Aufklärung über toxisch bedingte Krankheiten und Chemical-Sensitivity im Monat Mai

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MCS? Noch nie gehört? Das muss sich ändern!

Viele Mitmenschen und sogar die meisten Ärzte haben noch nie von MCS -Multiple Chemical Sensitivity, zu deutsch Chemikalien-Sensitivität, gehört, obwohl ein großer Teil der Bevölkerung auf Nachfrage bekundet, dass er auf geringe Konzentrationen von Alltagschemikalien wie beispielsweise Parfüm, Duftstoffe, Zigarettenrauch, Zeitungsgeruch, Abgase, frisch gestrichene Farbe oder neue Teppichböden mit Gesundheitsbeschwerden reagiert. Spuren von bestimmten Chemikalien reichen aus, das diese sensibilisierten Menschen z.B. Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Übelkeit, Hör- und/ oder Sehstörungen, Atemwegsbeschwerden erleiden.

Hypersensibilisierten bleibt nur noch ein Leben in völliger Isolation. Sie benötigen absolut cleanen Wohnraum, Luft- und Wasserfilter, um einigermaßen existieren zu können.  Diese Menschen können, wenn überhaupt, dann nur noch mit Aktivkohlemaske oder Sauerstoff nach draußen gehen. Ein normales gesellschaftliches Leben ist für sie selbst ansatzweise unmöglich. Behördengänge, Arztbesuche, etc., die nicht vermeidbar sind, führen zu tage- bis wochenlangen gesundheitlichen Reaktionen. Manche an Chemikalien-Sensitivität erkrankten sind so schwer betroffen, dass eine Wohnraumsuche zu einem Desaster wird und sie aufgrund von Schadstoffen in Baumaterialien sich fast nur noch draußen in der Natur „leben“ können.

MCS? Ja, diese schwere Krankheit ist mir bekannt
Heute beginnt der weltweite Aufklärungsmonat über toxisch bedingte Krankheiten und MCS – Multiple Chemical Sensitivity.

Seit über einem Jahrzehnt unterstützen Ministerpräsidenten in den USA mit Staatssiegeln versehenen Proklamationen das Engagement von Patientenorganisationen und Umweltverbänden, um Wissen über Krankheiten, die durch Chemikalien verursacht wurden, in der Bevölkerung zu verbreiten.

Weltweit haben sich zahlreiche Organisationen dieser Zielsetzung angeschlossen und informieren in ihren Ländern im Mai gezielt sowohl über diese Krankheiten und ihre Ursachen als auch über Präventionsmöglichkeiten.

CSN im Mai
CSN wird im Monat Mai neben vielen Informationen auch einige Überraschungen bereithalten, die wir vorab noch nicht verraten, damit sie tatsächlich eine Überraschung bleiben. Außerdem wird natürlich auf dem CSN Blog täglich auf vielseitige Weise über die Themengebiete toxisch bedingte Krankheiten, deren Ursachen und über Chemikalien-Sensitivität informiert werden. So werden wir u. a. auch die Artikelserie „Die 10 größten Lügen über MCS“ weiterführen, über neueste Studien berichten und Fallbeispiele vorstellen.

MITMACHEN, auf geht…
Jeder von uns kann die MCS Aufklärungskampagne unterstützen, damit Betroffene von uns erfahren, wie ihre Krankheit heißt, die sie auf schon geringste Konzentrationen von Alltagschemikalien reagieren lässt, damit unsere Mitmenschen erfahren, welche Chemikalien und Situationen MCS auslösen können und selbstverständlich auch, wie man verhindert, überhaupt erst an Chemikalien-Sensitivität zu erkranken.

CSN bietet hierzu Informationsmaterial, das verteilt, gemailt oder verschickt werden kann. Gut zur Information von Mitmenschen geeignet sind auch Artikel und Dokumente, die im CSN Blog und auf der CSN Webseite zu finden sind.

Einige der an MCS Erkrankten haben sich für den Aufklärungsmonat Mai bereits ein kleines Infopaket zusammengestellt und verteilen es an ihre Ärzte, Krankenkassen, Behörden und Institutionen. Nachfolgend einige Tipps und Tools, falls Ihr ebenfalls tätig werden wollt.

MCS Infobroschüre
Die CSN Infobroschüre über MCS ist eine einfache Möglichkeit, um gezielt und fundiert über MCS zu informieren. Die Broschüre kann über Link als download ausgedruckt werden: MCS Infobroschüre

Wer größte Mengen der Infobroschüre verteilen möchte, kann sich die gedruckte Version von CSN gegen Unkostenbeitrag anfordern. Die Flyer wurden professionell auf hochwertigem Papier gedruckt.

Wichtige Dokumente über MCS
MCS ist als körperlich bedingte Krankheit und als körperliche Behinderung in Deutschland anerkannt. Vielen Behörden, Institutionen und Ärzten ist dies nicht bekannt. Teilweise liegt die Ursache hierfür in Fehlinformationen begründet, die durch industriegesteuerte Interessengruppen immer wieder gezielt gestreut werden. Das soll nicht zur Verzweifelung führen, denn jeder kann aktiv mithelfen, diesen Missstand nachhaltig zu ändern.

MCS als körperlich bedingte Krankheit klassifiziert
MCS ist als Krankheit mit dem ICD-10 Code T78.4 von DIMDI (stellvertretend für die WHO in Deutschland) einklassifiziert. Im Schreiben von DIMDI an CSN kann nachgelesen werden, dass MCS als körperlich bedingte Krankheit registriert ist und nicht, wie vielfach gerne hingestellt, als psychisch bedingte Krankheit. Die beiden nachfolgenden Schreiben stehen als download zum Ausdrucken bereit und sollten in keinem MCS-Informationspaket fehlen.

DIMDI – MCS, CFS, FMS nicht als psychisch bedingte Krankheiten einklassifiziert

DIMDI – MCS nicht als psychische Krankheit einklassifiziert

Was es mit dem ICD-10 auf sich hat und welchen Stellenwert dieser Krankheitscode hat, kann im Artikel MCS  – Multiple Chemical Sensitivity – WHO ICD 10 T78.4 nachgelesen werden.

MCS – Multiple Chemical Sensitivity – WHO ICD 10 T78.4

MCS ist keine „Somatisierungsstörung“
MCS ist eine körperliche Behinderung und kann im Einzelfall als Schwerbehinderung bis 90% anerkannt werden (Ziffer 26.18). Von Gutachtern, MDK’s und manchen Behörden wird behauptet, dass MCS eine „Somatisierungsstörung“ sei und als psychische Krankheit bewertet. Das ist vom Bundesministerium nicht gewollt und wurde Ende letzten Jahres schriftlich mitgeteilt.

Folgender Artikel gibt nähere Informationen und bietet das Originalschreiben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales als download bereit:

Die Psychiatrisierung von MCS-Kranken stellt in Deutschland den Tatbestand der Diskriminierung körperlich Behinderter dar

Informative Artikel über MCS zum Weiterreichen
In gewissen Situationen ist mancher Erkrankte überfordert, groß zu erklären, was MCS ist, warum, weshalb, woher, etc. Für solche Situationen kann man sich mit ein paar Kopien von wichtigen Fakten über die Krankheit  MCS vorbereiten. Im CSN Blog findet sich für jeden eine ganze Reihe von Artikeln, die auf verständliche Weise näher bringen, was MCS ist und was es bedeutet, an dieser Krankheit erkrankt zu sein. Nutzt die Suchfunktion, um Artikel für ein individuelles Infopaket zusammenzustellen.

Eine gute Idee zum Schluss
Clarissa, die im CSN Forum sehr aktiv ist, hatte eine gute, leicht zu realisierende Idee. Sie hat in Ihren E-Mails für den MCS Aufklärungsmonat eine Fußzeile (viele geben ihren Namen dort ein) mit entsprechenden Links zum Informieren über MCS eingerichtet. Diese Idee kann jeder leicht umsetzen. Stellt Euch vor jeder von uns schickt einen Monat alle seine Mails mit einer MCS Info Fusszeile, wieviele Menschen wir damit erreichen. Ein Beispiel wie es aussehen könnte:

Der Monat Mai ist als weltweiter Aufklärungsmonat für MCS- Multiple Chemical Sensitivity ausgerufen.
MCS ist eine real existierende Krankheit und schwere Behinderung. MCS trägt den Krankheitsdiagnosecode WHO – ICD 10/ T78.4. Dieser Code steht für eine körperlich bedingte Krankheit.

Bitte verfolgen Sie intensiv den Blog auf CSN: www.csn-deutschland.de/blog und helfen Sie mit im Mai über MCS zu informieren. Vielen Dank!

Demnächst, …noch effektiver informieren
Im Verlauf des Monats werden wir einige weitere Informationsmittel zur Verfügung stellen, die jedem, der über Chemikalien-Sensitivität und chemikalieninduzierte Krankheiten aufklären möchte, eine Hilfe sein werden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 1. Mai 2009

Rekordhoch bei Aktien von Herstellern für Schutzmasken

Börsenhoch für Schutzmasken wegen Schweinegrippe

Aktienhoch für Schutzmasken wegen Schweinegrippe

Rasant steigende Aktien gab es in den vergangenen Monaten nicht häufig. Sie waren eher ein Wunschtraum mancher Brooker, in alptraumreichen Zeiten.

Am Montag hatte an der Börse die Firma Sepiran Protection ein Rekord-Tagesplus zu verzeichnen. Die Aktien stiegen um 24 Prozent an. Bei Sepiran, einem Hersteller von Atemschutzmasken, gab es freudestrahlende Gesichter. In nur drei Handelsstunden wurden mehr als zehnmal so viele Sperian Aktien gehandelt wie an vorherigen Börsentagen. Man rieb sich die Hände, als Montag ein Zweimonatshoch von 37,40 Euro erreicht wurde. Sperian hat damit dank Angst vor der Schweinegrippe einen Marktwert von rund 250 Euro erreicht.

Auch in Tokio hatte ein Konzern Rekordhoch zu verzeichnen. Daiwabo schoss 27,7 Prozent nach oben. Das Unternehmen produziert Vliesstoffe für Schutzmasken. Uni-Charm stieg um 2,2 Prozent, auch dieses Unternehmen produziert Masken, die vor Ansteckungsgefahr im Seuchenfall schützen könnten.

Unter Menschen, die an Chemikalien-Sensitivität / MCS erkrankt sind und auf minimale Konzentrationen von Alltagschemikalien reagieren, stellte sich währenddessen Hoffnung ein, dass zukünftig das Tragen einer Schutzmaske gegen Chemikalien in der Öffentlichkeit nicht mehr mit Diskriminierung und starrenden Blicken begleitet sein wird.

Autor: Thommy, CSN – Chemical Sensitivity Network, 29.April 2009

Weitere interessante CSN-Blogs zum Thema Schutzmasken und Chemikalien-Sensitivität:

Umweltmedizin Kongress in Australien erstmals ohne Duftstoffe

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In Melbourne wird am 15. Mai ein Kongress über Allergien und Chemical Sensitivity / MCS stattfinden. Der Veranstalter ist AESSRA, eine Organisation die über Allergien und Chemikalien-Sensitivität aufklärt. Der Kongress in Melbourne wird in Australien erstmalig eine Veranstaltung sein, bei der Duftstoffe verboten sind. AESSRA will damit ermöglichen, dass auch chemikaliensensible Mitglieder und Interessierte, die unter der Erkrankung leiden, teilnehmen können. Kongressbesucher, die noch Duftstoffe in ihrer Kleidung haben, werden nicht im gleichen Raum sitzen, wie die Personen, die sensibel auf Duftstoffe reagieren. Die Konferenzräume in Melbourne werden vorab mit ökologischen Reinigungsmitteln geputzt. Für Chemikaliensensible, die zu krank sind oder zu weit weg wohnen, versuchen die Veranstalter eine Audioaufnahme zu realisieren.

In Australien ist MCS wie in Deutschland mit einem ICD -10 Diagnosecode beziffert.

Das Programm und weitere Informationen über den Kongress der AESSRA – Australia Allergy and Environmental Sensitivity Support and Research Association: Chemical Sensitivity 09.

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Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 28. April 2009

Weiterer CSN Artikel über MCS in Australien:

Frühlingszeit – Allergien, Beschwerden durch Pestizide

allergien-pollenx2Die Frühlingszeit ist für viele Allergiker und Menschen mit Chemikalien Sensitivität / MCS eine besonders schwierige Zeit. Überall sind Pollen in der Luft und hinzu kommen Pestizide, die von Bauern und Winzern ausgebracht werden und den Organismus schwächen. Mancher an schweren Allergien oder an Chemikalien-Sensitivität Erkrankte, kann das Haus kaum noch verlassen, ohne schwere gesundheitliche Beschwerden zu erleiden. An Pollen kleben Schadstoffe und Pestizide besonders gut, was bei Betroffenen oft zu erheblicher Verschlimmerung der Symptome führt. Wer schwer betroffen ist, hat im Frühling eine schwere Zeit zu durchlaufen.
Thommy’s Blogfrage der Woche:
  • Seid Ihr durch Pollen oder Pestizide während der Frühlingszeit eingeschränkt?
  • Habt Ihr zusätzliche Symptome oder Symptomverschlechterung zu verzeichnen?
  • Wie schützt Ihr Euch?
  • Könnt Ihr rausgehen oder müsst Ihr die schönste Zeit des Jahres drinnen mit Luftfilter verbringen?

Kanadische Studie untersuchte autonomes Nervensystem von Frauen mit MCS

Arzt und Patientin bei Untersuchung

MCS – Multiple Chemical Sensitivity ist eine chronische Krankheit, von der überwiegend Frauen betroffen sind. Die Symptome sind unter wiederholten niedrig dosierten chemischen Expositionen reproduzierbar, definierten kanadische Wissenschaftler der Dalhousie University. Sie untersuchten inwieweit Fehlfunktionen des autonomen Nervensystems bei MCS Patienten vorliegen. Dem Wissenschaftlerteam gehörte auch Prof. Dr. Roy Fox Leiter der ersten staatlichen kanadischen Umweltklinik, dem Environmental Health Centre in Nova Scotia an.

Klinische Auffälligkeiten bei Frauen mit MCS
Durch klinische Beobachtungen gewonnene Hinweise legen die Vermutung nahe, dass Frauen mit MCS ein Risiko für Fehlfunktionen des autonomen Nervensystems haben, wie z.B. abnorme Herzfrequenz- und Blutdruckreaktionen auf körperliche Anstrengung. Das Hauptanliegen dieser Studie der Dalhousie University war es, die hämodynamische Reaktion auf Haltungsänderungen bei 17 Frauen mit MCS zu beschreiben. Mit Hilfe der Impedanzkardiographie wurden hämodynamische Messwerte aufgenommen während die Frauen saßen und unmittelbar nachdem sie aufgestanden waren.

Feststellungen rechtfertigen weitere Untersuchungen
Die hämodynamische Reaktion auf das Aufstehen waren erhöhte Herzfrequenz (p < .0001), vermindertes Schlagvolumen (p = .002), verminderte linksventrikuläre Austreibungszeit (p < .0001), erhöhter diastolischer Blutdruck (p = .01) und erhöhter systemischer Gefäßwiderstand (p =.002). Obwohl dieses hämodynamische Reaktionsmuster normal war, war die Höhe der Veränderungen des Messwertes deutlich niedriger als bei vorhergehenden Beobachtungen an gesunden Teilnehmern. Die kanadischen Wissenschaftler teilten mit, dass diese Funde weitere Untersuchungen rechtfertigen.

Übersetzung: Karlheinz für CSN
Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 22.April 2009

Literatur:
McFetridge-Durdle JA, Routledge FS, Sampalli T, Fox R, Livingston H, Adams B., Dalhousie School of Nursing, Dalhousie University, Nova Scotia, Canada. Hemodynamic response to postural shift in women with multiple chemical sensitivities, Biol Res Nurs. 2009 Jan;10(3):267-73. Epub 2008 Nov 17.

Motivationen, Menschen mit Multiple Chemical Sensitivity /MCS als psychisch krank zu erklären

Die Frage ist WARUM?

Menschen, die auf geringe Spuren von Alltagschemikalien reagieren und an Chemical Sensitivity /MCS erkrankt sind, berichten häufig, dass sie von Ärzten, Sachbearbeitern bei Behörden oder Krankenkassen, von Mitmenschen und sogar bei Gericht, ohne dass irgendein ein medizinischer Nachweis vorliegt, als psychisch krank abgestempelt werden. Erkrankte berichten auch, dass ihnen gegenüber oder sogar in Berichten und Befunden behauptet wird, die Krankheit MCS sei eine psychische Krankheit.

Dies geschieht, obwohl die Arbeitsgruppe Medizinische Klassifikation im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit DIMDI, Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information, die Krankheit Multiple Chemical Sensitivity (MCS) im ICD-10 folgendermaßen codiert hat:

MCS – Multiple Chemical Sensitivity T78.4

…Allergie, nicht näher bezeichnet; Kapitel 19 (Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen), Abschnitt T66-T78 (Sonstige und nicht näher bezeichnete Schäden durch äußere Ursachen).

Das DIMDI, Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information, teilt explizit mit: „Eine Zuordnung der o. g. Erkrankungen zum Kapitel 5 (Psychische und Verhaltensstörungen) ist seitens der ICD-10-GM nicht vorgesehen.“

Dies geschieht, obwohl Multiple Chemical Sensitivity / MCS in Deutschland als körperliche Behinderung (Ziffer 26.18) anerkannt ist.

Dies geschieht, obwohl MCS seit 1945 bekannt ist und über 400 Studien bzgl. Chemikaliensensitivität veröffentlicht wurden, die von einer körperlichen Ursache der Erkrankung MCS ausgehen.

Thommy’s Blogfrage der Woche:

  • Was glaubt Ihr, welche Motivation und Gründe stecken dahinter, wenn MCS Kranke von Medizinern ohne eingehende Fachkenntnisse in Psychologie und über Chemikalien-Sensitivität pauschal ohne gezielte Untersuchung als psychisch krank abgestempelt werden?
  • Was steckt dahinter, wenn Sachbearbeiter bei Behörden und Krankenkassen in Berichten schreiben, der an MCS Erkrankte leide nur unter einer psychischen oder psychiatrischen Krankheit?
  • Was motiviert diese Menschen ohne profundes Fachwissen, MCS Kranke als psychisch krank abzustempeln?

Ministerium bietet CFS Kranken besondere barrierefreie Teilnahmemöglichkeit bei Kongress für Forschungsvorhaben

Barriererfreie CFS Konferenz

Die amerikanische Bundesbehörde „Centers for Disease Control and Prevention“, veranstaltet am 27. April eine öffentliche, barrierefreie Konferenz zur Planung weiterer CFS Forschungsvorhaben. Das Besondere daran ist, dass CFS und MCS Kranke per Telefon an der ganzen Konferenz teilnehmen können.

Chronische Erschöpfung, CFS – Chronic Fatigue Syndrome gehört zu den Krankheiten, für die noch erheblicher Forschungsbedarf besteht. Wenn auch Studien der letzten Jahre zahlreiche Erkenntnisse erbrachten und darlegten, dass es sich bei CFS um eine körperlich bedingte Krankheit handelt, so sind doch noch zu viele Fragen offen, um Menschen, die unter chronischer Erschöpfung leiden, richtig gezielt helfen zu können.

Barrierefreie Konferenz für CFS Kranke
Die amerikanische Bundesbehörde „Centers for Disease Control and Prevention“, die dem US Ministerium für Gesundheit untersteht, veranstaltet am 27. April 2009 eine öffentliche Konferenz zur Planung weiterer CFS Forschungsvorhaben. Das Besondere daran ist, dass die Konferenz dahingehend barrierefrei ist, dass CFS Kranke, die in Atlanta nicht vor Ort sein können, die Möglichkeit gegeben wird, per Telefon an der ganzen Veranstaltung teilnehmen zu können. Für viele CFS Kranke bietet diese Modalität die einzige Möglichkeit zu partizipieren, denn ein Großteil der Betroffenen ist zu krank, zu erschöpft, um zu reisen oder auch nur einige Stunden an einer Konferenz teilzunehmen. Erschwerend leidet ein Teil der CFS Kranken gleichzeitig unter Chemikalien-Sensitivität / MCS, was es oft sehr schwierig oder unmöglich macht zu reisen und Konferenzgebäude aufzusuchen.

Gemeinsamer Entwurf für zukünftige Forschung
Auf der anberaumten CFS Konferenz soll gemeinsam der Entwurf einer Strategie für ein komplettes Forschungsprogramm, das über fünf Jahre laufen soll, erarbeitet werden. Ziel ist, Studien verschiedener Bereich zu definieren, um die CFS Forschung effektiver voranzutreiben. Folgende Bereiche sollen bei der Forschungsplanung abgedeckt werden:

* Studien genau definierter Bevölkerungsgruppen
* Patientenregister basierend auf Versorgungsbereiche
* Klinische Studien an Krankenhäusern
* Laborstudien
* Forschungsstudien zur Aufklärung der Versorgungsbereiche und der Öffentlichkeit

Durch Konferenzschaltung barrierefrei
Für Personen, die per Telefon teilnehmen möchten, wird eigens eine Konferenzschaltung bereitgestellt. Diese Teilnehmergruppe kann dadurch die volle Veranstaltung anhören und erhält zusätzliche Zeit, um per Telefon Kommentare einzugeben. Personen, die vorhaben Kommentare einzugeben, werden lediglich gebeten, vorab eine schriftliche Benachrichtigung mit ihren Kontaktdaten einzureichen und erhalten dann nähere Informationen über den Ablauf.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 18. April 2009

Literatur:
Centers for Disease Control and Prevention, CDC seeks input to shape a CFS strategic research plan, 16. April 2009

Der Count Down läuft: 19 U.S. Gouverneure setzen sich für Chemikaliengeschädigte und Chemical Sensitivity (MCS) ein

Gouverneure unterstützen UmweltkrankeUmweltbedingte Erkrankungen wie Multiple Chemical Sensitivity – MCS, Sick Building Syndrome – SBS, aber auch Autismus, Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose – MS und viele andere Krankheiten, von denen die Wissenschaft zwischenzeitlich herausgefunden hat, dass sie durch Chemikalien bedingt sein können, haben in den letzten Jahren drastisch zugenommen.

Behörden in einigen Ländern setzen sich dafür ein, dass der Umgang mit Chemikalien kontrollierter und bewusster stattfindet, in Europa bspw. durch REACH. Menschen, die durch Chemikalien erkranken, werden jedoch noch viel zu oft im Regen stehen gelassen. In den USA setzen sich Gouverneure vieler Bundesstaaten seit über einem Jahrzehnt für Menschen mit MCS ein und sorgen für Aufklärung über chemikalieninduzierte Krankheiten.

Über  ein Jahrzehnt Einsatz für MCS
Seit 11 Jahren findet in den USA im Monat Mai gezielte Aufklärung über toxische Schädigungen, deren Vermeidungsmöglichkeiten, und Chemical Sensitivity (MCS) statt. 37 Gouverneure (entsprechen dt. Ministerpräsidenten) verschiedener Bundesstaaten riefen hierzu bisher mit Staatssiegeln versehenen Proklamationen auf.

Die allererste Aufklärungswoche über toxische Schädigungen und  MCS (Multiple Chemical Sensitivity) wurde 1998 vom Gouverneur von U.S. Bundesstaates Connecticut, John G. Rowland ausgerufen. Auch in diesem Jahr war Gouverneur Rowland einer der ersten, die eine Proklamation für den Aufklärungsmonat Mai unterzeichnete.

Forschung und Hilfe für Chemikaliengeschädigte
Die Gouverneure dieser U.S. Bundesstaaten wollen vor allem auf die große Wichtigkeit wissenschaftlicher Forschung und darauf, wie toxische Schädigungen und Chemikaliensensibilität in der Zukunft zu vermeiden ist, aufmerksam machen. Sie setzen sich dafür ein, dass chemikaliensensible und chemikaliengeschädigte Menschen am öffentlichen Leben teilhaben können und Hilfe erhalten.

19 Gouverneure unterzeichneten bereits für 2009
Gouverneure folgender U.S. Bundesstaaten unterzeichneten für dieses Jahr eine Proklamation, um auf toxische Schädigungen und Chemical Sensitivity hinzuweisen:

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 16. April 2009

Wissenschaftler bringt Fakten über die Umweltkrankheiten MCS, CFS, FMS auf neuer Webseite

Prof. Martin PallDer amerikanische Wissenschaftler Professor Martin Pall hatte diese Woche einen Relaunch seiner Webseite „Novel Disease Paradigm produces Explanations for a whole Group of Illnesses“.

Auf Prof. Pall’s neuer Webseite finden sich wissenschaftlich fundiert Fakten über Fakten zu MCS – Multiple Chemical Sensitivity, CFS – Chronic Fatigue Syndrome, FMS – Fibromyalgie und PTSD – Posttraumatische Stress-Erkrankung.

Prof. Martin Pall ist in Europa bestens bekannt
Vielen Umweltkranken ist der seit einem knappen Jahr pensionierte Wissenschaftler, der an der University of Washington unterrichtete, von seinen Vorträgen hier in Europa im vergangenen Winter und jetzt im Frühling bekannt. Erst letzte Woche noch sprach Prof. Pall in Aix en Provence bei einem großen internationalen Krebskongress und traf dort auch mit Leitern von Organisationen für Umweltkrankheiten zusammen.

Wissenschaftliche Erklärung für Umweltkrankheiten
Die neue gestaltete Webseite setzt sich intensiv mit Prof. Pall’s Theorie auseinander, wie MCS, CFS, FMS, PTSD (bei PTSD spricht Prof. Pall vor allem von Golfkriegsveteranen) entstehen. Für den amerikanischen Biochemiker besteht kein Zweifel, dass der NO/ONOO Zyklus eine Hauptursache bei der Entstehung dieser Umweltkrankheiten ist. Der Grund, warum er sich so intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzt, liegt darin, dass er selbst vor Jahren an CFS erkrankte.

Ursache für MCS: Chemikalien
Eins ist für Prof. Pall klar, und das vermittelt auch seine neue Webseite, Chemikalien-Sensitivität / MCS entsteht durch Chemikalienexposition.

Bei MCS nennt Prof. Pall in erster Linie Exposition gegenüber Lösungsmitteln, Pestiziden der Organophosphat-, Carbamat- und/oder Pyrethroidklasse, Quecksilber und Kohlenmonoxid als Auslöser.

Überlappen von verschiedenen Umweltkrankheiten
Ebenfalls klar ist es für den Wissenschaftler, dass alle vier Krankheiten, MCS, CFS, FMS und PTSD bei Patienten oft gleichzeitig auftreten und viele der Symptome sich überschneiden. Auch warum dies so ist, erfährt der Besucher seiner Webpräsenz.

Umweltkrankheiten sind behandelbar
Prof. Pall bietet jedoch nicht alleinig nur zur Ursache der Erkrankung und der vielfältigen Symptomatik Belege, sondern auch Behandlungsansätze. Verschiedene Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe in der richtigen Kombination und Dosis haben sich als sehr effektiv erwiesen. Der Wissenschaftler führt umfangreiche Tabellen mit Nährstoffen und genauen Dosierungsangaben an. Diese Nährstoffkombinationen sind seiner Erfahrung nach in der Lage, den ursächlichen NO/ONOO Zyklus herunterzuregulieren und damit für Besserung bei den Erkrankten zu sorgen. Damit sich nachhaltig Erfolg durch die Therapie einstellt, gibt Prof. Pall auf seiner Webseite fünf Punkte an, die möglichst konsequent vermieden, bzw. eingesetzt werden sollen:

  1. Chemikalienexposition bei MCS Patienten
  2. Spezielle Antigen-Therapie bei Patienten die unter Nahrungsmittelallergien leiden
  3. Vermeidung von Toxinen wie den Geschmacksverstärker MSG und den Süßstoff Aspartam, weil diese die NMDA Aktivität nach oben regulieren, was sich sehr nachteilig auswirkt.
  4. Exzessiver Sport, da dies nachteilig für CFS Patienten ist
  5. Vermeidung von psychologischen Stress (dies betrifft in erster Linie PTSD-Patienten)

Informationen frei verfügbar für alle
Die neue Webseite von Prof. Martin Pall wird sicher viel Resonanz aus aller Welt erfahren, nicht zuletzt von chemikaliensensiblen Menschen, die durch Ausdünstungen von Papier und Druckerschwärze nicht in der Lage sind, das Buch des Wissenschaftlers lesen zu können. Dass nun das Wissen online verfügbar ist, wird viele Umwelterkrankte erfreuen. Sicherlich wird auch mancher Mediziner, der auf die Webseite von Prof. Pall schaut, den neuen Input gut verwerten können, um seinen umweltkranken Patienten diagnostisch und therapeutisch weiterhelfen zu können. Die neue Webseite von Prof. Pall sorgt mit dafür, dass „nicht erklärbare Umwelterkrankungen“ nicht länger „unerklärbar“ genannt werden können.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 14. April 2009

Weitere Artikel über Prof. Martin Pall und seine Wissenschaft:

MCS nicht durch Psyche oder Trauma bedingt

Arzt erklärt Patientin: Ihre MCS ist nicht psychisch bedingt

Matthew Hogg von EIR – Environmental Illness Resource betrachtet eine Mannheimer Psychologie-Studie zum Thema MCS – Multiple Chemical Sensitivity und kommt zu diesen Schlussfolgerungen:

Die Studie zeigt, dass MCS-Kranke in der Vergangenheit nicht mehr traumatische Erlebnisse hatten als Gesunde. Die Forschungsarbeit gibt keine Hinweise darauf, dass MCS eine psychische Erkrankung sein könnte.

Folgende Einzel-Ergebnisse hatten die Forscher der Psychologischen Abteilung in Mannheim erhalten:

In allen drei untersuchten Gruppen (MCS-Kranke, SFD-Patienten mit somatoformen Störungen, Gesunde) wurden etwa gleich häufig frühere traumatische Erlebnisse festgestellt.

Man fand unter den drei Gruppen auch keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Größe des Traumas, der Kombination mehrerer Traumen oder der Erwartungshaltung gegenüber Traumen.

Auch bei den einzelnen Trauma-Kategorien gab es nur wenig Unterschiede, denn im Vergleich zu Gesunden nannten MCS- und SFD-Kranke nur zwei Trauma-Kategorien häufiger: Die Kategorie „anderes Trauma“ wurde von MCS- und SFD-Patienten, die Kategorie „frühere lebensgefährliche Erkrankung“ wurde von MCS-Patienten öfter als von Gesunden genannt.

Wie interpretiert M. Hogg diese häufigere Nennung?
MCS-Kranke nennen die Kategorie „anderes Trauma“ öfter als Gesunde, da ihre MCS-Erkrankung oftmals auf einer Exposition gegenüber Pestiziden oder anderen Toxinen beruhen dürfte und dies in die Kategorie „anderes Trauma“ fällt.
Auch dürften MCS-Kranke, besonders jene mit Beeinträchtigung der Atmung, bei entsprechender Exposition öfter lebensbedrohliche Situationen erleben als Gesunde. Das dürfte also zur häufigeren Nennung dieser Trauma-Kategorie führen.

Psychisch-traumatische Vorgeschichte nicht bestätigt
Die Mannheimer Untersucher kamen zu folgender Zusammenfassung: „Es wurden keine Hinweise auf vermehrte traumatische Erlebnisse bei MCS und SFD gefunden.“ Sie fügten noch hinzu, dass umfangreichere Folge-Studien möglicherweise andere Ergebnisse liefern könnten. Die vorliegende Studie aber, so Hogg, kann eine psychisch-traumatische Vorgeschichte bei MCS/IEI nicht bestätigen.

Autor:
Annamaria für CSN – Chemical Sensitivity Network, 9. April 2009-04-09

Literatur:
Matthew Hogg, Multiple Chemical Sensitivity not related to traumatic events study finds, 3. April 2009

Bailer J, Witthöft M, Bayerl C, Rist F.,Trauma experience in individuals with idiopathic environmental intolerance and individuals with somatoform disorders, J Psychosom Res. 2007 Dec;63(6):657-61.