Archiv der Kategorie ‘Umweltmedizin‘

Twittern ist der Trend 2009, CSN twittert – Sie können das auch!

CSN auf Twitter

Micro-Blogging auf Twitter ist die momentan modernste Art der Kommunikation im Internet und kostet weniger Zeit als alle bisherigen Möglichkeiten wie Blog oder Forum. Wie geht es? Auf www.twitter.com registrieren – ganz einfach, auf „Sign up now“ klicken. Ein Feld wird aufgerufen, in dem man den gewünschten Namen usw. eingibt, und eine Kurzbeschreibung.

Dann hat man eine Twitter-Seite und ein kleines Feld, in dem man Nachrichten in 140 Zeichen eingeben kann. Später, wenn man angemeldet ist, kann man unter „Settings“ auf das Bild neben dem Usernamen klicken und ein eigenes Bild hochladen. Das ist etwas weniger als bei einer SMS.

So bekommen Sie Mitleser („Follower“)

Schließlich muss man viele Leute anklicken, also „followen“. Das ist ganz einfach. Man klickt auf einen Twitter-User. Unter dessen Userbild kann man dann „Follow“ anklicken. Schon verfolgt man jemanden. Was dieser User schreibt, erscheint dann unter dem eigenen Schreibfeld, so wie die eigenen Einträge („Tweets“).

Übrigens kann man auch in der rechten Leiste bei einem User auf „Following“ und „Followers“ klicken. Dann erscheint eine Liste der User, die dieser User verfolgt bzw. die ihn verfolgen. Die User werden gezeigt mit Name, Bild, letztem Tweet. Auf dieser Liste gibt es neben jedem gelisteten User ein Bild mit einem schematischen Porträt und einem Plus oben Links. Das ist der Button, auf den man klicken muss, um diesen User zu verfolgen.

Diese Symbole in der Leiste rechts hat man auch, wenn man sein eigenes Profil anklickt. Hier kann man auch verwalten, wen man nicht mehr verfolgen möchte bzw. wer einen nicht mehr verfolgen soll. Auf das Symbol neben dem „Follow“-Button kann man klicken, um einen User in einer Nachricht zu erwähnen (@xy ihr tweet). Ebenso erscheinen noch zwei andere Felder, „Unfollow“ (nicht mehr verfolgen), „Block“ (nicht mehr verfolgt werden).

Andere User sehen in ihrer Liste, dass Sie sie verfolgen. Dann werden Sie, wenn Sie Glück haben, auch angeklickt, und gewinnen Mitleser. Tipp: Regelmäßig Twittern, nettes Userbild auswählen, viele Leute verfolgen, dann kommen die Follower schon.

Retweets, Minilinks und Suchbegriffe

Um einen User zu erwähnen oder einen RT (Retweet, Antwort oder Weitergabe einer Nachricht) zu machen, schreibt man @(Username). Damit die Nachricht nicht nur dieser User, sondern alle lesen können, schreibt man das @ nicht als ersten Buchstaben der Nachricht, sonder zum Beispiel (ihre Nachricht) @xy; oder RT @xy (ihre Nachricht).

Nur 140 Zeichen zu schreiben und sonst nichts kann auf die Dauer natürlich langweilig werden. Interessanter: Gute Links mit ein bisschen Antext twittern. Aber viele Links sind schon an sich größer als 140 Zeichen. Was tun? Einfach auf www.tinyurl.de gehen. Auf dieser Seite gibt es nur ein Feld, in das Sie Ihren Link einkopieren können. Auf „go!“ klicken, schon erscheint in einem Feld unter dem Link ein Minilink, eine kurze Buchstabenkombination. Kopieren und auf Twitter als Link verwenden.

Damit ihre Tweets gefunden werden, können Sie sie mit Suchworten versehen, die dann in der Suchfunktion von Twitter auftauchen. Ein Wort wird zum Suchwort, indem man das Zeichen „#“ davor setzt, also z.B. #btw09 oder #schweinegrippe. Zum Thema #btw09 (= Bundestagswahl 2009). Wenn Sie sagen wollen, dass Sie eine Partei gut finden, schreiben Sie z.B. #piraten+. Finden Sie eine Partei nicht gut, schreiben Sie kein Plus, sondern ein Minus, z.B. #npd-.

Das war alles zu theoretisch? Na, probieren Sie es einfach aus. Im praktischen Umgang ist Twitter super einfach, eins kommt zum nächsten. Es ist übrigens ganz normal, mehrere hundert Leute zu verfolgen, um auch von möglichst vielen verfolgt zu werden. Wer im 21. Jahrhundert angekommen ist, twittert. Versuchen Sie es also einfach!

CSNs Blogger sind auch sehr twitteraktiv. Sie wollen sich auf Twitter anmelden und die ersten Follower suchen? Dann schauen Sie mal hier:

  • www.twitter.com/CSN_deutschland
  • www.twitter.com/SilviaMueller
  • www.twitter.com/Jumper11
  • www.twitter.com/Toxicwarrior
  • www.twitter.com/Energiefox
  • www.twitter.com/ApisNigra
  • www.twitter.com/KirchnerAmalie
  • www.twitter.com/sys_oeko
  • Die CSN-Tweeties haben einen entscheidenden Vorteil. Sie schreiben hochwertige Tweets und sind garantiert keine Werbefritzen. Sie alle anzuklicken lohnt, weil sie sicher nicht jeden Tag alle dasselbe schreiben, sondern ziemlich unterschiedlich sind und auch nicht nur zu CSN, sondern auch zu vielen anderen Themen twittern.

    Also:

    „Bitte noch mehr #Tweeties und viele RTs @CSN_deutschland bitte RT #csn http://i8t.de/nzkuqzge Auf dass wir nie zensiert werden #zensur“

    Autor: Amalie, CSN – Chemical Sensitivity Network, 11. September 2009

    Diagnose MCS – Ein Cleanroom schafft gesundheitliche Stabilität

    Cleanroom für MCS - Multiple=

    Die Diagnose MCS – Chemikalien-Sensitivität ist für einen Erkrankten in der Regel schon lange klar, bevor sie ein Arzt ausspricht. Was sollte es sonst sein, wenn es einem ständig von minimalen Konzentrationen von Parfüm, Abgasen, frischer Lackfarbe körperlich von einer Minute auf die andere total schlecht geht? Oder wenn der Geruch von Nachbars Wäsche im Nu dafür sorgt, dass man Kopfschmerzen und Schwindel bekommt, man kaum noch richtig reden kann und nur noch ins Haus wanken kann?

    Dennoch, wenn der Arzt vor einem sitzt und die Diagnose ausspricht, ist es hart und für fast jeden ziemlich überwältigend. Was nun? Ist es das Ende? Kann man nie wieder gesünder werden? Wird die Sensibilität zwangsläufig bei jedem immer stärker?

    Diagnose MCS

    Wenn die Diagnose MCS steht, ist der Zeitpunkt erreicht, dass Leben umzukrempeln. Dies ist nicht als Strafe zusehen, sondern als Notwendigkeit und erster Schritt zur Besserung. In mehreren Artikeln soll ein Leitfaden zur Verfügung gestellt werden, mit dem ein an MCS Erkrankter Stabilität und damit letztendlich wieder mehr Lebensqualität zurückgewinnen kann.

    Raus aus dem Haus mit der Chemie

    Die erste Maßnahme für eine chemikaliensensible Person besteht darin, Chemikalien aus dem Haushalt und Umfeld zu verbannen. Das muss kein teures Unterfangen werden, wenn man daran denkt, mit wie wenig unsere Großeltern auskamen. Wie geht man vor? Man nimmt eine große Kiste für die chemikalienhaltigen Produkte und geht mit gnadenlosem Blick Zimmer für Zimmer durch. Spraydosen, Farbdosen, Fleckenwasser, Nitroverdünnung von der letzten Renovierung, Parfums, scharfe Reiniger, all das sollte aus dem Wohnumfeld verbannt werden. Strategien wie: „Ich brauche erst noch die Flaschen auf, dann wechsele ich zu schadstofffreien Produkten“, verhindern, dass der Körper im eigenen Umfeld Symptome abbauen kann. Konsequenz hingegen führt schnell zu spürbarem Erfolg. Nächster Schritt: ein Cleanroom.

    Anleitung zur Gestaltung eines Cleanroom – Schlafzimmers

    In der Wohnung sollte ein Zimmer bereitstehen, das es zulässt, Symptome abzubauen. Weil die meisten Chemikaliensensiblen kein weitläufiges Haus besitzen, empfiehlt es sich, das Schlafzimmer als Cleanroom (Reinraum) umzufunktionieren. Wenn man es schafft, dieses Zimmer in eine „Oase“ ohne Chemikalien umzufunktionieren, hat man sich eine reelle Chance geschaffen, den Körper zur Ruhe zu bringen.

    Kein Raum ist schadstofffrei – Was nun?

    Ist im Wohnraum kein Zimmer wirklich schadstofffrei und ein Umzug nicht zu realisieren, muss improvisiert werden. Eine Überganglösung muss geschaffen werden. Die Betonung liegt auf Übergangslösung, da keine konkrete Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist, wenn man im eigenen Wohnraum fortlaufend Schadstoffen ausgesetzt ist.

    Notfallalternative Aluzimmer

    Eine von Chemikaliensensiblen praktizierte Möglichkeit für den Notfall ist das Austapezieren eines belasteten Zimmers mit Alufolie oder Edelstahlfolie. Hierzu wird Alufolie oder Alukraftpapier genommen und je nach Bedarf Boden, Decke und Wände damit tapeziert oder bespannt. Beides ist nicht als Dauerlösung gedacht, da das Raumklima auf Dauer nicht angenehm ist. Zu beachten ist, dass die Folie ganz spezifisch ausgewählt werden muss. Die Folienart und Dicke muss je nach Belastung ausgewählt werden. Es gibt sogar Spezialfolien die PCB abschirmen.

    Schaffung eines Cleanroom-Schlafzimmers

    Generell sollte der Raum, den man als Cleanroom auswählt, frei von Chemikalien und Schimmelpilz sein. Hat man Zweifel, ist eine Raumanalyse zu erwägen. Sollte man eine Auswahl unter verschiedenen Räumen treffen können, wählt man am besten einen licht- und luftdurchfluteten Raum, abgewandt von verkehrsreichen Zonen. In einem dunklen muffigen Raum im Erd- oder Kellergeschoss fühlt sich keiner wohl. Die Räume in der unmittelbaren Nähe des Schlafzimmers sollten ebenfalls frei von Chemikalien sein. Ein Schlafzimmer neben oder über einer Garage, einem Heizraum, oder ähnlichem bedeutet für jeden eine Gesundheitsgefahr und darf in keinem Falle unterschätzt werden.

    Der Raum sollte nicht mit Möbeln und Gegenständen überladen werden. Je weniger herumsteht, desto sauberer die Luft. Trotz Kargheit sollte in höchstem Maße auf Ästhetik geachtet werden. Warme Farben, nette Bilder an der Wand, schöne Dekorationsgegenstände aus Porzellan, Stein, Glas oder anderen nicht ausdünstenden Materialien sorgen für eine wohltuende und nicht völlig sterile Atmosphäre.

    Welche Baumaterialien können im Cleanroom zum Einsatz kommen?

    • Wände und Decke sollten mit Naturfarben gestrichen werden. Am pursten ist eine Kreide-, Kalk-, Kasein- oder Silikatwasserglasfarbe oder Lehmstreichputz. Farben auf Toleranz testen. (Achtung: konventionelle Farben und Grundierungen mit bis zu 2% Lösungsmitteln dürfen in Deutschland „lösungsmittelfrei“ genannt werden.)
    • Als Bodenbelag sind Fliesen, Marmor, Granit, Hartholzdielen, Edelstahl oder Riffelblechplatten am Besten geeignet. Diese Materialien sind zu bevorzugen anstatt chemiegeladenem Teppichboden, Laminat und PVC.
    • Der Fußbodenuntergrund sollte frei von PAK’s sein. Diese sind in Bitumenklebern und Flüssigasphalt enthalten. (erkennbar an der schwarzen Farbe)

    Welche Baumaterialien sollte man vermeiden?

    • Vinyltapete, Stofftapeten, Raufaser (oft aus Altpapier und belastetem Recyclingholz hergestellt. Bedruckte Tapeten (Schwermetalle, Lösemittel, Fungizide und andere Chemikalien)
    • Latexfarbe
    • Terpen- oder harzhaltige Farben, Wachse, Standöle und Oberflächenversiegelungen
    • Chemiehaltige Antischimmelfarbe
    • Teppiche und Teppichboden, da er Schmutz, Schimmelpilze und Pollen ansammelt und Chemikalien ausdünstet. Anmerkung: Teppichböden mit Wollsiegel müssen mit Mottenschutz (Pestizide, wie z.B. Pyrethroide) ausgerüstet sein, um dieses Siegel zu erhalten.
    • Falls vorhandener Teppichboden aus Kostengründen nicht entfernt werden kann, sollte man ihn versiegeln, oder mit schwerer Alufolie, mittels Aluklebeband abdecken. Anschließend kann man Leintücher oder Stoffbarrierenstoff auflegen.
    • Behandelte Holzdecken und Holzvertäfelungen (falls vorhanden, auf Holzschutzmittel hin untersuchen lassen)
    • Zedernholz und Pinie, da sie Allergieauslöser ist und der Geruch von vielen nicht vertragen wird. Die bessere Wahl sind Harthölzer ohne hohen Terpen- und Harzgehalt

    Das Raumklima

    Ein gesundes Raumklima für Chemikaliensensible erfordert besondere Reinigungsmodalitäten. Das Zimmer sollte mindestens zweimal pro Woche gesaugt und dann feucht gereinigt werden. Bei Hausstauballergikern ist manchmal sogar tägliches Wischen angebracht, um Symptomfreiheit zu gewährleisten. Alle Dekorationsgegenstände, Möbel, etc. müssen mindestens einmal wöchentlich feucht gereinigt werden.

    Was verbessert die Raumluft?

    • Wenig im Raum
    • Keine Kunstfasern und Kunststoffe
    • häufiges Lüften zu schadstoffarmen Zeiten (früh morgens, abends und an Wochenenden)
    • Raumluftfilter mit HEPA Filter (nur Raumluftfilter mit Metallgehäuse verwenden, da Kunststoff ausdünstet)
    • Fenster nachts geschlossen halten (Schimmelpilze strömen um diese Tageszeit ihre Sporen aus) vor allem bei hausnaher Begrünung
    • Fenster während der Pollensaison geschlossen halten oder Raumluftfilter einsetzen
    • Polstermöbel und Polsterbetten bei Hausstaubmilben- oder Stauballergie vermeiden
    • Kleider nicht offen oder auf Kleiderstangen im Raum hängen lassen (chemische Ausrüstung, Staub, Pollen, etc. von außen haften an der Kleidung). Die beste Lösung ist es, die Kleider aus dem Schlafzimmer zu verbannen.

    Was verschlechtert die Raumluft?

    • Gas-, Holz- oder Ölöfen
    • Duftstoffe, Raumspray, Zigarettenrauch
    • Schimmelpilz
    • Pestizide
    • Teppichboden, Laminat
    • Gardinen (sie sind oft mit Flammschutzmitteln und farbkonservierenden Chemikalien ausgestattet)
    • Dekorationsgegenstände aus Material die ausdünsten können (z.B. auch Kunstblumen)
    • Fernseher, Stereoanlage, Zeitschriften, DVD, Bücher, etc.
    • Bitumenkleber, Flüssigasphaltestrich
    • Kunststoffe
    • Chemische Reinigungsmittel
    • Chemische Baumaterialien und Oberflächenbehandlungen

    Hypersensibel erfordert vollste Konsequenz

    Wer sich im Hypersensibilitätsstadium befindet, darunter versteht man einen Zustand, in dem jemand nahezu ständig auf fast alles, was ihn umgibt, reagiert, sollte seinen Cleanroom völlig ohne Kompromisse gestalten. Lieber nach und nach weitere Gegenstände hineinbringen und ausprobieren, als sich durch Kompromisse um den wichtigen Erfolg zu bringen, den Gesundheitszustand zu stabilisieren.

    Wie das Bett, der Kleiderschrank und das restliche Mobiliar im Cleanroom-Schlafzimmer aussehen sollten und welche speziellen Alternativen es für Hypersensible gibt, ist im nächsten Teil der Serie zu erfahren.

    Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 9. September 2009

    Gezielte Propaganda gegen MCS zur Täuschung der Rechtspflege über den Stand der Wissenschaft

    Umweltkrankheiten, MCS - Man ist bewusst vom Kurs abgekommen

    Bei MCS fällt regelmäßig die Klappe „Psycho“ oder „unklare Genese“. Dahinter steht die Vorstellung, MCS sei die Bezeichnung für ein Phänomen, das auf voreiligen, wissenschaftlich nicht fassbaren Mutmaßungen basiert.

    Lancierte Propaganda

    Dies ist das Ergebnis gezielter unfairer Propaganda, die hochprofessionell, effektiv und erfolgreich lanciert wurde, so erfolgreich, dass auch etliche Selbsthilfegruppen darauf hereinfallen – dazu ein typischer Text:

    In Deutschland sind besonders AkademikerInnen (also ÄrztInnen, JuristInnen,. WissenschaftlerInnen, PsychologInnen, PädagogInnen, JournalistInnen,… ziemlich wissenschaftsgläubig, obwohl gerade sie wissen müssten, wie interessensgeleitet ein Teil der Wissenschaft ist. Sie vertrauen in vielen Beireichen, die etwas entfernter zu ihrem eigenen Fachbereich sind, der Sicht, bzw. dem sog. Stand der Wissenschaft.

    Wer so schreibt, glaubt die Propaganda.

    Tatsache: MCS ist gut erforscht

    Tatsache ist, dass MCS wissenschaftlich gut erforscht ist und dass es auch wissenschaftlich auf höchster Ebene anerkannt ist.

    Dazu werden im Blog fortlaufend Beweise präsentiert. Wer die Spannung nicht aushält, es gibt ein Basispapier: Das Strategiepapier MCS

    1. Beweis:

    Nach der „International Classification of Diseases“ der WHO, 10 Auflage (1990), ICD-10, im Gebrauch seit 1994, hat MCS die Klassifikation T78.4. S00 bis T99 ist der Bereich „Vergiftungen, Verletzungen andere äußere Ursachen“, T78.4 steht für „Allergien, Überempfindlichkeiten“. Psychische Erkrankungen haben in den ICD die Kategorie F.

    Dazu gibt es auch gültige Diagnosekriterien, die es jedem Arzt erlauben, eine begründetet Diagnose zu erstellen (siehe Ärzteinformation)

    Stand der Wissenschaft – Künstliche Psychodebatte

    Die Psychodebatte, die es seit 1995 in Deutschland gibt, hätte demzufolge gar nicht stattfinden dürfen, wenn es nach dem „Stand der Wissenschaft“ gegangen wäre.

    Laien, aber auch etlichen umweltmedizinischen Gutachtern, sei gesagt, dass der „Stand der Wissenschaft“ ein Rechtsbegriff ist. Die Wissenschaft kümmert das nicht, die machen eben Wissenschaft. Für den Juristen aber ist das die alles entscheidende Größe: der gesicherte Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis ist bei allen Gutachten zu beachten und ist letztlich rechtsverbindlich. D. h. auch in rechtlicher Hinsicht ist die Psychodebatte abwegig, überspitzt ausgedrückt rechtswidrig.

    Dass es in der rechtlichen Praxis gerade andersherum läuft, liegt daran, dass die einen den Stand der Wissenschaft ignorieren, und die anderen den Stand der Wissenschaft mit dem wissenschaftlichen Diskurs verwechseln, d. h. aus Unkenntnis der rechtlichen Anforderungen an ein Gutachten, das Entscheidende Herauslassen und den Eindruck erwecken, als sei die Wissenschaft noch nicht soweit, dass rechtlich brauchbare Ergebnisse abgeleitet werden könnten. Das ist ein tödlicher gutachterlicher Fehler, und so wird ein Verfahren nach dem anderen verloren.

    Autor: Dr. Tino Merz, Sachverständiger für Umweltfragen für CSN – Chemical Sensitivity Network, 8. September 2009

    Weiterführende Informationen: www.dr-merz.com

    Weitere Beweise demnächst in weiteren Blogs.

    Als Nächstes: Der Erlanger Fake, die Urform der Täuschung der Öffentlichkeit.

    MCS – Psychotherapie und Psychiatrisierung

    Künstliche Verwirrung über MCS lenkt von Ursachen ab

    Jerome Frank kam zu dem Schluss (vgl. den letzten Beitrag), dass die drei genannten Punkte – Status des Heilers, emotionale Erregung und Verhaltensanweisungen – in allen Formen interpersoneller Einflussnahme und der Entwicklung von Überzeugungen eine Rolle spielen. Sie haben sich in Laborsituationen als bemerkenswert mächtig erwiesen und finden sich in vielen Formen sozialer Propaganda. Entsprechend kritisch sollte damit umgegangen werden.

    Man bedenke

    Um möglichen negativen Einflüssen im Zusammenhang mit einer geplanten Psychotherapie zu begegnen, sollte man nach Ansicht von McHugh überprüfen, ob die Autorität, die man akzeptieren soll, tatsächlich ein Experte auf dem jeweiligen Gebiet ist (dies aus seiner Perspektive auf das „Multiple-Personality Disorder“-Phänomen gesagt).

    Zweitens sollte man sich fragen, ob der Betreffende aus der eigenen Kooperation einen Vorteil zieht.

    • Erhalten die jeweiligen Experten durch ihre spezifische Tätigkeit einen finanziellen Gewinn, z.B. indem sie eine Einrichtung aufbauen, eine Kirche oder eine Gefolgschaft für ihre Ansichten gewinnen?
    • Werden sie durch äußere Umstände unter Druck gesetzt, wie z.B. fiskalischer, institutioneller oder juristischer Art, um ihre Ideen zu verbreiten?
    • Erwähnen sie diese Hintergründe, wenn man Widerstand zeigt?

    Jeder, der eine Psychotherapie in Erwägung zieht, sollte sie als eine Form von Einflussnahme betrachten und den Therapeuten sorgfältig auswählen. ([1], S. 214)

    Im konkreten Fall von MCS könnte man vielleicht noch einige weitere Fragen allgemeinerer Art hinzufügen:

    • Was würde der Therapeut verlieren, wenn er/sie MCS nicht als psychogen betrachten und eine solche Position auch öffentlich einnehmen würde? Würde sein Ansehen leiden, etwa gegenüber seinen Kollegen?
    • Gibt es innere Konflikte etwa in Hinsicht auf internalisierte Autoritätsfiguren wie frühere akademische Lehrer oder Vorbilder?
    • Hätte er/sie Angst inkonsistent zu erscheinen, weil er sich früher mal anders geäußert hat?
    • Wäre die Universitätskarriere bedroht?
    • Wäre der Zugang zu Forschungsgeldern beeinträchtigt? Bedeutet es zusätzlichen lästigen Aufwand für Weiterbildung ohne damit verbundenen finanziellen Gewinn?
    • Ärger mit Standesverbänden oder Behörden?
    • Oder Frust über damit verbundene schlecht bezahlte Zusatzarbeiten wie unbequeme Gutachten, die anschließend sowieso ignoriert werden, und andere Unannehmlichkeiten durch Schikanen von Gerichten oder Kassenärztlichen Vereinigungen?

    Belege für „Heilung“ bei MCS durch Psychotherapie?

    Wie früher gezeigt, ist bei den bei MCS-Kranken diagnostizierten angeblichen psychiatrischen Erkrankungen bei allen Psychotherapieformen nach den vorliegenden einschlägigen Untersuchungen i.a. nicht mit einer nennenswert über dem Placeboeffekt bzw. der im Falle einer psychischen Ursache zu erwartenden Spontanremissionsquote liegendem „Behandlungserfolg“ zu rechnen.

    Auch gibt es keine systematischen Berichte über Erfolge von Psychotherapie bei MCS-Kranken im Sinne einer Heilung (Suggestionseffekte mögen hier und da eine Verringerung von Symptomen oder deren Wahrnehmung bewirken. Wie im letzten Beitrag gezeigt wurde, überwiegen statistisch jedoch die Nachteile). Dies und das Fehlen von nennenswerter Spontanremission spricht an sich schon gegen die These einer psychischen Verursachung.

    Nach McHugh und Slavney ([2], S.232) besteht der einzige überzeugende Beweis für das Bestehen einer hysterischen Erkrankung (ältere Bezeichnung für somatoforme Störung) in der Beseitigung ihrer Anzeichen durch psychosoziale Maßnahmen oder Gegensuggestion. Diesen Beweis ist die Psychiatrie bislang schuldig geblieben.

    Bei hysterischen Erkrankungen ist es oft sehr effektiv, die symptombezogenen Verhaltensweisen der Patienten einfach zu ignorieren. [1] Dies wird auch von zahlreichen Ärzten empfohlen. Da MCS-Kranke mit ihren Problemen aber praktisch durchweg von jedermann ignoriert werden, sollte man bei Vorliegen einer solchen Erkrankung eigentlich mit einer schnellen Besserung bei den Betroffenen rechnen. Die Realität ist (leider) eine andere. Bisher ist jedenfalls noch niemand bekannt geworden, der durch seine derartigen (bei Hysterie ja doch gewiss „therapeutischen“) Lebensumstände wie Verlust von Arbeit, Familie, Freunden, ärztlicher Unterstützung etc. „geheilt“ worden wäre.

    Insbesondere psychodynamische und existentielle Therapien behandeln nicht „Symptome“, sondern den ganzen Menschen. Daher wäre, sollte MCS eine psychische Erkrankung sein, systematisch bei einem gewissen signifikanten Anteil der MCS-Kranken, die eine Psychotherapie machen, auch mit einer Heilung zu rechnen. Dies ist jedenfalls aufgrund der immer wieder gefundenen Wirksamkeit von Psychotherapien unabhängig von der verwandten Methode (vgl. frühere Beiträge) zu erwarten. Und zwar auch, wenn eine „Heilung“ gar nicht das Ziel war (keine Symptombehandlung s.o.). Auch dies steht jedoch im Widerspruch zur Erfahrung.

    Psychotherapie als Unterstützung sinnvoll

    Sinn kann Psychotherapie jedoch als unterstützende Maßnahme für die Betroffenen machen. Denn deren „natürliche“ aus dem individuellen sozialen Netzwerk stammende Unterstützung ist aufgrund ihrer Erkrankung und der damit häufig verbundenen sozialen Isolation und Ablehnung oft verloren gegangen. Natürlich kann eine solche Unterstützungsmöglichkeit auch aus anderen Gründen fehlen oder verloren gegangen sein.

    Hier ist nicht mit einer „Heilung“ der MCS zu rechnen, sondern bestenfalls mit einer Verringerung des sekundären seelischen Leids aufgrund von MCS als einer schweren chronischen Krankheit. Es kann dabei nur um eine Hilfe bei der Krankheitsbewältigung gehen.

    Symptomreduktion durch Expositionsvermeidung

    Demgegenüber bringt eine Expositionsvermeidungsstrategie für die Betroffenen i.a. in kurzer Zeit eine dramatische Verbesserung. Da viele in einer sauberen Umgebung wieder nahezu normal „funktionieren“, könnte so auch eine begrenzte Reintegration in normale gesellschaftliche Zusammenhänge erreicht werden. Insbesondere könnten viele unter geeigneten Bedingungen wieder selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen oder zumindest dazu beitragen. Die Kosten für den Unterhalt und für die weitere medizinische Behandlung würden dadurch minimiert und die Lebensqualität weitgehend wieder hergestellt.

    Hierdurch wird auch das Vertrauen der Betroffenen, sich selbst helfen und ihr Leben sinnvoll meistern zu können („self-efficacy“, Selbstwirksamkeitserwartung), gestärkt. Dies gilt als wichtiges Element von erfolgreichen Psychotherapien und hat selbst zusätzliche positive Wirkungen und Folgewirkungen.

    Psychiatrisierung schadet

    Eine unkritische Verwendung von placeboanalogen Therapien ist dagegen nicht sinnvoll. Beim vorliegen physiologisch begründeter Grundkrankheiten kann dies die Entdeckung und Behandlung derselben verzögern oder sogar ganz verhindern. Und das kann bei den Betroffenen durch eine weitere Verschlechterung ihres Zustands zu großem Schaden führen. Die dafür geopferte Lebenszeit ist zusätzlich vertan.

    Auch besteht die Gefahr einer psychologischen Abhängigkeit vom Therapeuten. McHugh [1] berichtet z.B. über das künstliche hervorbringen von Symptomen und das erfolgreiche Suggerieren von deren angeblichen Ursachen (das „Multiple-Personality-Disorder“-Phänomen, Hysterie).

    Witthöft [4] fand bei angeblich an IEI („Idiopathic Environmental Intolerance“, womit MCS gemeint ist) Erkrankten eine hohe Suggestibilität („Absorption“). Allerdings fand er, dass „…an IEI leidende Individuen selbst nach der Vermeidung von direktem Kontakt mit den verdächtigten Auslösersubstanzen sich [in ihrem Gesundheitszustand] nicht verbessern…“ („…individuals suffering from IEI do not improve even after avoiding direct contact with suspected trigger substances…“). Das widerspricht aber allen gängigen Definitionen von MCS (und mithin IEI). Möglicherweise waren die angeblich IEI-Kranken einer ärztlichen Suggestion erlegen.

    Psychotherapeutische „Heil“-behandlungen, die nicht zu erkennbaren Fortschritten führen, während den Betroffenen eine persönliche kausale Verantwortung suggeriert wird, erhöhen das Gefühl der Hilflosigkeit und der persönlichen Inkompetenz dem eigenen Leben gegenüber und steigern so die Demoralisierung der Betroffenen. Dies kann bekanntermaßen zu physischen Komplikationen und einer weiteren Verschlechterung des Zustands, evtl. sogar mit psychischen Folgeerkrankungen, beitragen. ([3], S. 123)

    Die Verhinderung eines möglichst vollständigen Expositionsstops führt außerdem auf Dauer regelmäßig zu einer weiteren Verschlechterung des Zustands.

    Und die Moral?

    Auch wenn man den gewissermaßen unentschiedenen Standpunkt der veröffentlichten wissenschaftlichen Literatur einnimmt, dass die Ursachen für MCS gegenwärtig nicht geklärt sind und weiterer Forschungsbedarf besteht, was für einen „neutralen“ Beobachter durchaus angemessen ist, dürfte es gemäß der ärztlichen Maxime, zuerst keinen Schaden zuzufügen, moralisch kaum vertretbar sein, in Fragen des Umgangs mit den Betroffenen den Empfehlungen der Psychiatrisierer zu folgen.

    Gilt es doch in der Medizin sonst durchweg als unmoralisch bei Erkrankungen, die man nicht ursächlich behandeln kann, symptomlindernde Maßnahmen zu verweigern.

    Die teilweise versuchte Zwangstherapierung zwecks „Heilung“ des MCS, Reexpositionsempfehlungen sowie die Empfehlung, die Betroffenen in der Sache möglichst nicht ernst zu nehmen (wenn auch aus „taktischen“ Gründen manchmal nur versteckt), kann vor dem geschilderten Hintergrund im besten Falle nur als unterlassene Hilfeleistung angesehen werden, weniger nachsichtig betrachtet jedoch nur als ärztlicher Kunstfehler, Misshandlung oder Körperverletzung.

    Autor: Karlheinz, CSN – Chemical Sensitivity Network, 7. September 2009

    Literatur:

    [1] McHugh, Paul R., Try to Remember, Dana Press 2008.

    [2] McHugh & Slavney (1998). The Perspectives of Psychiatry, Johns Hopkins University Press.

    [3] Frank, JB, Frank J. (1991). Persuasion and Healing: a Comparative Study of Psychotherapy, Johns Hopkins University Press.

    [4] Witthöft et.al. (2008). Evidence for a Specific Link Between the Personality Trait of Absorption and Idiopathic Environmental Intolerance, Journal of Toxicology and Environmental Health, Part A, 71: 795-802, 2008.

    Serie: Psychiatrisierung bei MCS ein Irrweg Teil I – IX

    Gift am Arbeitsplatz – TV Beitrag des SWR jetzt online anschauen

    Fernsehbeitrag über Gifte am Arbeitsplatz jetzt online

    Gift am Arbeitsplatz – Wenn der Job Menschen krank macht

    Gestern sendete der SWR den am Mittwoch gedrehten Beitrag „Gift am Arbeitsplatz“. Der Film ist jetzt auch online anzuschauen für alle, die den SWR nicht empfangen können.

    Dargestellt wurde der Fall einer jungen Dekorateurin, die in einer bekannten Modehauskette krank geworden war. Nach Aufgabe der Arbeit geht es Ihr nun langsam besser. Der Arbeitgeber dementiert einen Zusammenhang ihrer Beschwerden mit ihrem ehemaligen Arbeitsplatz, wo sie häufig in einem kleinen geschlossenen Raum Kleidungsstücke aufbügelte. Die Chemikalien, die in Kleidungsstücken häufig vorkommen, waren in ihrem Blut nachweisbar.

    Der Umweltmediziner Dr. Klaus Runow vom Institut für Umweltkrankheiten erläuterte sehr anschaulich, dass Umweltkrankheiten und insbesondere MCS -Multiple Chemical Sensitivity sehr ernst genommen werden sollten und dass es keinen nachvollziehbaren Grund gibt, die Erkrankung in Richtung Psyche zu rücken.

    Dreharbeiten Fernsehbeitrag Gift am Arbeitsplatz mit CSN Für CSN kam der Anruf des SWR überraschend. Die Redakteurin hatte im Internet recherchiert und sich nach Selbsthilfegruppen umgeschaut. Es gab keine Zeit zum Überlegen, der Drehtag sollte schon zwei Tage später sein. Silvia Müller, selbst durch Pestizide am Arbeitsplatz krank geworden, sollte die Arbeit des CSN kurz darstellen, warum sie sich der Aufklärung über MCS gewidmet hat und durch was Menschen, die sich bei CSN melden, krank wurden.

    Für die Redakteurin Sabine Rappen war klar, dass ganze Team würde sich größte Mühe geben und am Mittwoch duftfrei zum Drehtermin zu CSN kommen. Nach ein paar Stunden war der Beitrag dann im Kasten und es ging weiter zu Dr. Runow. Noch keinen Tag später kam die Sendung schon im Fernsehen und gab auch Menschen, die vorher noch nie von MCS und Krankheit durch Chemikalien im Alltag gehört hatten, einen sehr anschaulichen Einblick und viel zum Nachdenken mit auf den Weg.

    SWR Beitrag zum Online anschauen,

    einfach anklicken >>> SWR Ländersache – Wenn der Job Menschen krank macht

    Autor: CSN Redaktion, 4. September 2009

    CSN im TV – Wenn der Job Menschen krank macht – Gift am Arbeitsplatz

    Gift am Arbeitsplatz

    Heute wurde ein TV Beitrag gedreht, in dem auch CSN und Dr. Klaus Runow vom Institut für Umweltkrankheiten mitgewirkt haben. Die Reportage „Gift am Arbeitsplatz“ wird morgen schon gesendet. Wer den SWR nicht empfangen kann, ab Freitag wird der Beitrag auch online zu sehen sein.

    SWR Ländersache – Sendung am Donnerstag, 03.09.2009, 20.15 bis 21.00 Uhr

    Wenn der Job Menschen krank macht – Gift am Arbeitsplatz

    Sie darf weder Weichspüler noch Haarspray benutzen, und wenn Besucher kommen, bittet sie sie, kein Parfum aufzulegen. Silvia Müller ist krank – ihr Körper reagiert allergisch auf immer mehr Chemikalien. Der Grund: Ihr früherer Arbeitgeber, ein großes Warenhaus, versprühte jede Nacht Insektengift, Silvia Müller und mehrere ihrer Kollegen wurden dadurch offensichtlich vergiftet. Inzwischen ist sie schwerbehindert und Frührentnerin.

    Kein Einzelfall: Auch verschiedene Mitarbeiter einer Modekette in Mainz wurden krank: Beim Auspacken und Aufbügeln der frisch gelieferten Ware kamen sie zu oft in Kontakt mit Chemikalien in Kleidung und Verpackung. Eine junge Dekorateurin musste mit gerade einmal Mitte 20 ihren Beruf aufgeben.

    Viele Menschen werden krank durch ihren Arbeitsplatz – auf Hilfe von außen können sie meist nicht hoffen; Berufsgenossenschaften und Staatsanwälte scheuen sich offenbar, Präzedenzfälle zu schaffen. Sabine Rappen über das Tabuthema Berufskrankheit.

    Text SWR: Sabine Rappen

    Bild: SWR

    Was an Psychotherapien hilft

    Was hilft an Psychotherapie? Hilft sie wirklich?

    Es sei nochmals kurz an die Methodik der Psychotherapieforschung erinnert, Gruppen, die mit Psychotherapie behandelt werden, mit solchen zu vergleichen, die nicht behandelt werden (in der Praxis am ehesten wohl Wartegruppen). Derartige nicht behandelte Gruppen erhalten auch keine Placebobehandlung.

    Der Anteil von positiven Ergebnissen bei Mitgliedern von Psychotherapiegruppen, der über den bei solchen unbehandelten Gruppen gefundenen hinausgeht, reflektiert Effekte, die auf allgemeine Faktoren sozialer Unterstützung zurückgehen, die allen Therapieformen gemein sind [4]. Dazu zählen z.B. Empathie, Wärme und Ermutigung. Jackson [1] zählt zu den Qualitäten, die man für effektives seelisches Heilen braucht: „eine respektvolle, interessierte Weise des Zuhörens; spürbare Vertrauenswürdigkeit; eine einfühlsame und mitfühlende Reaktion auf das leidende Gegenüber; die Fähigkeit Hoffnung zu erwecken und aufrecht zu erhalten sowie eine besonnene Reaktion auf angsteinflössende Krankheitsbilder.“

    Jerome Franks Ergebnisse

    Jerome Frank von der Johns Hopkins Medical School fand, dass demoralisierte Menschen, die um Psychotherapie nachsuchen, dies aus denselben Gründen tun, aus denen sie sich traditionell an Personen wandten, die sie für weiser oder für ihnen überlegene Experten im Umgang mit den Problemen des Lebens hielten, und von denen sie Bestätigung, Hoffnung und Unterstützung erwarteten. Menschen glauben, dass Psychotherapeuten ihnen diese Hilfe geben können, wie sie dies traditionell von Priestern, Rabbis und Geistlichen geglaubt hatten. [2]

    Im Detail

    Diese Beobachtungen unterstützen die Auffassung, dass die psycho-therapeutische Wirkung im Wesentlichen auf allgemeinen Charakteristiken unterstützenden Sozialverhaltens beruht. Das erklärt auch, warum so viele Menschen derartige Krankheitsepisoden ohne professionelle Hilfe überwinden können.

    Jerome Franks wichtigstes Ergebnis war vielleicht, dass es nicht darauf ankam, ob die den Patienten gemachten Vorschläge („suggestions“) besser, wahrer oder besser wissenschaftlich etabliert waren als irgendwelche andere. Was auf die Patienten heilsam wirkte, war das, was auf sie einen überzeugenden Eindruck machte und plausibel erschien, nicht was ihnen gegenüber als faktisch wahr bewiesen werden konnte. Traditionelle Heiler in vergangenen oder anderen Kulturen waren offensichtlich in der Lage, ähnliche Heilungserfolge wie Psychotherapeuten zu erreichen. Und zwar mit Ideen und Praktiken, die heutzutage niemals akzeptiert werden würden.

    Drei wichtige Faktoren

    Jerome Frank identifizierte schließlich drei wichtige Faktoren für den Erfolg einer Therapie, die sie auch mit traditionellen Heilern gemein haben ([3], S. 201ff.):

    1. Psychotherapeuten betonen in ihrem Verhalten gewisse Statusattribute und ihr Verhaltensstil, ihre Kleidung und ihre Titel helfen den Patienten, sie als jemanden zu sehen, der mit der Macht und der Autorität, sie zu heilen, ausgestattet ist. Das Tragen von weißen Kitteln, das Aufhängen von Diplomurkunden an Bürowänden, und das Tragen von Titeln wie „Doktor“ oder „Professor“ spielen eine Rolle bei der Erzeugung des nötigen Vertrauens in die Autorität des Therapeuten und das Psychotherapieprogramm, das er oder sie verschreibt.
    2. Effektive Psychotherapie beinhaltet gewöhnlich ein Bemühen, ein gewisses Maß an emotionaler Erregung in dem Patienten zu erzeugen. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass Menschen in derartigen Zuständen leichter dazu gebracht werden können, ihre ihr Verhalten bestimmenden Grundannahmen zu ändern.
    3. Schließlich machen effektive Therapeuten ihren Patienten Vorschläge, wie sie handeln und auf die Umstände reagieren könnten.

    Die Kraft des Mythos

    Ein wichtiger Bestandteil einer Psychotherapie ist nach Frank ([2], S. 42) ein Schema oder ein Mythos, der eine plausible Erklärung für die Symptome des Patienten liefert, und ein Ritual oder eine Prozedur vorschreibt, um dieselben zu beseitigen.

    Frank verwendet den Begriff „Mythos“ zur Charakterisierung psychothera-peutischer Theorien, weil solche Theorien in wenigstens zwei Gesichtspunkten Mythen ähneln:

    • Sie liefern die Vorstellung fesselnde Formulierungen sich wiederholender und wichtiger menschlicher Erfahrungen
    • Sie können nicht empirisch bewiesen werden

    Man nimmt gemeinhin (oft fälschlicherweise) den Erfolg des abgeleiteten Heilverfahrens als Beweis für den Wahrheitsgehalt des zugrunde liegenden Mythos. Fehlschläge werden wegerklärt. Soweit bekannt hat sich noch keine therapeutische Schule wieder aufgelöst, weil empirische Ergebnisse die Verfechter von ihrem Irrtum überzeugt haben. Freud, ein großer Mythenmacher, hatte buchstäblich recht, als er die von ihm eingeführten Instinkte als „unsere Mythologie“ bezeichnete.

    Die rationalen Grundlagen und Prozeduren erlangen ihre Plausibilität durch ihre Verbindung mit der dominanten Weltanschauung der jeweiligen Kultur. Im Mittelalter bezogen therapeutisch wirksame Symbole ihre Kraft aus ihrer Verbindung mit dem christlichen Glauben. Die Heilungsriten von Ureinwohnern aus nichtwestlichen Gesellschaften stützen sich auf die Kosmologie ihrer spezifischen Kultur. Psychotherapien, die auf mystischen oder religiösen Doktrinen beruhen, haben für die Anhänger dieser Doktrinen nie an Anziehungskraft verloren.

    Darüber hinaus erhöhen die ästhetischen und dramatischen Qualitäten einiger Konzepte, besonders jener aus Freuds und Jungs Tradition, ihre Effektivität. Die farbenfrohen Metaphern und Bilder dieser Formen der Psychoanalyse implizieren, dass der Patient keine unbedeutende Kreatur ist, sondern das Schlachtfeld für titanische Kräfte oder aber ein Repositum für die akkumulierten Mythen und die Weisheit aller Zeitalter. In gewisser Weise verbinden diese Konzepte das Individuum mit überpersönlichen Kräften und spiegeln somit die Ideen, die in kultischen Gemeinschaften und religiösen Formen des Heilens wichtig sind. ([2], S. 210 )

    In den heutigen Vereinigten Staaten (und anderswo) scheint der Glaube an die Wissenschaft die dominierende Quelle heilender Kräfte zu sein.

    Autoritäten

    Einige Psychotherapieschulen suchen Plausibilität durch Verknüpfung ihrer Theorien mit angesehenen Figuren der Szene zu erlangen in der Vergangenheit Freud, Jung, Adler und ihre Schüler, in jüngerer Zeit z.B. Skinner, Rogers und Erickson. Die letzten beiden repräsentieren Richtungen, die ihre Plausibilität auf die Schriften existentialistischer Philosophen gründen. Vielleicht verliert die Wissenschaft ja zumindest teilweise an Begründungsmacht.

    Philosophien

    Religiös basierte Psychotherapien beinhalten Rituale, um die wohlmeinende Intervention übernatürlicher Kräfte zu erlangen. Die Grundlagen der meisten säkularen amerikanischen Therapien beinhalten eine optimistische Philosophie der menschlichen Natur. Diese Therapien haben das Ziel, die Personen in die Lage zu versetzen, ihre sie behindernden und destruktiven Emotionen und Verhaltensweisen zu überwinden und dadurch ein volleres, befriedigenderes und sozial konstruktives Leben zu führen.

    In der Psychoanalyse erfolgt die Erlösung durch den Glauben an die befreiende Kraft der Wahrheit. Die Wahrheit war Freuds Gott. Von der Psychoanalyse, als der wissenschaftlichen Suche nach der Wahrheit, nimmt man an, dass sie die Menschen in die Lage versetzt, die rationale Kontrolle über die Impulse des Unbewussten zu erlangen, und sich dadurch von dem Übel zu befreien.

    Existentialistische Philosophien betonen die Sinnlosigkeit des Daseins und sind von daher eher pessimistisch. Sie schaffen es jedoch, diesen Ausblick ins Heroische zu wenden und sehen die Therapie als einen Prozess, der den Menschen in die Lage versetzt, dem Leben Sinn und Bedeutung abzuringen. ([2], S. 42 ff.)

    Und schließlich gibt es noch die Auffassung von psychischen Erkrankungen als Ergebnis biochemischer Fehlfunktionen des Gehirns. Hier besteht das heilende Ritual in der Nutzbarmachung der Kraft der Wissenschaft in der materialisierten Form von Pillen oder Spritzen. Wie in einem früheren Beitrag erwähnt wurde, ist der Beitrag der aktiven Inhaltsstoffe in den meisten Fällen vermutlich zu vernachlässigen.

    Autor: Karlheinz, CSN – Chemical Sensitivity Network, 31. August 2009

    Serie: Psychiatrisierung bei MCS ein Irrweg Teil I – VIII

    Literatur

    1. Jackson (1999). Care of the Psyche: A History of Psychological Healing, Yale University Press.
    2. Frank, JB, Frank J. (1991). Persuasion and Healing: a Comparative Study of Psychotherapy, Johns Hopkins University Press.
    3. McHugh, Paul R. (2005), Try to Remember, Dana Press.
    4. Horwitz, Allen V. (2002), Creating Mental Illness, University of Chicago Press.

    Die Kasse klingelt, die Menschen leiden – Warum Krankenkassen Kranke brauchen

    Das Gesundheitssystem muss Kranke haben um zu funktionieren, keine Gesunden

    Die Krankenkassen haben sich noch nie für die Anerkennung von MCS eingesetzt. Man könnte denken, dumm. Chemikaliensensitive vertragen keine Chemikalien. Also auch keine desinfizierten Arztpraxen mit zehn Parfümierten im Wartezimmer und schon gar keine chemischen Mittelchen. Viele MCS-Patienten haben exakt Null Zugang zu medizinischer Versorgung. Die idealen Patienten für die Kasse, oder? Versicherte, deren Beiträge reinkommen, ohne dass sie jemals etwas kosten, weil sie keine Behandlung vertragen?

    Sagen wir es anders: MCS-Patienten sind nicht profitabel. Da zieht keine Apparatemedizin, keine Mittelchen. Klingelt keine Pharma-Kasse. Braucht man eine saubere Wohnung und Biolebensmittel. Das Einzige, was man so richtig absetzen könnte, wären Wasserfilter und Luftfilter für unsere verdreckte Luft und das verschmutze Wasser. Dürfen die Kranken alles selbst zahlen. Oder bekommen sie nicht, weil sie von Hartz IV leben, will sagen sterben, müssen.

    An Depressiven oder anderen Psycho-Patienten verdient man mehr. Also, MCS lieber „fehldiagnostizieren“. Müsste den Menschen, die krank sind und keine Ahnung haben warum, mal einer sagen „Wir brauchen Sie noch als Rohstoff für die Pharma-Industrie, wir können Ihnen nicht helfen, tut uns gar nicht Leid, sie müssen noch mal in die Psychiatrie bzw. xy einnehmen.“

    Kassen mögen keine Gesunden – Für Kranke gibt’s Euros vom Steuerzahler

    Warum ziehen die Krankenkassen da mit? Die zahlen doch für die Profite der Pharmafirmen, oder nicht? Klar tun sie. Und werden dafür hoch entlohnt. 2006 gab es 4,1 Millionen auf Depression diagnostizierte Menschen in Deutschland. Pro Nase gab das 1500 Euro. Nein, nicht für den Patienten, dessen Stimmungslage durch die 1500 vielleicht etwas aufpoliert worden wäre. Für die Krankenkasse. Aus dem staatlichen Gesundheitsfonds!

    Das Selbe gilt für Diabetes, Bluthochdruck usw. Ein Patient, der durch Sport und gesunde Ernährung wieder gesund wird, gefällt der Kasse nun nicht mehr. Kranke sind doch viel teurer. Auch Krebs wird gut belohnt.

    Krankheitsorientierte Zuschläge

    Morbiditätsorientierter Risikozugschlag nennt sich das ganze Prinzip. Morbiditätsorientiert heißt krankheitsorientiert. Sollen wir, also sozusagen die dummen Bauern, alle krank werden? Aber klar, am Besten gerade so krank, dass wir noch arbeiten und Mehrwert produzieren, den sowieso nur Andere kassieren, und trotzdem von einem sich wunderbar einigen Gesundheitssystem ausgenommen werden können.

    Aufwandsentschädigung heißt das, wenn Menschen verkauft werden

    Die Ärzte spielen fleißig mit. Sie sollen jetzt sogar ihre Diagnosen noch mal überdenken. Das Schönste wären doch Patienten, die relativ gesund und auf dem Papier schwer krank sind – keine Kosten, trotzdem Zuschlag. Daher: Bereitwillig stellen die Kassen vorgefertigte Formulare zur Verfügung. Der Arzt braucht nur noch seine Kontonummer einzutragen. Der Arzt bekommt noch zehn Euro dazu! Wirklich, da wird knallhart gehandelt.

    Aufwandsentschädigung ist in Kreisen der Medizin-Industrie der Begriff dafür, wenn Menschen eiskalt verkauft werden. 250 Euro Aufwandsentschädigung gibt es für die Versuchskaninchen bei der Schweinegrippeimpfung, die arm genug sind, um dann die Nebenwirkungen wie Fieber, schwerste Entzündungsreaktionen und Bluthusten dulden müssen. Meint der saubere Professor, solche Reaktionen seien normal bei dem neuen Wirkungsverstärker in der Impfung.

    Illegal? Aber nicht doch, Formulierung nach vorn und hinten wasserdicht!

    Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar warnte sogar noch die Krankenkassen, das Einholen zusätzlicher Daten sei illegal. Von einem Prozess hat man nichts gehört. Kommt ja immer auf die Auslegung an. Jeder Chefetagenanwalt kommt durch den Schweizer Käse der Gesetze durch, und falls nötig, werden mal ein paar Augen mehr zugedrückt. Man kennt sich ja. Die Ärzte sollen ja nur ihre Diagnosen nochmal überprüfen, von mehr Diagnosen stellen steht da ja nichts.

    Der Markt wird’s schon regeln?

    So kann’s gehen. Der Markt wird’s schon regeln? Die soziale Marktwirtschaft wird’s richten? Weder der Markt noch seine steuerfinanzierten Profitmaximierungshelfer regeln irgendwas zum Wohl der Bevölkerung. Wir sind das Rohmaterial bei der Profitgewinnung. Wir zahlen die Profite. Mit Geld, Zeit, Gesundheit und Leben.

    Zu der Studie, die zeigt, dass MCS-Patienten das Gesundheitssystem weniger beanspruchen als der Durchschnitt:

    Zusammengefasst besagt die Studie, dass – bei insgesamt 563 Studienteilnehmern an einer Kohortenstudie über drei Jahre – bei den MCS-Patienten die Inanspruchnahme medizinischer Dienstleistungen im Jahresdurchschnitt um 8,7% sank, während dieser Jahresdurchschnitt bei der nicht chemikaliensensiblen Bevölkerung des Ortes nur um 1,3% sank. Es wurden durch die geringere Inanspruchnahme von medizinischen Dienstleistungen durch die chemikaliensensiblen Personen insgesamt 77.440 Dollar gespart. Es lässt sich errechnen, dass so pro chemikaliensensibler Person im Vergleich zum Durchschnitt der nicht chemikaliensensiblen Bevölkerung 137,55 Dollar gespart wurden.


    Das entspricht einer Ersparnis von 52680 Euro insgesamt oder einer Ersparnis von 93,57 Euro pro chemikaliensensibler Person, wenn man von den Devisenkursen des 08.01.08 ausgeht.

    Autor: Amalie, CSN – Chemical Sensitivity Network, 29. August 2009

    Weitere interessante Artikel von Amalie:

    Literatur:

    Mechanismus, der erklärt, warum Sauna-Therapie bei MCS, CFS und FMS hilft

    Sauna hilft bei MCS - Multiple=

    Sauna-Therapie wird seit Jahrzehnten auch in der Umweltmedizin erfolgreich zur Entgiftung eingesetzt. Ein kürzlich in einer medizinischen Fachzeitschrift erschienener Artikel, geschrieben von Prof. Dr. Martin L. Pall, begründet einen ungewöhnlichen Mechanismus für die Wirkungsweise von Sauna-Therapie. (1)

    Sauna lässt BH4 ansteigen

    Pall argumentiert in seinem Artikel, dass Sauna-Therapie in erster Linie seine Wirkung entfaltet, indem die Verfügbarkeit einer Verbindung namens Tetrahydrobiopterin (BH4) im Körper ansteigt. Von BH4 wird berichtet oder angenommen, dass es bei einer Reihe von medizinischen Gesundheitszuständen vermindert ist, von denen ebenfalls berichtet wird, dass sie positiv auf Saunatherapie reagieren. Dazu gehören Multiple Chemical Sensitivity, Fibromyalgie, Chronic Fatigue Syndrom, erhöhter Blutdruck, vaskuläre endothele Funktionsstörung und Herzversagen. Dieses Wirkungsmuster kann offensichtlich erklärt werden, wenn Saunatherapie die Verfügbarkeit von BH4 im Körper ansteigen lässt.

    Weiterer Mechanismus beteiligt

    Prof. Pall spricht sich für zwei verschiedene Mechanismen aus, von denen man annimmt, dass durch sie Sauna-Therapie die Verfügbarkeit von BH4 im Körper ansteigen lässt. Beide funktionieren mittels einer Verstärkung der Synthese eines Enzyms, das als GTP Cyclohydrolase I bekannt ist – dem begrenzenden Faktor bei der Biosynthese von BH4. Sauna-Therapie ist dafür bekannt, die Blutzirkulation in den erhitzten äußeren Körperteilen stark zu erhöhen. Der dadurch bedingte Anstieg der vaskulären Scherbeanspruchung führt bekanntermaßen zu einem starken Anstieg der Aktivität der GTP Cyclohydrolase I und folglich von BH4.

    Zweiter Mechanismus läuft über Hitzeschockproteine ab

    Ein zweiter derartiger Mechanismus wird durch die Aktivität des Hitzeschockproteins Hsp90 vermittelt, einem Protein von man weiß, dass es bei mäßiger Erhitzung von Körpergewebe gebildet wird. Dieses Protein ist funktionell in einen GTP Cyclohydrolase I enthaltenden Komplex von Proteinen einbezogen. Das Hsp90 Protein reduziert den proteolytischen Abbau des GTP Cyclohydrolase I Proteins, was zu einer verstärkten BH4 Synthese führt und es hat sich gezeigt, dass dies wiederum auf die eNOS Stickoxid-Synthase wirkt.

    Auch andere Krankheiten sprechen auf Sauna an

    Durch den Anstieg in der BH4 Synthese, als Reaktion auf diese beiden Mechanismen, kann erwartet werden, dass dadurch die verschiedenen Körpergewebe mit BH4 beliefert werden, auch die, die nicht direkt durch die Sauna-Therapie beeinflusst werden. Die gesundheitlichen Vorteile von aktivem körperlichem Training können ebenfalls teilweise über die gleichen Mechanismen vermittelt werden. Über eine Anzahl weiterer Krankheiten wird berichtet, dass bei ihnen ebenfalls eine BH4 Verminderung stattfindet. Hierzu gehören Alzheimer, Parkinson, Asthma, Schizophrenie, Bipolar Disorder, pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck) und Typ II Diabetes. Die genannten Krankheiten könnten ebenfalls auf Sauna-Therapie ansprechen.

    Sauna-Therapie erhöht die Entgiftungsleistung

    Prof. Pall resümiert am Ende seines Artikels, dass für gewöhnlich angenommen wird, dass ein Ansprechen von MCS Fällen auf Sauna-Therapie durch einen Entgiftungsprozess vermittelt wird, der über Ausscheidung funktioniert. Der Wissenschaftler führt an, dass es einige publizierte Belege dafür gibt, dass Sauna-Therapie die Entgiftungsleistung erhöht. Der Haupteinfluss von Sauna-Therapie bei MCS-Fällen und sicherlich auch bei diesen anderen Erkrankungen könnte, so schließt Pall, jedoch sehr gut auf der erhöhten Verfügbarkeit von BH4 beruhen.

    Zusammenfassung und Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 20. August 2009

    Literatur:

    Pall ML. Do sauna therapy and exercise act by raising the availability of tetrahydrobiopterin? Med Hypotheses. 2009 Jul 4.