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Duftstoffe lösen Reaktionen bei Personen mit MCS – Multiple Chemical Sensitivity aus. Treten Reaktionen auch auf natürliche Duftstoffe auf?

Reaktionen auf Duftstoffe

Internationalen Studien zufolge gelten Duftstoffe und Parfums zu den Hauptauslösern für Reaktionen bei Chemikaliensensiblen. Kopfschmerzen, Atemwegsbeschwerden, Schwindel, Koordinationsstörungen, Übelkeit und viele weitere Beschwerden werden von MCS Kranken als Reaktion aufgeführt. 

 

MCS Blogfrage der Woche

  • Sind Reaktionen auf Duftstoffe und Parfums bei MCS Kranken nur auf synthetisch zusammengesetzte Kompositionen beschränkt, oder reagieren Chemikaliensensible auch auf Aromaöle rein natürlichen Ursprungs?  
  • Bereitet Euch Orangenöl, Neroli, Lavendelöl, Nelkenöl, Rosenöl, etc., die in Duftlämpchen in so mancher Arzt- oder Therapeutenpraxis angewendet werden, Probleme oder empfindet Ihr diese natürlichen Düfte eher als wohltuend?  
  • Hindern Euch natürliche Aromaöle, natürliche Raumbeduftung daran, manche Räumlichkeiten zu betreten? 
  • Welche Symptome stellen sich bei Euch durch Aromaöle, Naturparfums, Düfte in Naturkosmetik oder durch Raumbeduftung ein?

CSN Blog – Top 10 die beliebtesten Artikel im Dezember 2008

Top 10 Blogartikel

CSN Blog – Top 10, die beliebtesten Artikel im Dezember 2008

Die nachfolgenden Artikel wurden von den Lesern im CSN-Blog im Monat Dezember am häufigsten gelesen. In den letzten Sekunden des Jahres sozusagen, katapultierte sich die CSN-Silvesterparty auf Platz Zwei in der Top 10 Chart. Zum Lesen der Artikel, einfach anklicken >>>

  1. Willkommen zur CSN-Christmas-Party 2008 (schaut in den Kommen-tarbereich über 100 Einträge von Partygästen)

  2. Die CSN-Silvesterparty ist eröffnet (schaut in den Kommentarbereich über 300 Einträge von Partygästen)

  3. Die Psychiatrisierung von MCS-Kranken stellt in Deutschland den Tatbestand der Diskriminierung körperlich Behinderter dar

  4. Ein kurzer Überblick über den Vortrag von Prof. Dr. Martin Pall: MCS – Toxikologische Entstehungsmechanismen und therapeutische Annäherungsversuche

  5. Auch natürliche Duftstoffe sind äußerst bedenkliche Allergieauslöser

  6. Ein besonderer Waldspaziergang – Fünf Spechte inbegriffen

  7. MCS – Multiple Chemical Sensitivity tritt auch in Australien häufig auf

  8. Eine zauberhafte Weihnacht für alle Menschen mit Chemikaliensensitivität

  9. Den Weihnachtsengeln liegen Allergiker und Chemikaliensensible besonders am Herzen

  10. Vorsicht bei MCS, Kerzen können zu Schadstoffbelastung in Innenräumen beitragen

Umweltambulanz einer Krankenkasse findet Schadstoffe als Ursache von Krankheiten

Schadstoffbelastung in Häusern führt oft zu Krankheit

Umweltkrankheiten sind auf dem Vormarsch. Eine deutsche Krankenkasse hat dies erkannt und zum Wohle ihrer Mitglieder eine Umweltambulanz gegründet, die nach den Ursachen von Atemwegserkrankungen, Müdigkeit, Augenreizungen, Kopfschmerzen und Anfälligkeit für Infektionen sucht und tatkräftig Hilfe anbietet. Ganz das Gegenteil vieler universitärer Umwelt-ambulanzen, die sich offensichtlich darauf verlegt haben, die Existenz von Umweltkrankheiten in Abrede zu stellen oder vehement der Psyche zuzuordnen.

Ursache bekannt: Wohngifte, Schadstoffe
„Atemwegserkrankungen, Müdigkeit, Augenreizungen, Kopfschmerzen, Allergien und Anfälligkeit für Infektionen. Diese Erkrankungen haben alle etwas gemeinsam: Sie alle sind die häufigsten Beschwerden, die durch Wohngifte und Schimmelpilze entstehen.“ So steht es in der Beschreibung der Umweltambulanz der IKK Niedersachsen zu lesen. (1)

Helfen und sparen, statt Patienten im Regen stehen zu lassen
Aussagen von Umweltkranken und Statistiken nach zu urteilen ist es schwer, überhaupt einen Arzt zu finden, der Beschwerden dem Kontakt mit Umweltschadstoffen zuordnen kann. Für Krankenkassen kann dies teuer werden, denn zwangläufig geht der Patient auf der Suche nach Hilfe von Arzt zu Arzt. Viele Beschwerden chronifizieren, weil die Ärzte zwar alle Möglichkeiten der Diagnostik ausnutzen, aber dennoch zu keinem konkret verwertbaren Ergebnis kommen, um den Patienten zu helfen. Es fehlt an spezifischem Fachwissen zum Erkennen umweltbedingter und schadstoff-induzierter Erkrankungen. Mancher Patient kann daher eine Odyssee von über 50 Ärzten und Kliniken aufweisen.

Eine Umweltambulanz geht Ursachen auf den Grund
Früher führte ein Hausarzt noch Hausbesuche durch und kannte dadurch das Lebensumfeld seiner Patienten. Dieser häusliche Kontakt ist heutzutage nicht mehr möglich, und ein Arzt kann in seiner Praxis zwar den Verdacht erheben, dass eine Erkrankung vom Wohnraum herrühren kann, aber dann sind ihm die Hände weitgehend gebunden. Die IKK Umweltambulanz Niedersachsen schreibt dazu: „Ohne genaue Kenntnis der Wohnbedingungen der Patienten kann der Arzt keine weiteren Rückschlüsse ziehen, denn die labormedizinischen Untersuchungen allein bringen nicht die gewünschte Klärung.“

Die Krankenkasse bietet an, dass in einem solchen Fall die Ärzte ihre Patienten an die Umweltambulanz verweisen können. Die Umweltambulanz übernimmt dann die Aufgabe, den häuslichen Bereich der Patienten umfassend zu untersuchen.

Die Aussagen einer der Experten der IKK Umweltambulanz machen Sinn:
„Nach Betrachtung der gesundheitlichen Probleme der Betroffenen inspizieren wir bei einer Wohnungsbegehung alle Räume vom Keller bis zum Dachstuhl. Wir ermitteln mögliche Quellen für Schadstoffe oder Feuchtigkeit durch orientierende Messungen, durch Materialproben oder Probennahmen der Raumluft“, erklärt Diplom-Chemieingenieur Christian Tegeder von der Umweltambulanz der IKK Niedersachsen.

Schadstoffquellen, die Krankheiten auslösen können, gibt es tatsächlich in vielen Wohnungen, wie an einem der von der IKK beschriebenen Beispiele, dem Formaldehyd, deutlich wird:

„Formaldehyd ist ein sehr bekannter Schadstoff. Er gast insbesondere aus Spanplatten aus, die in Möbeln, Paneelen, Fußböden oder Trennwänden verwendet werden. Hohe Ausdünstungen von Formaldehyd können zu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, chronischen Erkältungen und Allergien führen.“

Schimmel – kein Problem
Ein weiteres rasant wachsendes Innenraumproblem durch abgedichtete Häuser ist Schimmel. Die Umweltambulanz verfügt daher sogar über einen eigenen schwedischen Spürhund, der speziell für die Suche nach versteckten Schimmelpilzen und Bakterien ausgebildet wurde. Die Proben werden anschließend im eigenen Labor untersucht. Ist das Ergebnis positiv, wird der Patient nicht mit einem Laborbogen alleine gelassen, sondern bekommt konkrete Sanierungsvorschläge. Die IKK Niedersachsen ist vorbildhaft, denn sie übernimmt sogar die Kosten für Anfahrt, Beratung und Begehung vollständig. Bei den Kosten für Messungen und Berichte beteiligt sich die IKK Niedersachsen an 80 % der Kosten, maximal bis zu 400 €.

Enorme Erfolgsquote
Das Konzept scheint offensichtlich komplett aufzugehen. Die IKK Umweltambulanz berichtet, dass, wenn Patienten von Ärzten an die Umweltambulanz verwiesen wurden, diese in den meisten Fällen auch Schadstoffe findet, die als Ursache für die Erkrankung in Frage kommen.

Eine Auswertung der Ärzte-Zeitung habe ergeben, dass Ärzte oftmals wirklich goldrichtig liegen, wenn sie auf die IKK Umweltambulanz verweisen:

Hautärzte lagen in 74 % der Fälle richtig, wenn sie eine Umweltbelastung als Ursache einer Hautkrankheit vermuteten, Lungenärzte lagen sogar in 88 % der Fälle richtig. Am häufigsten verweisen im übrigen Allgemeinmediziner ihre Patienten auf die Umweltambulanz, gefolgt von Kinderärzten, Internisten, Haut- und Lungenärzten. (1)

Qualitätsunterschiede bei Umweltambulanzen
Während die IKK Umweltambulanz Niedersachen durch ihre gezielte Vorgehensweise, inkl. Hausbegehungen, bei über einem Dreiviertel der Umweltpatienten fündig wird und dadurch die Situation für den Patienten verbessern kann, gibt es in anderen Umweltambulanzen gegenteilige Denkansätze und Vorgehensweisen.

In einer Veröffentlichung einiger universitärer Umweltambulanzen im Deutschen Ärzteblatt stand zwar zu lesen, dass neben der Anamnese, klinischen Untersuchung und Differenzialdiagnose nach strenger Indikationsstellung Analysen von Körperflüssigkeiten, Ortsbegehungen und Umgebungsanalysen in die Bewertung mit einzubeziehen seien, doch in der Praxis kommt man zu völlig anderen Ergebnissen als in Niedersachsen. Nur bei bis zu 15 % der Patienten gelänge es, eine relevante Exposition zu identifizieren. In 40 bis 75 % der Fälle würden andere somatische und/oder psychische Erkrankungen ohne eine nachvollziehbare oder nachweisbare Exposition diagnostiziert werden. (2)

Die Autoren gaben im Ärzteblatt deutlich zu verstehen, dass es zur Indikationsstellung wichtig sei, die Grenzen umweltmedizinischer Diagnoseverfahren zu kennen. Nur so könne ihrer Meinung nach vermieden werden, dass Untersuchungen durchgeführt werden, aus deren Ergebnissen sich keine Konsequenzen ableiten lassen und die daher weder dem Arzt noch dem Patienten weiterhelfen würden. (2)

Klinischer Alltag an universitären Umweltambulanzen
Als Bedeutung für ihren klinischen Alltag und die Therapie der Patienten gaben die Autoren im Ärzteblatt an: „Die beklagten körperlichen Beschwerden lassen sich nicht oder nicht hinreichend durch eine organische Erkrankung erklären und eine Somatisierung ist in vielen Fällen das zentrale Problem. Die Frage nach der Ätiologie von Beschwerden kann mit dieser Diagnose für den Patienten meist nicht befriedigend beantwortet werden. Auf der Basis dieser Diagnose kann man ihm jedoch unter anderem psychotherapeutische Angebote machen.“ (2)

Konträre Diagnose- und Therapieangebote
Wie konträr die Einstellung dieser universitären Umweltambulanzen gegenüber dem Angebot der IKK Umweltambulanz ist, verdeutlicht auch die Aussage des Mitautors des angesprochenen Artikels im Deutschen Ärzteblatt. Der Leiter der Umweltambulanz Giessen, Prof. Dr. Thomas Eikmann, gab in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau folgenden Einblick in seine Auffassung hinsichtlich effektiver Diagnostik und Therapie von Umweltkranken. Sein Team versuche, den Patienten andere Erklärungsmuster zu geben, „um sie aus dem Teufelskreis herauszukriegen“. So sollen sie seiner Meinung nach versuchen, Gerüche auszuhalten, „ohne gleich umzufallen. Die müssen aus der sozialen Isolierung raus.“ (3)

Auch der Leiter des Robert Koch-Institut, Dr. Dieter Eis, hat Zweifel an der Diagnose „krank durch Schadstoffe“. In der Apotheken-umschau konnte der Leser seine Meinung vernehmen: „Da tummelt sich ein breites Spektrum von Anbietern.“
„Das reicht von wissenschaftlich basierter Arbeit bis hin zu paramedizinischen Methoden“. „Wenn man saubere Befunde haben will, ist das aufwendig und schwierig“, erläutert Eis. „Da werden viele Fehler gemacht und voreilige Schlüsse gezogen.“ (4)

Mit einer Aussage von Thomas Eikmann von der Umweltambulanz Giessen schloss den Artikel in der Apothekenumschau wie folgt ab:  „Krankheiten haben viele Ursachen“, erklärt Thomas Eikmann. „Schadstoffe spielen dabei nur eine begrenzte Rolle“. Eine einfache Zeitreihe widerlege, dass Alltagschemie uns immer kränker mache: „Die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen steigt seit Langem – und zwar stetig und ungebremst.“ (4)

Wesentlich innovativer und effektiver sieht da die Vorgehensweise der IKK Umweltambulanz aus:  Dort hat die IKK Umweltambulanz Niedersachsen mit dem Verband des Tischlerhandwerks in Niedersachsen und Bremen gemeinsam mit weiteren Projektpartnern wie dem Beratungs- und Kompetenzzentrum „BWE Bauen Wohnen Energie“ und dem Malerverband Niedersachsen die Initiative „Gesundes Wohnen“ gestartet. Qualifizierte Fachbetriebe aus diesen Branchen beraten Patienten fachkundig zu allen Fragen rund um deren Wohnumfeld, um deren gesundheitliche Situation zu verbessern.

Auf die Frage, ob Schadstoffquellen wie bspw. Holzdecken oder verschimmelte Dämmstoffe sofort entfernt werden müssen, gab der Experte der IKK Umweltambulanz zur Antwort:

„Meistens ja. Belastete Paneele, schimmelige Wandverkleidung, Laminat oder Spanplatten müssen raus und ersetzt werden. Die Erfahrung zeigt: Wer seine Wohnräume auf Schadstoffe untersuchen lässt, hat oft schon seit Jahren gesundheitliche Probleme. Man sollte die Ursachen also klären lassen und dann zügig und vor allem fachgerecht beseitigen. Am besten von einem Betrieb, der sich als Fachbetrieb für gesundes Wohnen hat zertifizieren lassen.“ (1)

Schadstoffbedingte Krankheiten: Akzeptieren und Handeln spart Unsummen
Das Konzept der IKK, Schadstoffe als Ursache für Beschwerden der Patienten ernst zu nehmen, geht jedenfalls auf, wie die Erfolge bestätigen. Es sollte Schule machen, denn es hilft im beträchtlichen Maße, die leeren Taschen der Krankenkassen zu schonen. Nicht nur das, wie viel Gesundheit kann zurück gewonnen oder Chronifizierung von Krankheiten entgegengesteuert werden, wenn die richtige Diagnose zügig gestellt wird und darauf folgend bspw. eine sachgemäße Sanierung eingeleitet wird.

Eine Erhebung der staatlichen kanadischen Umweltklinik in Nova Scotia bestätigt die Richtigkeit und Effizienz solcher gezielten Herangehensweise, des Akzeptierens der Existenz von schadstoffbedingten Umweltkrankheiten und deren adäquater Behandlung:

Der gesamte jährliche Rückgang der Arztkonsultationen während der Jahre seit der ersten Konsultation der Umweltklinik in Fall River bis 2002 lag bei der Gruppe im Jahr 1998 bei 9,1%, bei der Gruppe von 1999 bei 8% und bei der Gruppe von 2000 bei 10,6%, verglichen mit 1,3% bei der Gesamtbevölkerung von Nova Scotia. Bei der Patientengruppe von 1998 lag die Reduzierung der Arztbesuche bei den Patienten mit den meisten Symptomen vor der Therapie sogar bei 31% in den Folgejahren nach der Behandlung in der Umweltklinik. (5)

Bleibt zu hoffen, dass das Konzept der IKK Umweltambulanz Nachahmer findet und ein gewaltiges Umdenken an so mancher universitären Umweltambulanz in Deutschland stattfindet.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 29.12.2008

Anm:
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ist nicht als Werbung für die IKK Krankenkasse zu verstehen. Es bestehen keine Verbindungen oder Abhängigkeitsverhältnisse.

Literatur:
1. IKK Umweltambulanz, Umweltambulanz der IKK Niedersachsen, Stand www. Dez. 2008
2. Klinische Umweltmedizin, Clinical Environmental Medicine, Dtsch Arztebl 2008; 105(30): 523-10000, DOI: 10.3238/arztebl.2008.0523
3. Frauke Haß, Wenn Parfum zur Ohnmacht führt. Manche Menschen vertragen keine Chemikalien, Frankfurter Rundschau, 3.11.2007
4. Apothekenumschau, „Wie gesund ist unsere Umwelt?“, 15.07.2008
5. Silvia K. Müller, Adäquate Behandlung von MCS Patienten in einer Umweltklinik spart Gesundheitskosten, CSN Blog, 30.Sept. 2008

Duftstoffe: Synthetische Moschusverbindungen hemmen die Entgiftung langfristig

Duftstoffe sind nachhaltig schädlich

Synthetische Moschusverbindungen werden als Duftstoffe in Alltagsprodukten wie Kosmetika und Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt. Bedenken wurden erstmals angemeldet, als man diese Stoffe im menschlichen Fettgewebe, in der Muttermilch und in Wasserorganismen feststellte. Ihre Persistenz und das Potential zu bioakkumulieren sind bedenklich, auch wenn die Toxizität und die Gefahren für die Umwelt generell als gering eingestuft wurden. Wissenschaftler der Stanford Universität in Kalifornien fanden heraus, dass Nitromoschus- und polyzyklische Moschus-verbindungen zu einer multixenobiotischen Resistenz MXR (Blockierung, Fremdstoffe aus dem Körper zu entgiften) bei Muscheln führen können. Wegen ihrer Anreicherung im menschlichen Gewebe wirft sich die berechtigte Frage auf, ob Moschusverbindungen auch beim Menschen als sensibilisierende Substanz gegenüber Chemikalien Relevanz besitzen.

Umweltverschmutzer mit Langzeiteffekt
Es stellt sich zunehmend heraus, dass Pharmazeutika und Körperpflegeprodukte sehr zur Umweltverschmutzung beitragen Zu den Verursachern gehören auch die verschiedenen Moschus-verbindungen. Ihre unerwarteten Langzeiteffekte sind beunruhigend.

Schon vor mehr als zwei Jahrzehnten stellten Wissenschaftler weltweit eine Belastung von Meerestieren durch Moschus-verbindungen fest. Verursacher ist der Mensch.

Künstliche Moschusverbindungen werden breitflächig als billige Duftstoffe eingesetzt. Der Markt ist groß, die Produktionsmengen betragen viele tausend Kubiktonnen pro Jahr weltweit. Kosmetika, Fixierungsmittel in Kosmetika, Waschmittel, Weichspüler, Parfüms, Raumduftsprays, Reinigungsmittel sorgen dafür, dass wir ständig diesen Stoffen ausgesetzt sind, auch wenn wir sie nicht selbst benutzen. Oft kommen nicht nur Einzelverbindungen dieser künstlichen Moschusverbindungen zum Einsatz, sondern auch Kombinationen.

Chemosensibilisierung – Das Fass läuft über
Ein kaum beachteter nachdenklich stimmender Aspekt, der festgestellt wurde, besteht darin, dass verschiedene Pharmazeutika und Körperpflegeprodukte, darunter auch künstliche Moschusverbindungen, in der Lage sind, den Organismus zu beeinträchtigen, indem sie die Proteine, die als Transportsysteme fungieren, blocken. Diese Effluxtransportsysteme dienen nämlich normalerweise dazu, dass es nicht zu einer Anreicherung von Xenobiotika (Fremdstoffen) in der Zelle kommt. Hemmung dieser zellulären Abwehrmechanismen führt zu einer erhöhten Sensibilität der Zellen gegenüber Xenobiotika, indem sie normalerweise nicht in die Zelle eindringenden Giften Eintritt gestatten.

Eine charakteristische Eigenschaft dieser Effluxtransporter ist ihre Affinität gegenüber einem breiten Feld von Substraten. Wenngleich diese geringe Spezifität eine Möglichkeit, mit „neuen“ Chemikalien (Umweltschadstoffe) umzugehen, für das System bereitstellt, besteht der Nachteil darin, dass das System schnell durch das Vorhandensein von vielen Substraten gesättigt ist und dadurch durchlässig wird. Dieser Vorgang sorgt dafür, dass die Schutzfunktion verloren gehen kann. Diese Zerstörung der MXR Abwehr durch zahlreiche Substrate oder durch Hemmung von Effluxtransportern wird als Chemosensibilisierung bezeichnet. Stoffe, die diesen Vorgang verursachen, nennt man Chemosensibilisierer. Die Wissenschaftler aus Kalifornien gehen davon aus, dass es sich bei künstlichen Moschusverbindungen um solche Chemosensibilisierer handelt. Bei einer großen Bandbreite von Chemikalien wie Pestiziden, Pharmazeutika und einige polyarmomatische Hydrocarbonen fand man ebenfalls heraus, dass sie MXR Transporter in menschlichen Zellen und Wasserorganismen hemmen.

Langzeiteffekt
Die Wissenschaftler der Stanford University besorgte das Ergebnis ihrer Studie sehr, da eine zweistündige Exposition gegenüber Moschusverbindungen bei den Muscheln nach 24 – 48 Stunden Erholung in sauberem Meerwasser noch nicht vollständig abgebaut war. Diese unerwartete Konsequenz durch synthetisches Moschus bedeutet ein Langzeitverlust der Effluxtransportaktivität, was zu einer Akkumulierung normalerweise eliminierter toxischer Stoffe führt, selbst wenn die akute Moschusexposition beendet ist. Man geht davon aus, dass wasserabstossende Substanzen während der Exposition in den Zellmembranen akkumulieren und Effluxtransporter dadurch indirekt durch Membraneffekte beeinflussen, oder die Membrane direkt als Reservoirs für langsame Freigabe von Chemikalien dienen, die dann an die aktiven Seiten der Transportproteine binden können und durch langsame Freigabe eine Hemmung über einen langen Zeitraum erwirken können.

Chemosensibilisierer, ein Risiko für Menschen
Für die Wissenschaftler der Studie stellte sich abschließend die zwingende weitere Forschungsfrage, ob auch andere Umweltchemikalien in der Lage sind, solche Langzeiteffekte auf Entgiftungstransportsysteme von Organismen auszuüben. Schon in vorangegangenen Studien hatten Wissenschaftler auf die Gefahr ausgehend von gewissen Chemikalien als Chemosensibilisierer und die damit verbundene unabschätzbare Gefahr für Mensch und Umwelt hingewiesen. Die Stanford Wissenschaftler vertreten die Auffassung, die derzeitige Umweltbelastung sei ausreichend, um die normalen Abwehrmechanismen zu beeinflussen.

Entgiftung und Schutzmechanismus lahm gelegt
Bei synthetischen Moschusverbindungen kommt noch hinzu, dass sie dafür bekannt sind, indirekte toxische Effekte zu verursachen und dadurch eine vermehrte Transformation anderer Umweltchemikalien in für den Körper gefährlichere Formen zu verursachen. Das bedenklichste an den Stoffverbindungen ist, dass der Effekt nachhaltig ist, selbst wenn eine Exposition nur kurze Zeit dauert, weil MXR Effluxpumpen im menschlichen Gewebe weit verbreitet sind, wo sie einen ausschlaggebenden Teil der zellulären Abwehr gegen Zellgifte darstellen.

Auswirkungen an Effluxsystemen können zu unerwarteter Akkumulation von Schadstoffen beim Menschen führen, was Sicherheitsvorhersagen von scheinbar ungiftigen Substanzen zunichte macht. Hinzu kommt, dass es offensichtlich einige  Chemikalien in unserer Umwelt gibt, die diese Effekte verursachen, was bedeutet, dass mehrere solcher Chemosensibilisierer in der Lage sind, gleichzeitig zu akkumulieren und sich gegenseitig in ihrer Wirkung zu verstärken, wodurch eine unter Bedenklichkeit liegende Exposition einer einzelnen Substanz letztendlich doch zu großen nachhaltigen Effekt führen kann.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 27.12.2008

Literatur:
Till Luckenbach, David Epel, Nitromusk and Polycyclic Musk Compounds as Longterm Inhibitors of Cellular Xenobiotic Defense Systems Mediated by Multidrug Transporters, Hopkins Marine Station of Stanford University, Pacific Grove, Califoria, USA, Environ Health Perspect. 2005 January; 113(1): 17-24.

Fachworterklärung:
MDR – vielfache Medikamentenresistenz
MXR – vielfache Xenobioticaresistenz
Xenobiotika – Fremdstoffe
Akkumulieren – anreichern

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Die Psychiatrisierung von MCS-Kranken stellt in Deutschland den Tatbestand der Diskriminierung körperlich Behinderter dar

Menschen, die an Multiple Chemical Sensitivity (MCS) erkrankt sind, werden mit Faktoren konfrontiert, die bei kaum einer anderen Krankheit in vergleichbarem Maße in Erscheinung treten:

MCS Erkrankte leiden unter:

  • den Schmerzen durch ihre Krankheit
  • der Isolation, erzwungen durch ihre Reaktionen auf minimale Konzentrationen von Alltagschemikalien
  • mangelnder adäquater medizinischer Versorgung
  • dem Verlust von Beruf, Freunden, Vermögen,…
  • der Einbuße ihrer Freiheit und ihrer Lebensqualität
  • der Diskriminierung, der sie von vielen Seiten ausgesetzt sind

Der Faktor, den Chemikaliensensible als den Punkt anführen, unter dem sie am Allermeisten leiden, ist die Diskriminierung, der sie oft in unserer Gesellschaft und durch Behörden ausgesetzt sind.

MCS ist als körperliche Krankheit einklassifiziert
MCS ist im für Deutschland gültigen WHO Register der Krankheiten, dem ICD-10 GM, als körperliche Krankheit einklassifiziert. MCS trägt dort den Diagnoseschlüssel T.78.4 und ist dem Kapitel 19 unter „Verletzungen, Vergiftungen“ zugeordnet. In Deutschland sind Ärzte und Dokumentare in Krankenhäusern nach dem Sozialgesetzbuch V dieser rechtsverbindlichen Klassifizierung verpflichtet. (1,2,3)

MCS ist eine körperliche Behinderung, aber…
Multiple Chemical Sensitivity (MCS) ist in Deutschland seit 2005 als körperliche Behinderung anerkannt (Ziffer 26.18, Register Einschränkung des Bewegungsapparates). Der Behindertenstatus wird auf Antrag im Einzelfall zugebilligt. Behinderte dürfen laut geltendem Recht nicht diskriminiert werden und stehen unter besonderem Schutz. Chemikaliensensible spüren jedoch wenig von der Sicherheit, die ihnen von Rechts wegen gewährt wird, im Gegenteil. Sie werden aufgrund von (teils bewusster) Desinformation als psychisch Kranke abgestempelt, obwohl der internationale wissenschaftliche Sachstand klar darlegt, dass es sich um eine körperliche Krankheit handelt. Ein Kriterium dafür sind die Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (AHP), wie man nachfolgend erkennen kann:

In Deutschland wurde MCS im Jahr 2004 erstmals als Behinderung eingegliedert, jedoch hatte man Chemikalien-Sensitivität (MCS) und Chronische Erschöpfung (CFS) sehr zum Leidwesen der Erkrankten und deren Ärzte in den Leitlinien unter Ziffer 26.3 „Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, psychische Traumen“ gelistet. Die Erkrankten und ihre Ärzte empfanden diese Einstufung zu Recht als Diskriminierung, was zu einer Neueingliederung im Jahr 2005 führte. (4) Seitdem werden MCS und CFS unter Ziffer 26.18 „Haltungs- und Bewegungsapparat, rheumatische Erkrankungen“ geführt. Zwar kann seither beim Vorliegen einer besonders schweren MCS ein GdB von mehr als 50 zuerkannt werden, aber in den Leitlinien befindet sich noch immer ein Punkt der Diskriminierung. MCS ist zwar körperlichen Einschränkungen zugeordnet, jedoch steht in der AHP Fassung 2008 zu lesen:

„Die Fibromyalgie und ähnliche Somatisierungssyndrome (z.B. CFS/MCS) sind jeweils im Einzelfall entsprechend der funktionellen Auswirkungen analog zu beurteilen.“

Diese Bewertung „ähnliche Somatisierungssyndrome“ verwundert, denn bereits 1998 hatte der ärztliche Sachverständigen Rat, Sektion Versorgungsmedizin, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, folgende Aussage getätigt:

„Gemäß Beschluss sind so genannte Umweltkrankheiten, wie das „MCS-Syndrom“,  die mit vegetativen Symptomen, gestörter Schmerzverarbeitung, Leistungseinbussen und Körperfunktionsstörungen, etc. einhergehen, grundsätzlich als Behinderung nach dem Schwerbehindertenrecht SGB IX anerkannt. Es wird darauf hingewiesen, dass psychische oder psychiatrische Krankheiten nicht mit dieser Einstufung verbunden sind.“ (5)

MCS Patienten-Initiative reklamiert Diskriminierung Behinderter
Die MCS Patienten-Initiative gegen Diskriminierung trat in Aktion und schrieb das zuständige Bundesministerium für Arbeit und Soziales an und erwirkte, dass der derzeitige Passus, in dem die Erkrankung MCS unangebrachter Weise als Somatisierungsstörung bezeichnet wurde, nun endgültig von diskriminierenden Bezeichnungen befreit und  geändert wird: (6)

Abschrift des Briefes vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Bezug auf MCSBundesministerium
für Arbeit und Soziales

MCS Patienten-Initiative
gegen Diskriminierung

Bonn, 21.November 2008

Feststellung nach dem Schwerbehindertenrecht

Sehr geehrte Frau xxx

Wie im Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs Herr Thönnes angekündigt, erfolgt nun die Antwort auf Ihr Schreiben vom 29.09.2008, nachdem der Sachverständigenbeirat Versorg-ungsmedizin getagt hat.

Die Sachverständigen haben empfohlen, den Satz

„Die Fibromyalgie und ähnliche Somatisierungssyndrome (z.B. CFS/MCS) sind jeweils im Einzelfall entsprechen der funktionellen Auswirkungen analog zu beurteilen.“
durch
„Die Fibromyalgie, Chronisches Fatigue Syndrom (CFS), Multiple Chemical Sensitivity (MCS) und ähnliche Syndrome sind jeweils entsprechen der funktionellen Auswirkungen analog zu beurteilen.“
zu ersetzen.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag

Dr. Christa Rieck
Bundesministerium
für Arbeit und Soziales


Diskriminierung in Gutachterleitlinien beendet
In den Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (AHP) für das kommende Jahr 2009 wird, wie im Schreiben des Bundesministeriums angekündigt, der betreffende Passus, der die Krankheit MCS als „Somatisierungsstörung“ bezeichnete, abgeändert.

Bedeutung für Chemikaliensensible
Den AHP kommt zwar keine Rechtsnormqualität zu, sie sind aber auch nicht nur als unverbindliche Richtlinien für medizinische Sachverständige zur Bewertung von Sachverhalten aufzufassen. Vielmehr handelt es sich bei den AHP nach der ständigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG), die vom Bundesverfassungsgericht bestätigt wurde, um ein antizipiertes Sachverständigengutachten, das den aktuellen Wissens- und Erkenntnisstand der herrschenden medizinischen Lehrmeinung, d.h. der so genannten Schulmedizin, wiedergibt. Als einleuchtendes, abgewogenes und in sich geschlossenes Beurteilungsgefüge ermöglichen die AHP der Verwaltung und den Gerichten unter Wahrung des allgemeinen Gleichheitssatzes den zutreffenden MdE-Grad bzw. nunmehr GdS für eine Schädigungsfolge oder den GdB für eine Teilhabebeeinträchtigung zu bestimmen. (7)

Fazit für Chemikaliensensible
Durch die Eingliederung von MCS als körperliche Krankheit, der neuen Formulierung in den AHP und der Einklassifizierung von MCS als körperliche Krankheit im ICD-10 haben Chemikaliensensible endlich alles in der Hand, um ihre Krankheit auf Antrag als körperliche Behinderung anerkannt zu bekommen.

Wie aus den oben aufgeführten Tatsachen eindeutig ersichtlich, ist also die Klassifizierung von MCS als eine körperliche und nicht psychische Erkrankung in Deutschland allgemein rechtsverbindlich.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 24.12.2008

Literatur:

  1. DIMDI Schreiben an CSN, MCS ICD-10, 04.09.2008
  2. DIMDI Schreiben, 04.09.2008
  3. Bundesministerium für Gesundheit, Anwendung der ICD-10 in der vertragsärztlichen Versorgung nach § 295 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch, 18.12.1995
  4. BMGS Berlin, MCS Ziffer 26.18, Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit, Anhaltspunkte 2005
  5. Ärztlicher Sachverständigen Rat, Sektion Versorgungsmedizin, Bundesministerium für Arbeit, TOP 1.9, Nov. 1998.
  6. Dr. Christa Rieck, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Schreiben „Feststellung nach dem Schwerbehindertenrecht“ vom 21.11.2008
  7. Anhaltspunkte 2008, Rechtsnatur der Anhaltspunkte, Schillings/Wendler 08/2008

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MCS / CFS Tagung in Bern – Bericht eines Umweltkranken

MCS -Der Schlüssel zum besseren Verstehen

Erlebnisbericht von Jörg Müller zur umweltmedizinischen Tagung über MCS und CFS am 3.12.2008 in Bern:

Als ich hörte, dass Prof. Pall in die Schweiz kommt, dachte ich: Super! Das ist der Mann, der bei MCS den Durchblick hat –  ich hatte bereits von ihm gelesen.

So fuhr ich an diesem Mittwoch nach Bern, betrat den grossen Hörsaal des Inselspitals, traf einzelne Bekannte und lernte Heidi Streminger von MCS-SOS kennen. Diese motivierte mich, einige Zeilen zu diesem Anlass zu schreiben.

Interessante Vorträge
Den stärksten Eindruck an diesem Nachmittag hinterliess bei mir Dr. Binz aus Trier.
Sein Engagement für seine Patienten und die Wahrheit beeindruckten mich sehr. Es war erschreckend, wie viele Menschen bei der Arbeit durch Umweltschadstoffe ganz schlimm erkrankten. Wir bekamen zu sehen, wie ihre Hirne zerstört sind.

Silvia Müller bereitete mir Freude. Schön, dass sie sich so gut von ihrer Krankheit erholt hat, sie, die nahe am Tod war. Eine Ermutigung für alle.

Prof. Pall bewundere ich wegen seiner wissenschaftlichen Leistung. Er schaffte einen Durchbruch im Verständnis von MCS. Zum Glück hatte ich vorher schon in seinem Buch gelesen, sonst hätte ich kaum etwas verstanden. Sein Modell von MCS ist sorgfältig begründet und klar. Allerdings abstrakt, weil reine Biochemie, aber hilfreich, weil es zu einer Therapie führt, die an den Ursachen ansetzt.

Nach fast fünf Stunden ging ich nach Hause, zufrieden und gestärkt (aber wegen Belastung zitternd und frierend, was sich aber bald legte, zum Glück).

Was bleibt?
Vereinfacht: Die Krankheit MCS ist weitgehend geklärt. Es handelt sich um eine Entzündungsreaktion, die aus dem Ruder gelaufen ist. Und zwar, weil im Vergleich zur Belastung nicht genügend entzündungshemmende Stoffe und Antioxidantien im Körper waren und sind.
Es ist falsch zu sagen, diese Krankheit sei rein psychisch. MCS betrifft aber häufig Nervenzellen, dadurch können psychische Funktionen beeinträchtigt sein. Die Therapie besteht demnach vor allem in der Gabe von entzündungshemmenden und antioxidativ wirkenden Stoffen.
Sehr wichtig dabei: Nur eine Kombination von vielen Nährstoffen, zum Teil in hohen Dosen, ist wirksam.

Prof. Pall empfahl mehrere Maßnahmen

  1. Hohe Dosen Vitamin C als Infusion (12g und mehr, anfangs etwa zweimal wöchentlich)
  2. Hohe Dosen Vitamin B12 (5-10mg anfangs sehr häufig), nicht zum Ausgleich eines Mangels, sondern als Entzündungshemmer
  3. Dazu eine Vielzahl von Nährstoffen in Kapseln zur täglichen Einnahme

Ähnlich therapieren schon verschiedene Ärzte mit Erfolg. Die Wirksamkeit von Prof. Palls Nährstoffkombination wird derzeit noch geprüft. Von ersten klaren Erfolgen konnte er bereits berichten.

Diese Nährstoffe ersetzen aber nicht die bisher bekannten Massnahmen, diese bleiben unerlässlich:

  1. Belastungen minimieren, vor allem chemische
  2. Bewegen an frischer Luft
  3. Metalle aus dem Körper entfernen, vor allem Quecksilber
  4. Gesunde Ernährung inklusive Darmsanierung unter Beachtung von Allergien, z.B. eine Mittelmeerdiät, reich an Antioxidantien und gesunden Ölen
  5. Eventuell zusätzlich Schadstoffausleitung durch Niedertemperatursauna und Massagen
  6. Sauerstoffgaben und andere Massnahmen sind unter Umständen sehr hilfreich. Vermutlich wirken sie aber eher unterstützend und lindernd als heilend

Mir war und ist es auch nicht möglich, all dies durchzuführen. Aber ich bleibe dran durch alle Entmutigungen hindurch. Es geht mir auch viel besser und dafür bin ich sehr dankbar.

Dieser Nachmittag mit Prof. Pall hat mir gezeigt, dass MCS therapierbar, vielleicht sogar heilbar ist.

Autor: Jörg Müller für MCS-SOS, Dezember 2008

Weitere Artikel über die Arbeiten von Prof.Martin Pall:

MCS-SOS: Umweltmedizinische Tagung zu den Themen MCS und CFS in Bern

Ein kurzer Überblick zum Vortrag von Prof.Dr. Martin Pall

Ende einer Kontroverse Martin Pall’s MCS Theorie

MCS-SOS: Umweltmedizinische Tagung zu den Themen MCS und CFS in Bern

Prof.Dr. Martin Pall

Multiple Chemical Sensitivity – MCS, unter diesem Titel fand am 3. Dez. 2008 ein Nachmittag zu den Themen MCS und CFS am Inselspital in Bern statt.

Eröffnet wurde der Anlass mit einer Begrüßungsrede durch Nationalrätin Frau Dr. med. Yvonne Gilli.

Silvia K. Müller / BernAnschließend erzählte Silvia K. Müller, Leiterin des Chemical Sensitivity Network Deutschland, vom Beginn ihrer Krankheit (Vortrag) und deren Auswirkungen auf ihr Leben. (Powerpoint Präsentation zum Vortrag)

Dr. med. Peter Binz, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie aus Trier, schilderte Beispiele aus seiner langjährigen Praxiserfahrung mit Chemikaliengeschädigten, zeigte Diagnosemöglichkeiten und klärte über die wichtigsten gefährlichen Stoffe auf.Dr. Peter Binz / Bern

Während der Pause nutzten viele die Auslage des Informationstisches, naschten von den Backwaren, welche von Vereinsmitgliedern gespendet worden waren, und degustierten verschiedene PureNature-Produkte, welche uns von der Firmenleitung zur Verfügung gestellt worden waren. Bei der Gastronomie des Inselspitals gab es die Möglichkeit, diverse Getränke zu kaufen. Nach dieser Auflockerung hielt der Regionalleiter des CFS-Vereins, Patrick Caduff, seinen Vortrag, in dem er die alltäglichen Einschränkungen von CFS-Patienten sehr eindrucksvoll schilderte.

Und dies war dann eine ausgezeichnete Überleitung zu dem doch sehr wissenschaftlichen Vortrag von Dr. Martin L. Pall. Der bekannte Professor der Biochemie wurde von der Europäischen Akademie für Umweltmedizin e.V. nach Europa eingeladen, und davon konnten nun auch wir in Bern profitieren. Dr. Pall hielt sein Referat zum Thema „Der NO/ONOO Zyklus“ in englischer Sprache. Seine Präsentation und weiteres Informationsmaterial kann man bei Interesse über unsere Vereinsadresse anfordern.

Dr. Roman LiethaHervorragend moderiert wurde der gesamte Nachmittag mit anschließender Diskussionsrunde von Dr. med. Roman Lietha. Er ist Vorstandsmitglied der Fachgesellschaft Ernährung und Orthomolekularmedizin FEOS.

Unterstützt wurden wir zusätzlich durch Dr. med. Klaus Tereh, welcher im Hintergrund für uns wichtige organisatorische Punkte übernahm. Erwähnen möchten wir auch den hervorragenden Service des Inselspitals. Besonders die Technik des Hörsaals leistete sehr gute Arbeit und wir konnten uns vollumfänglich auf sie verlassen.

Nun gilt es, die letzten Rechnungen zu begleichen, und wir sind sehr dankbar, dass uns die MCS-Liga Schweiz, der CFS-Verein Schweiz und diverse Spender bei der Mitfinanzierung unterstützen.

Während des gesamten Nachmittages wurden professionelle Filmaufnahmen gemacht. Daraus wird nun eine Doppel-DVD produziert, welche nach Fertigstellung beim Veranstalter Verein MCS-Selbsthilfeorganisation Schweiz – ev. nach Absprache auch bei den beteiligten Institutionen – gegen einen angemessenen Betrag bezogen werden kann. Bestellungen können schon jetzt entgegen genommen werden. Auch ich freue mich auf diese Dokumentation mit deutscher Synchronisation des Referates von Dr. Pall, denn ich vertrug den Hörsaal überhaupt nicht und verbrachte den größten Teil der Zeit im Foyer. Aus diesem Grund habe ich Jörg Müller gebeten, einige Zeilen aus der Sicht eines Besuchers und Zuhörers zu schildern Vielen Dank an Jörg Müller für seinen nachfolgended im Blog erscheinenden Beitrag!

Zum Schluss möchte ich mich im Namen unseres Vereins noch einmal bei allen herzlich bedanken, die diesen Nachmittag überhaupt möglich gemacht und sich in irgendeiner Weise dafür eingesetzt haben.

Heidi Streminger Präsidentin der MCS-Selbsthilfeorganisation Schweiz: MCS-SOS

Weitere Artikel zu Prof. Dr. Martin Pall:

Pesticide deal could result in bans on important health hazards

Better Health in Sight?

PAN Europe, HEAL and EEB PRESS RELEASE

Brussels, 18 December 2008 – Health and environment non-governmental organisations (NGOs) have cautiously welcomed the proposed EU package on pesticides reached yesterday as a step towards better health through environmental protection.

Following years of political negotiations, the debate on the pesticide package entered yesterday a new stage, with a proposed deal between the Commission, French Presidency and a European Parliament delegation reaching agreement on a Regulation and a Framework Directive on the use and authorisation of pesticides.

Overall, PAN (Pesticides Action Network) Europe, the Health and Environment Alliance (HEAL) and the European Environment Bureau (EEB) consider that the proposed compromise agreement offers positive aspects, first of all because it means the creation of an EU-wide pesticides blacklist, which removes some of Europe’s most hazardous pesticides from the market – and therefore from food products grown in the EU (1).

We are happy to see that the proposed agreement includes criteria for banning pesticides that can cause cancer, DNA-mutation, reproductive problems and hormonal disruption‘, says Monica Guarinoni, Deputy Director at HEAL. ‚Only 22 substances will be withdrawn from the market, resulting in a much higher level of health protection, especially for children and vulnerable groups, although we would have liked the list to be larger and include developmental neurotoxic and immunotoxic pesticides‘ (2).

The major downside of the deal is that it did not include the Environment committee’s demand to eliminate the division of the EU into three authorisation zones. This omission reduces the control of member states over whether or not to reject a hazardous pesticide within their territory (3).

Regarding the framework directive on sustainable use of pesticides, Member States have to develop National Action Plans with clear targets on how and when to achieve quantitative use reductions.

„Although, we regret the absence of ambitious EU quantified reduction targets and incentives, we welcome the fact that member states will have to prepare national action plans with quantitative use reductions and the idea of applying integrated pest management from 2014“, Hans Muilerman, board member of PAN. „Making Integrated Pest Management (IPM) mandatory for every farmer in Europe presents a unique opportunity to achieve more sustainable agricultural practices,“ he continues.

On the Directive, Monica Guarinoni added „Banning the use of pesticides in public areas, such as parks and school grounds, is another measure that would help protect health. Although the current compromise does not include a total ban on pesticide use in public places, we hope member states and local authorities will pick up these measures in their local and national action plans. Some municipalities in Europe are already banning the use of pesticides for cosmetic purposes and our new campaign will encourage others to do so“ (4).

Although far from perfect, with a number of loopholes and derogations and based too much on risk rather than hazard and quantitative reductions, the proposed deal will allow the EU to move on to a better system without further delays. Health and environment groups therefore reluctantly advise the EU institutions to officially confirm the deal in January.

Notes to editors:

1 Other positive measures in the regulation are the introduction of mandatory record-keeping throughout the production chain; an obligation on industry to release all scientific articles showing the negative side-effects of pesticide application; consideration of the cumulative effects on health (though not on environment) within the testing and authorisation process; and better protection of bees.
2 The deal does not include developmental neuro- and immunotoxicity in the cut-off criteria, instead these are only taken into account in the setting of health standards.
3 Other negative aspects are that the assessment of endocrine disrupting is also delayed and the Commission has to come up with scientific criteria for their determination in 5 years, after which testing will take even more time to identify this dangerous group of pesticides; some specific categories though are included already in the cut-off.  Nor does the deal get rid of the so-called non-relevant metabolites, which gives the Member States the possibility to ignore toxic effects of metabolites.
4 The „Sick of Pesticides“ campaign on pesticides and cancer was launched in November 2008. The campaign website is available in French and English at www.pesticidescancer.eu

Contact:
Henriette Christensen, Pesticide Action Network Europe, Boulevard de Waterloo 34, B – 1000 Brussels, Tel:+32 2 289 13 09, email henriette@pan-europe.info; website: www.pan-europe.info

Monica Guarinoni, Deputy Director, Health and Environment Alliance (HEAL), 28 Boulevard Charlemagne, B-1000 Brussels. Tel: +32 2 234 3643 (direct). E-mail: monica@env-health.org Website: www.env-health.org

Christian Schaible, EU Policy Officer for Industrial Policies and Chemicals,  European Environmental Bureau, Boulevard de Waterloo 34 1000 Brussels ,  Tel. +32 (0)2 289 10 90, website : www.eeb.org

Auch natürliche Duftstoffe sind äußerst bedenkliche Allergieauslöser

Natürliche Duftstoffe sind bedenkliche Allergieauslöser

Duftstoffe stellen nach Nickel die häufigste Ursache für Kontaktallergien dar. In der Diagnostik werden Allergien auf Duftstoffe mittels Hauttests und sogenanntem Duftstoffmix I und II ausfindig gemacht. Der Duftstoff Geraniol wurde bislang als schwaches Allergen eingestuft, weil gemäß den Hauttests nur etwa 5% der Patienten auf diese blumig riechende Substanz reagieren. Geraniol stellt unter den natürlichen Duftstoffen einen wichtigen Duftstoff dar, er ist in etwa 76% der Deodorants auf dem europäischen Markt enthalten und in etwa 41% aller Reinigungs- und Pflegeprodukte. (6) Analog zu den natürlichen Duftstoffen Limonen und Linalool, hat auch Geraniol das Potenzial, sich durch einen Autooxidationsvorgang, der durch Kontakt mit der Luft in Gang kommt, zu hochallergenen Substanzen zu entwickeln. (1-5)

Oxidation durch Luft verstärkt das Problem
Die Diagnostik von Duftstoffallergien gestaltet sich schon aufgrund der Flut von Duftstoffkomponenten nicht einfach. Im Fall von Geraniol, Linalool und Limonen kann eine Allergie nur dann ausgeschlossen werden, wenn auch eine Testsubstanz verwendet wurde, die einem Oxidationsprozess durch Luft unterzogen wurde. Denn ganz besonders die Oxidationsprodukte, die an der Luft entstehen, sind es, die in diesem Fall eine Allergie auslösen. Normaler Einsatz und herkömmliche Lagerung von Produkten, die Geraniol, Linalool oder Limonen enthalten reicht aus, um einen solchen Autooxidationsprozess in Gang zu setzen. (3)

Auf das richtige Testmaterial kommt es an
Bei der Diagnostik kann es aus dem oben genannten Grund leicht zu einem falsch negativen Ergebnis kommen, wenn nur Substanzen aus dem herkömmlichen Duftstoffmix ausgetestet werden. Für eine objektive Beurteilung müssen, laut Erkenntnis von schwedischen Wissenschaftlern, auch Testsubstanzen überprüft werden, die der Luft ausgesetzt waren und bei denen der genannte Autooxidationsvorgang in Gang geraten ist. Pures Linalool, Geraniol und Lemon beispielsweise wiesen in einer Studie kaum oder kein sensibilisierendes Potenzial auf, während die jeweiligen Bestandteile des oxidierten Duftstoffes hoch allergenisierend wirkten. Der Grad des sensibilisierenden Potenzials war zusätzlich abhängig von der Dauer, der die Grundsubstanz der Luft ausgesetzt war (Oxidationszeit). (3)

Wissenschaftler und BfR warnen
Schwedische Wissenschaftler hatten bereits 1999 dazu gemahnt, dass Oxidation von Substanzen durch die Luft bei EU-Richtlinien bei der Bewertung von  hautsensibilisierenden Substanzen miteinbezogen werden müsse. (2)

Als das Team von Karlberg im vergangenen Jahr Geraniol untersuchte, warnte es auf Grund seiner Feststellungen vor dem hoch allergenen Potenzial von oxidiertem Geraniol und teilte mit, dass Hautkontakt mit diesem Duftstoff in oxidierter Form vermieden müsse. (3)

Das BfR – Bundesamt für Risikobewertung in Deutschland mahnte ebenfalls zu bedachtem Umgang mit Duftstoffen aus Rücksicht auf Allergiker: „Aus diesem Grund sollten Verbraucher darüber informiert werden, wenn Duftstoffe in öffentlichen Räumen, etwa über die Klimaanlage, eingesetzt werden. Hersteller solcher „Duftmarketing“-Verfahren sollten außerdem auf Duftstoffe verzichten, die bekanntermaßen Allergien auslösen können. Darüber hinaus sollten die Inhaltsstoffe von Sprays verstärkt auf mögliche Reaktionen der Atemwege getestet werden.“(7)

Allergie-Spezialist Prof. Thomas Fuchs/Uni Göttingen: „Zahlreiche Allergie-Patienten klagen nicht erst bei Hautkontakt mit diesen Stoffen, sondern bereits bei starken Geruchseindrücken über Beschwerden. Und vor Weihnachten ist dem Experten zufolge das Risiko für viele Patienten besonders hoch. Denn die Beduftung“ von Geschäften mit maschinellen Beduftern sei in dieser Zeit heftig und häufig“ Dabei spielt es für die Auslösung allergischer Reaktionen keine Rolle, ob es sich bei dem Duft um ein natürlich oder ein künstlich hergestelltes Aroma handelt.“ Für Patienten gebe es nach allen bisherigen Erkenntnissen nur eine sichere Möglichkeit, um einer allergischen Reaktion auf Duftstoffe vorzubeugen: Keine Räume aufsuchen, in denen es duftet!“ (8)

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 17. Dezember 2008

Literatur:

1. A.T. Karlberg et al. (1992): Air oxidation of d-limonene (the citrus solvent) creates potent allergens, Contact Dermatitis. Bd. 26, S. 332-340(2).
2. Karlberg AT, Basketter D, Goossens A, Lepoittevin JP.Regulatory classification of substances oxidized to skin sensitizers on exposure to air, Contact Dermatitis,1999 Apr; 40(4):183-8.
3. Hagvall L, Bäcktorp C, Svensson S, Nyman G, Börje A, Karlberg AT., Fragrance compound geraniol forms contact allergens on air exposure. Identification and quantification of oxidation products and effect on skin sensitization, Chem. Res. Toxicol., 2007, 20 (5), pp 807-814.
4. Sköld M, Hagvall L, Karlberg AT.,Autoxidation of linalyl acetate, the main component of lavender oil, creates potent contact allergens,Contact Dermatitis. 2008 Jan;58(1):9-14.
5. Sköld M, Börje A, Harambasic E, Karlberg AT.,Contact allergens formed on air exposure of linalool. Identification and quantification of primary and secondary oxidation products and the effect on skin sensitization, Chem Res Toxicol. 2004 Dec;17(12):1697-705.
6. Rastogi, S. C., Johansen, J. D., Frosch, P., Menne, T., Bruze, M., Lepoittevin, J. P., Dreier, B., Andersen, K. E., and White, I. R. Deodorants on the European market:  quantitative chemical analysis of 21 fragrances. Contact Dermatitis 38, 29−35, 1998.
7. Pressemitteilung BfR, Allergien durch Einatmen von Duftstoffen?14/2008, 05.08.2008.
8. Prof. Thomas Fuchs, Allergie-Spezialist warnt vor Duftstoffen in der Weihnachtszeit, Ärzte im Netz, 17.12.2008

Pestizide als Ursache von Multiple Chemical Sensitivity / MCS seit Jahrzehnten bekannt

Ursachen für Chemical Sensitivity seit über 4o Jahren bekannt

Veröffentlichungen aus verschiedenen Ländern legen schlüssig dar, dass verschiedene Auslöser für Chemikaliensensitivität (WHO/ICD-10 T.78.4) seit Jahrzehnten bekannt sind.

Epidemiologische Studien führen immer wieder Pestizide als Hauptauslöser an, dass Menschen plötzlich beginnen, auf Alltagschemikalien in geringster Konzentration zu reagieren. Sie reagieren auf Ausdünstungen von Zeitungen, Parfums, Weichspüler, Benzin, Abgasen und vielem mehr mit vielfältigen Symptomen. Als häufigstes Symptom werden Kopfschmerzen genannt, aber die Bandbreite reicht von Atemwegsbeschwerden, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsstörungen bis hin zu Bewusstlosigkeit. Die Krankheit ist bis dato nicht heilbar, und die Vermeidung von Chemikalien gilt als wichtigste Therapiemethode, um den Verlauf mildern oder zu stoppen.

Die erste Veröffentlichung, dass Pestizide MCS auslösen können, ist schon über Vierzig Jahre alt. Im Jahr 1966 wurde in den USA in einer medizinischen Fachzeitung für Arbeitsmedizin bereits über Pestizide als Auslöser von MCS geschrieben. Tabershaw und Cooper hatten bei 19% von 111 Patienten aus Kaliforniern neben einer Berufserkrankung durch Organophosphatpestizide eine Chemikaliensensitivität diagnostiziert. Es folgten etliche weitere Veröffentlichungen und Studien von verschiedenen Wissenschaftlern und Medizinern, die Pestizide als Auslöser von Chemikaliensensitivität benennen. Wir werden nach und nach entsprechende Studien vorstellen.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 16.12.2008

Literatur:
Tabershaw IR, Cooper WC. Sequelae of acute organic phosphate poisoning. Journal of Occupational Medicine, 1966 Jan;8(1):5-20