, Neurose, PTSD, Manie, wahnhafte Störung und it’s all in your head – eine MCS-Kranke berichtet: „Man hat mir gesagt, dass ich keine geschwollene Zunge und keinen Zwerchfelldurchbruch haben müsste, wenn ich das nicht wollte.“

In vielen Fällen wurden derartige Diagnosen allein aufgrund der berichteten durch Chemikalienexpositionen verursachten Symptome gestellt, ohne dass überhaupt psychische Symptome vorlagen. Betroffene litten angeblich an „olfaktorischen Wahnvorstellungen“, weil sie Chemikalien in niedrigeren Konzentrationen riechen konnten als andere Leute. In einigen Fällen reichte dies allein für eine Schizophrenie-Diagnose. Bei den MCS-Kranken untergrub dies in der Folge ihr Selbstvertrauen, sie fühlten sich ausgegrenzt, waren stark verärgert und teilweise extrem traumatisiert.

Nicht selten traten auch geschlechtsspezifische Vorurteile auf. In den USA werden gesundheitliche Beschwerden bei Frauen immer noch gern psychischen Faktoren angelastet. Eine Frau berichtete, dass ihr Mann wegen der gleichen Beschwerden, die ihr eine Überweisung zum Psychiater eingebracht hatten, zum Allergologen geschickt wurde.

Psychotherapie und MCS

Nichtsdestotrotz können MCS-Kranke nach Ansicht von Pamela Reed Gibson auch von einer Psychotherapie profitieren. Dabei gibt es sicher Theorien, deren Anhänger man bei der Suche nach einem Psychotherapeuten besser meiden sollte. Wenn man den Richtigen findet, kann aber eine Behandlung bei der Bewältigung und dem Umgang mit der Krankheit sehr hilfreich sein.

Goodheart und Lansing (1997) fassen die Aufgaben für Behandler und Klienten bei der Bewältigung chronischer Erkrankungen in vier Punkten zusammen:

  1. Dem Schaden für das Selbst und die Identität ins Auge blicken.
  2. Die Reorganisation oder Umgestaltung des Selbst durcharbeiten.
  3. Konsolidierung des neuen Selbst und das Erreichen der Stabilität desselben angesichts eines instabilen Körpers.
  4. Bereitstellung der nötigen Nachsorge, um den erreichten Fortschritt aufrecht zu erhalten.

Das adaptive Ziel der Psychotherapie (das gewünschte Ergebnis) für diese Patienten sei, die Stabilität von Selbst und Identität angesichts der körperlichen Instabilität und der unsicheren Zukunft aufrechtzuerhalten. Dem Menschen mit MCS müsse geholfen werden, positive Qualitäten, die sie vor der Erkrankung hatten, zu erhalten, und als Antwort auf die Herausforderungen der Krankheitsbewältigung neue zu entwickeln.

Tipps und Fallen

Konkret sollte man bei der Suche nach einem Therapeuten folgende Punkte beachten:

  • Versuche mit einem wirklich unterstützenden Therapeuten Einflüsse, die von der Herkunftsfamilie stammen und die in keinem Zusammenhang mit den MCS-bedingten Problemen stehen, von letzteren zu trennen.
  • Finde raus, wie die Chemikalienempfindlichkeit andere psychologische Probleme, die Du vielleicht im Laufe der Therapie entdeckst, verkompliziert. Inwiefern komplizieren diese anderen Dinge deine Anstrengungen, mit den Dir durch deine Erkrankung auferlegten Beschränkungen zurecht zu kommen?
  • Ein Therapeut kann Dir direkt bei der Bewältigung von krankheitsbedingten Problemen helfen, z.B. bei der Entwicklung von Fähigkeiten, die Du brauchst, um andere um die für Dich notwendigen Hilfestellungen zu bitten. Zeit- und Energiemanagement kann man lernen. Den Umgang mit Verlusten, Ärger, schlechter Behandlung, Angst und Frustration. Und zu entscheiden, wie viel Aufwand man zur Aufrechterhaltung bestimmter Beziehungen treiben will.
  • Du hast das Recht, einen oder mehrere Therapeuten erst zu befragen und dann einen geeigneten auszusuchen. Du kannst Dich erst erkundigen, welche Vorstellungen er hat und was für einen Ansatz er verfolgt.
  • Frage vorher nach den Umweltbedingungen in den benutzten Räumlichkeiten und ob man bereit und in der Lage ist, auf Deine speziellen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.
  • Frage, was der Therapeut oder die Therapeutin über MCS weiß. Arbeite mit keinem, der nicht an die Realität deiner Erkrankung glaubt (Man würde sich ja auch nicht mit Diabetes von jemandem behandeln lassen, der nicht an Diabetes glaubt und einen auffordert, mehr Zucker zu essen.)

Man beachte: Viele Fachartikel empfehlen Therapeuten, erst ihre Patienten kennen zu lernen und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und deren Überzeugungen über MCS nie direkt in Frage zu stellen. Erst allmählich wird dann versucht, die Überzeugung der Klienten, dass Chemikalien sie krank machen, zu ändern.

Autor: Karlheinz, CSN – Chemical Sensitivity Network, 21. September 2009

Literatur:

[1] Pamela Reed Gibson (2006). Multiple Chemical Sensitivity, a Survival Guide (second edition), Earthrive Books.

Serie: Psychiatrisierung bei MCS ein Irrweg Teil I – X

Gedicht: Selbstdiagnose

MCS nimmt alles: Freiheit, Freunde, Würde,... 

MCS ist keine Krankheit wie jede andere, es ist eine Krankheit, die alles nimmt, und nicht nur das, wie das nachfolgende Gedicht zum Ausdruck bringt:

 

Selbstdiagnose

 

Wenn dich Krankenhäuser krank machen

statt gesund

wenn dich Ärzte auslachen

statt dich ernst zu nehmen

wenn dich deine Mitmenschen für verrückt erklären

statt dich zu fragen, was dir wirklich fehlt

wenn Freunde davon laufen, statt dir die Treue zu halten

weil sie sich überfordert fühlen

wenn du die Selbstisolation wählen musst

weil du sonst zu Grunde gehst

wenn du auf diesem Planeten leben musst

als wärest du ein Außerirdischer

und gerade deshalb niemand Mitleid

mit dir hat,

dann hast du MCS.

—-

 

Autor: Gerhard für CSN  – Chemical Sensitivity Network, 20. September 2009

 

Weitere Gedichte von Gerhard:

Zeitkritisches Gedicht: Verfluchtes Pack

Gedicht: Was bleibt von mir?