Depressionen: Nicht immer ist die Psyche schuld

Depressive Frau

Es begann schleichend. Eva B., eine attraktive, lebenslustige junge Frau hatte eine kleine Erbschaft gemacht und sich damit einen Traum erfüllt. Die ausgebildete Masseurin hatte sich ein kleines Wellness-Zentrum eingerichtet, in dem sie selbstständig arbeiten konnte. Eva B. hatte bald viel Zulauf von Kundinnen, die zur Aroma-Massage kamen.

Alles lief besser als erwartet – dann der Zusammenbruch
Eigentlich hätte Eva B. zufrieden sein können. Wenn da nicht diese Müdigkeit und die Konzentrationsstörungen gewesen wären. Zuerst dachte Eva B., die viele Arbeit sei schuld. Aber in der Klinik, in der sie vorher gearbeitet hatte, hatte sie oft längere Arbeitszeiten gehabt. Als ihr Befinden auch nicht mehr vor ihrem Freund und anderen Menschen zu verbergen war, suchte Eva B. einen Arzt auf. Der aber konnte keine körperlichen Ursachen feststellen und verordnete der jungen Frau ein antidepressiv wirkendes Medikament. Aber Eva B. bekam Schwindel, Benommenheit, ihr Mund war trocken, sie kämpfte mit Übelkeit. Eva B. konnte die Blase nicht mehr entleeren und verhielt sich so auffällig, dass der Freund sie abends in eine Klinik brachte. Dort wurde sie in der psychiatrischen Abteilung untergebracht. Eva B. erhielt verschiedene psychiatrische Diagnosen und die Ärzte versuchten, sie auf Medikamente einzustellen.

Die „Psyche“ war doch nicht schuld
Als Eva B. schließlich die Klinik verlies, war sie nicht mehr fähig, ihr Wellness-Zentrum weiter zu führen. Evas Freund zog sich schnell zurück, und auch viele andere Menschen in ihrem Bekanntenkreis distanzierten sich. Eva B. musste ihr kleines Unternehmen verpachten. Immer, wenn Eva B. die Räume ihres Wellness-Zentrums betrat, ging es ihr schlecht. Aber sie nahm keine Notiz von diesem Zusammenhang. Erst ein Jahr später, nachdem ihre aufmerksame Schwester sie zu einem gut informierten Arzt gebracht hatte, wurde klar, was geschehen war.

Eva B. hatte auf die Massageöle mit Symptomen reagiert, die ihr damals behandelnder Hausarzt und auch die Klinikärzte für eine Depression gehalten hatten, und Eva B. wurde wegen der Nebenwirkung des verordneten Medikamentes stationär behandelt.

Medikamente gegen Depressionen nicht für jeden unproblematisch Eva B. ist nämlich, wie acht Prozent der einheimischen Bevölkerungsgruppe, Trägerin einer genetischen Variante, die dazu führt, dass sie das verordnete antidepressive Mittel nicht vertragen hat.

Eva B. ist sicher kein Einzelfall.

Medikamente, die Allgemeinmediziner und Fachärzte gegen Depressionen oder Symptome einer Depression verordnen, sind  nicht unproblematisch.

Oft werden sogar Mittel verordnet, die vom Hersteller gar nicht als Medikament gegen Depressionen entwickelt wurden.

Depressionen sollen ja heute eine weit verbreitete Krankheit sein
Viele Menschen gehen mit Beschwerden zum Arzt und erwarten, dass sie dort eine Pille bekommen, die sie aller Sorgen enthebt. Aber man sollte sich auch klar machen, dass ein Medikament nicht die Umstände verändert, unter denen mal lebt. Auch wenn man antriebslos, traurig, müde, schlafgestört etc. ist, sollte innehalten und nachdenken die erste Handlung sein.

Dr. Strunz schreibt in seinem Bestseller „Frohmedizin“: „Es gibt viele Studien, die zeigen: Sport wirkt wie ein Antidepressivum“. Und der französische Psychiater David Servan-Schreiber berichtet in „Die neue Medizin der Emotionen“ über die Erfolge, die man mit der Gabe von Omega-3 Fettsäuren auch bei schweren seelischen Erkrankungen gemacht hat.

Umfeld kontrollieren
Wie das Beispiel von Eva B. zeigt, sollte man auch darauf achten, ob Symptome in Abwesenheit von Duftstoffen und/oder Chemikalien verschwinden. Auch die Wohn -und Arbeitsräume auf Schimmelbefall zu prüfen kann hilfreich sein.

Wichtige Ratschläge:
Tägliche Bewegung am Besten an der frischen Luft und die richtige Ernährung, nämlich das, was man unter Mittelmeerkost versteht, sind die Grundpfeiler seelischer Gesundheit. Unter Umständen sind auch Nahrungsergänzungsmittel mit Omega3 Fettsäuren sinnvoll. Da braucht man einen Mediziner, der sich mit Orthomolekularer Medizin, auskennt.

Also als Erstes anfangen zu laufen, es muss nicht gleich ein Marathon sein, den Küchenschrank und den Kühlschrank ausmisten und nur frische Nahrungsmittel einkaufen. Schwerpunkt Gemüse, Gemüse, Obst, Olivenöl und Leinöl verwenden und auch Fisch auf den Speiseplan setzen.

Als nächstes für einen geregelten Schlaf sorgen. Auch bei Schlafstörungen täglich früh aus dem Bett.

Und dann die Atmung. Das muss man lernen. Auch hier kann man bei Dr. Strunz nachschlagen: „Es gibt … 100 Meter Bücher über Atemtechnik… Sie können die 100 Meter ganz schnell zusammenfassen: ‚Atmen Sie aus’…

Sie atmen zurzeit 16-mal in der Minute. Sie müssten aber nur viermal. Das wissen Sie bloß nicht. Sie wissen gar nicht, was das bedeutet: viermal. Sie könnten es herausfinden. Sie nehmen die Uhr und atmen fünf Minuten lang viermal pro Minute. Ist überhaupt keine Kunst. Kann jeder. Wissen Sie, was dann passiert in den fünf Minuten? Ihr Kalziumspiegel steigt dermaßen an… Sie werden plötzlich ein Buddha, in nur fünf Minuten… In fünf Minuten haben Sie Ihr Leben verändert… Sie sind …Ruhig. Souverän“ (Dr. Ulrich Strunz, Praxisbuch Mental Programm, Seite 104)

Der einfach Weg zu innerer Harmonie
David Servan-Schreiber berichtet in seinem „Antikrebsbuch“ wie man seinen Körper mit ganz einfachen Methoden harmonisieren kann:
„Seit 15 Jahren interessiert sich Dr. Luciano Bernardi von der Universität Pavia in Italien für die autonomen Rhythmen der Körpers, die die Basis der Physiologie bilden: den Atemrhythmus, die Variationen des Herzrhythmus…, für den Anstieg und Rückgang des Blutdrucks und selbst für Variationen bei Zufluss und Abfluss des Blutes zum und vom Gehirn. …
Als Dr. Bernardis Versuchspersonen eine Litanei von ‚Ave Maria‘ auf Lateinisch zu rezitieren begannen, registrierten die Apparate ein ganz und gar unerwartetes Phänomen: Alle biologischen Rhythmen kamen in Einklang…

Ein erklärbares Wunder
Dr. Bernardi dachte nicht an ein Wunder, sondern fand eine ganz einfache wie wichtige Erklärung: In Italien rezitiert die Gemeinde den Rosenkranz abwechselnd mit dem Priester. Jede Fürbitte erfolgt mit einer einzigen Ausatmung, die nächste Einatmung findet statt, während der Priester an der Reihe ist. Die Versuchspersonen waren ganz natürlich in ihren vertrauten Rhythmus verfallen. Und dabei hatten sie sich automatisch, ohne sich dessen bewusst zu sein, auf eine Frequenz von sechs Atemzügen pro Minute eingestellt. Das ist genau der natürliche Fluktuationsrhythmus der übrigen Funktionen, die Dr. Bernardi messen wollte (Herz, Blutdruck, Blutfluss zum Gehirn)…

Nun war Luciano Bernardis Neugier geweckt, und er sagte sich, wenn das ‚Ave Maria‘ die Physiologie so tief greifend zu verändern vermochte, müssen andere religiöse Praktiken den gleichen Effekt haben…

Bernardi erweiterte das ursprüngliche Experiment und brachte Personen, die niemals einen östlichen Glauben praktiziert hatten, das bekannte Mantra des Buddhismus bei: ‚Om-Mani-Padme-Hum‘. Wie beim Yoga lernten sie, mit voller Stimme jede Silbe des Mantra zum Klingen zu bringen…

Bernardi beobachtete genau die gleichen Resultate wie beim ‚Ave Maria‘: Die Atmung stellte sich von selbst auf einen Rhythmus von sechs Atemzügen pro Minute ein, und entsprechend erfolgte die Harmonisierung – die ‚Kohärenz‘- der anderen biologischen Rhythmen.“

Nicht jeder verträgt jedes Medikament
Wenn mit keinen vorgenannten Maßnahmen Erfolg zu erzielen ist und man sich entschließt, ein Medikament zu nehmen, sollte man sorgfältig sein bei der Wahl des Arztes.

Man kann den Arzt darauf ansprechen, erst einen Gentest zu veranlassen, um sicher zu stellen, dass „erbliche Tippfehler im Gen des Enzyms CYP2D6 aufspürt“ werden. Ein solcher Test kann unter Umständen von der Krankenkasse bezahlt werden. „Genetische Varianten sind nicht selten. Ein falsches Medikament oder eine Überdosierung könne schnell mehrere Tausend Euro an Folgekosten verursachen. Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jährlich etwa 60.000 Menschen im Zusammenhang mit unerwünschten Arzneimittelreaktionen“, sagt der Pharmakologe Jürgen Borlak vom Fraunhofer-Institut.

Und zu guter letzt noch ein weiterer wichtiger Hinweis:
15 Prozent der einheimischen Bevölkerung können keinen Milchzucker verstoffwechseln. Auch eine genetische Variante. Den Menschen fehlt einfach das dafür notwendige Enzym Lactase. Sicher schon mal irgendwo gehört. Und dann taucht plötzlich ein Reizdarm auf.

Das Reizdarmsyndrom hat schon so Manchen zum Psychiater geführt. Denn die Betroffenen leiden nicht nur am Reizdarm. Über kurz oder lang kommt es zu Mangelernährung mit Folgen wie Schwäche, Schwindel, Krämpfen, Depressionen, etc. Man kann auch hier einen Gentest machen. Oder einfach mal vier Wochen auf alle Milchprodukte verzichten. Auch auf die versteckten Milchbestandteile in Form von Milchpulver, Molkepulver etc.

Autor:
Juliane, 11. November 2008

Literatur:
Dr. Ulrich Strunz, Praxisbuch Mental Programm, Seite 104, Heyne, 2008

Luciano Bernardi, Peter Sleight, Gabriele Bandinelli, Simone Cencetti, Lamberto Fattorini, Johanna Wdowczyc-Szulc,  Alfonso Lagi, Effect of rosary prayer and yoga mantras on autonomic cardiovascular rhythms: comparative study, BJ 2001;323:1446-1449 ( 22-29 December )

David Servan-Schreiber, Anti-Krebs-Buch: Was uns schützt: Vorbeugen und nachsorgen mit natürlichen Mitteln, Kunstmann, Antje, Verlag (5. März 2008)

11 Kommentare zu “Depressionen: Nicht immer ist die Psyche schuld”

  1. Maria 11. November 2008 um 16:53

    Liebe Juliane,

    danke für Deine tolle Arbeit, das ist ein wahres Mammutwerk!

    Interessant, dass die Massageöle zu den Symptomen geführt haben und nicht die Psyche für die vorliegenden Gesundheitsstörungen bei Eva. B. verantwortlich war. In Deutschland kommen viele Ärzte schnell zu einer psychisch bedingten Diagnose und zwar bei den vielfältigsten Beschwerden. Oft wäre man besser beraten, penibel genau zu prüfen, ob dies auch tatsächlich der Fall ist, wie Dein Blog bestätigt.

    Auch danke für die vielen Tipps. Dass Bewegung sehr hilfreich und gesundheitsfördernd ist, kann ich nur bestätigen. Ich versuche mich so oft es geht an der frischen Luft zu bewegen und bin bisher gut damit gefahren. Trotz meiner vielen Einschränkungen, bin ich psychisch eigentlich immer gut drauf.

    Liebe Grüsse
    Maria

  2. Supergirl 11. November 2008 um 18:32

    Ich finde auch, mit psycholastigen Diagnosen ist man schnell bei der Hand, oftmals sind es Fehldiagnosen, wie uns Julianes Blog verdeutlicht.

    Chemikalien bei ihren Diagnosen mit einzubeziehen, sollte bei unseren heutigen Medizinern besser in der Praxis angewandt werden. Chemikalien als mögliche Krankheitsursache wird zu allerletzt in Betracht gezogen, wenn überhaupt.

  3. Energiefox 11. November 2008 um 19:31

    Interessant finde ich die Aussage über den Rosenkranz bzw Litaneien.
    Ich bin streng kath. erzogen und kenne noch die lat. Messe bzw Prozessionen.
    Bin jetzt nicht mehr so religiös. Aber das Kirchenmusik bzw bestimmte Art zu beten entspannend ist kann ich bestätigen. Auch andere Religionen besitzen solch ein Wissen. Kam mal eine Fernsehserie über dieses Wissen, auch Suffis hatten da wirklich gute Lebensratschläge bzw Übungen. Solange die Religionen dann auch friedlich neben einander leben, finde ich sie auch in Ordnung. Man sollte ein entspannteres Verhältnis zum Psychiater/in haben, ich denke, wenn sie als Lebensberater/in dienen ist es gut. Natürlich, psychisch krank zu sein wird akzeptiert, während MCS kaum Anerkennung findet, was natürlich schlimm ist. In meinem Bekanntenkreis kenne ich mehrere die psychisch krank sind, oder zu dem gemacht wurden. Aus dieser Schiene wieder rauszukommen ist schwierig. Oft liegt es aber auch daran, sie kommen nicht wieder in ihrem Job. Selbst ich, der zu früh aus dem Beruf gekickt wurde, habe noch immer daran zu knabbern. Wie soll jemand der keine vernünfitge Perspektive geboten bekommt wieder gesund werden.

    Prima Tipps Juliane, danke für den Blog.
    Gruß Energiefox

  4. Princess 12. November 2008 um 20:23

    So kann es gehen, ich möchte nicht wissen, wieviele Patienten fälschlicherweise psychisch behandelt werden, obwohl die Ursachen ihrer Erkrankung völlig anderer Natur sind. Auch in den Psychiatrien sitzen mit Sicherheit viele Patienten völlig unnötig ein und müssen zusätzliches Leid ertragen, erfahren aber auch keine ihrem Beschwerdebild angepasste Behandlung.

    Super Juliane, dass Du mit Deinem Blog, Licht in dieses allgemein vorherrschende Dilemma bringst.

    Princess

  5. Bongo Wongo 13. November 2008 um 09:30

    Hallo Juliane,

    gut dass Du aufzeigst, dass für Depressionen nicht immer die Psyche verantwortlich ist, sondern viele andere Faktoren dabei eine entscheidende Rolle spielen. Aber leider kommt bei der heutigen ärztlichen Diagnostik die Ursachenforschung oft viel zu kurz. Aber gerade die tatsächliche Ursache der Depressionen, ist für eine patientenbezogene Therapie die entscheidende Komponente. Ohne die genauen Auslöser für die Depression zu kennen, erfolgt womöglich eine völlig falsche Behandlung, wie auch durch Deinen aufschlussreichen Blog verdeutlicht wird.

    Hier liegt noch viel im Argen, es gibt noch viel zu tun.

  6. Lucca 16. November 2008 um 19:27

    Hallo Juliane,

    gerade Dein Fallbeispiel dürfte eins von Hunderten in Deutschland sein. Die Freundin meiner Mutter war ganz stolz darauf, dass ihre Tochter Filialleiterin bei Douglas wurde. Letztlich traf meine Mutter ihre Freundin wieder. Sie erzählte ihr, dass es der Tochter nicht gut ginge, sie sei nur noch ein Schatten ihrer Selbst. Man hätte erst MS diagnostiziert, aber das sei es jetzt doch nicht und der Arzt hätte sie zum Psychologen geschickt. Was ist das, frage ich mich. Warum fragt kein Arzt einen Patienten was er arbeitet undmit was er auf der Arbeit in Kontakt ist??? Irgendwie sollte das eine naheliegende Frage sein.

  7. Charlie-Muenchen 20. November 2008 um 14:50

    Ja Juliane,

    …da kann ich Dir nur zustimmen, meine Rede seit Jahren, jeder Dreck wird „verpsychologisiert“, selbst der Verzehr eines verdorbenes Lebensmittels und deren „Folgen“ haben plötzlich seelische Ursachen.
    Ein Greuel unsere heutige Ärzteschaft ;o((
    Interessant wäre, wo so ein Gen/Enzymtest CY2D6 zu bekommen ist und was selbiger kostet….
    Real scheint auch dass man mit MCS i.l.d.Jahre immer heftiger auf Gerüche reagiert, was bei den heutig angeworbenen oft bestialischen Düften ja echt kein Wunder mehr wäre. Selbst die sich noch gesund glauben, reagieren extrem darauf. Sie be/merken es nur nicht oder finden andere Ursachen, wie zB.schlechtes Essen od.Schlaf !!! Ein Katzenjammer, dass sie die unmittelbaren Reaktionen und Zusammenhänge einfach nicht realisieren (wollen) . Nun wenigstens für „UNS“ hat Dein Gedankengut Hilfreiches.

    Dank-Dir aus München.
    ___________________________Charly

  8. Twinsearcher 23. November 2008 um 20:42

    Mein Amalgam ist raus; mit DMPS; später hab ich intravenöäs Magnesium und Zink gekriegt. Ich fühle mich wach und fit wie noch nie.

  9. Voeller 14. September 2009 um 19:11

    Hallo, habe das Thema mit Interesse gelesen, da es in meiner Familie deswegen zu einem Todesfall gekommen ist. Enzymtest nur für CYP2D6 wäre zu wenig, es gibt noch mehr von diesen hepatischen Enzymen, z. B. CYP2C19 (worüber u. a. auch Psychopharmaka verstoffwechselt werden). Auch da sind genetische Unterschiede (Polymorphismen) vorhanden.
    Viele Grüße

  10. Juliane 14. September 2009 um 21:54

    @ Voeller

    „Die Hauptursache der unterschiedlichen Medikamentenunverträglichkeit innerhalb der Bevölkerung sind genetische Veranlagungen (im Sinne einer Erbanlage): Die chemische Umwandlung („Entgiftung“) eingenommener Medikamente wird, wie bereits erwähnt, größtenteils in der Leber durch so genannte Entgiftungs-Enzyme oder CYP450-Enzyme geleistet. Diese Enzyme sind das Produkt der so genannten CYP450-Gene. Beim Menschen sind bisher knapp 40 unterschiedliche CYP450-Enzyme bekannt. Sie sind im Körper eines jeden Menschen vorhanden.
    Die CYP450-Entgiftungs-Enzyme haben sich im Laufe der Evolution entwickelt, um zahlreiche zum Teil giftige Substanzen in unserer Nahrung entgiften und ausscheiden zu können. Ein Teil von ihnen ist für die Entgiftung der heute üblichen Medikamente von Bedeutung. Jedes der CYP450-Enzyme ist auf die Entgiftung bestimmter Fremdstoffe beziehungsweise Medikamente „spezialisiert“. Die Entgiftung der meisten in der heutigen Medizin verabreichten Medikamente wird von fünf CYP450-Enzymen geleistet (sie tragen die Bezeichnungen2B6, 2C9, 2C19, 2D6 und 3A4). Welche Medikamente durch welche CYP450-Enzyme entgiftet worden, ist inzwischen genau bekannt.“

    „Einer sehr großen Zahl von Patienten werden täglich stark wirksame Psychopharmaka und andere Medikamente verschrieben, ohne dass der Verträglichkeitstyp bestimmt wurde.“
    „Es besteht daher eine klar begründete Notwendigkeit, die individuelle Medikamentenunverträglichkeit eines Patienten zu bestimmen, bevor man eine Medikamententherapie mit einem Mittel einleitet, das der Entgiftung und Ausscheidung durch eines der relevanten Enzyme unterliegt.“

    „Für den Patienten würde die Diagnostik lediglich eine einmalige, kleine Blutabnahme bedeuten, so wie sie auch bei jeder anderen Laboruntersuchung vorgenommen wird.“

    Ein Zitat aus diesem Taschenbuch Seite 138 ff: Prof. Dr. Bauer
    Das Gedächtnis des Körpers: Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern

    Hier gibt es noch ein Blog zum Thema:
    http://www.csn-deutschland.de/blog/2009/06/27/vorsicht-nebenwirkung-medikamente-koennen-bittere-pillen-werden/

  11. kosmos 7. Januar 2010 um 12:38

    Weiss jemand, wieviel eine Genanalyse von A-Z kosten könnte?

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