Angelika musste sterben

Wann erhalten MCS Kranke endlich Hilfe?

 

Sie nahm sich das Leben, weil sie keinen anderen Ausweg mehr hatte.

Sie flüchtete in den Tod, dabei hätte sie nur ein Refugium gebraucht, wo ihr Körper nicht auf Chemikalien reagiert und mit nicht unmenschlichen Qualen Alarm schlägt. 

Deutschland wird international dafür bewundert, dass jene Krankheit, an der Angelika litt, MCS – Chemikalien-Sensitivität, formal rechtlich als organische Erkrankung anerkannt ist. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat  MCS im Kapitel XIX, Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen unter T78.4 als kassenärztlich abrechenbare Erkrankung verschlüsselt. Österreich übernahm diesen Code ebenfalls, und in Japan hat das Medical Information System Developement Center (MEDIS-DC) MCS im gleichen Kapitel unter T65.9 in die japanische Fassung der International Classification of Diseases der WHO (derzeit ICD-10) aufgenommen. 

Als Außenstehender könnte man nun fragen, warum Angelika nicht zum Arzt ging.

Warum hat sie sich nicht helfen lassen? 

Die Antwort ist simpel: Weil das deutsche Gesundheitssystem lange noch nicht in der Lage ist, mit MCS angemessen umzugehen. Wenn man Glück hat, wird MCS vom Arzt diagnostiziert, doch selbst das muss nicht heißen, dass die Krankenkasse für MCS Kosten übernimmt. Genau so wenig kann man bei Gesundheitsämtern oder anderen Behörden auf Unterstützung hoffen. Auch dafür gibt es Beispiele im CSN-Blog. In Italien ist die Situation zwar ähnlich, doch dort entschied man sich von Behördenseite dazu, zwei schwer an MCS Erkrankte mit Militärmaschinen nach Dallas in eine Umweltklinik zu fliegen. Verschiedene italienische Zeitungen berichteten darüber. 

Die meisten Kranken treten nicht als Kämpfer gegen eine seit den Anfängen der Industrialisierung zunehmend durch Chemikalien verseuchte Umwelt an. Die meisten Kranken wissen nichts über ihre Krankheit und wenden sich vertrauensvoll an ihren Arzt. Damit beginnt eine Odyssee von Arzt zu Arzt, weil niemand die Krankheit adäquat behandeln kann. Früher oder später erklärt man ihre Symptome für psychisch bedingt und behandelt womöglich entsprechend. Die Patienten werden trotzdem nicht gesund. Wer dann noch den Absprung aus dem Gesundheitssystem schafft, ist zumindest noch nicht tot. 

Vielleicht gelingt es, sich selber zu informieren, und vielleicht ist zufällig genug Geld vorhanden, um sich in den USA in einer Spezialklinik behandeln zu lassen. Wenn man danach wieder etwas gesünder zurück kommt, geht der Kampf weiter. Hilfe aus dem Gesundheitssystem, damit sich der Gesundheitszustand nicht wieder verschlechtert, gibt es nicht. Selbst Anfragen nach medizinischem Sauerstoff brauchen Monate, bis sie bearbeitet werden. Meist erfolgt eine Ablehnung. 

Den genauen Leidensweg von Angelika kennen wir nicht in allen Details. Da sie in ihrer Wohnung ebenfalls auf Chemikalien reagierte, lebte sie zuletzt wie ähnliche Fälle im Freien. Aufgrund der nun sinkenden Temperaturen brauchte sie dringend eine Unterkunft. Sie kam für zwei Tage bei einer ebenfalls an MCS erkrankten Frau unter. Doch ihre Krankheit war bereits so weit voran geschritten, dass sie es dort auch nicht aushielt. Sie zog wieder aus und nahm sich kurz darauf am 29.10. das Leben.   

Ihr Fall, der einer von drei ähnlichen war, und mittlerweile sind es fünf, die sich an CSN-Deutschland gewendet haben, hat bereits vor ihrem Tod Betroffenheit ausgelöst. Einer unserer CSN Mitarbeiter schrieb das Bundesministerium für Arbeit und Soziales an nur um die Auskunft zu erhalten, dass man nicht zuständig sei und dass er es beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit versuchen solle. Das neue Schreiben ging auch an das Bundesministerium für Gesundheit. Vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit kam schließlich eine Antwort:

„…vielen Dank für Ihre Mitteilung an das BMU, die wir mit Interesse zur Kenntnis genommen haben. Wir sind weiterhin vielfältig bemüht, dass Umweltschutz gleichzeitig der Gesundheitsvorsorge dient.“

Antwort-BMU

 

Auf die angetragene Frage, ob es Möglichkeiten gäbe, in diesen konkreten Fällen den höchst gefährdeten Kranken zu helfen, wurde mit keinem Wort eingegangen. Weiterhin wird die Hilfe für Schwerstkranke alleinig Betroffenenorganisationen überlassen. In Folge bedeutet das, dass Chemikaliensensible, die meist ebenfalls das Haus nicht oder nur mit Schutzmaske und/oder Sauerstoff verlassen können, sich um diese Notfälle kümmern. 

Angelika wäre nicht tot, wenn man sie in einer Umgebung untergebracht hätte, in der sich ihr Immunsystem wieder hätte beruhigen können. Ob es solche Räume in medizinischen Einrichtungen in Deutschland gibt, darf bezweifelt werden. Es ist keine einzige Umweltklinik mit Reinraum-Standart (Cleanroom) bekannt. Es existiert nicht einmal eine Umweltklinik, die auch nur ein Duftstoffverbot konsequent durchführt. Der Aufwand, eine solche Cleanroom-Klinik oder wenigstens eine Notfallunterbringung mit ein paar spartanischen Zimmern einzurichten, wäre aber nicht sehr groß. Bis auf die empfehlenswerte Luftfilterung bräuchte es wenig technische Einrichtungen. Wichtiger ist das Weglassen von allem, was Chemikalien abgibt. Hier ist nicht die Stelle, eine Behandlung von MCS zu beschreiben, wie sie Prof. Rea, im Environmental Health Center in Dallas erfolgreich durchführt. Es gilt nur festzustellen, dass man Menschen wie Angelika ohne medizinische Intervention allein durch die Unterbringung in einen möglichst chemikalienfreien Raum retten könnte. 

Was wäre mit Ihr passiert, wenn sie zusammengebrochen und in ein Krankenhaus eingeliefert worden wäre? 

Vielleicht wäre sie schon beim Transport an einem Allergieschock durch ein Erste Hilfe Medikament gestorben. Vielleicht hätte sie weitere Symptome gegen die auf der Station verwendeten Reinigungs- und Desinfektionsmittel entwickelt, wenn sie überhaupt nochmal zu Bewusstsein gelangt wäre. Vielleicht wäre der Schock bei einer Nährinfusion oder als Reaktion auf weitere mit bester Absicht verabreichte Medikamente eingetreten. Bevor man herausbekommen hätte, was mit ihr los ist, wäre sie tot gewesen. Man hätte gesagt, ihr war eben nicht mehr zu helfen. Die Chance, einen Infarkt oder eine extrem schwere Unfallverletzung zu überleben, ist unendlich höher. Für MCS ist unser Gesundheitssystem in keinster Weise eingerichtet. Noch schlimmer, dort wo man sich mit dem Phänomen befassen müsste, dass es Menschen gibt, die selbst auf Spuren chemischer Stoffe mit klinischen, körperlichen Abwehrreaktionen antworten, wird diese Erkrankung in ihrem Wesen bestritten und geleugnet. Obwohl es einen internationalen Stand der Wissenschaft mit überprüfbaren Erkenntnissen gibt, werden diese in Deutschland nicht zur Kenntnis genommen. Obwohl es für die Diagnose von MCS internationale Konsenskriterien gibt, mit deren Vorläufern sogar das Robert Koch-Institut in seiner wenig patientenfreundlichen Studie arbeitete, wird MCS in Deutschland kaum diagnostiziert. Das ist der aktuelle Stand für Multiple Chemische Sensitivität – ICD-10, T78.4 in Deutschland! 

Wieso kann man sich nicht eingestehen, dass der technische Fortschritt nicht nur schöne Seiten hat, dass es Menschen gibt, die von dem, was alle angeblich völlig symptomfrei vertragen, krank werden? Es hat genug Umweltskandale mit langlebigen Substanzen gegeben. Selbst wenn alle in hohen Dosen giftigen Stoffe stets nur in Konzentrationen unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte vorhanden wären, handelt es sich mittlerweile und eine kaum überschaubare Zahl von Substanzen. Wer will mit Sicherheit behaupten, dass diese Stoffe in ihrer Gesamtwirkung keine für das menschliche Leben bedrohliche Giftigkeit darstellen. Es ist ungefähr dieselbe Sicherheit, mit der man am Anfang eines jeden Skandals von einer Unbedenklichkeit ausging, bis man es später besser wusste. 

Wie viele Menschen müssen noch an MCS sterben, bevor man Kranken wie Angelika in Deutschland wirklich hilft?

Autoren:  BrunO Zacke und Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 31. Oktober 2009

Neues Buch zeigt Ursachen von Umweltkrankheiten und vieler chronischer Krankheiten auf, einschließlich Alzheimer, Parkinson, MS

Rezension zum Buch „Umweltschadstoffe und neurodegenerative Erkrankungen des Gehirns (Demenzkrankheiten)“ 

Neues Buch H-U. HillViele chronische Krankheiten, die langsam fortschreiten und zu zunehmenden Allge-meinbeschwerden führen, wurden in den letzten Jahren als Folge von andauernden Expositionen der Betroffenen gegenüber Umweltchemikalien beschrieben, darunter das Chronische Erschöpfungssyndrom, die Toxische Enzephalopathie, das Lösungs-mittel- und Holzschutzmittel-Syndrom, die Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS), um nur einige zu nennen. Aber auch die in der Häufigkeit innerhalb der Bevölkerung rasant zunehmenden Demenzerkrankungen wie die Parkinson-Krankheit, die Alzheimer-Krank-heit, die Multiple Sklerose und andere, die irreversibel bis zum Absterben ganzer Hirnregionen verlaufen, werden durch eine zunehmende Zahl von wissenschaftlichen Befunden mit Expositionen gegenüber Umweltchemikalien in Zusammenhang gebracht.   

Die Wissenschaft hat vielfältige Hinweise dafür geliefert, dass als Folge der Wirkungen dieser Chemikalien chronisch entzündliche Krankheitsprozesse im Gehirn ablaufen, die sich selbst verstärken und verselbständigen, und dies auch dann, wenn in den Körperflüssigkeiten die auslösenden Chemikalien mit den gängigen laboranalytischen Methoden schon lange nicht mehr nachweisbar sind. 

Das Buch von H.U. Hill beschreibt ausführlich neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zu den biochemischen Mechanismen dieser Demenzkrankheiten und kommt zu dem Schluss, dass Umweltchemikalien neben anderen Faktoren als Auslöser dieser irreversibel verlaufenden schweren Krankheiten in Frage kommen. Dies wird sowohl durch epidemiologische Daten als auch durch die biochemischen Mechanismen der Krankheiten belegt. Auffällig ist dabei, dass die Krankheitsmechanismen in wesentlichen Merkmalen mit den von Pall in seinem Buch „Explaining unexplained Illnesses“ (2007) beschriebenen Mechanismen chronischer Multisystem-Erkrankungen, zu denen auch die Multiple Chemikalien Sensitivität (MCS) gehört, übereinstimmen. Dies wird am Beispiel des oxidativen und nitrosativen Stresses, der Aktivierung des NMDA-Rezeptors und des Stickstoffoxid-Peroxynitrit-Zyklus aufgezeigt. 

Das Buch nimmt eine Gegenposition ein zu einem Kausalitätsverständnis von Gutachtern, die Langzeitwirkungen von Chemikalien im Gehirn außer Acht lassen und nur akute toxische Wirkungen von Chemikalien-Expositionen als bewiesen gelten lassen. Leider aber verhalten sich die chronischen Wirkungen von Chemikalien besonders im Gehirn und Nervensystem nicht so, wie dies die kurze Halbwertszeit der Erkenntnis zeitlicher Zusammenhänge bei Gutachtern, Richtern, Vertretern des Gesundheitswesens und Politikern zulässt. 

Vorangestellt ist ein Kapitel, in dem exemplarisch die neurotoxischen Wirkungen einiger wichtiger Chemikalien dargestellt werden. Dabei weisen aktuelle Erkenntnisse über Wirkungen von Insektiziden vom Typ der organischen Phosphorverbindungen (Organophosphate) bereits auf die Mechanismen chronisch-degenerativer Demenz-Erkrankungen hin. Das Buch macht deutlich, dass diese Pestizide und andere Umweltchemikalien für die rasante Zunahme von Demenzkrankheiten in den Industrieländern verantwortlich gemacht werden können. 

Hans-Ulrich Hill: „Umweltschadstoffe und Neurodegenerative Erkrankungen des Gehirns (Demenzkrankheiten)“, 162 S., 3 Abb., Preis: 19,80 Euro, Shaker-Verlag Aachen, 2009, ISBN 978-3-8322-8582-1

Schreie aus der Stille

Die Zeit des Schweigens ist beendet…

Die spanische Bloggerin Eva lebt eingesperrt in ihrer Wohnung. Sie hat nichts verbrochen, sie ist einer der vielen Menschen weltweit, die unter MCS – Chemikalien-Sensitivität leiden. Durch diese Krankheit ist sie gezwungen, ein völlig zurückgezogenes Leben zu leben, weil ihr Körper durch den geringsten Kontakt gegenüber Chemikalien kollabiert. Trotz, dass Eva „eingesperrt“ ist wie einer der Kanarienvögel, den Bergleute mit in die Kohlengruben nahmen, um festzustellen, ob die Luft ungiftig sei, ist sie nicht verstummt. Im Gegenteil. Aus ihrem „Käfig“ schreibt Eva ihre aufrüttelnden Artikel für ihren Blog „No Fun“ und für die spanische Kunstzeitung Delirio. Ihre „Schreie“ gehen tief, sie rütteln auf und brechen das Schweigen über eine Krankheit, die nicht sein darf, weil sie anprangert, dass ein Leben umgeben von Chemie krank macht. Nachdem der Artikel „Die nackte Wahrheit über MCS“ um die Welt gegangen ist, ertönt ein weiterer Schrei der spanischen Bloggerin, der nicht zu überhören sein wird, weil es der Schrei der unaufhaltsamen Wahrheit ist.  

Schreie-aus-der-Stille

Eva CaballéSchreie aus der Stille  

Wenn Du etwas nicht magst, wenn Dich etwas belästigt, wenn da etwas ist, dass Dich an Deine Fehler erinnert, dann ist es ganz einfach damit umzugehen, überlasse es dem nächsten Tag, leg es in die Ecke, eingepackt in tiefes Schweigen. Das passiert mit Multiple Chemical Sensitivity (MCS) Betroffenen. Sie wollen uns so, ruhig, nur kein Aufsehen erregen, auf diese Weise realisiert niemand, dass der Abgrund, auf den wir uns täglich näher zubewegen, ein Stück näher rückt und dass wir alle fallen werden: Wir, unsere Kinder und unsere Kindeskinder… 

Wir füttern die internationale Ökonomie mit unserer Gesundheit, unserer Zukunft und der Zukunft derer, die noch nicht einmal geboren sind. Es ist die gleiche Gesellschaft, die uns krank werden lässt, uns unnötigerweise toxischen Produkten aussetzt, uns dann mit unserem Schicksal sitzenlässt und uns ruhigstellt, so dass niemand die Wahrheit erfährt.  

Was kann diese Spirale bloß brechen? Es ist notwendig, dass uns jemand eine Chance gibt, dieses Schweigen zu brechen, in das sie uns zwingen zu leben. 

Delirio hat mir eine Tür geöffnet, wodurch ich schreien kann mit all meinen Kräften, schreien, dass wir hier sind, dass wir MCS haben, weil der derzeitige Lebensstil uns krank macht. Sie öffneten mir eine Tür, durch die ich schreien kann, dass sie es nicht schaffen werden, uns zum Schweigen zu bringen und mehr noch, dass dies erst der Anfang ist und dass es notwendig ist, jetzt richtig zu handeln. 

Delirio hat uns geholfen dieses Schweigen zu brechen, indem sie „Die nackte Wahrheit über MCS“ in einer Ausgabe über Nacktheit publiziert haben. Delirio hat mich ausgezogen, beides innerlich und äußerlich, um dadurch die harte Realität anzuprangern. 

Unerwartet wurde dieser Artikel in 9 verschiedene Sprachen übersetzt und publiziert und er wurde in verschiedenen Ländern überall auf der Welt veröffentlicht. Einige dieser Länder haben ein Vorwort dazu geschrieben so wie Deutschland oder Norwegen. 

Das, was anfangs mein Schrei aus der Stille war, wandelte sich in einen einstimmigen Schrei der Patienten der ganzen Welt, ein Schrei der anprangerte, dass MCS existiert, dass man uns allein lässt, aber dass niemand es schafft, uns je zum Schweigen zu bringen.  

Danke an Delirio, dass sie unser Lautsprecher sind!

Autoren:

Schreie aus der Stille: Eva Caballé No Fun Blog 19. Okt. 2009

Vorwort: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 27. Okt. 2009 

Aufruf zur Hilfe: Umwelterkrankte wurden innerhalb weniger Monate zum Notfall

Hilfe - HELP

 

Aufruf zur Hilfe: Drei Umwelterkrankte brauchen dringend Hilfe zum Überleben

 

Wieder drei Notfälle, Menschen die unter Chemikalien-Sensitivität (MCS) leiden und niemand fühlt sich für sie verantwortlich. Die drei Schwerkranken brauchen umgehend eine schadstofffreie Unterkunft. Der Wohnraum, in dem sie bislang lebten, ist nicht mehr zu tolerieren für sie. Sie wurden Tag für Tag kränker. Das ist typisch für Menschen mit Chemikalien-Sensitivität im Endstadium, der Körper beginnt dann auf immer mehr zu reagieren, die Toleranz gegenüber ihrer Umwelt und Nahrungsmitteln sinkt und der Aktionsradius schmilzt gleichzeitig. Jetzt halten sich die drei kranken Menschen weitgehend draußen auf, aber die Witterung lässt dies nicht mehr lange zu. Was dann? In Vergangenheit sahen mehrfach ebenfalls schwer an Chemikalien-Sensitivität (MCS) Erkrankte nur noch den Suizid als Ausweg. 

Notfall Nr. 1

Einer der drei Notfälle, eine Frau, wurde nun von einer anderen schwerkranken, ebenfalls hochgradig chemikaliensensiblen Frau aufgenommen. Um dort bleiben zu können, musste sie ihrem Mann die Kleidung und das Bettzeug wieder mitgeben, alles war zu kontaminiert von Holzschutzmitteln und verursachte Reaktionen bei der Frau, die ihr Asyl gewährt. Ein Pullover und eine Jogginghose aus ihrem eigenen Bestand ist nun die einzige Kleidung, die vorhanden ist. Eine Rollmatratze, die von der Frau mitgebracht wurde, musste ebenfalls entsorgt werden, nun schläft sie ohne alles auf dem Boden. Sie friert und zittert den ganzen Tag. Etwas Neues kaufen ist schwer, sie toleriert nur Kleidung aus Bio-Baumwolle, die schon häufig gewaschen wurde. In diesem Asyl kann sie auch nicht länger als bis zum Wochenende bleiben, weil sie mittlerweile den nahegelegenen Wald (eine natürliche Schimmelquelle und den Holzgeruch, Terpene) auch nicht mehr toleriert. Ihr Mann ist körperlich am Ende, weil er tagsüber hart arbeitet und seine Frau wochenlang nachts in den Wald gefahren hat, damit sie für kurze Zeit beschwerdefreier war, bis auch das nicht mehr half. 

Notfall Nr. 2

Ein junger Mann konnte ebenfalls für ein paar Tage bei der netten Frau Asyl erhalten. Jetzt ist er wieder in seinem Apartment, das er nicht toleriert. Vorgestern kollabierte er in seinem Bad, stürzte dabei und verlor rund einen halben Liter Blut. Jetzt sucht er verzweifelt eine kleine Unterkunft, in der er sich erholen und wieder zu Kräften kommen kann. In den letzten beiden Monaten hat er 5 kg an Gewicht verloren, weil er zur Chemikalien-Sensitivität erschwerend kaum noch Nahrung toleriert. 

Notfall Nr. 3

Der dritte Notfall ist eine Frau von 50 Jahren, die ihr Haus wegen Belastung nicht mehr bewohnen kann. Auch sie ist verzweifelt auf der Suche nach einer Unterkunft, weil sie es draußen nicht mehr schafft. 

Keiner der drei Notfälle bekam adäquate medizinische Behandlung die stabilisierte, alle drei bemühten sich über ihre Kräfte hinaus darum. Für alle drei Notfälle sehen die nächsten Wochen düster aus. Was noch ernüchternder ist, sie sind keine Einzelfälle.   

Thommy’s MCS Blogfrage der Woche: 

  • Wer ist zuständig für diese Menschen, die sich nirgendwo in Innenräumen mehr aufhalten können, weil sie durch Chemikalien so hypersensibel wurden, dass sie jetzt auf alles reagieren? 
  • Wieso gibt es in Deutschland immer noch keine Umweltklinik, die für solche schweren MCS Notfälle bereitsteht? 
  • Warum gibt es keine Klinik mit adäquater Infrastruktur und Umweltbedingungen, die auch von Hypersensiblen vertragen wird? Eine Klinik mit konsequentem Duftstoff- und Rauchverbot, mit schadstofffreier Ausstattung. 
  • Ist es akzeptabel, dass Schwerkranke in der Natur vegetieren müssen und andere Schwerkranke helfen müssen, weil sich niemand sonst zuständig fühlt?

 

Realistisch betrachtet rechnen wir nicht mit offizieller Hilfe, deshalb ein Aufruf, ein Appell: 

Wer weiß rasche Hilfe, Rat oder eine Unterkunft für diese drei chemikalien- und elektrosensiblen Menschen in Not? Wer kann organisieren helfen? 

 

Gedicht: …und dann endlich

Es gibt immer einen Weg ins Licht - Deshalb, niemals aufgeben!

 

…und dann endlich

  

…und dann

nach vielen Ärzten

Fachärzten

Heilpraktikern

nach TCM

und vielen, vielen

„Sie haben nichts“

 

DIESES Schlagwort

wie ein Fausthieb

ins Gesicht:

MCS

 

…und dann

nach vielen

„Warum gerade ich“

nach vielen Tränen 

Heulkrämpfen

nach vielen

Werde ich sterben?“

nach Menschen

mit Herzen aus Stein

und Zungen wie Feuer

 

DIESE Selbstverbrennung

„Wäre ich doch nur gestorben“ 

 

…und dann

nach vielen Küssen

Umarmungen

nach vielen „Du schaffst es“

streichelnden Händen

lächelnden Herzen

Schulterklopfen

Sonnenstrahlen

Vogelgesang

Baumgeflüster

 

…und dann endlich

in mir

 

DIESES kämpferische MCS

Meine Chance Suchen

 

—–

 

Autor: Gerhard für CSN  – Chemical Sensitivity Network, 25. Oktober 2009

 

Weitere Gedichte von Gerhard:

Neues zur Umwelterkrankung MCS: Die Erde ist eine Scheibe!

Die Erde ist eine Scheibe

 

Wir wissen heute, daß die Erde keine Scheibe ist. Trotzdem muß man dies scheinbar immer wieder neu beweisen. Thomas S. Kuhn ein amerikanischer Wissenschaftstheoretiker hat gezeigt, daß die Wissenschaft keinen geraden Weg vom Aberglauben zum überprüfbaren Wissen geht. Es bilden sich herrschende Lehren. Deren Paradigmen beanspruchen selbst dann noch ihre Gültigkeit, wenn neue Paradigmen die Wirklichkeit längst besser erklären. Damit es zum Fortschritt kommt, muß eine wissenschaftliche Revolution stattfinden. Diese Revolutionen sind nicht gesitteter als die politischen. Auch Wissenschaftler haben Interessen und Eitelkeiten, sind zu Lügen und Intrigen imstande.

Thomas Kuhn fiel mir wieder ein, als Night Jumper den neusten Canary Report weiter twitterte. Darin las ich einen schönen Satz:

There is a long history of false psychogenic claims in medicine, where such diseases as asthma, autism, Parkinson’s disease, ulcers, multiple sclerosis, lupus, interstitial cystitis, migraine and ulcerative colitis have been claimed to be generated by a psychological mechanism.

Diese Feststellung von Professor Pall, Emeritus für Biochemie und Medizinische Grundlagenforschung an der Washington State University lautet auf Deutsch:

Falschbehauptungen über psychische Ursachen haben in der Medizin eine lange Geschichte. Es wurde behauptet, die Entstehung von Erkrankungen wie Asthma, Autismus, Parkinson, Magengeschwüre, Multiples Sklerose, Lupus, chronische Blasenentzündung, Migräne und chronische Darmentzündung wären auf psychische Mechanismen zurück zu führen.

Diese Krankheiten kann man inzwischen zum Nutzen der Patienten besser erklären. Beispielhaft erwähnt Professor Pall, daß im Jahre 2005 Robin Warren und Barry Marshall den Nobel-Preis für den Nachweis bekamen, daß Magengeschwüre auf bakterielle Infektionen und nicht auf psychische Ursachen zurückzuführen sind.

Der Canary Report berichtet noch mehr ermutigendes. Er gewährt vorab Einblick in ein von Prof. Pall verfaßtes Kapitel einer Referenz-Publikation für Toxikologie.

Der Inhalt kann an anderer Stelle kompetenter als von mir erläutert werden. Ich fasse grob zusammen:

Multiple Chemikalien Sensibilität ist weiter verbreitet als Diabetes. Das belegen epidemologische Studien aus den Vereinigten Staaten, aus Kanada, Deutschland, Schweden und Dänemark. MCS ist auf Exposition durch insgesamt sieben Chemikalien-Klassen zurückzuführen. U.a. Pestizide und organische Lösungsmittel. Dies wurde, wie es so schön heißt, am Tiermodell bewiesen. Die biochemischen Vorgänge sind erforscht. Man kann sowohl die Entstehung von MCS als auch die Reaktionen MCS-Kranker auf biochemischer Ebene beschreiben. Wer sich damit auseinander setzen will, muß sich mit NMDA-Rezeptoren und mit dem NO/ONOO-Kreislauf befassen.

Zu finden in:

General and Applied Toxicology, 3rd Edition
Bryan Ballantyne (Editor), Dr Timothy C. Marrs (Editor), Tore Syversen (Editor)
ISBN: 978-0-470-72327-2
Hardcover
3944 pages
October 2009

Eigentlich hab ich nun alles gesagt. Wer anderer Meinung ist, kann sich an die Arbeit machen, die Ergebnisse von Prof. Pall zu widerlegen. Da nun aber schon wieder eine Erkrankte gestorben ist, kann ich mir die folgenden Anmerkungen nicht verkneifen.

Eigentlich sollte es völlig egal sein, wie eine Krankheit zu erklären ist. Ein Kranker erwartet, daß man ihm so gut es geht hilft, selbst wenn man nicht genau weiß, was ihm fehlt.

Wer am lautesten schreit, muß nicht am kränksten sein, dennoch sollte man Patienten ernst nehmen. Außerdem spricht der Körper mit seinen Symptomen eine Sprache die Mediziner verstehen. Man sieht was dem Patient bekommt oder schadet. Selbst wenn die körperlichen Reaktionen psychosomatisch bedingt wären, was bei MCS nicht der Fall ist, darf man diese Reaktionen nicht vorsätzlich hervorrufen.

Wenn keine schulmedizinische Medikation möglich ist, hat sie zu unterbleiben! Im Falle von MCS hilft nur striktes Vermeiden von Stoffen die Reaktionen auslösen, Entgiftung, z.B. mittels Sauna und gesunde Lebensweise. Dabei bleibt mit Diagnose (PDF-Link), Untersuchungen, Rat und Tat immer noch genug Arbeit für den Arzt. Sie können solchen Patienten am besten helfen, indem Sie sich unvoreingenommen aus allen Quellen über Umwelterkrankungen informieren und den Mist vom Ökochonder nicht glauben.

Autor: BrunO Zacke, Ufocomes Blog, 19. Okt. 2009

Herzlichen Dank an BrunO, dass wir diesen Artikel im CSN Blog einstellen durften.

Weitere Blogs zum Thema MCS von BrunO:

Multiple Chemical Sensitivity – eine Krankheit verursacht durch toxische Chemikalienexposition

Prof. Dr. Martin PallEine bedeutender Artikel über MCS – Multiple Chemical Sensitivity wurde am 23. Oktober 2009 von Professor Martin L. Pall als Kapitel XX in einem angesehenen Referenzwerk für  Toxikologen, „General and Applied Toxicology, 3rd Edition“ (John Wiley & Sons) veröffentlicht. Multiple Chemical Sensitivity (MCS) ist auch als Chemical Sensitivity, chemische Intoleranz und toxisch bedingter Toleranzverlust bekannt, wobei der letzte Begriff die Rolle von Chemikalien als Krankheitsauslöser unterstreicht. Pall’s Veröffentlichung mit dem Titel: Multiple Chemical Sensitivity: Toxikologische Fragen und Mechanismen, basiert auf fünf wichtigen Fakten über MCS:    

1. MCS ist eine erstaunlich häufige Krankheit, sogar häufiger als Diabetes. Das stellte sich durch eine Reihe von neun epidemiologischen Studien aus den Vereinigten Staaten und jeweils einer Studie aus Kanada, Deutschland, Schweden und Dänemark heraus. In den Vereinigten Staaten sind schätzungsweise 3,5% der Bevölkerung von schwerer MCS betroffen, eine weitaus höhere Anzahl, mindestens 12% der Bevölkerung, ist mäßig betroffen. MCS ist demnach eine sehr große international auftretende Krankheitsepidemie mit weitreichenden Auswirkungen in Hinsicht auf die öffentliche Gesundheit.  

2. MCS wird durch toxische Chemikalienexposition verursacht. MCS Krankheitsfälle werden durch Exposition gegenüber sieben verschiedenen Chemikalienklassen initiiert. Dazu gehören drei Klassen von Pestiziden und die sehr große Klasse organischer Lösungsmittel und verwandter Verbindungen. Ergänzend führen publizierte Studien Quecksilber, Schwefelwasserstoff und Kohlenmonoxyd als Initiatoren an. Von allen dieser sieben Chemikalienklassen wurde in Tierversuchen gezeigt, dass sie eine gemeinsame Reaktion im Körper hervorrufen, und zwar eine übermäßige Aktivität eines Rezeptors, der als NMDA Rezeptor bekannt ist. Weiterhin haben Tierversuche demonstriert, dass bei den Chemikalien, die einer dieser sieben Klassen angehören, die toxische Wirkung durch Medikamente, die die NMDA-Aktivität vermindern, stark reduziert wird. Weil übermäßige NMDA-Aktivität auch nach anderen Studien an MCS beteiligt ist, haben wir jetzt eine überzeugende, bei allen MCS-Fällen gemeinsame Reaktion, die erklärt, wie derartig verschiedene Chemikalien die Krankheit, die wir MCS nennen, hervorrufen können.  

3. Die Rolle von Chemikalien als Giften bei MCS wurde durch genetische Studien bestätigt. Vier solcher Studien haben gezeigt, dass Gene, die die Geschwindigkeit der Metabolisierung von an MCS beteiligten Chemikalien bestimmen, die Anfälligkeit, an MCS zu erkranken, beeinflussen. Diese vier Studien wurden durch drei Wissenschaftlerteams in drei Ländern, den USA, Kanada und Deutschland publiziert. Sie haben insgesamt sechs Gene ermittelt, die an der Festlegung der Suszeptibilität für MCS beteiligt sind. Jedes dieser sechs Gene hat eine Rolle bei der Festlegung der Metabolisierungsrate von Chemikalien, die mit MCS in Zusammenhang stehen. Die deutschen Studien von Schnakenberg und seinen Kollegen, die vier dieser sechs Gene einbezog, sind hierbei wegen des extrem hohen Grades an statistischer Signifikanz ihrer Studien besonders überzeugend. Es gibt nur eine Interpretation für die Rolle dieser Gene bei der Festlegung der Suszeptibilität für MCS. Und zwar, dass Chemikalien bei der Initiierung von MCS-Krankheitsfällen als Gifte agieren und dass die Verstoffwechselung dieser Chemikalien zu Formen, die dabei entweder weniger aktiv oder stärker aktiv sind als zu Beginn, deswegen die Wahrscheinlichkeit beeinflusst, ob eine Person an MCS erkranken wird. Es ist daher offensichtlich, dass MCS ein toxikologisches Phänomen ist, bei dem Krankheitsfälle durch eine toxische Reaktion gegenüber Chemikalienexposition verursacht wurden.  

4. Wir haben einen detaillierten und generell gut untermauerten Mechanismus für MCS. Dieser Mechanismus erklärt sowohl die hochgradige Chemikalien-Sensitivität, die das charakteristischste Symptom von MCS ist, als auch viele andere Symptome und Kennzeichen dieser Erkrankung. Dieser Mechanismus beruht auf einem biochemischen Teufelskreis, der auch als NO/ONOO-Zyklus bekannt ist, und mit anderen Mechanismen interagiert, die schon vorher als für MCS mitverantwortlich verdächtigt worden waren, insbesondere neuronale Sensibilisierung und neurogene Entzündung. Diese agieren lokal in den verschiedenen Geweben des Körpers, um eine lokale Sensibilität in Regionen des Gehirns und der peripheren Gewebe zu erzeugen, einschließlich der Lungen, des oberen Respirationstraktes, Regionen der Haut und des Verdauungstraktes. Auf Grund dieser lokalen Beschaffenheit, also weil die betroffenen Gewebe sich von einem Patienten zum anderen unterscheiden, unterscheiden sich verschiedene MCS Patienten von einander auch in ihren Sensibilitätssymptomen. Zusätzlich zu den oben diskutierten Belegen, wird dieser generelle Mechanismus durch verschiedene physiologische Veränderungen unterstützt, die bei MCS und verwandten Krankheiten gefunden werden, bei MCS-Tiermodellen, bei objektiv messbaren Reaktionen von MCS-Patienten gegenüber Chemikalien im Niedrigdosisbereich und bei therapeutischen Reaktionen, die bei MCS und verwandten Krankheiten gefunden werden.   

5. Seit über 20 Jahren haben einige fälschlicherweise behauptet, MCS sei eine psychogene Erkrankung, die nach deren Sicht durch schlecht definierte psychologische Mechanismen erzeugt wird. Diese Sicht ist jedoch vollständig inkompatibel mit den ganzen Beweisen, die zuvor in dieser Veröffentlichung diskutiert wurden.  Obwohl solche Unvereinbarkeit schon mehr als Grund genug ist, diese psychogenen Behauptungen zurückzuweisen, führt der MCS-Toxikologie Artikel acht weitere schwerwiegende Mängel in den psychogenen Argumentationen auf. Es gibt eine lange Historie falscher Psychogenitätsbehauptungen in der Medizin, während der über Krankheiten wie Asthma, Autismus, Parkinson, Magengeschwüre, Multiple Sklerose, Lupus, interstitielle Zystitis, Migräne und Colitis Ulcerosa behauptet wurde, sie würden durch psychologische Mechanismen erzeugt werden. Der Nobelpreis in Physiologie und Medizin im Jahr 2005 wurde Dr. Robin Warren und Barry Marshall verliehen, weil sie zeigten, dass Magengeschwüre durch eine bakterielle Infektion verursacht werden und nicht psychogenen Ursprungs sind. Es ist nunmehr klar, dass MCS eine physiologische, durch Chemikalienexposition hervorgerufene Erkrankung ist, von der fälschlicherweise behauptet wurde, sie sei psychogen.   

Martin L. Pall ist Professor Emeritus für Biochemie und Allgemeinmedizinische Wissenschaft an der Washington State University.   

Kontakt: martin_pall@wsu.edu  Webseite: www.thetenthparadigm.org  

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network 

Weitere Artikel über Prof. Martin Pall und seine Wissenschaft:

Bericht Konferenz „Innenraumluftqualität: Gesunde Umwelt in Innenräumen“

Schulkinder funktionieren besser in gesunden Schulen ohne Raumbeduftung

Innenraumluftqualität: Gesunde Umwelt in Innenräumen“ – Konferenz des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes 

Die Politik will sich zukünftig mehr für eine bessere Qualität der Innenraumluft einsetzen und Maßnahmen gegen Innenraumluftbelastung ergreifen. Das ist das Ergebnis der Konferenz des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt, die am 23 und 24. Juni 2009 in Berlin veranstaltet wurde. In Rahmen der Konferenz wurden Schadstoffquellen für Raumluftbelastung in Innenräumen diskutiert, ihre gesundheitliche Risiken und möglichen politischen Handlungsoptionen erörtert. Einer der Foren befasst sich mit dem Einsatz von Duftstoffen in Innenräumen und den dadurch verursachten Gesundheitsstörungen wie Allergien, Reizungen oder Unverträglichkeiten. In diesem Forum hat Frau Dr. Silvia Pleschka die Problematik der Raumbeduftung für Allergiker, Asthmatiker und empfindlicher Personen vorgebracht. Sie hat darauf hingewiesen, dass Duftstoffallergien (Kontaktallergien) und Duftstoffunverträglichkeiten durch luftgetragene Duftstoffe für Betroffene nicht nur gesundheitliche Risiken und vielfältige Beschwerden bedeuten, sondern auch eine deutliche Einschränkung im Alltag und einen Verlust an Lebensqualität, die vereinzelt auch zur sozialen und gesellschaftlichen Ausgrenzung führen können. Betroffene von Duftstoffunverträglichkeiten haben keine Möglichkeit, einer Exposition im öffentlichen Bereich aus dem Weg zu gehen, zumal eine Kennzeichnung des Einsatzes von Raumbeduftung bis jetzt nicht üblich ist. 

Im Rahmen der abschließenden Podiumsdiskussion hat Dr. Pleschka folgende Forderungen in Bezug auf Raumbeduftung präsentiert: 

  • Transparenz des Einsatzes von Raumbeduftung mit Aushängen, Schildern etc.
  • Vermeiden unnötiger Raumluftbelastung durch Verzicht auf Raumbeduftung
  • Verbot der Beduftung wichtiger öffentlicher Bereiche wie Verwaltungen, Bildungsstätten, Kindergärten, Gesundheitseinrichtungen, öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Verzicht auf bekannte allergene und persistente (langlebige) Duftstoffe in Beduftungsprodukten (insbesondere auch in Produkten für den Privatgebrauch)
  • Erforschung der gesundheitlichen Wirkung luftgetragener Duftstoffe auch im Niedrigdosisbereich und Erforschung der Langzeitwirkungen niedrig dosierter Duftstoffe und der Wechselwirkungen mit anderen Chemikalien
  • Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie gewerblichen Anwender über mögliche Risiken des Duftstoffeinsatzes für duftempfindliche Personen und Personen mit hyperreagiblen Atemwegsystem sowie über den Einfluss der Duftstoffe auf die Qualität der Raumluft
  • Bewusstseinschaffen für die Probleme der sensiblen Personen, Allergiker, Asthmatiker, MCS-Betroffenen mit luftgetragenen Duftstoffe

Das Fazit der Konferenz war, dass gemeinsames und konsequentes Handeln aller Akteure aus Politik, Industrie, Handel, Handwerk, Wissenschaft und Verbraucher- und Patientenschutz notwenig ist, um die Qualität der Innenraumluft in Wohn- und Arbeitsräumen zu verbessern. Die Bundesregierung hat die Innenraumluftproblematik zum Schwerpunkt des Bereiches Umwelt und Gesundheit der kommenden Jahre erklärt. Mit der Gründung des Kompetenzzentrums für Innenraumhygiene ist der erste Schritt zur Annäherung an das wichtige und sehr komplexe Thema der Qualität der Innenraumluft getan. 

Autor: Dr. Silvia Pleschka, Mitarbeiterin im Beratungsteam des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB). Allergie konkret 3/09

Herzlichen Dank an den DAAB für die freundliche Genehmigung den Artikel im CSN Blog einstellen zu dürfen.

Rechtliche Anerkennung bei den Umweltkrankheiten MCS, CFS, TE und FMS

Die richtige Strategie bringt den Erfolg

Die ersten vier Blogs der Serie „MCS – Wissenschaft – Strategie“ sollten feststellen, dass die Erkrankungen MCS – Multiple Chemical Sensitivity, CFS – Chronic Fatique Syndrome, TE – Toxische Enzephalopathie und FMS – Fibromyalgie wissenschaftlich gut erforscht sind, u. a. auch weil sie schon lange bekannt sind. Wer Forschungsbedarf reklamiert, sagt entweder eine Trivialität (Bedarf besteht nämlich immer) oder die Unwahrheit. Denn, die Krankheiten sind diagnostisch definiert, die grundlegenden Pathomechanismen sind erforscht, viele Laborparameter sind bekannt, sowie auch viele therapeutische Ansätze in der Folge. Die Therapie ist allerdings eine Kunst wegen der hohen Komplexibilität und der großen Zahl der Möglichkeiten.

Nachgewiesen sind auch die Ursachen: Toxine (Durch eine große Anzahl epidemilogischer Studien hoher Qualität). Nur CFS kann auch ohne Toxine durch Infektionen oder Stress erzeugt werden.

Der Rechtsbegriff „Stand der Wissenschaft“

Die oben genannten Erkrankungen sind als organische Erkrankungen anerkannt, nämlich durch die höchste Autorität, die WHO. Die Diagnosekriterien und die ICD-10 Klassifizierung markieren den Stand der Wissenschaft, den anerkannten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis, wie er definiert ist. Dies ist ein Rechtsbegriff, reine Juristerei, nichts womit sich die Wissenschaft beschäftigt. Die genannten Krankheiten sind folglich rechtlich anerkannt. Nur, das weiß offensichtlich keiner und demzufolge sind die rechtlichen Prozessstrategien der Klägerseite stets kontraproduktiv, und deshalb braucht man sich über verlorene Prozesse nicht zu wundern.

Wegen der rechtlichen Wirksamkeit richten sich die erfolgreichen Täuschungsmanöver gegen den Stand der Wissenschaft. Das ist der Sinn all der Verwirrspiele mit unnötigen und untauglichen Studien, abwegigen Thesen wie der Psychothese (nur per Fake plausibel zu machen) und der zähen Blockade fortschrittlicher Testverfahren. Es ist offenbar recht einfach, den bereits erreichten Stand der Wissenschaft wieder zu demontieren. Wären diese Krankheiten wirklich neu und gäbe es nur ein bis zwei Studien, wäre es schwerer, denn das ist überschaubar. Die Entscheidungen zum Stand der Wissenschaft sind schon etwas her (80er Jahre) und die wissenschaftliche Literatur ist immens. Es ist die Erfahrung der letzten zwanzig Jahre Diskussion, dass viel Wissen leichter zu desavouieren ist, als wenn nur erste Erkenntnisse frisch aus den Labors und Studien auf dem Tisch liegen.

Die Entwicklung wurde verschlafen

Außerdem wurden die wichtigsten Entscheidungen in Deutschland verschlafen. In den 80er Jahren hat (noch) keiner über Umweltkrankheiten diskutiert. Die Grundlagen wurden verschlafen und dann das Problem falsch interpretiert. Nun, das kann ja nichts werden. Der zweite Fehler folgte auf dem Fuß: es ist kontraproduktiv, die Psychothese mit wissenschaftlichen Mitteln zu bekämpfen. Damit hat man sie erst aufgewertet. Und der dritte Fehler, der bis heute anhält, ist, die mangelnde Anerkennung in Seminaren und Kongressen als wissenschaftliches Problem zu behandeln.

Man kann nichts Falscheres machen, als den Stand der Wissenschaft hinter dem aktuellen wissenschaftlichen Diskurs verschwinden zu lassen. Das nutzt die Gegenseite, um notorisch Nachweise zu fordern, die längst geleistet wurden. Dann wird die Diskussion grotesk. Man fängt ad infinitum immer wieder von vorn an. Deshalb ist es so leicht, einen völlig falschen Eindruck vom Stand der Wissenschaft zu lancieren, da dieser falsche Eindruck auch von vielen Betroffenen, Patientenorganisationen und Umweltmedizinern teilweise geteilt wird.

Beispiel: MCS wurde 1948 entdeckt, erforscht, ein Standardwerk zu MCS wurde bandweise 1992, 1994, 1995 und 1997 herausgebracht, alle wurde unversitär auf höchstem wissenschaftlichen Niveau überprüft (MIT) und dann kommt die deutsche Wissenschaft und sagt, wir fangen ganz von vorn an. Wer das für Wissenschaft hält, übersieht das Wesentliche. Wer das wissenschaftlich diskutiert, der hat schon verloren.

Das ist kurz gesagt der Grund der völlig falschen Darstellung dieser Krankheiten in der Öffentlichkeit bis hin die Praxen der Ärzte. Das ist der Boden für weitere grundlegende Fehler. Näheres dazu in den nächsten Blogs.

Kleine Vorschau auf die Themen der nächsten Blogs: „zweierlei Wissenschaft“ – Anmaßung und Einschüchterung,  Objektivierung im Einzelfall.

Autor: Dr. Tino Merz, Sachverständiger für Umweltfragen, 21. Oktober 2009

Vorhergehende Blogs zur Serie und zum Thema:

Weiterführende Informationen:

Fehlinformationen über MCS in TV-Doku

Patienten kommen und gehen  

Fehlinformationen über MCS in TV-Doku

Psychiatrie deckt „Marktnische“ 

Aufklärung ist immer wichtig, wenn es darum geht, Krankheiten möglichst früh zu erkennen oder besser noch zu vermeiden. Das gilt auch für MCS (Multiple Chemikalien Sensitivität). Da den meisten Menschen über diese schwere Krankheit wenig oder nichts bekannt ist, tut möglichst exakte Aufklärung Not. Zeitungsartikel, Radiosendungen und Filme können zu dieser Aufklärung beitragen. Es gab schon mehrfach solche Medienberichte, die helfen konnten, zu informieren, so z.B. die sehr gute Reportagen im ZDF 37 Grad – Ich kann Dich nicht riechen – Wenn Alltagsdüfte krank machen oder der informative SWR Beitrag über Gifte am Arbeitsplatz.   

MCS psychisch? Verbreitung unwahrer „Fakten“ gefährlich für Patienten

Schlimmer als gar keine Aufklärung ist aber die Verbreitung unwahrer „Fakten“.  MCS ist als organische Krankheit bei der WHO gelistet. Das deutsche DIMDI bezog sich auf MCS als organische Erkrankung. Verschiedene Studien u.a. aus den USA zeigten Forschungsansätze, die Ursachen für MCS in Chemikalien und anderen Umwelteinflüssen sehen. Mittlerweile lassen sich die Vorgänge im Körper bei MCS zunehmend besser erklären, so z.B. schwere Entzündungen oder neurologische Beschwerden. Um lebensgefährliche Folgen zu vermeiden, müssen die Erkrankten auch Alltagschemikalien, die die Beschwerden auslösen, meiden. 

Nimmt man für MCS allerdings eine psychische Ursache an, was wissenschaftlich nicht belegbar ist, hieße das auch, man könnte MCS mit Psychotherapie oder Medikamenten behandeln. Das hieße, man müsste den Patienten nicht die Chemikalien meiden lassen, sondern ihn an die normale Umgebung gewöhnen. Das mag bei einer psychischen Krankheit gehen. Setzt man einen MCS-Kranken aber den Chemikalien aus, riskiert man lebensgefährliche Reaktionen oder langfristige Schäden. Der Patient leidet immer darunter, wenn man ihn chemischen Stoffen aussetzt. 

Fehldarstellung in Medien – Es passiert immer wieder

Man erlebt immer wieder, dass in Fernsehsendungen oder Zeitungsartikeln MCS nicht als körperliche Krankheit dargestellt wird. Meistens geschieht das durch universitäre Umweltmediziner oder Arbeitsmediziner, die MCS als mehr oder weniger komplett psychisch  bedingte Krankheit einstufen. Der Grund dafür ist klar. Werden Menschen in Beruf krank, brauchen sie Rente, wenn man sie als arbeitsunfähig diagnostiziert. Wird ihre Krankheit als Berufskrankheit anerkannt, ist das noch deutlich teurer. Dann müssten Berufsgenossenschaften zahlen. Es gibt also ein starkes Interesse bestimmter Gruppen, dass MCS in der Öffentlichkeit als psychisch/psychosomatische Krankheit wahrgenommen wird. 

Marktnische Umweltkranke

In der Bundesrepublik gibt es Umweltambulanzen, die über Ausschlussdiagnostik meist zu einer psychischen Diagnose der MCS Erkrankung gelangen. Eine Versorgung mit Umweltkliniken, die in der Lage wären die MCS als körperliche Erkrankung zu behandeln gibt es nicht. 

Es gibt aber auch Ärzte, die eine alternative Marktnische entdeckt haben. Beispielsweise kann sich ein psychiatrisches Fachkrankenhaus auch mal nebenbei zusätzlich auf Umweltmedizin spezialisieren. Stolze sechs Betten stehen im Fachkrankenhaus Nordfriesland in Bredstedt (Riddorf) für Umweltkranke zur Verfügung. Viele Patienten berichteten, dass sie in der Fachklinik nicht bleiben konnten. So wäre zum Beispiel im Haus geraucht worden und man hätte es schwer gehabt, verträgliches Essen zu finden. Schlechte Innenraumluft, u.a. weil kein Duftstoffverbot besteht, soll auch ein Problem gewesen sein. Das kann die Autorin nicht belegen. Es waren nur persönliche Berichte von Patienten in CSN Forum.

 Psychiater Dr. Mai ist leitender Arzt in Bredstedt

Dr. med. Christoph Mai, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, leitender Arzt der Fachkliniken Nordfriesland trat mit zwei TV Dokus an die Öffentlichkeit. 

RTL regional sendete am 02.04.2008 einen Film über MCS. Dort betrieb der Psychiater erstaunliche MCS-Ursachenforschung:

Zitat: „Menschen, die in ihrem Leben extrem intensive Traumata erleiden mussten, wie man sie vielleicht in einer Kriegssituation erleiden muss, aber auch als Opfer einer Vergewaltigung oder eines sexuellen Missbrauchs in der Kindheit, haben ein vielfach erhöhtes Risiko an MCS zu erkranken…“ 

Dafür gibt es keine Studie, keinen wissenschaftlichen Beleg, der das einwandfrei festhält. Dennoch macht Dr. Mai diese Aussage vor laufender Kamera. Also doch psychische Ursachen, muss der Zuschauer denken? 

MCS ist eine relativ neue Krankheit. Weder 1918 noch 1945 wurden MCS-Epidemien festgestellt obwohl in dieser Zeit bestimmt viele traumatisierte Menschen Europa bevölkerten. Stattdessen stiegen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Zahlen der MCS-Kranken rasant an, sofern jemals Statistiken geführt wurden. Die meisten MCS Kranken werden allerdings nicht als solche diagnostiziert. MCS Kranke aus der Unterschicht mit dieser Diagnose haben Seltenheitswert. Menschen aus der Mittelschicht, die mehr Zugang zu Informationen und/oder gut ausgebildeten Ärzten haben, gibt es weitaus häufiger. 

Man geht in Deutschland von ca. 400.000 schwer an MCS Erkrankten aus. Die wenigsten jedoch erfahren jemals, was sie haben. Meist landen diese Kranken mit anderen Diagnosen in der Psychiatrie. Da kann man mehr dran verdienen als an Menschen, die Chemikalien meiden müssen. Diagnostizierte MCS Patienten kriegen keinen Cent von der Krankenkasse und keinen Mehrbedarf bewilligt. Sie verarmen, leiden und sterben früher, weil man ihnen kein Geld für nötige Hilfsmittel zahlt. 

Wie sieht die „Behandlung“ in Bredstedt aus?

Am 15.10.2009 kam der leitende Facharzt der Fachklinik Nordfriesland in einer zweiten TV Doku zu Wort: In dem Film „Wenn Düfte krank machen“, der am 15.10.2009 im SWR gesendet wurde berichtet Dr. Mai über die MCS-Therapie in den Fachkliniken. 

Originalzitat des Psychiaters: „Die beiden wesentlichen Eckpfeiler sind die Balance zwischen Rückzug und sich wieder etwas zutrauen. Wir vermitteln unseren Patienten, dass sie insbesondere in ihrer Wohnung, und da insbesondere im Schlafzimmer, eine ganz reizarme Umgebung schaffen. Wir vermitteln ihnen aber auch, dass sie sich wieder daran gewöhnen sollen, die übliche Umgebung mit Parfum und mit anderen Reizen auszuhalten.“ 

Also, die typische Verhaltenstherapie. Nur, dass das bei einer organischen Krankheit nicht hilft. Dazu gibt’s noch ein paar Vitamininfusionen und schon soll alles wieder gut sein. Dass viele Erkrankten hochdosierte Vitamine und andere Infusionen gar nicht vertragen, wird gnädig verschwiegen. 

„Die Umweltklinik hat mir mein Leben wiedergegeben“ erzählt ein kranker Mann in dem SWR-Film. Er müsse da immer wieder hingehen, um seine Gesundheit zu erhalten, wisse nicht, was er ohne die Klinik tun solle. 

„Wir vermitteln ihnen aber auch, dass sie sich wieder daran gewöhnen sollen, die übliche Umgebung mit Parfum und mit anderen Reizen auszuhalten.“ vermittelt der Psychiater dem TV Publikum. Gerade das ist aber bei MCS nicht möglich. Man kann MCS Reaktionen nicht abkonditionieren, wie man einem Mensch die Angst vor Spinnen oder Höhe abkonditioniert. 

Es gibt Menschen, die sich von einer schweren MCS Krankheitsphase wieder erholt haben. Menschen die zeitweise gar nicht mehr ihr Haus verlassen konnten und das heute wieder können. Die Voraussetzung für eine solche Krankheitsentwicklung ist aber ein absoluter Expositionsstopp. Eine verträgliche Wohnung, verträgliche Nahrung. Das ermöglicht dem Körper Regeneration. Wenn Menschen sich selber mit Stoffen exponieren, die bei ihnen Reaktionen auslösen, wird sich ihr Krankheitszustand verschlechtern. 

Schlimm ist es für chemikaliensensitive Menschen, wenn sie nach TV Dokus immer wieder neue Aufklärungsarbeit leisten müssen bei Angehörigen, Freunden, Kollegen. Die glauben nämlich einem Weißkittelträger immer gerne die psychischen Ursachen und die mögliche Psychotherapie. 

Autor: Amalie, CSN  – Chemical Sensitivity Network, 19. Oktober 2009 

Quellen: