Archiv der Kategorie ‘Krank durch Chemikalien‘

Schwere multiple Allergien nehmen drastisch zu, Mediziner schlagen Alarm

Verzweifelter Arzt

In England schlagen Allergiespezialisten renommierter Kliniken Alarm, immer mehr Patienten leiden unter schweren multiplen Allergien. Mediziner aus Kliniken in Cambridge, Liverpool, Birmingham und London bestätigten gegenüber BBC News, dass vor allem Kinder von schweren Allergien betroffen seien und dass die Situation zu eskalieren beginne. Dr. Nasser von der Cambridge University gab gegenüber dem BBC zu verstehen, dass einige Experten die Auffassung vertreten, dass das moderne Leben uns allergisch mache.

Dramatischer Anstieg von Allergien
Dr. Jonathan North, ein Immunologe aus Birmingham, teilte dem Nachrichtensender BBC in der zweiten Aprilwoche mit, dass man bislang davon ausging, dass etwa 15% der Bevölkerung irgendeine Allergie habe. Jetzt sähe es hingegen so aus, dass fast 40% der Bevölkerung unter Allergien leide, diese Zahlen seien gut dokumentiert. Gleichzeitig erwähnte der Immunologe, dass die Komplexität und der Schweregrad der Fälle ebenfalls zunähmen. Ein Faktor, der daran mit schuld sein könne, glaubt Dr. North, sei die große Vielzahl verschiedener Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen, und dass Kinder ihnen schon sehr früh ausgesetzt seien.

Immer häufiger tödlicher Verlauf bei Allergien
Ein weiterer Experte, ein Allergologe aus Cambridge, Dr. Shuaib Nasser, bestätigte gegenüber dem BBC ebenfalls, dass insbesondere multiple Allergien im Anstieg seien. Er gab sich besonders besorgt über den Schweregrad der Allergien, die zu beobachten seien, und dass sie öfter einen tödlichen Verlauf nehmen.

Patienten, die unter Heuschnupfen leiden, würden immer jünger, berichtet der Allergologe, und dass der Zeitraum, in dem die Patienten unter Symptomen leiden, immer länger werde. Diese Allergien seien nicht einfach nur als lästig anzusehen, es handle sich dabei nicht einfach nur um eine laufende Nase. Vielmehr würden die Patienten Asthma entwickeln und würden wegen schwerer Attacken in die Klinik eingeliefert, so der Allergologe der renommierten Klinik in Cambridge. Todesfälle durch Asthma nehmen nach seiner Beobachtung den Höchststand in den Monaten Juli und August ein, genau den Monaten, in denen Umweltallergene und Schimmelsporen ihren Höchststand haben. Schuld daran seien die sich verschiebenden Klimabedingungen. Die Saison für viele Allergien würde dadurch länger. Dr. Nasser gab sich gegenüber dem BBC sehr besorgt darüber, dass insbesondere die Todesfälle durch Allergien bei Kindern immer häufiger auftreten. Der Experte gab zu bedenken, dass, wenn solche Allergien rechtzeitig diagnostiziert und behandelt würden, solche Todesfälle vermeidbar seien.

Multiple Allergien im Anstieg begriffen
Eine erfahrene ältere Krankenschwester von einer Kinderklinik in Liverpool sagte gegenüber dem BBC, dass vor allem kleine Kinder von einem bestimmten unterdiagnostizierten Allergiemuster betroffen seien. Oft würde ein Kind vom behandelnden Arzt nur mit einer Allergie, z.B. Erdnussallergie, zu ihnen in die Klinik überwiesen. Wenn das Kind dann aber eingehend untersucht würde, stelle man fest, dass es auch Hautekzeme habe, unter Asthma und Heuschnupfen leide und meist dazu noch mehrere Nahrungsmittelallergien habe.

Eine schwere Allergie führt oft zu weiteren Allergien
Dr. Nasser, Allergologe an der Cambridge University, sagte abschließend gegenüber BBC, dass der Anstieg multipler Allergien im Kontext mit dem allgemeinen Anstieg von Allergien zu sehen sei. England würde zu den Ländern gehören, die mit die höchsten Allergieraten weltweit zu verzeichnen haben.

Die Zahl der Menschen mit schweren Allergien sei zunehmend, und wenn man eine schwere Allergie habe, sei man prädestiniert, multiple Allergien zu bekommen, so der Experte. Als Beispiel für die Bedenklichkeit der Situation führte Dr. Nasser Ekzeme an. Die Zahl der Fälle sei im Zeitraum von vier Jahren um 40% angestiegen, dass habe eine Studie belegt, die im letzen Monat veröffentlicht wurde. Als Grund dafür sei wohl die massive Verwendung von Seifen und Waschmitteln zu sehen, die den Schutzmantel der Haut zerstöre und ihr Nährstoffe raube. Die Haut sei als eine „Eintrittspforte“ zu sehen, über die sich andere Allergien entwickeln können. So könnten Erdnussallergene  zum Beispiel in verletzte Haut leicht eindringen und das Immunsystem zur Abwehr stimulieren.

Dr. Nasser vertrat gegenüber BBC die Auffassung, dass übersteigerte Hygiene mit ein Grund für den allgemeinen Anstieg von Allergien sei. Wenn eine Gesellschaft von einem ländlichen Leben in ein urbanes Leben überwechselt, dann sei ein Anstieg von Allergien zu verzeichnen, wie er jetzt beobachtet sei, deshalb würden einige Stimmen auch die Meinung vertreten, dass unser „modernes Leben“ Menschen allergisch werden ließe.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 17. April 2009

Der Count Down läuft: 19 U.S. Gouverneure setzen sich für Chemikaliengeschädigte und Chemical Sensitivity (MCS) ein

Gouverneure unterstützen UmweltkrankeUmweltbedingte Erkrankungen wie Multiple Chemical Sensitivity – MCS, Sick Building Syndrome – SBS, aber auch Autismus, Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose – MS und viele andere Krankheiten, von denen die Wissenschaft zwischenzeitlich herausgefunden hat, dass sie durch Chemikalien bedingt sein können, haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen.

Behörden in einigen Ländern setzen sich dafür ein, dass der Umgang mit Chemikalien kontrollierter und bewusster stattfindet, in Europa bspw. durch REACH. Menschen, die durch Chemikalien erkranken, werden jedoch noch viel zu oft im Regen stehen gelassen. In den USA setzen sich Gouverneure vieler Bundesstaaten seit über einem Jahrzehnt für Menschen mit MCS ein und sorgen für Aufklärung über chemikalieninduzierte Krankheiten.

Über  ein Jahrzehnt Einsatz für MCS
Seit 11 Jahren findet in den USA im Monat Mai gezielte Aufklärung über toxische Schädigungen, deren Vermeidungsmöglichkeiten, und Chemical Sensitivity (MCS) statt. 37 Gouverneure (entsprechen dt. Ministerpräsidenten) verschiedener Bundesstaaten riefen hierzu bisher mit Staatssiegeln versehenen Proklamationen auf.

Die allererste Aufklärungswoche über toxische Schädigungen und  MCS (Multiple Chemical Sensitivity) wurde 1998 vom Gouverneur von U.S. Bundesstaates Connecticut, John G. Rowland ausgerufen. Auch in diesem Jahr war Gouverneur Rowland einer der ersten, die eine Proklamation für den Aufklärungsmonat Mai unterzeichnete.

Forschung und Hilfe für Chemikaliengeschädigte
Die Gouverneure dieser U.S. Bundesstaaten wollen vor allem auf die große Wichtigkeit wissenschaftlicher Forschung und darauf, wie toxische Schädigungen und Chemikaliensensibilität in der Zukunft zu vermeiden ist, aufmerksam machen. Sie setzen sich dafür ein, dass chemikaliensensible und chemikaliengeschädigte Menschen am öffentlichen Leben teilhaben können und Hilfe erhalten.

19 Gouverneure unterzeichneten bereits für 2009
Gouverneure folgender U.S. Bundesstaaten unterzeichneten für dieses Jahr eine Proklamation, um auf toxische Schädigungen und Chemical Sensitivity hinzuweisen:

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 16. April 2009

Wissenschaftler bringt Fakten über die Umweltkrankheiten MCS, CFS, FMS auf neuer Webseite

Prof. Martin PallDer amerikanische Wissenschaftler Professor Martin Pall hatte diese Woche einen Relaunch seiner Webseite „Novel Disease Paradigm produces Explanations for a whole Group of Illnesses“.

Auf Prof. Pall’s neuer Webseite finden sich wissenschaftlich fundiert Fakten über Fakten zu MCS – Multiple Chemical Sensitivity, CFS – Chronic Fatigue Syndrome, FMS – Fibromyalgie und PTSD – Posttraumatische Stress-Erkrankung.

Prof. Martin Pall ist in Europa bestens bekannt
Vielen Umweltkranken ist der seit einem knappen Jahr pensionierte Wissenschaftler, der an der University of Washington unterrichtete, von seinen Vorträgen hier in Europa im vergangenen Winter und jetzt im Frühling bekannt. Erst letzte Woche noch sprach Prof. Pall in Aix en Provence bei einem großen internationalen Krebskongress und traf dort auch mit Leitern von Organisationen für Umweltkrankheiten zusammen.

Wissenschaftliche Erklärung für Umweltkrankheiten
Die neue gestaltete Webseite setzt sich intensiv mit Prof. Pall’s Theorie auseinander, wie MCS, CFS, FMS, PTSD (bei PTSD spricht Prof. Pall vor allem von Golfkriegsveteranen) entstehen. Für den amerikanischen Biochemiker besteht kein Zweifel, dass der NO/ONOO Zyklus eine Hauptursache bei der Entstehung dieser Umweltkrankheiten ist. Der Grund, warum er sich so intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzt, liegt darin, dass er selbst vor Jahren an CFS erkrankte.

Ursache für MCS: Chemikalien
Eins ist für Prof. Pall klar, und das vermittelt auch seine neue Webseite, Chemikalien-Sensitivität / MCS entsteht durch Chemikalienexposition.

Bei MCS nennt Prof. Pall in erster Linie Exposition gegenüber Lösungsmitteln, Pestiziden der Organophosphat-, Carbamat- und/oder Pyrethroidklasse, Quecksilber und Kohlenmonoxid als Auslöser.

Überlappen von verschiedenen Umweltkrankheiten
Ebenfalls klar ist es für den Wissenschaftler, dass alle vier Krankheiten, MCS, CFS, FMS und PTSD bei Patienten oft gleichzeitig auftreten und viele der Symptome sich überschneiden. Auch warum dies so ist, erfährt der Besucher seiner Webpräsenz.

Umweltkrankheiten sind behandelbar
Prof. Pall bietet jedoch nicht alleinig nur zur Ursache der Erkrankung und der vielfältigen Symptomatik Belege, sondern auch Behandlungsansätze. Verschiedene Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe in der richtigen Kombination und Dosis haben sich als sehr effektiv erwiesen. Der Wissenschaftler führt umfangreiche Tabellen mit Nährstoffen und genauen Dosierungsangaben an. Diese Nährstoffkombinationen sind seiner Erfahrung nach in der Lage, den ursächlichen NO/ONOO Zyklus herunterzuregulieren und damit für Besserung bei den Erkrankten zu sorgen. Damit sich nachhaltig Erfolg durch die Therapie einstellt, gibt Prof. Pall auf seiner Webseite fünf Punkte an, die möglichst konsequent vermieden, bzw. eingesetzt werden sollen:

  1. Chemikalienexposition bei MCS Patienten
  2. Spezielle Antigen-Therapie bei Patienten die unter Nahrungsmittelallergien leiden
  3. Vermeidung von Toxinen wie den Geschmacksverstärker MSG und den Süßstoff Aspartam, weil diese die NMDA Aktivität nach oben regulieren, was sich sehr nachteilig auswirkt.
  4. Exzessiver Sport, da dies nachteilig für CFS Patienten ist
  5. Vermeidung von psychologischen Stress (dies betrifft in erster Linie PTSD-Patienten)

Informationen frei verfügbar für alle
Die neue Webseite von Prof. Martin Pall wird sicher viel Resonanz aus aller Welt erfahren, nicht zuletzt von chemikaliensensiblen Menschen, die durch Ausdünstungen von Papier und Druckerschwärze nicht in der Lage sind, das Buch des Wissenschaftlers lesen zu können. Dass nun das Wissen online verfügbar ist, wird viele Umwelterkrankte erfreuen. Sicherlich wird auch mancher Mediziner, der auf die Webseite von Prof. Pall schaut, den neuen Input gut verwerten können, um seinen umweltkranken Patienten diagnostisch und therapeutisch weiterhelfen zu können. Die neue Webseite von Prof. Pall sorgt mit dafür, dass „nicht erklärbare Umwelterkrankungen“ nicht länger „unerklärbar“ genannt werden können.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 14. April 2009

Weitere Artikel über Prof. Martin Pall und seine Wissenschaft:

Wirkung des Insektizid Cypermethrin wird durch das Schimmelpilzgift Aflatoxin verstärkt

Gefaehrlicher Einsatz von Pestiziden

Das Insektizid Cypermethrin ist weltweit im Großeinsatz, es gehört zu der Stoffklasse der Pyrethroide, es gilt als neurotoxisch und krebserregend. Wissenschaftler untersuchten, welche Auswirkungen das Schimmelpilzgift Aflatoxin bei gleichzeitigem Kontakt mit Cypermethrin hat. Sie stellten fest, dass sich die klinischen Auswirkungen in Kombination potenzieren. (1)

Aflatoxin, ein hoch toxisches natürliches Gift
Aflatoxine, eine stark verbreitete, natürlich vorkommende Gruppe von rund 20 verschiedenen Pilzgiften, haben eine sehr starke toxische Wirkung auf die Leber und sind hochgradig krebserregend. Sie gehören zu den stärksten in der Natur vorkommenden Giften und krebserregenden Stoffen. Aflatoxine können über die eingeatmete Luft, die Nahrung oder über die Haut aufgenommen werden. (2)

Man findet Aflatoxine, die von vielen Aspergillus Spezies produziert werden, vor allem in Getreide, Heu und Nüssen. Selbst in Kosmetikprodukten konnten Aflatoxingehalte, z.B. durch kontaminierte Mandeln oder Weizenkleie, teils in beachtlicher Konzentration nachgewiesen werden, berichtete das BfR im August 2004. (2)

Um sich der hohen Toxizität von Aflatoxin bewusst zu werden, sei erwähnt, dass sogar der Verdacht besteht, dass manche Länder Aflatoxine als Kampfstoffe bevorraten, weil sie sehr schnell zum Tod führen können. Das giftigste Aflatoxin, das Aflatoxin B1, ist schon bei einer vergleichsweise geringen Dosis tödlich. Es reichen bereits 1-10mg/kg Aflatoxin B1 aus, um letal zu wirken, wobei Kinder als noch wesentlich empfindlicher gelten als Erwachsene.

Cypermethrin, ein toxisches Insektizid
Seit den achtziger Jahren werden Pyrethroide großflächig eingesetzt. Cypermethrin, eines dieser lang anhaltenden synthetisch hergestellten Pestizide, wird frei verkäuflich vor allem gegen Haushaltsschädlinge und gegen Parasiten bei Haus- und Nutztieren verwendet. Das hoch stabile neurotoxische Pestizid kommt jedoch auch in Holzschutzmitteln und in der Land- und Forstwirtschaft (4) in Einsatz. Es gilt zudem als akut toxisch, mutagen, krebserregend, schädigend für die neurologische Entwicklung, nimmt Einfluss auf das Hormonsystem und kann MCS-ähnliche Symptommatik auslösen (5,6)

Symptomatik ausgelöst durch Cypermethrin:

  • Einatmen kann zu Gesundheitsschäden führen
  • Gesundheitsschädlich bei Berührung mit der Haut und beim Verschlucken
  • Kann die Atemwege reizen: z.B. Brennen der Nasen- und Rachenschleimhaut, Reizhusten, Atemnot
  • Kann die Verdauungswege reizen: z.B. Brennen, Kratzen, Durchfall
  • Nervenschäden sind möglich
  • Krämpfe, Zittern, Lähmungen
  • Reizt die Augen und die Haut, Rötung, Jucken, Kribbeln, Taubheit
  • Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen etc.  (3,5,6)

Wechselwirkung Cypermethrin – Aflatoxin
Ein Wissenschaftlerteam aus Pakistan untersuchte an 120 Ratten, die sie in sechs gleiche Gruppen unterteilten, die Reaktion der Ratten gegenüber Aflatoxinen bei gleichzeitigem Kontakt mit der Pyrethroid Cypermethrin. Sie verabreichten den Versuchstieren Aflatoxin und Cypermethrin alleine und in verschiedenen Kombinationen. Das Aflatoxin wurde täglich in der Dosis von 0,05 und 1,0mg/kg AFM1 über einen Magentubus verabreicht.
Gesundheitsschäden durch Aflatoxine
In kontrollierten Forschungsversuchen wurde Cypermethrin Ratten über die Nahrung in einer Dosis von 0 und 500mg/kg verabreicht. Versuchstiere, denen Aflatoxin alleine verabreicht wurde, zeigten Depression, reduzierte Nahrungsaufnahme, reduziertes Körpergewicht und dünnen Stuhl. Die Leber der Versuchstiere wies Verfettung und Nekrose auf. Zusätzlich hatten sich neue Gallengänge gebildet und die Hepatozyten und deren Nuklei wiesen einen vergrößerten Durchmesser auf. Die Nieren zeigten Verletzungen, einschließlich tubuläre Nekrose und pinkfarbenem homogenen tubulären Ausfluss. Serum ALT, Creatinin stiegen bei den Versuchstieren an, während die Gesamtmenge der Proteine, Albumin, Serum Cholesterol und Triglyzeride absanken.

Cypermethrin potenziert Toxizität von Aflatoxin
Versuchstiere, denen das Insektizid Cypermethrin verabreicht wurde, wiesen verminderte Nahrungsaufnahme und reduziertes Körpergewicht auf. Hepatozyten äußerten eine Veränderung im Fettstoffwechsel und zelluläre Nekrosen. Eine gleichzeitige Verabreichung von Aflatoxin und Cypermethrin sorgte für eine Potenzierung der Toxizität des Aflatoxin, was sich durch einen verstärkten Schweregrad der klinischen Auswirkungen, erhöhte Mortalität bei den Ratten und vermindertem Körpergewicht zeigte. Das relative Gewicht der Nieren legte ebenfalls eine verdächtige Interaktion zwischen den beiden Toxinen dar.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Personen bzw. Haus- oder Nutztiere, die dem Insektizid Cypermethrin ausgesetzt sind, gleichzeitig auch mit Aflatoxin in Kontakt sind, ist hoch. Insbesondere Land- und Forstwirte als auch Pferdebesitzer, die Cypermethrin verwenden, dürften durch den zwangsläufigen Kontakt mit Aflatoxin als Risikogruppe gelten.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 13.04.2009

Literatur:
1. Hussain S, Khan MZ, Khan A, Javed I, Asi MR., Toxico-pathological effects in rats induced by concurrent exposure to aflatoxin and cypermethrin, Toxicon. 2009 Jan;53(1):33-41.
2. BfR, Aflatoxine in mandel- und kleiehaltigen kosmetischen Mitteln, Stellungnahme des BfR vom 17. August 2004
3. Enius, Schadstoffe, Cypermethrin
4. BFW, Forstliches Pflanzenschutzverzeichnis, 2005
5. PAN, Cypermethrin

6. PAN UK, Cypermethrin

Latexallergie im Krankenhaus: Problematik und Prävention

Chirurgen bei einer Operation

Latexallergie kann im Krankenhaus zu schweren bis lebensbedrohlichen Komplikationen führen, insbesondere bei Operationen. Da die Tendenz steigend ist, gehen Krankenhäuser präventiv dazu über, auf latexhaltige Materialien gänzlich zu verzichten. Mehrkosten, z. B. durch latexfreie Handschuhe, werden durch eingesparte Kosten bei verkürzten Behandlungsaufenthalten, wie auch durch Reduzierung der Erforderlichkeit für Latex-Allergietests, eingesparte Zahlungen wegen Rückgang der Berufsunfähigkeiten bei medizinischem Personal, etc., aufgewogen.

Hypersensitivität auf Latex bei Kindern häufig
Über allergische oder unmittelbar auftretende Hypersensitivitäten gegenüber Latex, wurden in der Vergangenheit bei Kindern mit steigender Häufigkeit berichtet, teilte ein französisches Wissenschaftlerteam in einer medizinischen Fachzeitschrift mit. Die Daten hinsichtlich der Häufigkeit variieren jedoch stark, berichten sie, da dies stark abhängig ist von der Bevölkerungsgruppe,  die untersucht wird und den angewandten Methoden, um die Sensibilisierung festzustellen. Zu den Subpopulationen bei Kindern, die besonders oft betroffen sind gehören: Allergiker, Kinder mit Spina bifida, Kinder die in neonatalen Phase operativen Eingriffen unterzogen wurden und solche, bei denen häufige operative Eingriffe erforderlich waren.

Latexallergie bei medizinischem Personal häufig
Latexallergie ist insbesondere auch bei Angestellten im medizinischen Bereich ein wichtiges und ernstes Thema. Eine Sensibilisierung tritt hauptsächlich über Wund- und Schleimhautkontakt mit Latexmaterialien während der Operation auf oder durch Inhalation von luftgetragenen Latexpartikeln, die durch gepuderte Latexhandschuhe freigesetzt werden.

Diagnostik ist möglich, aber teuer
Hinsichtlich der Diagnose einer Latexallergie ist die medizinische Historie, Hauttests (Pricktests) und die Suche nach spezifischen Serum IgE erforderlich. Der Nachteil: adäquate Diagnostik ist kostenintensiv. Um Latexallergien zu vermeiden, halten die Wissenschaftler aus Lyon die Entwicklung einer Leitlinie, die latexhaltige Medikamente auflistet, für unentbehrlich und als die wichtigste Präventionsmaßnahme um allergische Reaktionen zu vermeiden.

Beste Strategie: Vermeidung von Latex
Immuntherapie oder spezielle vorherige Medikation scheinen erfahrungsgemäß nicht effektiv zu sein, um die Risiken einer Anaphylaxie während einer Operation zu verhindern. Die wirkungsvollste Strategie um das Auftreten einer Sensibilisierung auf Latex zu verringern, ist komplette Vermeidung. Diese Strategie ist für Patienten und Angestellte im Gesundheitsbereich effizient und wurde in der chirurgischen Kinderklinik der Wissenschaftler in Lyon im Jahr 2002 eingeführt.

Umstellung auf latexfrei kein Problem
Früher bestand für Chirurgen das größte Problem darin, dass es relativ schwierig war mit latexfreien Handschuhen zu arbeiten. Das Material war häufig zu dick und verhinderte ein natürliches Tastvermögen, das für schwierige chirurgische Eingriffe sehr wichtig ist. Heute hingegen haben Hersteller sich der Problematik angenommen und latexfreie Handschuhe entwickelt, die über die gleiche Tastsensibilität wie Latexhandschuhe verfügen. Die zusätzlichen Kosten für latexfreie Handschuhe werden ausbalanciert, weil die Kosten für Allergietests, längere Krankenhausaufenthalte infolge von allergischen Reaktionen und Zahlungen der Berufsgenossenschaften für berufsunfähige medizinische Angestellte, nicht mehr länger zu Buche schlagen.

Die Richtigkeit der Entscheidung der französischen Wissenschaftler hat sich im klinischen Alltag bestätigt. In der chirurgischen Kinderklinik in Lyon trat seit der Einführung des latexfreien Programms kein einziger Fall von allergischer Reaktion gegenüber Latex bei Patienten oder dem Personal auf. Zwischenzeitlich wurden dort rund 25 000 Kinder unter latexfreien Bedingungen operiert.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 8. April, 2009

Literatur:
De Queiroz M, Combet S, Bérard J, Pouyau A, Genest H, Mouriquand P, Chassard D., Département d’Anesthésie Réanimation pédiatrique, Hôpital Femme Mère Enfant, Lyon, France, Paediatr Anaesth. 2009 Apr;19(4):313-9

Erste Ansatzpunkte für Barrierefreiheit für MCS-Kranke

Chemikaliensensible Frau mit Schutzmaske

Wann kommt Barrierefreiheit für MCS-Kranke?

Die geltende UN-Behindertenkonvention legt fest, dass alle Menschen- und Bürgerrechte auch für Menschen mit Behinderungen uneingeschränkt gelten. Dies ist seit vergangenem Monat auch für Deutschland völkerrechtlich verbindlich. Als Vertragsstaat verpflichtet sich die Bundesrepublik, allen Behinderten eine gleichberechtigte Teilhabe an Arbeit, Beruf und Gesellschaft zu ermöglichen. MCS – Multiple Chemical Sensitivity (ICD-10, T78.4) ist in Deutschland als körperliche Behinderung (Ziffer 26.18) anerkannt, somit muss auch diese Behindertengruppe zukünftig integriert werden.

Thommy’s MCS-Blogfrage der Woche:
Wo müsste von Seiten der Behörden zuerst angesetzt werden, um Barrierefreiheit für Menschen mit der Behinderung MCS – Multiple Chemical Sensitivity umzusetzen und dieser Behindertengruppe, die sehr spezielle Bedürfnisse hat, wenigstens ein wenig Teilhabe im Alltag, Beruf und in der Gesellschaft zu ermöglichen?

Neue Studie erbringt Beweise, dass Golfkriegsveteranen durch Chemikalien im Niedrigdosisbereich krank wurden

Gehirn durch Chemikalien geschädigt

Golfkriegsveteranen weisen abnorme Reaktionen des Gehirns gegenüber bestimmten Chemikalien auf

DALLAS – 20. März 2009 – Eine neue Studie, die von Wissenschaftlern des UT Southwestern Medical Center durchgeführt wurde, hat erstmalig Schädigungen in den Gehirnen von Veteranen, die unter Golfkrieg-Syndrom leiden, genau lokalisiert – eine Feststellung, die die Krankheit direkt mit Chemikalienexpositionen in Verbindung bringt und zu diagnostischen Tests und Behandlung führen könnte.

Prof. Robert Haley, Leiter des Bereiches Epidemiologie an der UT Southwestern und auch leitender Autor der Studie, sagte, das diese Forschung Areale im Gehirn enthüllt und lokalisiert, die nicht richtig funktionieren. Kürzlich durchgeführte Studien hatten den Beweis über chemische Abnormalitäten und Schwund der weißen Hirnsubstanz bei Veteranen erbracht, die bestimmten toxischen Chemikalien, wie dem Nervengas Sarin, im Persischen Golfkrieg 1991 ausgesetzt waren.

Die Forschung, die in der Märzausgabe des medizinischen Fachjournals „Psychiatry Research“ veröffentlicht wurde, trug den Titel: „Neuroimaging ermöglicht Forschern exakt die Gehirnstrukturen bei Patienten sichtbar werden zu lassen, die durch Chemikalienexposition beeinträchtigt wurden“, sagte Prof. Haley.

„Vor dieser Studie wussten wir nicht exakt, welche Teile des Gehirn verletzt waren und die Symptome bei den Veteranen verursachten“, sagte er. „Wir entwickelten ein Experiment, um die Areale im Gehirn zu testen, die verletzt sein müssten im Fall, dass sie durch Sarin oder Pestizide verursacht wurden, und die Resultate waren positiv.“

Beim Planen der Studie hatten Prof. Haley und seine Kollegen durchdacht, dass, wenn geringe Konzentrationen von Sarin oder Pestiziden das Gehirn der Golfkriegsveteranen verletzt haben, dann müssen ein wahrscheinliches Ziel der Verletzung cholinerge Rezeptoren an Zellen in bestimmten Hirnstrukturen sein. Wenn dem so sei, dann würde die Verabreichung einer sicheren Dosis von Medikamenten, die cholinerge Rezeptoren stimulieren, eine abnormale Reaktion bei den kranken Veteranen hervorrufen.

In der Studie bekamen 21 chronisch erkrankte Golfkriegsveteranen und 17 gesunde Veteranen kleine Dosierungen von Physostigmin verabreicht, eine Substanz, welche cholinerge Rezeptoren kurzzeitig stimuliert. Die Wissenschaftler ermittelten dann die Reaktion der Hirnzellen der Studienteilnehmer mittels radiologischer Aufnahmen des Gehirns.

„Was wir fanden war, dass einige der Gehirnareale, die wir schon im Vorfeld in Verdacht gehabt hatten, abnormal auf den cholinergen Provokationstest reagierten“, sagte Prof. Haley. „Diese Areale waren in den Basalganglien, im Hippocampus, im Thalamus und der Amygdala zu finden. Veränderungen in der Funktionsweise dieser Gehirnstrukturen können ohne Zweifel Probleme bei Konzentrations- und Gedächtnisfähigkeit, körperliche Schmerzen, Erschöpfung, abnormale emotionale Reaktionen und Persönlichkeitsveränderungen hervorrufen, ganz wie wir es für gewöhnlich bei kranken Golfkriegsveteranen sehen.

Eine vorhergehende Studie, die von der U.S. Army finanziert wurde, fand auch bei Laborratten Veränderungen in den cholinergen Rezeptoren, die durch wiederholte Exposition gegenüber dem Nervengas Sarin im Niedrigdosisbereich verursacht wurden.

„Ein zusätzlicher Bonus bei dieser Studie ist eine statistische Formel, die Reaktionen in 17 Gehirnregionen bei kranken Golfkriegsveteranen mit denen von gesunden Veteranen unterscheidet. Zusätzlich unterscheidet sie drei verschiedene Arten von Varianten des Golfkriegs-Syndroms mit einem hohen Genauigkeitsgrad voneinander“, sagte Prof. Haley. „Wenn diese Feststellung in einer größeren Gruppe wiederholt werden kann, könnten wir einen objektiven Test für das Golfkriegs-Syndrom und seine Varianten in der Hand haben.“

Ein objektiver diagnostischer Test, sagte er, bildet die Basis für weiterführende genetische Studien, um festzustellen, warum manche Menschen durch Chemikalienexposition beeinträchtigt werden und andere nicht. Neue Studien werden dann auch die Selektion homogener Gruppen kranker Veteranen zulassen, welche in effiziente klinische Versuche für Behandlung münden.

Prof. Haley beschrieb das Golfkriegs-Syndrom erstmalig in einer Reihe von Veröffentlichungen im Journal of the American Medical Association im Januar 1997. In vorherigen Studien ergab die Forschung von Prof. Haley, dass Veteranen, die unter dem Golfkriegs-Syndrom litten, niedrigere Konzentrationen von Paraoxogenase aufwiesen, einem schützenden Enzym im Blut, das normalerweise Toxine, die in Sarin gefunden werden, bekämpft. Veteranen, die in der gleichen geographischen Gegend gedient hatten und nicht krank geworden waren, wiesen eine höhere Konzentration dieses Enzyms auf.

Prof. Haley und seine Kollegen haben die gleiche Gruppe von Testpersonen seit 1995 genau verfolgt. Im Jahr 2006 etablierten die UT Southwestern und das Department of Veterans Affairs in Dallas eine spezielle, gemeinsame Initiative zur Erforschung der Golfkriegskrankheit, die von der UT Southwestern geleitet wird.

Der texanische Senator Kay Bailey Hutchison, seit langer Zeit ein Unterstützer der Golfkriegsforschung, förderte das Abkommen und sicherte die Zuwendung von 75 Millionen U.S. Dollar für einen fünfjährigen Forschungszeitraum zur weiteren Erforschung der Golfkriegskrankheit.

Diese Studie wurde zum Teil vom U.S. Army Medical Research und Material Command finanziert.

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 6. April 2009

Literatur:
Robert Haley, Gulf War veterans display abnormal brain response to specific chemicals, Press Release UT Southwestern, March 20, 2009

Weitere interessante CSN Artikel zum Thema:

Schadensersatz: Rekordsumme für Schädigung durch Passivrauch

Rauchen am Arbeitsplatz macht krankIm gestrigen Blog berichteten wir über einen Mann in Japan, der durch Passivrauch seiner Kollegen chemikalien-sensibel wurde und in einem Vergleich 7 Millionen Yen von seinem Arbeitgeber erhielt. Dieser Betrag ist die höchste Summe, die bisher wegen Gesundheitsschäden durch Passivrauch in Japan erzielt wurde. Jetzt standen weitere Details über den Fall in zwei weiteren japanischen Zeitungen.

Kopfschmerzen, Übelkeit durch Zigarettenrauch
Der 35 Jahre alte Mann war als Büroangestellter bei einer Firma für Baumaterialien angestellt gewesen. Im Januar 2007 hatte er seine Arbeit dort begonnen. Von Anfang an rauchten seine Kollegen den ganzen Tag lang sehr stark an ihrem Schreibtisch. Der Angestellte litt sehr schnell unter täglichen Kopfschmerzen und Übelkeit. Er fragte seinen Chef, ob man nicht eine Raucherzone einrichten könne und schilderte ihm, dass es ihm durch den Zigarettenrauch der Kollegen schlecht ginge. Der Chef lehnte dies nicht nur ab, er reagierte auch noch verärgert, trug der Anwalt des erkrankten Mannes vergangene Woche bei Gericht vor. Im November sei der erkrankte Mann dann aus ungerechtfertigten Gründen gefeuert worden.

Nichtraucher diskriminiert
Bei Gericht teilte der Mann mit, dass er von einem älteren Angestellten die Worte um die Ohren gehauen bekam: „Wenn es Dir hier nicht passt, suchst Du Dir besser anderswo einen Job. Wenn wir Rauchverbot im Büro verhängen, dann können auch unsere Kunden nicht rauchen, wenn sie das möchten, und das könnte unser Geschäft schädigen“.

Freiwillige Zahlung für Verursachung von MCS
Die Japan Times berichtet heute, dass der Präsident der Firma damals Reportern gegenüber gesagt hatte, dass der Mann aus gesundheitlichen Gründen gefeuert worden sei und dann man adäquate Schritte wegen es Rauchens eingeleitet hätte. Man hätte sogar einen Luftfilter im Büro aufgestellt.

Der gefeuerte Angestellte hatte daraufhin im Januar 2008 die Firma verklagt und das Gericht erklärte die Kündigung damals für nichtig. Die Firma für Bauteile erklärte sich daraufhin bereit, eine Raucherzone im Büro einzurichten. Als die Gesundheitsbeschwerden des Mannes jedoch anhielten und in eine Chemikalien-Sensitivität durch den Passivrauch mündeten, verklagte er die Firma. Er forderte 23 Millionen Yen Schadensersatz für seine ärztlich attestierte Chemikalien-Sensitivität. Am Sapporo Bezirksgericht in Takikawa erhielt er nun in einer freiwilligen Einigung von seinem ehemaligen Arbeitgeber die Rekordsumme von 7 Millionen Yen (ca. 53.340,000 Euro) zugesprochen.

Autor: Silvia K. Müller, CSN- Chemical Sensitivity Network, 2. April 2009

Bevölkerung durch Duftstoffe und Parfum gesundheitlich beeinträchtigt

Viertel der Gesamtbevölkerung hat Probleme mit Duftstoffen

Studie ermittelte: Eine ständig größer werdende Anzahl von Alltagsprodukten ist beduftet, und immer mehr Menschen reagieren mit Gesundheitsbeschwerden auf Duftstoffe. Weichspüler, Parfüm, Aftershave, duftende Waschmittel, Raumbeduftung, beduftete Produkte lösen bei ihnen eine Vielzahl von Symptomen aus, die von Kopfschmerzen, Schwindel, Atembeschwerden bis hin zu psychischen Reaktionen wie bspw. Aggression oder Depression führen können.

Reagiert die Gesamtbevölkerung auf Duftstoffe?
Eine aktuell erschienene Studie des amerikanischen Wissenschaftlerteams Caress und Steinemann erforschte, wie viele Personen in der Allgemeinbevölkerung bereits mit Gesundheitsbeschwerden auf duftstoffhaltige Produkte reagieren und wie viele Menschen in Subpopulationen, die bereits unter Asthma und Chemikaliensensitivität (MCS) leiden, Probleme damit haben. (1) Caress und Steinemann trugen in zwei Studiendurchgängen in zwei geographischen Gebieten Daten mittels Telefoninterviews zusammen.

Die beiden erfahrenen Wissenschaftler hatten in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Studien über Multiple Chemical Sensitivity, Asthma durch Chemikalien und Hypersensitivität auf Chemikalien durchgeführt. (2-6) Sie ermittelten Häufigkeit, Ursachen, erstes Auftreten der Erkrankung und die Auswirkung im Alltag für die betroffenen Personen. In der aktuellen Studie gingen sie per Zufallsprinzip vor und erhielten in den Jahren 2002-2003 Daten von 1057 Teilnehmern und 2005 bis 2006 von 1058 Teilnehmern.

Duftstoffe sind lästig und verursachen Gesundheitsbeschwerden
Die Auswertung der Daten erbrachte, dass über ein Viertel der Allgemeinbevölkerung duftende Produkte an Mitmenschen als lästig empfinden. Eine hohe Anzahl von Studienteilnehmern bekundete zusätzlich gesundheitliche Auswirkungen durch duftende Waschmittel, Weichspüler und Raumbeduftung.

Die beiden Wissenschaftler der University of West Georgia hatten die Studienteilnehmer zur Ermittlung u. a. gefragt, wie es ihnen ergeht, wenn sie sich neben jemandem aufhalten müssen, der Duftstoffe benutzt hat, ob sie es lästig oder ansprechend finden.

Weitere Fragen des Teams erörterten, ob jemand Kopfschmerzen, Atembeschwerden oder andere Gesundheitsprobleme erleidet, wenn er Raumduftsprays oder Duftstoffen ausgesetzt ist, oder ob er durch den Geruch von Weichspüler, Weichspülervlies, gestört fühlt, wenn dieser durch die Abluft des Wäschetrockners nach außen dringt. (1,6)

Erheblicher Anteil der Bevölkerung hat Probleme mit Duftstoffen
Die Ergebnisse von beiden Umfragen zusammen ergaben, dass sich 30,5 % der Gesamtbevölkerung durch duftstoffhaltige Produkte von Mitmenschen belästigt fühlt.

Schwere gesundheitliche Auswirkungen beklagten 19 % und 10,9 % der Studienteilnehmer aus der Gesamtbevölkerung. Sie berichteten u. a. über Reizungen, die durch den Geruch von Weichspüler oder Wäschetrocknervlies eintreten, der in die Außenluft geleitet wurde.

Die beiden amerikanischen Wissenschaftler sagten, dass ihre Ergebnisse klar darlegen, dass ein erheblicher Prozentsatz der amerikanischen Gesamtbevölkerung unter beeinträchtigenden gesundheitlichen Auswirkungen durch duftstoffhaltige Produkte leidet. Bei der Bevölkerungsgruppe, die bereits unter Asthma und Chemikaliensensitivität leidet, liegt der Prozentsatz noch höher als bei der Allgemeinbevölkerung, bekundeten die beiden Wissenschaftler der University of West Georgia.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 02.04.2009

Weitere Artikel über Studien von Caress SM und Steinemann AC:

Literatur:
1. Caress SM, Steinemann AC. Prevalence of fragrance sensitivity in the American population, University of West Georgia, J Environ Health. 2009 Mar;71(7):46-50.
2. Caress S, Steinemann A., Asthma and chemical hypersensitivity: prevalence, etiology, and age of onset, Toxicol Ind Health. 2009 Feb; 25(1):71-8.
3. Caress SM, Steinemann AC.,A national population study of the prevalence of multiple chemical sensitivity. Arch Environ Health. 2004 Jun;59(6):300-5.
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