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CSN Blog Top 10 – die beliebtesten Artikel im Monat November

Nikolaus bei der Auswertung der CSN-Blog Top 10

CSN Blog Top 10 – die beliebtesten Artikel im Monat November

Die nachfolgenden Artikel wurden von den Lesern im CSN-Blog im Monat November am häufigsten gelesen:

  1. MCS – Multiple Chemical Sensitivity – Eine Krankheit, die in Deutschland nicht sein darf
  2. Multiple Chemical Sensitivity steht für ein Leben voller Verzicht. Was vermisst Ihr am Meisten?
  3. Fibromyalgie: SPECT Diagnostik findet Ursachen für chronische Schmerzen
  4. Kunststoffe, Plastik – ein Segen oder Albtraum für Mensch und Umwelt?
  5. Das Grauen hat einen Namen: CSN Halloween
  6. Golfkriegsveteranen leiden unter einer realen Krankheit, die durch toxische Chemikalien verursacht wurde
  7. Duftstoffe sind Teil unseres Alltags. Kann man sich davor schützen oder ist man ihnen hilflos ausgeliefert?
  8. Elektrosensibilität ist keine Schizophrenie – eine sozialpsychiatrische Replik
  9. Depressionen: Nicht immer ist die Psyche schuld
  10. Sick Bulding Syndrome: Wissenschaftlerin warnt vor Schimmelpilzen als Ursache

MCS Umfrage: Müsst Ihr wegen Chemikalien-Sensitivität eine MCS Schutzmaske tragen?

Wichtigste Therapie bei MCS: Expositionsstop

Die bisher wirkungsvollste Therapie bei MCS ist laut führender Umweltmediziner Expositionsvermeidung. Abgase, Parfum, Duftstoffe, Pestizide von Feldern, frisch gestrichene Farbe, etc. gehören zu den Expositionen, denen man schwer ausweichen kann. Ein Teil der Menschen, die unter Chemical Sensitivity (ICD-10 MCS T78.4) leiden, sind so stark auf solche Chemikalien in ihrer Umwelt sensibilisiert, dass sie deswegen gezwungenermaßen nur noch mit einer Schutzmaske oder Sauerstoff aus dem Haus gehen können.

Wir haben im CSN-Forum eine Umfrage gestartet, an der Ihr Euch beteiligen könnt.

Es stehen fünf Antworten zum Anklicken zur Auswahl:

  1. Ich benutze regelmäßig eine MCS-Schutzmaske

  2. Ich benutze eine MCS-Schutzmaske und Sauerstoff

  3. Ich benutze meine MCS-Schutzmaske unregelmäßig

  4. Ich benutze noch keine MCS-Schutzmaske

  5. Ich müsste eine MCS-Schutzmaske tragen, traue mich aber nicht

Um an der MCS Umfrage teilzunehmen, klickt bitte Eure Antwort im CSN Forum an.

Vielleicht habt Ihr auch Lust, uns hier im Blog zusätzlich über Eure persönlichen Erfahrungen mit dem Tragen einer MCS- Schutzmaske und wie Euer Umfeld darauf reagiert zu berichten.

Richter beschließt: Prozess wegen Multiple Chemical Sensitivity & Parfum kann weitergehen

Krank durch Parfum - Sick from Perfume

Angestellte der Stadt Detroit verklagt Arbeitgeber wegen Parfüm einer Mitarbeiterin

Eine Angestellte einer Planungsbehörde aus Detroit hatte im vergangenen Jahr die Stadt verklagt, weil das starke Parfüm einer Mitarbeiterin ihre Arbeitsfähigkeit verhinderte. Der Gerichtsprozess wurde 2007 vor dem US Bezirksgericht in Detroit erstmals verhandelt. Die Stadt plädierte auf Nichtzulassung der Klage, der Richter entschied am vergangenen Dienstag, dass die Klägerin einen berechtigten Grund hätte und der Prozess weiter fortgeführt würde. Aussicht auf Erfolg besteht, wie ein ähnlicher Fall beweist.

Durch Parfum arbeitsunfähig
Susan McBride behauptete, dass sie schwer sensibel auf Parfüm und andere Kosmetika reagiere. Die Klageschrift legt dar, dass die Mitarbeiterin einen starken Duft benutze und einen Raumduftvernebler im Arbeitsraum betrieb, der dafür sorgte, dass McBride krank nach Hause gehen musste. Die Dame willigte später zwar ein, damit aufzuhören, den Raumduftvernebler zu betreiben, benutzte aber weiterhin ihr Parfüm.

Die Anklageschrift McBrides besagte, dass ihre Arbeitsumgebung den Americans with Disabilities Act, die amerikanische Schwerbehindertengesetzgebung, verletze. McBride bat um ein Verbot solcher Duftstoffe auf ihrem Arbeitsplatz und führte Atemwegsbeschwerden und unspezifische Symptome an.

Folgen mangelnder Rücksichtnahme
In einem Medienbericht über den Rechtsstreit von Susan McBride wurden im vergangenen Jahr weitere Fakten offenkundig. McBride hatte ihre Arbeit bei der Planungsbehörde im Jahr 2000 angetreten. Die vorgebrachten Probleme begannen im Juli 2006, als eine neue Kollegin in die Abteilung kam. Sie wurde augenblicklich krank durch deren Parfum und persönlichen Raumduftvernebler.

McBride berichtete damals, dass sie seitdem signifikante Zeit von ihrer Arbeit fernbleiben musste. Sie hätte sogar eine Fertilitätsbehandlung abbrechen müssen, weil sie wegen der immer stärker werdenden Sensitivitäten andere Medikamente nehmen musste.

Richter erkennt Beschwerden an
Gegenüber der Tageszeitung Detroit News gab Richter Zatkoff zu verstehen, dass Susann McBride ausreichend Nachweis erbracht hätte, dass ihre Atmung signifikant eingeschränkt sei durch das Parfum einer Mitarbeiterin und dass es eine mögliche Beschwerde gemäß dem staatlichen Gesetz zum Schutz von Behinderten sei, das dazu diene, Behinderte vor Diskriminierung an öffentlichen Orten und Arbeitsplätzen zu schützen. Es sei jedoch nicht klar, ob die Stadt angemessene Schritte eingeleitet hätte, um McBrides Beschwerden entgegenzukommen. Über die Ausführungen der Klägerin, dass ihre Chemikaliensensitivität auch ihre Fähigkeiten, einkaufen zu gehen, zu sprechen, mit anderen in Kontakt zu treten und sich fortzupflanzen behindere, ging der Richter bisher hinweg.

Alison Johnson, Vorsitzende der Chemical Sensitivity Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Rechte Chemikaliensensibler einsetzt, sagte gegenüber der Zeitung Detroit News:

„Diese Sensitivitäten gegenüber Parfum sind sehr real, und ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie viele Leben sie ruinieren. Vielleicht ist dies ein Anfang, um anzuerkennen, dass diese Dinge sehr ernsthaft sind.“

McBride kämpfe in erster Linie nicht um Geld, sondern um die Menschen über diese Thematik aufzuklären und um freiwillige Kooperation zur Unterstützung der Betroffenen zu erwirken, dort wo es möglich ist, teilte ihr Anwalt mit.

Aussicht auf Erfolg

Der Fall von Susann McBride hat Aussicht auf Erfolg. Im Jahr 2005 gewann DJ Eric Weber 10.6 Millionen Dollar durch einen Urteilsspruch gegen ihren Arbeitgeber WYCD (99.5 FM), nachdem sie erklärt hatte, dass sie durch das Parfüm eines Radiokollegen krank gemacht wurde. Aber Bezirksrichter George Caram Steeh reduzierte die Urteilssumme auf 814.000 Dollar, weil für ihn der Beweis nicht klar war, dass Weber Parfümallergie habe.

Die Verhandlung des McBride Falles wird für nächstes Jahr erwartet. Der Anwalt von McBride und Alison Johnson, die Vorsitzende der Stiftung für Chemikaliensensible, sagten am Mittwoch einstimmig, dass Richter Zatkoff’s Entscheidung, den Fall weiter zu verhandeln, äußerst signifikant sei.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 27.11.2008

Studie zeigt, chloriertes Trinkwasser kann Geburtsfehler auslösen

Werdende Mutter

Wie wichtig es ist, ausschließlich wirklich sauberes Wasser ohne chemische Rückstände zu trinken, veranschaulicht eine Studie der Universität Birmingham über Frauen, die während ihrer Schwangerschaft herkömmliches chloriertes Leitungswasser tranken. Die Kinder dieser Frauen hatten ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler, u. a. Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Hirnschäden und Herzschäden.
Die Analyse der Wissenschaftler basierte auf der repräsentativen Untersuchung von fast 400000 Kindern in Taiwan. Es ist die erste Studie ihrer Art, die Nebenprodukte bei der Chlorierung von Trinkwasser mit drei spezifischen Geburtsdefekten in Zusammenhang bringt.

Chlorierung von Wasser wird weltweit eingesetzt. Es ist eine höchst effektive Methode, Trinkwasser zu desinfizieren und reduziert das Auftreten von Krankheiten. Zahlreiche Studien haben jedoch die Präsenz vieler Nebenprodukte aus der Chlorierung im Wasser aufgedeckt. Jüngste wissenschaftliche Forschung weißt darauf hin, dass Exposition gegenüber diesen Nebenprodukten vor der Geburt das Risiko für Geburtsdefekte ansteigen lässt.

Das Wissenschaftlerteam, das von Jouni Jaakkola vom Institut für Arbeits- und Umweltmedizin an der University Birmingham geleitet wurde, sammelte Daten von fast 400000 Säuglingen, die in Taiwan geboren wurden. Die Forscher verwendeten statistische Analysen um festzustellen, ob Trinkwasser, das hohe, mittlere oder geringe Mengen an Nebenprodukten der Chlorierung enthielt, das Risiko für 11 häufig auftretende Geburtsdefekte verstärkt.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Exposition gegenüber hohen Mengen der Nebenprodukte das Risiko für drei häufige Geburtsdefekte in beträchtlichem Maße erhöhen: Loch in der Herzscheidewand, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und Anenzephalie (wenn die Entwicklung der Nerven fehlschlägt, was zum Fehlen wichtiger Teile des Gehirns, des Schädels, der Hirnhäute und der Kopfhaut führt).

Eine Exposition gegenüber einer Gesamtmenge Trihalomenthan (Chloroform) von über 20 µg/l stand in Zusammenhang mit einem 50 bis 100% verstärktem Risiko, verglichen mit 5 µg/l. Die Ergebnisse der Wissenschafter wurden durch zusätzliche Analysen gestützt, indem man die gesammelten Daten mit solchen aus ähnlichen Studien abglich

„Der biologische Mechanismus, wie diese Nebenprodukte der Desinfektion nun genau solche Defekte verursachen können, ist noch unklar“, sagte Studienleiter Jaakkola, „jedoch tragen unsere Feststellungen nicht nur zum Beweis bei, dass Chlorierung des Trinkwassers Geburtsdefekte auslöst, sondern deuten auch darauf hin, dass Expositionen gegenüber Nebenprodukten der Chlorierung verantwortlich für einige ganz spezifische und häufig auftretende Geburtsfehler sind.“

Chlor wird zwar in der Trinkwasseraufbereitung nicht mehr in dem Umfang zur Desinfektion eingesetzt wie vor Jahren, aber es ist immer noch im Einsatz, weil es im Vergleich zu anderen Chemikalien oder neueren Methoden wesentlich günstiger ist.
Zusätzlich muss darauf hingewiesen werden, dass bei Schadensfällen und Kontaminierung des Trinkwassers temporär oft höhere Mengen an Chlor beigemischt werden, um die Sicherheit des Wassers zu garantieren. Schwangere sollten auf das Trinken von ungefiltertem Leitungswasser verzichten.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 26.11.2008

Literatur:
Bing-Fang Hwang, Jouni JK Jaakkola and How-Ran Guo. Water disinfection by-products and the risk of specific birth defects: A population-based cross-sectional study in Taiwan. Environmental Health, 2 June 2008

Mikrowelle löst die gefährliche Chemikalie Bisphenol-A aus Plastik

Weg mit toxischen Babyflaschen

In den USA gingen Reporter der Zeitschrift Journal Sentinel der Frage auf den Grund, ob Nahrungsmittel, die in Plastikbehältern in die Mikrowelle gestellt werden, anschließend mit Chemikalien belastet sind. Es ging ihnen um die Chemikalie Bisphenol-A (BPA), die in u.a. Hartplastikgegenständen aus Polycarbonat steckt. In Babyflaschen, Mikrowellengeschirr, Nahrungs-mittelverpackungen oder Beschichtungen von Konservendosen meist BPA enthalten. Das beauftragte Speziallabor wurde fündig. Nicht nur das, die festgestellten Werte reichen aus, Kinder gesundheitlich zu beeinträchtigen oder zu schädigen. BPA wirkt sich auf das Hormonsystem aus, erhöht das Krebsrisiko und scheint für eine Reihe anderer Erkrankungen verantwortlich. In manchen Ländern wurde bereits in Hinsicht auf Polycarbonat gehandelt, in anderen bisher nicht.

Ungeborene und Kinder besonders gefährdet
Nahezu 100% der Bevölkerung ist mit Bisphenol-A belastet. BPA wurde 1890 erstmals synthetisiert, 1930 wurde entdeckt, dass die Chemikalie als synthetisches Östrogen eingesetzt werden kann.

BPA ist dafür bekannt, dass es Entwicklungsstörungen und neurologische Schädigungen hervorruft. Auch das Risiko, an Krebs zu erkranken, wird verstärkt durch die Chemikalie, die in minimaler Dosis wirksam ist. Ungeborene, die BPA in einem bestimmten Zeitfenster der Entwicklungsphase ausgesetzt sind, können verheerende, irreparable Schäden erleiden. Fehlentwicklungen der Genitalien oder spätere Verhaltensstörungen gehen teils auf das Konto dieser Chemikalie, und selbst geringste Mengen an BPA können Zellschäden und Veränderungen der Zellen verursachen. Der Grund dafür ist, dass BPA im Körper wie ein Hormon agiert, daher braucht es nicht wie bei anderen Chemikalien eine hohe Dosis um Wirkung zu zeigen. Die Chemikalie hat die Eigenart, dass sie im Körper mit ultra-potenten Auswirkungen Östrogen nachahmt.

Zeitung scheut keinen Aufwand, um Beweis zu liefern
Journalisten des Journal Sentinel kauften Nahrung in Dosen und Aufbewahrungs-behältern, gefrorene Nahrungsmittel und Babyflaschen in einer Filiale einer großen Haushaltswarenkette. Einige der Produkte waren dafür bekannt, dass sie Bisphenol-A enthalten, weil sie durch eine entsprechende Recyclingnummer auf der Unterseite gekennzeichnet sind. Die Journalisten besorgten jedoch auch Produkte, von denen es bisher unklar war, wie beispielsweise Behälter zum Einfrieren von Nahrungsmitteln.

Tests zur Feststellung von Bisphenol-A sind ein kostspieliges Unterfangen. Die Journalisten kauften daher nur eine begrenzte Anzahl von Produkten zur Einsendung in ein Speziallabor im Bundesstaat Columbia. Das beauftragte Labor wird von Frederick vom Saal geleitet, der als Wissenschaftler an der University of Missouri tätig ist. Das Labor ist eines der wenigen, die bereits in der Vergangenheit Bisphenol-A untersuchten.

Unter den analysierten Produkten waren Babyflaschen aus Polycarbonat, Babynahrung, Desserts und Fertignahrung. Vom Saal’s Labor hatte bereits einige Male für die Medien Produkte auf BPA untersucht, doch bisher wurde noch kein Test durchgeführt, bei dem das Produkt hierfür in die Mikrowelle gestellt wurde.

Großer Aufwand zur Erlangung präziser Ergebnisse
Das Testprocedere für die Analyse war sehr aufwendig. Die Aufbewahrungsbehälter, Babyflaschen und Schüsselchen für Nahrung wurden zuerst mit chlorfreiem Wasser ausgewaschen. Anschießend füllte man sie mit einer Mischung aus Wasser und Alkohol. Danach wurden die Behälter für die übliche Nutzungszeit in die Mikrowelle gestellt (Aufbewahrungsbehälter 15 Minuten, Mikrowellen-Schüsselchen 4 Minuten, Babyfläschchen 1 Minute).

Die Behälter, die Nahrungsmittel enthielten, wurden vorher entleert. Um die Behälter von eventuellen Säuren etc. aus den Nahrungsmitteln zu neutralisieren, wurden sie mit Wasser und Alkohol ausgekocht und anschließend mit Wasser/Alkoholmischung eine Woche lang stehen gelassen. Nach diesem Procedere wurden die Behälter gemäß der Herstellerangaben in die Mikrowelle gestellt.

Präzise Bewertung, unterschiedliche Reaktionen
Das BPA wurde mittels High Performance Liquid Chromatography (HPLC) ermittelt. In nahezu jedem Gegenstand wurde Bisphenol-A ermittelt. Die Ergebnisse der Tests wurden von der Zeitung an drei unabhängige Wissenschaftler in den USA und Spanien zu präziser Bewertung weitergegeben. Gleichzeitig bekamen die Herstellerfirmen der Produkte die Ergebnisse zur Stellungnahme übersandt. Diese äußerten unterschiedlich, manche versuchten zu bagatellisieren, andere Hersteller hingehen versprachen, sofort nach Alternativen zu suchen.

Schädliche Chemikalie oder keine Gefahr?
Die Zeitung errechnete Schätzwerte, wie viel Bisphenol-A ein Kind aufnimmt, das jeden Tag aus solchen Nahrungsmittelbehältern isst. Hierzu wurden staatlich festgelegte Tabellen über Ernährungsweise und Durchschnittsgewicht von Kindern zur Hilfe genommen. Nachdem alle Werte auf präzise Weise für Kinder verschiedener Altergruppen und unterschiedlichen Gewichtsklassen errechnet waren, wurden die Ergebnisse von den drei Wissenschaftlern überprüft. Im Anschluss darauf forschte die Zeitung nach wissenschaftlichen Tierversuchsstudien um festzustellen, ob die ermittelten Werte schädlich seien. Man fand 21 peer-revied Studien, von denen 17 anzeigten, dass die ermittelten BPA-Werte schädlich seien.

Die Industrie hingegen stritt durch ihren Sprecher, den American Chemistry Council, die Gefährlichkeit und die Untersuchungsergebnisse ab. Man ließ verlauten, dass man Rückschlüsse auf die Produktsicherheit nicht einfach von dieser Studie ableiten könne oder überhaupt durch die wissenschaftliche Forschung.

Der Toxikologe Frederick vom Saal führte an, welchen Einfluss Geldgeber auf Studienergebnisse sein Meinung nach haben: Von 163 Studien, die bis Ende 2006 veröffentlich wurden, wiesen 138 von 152 öffentlich finanzierten Studien auf Gesundheitsschäden durch die Chemikalie hin. Die restlichen Studien waren von der Industrie finanziert und fanden keine negativen Wirkungen von BPA.

Handlungsbedarf – nicht in jedem Land
Der Deutsche Bundestag gab am 12. November eine Mitteilung heraus, dass nationale und europäische Einrichtungen kaum Risiken durch den Kunststoffbestandteil Bisphenol-A sähen, der zum Beispiel in Behältern für Kleinstkindernahrung enthalten sei. Weiterhin erklärte die Regierung, dass nicht davon auszugehen sei, dass Bisphenol-A im menschlichen Körper akkumuliere.

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) lässt in einer Meldung auf seiner Webseite verlauten, dass es nach dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisstand nicht für erforderlich hält, auf Babyfläschchen aus Polycarbonat zu verzichten. Eltern, die trotzdem verunsichert seien, hätten aber die Möglichkeit, auf Trinkflaschen aus Glas auszuweichen.

Kanada hingegen ist das erste Land, in dem seit Mitte 2008 Herstellung, Import und der Verkauf von Babyflaschen aus Polycarbonat wegen ihres bedenklichen Bisphenol-A Gehaltes verboten sind. Die Chemikalie wurde außerdem auf die Liste der toxischen Substanzen gesetzt.

Weitere neue Fakten sprechen gegen Bisphenol-A
In der renommierten medizinischen Fachzeitschrift JAMA veröffentlichten Wissenschaftler im September 2008, dass höhere Konzentrationen von Bisphenol-A im Urin in Zusammenhang mit Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und Abweichungen von Leberenzymen stünden.

Die nächste erschütternde Nachricht kam von Wissenschaftler, die festgestellt hatten, dass der Weichmacher die Wirkung von Chemotherapie beeinflusst.

Der Wissenschaftler Frederik vom Saal, University Missouri gab zum Thema Polycarbonat und Bisphenol-A gegenüber der Presse bekannt, dass es etwas wie „mikrowellensicheren Kunststoff“ nicht gäbe. Um dem Risiko von BPA aus dem Weg zu gehen, gibt es nur eine Möglichkeit – Verzicht.

Die Prägung „geeignet für die Mikrowelle“ ist auf Tausenden von Produkten aus Polycarbonat zu finden.

Bisphenol-A Aufnahme über die Nahrung kann man vermeiden:

  • Keine Plastikgegenstände in der Mikrowelle erwärmen
  • Keine Nahrungsmittel in Plastikbehältern in der Mikrowelle aufwärmen
  • Falls Gegenstände aus Hartplastik benutzt werden, diese nicht mit warmen  Flüssigkeiten oder Speisen befüllen
  • möglichst keine Dosennahrung verwenden (BPA-haltige Innenbeschichtung)
  • keine Plastikgegenstände in der Spülmaschine reinigen
  • Alternativen zu Plastikbehältern suchen, z.B. in Glas aufbewahren
  • Nahrungsmittel in Glas oder Porzellan in der Mikrowelle erwärmen

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 24. November 2008

Literatur:

Sentinel, BPA leaches from safe products, 15.11.2008

Eichhörnchenfamilie und ihre Freunde zu Besuch

Eichhörnchen - Ein Freund im Garten

Unser Naturgarten lockt viele Tierfreunde an, und es ist eine richtige Freude, sie zu beobachten. Seit vergangenem Jahr ist eine Eichhörnchenfamilie zu Gast. Erst waren es zwei Eichhörnchen, die Walnüsse vom Gartentisch mopsten. In diesem Herbst bekamen wir nach und nach ihre Eichhörnchenkinder zu sehen. Vier sind es, aber wir sind nicht ganz sicher, so flink wie die putzigen Burschen sind.

Wir haben einen Nusskasten extra für Eichhörnchen auf der Fensterbank im Büro installiert. Der Kasten ist aus Naturholz und hat vorne eine Plexiglasscheibe, damit die kleinen Freunde die Nüsse auch gut sehen können. Was war das ein Spaß, als der Kasten neu war. Vater Eichhörnchen hatte das neue „Nussversteck“ als Erster erspäht im vergangenen Frühjahr. Fortan räumte er kräftig ab.

Eichhörnchen lernt Nüsse zu schnappenIrgendwann saß ich im Büro und dachte, nein, dass ist doch nicht das gleiche Eichhörnchen wie sonst, es ist kleiner. Dann war klar, es war wohl seine Freundin, und er hatte ihr vom „Nussschatz“ erzählt. Sie schaute verwundert durch die Glasscheibe in die Kiste, dann sprang sie auf den Deckel. Hmm, nichts passierte, es war keine Nuss zu erhaschen. Sie versuchte den Deckel zu öffnen, doch auch das klappte nicht. Dann wurde die Eichhörnchendame richtig wütend. Sie hüpfte auf den Decken des Nusskastens und sprang erzürnt darauf herum. Es tat sich immer noch nichts, was Madame noch ärgerlicher machte, so ärgerlich, dass sie vor Wut in den Deckel des Nusskastens biss.

Eichhörnchen liebt NüsseWas ein guter Freund ist, der erzählt seiner Freundin, wie es geht, und so dauerte es nicht lange, bis die Eichhörnchendame wusste, wie man sich an den Nüssen bedient. Fortan klapperte der Deckel des Nusskastens den ganzen Tag. Die Eichhörnchen-dame kam so oft zu Besuch, dass sich in uns eine Vermutung einschlich. Sollte sie etwa… Ja, genauso war es: Die beiden Eichhörnchen hatten Junge. Es dauerte bis zu diesem Herbst, bis wir sie zu Gesicht bekamen. Natürlich hatten ihre liebevollen Eltern ihnen vom Nusskasten auf der Fensterbank der Menschen erzählt. Eines nach dem anderen tauchte auf und versuchte an die Nüsse heranzukommen. Es dauerte mehr oder weniger lange bei den Kleinen, bis es klappte, den Deckel zu öffnen und eine Nuss herauszuangeln.

Die dicke Katze ist nicht sehr erfreutIm Gegensatz zu uns ist unsere Katze jedoch kein bisschen erfreut. Heute saß sie dick und gemütlich auf der Fensterbank um Vögel zu beobachten. Sie machte sehr merkwürdige Geräusche dabei, weil sie keinen durch die Fensterscheibe erhaschen konnte. Dann passierte es, dass Gebüsch wackelte und schupps sprang eines der jungen Eichhörnchen auf die Fensterbank. „Silbermäntelchen“ haben wir es getauft, weil es im Gegensatz zu den anderen ein eher silbernes Fell auf dem Rücken hat. Silbermäntelchen ist derzeit der beste Nussabnehmer, den wir haben, kein Wunder, es muss sich noch stärken vor dem langen Winter, weil es das Kleinste von allen ist.

Die Katze schaute mit riesengroßen Augen auf das Eichhörnchen. Doch der kleine Bursche, ganz keck, setzte seine Vorderpfoten außen auf den Böse KatzeFensterrahmen und schaute dem dicken schwarzweißen Feind fest in die Augen. Die Katze duckte sich, mit soviel „Dreistigkeit“ hatte sie nicht gerechnet. Silbermäntelchen ließ sich nicht weiter stören und öffnete den Kasten, schnappte eine Walnuss, hüpfte in den Haselnussbusch, schwang sich wie ein Artist einmal rund um den Ast und verschwand im Gebüsch. Die Katze war sichtlich „sprachlos“, sie konnte nicht fassen was da direkt vor ihren Augen geschah. Kaum hatte sie sich vom Anfangsschrecken erholt, polterte es wieder auf der Fensterbank und Silbermäntelchen schaute ihr erneut in die kämpferisch blitzenden Katzenaugen.

Eichhörnchen sitzt auf NusskastenIrgendwie schien sich der kleine Freund mit silbernem Pelz ganz sicher zu sein, dass die Fensterscheibe zwischen ihnen beiden ein undurchdringbarer Schutz vor Katzen ist. Mit zwei Pfötchen stützte es sich erneut auf den Fensterrahmen und ließ sich weder von den sonderbaren Knurrgeräuschen der Katze noch von deren zwecklosen Prankenhieben gegen die Fensterscheibe beeindrucken. Mindestens zehnmal kam der kleine kecke Bursche wieder, um Nüsse abzuräumen und sich dabei keinen Deut von der Katze beeindrucken zu lassen.

Aber die Eichhörnchenfamilie hat nicht nur „Feinde“ in unserem Garten, sondern auch Freunde. Es gibt da zwei Meise im HaselbuschMeisen, mit denen sie offensichtlich Freundschaft geschlossen haben. Die kleinen Gefiederten kommen wie ein Blitz angeflogen, wenn ein Eichhörnchen zu Gast war und eine Nuss auf der Fensterbank vertilgt hat. Im Nu sind die leckeren übrig gebliebenen Nusskrümmelchen vertilgt. Dann wartet man im Haselbusch, bis die vierbeinigen Freunde wieder durch die Büsche gesprungen kommen.

Es gibt noch einen Freund der Eichhörnchenfamilie, den bekamen wir gestern erstmals zu Gesicht. Im Prächtiger Specht im GartenAugenwinkel hatte ich draußen eine Bewegung bemerkt. Was war das für eine Kralle auf dem Deckel des Nusskastens? Sie gehörte eindeutig keinem Eichhörnchen. Die Antwort sollte nicht lange auf sich warten lassen. Ein schwarz-weißer Specht hüpfte auf den Nusskasten. Es war ein prächtiger Bursche mit wunder-schöner Zeichnung und leuchtend rotem Bauch. Nun saß er auf dem Kasten, doch der ließ sich nicht öffnen. Er hämmerte ganz nach Spechtmanier mit dem Schnabel gegen die Scheibe. Irgendwann wurde es ihm zu dumm und er flog auf seinen Beobachtungsposten, um zu schauen, wie Eichhörnchen wohl an die Nüsse herankämen.

Wir hatten ein wenig Mitleid mit den ganzen gefiederten Freunden und hängten schnell einen Meisenknödel und ein Säckchen mit Nüssen auf. Es dauerte noch keine fünf Minuten und das Ereignis hatte sich herumgesprochen. Jetzt kommt eine ganze Schar von Meisen, ein prächtiger Specht und eine sechsköpfige Eichhörnchenfamilie zu Besuch. Das bedeutet, wie müssen uns einen großen Nussvorrat für den langen Winter zulegen. Die Jungs der Bioladenbesitzerin freuen sich. Sie sind stolze Besitzer und Hüter mehrer Walnussbäume und sorgen für Nachschub. Ihr Taschengeld für Winterzeit ist gesichert.

Für Juliane mit den besten Genesungswünschen.

Erneut Herzversagen durch Deo bei einem Jugendlichen

Death from Deodorant, Perfume

In England ist ein 12-jähriger Junge durch Versprühen des Deo Lynx Vice (Axe) an Herzversagen gestorben, war gestern in der Daily Mail zu lesen. Die Ärzte teilten mit, schuld seien die Lösungsmittel im Deo gewesen. In England gab es zuvor schon Todesfälle durch Deodorant. Ein 16-jähriger Engländer war 1998 durch Deo an Herzversagen gestorben, er hatte die zehnfache Letaldosis Propan und Butan in seinem Blut gehabt, stellte der damalige Gerichtsmediziner fest. Auch in Deutschland gab es bereits mehrere Todesfälle durch Herzversagen nach Einatmen von Deospray.

Die Zeitschrift „Der Spiegel“ berichtete bereits zweimal über Todesfälle durch Deo in Deutschland:

Im aktuellen Fall in England hatte der Vater dem Staatsanwalt mitgeteilt, sein Junge sei recht eitel gewesen und hätte immer viel Gel und Deo benutzt. Er hätte auch seine Kleidung damit eingesprüht. Der Vater hatte den Jungen auf dem Boden liegend im Bad gefunden, nachdem er nach mehrmaligem Rufen keine Antwort von ihm bekommen hatte. Er gab den Jungen, der nicht mehr atmete, Herzmassage und rief die Ambulanz. Der 12-Jährige starb nach 5 Tagen auf der Intensivstation des Krankenhauses.

Der Gerichtspathologe teilte mit, dass bei dem Jungen keine Drogen oder Alkohol nachgewiesen werden konnten, auch hätte keine schwere Krankheit vorgelegen. Er ging jedoch davon aus, dass der Junge wohl besonders empfindlich auf die Chemikalien in diesem Deospray reagiert habe. Auf der Dose des Deos sei ein Vermerk gewesen, dass man keine größeren Mengen in einem kleinen Raum versprühen solle.

Warnung in der Produktbeschreibung: Gesundheitsgefahr, Tod
Der Pathologe gab abschließend zu verstehen, dass Verbraucher Warnhinweise besser lesen sollten und lernen sollten, Risiken zu verstehen, die solche Produkte für das cardiovaskuläre System hätten.

Wer bei Walmart in den USA das Deo Axe bestellt, kann in der Produktbeschreibung den Warnhinweis lesen, dass absichtliches Einatmen einer Konzentration oder Inhalieren des Deo’s schwerwiegende gesundheitliche Schädigungen oder Tod hervorrufen kann. Man solle Einatmen vermeiden, steht am Ende der Warnung nochmals aufgeführt.

Dringender Handlungsbedarf
Dass dringender Handlungsbedarf besteht, deutete schon eine Meldung des BBC aus dem Jahr 1998 an: Seit 1971 hätte es alleine in England mehr als 130 Tote durch Einatmen von Deospray gegeben. Die Eltern eines damals verstorbenen Jungen hatten bereits bessere Warnhinweise auf Deo-Spraydosen gefordert.

Deodorants werden in fast jedem Haushalt jeden Morgen in meist kleinen, oft sogar schlecht belüfteten Badezimmern benutzt. In Mietwohnungen sind Bäder oft nur wenige Quadratmeter groß und haben kein Fenster zum Öffnen. Manche haben nicht einmal einen Abluftschacht zur Belüftung. Hinzukommt, dass in Familien oft mehrere Personen ein Deospray sowie weitere Körperpflegemittel wie Aftershave, Parfum, Haarspray, etc. benutzen, und anschließend werden kleine Kinder im gleichen Raum gewaschen und gebadet.

Auf die Gefahren durch zwangsläufiges Einatmens der Deodorants wird verschwindend selten hingewiesen. Von Kosmetikfirmen werden jedoch Millionen für Werbung ausgegeben, um zu suggerieren, wie exotisch oder verführerisch und sexy die Düfte darin seien. Über eine Anwendungsbeschränkung mit Altergrenze und eindeutige Warnhinweise auf Kosmetikverpackungen mit toxischen Inhaltsstoffen sollte dringend nachgedacht werden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 21.11.2008

Weitere interessante Blogs zum Thema Duftstoffe:

Antibiotika gegen akute Bronchitis unnötig

Krank im Bett mit Bronchitis

Feuchtes Wetter, Heizungsluft und viele Menschen auf engem Raum begünstigen Viruskrankheiten wie akute Bronchitis. Fünf Prozent der Erwachsenen leiden jährlich etwa unter dieser Erkrankung, die durch Entzündung der Bronchien und der Lunge eintritt. Als Mittel der Wahl werden sehr häufig Antibiotika und bei fast hundert Prozent der Patienten  Hustenmedizin verschrieben.
Völlig sinnlos, sagen Wissenschaftler der Virginia Commonwealth Universität, denn es ist keine Indikation ersichtlich, dass Antibiotika und Hustenmittel bei akuter Bronchitis helfen. (1) Antibiotika haben weit reichende Nebenwirkungen und können Resistenzen und Allergien auslösen, (2) zusätzlich schädigen sie die Natur.

Winterzeit – Erkältungszeit
Bei der vorherrschenden feuchten Witterung und den kurzen Tagen halten wir uns vornehmlich in Innenräumen auf. Die Ansteckungsgefahr für bakterielle und virale Infekte steigt.

Top- Diagnose in Arztpraxen
Die Diagnose „Akute Bronchitis“ ist eine der am häufigsten gestellten Diagnosen in Allgemeinpraxen, vor allem bei Kindern, Alten und geschwächten Personen.  Treffender wäre jedoch in den meisten Fällen die Diagnose „Akuter Atemwegsinfekt“, da in der Regel nicht nur die Bronchien, sondern auch andere Teile der Atemwege betroffen sind.

Nutzlos bei akuter Bronchitis
Antibiotika sind bei unkomplizierter Bronchitis meist ohne großen Nutzen, doch trotzdem gehört Bronchitis zu den häufigsten Anwendungsgebieten für Antibiotika. Oft erfolgt die Verordnung auf Wunsch der Patienten oder aus der Sorge des Arztes heraus, er könnte eine sich entwickelnde Lungenentzündung übersehen. Wichtige Gegenargumente liefert eine im renommierten amerikanischen Ärzteblatt JAMA erschiene Studie. Prof. Dr. Richard P. Wenzel und sein Team sichteten auf kritische Weise die internationale medizinische Fachliteratur. Sie untersuchten wissenschaftliche Studien und klinische Versuche dahingehend, ob die Wirksamkeit von Antibiotika und Hustenmedikamenten bei akuter Bronchitis nachgewiesen wurde.

Nahezu alle Ursachen für akute Bronchitis sind viral bedingt und werden von Organismen verursacht, für die es keine bekannte Therapie gibt und die nicht durch eine Behandlung mit einem Antibiotikum beeinflusst werden können.

Bei einem relativ geringen Prozentsatz von fünf Prozent liegt die Ursache für die Bronchitis bei irritierenden Substanzen aus der Umwelt. Nur ein verschwindend kleiner Prozentsatz von Fällen mit akuter Bronchitis wird überhaupt durch Bakterien verursacht. Professor Wenzel meinte daher abschließend in seinem Bericht, dass man anhand der Daten aus der medizinischen Fachliteratur behaupten kann, dass landläufig keine evidenz-basierte Medizin praktiziert wird, wenn man die gängige Therapieweise von akuter Bronchitis objektiv betrachtet.

Auch vor Wenzel und seinem Team gab es bereits Kritiker für die unsinnige Behandlungsweise. So wies auch Mark Ebell von der Michigan State University darauf hin, dass selbst Patienten mit leichtem Fieber oder grün gefärbten Sputum nicht unbedingt Vorteile von der Therapie mit einem Antibiotikum hatten. Die Ärzte sollten deshalb, so Ebell, den Mut haben, ihren Patienten zu erklären, dass eine akute Bronchitis in der Regel drei Wochen dauert, ob mit oder ohne Antibiotika. Genauso verhält es sich bei der Verabreichung von Hustenmedizin gegen akute Bronchitis, sagten die Wissenschaftler der Virginia Commonwealth University, denn es ist keine Indikation aus der medizinischen Literatur ersichtlich, dass sie helfen würde.

Das American College of Physician und die U.S. Centers for Disease Control haben als Konsequenz Leitlinien erstellt, die Mediziner dazu auffordern, damit aufzuhören, Patienten mit akuter Bronchitis einfach automatisch Antibiotika zu verschreiben.

Erhebliche Nebenwirkungen
Bei 70 – 80 % der Patienten wird bei akuter Bronchitis Antibiotika für einen durchschnittlichen Zeitraum von fünf bis zehn Tagen verabreicht.

Die Einnahme von Antibiotika kann mit erheblichen Nebenwirkungen und Resistenzbildung einhergehen. Resistenzen gegenüber Antibiotika können sehr folgenreich sein, weil sie automatisch bei einem Notfall bei anderen schweren Infektionen ausscheiden, was tödliche Folgen haben kann.

Als Hauptnebenwirkungen von Antibiotika sind Bauchschmerzen, Durchfall und Darmstörungen bekannt. Sie können auch in seltneren Fällen organtoxische Wirkungen wie Nieren- und Hörschäden auslösen. Zusätzlich ruinieren sie die Darmflora, was im weiteren Verlauf zu erhöhter Infektanfälligkeit, Allergien, Asthma und nicht selten zu rasanter Vermehrung des Candida Hefepilzes führt. (3)

Auch Allergien können durch die Einnahme von Antibiotika auslöst werden, was zu deren dramatischen Anstieg weltweit beigetragen hat. Besonders prädestiniert für die Entwicklung von Allergien nach Einnahme von Antibiotika, sind Kinder bis zum fünften Lebensjahr. (3,6) Als eklatant zeigten sich die Auswirkungen auch bei Kleinkindern, die im Verlauf ihres ersten Lebensjahres Antibiotika bekamen, denn sie leiden später weitaus eher unter Asthma. (3, 5)

Unnötige Kosten für das soziale System eindämmen
Ganz abgesehen vom fehlenden Nachweis, dass Antibiotika bei akuter Bronchitis überhaupt helfen, können sie sehr teuer sein und durch entstehende Nebenwirkungen zusätzlich weitere Kosten und Krankenstand verursachen.

Prof. Dr. Wenzel von der VCU weißt daher mahnend darauf hin, dass auch der Patient einen Teil der Verantwortung für diesen Missstand mit trägt, denn manche Patienten kommen bei akuter Bronchitis mit der Erwartung auf ein Rezept für Antibiotika oder Hustenmedizin in die Praxis, was den Arzt in Zugzwang bringt. Ein verantwortungsvoller Arzt hilft seinem Patienten jedoch am besten, wenn er ihn klar darüber aufklärt, dass beiden Medikamentengruppen in diesem Falle unnötig und schädlich sind, weil es keinen Nachweis in der wissenschaftlichen Literatur gibt, dass Antibiotika oder Hustenmittel für akute Bronchitis wirksam sind. Auf diese Art können im Gesundheitssystem, wie Prof. Dr. Wenzel betont, als weiterer positiver Nebeneffekt, große Summen eingespart werden.

Die Natur leidet mit
Ein weiterer großer Schaden durch zu häufige und unnötige Verabreichung von Antibiotika entsteht der Natur, insbesondere den Gewässern. Durch den unzureichenden Abbau der Antibiotika im Körper gelangen Reste von Antibiotika ins Abwasser, wodurch Bakterien in den Kläranlagen und Abwasserkanälen durch den dauernden Selektionsdruck Resistenzen ausbilden, was der Umwelt großen Schaden zufügt.

Tipps bei akuter Bronchitis
Bisher gibt es wenig, was eine ausgebrochene akute Bronchitis stoppen kann. Viel mehr, als schleimlösende Medikamente kann ein Arzt bei einem normalen Verlauf kaum anbieten. Natürliche Präparate gegen die Entzündung, wie Bromelain, Kreuzkümmel, Omega III Fischöl und Antioxidantien wie Vitamin C und E, N-Acetylcystein, wie auch Zink, haben sich als sehr unterstützend erwiesen.

Der Hustenreiz sollte, wenn möglich, nicht unterdrückt werden, da er zum Selbstheilungseffekt beiträgt. Viel trinken, möglichst Wasser, Kräutertee oder Grüner Tee, der zusätzlich sehr reich an Antioxidantien ist, hilft den Schleim zu lösen und gibt dem Körper Flüssigkeit zurück. Raucher sollten sofort nach Ausbruch der Krankheit das Rauchen einstellen. Auch auf Duftstoffe sollte verzichtet werden, weil sie die Atemwege unnötig reizen.

Nicht zuletzt sollte man Geduld für den eigenen Körper entwickeln, denn auch wenn akute Bronchitis schmerzhaft und Kräfte zehrend ist, sie verschwindet meist von ganz alleine, sobald die Entzündung der Bronchien abklingt.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, November 2008

Literatur:

1. Richard P. Wenzel, Alpha A. Fowler III, Press Release: Antibiotics Unnecessarily Prescribed For Acute Bronchitis, Virginia Commonwealth University, New England Journal of Medicine, 16. Nov. 2006
2. Linder JA, Singer DE, Stafford RS., Association between antibiotic prescribing and visit duration in adults with upper respiratory tract infections, Clin Ther. 25 (9):2419-30. 2003 Sep.
3. Mairi C. Noverr,1 Rachael M. Noggle,1 Galen B. Toews,1 and Gary B. Huffnagle1,2, Role of Antibiotics and Fungal Microbiota in Driving Pulmonary Allergic Responses, Infection and Immunity, p. 4996-5003, Vol. 72, No. 9
4. Mark Ebell, JAMA 2005; 293: 3062-3064, September 2004
5. Marra F, Lynd L, Coombes M, Richardson K, Legal M, Fitzgerald JM, Marra CA., Health Economics Program, Centre for Clinical Epidemiology and Evaluation, Vancouver Coastal Health Research Institute, Faculty of Pharmaceutical Sciences, Does antibiotic exposure during infancy lead to development of asthma?: a systematic review and metaanalysis. Chest. 2006 Mar; 129 (3):610-8.
6. Bjorksten, B., E. Sepp, K. Julge, T. Voor, and M. Mikelsaar. Allergy development and the intestinal microflora during the first year of life. J. Allergy Clin. Immunol. 108:516-520.2001

Marina für Radio Halloween FM: Preisübergabe des CSN-Halloweenpreises

Halloween Preis

Hallo liebe Freunde und liebe Fremde,

hier bin ich noch mal, Marina, von Radio Halloween-FM exklusiv für CSN-Deutschland.

Heute möchte ich Euch live von der ultimativen Premiere der CSN-Halloween-Preisübergabe berichten. Und los geht’s mit der CSN-Botenhexe auf ihrem schnellen Besen:

Wer reitet so schnell durch herbstlichen Regen und Wind? Es ist die CSN-Botenhexe das weiß doch jedes Kind! Sie hat das Halloween-Preispäckchen wohl in dem Arm, sie fasst es sicher, sie hält es trocken und warm.

Mein Päckchen, was verbirgst Du in deinem Inneren? Siehst Hexe, du den Inhalt nicht! Den Inhalt mit Zauber und Schimmer? Mein Päckchen, es ist geheim, aber nicht für immer. Du liebes Päckchen, komm ich nehme dich zu mir! Gar schöne Dinge hast du in dir. Der braune Karton und das Verpackungsband, sollen nur täuschen den Inhalt aus Glitzergewand.

Meine Hexe, meine Hexe, und hörest du nicht, Was der Inhalt mir leise verspricht? Sei ruhig, bleib ruhig, mein Päckchen, bald sind wir bei Marina und trinken Hexenkäffchen. Willst feines Halloweenpäckchen du mit mir geh’n? Ich werde auch sicher dich behüten schön. Ich werde dich von deiner Verpackung befrein, und dich hegen und pflegen gar fein.

Meine Hexe, meine Hexe, und siehst du nicht dort, mein Inhalt fällt gleich hinab in den großen unbekannten Ort? Mein Päckchen, mein Päckchen, ich seh‘ es genau: Hier sind wir goldrichtig, bei Marina, es ist nur wegen dem Regen gar so grau. Schau, sie öffnet uns schon die Türe und bittet uns hinein. Nun stelle ich nur noch die Handbremse fest und wir beide treten ein, ins warme Wohnzimmer, wo wir uns herzlich begrüßen, und wo die Hexe bekommt keine Frostbeulen an den Füßen.

Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Verpackungsgestalt. Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt! – Nein, nein, nur keine Gewalt!!!! Meine Hexe, meine Hexe, sie ergreift mich mit ihrer Hand. Marina nimmt die Schere und durchschneidet das Paketklebeband. Zuerst sieht man nur Pappe, sie wird vorsichtig entfernt und danach fällt bei Marina die Klappe. Ihre Augen leuchten und glänzen. Komm Hexe, zwick mich oder sind das Halluzinationen vom Faulenzen?

Ein wahrer Schatz, den ich da bekommen, ich bin jetzt noch ganz benommen. In wunderwunderschöner Halloweenverpackung dekoriert, ein gläserner Hexenkessel und dazu Kräuter, die werden jetzt gleich serviert. Doch das ist noch nicht alles. Nein, da ist noch etwas rundes, hohes Schmales. Ein ganz besonderer Zauber geht davon aus.Ich öffne es vorsichtig, dass nichts fällt heraus.

KristallkugelEin edles schwarzes Tuch kommt zum Vorscheinund ein magischer Schauer läuft mir in den Pulloverrücken rein. Im Tuche tief umhüllt hab ich sie dann erblickt. Die kostbare Zauberkugel hat mich zusätzlich entzückt. Habt vielen lieben Dank, ihr lieben CSN-Geister. Ihr seid ja richtige Gruselmeister. Die Überraschung ist Euch in außerordentlichem Maße gelungen. Und jetzt wird mit der CSN-Botenhexe getanzt und gesungen.

Der Hexenkessel ist schon aufgesetzt. Die magischen Getränke gibt es jetzt. Noch ein Blick in die magische Zauberkugel, wer wird wohl haben nächstes Jahr Jubel? Vielen lieben Dank, an alle lieben Menschen, denen ich diesen tollen Halloweenspaß und den CSN-Halloween-Preis zu verdanken habe.

Lasst Euch umarmen,

Eure MarinaHalloweenpreis

Gesetz geht Beauty-Salons und Friseuren an die Existenz

Zuviel Chemie im FriseursalonDie Besitzer von Beautysalons und Friseure stehen Kopf. Sie fürchten, dass eine neue Gesetzgebung ihre Existenz kostet. Es wird gefordert, dass Beautysalons und Friseure der amerikanischen Kleinstadt Bellingham einen separaten Tank für chemikalien-belastete Abwässer einbauen müssen. Ein Gesuch nach einer Ausnahme-regelung von der Abwasserverordnungsregel 5 fand kein offenes Ohr bei den Verantwortlichen der Stadt, Umweltschützern, Vertretern der Gesundheits-behörde und anderen Geschäftsbesitzern.

Beauty- und Friseursalons produzieren täglich Abwasser, dass stark mit Chemikalien belastet ist. Shampoos, Haarspülungen, Haarfärbe- und Dauerwellenmittel, Nagellackentferner, Gesichts-packungen, Lotionen, etc. sind fast ausnahmslos Chemiecocktails. Sie enthalten Chemikalien, die für Umwelt und Gesundheit erheblich bedenklich oder sogar gefährlich sind.

Die Besitzer der Salons von Bellingham hatten um eine Ausnahmeregelung bei der Stadtverwaltung erbeten, weil das Installieren und die Wartung der zusätzlichen Tanks, die chemikalienbelastete Abwässer auffangen sollen, ihre Existenz kosten könne. Den Direktor der Abwassergesellschaft beeindruckte das Jammern nicht, er argumentierte, dass es eine Regelung gäbe, und einen guten Grund dafür. Wenn Salons sich nicht an die Abwasserregelung halten müssen, warum sollten es dann Chemische Reinigungen oder Tankstellen? Das Entscheidende an der ganzen Angelegenheit sei, dass man es, nur weil es teuer sei, den Salonbetreibern weiter erlauben könne, dass sie weitermachen mit der Kontaminierung des Grundwassers.

Der Gesundheitsvertreter der Stadt hatte auf eine Beschwerde eines Bürgers hin sofortiges Handeln innerhalb von einem Vierteljahr gefordert. Alle Friseursalons wurden aufgefordert, dass innerhalb dieser Zeit einen separaten Tank zum normalen Abwassertank zu installieren. Die Kosten, die damit verbunden sind, können sich auf 20.000$ belaufen. Eine stolze Summe für ein kleines Unternehmen. Doch dabei bleibt es nicht, denn diese Tanks müssen alle 10 Tage geleert werden, und das kann pro Leerung bis zu 1.200$ kosten.

Man ist sich in der Stadt Bellingham bewusst, dass Betriebe, die von dieser Regelung erfasst werden, unter Umständen aufgeben müssen. Nichts desto trotz beharren die Verantwortlichen darauf und begründen ihre Standhaftigkeit damit, dass sie verhindern wollen, dass Chemikalien das Grundwasser in den Bereichen der Stadt verseucht, die keine normale Kanalisation haben. Der Direktor der Gesundheitsbehörde der Stadt betonte beharrlich, dass die Regeln aus einem Grund geschaffen wurden, nämlich um die Umwelt zu schützen.

Der Direktor der Abwassergesellschaft argumentierte in seiner Stellungnahme gegenüber den Inhabern von Beauty- und Friseursalons, dass der Aufwand für sie zwar teuer sei, aber die Chemikalien, um die es sich handele, seien eben auch ziemlich toxisch. Man solle daran denken, dass Mitarbeiterinnen in Nagelsalons nicht umsonst eine Maske während der Arbeit tragen würden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN  – Chemical Sensitivity Network, 11. November 2008