Archiv der Kategorie ‘Umwelt‘

Meisen, Rotkehlchen, Spechte, Kleiber, alle Vögel freuen sich jetzt über leckeres Futter

Frierendes Rotkehlchen 

Bei uns ist richtig was los im Garten, Vögel über Vögel kommen zu den zwei Futterstellen, die wir eingerichtet haben. Nachdem die Eichhörnchenfamilie täglich den Nusskasten leer gefuttert hat und die Vögelchen zum Aufpicken der Krümmelchen kamen, haben wir auch für sie Futter bereitgestellt.
 
Es dauerte keine halbe Stunde, da hatte die kleine Blaumeise, die ständig um die Eichhörnchen an deren Futterkasten herumschwirrte, gemerkt, dass etwas Leckeres auf sie wartete. Im Nu hatte es sich bei den Vögeln in unserem Garten Hungrige Vögelherumgesprochen und sie kamen sich überzeugen und natürlich wurde sofort losgefuttert. Der Betrieb am Meisenknödel wurde so stark, dass die Eichhörnchen sich vorübergehend nicht mehr an den Futterkasten wagten. Aber die Scheu vor den gefiederten Kameraden hielt nicht lange an und dann saßen sie auch wieder auf der Fensterbank, um genüsslich Walnüsse zu knabbern.
 
KleiberKurz vor Weihnachten entdeckten wir bei einem lustigen jungen Mann an einem Stand wunderschöne Futterobjekte. Er hatte in 30cm lange Birkenäste eine Vertiefung gefräst und diese mit Fett und Körnern ausgegossen. Es gab auch noch schöne Eulen aus Holz und weitere Figuren. Ich entschied mich für die Birkenäste, weil sie so natürlich aussahen.
 
Schon am nächsten Morgen hängte ich den futtergefüllten Ast auf. In Null Komma Nichts hatten die Vogelfreunde die Leckerei entdeckt und unverkennbar, es schmeckte wohl köstlich.
 
Doch gab es auch misstrauische Tierfreunde. Tinker Bell, das kleine Eichhörnchen, das sonst immer ganz mutig ist, stutzte und flitze schnell zurück auf einen weiter entfernten Ast, als es den Birkenast zum ersten Mal hängen sah. Das süße Eichhörnchen und MeiseEichhörnchenfräulein beäugte mit inspizierendem Blick, was da plötzlich hing und ob es sich etwa um etwas Feindliches handele. Schnell war enttarnt, dass es sich, wenn die Vogelfreunde daran knabberten, um etwas handeln müsse, was in Ordnung ist. Schwupps kam Tinker Bell herangesprungen, schnupp-erte am Birkenast, sprang am Haselbusch weiter empor und schaute sich das Ganze von oben an. Dann kam sie wieder etwas hinuntergekrabbelt und machte Anstalten die Bastschnur, an dem der Futterast hing, durchzubeißen. Doch dann schien es ihr wohl doch nicht wichtig zu sein, und für die nächste Zeit ignorierte Tinker Bell den Birkenast.
 
Wegen der starken Minusgrade haben wir auch auf der Terrasse die Futterstelle vom letzten Jahr wieder aktiviert. Dort tummeln sich den ganzen Tag alle Arten von Vögeln und futtern das, was ihnen gut schmeckt.
 
FutterneidManchmal gibt es auch Keilereien um das Futter, obwohl für jeden mehr als genug da ist. Schaut Euch das Bild über den Futterneid dieser Beiden an, man kann es nicht fassen, was Futterneid auslöst.
 
Zu Weihnachten bekam ich von meiner lieben Freundin eine Vogeltränke aus Ton geschenkt. Sie wird jetzt jeden Tag mit Wasser gefüllt, und Ihr könnt Euch nicht vorstellen wie froh die Vögel sind, bei den Minusgraden Wasser zum Trinken und Baden zu finden. Schätzungsweise werden viele der gefiederten Freunde, die das ganze Jahr über hier sind, Bergfinkbei uns in der Nähe brüten, bei der guten Rundumverköstigung. Freuen würde es mich jedenfalls sehr, denn es kommen auch seltene Vögel zu uns und kürzlich mussten wir das Vogelbuch suchen, um diesen kleinen Freund zu identifizieren. Nach einigem Blättern war klar, dass es sich um einen Bergfinken auf Besuch aus Skandinavien handelt.
 
GoldhähnchenEtwas ganz besonders Putziges sah mein Mann auf seinem Silvestersparziergang und fotografierte schnell den goldigen Freund für uns.
 
Uns macht es große Freude, die gefiederten Freunde zu füttern und zu beobachten. Wenn man wegen Chemikaliensensitivität nicht viel raus kann, ist es eine wunderbare Abwechselung. Ich kann Euch nur empfehlen, hängt etwas auf für die frierenden, nach Futter suchenden Vögelchen, Ihr werdet Eure Freude daran haben.
 
Viel Spaß, und schickt Eure Photos vorbei oder noch besser, stellt sie für alle sichtbar ins CSN Forum ein,
 
Eure Silvia

Wirtschaftskrise – Lässt sie uns die gesundheitsschädigende Wirkung von Chemikalien in unserem Alltag vergessen?

Wirtschaftskrise setzt Manager unter DruckMan könnte meinen, außer der Finanzkrise gäbe es aktuell keine anderen Themen, mit denen wir uns beschäftigen sollten. Kaum ein anderes Wort beherrscht die Medien so allgegenwärtig wie die Finanzkrise. Die Finanzkrise ist sicherlich ein berechtigtes wie auch nachhaltiges Problem, dennoch gewinne ich den Eindruck, dass Umweltschutz und Klimaschutz etwas ins Abseits gedrängt werden. Das Medieninteresse an Umweltthemen ist in Zeiten der Konsumflaute nicht ganz so gefragt, wie es angemessen wäre.

Ich persönlich denke, die Wirtschaftskrise und der Klimawandel bergen das Potential riesiger Herausforderungen. Sie könnten eine riesige Chance für den Umweltschutz bedeuten, den die Umwelt dringend nötig hätte. Laufen die Bänder der Industriebetriebe nicht auf vollen Touren, gibt es weniger CO²Ausstoß, weniger Feinstaubemissionen, weniger schad-stoffbelastete Abwässer und weniger Raubbau an den kostbaren begrenzten Rohstoffreserven. Das zeigte sich die Tage bereits an den sinkenden Treibstoffpreisen, die, auf Grund der derzeitigen abgeflachten Nachfrage, seit langem wieder ein verbraucherfreundlicheres Niveau erreichten. Die Gunst der Stunde liegt m. E. darin, innovative umweltverträgliche Märkte zu erschließen bzw. zu fördern, damit alle erdenklichen umweltfreundliche Potentiale genutzt werden.

Flammschutzmittel sind persistent in Mensch, Natur und Umwelt
Ich bleibe meiner eingeschlagenen Linie treu und berichte heute über Flammschutzmittel, die in unserem Alltag eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Flammschutzmittel sind organische und anorganische Chemikalien, die ein breites Einsatzspektrum vorweisen. Leider bleibt diese Tatsache nicht folgenlos für unsere Gesundheit. So hat Greenpeace bromierte Flammschutzmittel, neben weiteren Umweltgiften, im Nabelschnurblut nachgewiesen. D. h. diese Schadstoffe können über die Nabelschur die Gesundheit des ungeborenen Lebens bereits im Vorfeld schädigen.

Lt. Greenpeace wurde das relativ neue Flammschutzmittel TBBP-A zum ersten Mal im Nabelschnurblut nachgewiesen. Es steht neben einigen anderen bromierten Flammschutzmitteln bei unseren Kindern in Verdacht, für Verhaltensstörungen und Lernschwierigkeiten verantwortlich zu sein, wenn der Fötus mit dieser Chemikalie in Kontakt kam.

Positive Eigenschaften geraten aus dem Ruder
Flammschutzmittel kommen in Dämmstoffen und Montageschäumen, Matratzen, Polstermöbel, Teppichen, Textilien, Farbanstrichen, Tapeten, Kunststoffen, rutschhemmenden Fußbodenpflege-produkten und in einer Vielzahl von elektronischen Produkten zum Einsatz. Flammschutzmittel wie bspw. Verhaltensstörungen und Lernschwierigkeiten (Tris (2-chlorethyl) phosphat) und TCPP (Tris (monochlorpropyl) phosphat) können zu Reizungen der Schleimhäute, der Augen und der Haut führen. Bromierte Flammschutzmittel wie Decabromdiphenylether (DecaBDE) und Hexabromcyclododecan (HBCD) sind lt. UBA nicht nur in humaner Muttermilch, sondern auch in Eisbären, Fischen, Muscheln und Vogeleiern nachweisbar. Die Tatsache, dass Flammschutzmittel häufig zum Einsatz kommen und sich in uns, in unserer Umwelt und unserer Nahrungsmittelkette anreichern, zugleich der Verdacht besteht, dass Flammschutzmittel neurotoxische Eigenschaften aufweisen und sie extrem langsam abbaubar sind, begründet die berechtigte Sorge bzw. das Bestreben, Alternativen verstärkt zum Einsatz zu bringen.

Die Uhr tickt unaufhaltsam, und die zunehmende Zahl Umwelterkrankter, wie z. B. MCS Patienten, belegt dringenden Handlungsbedarf. Die positiven Eigenschaften von Flammschutzmitteln, Produkte und uns Menschen vor Brandentwicklung zu schützen, sind durch die negative Seite der Waagschale aus dem Ruder geraten. Das ist die Kehrseite der Medaille. Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass die Flammschutzmittelkonzentration in unserer Atemluft unsere Kinder ganz besonders trifft. Da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist, sind Kinder von den negativen Folgen der Flammschutzmittel besonders betroffen.

Umweltverträglichkeit gibt es nicht umsonst
Flammschutzmittel weisen noch andere problematische Eigenschaften auf. Sie haben eine lange Lebensdauer und die Fähigkeit, sich nachhaltig in unserer Umwelt anzusammeln, sie sind persistent. Anorganische Flammschutzmittel sind an Materialien gebunden, während organische Flammschutzmittel die Raumluft unserer Innenräume erheblich belasten und u. a. im Hausstaub in hoher Konzentration nachweisbar sind. Kommt es tatsächlich zu einem Brand, entwickeln Flammschutzmittel gesundheits- und umweltschädigende Folgeprodukte. Flammschutzmittel können im Brandfalle hochgiftige und ätzende Gase, Furane und Dioxine bilden. Beim Gebrauch von flammschutzmittelgeschützten elektronischen Geräten wie z. B. Computern, Monitoren, Fernsehern etc., können Flammschutzmittel und Dioxine in der Raumluft nachgewiesen werden. Halogenfreie Flammschutzmittel auf Phosphorbasis werden als weniger umwelt- und gesundheitsschädlich eingestuft. Auch hier siegt die Kostenfalle, denn die gesünderen Alternativmaterialien können sich kaum gegen die verstärkt zum Einsatz kommenden günstigeren halogenhaltigen Flammschutzmittel, durchsetzen – leider.

Subventionen für die Finanzkrise – wo bleibt die Umwelt?
Und schon bin ich wieder bei der Finanzkrise angelangt. Es wäre wünschenswert, von den milliardenschweren Hilfsprogrammen für die Wirtschaft einen angemessenen Teil abzuzweigen und die Gelder für Subventionen für die Entwicklung und Produktion umweltfreundlicherer Produkte bzw. Produktionsverfahren zu verwenden. Zu Schadstoffbelastung durch Flammschutzmittel kommt es bei der Produktherstellung sowie bei der Produktnutzung und zu guter letzt auch bei der Entsorgung. Daran sollten die Verantwortlichen bei ihren Entscheidungen und beim Verteilen ihrer milliardenschweren Geldpaketen ebenfalls denken, nicht nur an die Unterstützung wirtschaftlich gebeutelter Industriezweige und in die Krise geratener Banken. Es gibt neben der Finanzkrise noch andere beachtenswerte Bereiche in unser aller Leben. Die Umwelt hat nachhaltige Entscheidungen dringend nötig, uns wird es ebenfalls danken.

Noch etwas zum Schluss, wirklich ökologisch orientierte Firmen stehen hoch im Kurs und welche Summe für eine ökologisch ausgerichtete Firma mit sauberer Produktpalette auf den Tisch gelegt wird, wenn sie verkauft wird, verrate ich Euch in meinem nächsten Blog.

Eurer Thommy

Weitere interessante CSN Artikel zum Thema Flammschutzmittel:

CSN Blog – Top 10 die beliebtesten Artikel im Dezember 2008

Top 10 Blogartikel

CSN Blog – Top 10, die beliebtesten Artikel im Dezember 2008

Die nachfolgenden Artikel wurden von den Lesern im CSN-Blog im Monat Dezember am häufigsten gelesen. In den letzten Sekunden des Jahres sozusagen, katapultierte sich die CSN-Silvesterparty auf Platz Zwei in der Top 10 Chart. Zum Lesen der Artikel, einfach anklicken >>>

  1. Willkommen zur CSN-Christmas-Party 2008 (schaut in den Kommen-tarbereich über 100 Einträge von Partygästen)

  2. Die CSN-Silvesterparty ist eröffnet (schaut in den Kommentarbereich über 300 Einträge von Partygästen)

  3. Die Psychiatrisierung von MCS-Kranken stellt in Deutschland den Tatbestand der Diskriminierung körperlich Behinderter dar

  4. Ein kurzer Überblick über den Vortrag von Prof. Dr. Martin Pall: MCS – Toxikologische Entstehungsmechanismen und therapeutische Annäherungsversuche

  5. Auch natürliche Duftstoffe sind äußerst bedenkliche Allergieauslöser

  6. Ein besonderer Waldspaziergang – Fünf Spechte inbegriffen

  7. MCS – Multiple Chemical Sensitivity tritt auch in Australien häufig auf

  8. Eine zauberhafte Weihnacht für alle Menschen mit Chemikaliensensitivität

  9. Den Weihnachtsengeln liegen Allergiker und Chemikaliensensible besonders am Herzen

  10. Vorsicht bei MCS, Kerzen können zu Schadstoffbelastung in Innenräumen beitragen

Eisvogel – Vogel des Jahres 2009

Eisvogel der Vogel das Jahres 2009

Der Eisvogel wurde vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Bayerischen Landesbund für Vogelschutz (LBV) zum Vogel des Jahres 2009 bestimmt. Eisvögel sind meine absoluten Lieblingsvögel. Nie habe ich einen schöneren Vogel gesehen, selbst nicht unter den vielen tropischen bunten Schönheiten, die ich bisher in sämtlichen Tierfilmen im Fernsehen sah. Die einzigartige Farbenpracht und seine schnittige Körper- und Schnabelform strahlen auf mich eine ganz individuelle unerreichte Schönheit und Eleganz aus, die seines Gleichen sucht.

Fliegende Edelsteine gelten als Bioindikatoren
Eisvögel, die auch als „fliegende Edelsteine“ bezeichnet werden, tragen ihren Namen zu Recht. Sie benötigen sauberes Wasser, mit naturnahen Böschungen, in die sie ihre Brutröhren anlegen können. Eisvögel stehen somit für eine intakte Natur, die es weiterhin zu fördern gilt, damit sich die Bestände endlich auf höherem Niveau ansiedeln. Ihr Vorkommen ist leider seit Jahren nur auf niedrigem Bestand eingependelt. Für den Eisvogel geeignete Lebensräume sind trotz vieler langjähriger Bemühungen bei weitem nicht ausreichend, um die Bestände auf höherem Niveau zu stabilisieren.

Eisvögel benötigen saubere Bäche, Flüsse und Seen mit naturbelassenen Ufern, anstatt die weit verbreiteten begradigten Flussufer mit all ihren negativen Auswirkungen auf die komplexe Natur und die Fischbestände. Der Eisvogel war bereits 1973 der Vogel des Jahres. Der damalige Rückgang der Bestände konnte zwar gestoppt werden, aber dennoch geht man von nur 5.600 bis 8.000 Brutpaaren für ganz Deutschland aus.

Umweltprojekte vonnöten
Eisvögel gibt es in 7 Unterarten, deren Vorkommen von Westeuropa bis nach Japan, Indien und Taiwan reichen. Da Eisvögel ihre Beute im Wasser optisch fixieren müssen, um erfolgreich jagen zu können, benötigen diese hübschen Stand- oder Zugvögel klares Wasser mit angesiedelten Kleinfischen. Der Tauchgang dauert kaum eine Sekunde, seine Beute vertilgt er mit dem Kopf voran.

Gewässerverschmutzungen, naturfremder Gewässerausbau, aber auch Störungen an den Brutplätzen durch Freizeitaktivitäten oder Angler und andere Verluste an Lebensraum sind für den Eisvogel nicht ausgleichbar. Deshalb ist es wichtig, dass gerade der Eisvogel zum Vogel des Jahres 2009 gekürt wurde, denn dies lässt auf weit reichende Umweltprojekte hoffen.

Ein unvergessliches Erlebnis
Zwei Eisvögel streiten um einen FischUmso mehr freue ich mich, schon vier Eisvögel in Deutschland gesehen zu haben. Zwei sogar in Nachbars Garten. Dies ist zwar schon ein paar Jahre her, aber ich erinnere mich noch ganz genau an diese seltenen Ereignisse. Ich schaute zufällig aus unserem Fenster Richtung Bäume unseres Nachbarn. Dort strahlte mir ein kräftig orangefarbener Farbtupfer in der Baumkrone entgegen. Ich dachte, nanu, was ist denn das? Ich beobachtete noch einige Minuten, traute mich nicht das Fernglas zu holen, denn ich ahnte schon, welche Seltenheit ich entdeckt haben könnte, und dann stürzte er sich plötzlich wie ein Pfeil blitzschnell nach unten, mit der Rückenseite in meine Richtung und von der Sonne angestrahlt. Welch eine schillernde Farbenpracht, kann ich Euch sagen, es leuchtete in sämtlichen Blautönen bis smaragdgrün, dann war es mir klar, es war tatsächlich ein Eisvogel. Was war ich aufgeregt!

Schnell eilte ich zu unserem Fernglas und hatte Glück, der Eisvogel flog wieder auf einen Baum an Nachbars großen Teich. Es war Winterzeit, sodass ich durch die blätterlosen Bäume freie Sicht auf den schmucken Kerl hatte. Eine ganze Zeit lang konnte ich dieses seltene Exemplar noch bei so manchem Beuteflug beobachten. Er setzte sich auch immer so, dass ich ihn von vorne bewundern konnte. Dieses Erlebnis wiederholte sich noch einmal im darauf folgenden Jahr, beide Ereignisse werden mir mein Leben lang unvergesslich bleiben. Eisvögel sind äußerst selten, deshalb ist es eine absolute Rarität, dieses Juwel unter unseren heimischen Vögeln sogar bei uns im Wohngebiet bewundern zu können. Zwei weitere Eisvögel entdeckte ich beim Spazierengehen und beim Fahrradfahren, jeweils an zwei verschiedenen Flussufern. Unvergessliche Erlebnisse!

Hattet Ihr auch schon ein Erlebnis mit einem „fliegenden Edelstein“?

Dann teilt es doch bitte mit uns, wir sind schon gespannt,

Eure
Maria

Ein besonderer Waldspaziergang – Fünf Spechte inbegriffen

Specht

Dass mir die Natur und Umwelt sehr am Herzen liegt, wissen viele von Euch durch meine bisherigen Blogs. Leider ist es mir nicht vergönnt, ein Haustier zu halten, wegen meiner ausgeprägten Tierhaarallergie. Umso mehr freue ich mich, wenn ich Tiere in der freien Natur entdecke. So möchte ich Euch heute von einem Erlebnis der ganz besonderen Art berichten.

„Spechtgesang“ vom Grünspecht – wie schön
Letzten Samstag war ich mit meiner lieben Mutter im Wald spazieren. Kaum waren wir ein paar Meter gegangen, entdeckte ich einen großen Vogel im Anflug, der ganz in unserer Nähe auf einer freien Fläche auf dem Boden landete, es war ein Grünspecht, und zwar ein besonders schönes Exemplar. Ohne sich um uns zu kümmern stocherte er energisch im GrünspechtBoden herum, sah sich dabei um und schien es zu genießen, im Boden nach Nahrung zu suchen. Dieser schöne Geselle war ein auffallend großes Prachtstück von einem Grünspecht und wunderschön gezeichnet. Beim unbekümmerten Herumstochern im Boden konnten wir ihm mindestens 5 Minuten als Zuschauer beiwohnen. Er schien sich wohl zu fühlen in unserer Gegenwart, denn eigentlich sind Spechte nicht sonderlich zutraulich. Erst als sich uns eine Spaziergängerin näherte, flog er mit markantem verabschiedenden „Spechtgesang“ munter ab und davon. Grünspechte suchen ihre Nahrung bevorzugt am Boden, und Ameisen sind ihre Leibspeise, habe ich mich zwischenzeitlich schlau gemacht. Grünspechte brüten gerne an den Rändern von Laub- und Mischwäldern, von Nadelwäldern in Parkanlagen und sogar an Streuobstgebieten. Der Grünspecht zählt zu den Erdspechten und zu den größeren Spechtarten.

Noch ein Grünspecht in der Baumkrone
Dann gingen wir ganz begeistert weiter, meine Mutti ist genauso tierlieb wie ich. Sie geht gerne mit mir spazieren, sie sagt, wenn sie mit mir unterwegs ist, würde sie immer so viele schöne Tiere zu Gesicht bekommen. Ich weiß selbst nicht wie Spechthöhledas funktioniert, aber irgendwie habe ich scheinbar die Gabe, immer genau dahin zu sehen, wo gerade irgendwelche Tierfreunde unterwegs sind. Ich denke manchmal, das ist die Entschädigung für die vielen anderen Entbehrungen, die ich ansonsten MCS-bedingt hinnehmen muss. Jedenfalls ließ der nächste Vogelfreund nicht lange auf sich warten, ich entdeckte wieder einen Grünspecht, diesmal aber einen wesentlich kleineren. Zuerst dachte ich, es sei ein Grauspecht, da diese dem Grünspecht ähnlich, jedoch kleiner und blasser im Gefieder sind. Aber es war eindeutig ein weiterer Grünspecht, der gerade von einer Baumkrone davonflog. Wir freuten uns beide sehr, ihn noch kurz gesehen zu haben, denn gleich zwei Grünspechte in nur so kurzer Zeit, das fanden wir Beide besonders schön.

Spechte, Spechte und noch ein Specht
Doch unser Ausflug war noch nicht zu Ende. So konnten wir bald einen weiteren, ganz besonderen Specht in unsere „Spechttrophäensammlung“ einreihen, es war ein Kleinspecht, von dem ich am Samstag noch dachte, es sei ein KleinspechtWeißrückenspecht. Aber zu Hause beim Wälzen meiner Vogel- und Tierbücher sowie beim Recherchieren im Internet, fand ich heraus, dass es ein Kleinspecht gewesen sein muss. Es war ein Männchen, welches durch sein komplett schwarz-weiß gezeichnetes Gefieder und seinen roten Scheitel auffiel. Spechte voneinander zu unterscheiden ist nicht immer ein leichtes Unterfangen, einige Arten sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Beispielsweise kann man den Weißrückenspecht leicht mit dem Bunt- und dem Kleinspecht verwechseln. Der Kleinspecht gehört zur Gattung der Buntspechte, ist kaum größer als ein Sperling und sieht dem Weißrückenspecht durch seine schwarz-weiße Rückenzeichnung sehr ähnlich. Die Männchen haben einen roten Scheitel, die Weibchen sind ohne Rot im Gefieder, dafür haben sie einen schmutzig weißen Scheitelfleck.

Und dann noch ein wunderschöner Buntspecht…
Inzwischen waren wir schon auf dem Rückweg angelangt und freuten uns ganz begeistert über unsere zahlreichen Entdeckungen. Kurz bevor wir ans Auto gelangten, dachten wir, das geht nicht mit rechten Dingen zu, das kann doch nicht Buntspechtwahr sein! Schon wieder ein Specht, diesmal war es ein schöner Buntspecht, ganz nahe von uns hämmerte er oben am Baumstamm herum. Durch das Geräusch das er dabei verursachte, wurden wir erst auf den hübschen Burschen aufmerksam. Buntspechte sind schön kontrastreich gefiedert mit auffallend rotem Nackenfleck, sie sind Standvögel und tagaktiv. Bei der Nahrungssuche sind Buntspechte vielseitiger als andere Spechtarten, sie plündern sogar Nester mit Eiern und Jungvögeln. Im Winter ernähren sie sich u. a. von Samen von Nadelbäumen. Buntspechte sind in Europa  die am häufigsten vorkommenden und am weitesten verbreiteten Spechte. Buntspechte brühten nicht nur in Wäldern sondern auch in Obstgärten und in Parkanlagen mitten in unseren Städten.

Kaum zu glauben, fünf Spechte an einem Tag!

SpechtMeine Spechtgeschichte ist noch nicht am Ende angelangt, denn ca. eine Minute nach Sichtung des schönen Buntspechtes kam ein weiterer Buntspecht zu seinem Gefährten an den Baum geflogen. Das war also Nummer fünf. So viele Spechte haben wir Beiden im ganzen Leben nicht an einem Tag, geschweige denn innerhalb von eineinhalb Stunden, gesehen. Davon musste ich Euch unbedingt erzählen, denn wir Beiden empfanden den vergangenen Samstag als einen ganz besonderen Tag. Juhu!!!

Liebe Grüsse

Eure Maria

Diesen Blog widme ich einem lieben Menschen, der am 29.11.2008, 47 Jahre geworden wäre. Dass ich zusammen mit meiner Mutti diesen schönen Waldspaziergang, mit den zahlreichen Freunden erleben durfte, macht diesen Tag zu einem ganz besonderen Tag in meinem Leben.

MCS Umfrage: Müsst Ihr wegen Chemikalien-Sensitivität eine MCS Schutzmaske tragen?

Wichtigste Therapie bei MCS: Expositionsstop

Die bisher wirkungsvollste Therapie bei MCS ist laut führender Umweltmediziner Expositionsvermeidung. Abgase, Parfum, Duftstoffe, Pestizide von Feldern, frisch gestrichene Farbe, etc. gehören zu den Expositionen, denen man schwer ausweichen kann. Ein Teil der Menschen, die unter Chemical Sensitivity (ICD-10 MCS T78.4) leiden, sind so stark auf solche Chemikalien in ihrer Umwelt sensibilisiert, dass sie deswegen gezwungenermaßen nur noch mit einer Schutzmaske oder Sauerstoff aus dem Haus gehen können.

Wir haben im CSN-Forum eine Umfrage gestartet, an der Ihr Euch beteiligen könnt.

Es stehen fünf Antworten zum Anklicken zur Auswahl:

  1. Ich benutze regelmäßig eine MCS-Schutzmaske

  2. Ich benutze eine MCS-Schutzmaske und Sauerstoff

  3. Ich benutze meine MCS-Schutzmaske unregelmäßig

  4. Ich benutze noch keine MCS-Schutzmaske

  5. Ich müsste eine MCS-Schutzmaske tragen, traue mich aber nicht

Um an der MCS Umfrage teilzunehmen, klickt bitte Eure Antwort im CSN Forum an.

Vielleicht habt Ihr auch Lust, uns hier im Blog zusätzlich über Eure persönlichen Erfahrungen mit dem Tragen einer MCS- Schutzmaske und wie Euer Umfeld darauf reagiert zu berichten.

Studie zeigt, chloriertes Trinkwasser kann Geburtsfehler auslösen

Werdende Mutter

Wie wichtig es ist, ausschließlich wirklich sauberes Wasser ohne chemische Rückstände zu trinken, veranschaulicht eine Studie der Universität Birmingham über Frauen, die während ihrer Schwangerschaft herkömmliches chloriertes Leitungswasser tranken. Die Kinder dieser Frauen hatten ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler, u. a. Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Hirnschäden und Herzschäden.
Die Analyse der Wissenschaftler basierte auf der repräsentativen Untersuchung von fast 400000 Kindern in Taiwan. Es ist die erste Studie ihrer Art, die Nebenprodukte bei der Chlorierung von Trinkwasser mit drei spezifischen Geburtsdefekten in Zusammenhang bringt.

Chlorierung von Wasser wird weltweit eingesetzt. Es ist eine höchst effektive Methode, Trinkwasser zu desinfizieren und reduziert das Auftreten von Krankheiten. Zahlreiche Studien haben jedoch die Präsenz vieler Nebenprodukte aus der Chlorierung im Wasser aufgedeckt. Jüngste wissenschaftliche Forschung weißt darauf hin, dass Exposition gegenüber diesen Nebenprodukten vor der Geburt das Risiko für Geburtsdefekte ansteigen lässt.

Das Wissenschaftlerteam, das von Jouni Jaakkola vom Institut für Arbeits- und Umweltmedizin an der University Birmingham geleitet wurde, sammelte Daten von fast 400000 Säuglingen, die in Taiwan geboren wurden. Die Forscher verwendeten statistische Analysen um festzustellen, ob Trinkwasser, das hohe, mittlere oder geringe Mengen an Nebenprodukten der Chlorierung enthielt, das Risiko für 11 häufig auftretende Geburtsdefekte verstärkt.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Exposition gegenüber hohen Mengen der Nebenprodukte das Risiko für drei häufige Geburtsdefekte in beträchtlichem Maße erhöhen: Loch in der Herzscheidewand, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und Anenzephalie (wenn die Entwicklung der Nerven fehlschlägt, was zum Fehlen wichtiger Teile des Gehirns, des Schädels, der Hirnhäute und der Kopfhaut führt).

Eine Exposition gegenüber einer Gesamtmenge Trihalomenthan (Chloroform) von über 20 µg/l stand in Zusammenhang mit einem 50 bis 100% verstärktem Risiko, verglichen mit 5 µg/l. Die Ergebnisse der Wissenschafter wurden durch zusätzliche Analysen gestützt, indem man die gesammelten Daten mit solchen aus ähnlichen Studien abglich

„Der biologische Mechanismus, wie diese Nebenprodukte der Desinfektion nun genau solche Defekte verursachen können, ist noch unklar“, sagte Studienleiter Jaakkola, „jedoch tragen unsere Feststellungen nicht nur zum Beweis bei, dass Chlorierung des Trinkwassers Geburtsdefekte auslöst, sondern deuten auch darauf hin, dass Expositionen gegenüber Nebenprodukten der Chlorierung verantwortlich für einige ganz spezifische und häufig auftretende Geburtsfehler sind.“

Chlor wird zwar in der Trinkwasseraufbereitung nicht mehr in dem Umfang zur Desinfektion eingesetzt wie vor Jahren, aber es ist immer noch im Einsatz, weil es im Vergleich zu anderen Chemikalien oder neueren Methoden wesentlich günstiger ist.
Zusätzlich muss darauf hingewiesen werden, dass bei Schadensfällen und Kontaminierung des Trinkwassers temporär oft höhere Mengen an Chlor beigemischt werden, um die Sicherheit des Wassers zu garantieren. Schwangere sollten auf das Trinken von ungefiltertem Leitungswasser verzichten.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 26.11.2008

Literatur:
Bing-Fang Hwang, Jouni JK Jaakkola and How-Ran Guo. Water disinfection by-products and the risk of specific birth defects: A population-based cross-sectional study in Taiwan. Environmental Health, 2 June 2008

Eichhörnchenfamilie und ihre Freunde zu Besuch

Eichhörnchen - Ein Freund im Garten

Unser Naturgarten lockt viele Tierfreunde an, und es ist eine richtige Freude, sie zu beobachten. Seit vergangenem Jahr ist eine Eichhörnchenfamilie zu Gast. Erst waren es zwei Eichhörnchen, die Walnüsse vom Gartentisch mopsten. In diesem Herbst bekamen wir nach und nach ihre Eichhörnchenkinder zu sehen. Vier sind es, aber wir sind nicht ganz sicher, so flink wie die putzigen Burschen sind.

Wir haben einen Nusskasten extra für Eichhörnchen auf der Fensterbank im Büro installiert. Der Kasten ist aus Naturholz und hat vorne eine Plexiglasscheibe, damit die kleinen Freunde die Nüsse auch gut sehen können. Was war das ein Spaß, als der Kasten neu war. Vater Eichhörnchen hatte das neue „Nussversteck“ als Erster erspäht im vergangenen Frühjahr. Fortan räumte er kräftig ab.

Eichhörnchen lernt Nüsse zu schnappenIrgendwann saß ich im Büro und dachte, nein, dass ist doch nicht das gleiche Eichhörnchen wie sonst, es ist kleiner. Dann war klar, es war wohl seine Freundin, und er hatte ihr vom „Nussschatz“ erzählt. Sie schaute verwundert durch die Glasscheibe in die Kiste, dann sprang sie auf den Deckel. Hmm, nichts passierte, es war keine Nuss zu erhaschen. Sie versuchte den Deckel zu öffnen, doch auch das klappte nicht. Dann wurde die Eichhörnchendame richtig wütend. Sie hüpfte auf den Decken des Nusskastens und sprang erzürnt darauf herum. Es tat sich immer noch nichts, was Madame noch ärgerlicher machte, so ärgerlich, dass sie vor Wut in den Deckel des Nusskastens biss.

Eichhörnchen liebt NüsseWas ein guter Freund ist, der erzählt seiner Freundin, wie es geht, und so dauerte es nicht lange, bis die Eichhörnchendame wusste, wie man sich an den Nüssen bedient. Fortan klapperte der Deckel des Nusskastens den ganzen Tag. Die Eichhörnchen-dame kam so oft zu Besuch, dass sich in uns eine Vermutung einschlich. Sollte sie etwa… Ja, genauso war es: Die beiden Eichhörnchen hatten Junge. Es dauerte bis zu diesem Herbst, bis wir sie zu Gesicht bekamen. Natürlich hatten ihre liebevollen Eltern ihnen vom Nusskasten auf der Fensterbank der Menschen erzählt. Eines nach dem anderen tauchte auf und versuchte an die Nüsse heranzukommen. Es dauerte mehr oder weniger lange bei den Kleinen, bis es klappte, den Deckel zu öffnen und eine Nuss herauszuangeln.

Die dicke Katze ist nicht sehr erfreutIm Gegensatz zu uns ist unsere Katze jedoch kein bisschen erfreut. Heute saß sie dick und gemütlich auf der Fensterbank um Vögel zu beobachten. Sie machte sehr merkwürdige Geräusche dabei, weil sie keinen durch die Fensterscheibe erhaschen konnte. Dann passierte es, dass Gebüsch wackelte und schupps sprang eines der jungen Eichhörnchen auf die Fensterbank. „Silbermäntelchen“ haben wir es getauft, weil es im Gegensatz zu den anderen ein eher silbernes Fell auf dem Rücken hat. Silbermäntelchen ist derzeit der beste Nussabnehmer, den wir haben, kein Wunder, es muss sich noch stärken vor dem langen Winter, weil es das Kleinste von allen ist.

Die Katze schaute mit riesengroßen Augen auf das Eichhörnchen. Doch der kleine Bursche, ganz keck, setzte seine Vorderpfoten außen auf den Böse KatzeFensterrahmen und schaute dem dicken schwarzweißen Feind fest in die Augen. Die Katze duckte sich, mit soviel „Dreistigkeit“ hatte sie nicht gerechnet. Silbermäntelchen ließ sich nicht weiter stören und öffnete den Kasten, schnappte eine Walnuss, hüpfte in den Haselnussbusch, schwang sich wie ein Artist einmal rund um den Ast und verschwand im Gebüsch. Die Katze war sichtlich „sprachlos“, sie konnte nicht fassen was da direkt vor ihren Augen geschah. Kaum hatte sie sich vom Anfangsschrecken erholt, polterte es wieder auf der Fensterbank und Silbermäntelchen schaute ihr erneut in die kämpferisch blitzenden Katzenaugen.

Eichhörnchen sitzt auf NusskastenIrgendwie schien sich der kleine Freund mit silbernem Pelz ganz sicher zu sein, dass die Fensterscheibe zwischen ihnen beiden ein undurchdringbarer Schutz vor Katzen ist. Mit zwei Pfötchen stützte es sich erneut auf den Fensterrahmen und ließ sich weder von den sonderbaren Knurrgeräuschen der Katze noch von deren zwecklosen Prankenhieben gegen die Fensterscheibe beeindrucken. Mindestens zehnmal kam der kleine kecke Bursche wieder, um Nüsse abzuräumen und sich dabei keinen Deut von der Katze beeindrucken zu lassen.

Aber die Eichhörnchenfamilie hat nicht nur „Feinde“ in unserem Garten, sondern auch Freunde. Es gibt da zwei Meise im HaselbuschMeisen, mit denen sie offensichtlich Freundschaft geschlossen haben. Die kleinen Gefiederten kommen wie ein Blitz angeflogen, wenn ein Eichhörnchen zu Gast war und eine Nuss auf der Fensterbank vertilgt hat. Im Nu sind die leckeren übrig gebliebenen Nusskrümmelchen vertilgt. Dann wartet man im Haselbusch, bis die vierbeinigen Freunde wieder durch die Büsche gesprungen kommen.

Es gibt noch einen Freund der Eichhörnchenfamilie, den bekamen wir gestern erstmals zu Gesicht. Im Prächtiger Specht im GartenAugenwinkel hatte ich draußen eine Bewegung bemerkt. Was war das für eine Kralle auf dem Deckel des Nusskastens? Sie gehörte eindeutig keinem Eichhörnchen. Die Antwort sollte nicht lange auf sich warten lassen. Ein schwarz-weißer Specht hüpfte auf den Nusskasten. Es war ein prächtiger Bursche mit wunder-schöner Zeichnung und leuchtend rotem Bauch. Nun saß er auf dem Kasten, doch der ließ sich nicht öffnen. Er hämmerte ganz nach Spechtmanier mit dem Schnabel gegen die Scheibe. Irgendwann wurde es ihm zu dumm und er flog auf seinen Beobachtungsposten, um zu schauen, wie Eichhörnchen wohl an die Nüsse herankämen.

Wir hatten ein wenig Mitleid mit den ganzen gefiederten Freunden und hängten schnell einen Meisenknödel und ein Säckchen mit Nüssen auf. Es dauerte noch keine fünf Minuten und das Ereignis hatte sich herumgesprochen. Jetzt kommt eine ganze Schar von Meisen, ein prächtiger Specht und eine sechsköpfige Eichhörnchenfamilie zu Besuch. Das bedeutet, wie müssen uns einen großen Nussvorrat für den langen Winter zulegen. Die Jungs der Bioladenbesitzerin freuen sich. Sie sind stolze Besitzer und Hüter mehrer Walnussbäume und sorgen für Nachschub. Ihr Taschengeld für Winterzeit ist gesichert.

Für Juliane mit den besten Genesungswünschen.

Antibiotika gegen akute Bronchitis unnötig

Krank im Bett mit Bronchitis

Feuchtes Wetter, Heizungsluft und viele Menschen auf engem Raum begünstigen Viruskrankheiten wie akute Bronchitis. Fünf Prozent der Erwachsenen leiden jährlich etwa unter dieser Erkrankung, die durch Entzündung der Bronchien und der Lunge eintritt. Als Mittel der Wahl werden sehr häufig Antibiotika und bei fast hundert Prozent der Patienten  Hustenmedizin verschrieben.
Völlig sinnlos, sagen Wissenschaftler der Virginia Commonwealth Universität, denn es ist keine Indikation ersichtlich, dass Antibiotika und Hustenmittel bei akuter Bronchitis helfen. (1) Antibiotika haben weit reichende Nebenwirkungen und können Resistenzen und Allergien auslösen, (2) zusätzlich schädigen sie die Natur.

Winterzeit – Erkältungszeit
Bei der vorherrschenden feuchten Witterung und den kurzen Tagen halten wir uns vornehmlich in Innenräumen auf. Die Ansteckungsgefahr für bakterielle und virale Infekte steigt.

Top- Diagnose in Arztpraxen
Die Diagnose „Akute Bronchitis“ ist eine der am häufigsten gestellten Diagnosen in Allgemeinpraxen, vor allem bei Kindern, Alten und geschwächten Personen.  Treffender wäre jedoch in den meisten Fällen die Diagnose „Akuter Atemwegsinfekt“, da in der Regel nicht nur die Bronchien, sondern auch andere Teile der Atemwege betroffen sind.

Nutzlos bei akuter Bronchitis
Antibiotika sind bei unkomplizierter Bronchitis meist ohne großen Nutzen, doch trotzdem gehört Bronchitis zu den häufigsten Anwendungsgebieten für Antibiotika. Oft erfolgt die Verordnung auf Wunsch der Patienten oder aus der Sorge des Arztes heraus, er könnte eine sich entwickelnde Lungenentzündung übersehen. Wichtige Gegenargumente liefert eine im renommierten amerikanischen Ärzteblatt JAMA erschiene Studie. Prof. Dr. Richard P. Wenzel und sein Team sichteten auf kritische Weise die internationale medizinische Fachliteratur. Sie untersuchten wissenschaftliche Studien und klinische Versuche dahingehend, ob die Wirksamkeit von Antibiotika und Hustenmedikamenten bei akuter Bronchitis nachgewiesen wurde.

Nahezu alle Ursachen für akute Bronchitis sind viral bedingt und werden von Organismen verursacht, für die es keine bekannte Therapie gibt und die nicht durch eine Behandlung mit einem Antibiotikum beeinflusst werden können.

Bei einem relativ geringen Prozentsatz von fünf Prozent liegt die Ursache für die Bronchitis bei irritierenden Substanzen aus der Umwelt. Nur ein verschwindend kleiner Prozentsatz von Fällen mit akuter Bronchitis wird überhaupt durch Bakterien verursacht. Professor Wenzel meinte daher abschließend in seinem Bericht, dass man anhand der Daten aus der medizinischen Fachliteratur behaupten kann, dass landläufig keine evidenz-basierte Medizin praktiziert wird, wenn man die gängige Therapieweise von akuter Bronchitis objektiv betrachtet.

Auch vor Wenzel und seinem Team gab es bereits Kritiker für die unsinnige Behandlungsweise. So wies auch Mark Ebell von der Michigan State University darauf hin, dass selbst Patienten mit leichtem Fieber oder grün gefärbten Sputum nicht unbedingt Vorteile von der Therapie mit einem Antibiotikum hatten. Die Ärzte sollten deshalb, so Ebell, den Mut haben, ihren Patienten zu erklären, dass eine akute Bronchitis in der Regel drei Wochen dauert, ob mit oder ohne Antibiotika. Genauso verhält es sich bei der Verabreichung von Hustenmedizin gegen akute Bronchitis, sagten die Wissenschaftler der Virginia Commonwealth University, denn es ist keine Indikation aus der medizinischen Literatur ersichtlich, dass sie helfen würde.

Das American College of Physician und die U.S. Centers for Disease Control haben als Konsequenz Leitlinien erstellt, die Mediziner dazu auffordern, damit aufzuhören, Patienten mit akuter Bronchitis einfach automatisch Antibiotika zu verschreiben.

Erhebliche Nebenwirkungen
Bei 70 – 80 % der Patienten wird bei akuter Bronchitis Antibiotika für einen durchschnittlichen Zeitraum von fünf bis zehn Tagen verabreicht.

Die Einnahme von Antibiotika kann mit erheblichen Nebenwirkungen und Resistenzbildung einhergehen. Resistenzen gegenüber Antibiotika können sehr folgenreich sein, weil sie automatisch bei einem Notfall bei anderen schweren Infektionen ausscheiden, was tödliche Folgen haben kann.

Als Hauptnebenwirkungen von Antibiotika sind Bauchschmerzen, Durchfall und Darmstörungen bekannt. Sie können auch in seltneren Fällen organtoxische Wirkungen wie Nieren- und Hörschäden auslösen. Zusätzlich ruinieren sie die Darmflora, was im weiteren Verlauf zu erhöhter Infektanfälligkeit, Allergien, Asthma und nicht selten zu rasanter Vermehrung des Candida Hefepilzes führt. (3)

Auch Allergien können durch die Einnahme von Antibiotika auslöst werden, was zu deren dramatischen Anstieg weltweit beigetragen hat. Besonders prädestiniert für die Entwicklung von Allergien nach Einnahme von Antibiotika, sind Kinder bis zum fünften Lebensjahr. (3,6) Als eklatant zeigten sich die Auswirkungen auch bei Kleinkindern, die im Verlauf ihres ersten Lebensjahres Antibiotika bekamen, denn sie leiden später weitaus eher unter Asthma. (3, 5)

Unnötige Kosten für das soziale System eindämmen
Ganz abgesehen vom fehlenden Nachweis, dass Antibiotika bei akuter Bronchitis überhaupt helfen, können sie sehr teuer sein und durch entstehende Nebenwirkungen zusätzlich weitere Kosten und Krankenstand verursachen.

Prof. Dr. Wenzel von der VCU weißt daher mahnend darauf hin, dass auch der Patient einen Teil der Verantwortung für diesen Missstand mit trägt, denn manche Patienten kommen bei akuter Bronchitis mit der Erwartung auf ein Rezept für Antibiotika oder Hustenmedizin in die Praxis, was den Arzt in Zugzwang bringt. Ein verantwortungsvoller Arzt hilft seinem Patienten jedoch am besten, wenn er ihn klar darüber aufklärt, dass beiden Medikamentengruppen in diesem Falle unnötig und schädlich sind, weil es keinen Nachweis in der wissenschaftlichen Literatur gibt, dass Antibiotika oder Hustenmittel für akute Bronchitis wirksam sind. Auf diese Art können im Gesundheitssystem, wie Prof. Dr. Wenzel betont, als weiterer positiver Nebeneffekt, große Summen eingespart werden.

Die Natur leidet mit
Ein weiterer großer Schaden durch zu häufige und unnötige Verabreichung von Antibiotika entsteht der Natur, insbesondere den Gewässern. Durch den unzureichenden Abbau der Antibiotika im Körper gelangen Reste von Antibiotika ins Abwasser, wodurch Bakterien in den Kläranlagen und Abwasserkanälen durch den dauernden Selektionsdruck Resistenzen ausbilden, was der Umwelt großen Schaden zufügt.

Tipps bei akuter Bronchitis
Bisher gibt es wenig, was eine ausgebrochene akute Bronchitis stoppen kann. Viel mehr, als schleimlösende Medikamente kann ein Arzt bei einem normalen Verlauf kaum anbieten. Natürliche Präparate gegen die Entzündung, wie Bromelain, Kreuzkümmel, Omega III Fischöl und Antioxidantien wie Vitamin C und E, N-Acetylcystein, wie auch Zink, haben sich als sehr unterstützend erwiesen.

Der Hustenreiz sollte, wenn möglich, nicht unterdrückt werden, da er zum Selbstheilungseffekt beiträgt. Viel trinken, möglichst Wasser, Kräutertee oder Grüner Tee, der zusätzlich sehr reich an Antioxidantien ist, hilft den Schleim zu lösen und gibt dem Körper Flüssigkeit zurück. Raucher sollten sofort nach Ausbruch der Krankheit das Rauchen einstellen. Auch auf Duftstoffe sollte verzichtet werden, weil sie die Atemwege unnötig reizen.

Nicht zuletzt sollte man Geduld für den eigenen Körper entwickeln, denn auch wenn akute Bronchitis schmerzhaft und Kräfte zehrend ist, sie verschwindet meist von ganz alleine, sobald die Entzündung der Bronchien abklingt.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, November 2008

Literatur:

1. Richard P. Wenzel, Alpha A. Fowler III, Press Release: Antibiotics Unnecessarily Prescribed For Acute Bronchitis, Virginia Commonwealth University, New England Journal of Medicine, 16. Nov. 2006
2. Linder JA, Singer DE, Stafford RS., Association between antibiotic prescribing and visit duration in adults with upper respiratory tract infections, Clin Ther. 25 (9):2419-30. 2003 Sep.
3. Mairi C. Noverr,1 Rachael M. Noggle,1 Galen B. Toews,1 and Gary B. Huffnagle1,2, Role of Antibiotics and Fungal Microbiota in Driving Pulmonary Allergic Responses, Infection and Immunity, p. 4996-5003, Vol. 72, No. 9
4. Mark Ebell, JAMA 2005; 293: 3062-3064, September 2004
5. Marra F, Lynd L, Coombes M, Richardson K, Legal M, Fitzgerald JM, Marra CA., Health Economics Program, Centre for Clinical Epidemiology and Evaluation, Vancouver Coastal Health Research Institute, Faculty of Pharmaceutical Sciences, Does antibiotic exposure during infancy lead to development of asthma?: a systematic review and metaanalysis. Chest. 2006 Mar; 129 (3):610-8.
6. Bjorksten, B., E. Sepp, K. Julge, T. Voor, and M. Mikelsaar. Allergy development and the intestinal microflora during the first year of life. J. Allergy Clin. Immunol. 108:516-520.2001

Gesetz geht Beauty-Salons und Friseuren an die Existenz

Zuviel Chemie im FriseursalonDie Besitzer von Beautysalons und Friseure stehen Kopf. Sie fürchten, dass eine neue Gesetzgebung ihre Existenz kostet. Es wird gefordert, dass Beautysalons und Friseure der amerikanischen Kleinstadt Bellingham einen separaten Tank für chemikalien-belastete Abwässer einbauen müssen. Ein Gesuch nach einer Ausnahme-regelung von der Abwasserverordnungsregel 5 fand kein offenes Ohr bei den Verantwortlichen der Stadt, Umweltschützern, Vertretern der Gesundheits-behörde und anderen Geschäftsbesitzern.

Beauty- und Friseursalons produzieren täglich Abwasser, dass stark mit Chemikalien belastet ist. Shampoos, Haarspülungen, Haarfärbe- und Dauerwellenmittel, Nagellackentferner, Gesichts-packungen, Lotionen, etc. sind fast ausnahmslos Chemiecocktails. Sie enthalten Chemikalien, die für Umwelt und Gesundheit erheblich bedenklich oder sogar gefährlich sind.

Die Besitzer der Salons von Bellingham hatten um eine Ausnahmeregelung bei der Stadtverwaltung erbeten, weil das Installieren und die Wartung der zusätzlichen Tanks, die chemikalienbelastete Abwässer auffangen sollen, ihre Existenz kosten könne. Den Direktor der Abwassergesellschaft beeindruckte das Jammern nicht, er argumentierte, dass es eine Regelung gäbe, und einen guten Grund dafür. Wenn Salons sich nicht an die Abwasserregelung halten müssen, warum sollten es dann Chemische Reinigungen oder Tankstellen? Das Entscheidende an der ganzen Angelegenheit sei, dass man es, nur weil es teuer sei, den Salonbetreibern weiter erlauben könne, dass sie weitermachen mit der Kontaminierung des Grundwassers.

Der Gesundheitsvertreter der Stadt hatte auf eine Beschwerde eines Bürgers hin sofortiges Handeln innerhalb von einem Vierteljahr gefordert. Alle Friseursalons wurden aufgefordert, dass innerhalb dieser Zeit einen separaten Tank zum normalen Abwassertank zu installieren. Die Kosten, die damit verbunden sind, können sich auf 20.000$ belaufen. Eine stolze Summe für ein kleines Unternehmen. Doch dabei bleibt es nicht, denn diese Tanks müssen alle 10 Tage geleert werden, und das kann pro Leerung bis zu 1.200$ kosten.

Man ist sich in der Stadt Bellingham bewusst, dass Betriebe, die von dieser Regelung erfasst werden, unter Umständen aufgeben müssen. Nichts desto trotz beharren die Verantwortlichen darauf und begründen ihre Standhaftigkeit damit, dass sie verhindern wollen, dass Chemikalien das Grundwasser in den Bereichen der Stadt verseucht, die keine normale Kanalisation haben. Der Direktor der Gesundheitsbehörde der Stadt betonte beharrlich, dass die Regeln aus einem Grund geschaffen wurden, nämlich um die Umwelt zu schützen.

Der Direktor der Abwassergesellschaft argumentierte in seiner Stellungnahme gegenüber den Inhabern von Beauty- und Friseursalons, dass der Aufwand für sie zwar teuer sei, aber die Chemikalien, um die es sich handele, seien eben auch ziemlich toxisch. Man solle daran denken, dass Mitarbeiterinnen in Nagelsalons nicht umsonst eine Maske während der Arbeit tragen würden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN  – Chemical Sensitivity Network, 11. November 2008