Archiv der Kategorie ‘Gesundheit‘

Innenraumluft von Neuwagen ist oft der reinste Giftcocktail – Gesundheit bleibt auf der Strecke

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Der Geruch von Neuwagen ist stechend und signifikant. Kaum jemand macht sich Gedanken über mögliche Gesundheitsstörungen, die die chemiebelastete Raumluft, die in den meisten neuen Fahrzeugen herrscht, nach sich ziehen kann. Umweltfreundliche Fahrzeuge sind das Ziel vieler Hersteller, da der Umweltfaktor immer mehr ins öffentliche Interesse rückt, doch derartig angepriesene Eigenschaften sind letztendlich fast ausnahmslos auf den Treibstoffverbrauch bzw. den CO²-Ausstoß ausgerichtet.

Chemikalienbelastung über Grenzwert
Laut einer bereits im Jahr 2005 stattgefundenen Untersuchung des BUND für Umwelt und Naturschutz und seiner österreichischen Schwesterorganisation „Global 2000“, ist die Innenraumluft unserer Fahrzeuge hochgradig mit toxischen Chemikalien belastet. Neben Formaldehyd und Benzol wurden mehr als 50 verschiedene flüchtige organische Verbindungen, auch als VOC bezeichnet, in oftmals gesundschädlichen Konzentrationen nachgewiesen. Besitzer eines neuen Autos haben mit allergrößter Wahrscheinlichkeit an ihrer Windschutzscheibe einen hauchdünnen Schmierfilm feststellen können, dass es sich hierbei überwiegend um Ausgasungen aus Lacken und Textilfarben ihres Fahrzeugs handelt, wird kaum jemand vermuten. Diese hohen und oftmals die Grenzwerte überschreitenden Konzentrationen an giftigen Chemikalien in der Innenraumluft in PKW gefährden die Gesundheit der Fahrer und Mitfahrer und geben allen Grund zur Besorgnis, so die Chemie-Expertin des BUND, Patricia Cameron.

Neuwagenkäufer krank durch Schadstoffe
Ein leitender Angestellter eines Automobilkonzerns berichtete gegenüber CSN, dass es mehrfach vorgekommen sei, dass Käufer, die ihren Wagen im Werk abholten, spontan erbrachen, nachdem sie sich in ihren neuen Wagen setzen. Danach hätte man die Baureihe intern „Kotzklasse“ genannt.

Bei CSN melden sich auch immer wieder Privatpersonen, die über Gesundheitsbeschwerden klagen, die durch einen Neuwagen eintraten, und bitten um Hilfe.

Fall I
„Wir hatten diese Woche bereits telefoniert, als ich Ihnen erzählt habe, dass ich auf meinen neuen xxx  mit Verkrampfung der Speiseröhre und oberen Rückenmuskulatur reagiere. Diese Schmerzen sind zum Dauerzustand geworden“

Fall II

„Habe mir einen xxx neu gekauft, 2 Wochen belüften und Ozondusche durchführen lassen. Bin nun seit Übernahme des Fahrzeuges permanent krank. Was kann ich unternehmen, damit ich das Auto toleriere?“

Ein halbes Jahr später:

Sie hatten mir vor einiger Zeit mit einigen Tipps weitergeholfen, Sie meinten damals so könne ich den neu erhaltenen xxx verträglich machen.

Nun würde ich Ihnen gerne ein Feedback geben, das vielleicht auch für andere interessant sein könnte, die sich in so einer Situation befinden:

Ich hatte damals alle in Ihrem Artikel beschriebenen Maßnahmen mit dem Auto durchgeführt, doch nach der nächsten Nutzung über 3 Tage war ich wieder für eine Woche völlig krank.

Daraufhin habe ich – ohne Erfolg – versucht, das Auto über meinen Händler zurück zu geben. Danach hatte ich mich an die offizielle Service-Hotline gewandt, die dazu nichts sagen konnte und mich an ein Back-Office weitergeleitet hat. Der Ansprechpartner teilte mir dann mit, dass er sich so etwas nicht vorstellen kann, da er noch nie gehört hat, dass jemand einen neuen xxx nicht vertragen würde.

Ich bestand aber auf einer Bearbeitung und der Rückgabe des Fahrzeuges mit dem Hinweis, dass ich das Auto nie erworben hätte, wenn ich gewusst hätte, dass es solche „Mängel“ hat und gesundheitsschädigend ist.

Tatsächlich wurde ich kurze Zeit danach von meinem Autohaus zurückgerufen und man bat mir eine Einigung an (bereits an die xxx Leasing bezahlte Leasingraten trat ich an das Autohaus als Entschädigung ab, dass ich das Auto 1600 km gefahren hatte). Diese habe ich angenommen und das Auto zurückgegeben. Die Abwicklung nach der Einigung erfolgte unbürokratisch.

Sonne kocht Chemikalien erst so richtig hoch
Lt. Patricia Cameron wurden z. B. Formaldehydkonzentrationen festgestellt, die weit über dem zulässigen Grenzwert lagen. Noch viele Monate nach dem Herstellungsprozess gasen im PKW-Innenraum gesundheitsschädigende Schadstoffe aus, die bei Sonneneinstrahlung an Intensität zunehmen. Doch nicht nur die festgestellten Formaldehydwerte der untersuchten PKW überschritten die zulässigen Grenzwerte um das dreifache, auch bei den Messungen der VOC-Belastung wurden 15 Milligramm pro Kubikmeter Raumluft nachgewiesen, wobei bereits Belastungen ab einem Milligramm Gesundheitsstörungen wie Hautreizungen, Augenbrennen, Atemwegsreizungen hervorrufen, und die Gesundheit dauerhaft schädigen können.

Gesundheitsgefahren im Preis inbegriffen
Schadstoffe wie Phthalate und andere Weichmacher sind in Kunststoffteilen, wie z. B. dem Lenkrad, in Türverkleidungen, den Armaturen, Sicherheitsgurten, dem Schalthebel usw. verarbeitet, die sich ebenfalls wie die Ausdünstungen aus Fußmatten und Klebern nachhaltig gesundheitsgefährdend auswirken können. Doch auch luxuriös ausgestattete PKW bergen Gesundheitsrisiken, denn auch die Rückstände der Chromgerbung von Ledersitzen und mit Leder überzogene Lenkräder können dauerhaft krankmachen und zu Leberschäden führen.

Rundum umweltfreundlich wäre wünschenswert
Die verschiedenen Hersteller suggerieren uns umweltfreundliche PKW, doch diese beworbene Umweltfreundlichkeit bezieht sich fast ausschließlich auf die bereits anfangs von mir erwähnten Eigenschaften, wie Kraftstoffverbrauch und CO²-Ausstoß. Diese Ziele umzusetzen ist ebenfalls sehr erstrebenswert und notwendig. Doch unsere Gesundheit benötigt nicht nur abgasfreundliche Fahrzeuge, sondern auch chemiefreie Atemluft im Innenraum der Fahrzeuge, damit Umweltkrankheiten wie MCS und SBS nicht weiter voranschreiten, sondern deren Ausbreitung durch nachhaltige umweltfreundliche Produktionsverfahren entgegengewirkt und dem Einsatz umweltfreundlicher Materialien bei neuen Fahrzeugen verantwortungsvoll Rechnung getragen wird. Schadstofffreiheit der Innenraumluft neuer PKW zu forcieren ist weitaus wichtiger, als man es seitens der PKW-Produzenten derzeit einschätzt, denn der Aspekt möglicher Gesundheitsgefahren durch Chemikalien in unseren Autos findet viel zu wenig Beachtung. Zumal die mögliche Wechselwirkung der nachgewiesenen Chemikalien untereinander völlig unzureichend erforscht ist. Auch unsere Politiker sollten sich ihrer Verantwortung stellen und sich für chemiefreie Innenraumluft in Neufahrzeugen einsetzen.

Gelungene und fragwürdige Innovationen
Die einst eingeschlagene Richtung des Automobilherstellers Ford, Fahrzeuge mit Allergie geprüftem Innenraum zu produzieren, ist eine überaus erwähnenswerte Weiterentwicklung in der Produktpalette des Fahrzeugherstellers, die viele Nachahmer finden sollte.

Das ist die eine Seite, doch Hersteller wie Peugeot, der Daimler-Konzern und Citroen, gehen andere Wege und statten ihre Modelle mit integrierten und regelbaren Parfumspendern aus. Bei Maybach kostet der Duftspender in Luxusausführung 5000 Euro. Von schadstofffreier Innenraumluft kann bei diesen Marketingstrategien keine Rede sein. Wie wird es wohl Asthmatikern, Allergikern und Kleinkindern in diesen Fahrzeugen ergehen?

Benzol fährt mit, nicht nur als Kraftstoff
Lt. UBA kann Benzol zu folgenden Gesundheitsstörungen führen:

„Mögliche Schädigungen: In hoher Konzentration führt Benzol zu Schädigungen der Leber, der Nieren und des Knochenmarkes. Aber auch geringe Konzentrationen sind nicht unbedenklich, da dieser Stoff auch Krebs erzeugen kann.“

Autor: Maria, CSN – Chemical Sensitivity Network, 15. Mai 2009

CSN Artikel zum Thema Schadstoffe im Auto, wie kann man sich helfen:

CSN berichtet über Umweltkrankheiten und MCS in Radiosendung

Radiostudio

Gestern war CSN bei der SWR Umweltredaktion eingeladen. Silvia und Maria fuhren am Morgen nach Mainz um sich mit Axel Weiß vom SWR Umweltblog zu treffen.

Nach einem kurzen Gespräch mit den Moderatoren und dem Leiter der Umwelt- und Gesundheitsredaktion gaben die beiden ein Interview. Axel Weiß stellte Silvia und Maria Fragen über ihren Einsatz für Umweltkranke bei CSN und vor allem über der CSN Blog, auf dem seit fast zwei Jahren fast täglich ein neuer Artikel über MCS, Umweltkrankheiten, Gesundheitsrisiken durch Schadstoffe und Umweltthemen berichtet wird.

Heute wurde das Interview gesendet, es kann als Podcast angehört werden:

Podcast Interview Silvia und Maria

Schaut auch beim SWR Umweltblog vorbei, dort hat Axel einen Bericht über das Treffen gestern eingestellt:

Unterstützung für Umweltkranke

Krankmachende Chemikalien im Alltag

Alltagschemikalien über den ganzen TagDie Gesundheit ist bekanntlich unser höchstes Gut. Doch auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten, reicht bei weitem nicht aus, um auf der sicheren Seite zu sein. Gesundheitsgefährdende Schadstoffe, zahlreiche toxische Chemikalien, laueren in vielen Alltagsprodukten, die wir alle arglos kaufen und kaum jemand ist sich der möglichen Gefahr für das eigene Wohlergehen bewusst ist, das so manches Alltagsprodukt in sich birgt. Aber auch längst bekannte Krankmacher werden wieder zugelassen, so schrecken viele Verantwortliche nicht davor ab, die Bevölkerung unnötigen Gesundheitsgefahren auszusetzen. Wie man am Beispiel des erst kürzlich eingeführten Rauchverbots bestens erkennen kann, denn gerade sind viele Politiker in einigen Bundesländern damit beschäftigt, den langersehnten Nichtraucherschutz verantwortungslos zu lockern, zum Nachteil der Bevölkerung. Gesundheitsschäden werden also bewusst in Kauf genommen.

Schlapp statt fit durch den Alltag
Die Zahl derjenigen unter uns, die sich einfach nicht gut und nicht voll leistungsfähig fühlt, ist auf dem ansteigenden Ast. Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel, Schlafstörungen, körperliche Erschöpfung, zählen zu den weit verbreiteten Beschwerden in der Bevölkerung, ganz abgesehen von der drastischen Zunahme an Atemwegerkrankungen, chronische Hauterkrankungen wie z. B. Neurodermitis, Allergien, ADHS bei Kindern und Jugendlichen, Krebserkrankungen und auch direkte Umweltkrankheiten wie Sick-Building-Syndrome und Multiple Chemical Sensitivity.

Chemikalien in Alltagsprodukten sind die Regel
Doch woher kommt die Tendenz, dass es immer weniger gesunde Menschen gibt? Eine mögliche Erklärung könnte die Zunahme der verarbeitenden krankmachenden Chemikalien in unseren Alltagsprodukten ein, die noch lange nach Erwerb auf uns alle einwirken können. Pressemeldungen über Pestizidbelastungen unserer Nahrungsmittel gehören schon fast zur Normalität. Meldungen über Giftstoffe in Kinderspielzeug sind ebenfalls fast an der Tagesordnung.

Lösungsmittel, Flammschutzmittel, Weichmacher, etc.
Aber dies sind nicht die einzigen Quellen für eine schleichende und kaum wahrnehmbare Gesundheitsgefährdung, der wir alle tagtäglich ausgesetzt sind. Neue Elektrogeräte sind u. a. häufig mit Flammschutzmittel und Kunststoffen ausgerüstet, die unsere Gesundheit nachhaltig negativ beeinflussen können. Auch wer ein neues Auto erwirbt, wie gerade jetzt hunderttausendfach im Zeichen der Abwrackprämie praktiziert, der völlig unrechtmäßig als Umweltprämie deklarierten Konjunkturspritze, wird möglicherweise einer Vielzahl von krankmachenden Chemikalien ausgesetzt, die im neu angeschafften PKW verarbeitet wurden. Die Innenraumluft vieler Neu- bzw. Jahreswagen ist stark mit toxischen Schadstoffen belastet.

Chemikalien wo hin man auch schaut
Doch all dem nicht genug, schadstoffbelastete Kosmetikprodukte, Putzmittel, auch Waren, die beim Renovieren zum Einsatz kommen, Möbel, Textilien und vieles mehr, können allesamt negative und bleibende Schäden an unserer Gesundheit anrichten. Selbst beim Gärtnern oder beim Arbeiten in so mancher Hobbywerkstatt, kommen krankmachende Chemikalien sorglos zum Einsatz. Das Spektrum der schadstoffbelasteten Produkte um uns herum ist größer, als es sich der arglose Verbraucher im Alltag vorzustellen vermag, Vorsicht ist auf alle Fälle geboten, der Griff zu umweltfreundlichen Produkten ist mehr als ratsam.

Detailliert werde ich das nächste Mal auf die unterschiedlichen krankmachenden Chemikalien in unseren Alltagsprodukten eingehen, seid gespannt.

Autor: Maria, CSN – Chemical Sensitivity Network, 14. Mai, 2009

Weitere interessante CSN Blogs zum Thema:

Natürliche Hilfe gegen Nackenverspannung, Rückenschmerzen, Hohlkreuz und Co

Nackenschmerzen durch Arbeit am Computer
Nackenschmerzen durch Arbeit am Computer

Kopfschmerz, Nackenverspannung oder Schulterverspannungen, Rückenschmerzen und das Kreuz mit dem Kreuz. Eine rückenschädigende Arbeitshaltung kann viele Probleme verursachen. Das stundenlange Sitzen am Computer ist für den Rücken viel anstrengender, als es von außen aussieht. Und nach vorn gebeugtes Arbeiten im Haushalt, etwa beim Spülen, oder ruckartige Bewegungen beim Putzen tragen dann weiter zur Fehlbelastung bei. Faule Fernsehabende, die der Muskulatur keinen Ausgleich bieten, tun noch ihr Übriges. Die Folgen sind bekannt. Zu den Rückenbeschwerden gesellen sich auch noch Verstopfung oder Venenbeschwerden und so weiter. Wer den ganzen Tag nur sitzt, wird natürlich schneller übergewichtig und fühlt sich schlapp.

Ausgleich für Bewegungsmangel durch Computerarbeit
Was kann man also tun? Sehr viel, und das kostet noch nicht einmal viel Zeit. Niemand muss jeden Tag zwei Stunden im Fitnessstudio verbringen, um Bewegungsmangel und die Folgen von langen Tagen am Computer auszugleichen. Bewegung ist aber das richtige Stichwort. Damit ist kein Leistungssport gemeint, sondern ein wohltuender Ausgleich für die verkrampfte Muskulatur.

Sitzposition bei Arbeit am Schreibtisch variieren
Sie können Sport treiben, wenn Sie das gerne tun, aber es muss nicht sein. Bewegung kann einfach im Alltag stattfinden. Versuchen Sie, sich beim Sitzen am Schreibtisch nicht den ganzen Tag in der gleichen Haltung krumm zu machen. Das geht, am Anfang ist aufrechtes Sitzen aber etwas anstrengender. Es muss auch nicht die ganze Zeit sein. Am sinnvollsten ist es, zwischen verschiedenen Haltungen zu wechseln. Setzen Sie sich also mal leicht nach vorn gebeugt, auch das geht mit geradem Rücken, mal leicht nach hinten an die Lehne gelehnt hin, passend zur jeweiligen Tätigkeit. Beim Schreiben am Computer kann man auch ganz aufrecht sitzen. Jede Haltung wird ungesund, wenn man sie stundenlang am Stück einnimmt. Also variieren Sie stets ein wenig. Es ist auch in Ordnung, zwischendurch phasenweise nicht gerade zu sitzen, sondern einfach so, wie es gerade angenehm ist. Legen Sie das Gewicht mal mehr auf die eine, mal mehr auf die andere Seite. Abwechseln ist das Motto. Variieren Sie die gesamte Haltung und auch die Beinhaltung immer wieder nach Gefühl. Zwischendurch, wenn es geht, immer mal wieder aufstehen und strecken oder Schultern kreisen lassen.

Gewichtsverlagerung – der Rücken mag es
Und wie soll das funktionieren, wenn Sie im Stehen arbeiten? Auch hier können Sie variieren. Basis ist hier: Bitte kein Hohlkreuz! Bei längerem Stehen neigt man dazu, das Becken nach vorn zu kippen, der Rücken biegt sich durch und die Schultern hängen. Das ist nicht nur optisch unschön, sondern auch äußerst ungesund. Das Beste dagegen: Stellen Sie sich vor, dass ihr meistes Gewicht im Becken liegt, der Oberkörper ist leicht. So verlagern Sie den Körperschwerpunkt von selbst an die richtige Stelle – ganz einfach. Ansonsten verteilen Sie das Gewicht gleichmäßig auf beide Beine, und verlagern es um abzuwechseln zwischendurch immer mal wieder aufs linke oder das rechte Bein. Da bietet es sich an, das Bein, auf dem kein Gewicht liegt, gleich ein wenig zu bewegen. Unauffällig möglich ist es, den Fuß aus dem Knöchel heraus hin und wieder ein paar Mal kreisen zu lassen oder zu beugen. Auch das Knie kann man mal ganz strecken oder leicht beugen, das Bein weiter vor oder zurück stellen. Auch hier heißt es wieder: Abwecchseln.

Schuhe mit ein leichtem Absatz – schick und der Rücken liebt sie auch
Haben Sie bisher gedacht, ganz flache Absätze währen am gesündesten, darin würde man keine schweren Beine bekommen? Das hat sich leider als falsch erwiesen. Natürlich kommen Sie mit flachen Tretern im Alltag oft am bequemsten aus, während Sie über Highheels stolpern und hinterher die Füße schmerzen. Das Beste ist ein Mittelding. Schuhe mit moderatem, etwa 5-7 Zentimeter hohem, breiten Absatz. Die sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch ideal für die Venen. Herrenschuhe gibt es mit etwa drei Zentimetern Absatz, das sieht nicht nach Stöckelschuhe aus, ist aber trotzdem gesund. Ziehen Sie solche Schuhe am Besten an, wenn Sie lange stehen oder sitzen müssen. Im Haushalt oder der Freizeit bleibt es dabei: flache Treter sind gesund. Denn hier kann sich der Fuß am ehesten natürlich und frei bewegen, was nicht nur Füßen und Venen zugute kommt, sondern auch dem Rücken, weil alle Muskeln miteinander in Verbindung stehen. Zu hohe Schuhe machen z.B. ein Hohlkreuz.

Hausarbeit für manchen ein „Kreuz“
Ob Hausarbeit gut oder schädlich für den Rücken ist, ist eine individuelle Frage. Ist der Rücken insgesamt gesund und trainiert, dann bringt die Bewegung zusätzlichen Nutzen. Ist der Rücken allerdings schwach und verspannt, macht die Hausarbeit Probleme. Achten Sie darauf, möglichst viel mit geradem Rücken, leicht gebeugten Knien und ohne ruckartige Bewegungen zu arbeiten. Zum Heben gehen sie immer in die Knie und heben dann, indem Sie den Gegenstand festhalten und die Beine strecken, also aus der Kraft der Beine. Mit rundem Rücken und durchgedrückten Beinen brauchen Sie viel mehr Kraft, um den Wäschekorb oder Wasserkasten nach oben zu bekommen!

Bewegen an frischer Luft
Und jetzt zum Ausgleich. Der heißt Bewegung, und zwar am Besten an der frischen Luft. Das muss nicht aufwändig werden. Ein kleiner Spaziergang, das bringt schon sehr viel. Hauptsache regelmäßig. Fit bleibt auch, wer teures Benzin spart und stattdessen für kleine Strecken in die Pedale tritt. Das muss noch nicht mal sportlich sein, im Gegenteil. Das rasante Fahren mit vorgebeugtem Oberkörper ist alles andere als rückenfreundlich. Ihre kleinen Fahrten zum Einkaufen oder zur Arbeit können Sie allerdings locker in aufrechter Haltung und ohne Schweißausbrüche bewältigen. Große Hunde freuen sich übrigens auch, wenn man sie, natürlich mit einer Leine, neben dem Fahrrad herlaufen lässt. Die Geschwindigkeit, in der solche Hunde gern laufen, erreicht man als langsamer Radfahrer eben deutlich leichter als zu Fuß. Sie sollten kein Tier hetzen, probieren Sie aus, was ihrem Liebling gut tut.

Dehnen – Fünf leichte Übungen
Neben dieser Bewegung im Alltag helfen leichte Dehnübungen, abends zu entspannen oder morgens in Schwung zu kommen. Solche Übungen sind wichtig, um beweglich zu bleiben, und wenn Sie beweglich sind, fällt vieles leichter. Leichte Übungsprogramme, die nur wenige Minuten dauern, finden Sie auch kostenlos im Internet oder in Broschüren von Krankenkassen. Hier fünf leichte Übungen für eine bessere Haltung und weniger Verspannungen, die einfach zwischendurch funktionieren, aus dem geraden Stand heraus. Die drei ersten gehen auch sehr gut im Sitzen.

1. Verschränken Sie die Hände hinterm Kopf und lassen sie diesen sanft zur Brust sinken, die Hände liegen am Hinterkopf. Aber den Kopf nicht nach unten zerren, das schadet der Halswirbelsäule. Das Eigengewicht der auf dem Hinterkopf liegenden Hände reicht völlig aus. Einige ruhige, tiefe Atemzüge halten. Sie spüren die Dehnung hinten im Nacken.

2. Die rechte Hand auf das linke Ohr oder die Schläfe legen. Nun den Kopf sanft nach rechts neigen, die Hand zieht nicht, sondern liegt nur darauf. Die linke Schulter schön nach unten ziehen. Sie spüren eine angenehme Dehnung in der linken Halsseite. Wieder gilt: sanft dehnen, nicht zerren. Ein paar tiefe, ruhige Atemzüge halten und entspannen, dann das Selbe noch mal zur anderen Seite.

3. Hinsetzen oder stellen. Die Hände hinterm Hinterkopf verschränken und Ellbogen nach hinten ziehen. Die Hände sollten nicht gegen den Hinterkopf drücken. Sie spüren die Dehnung in der Brustmuskulatur. Einige tiefe Atemzüge halten. Ist Ihnen diese Übung zu schwierig, heben Sie einfach die Arme leicht angewinkelt mit den Handflächen nach oben zeigend auf Schulterhöhe. Schultern tief halten, Arme nach hinten ziehen.

4. Sie stellen sich aufrecht hüftweit hin und setzen ein Bein mit der einen kleinen Schritt weit nach vorn und nur mit der Ferse auf. Zehen des Beins in Richtung Schienbein ziehen und mit geradem Rücken etwas nach vorn beugen, die Hände können auf den Oberschenkel gestützt werden. Das spüren Sie in der Beinhinterseite. Ein paar Atemzüge halten, dann beim anderen Bein.

5. Wieder einfach gerade hinstellen. Diesmal verlagern Sie das Gewicht auf ein Bein und nehmen das andere nach hinten hoch, Knöchel mit der Hand fassen und Ferse zum Po ziehen. Das merken Sie vorn im Oberschenkel, und wenn Sie das Becken etwas nach vorn kippen (Mini-Hohlkreuz) auch in der Hüfte. Wieder ein paar tiefe Atemzüge halten und dann das Selbe mit dem anderen Bein.

Diese fünf leichten Übungen dauern nur ein paar Minuten, Sie können sie auch einzeln machen. Zwischendurch können Sie hin und wieder das Becken nach hinten (Mini-Hohlkreuz) und nach vorn (Lendenwirbelsäule etwas „einrollen“, rund machen) kippen, ein paar Mal abwechselnd. Das ist gut für den gesamten Rücken. Schultern nach hinten kreisen lassen entspannt die Schultern und den Nacken.

Wie Sie sehen, ist es möglich, Ihrer Gesundheit schon ganz nebenbei viel Gutes zu tun. Dabei steht kein strikter Trainingsplan im Vordergrund, sondern Ihr Wohlbefinden. Also legen Sie einfach los!

Autor: Amalie für CSN – Chemical Sensitivity Network, 12. Mai 2009

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Multiple Chemical Sensitivity (MCS) im Duden, Brockhaus und Schulbuch aufgeführt

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MCS ist in Standardwerke für Allgemeinwissen eingeflossen

Wer bis heute nicht weiß, was sich hinter dem Begriff MCS – Multiple Chemical Sensitivity (Chemikalien-Sensitivität) verbirgt, oder wie er geschrieben wird, kann sich in den Standardwerken des Wissens orientieren. MCS ist längst keine völlig unbekannte, seltene Krankheit mehr, und demzufolge haben auch Duden, Brockhaus und ein Klett Schulbuch eine Beschreibung in ihre Publikationen integriert.

Was MCS ist, kann man mit Klett bereits in der Schule lernen
Im Klett Schulbuch „Impulse Physik 2“ für die Physik Mittelstufe Gymnasium in Baden-Württemberg gab es laut Verlag 2008 erstmals im Kapitel Diffusion und Teilchenbewegung einen Kapitelanstieg, in dem auf die MCS Problematik (didaktisch vereinfacht) aufmerksam gemacht wird:

Teilchenbewegung und Temperatur
Parfümeure entwickeln Düfte nicht nur für Produkte der Körperpflege, sondern auch für die sogenannte Produktparfümierung in Reinigungs-, Toiletten- und Haushaltsartikeln sowie Nahrungsmitteln und sogar Fahrzeugen. Dazu stehen ihnen 200 natürliche und rund 2000 synthetische Duftstoffe zur Verfügung. Immer mehr Menschen reagieren auf solche Stoffe allergisch, sie entwickeln eine „Multiple Chemikaliensensitivität“ (MCS). Wieso ist es so schwer, sich als Allergiker solchen Duftstoffen zu entziehen?….

Wie wird das geschrieben? Schau doch im Duden nach…
Nicht wissen, wie etwas geschrieben wird oder was eine Abkürzung bedeutet? „Dann schau doch im Duden nach“, dürfte wohl eine der gängigsten Antworten lauten. Seit 1880 gibt es den Duden. Das Wörterbuch erscheint derzeit in zwölf Bänden nach Fachgebieten sortiert. Trotz Internet ist der Duden das Wörterbuch schlechthin geblieben.

Was sich hinter der Abkürzung MCS verbirgt, ist im Duden Wörterbuch für Abkürzungen auf S. 274 folgendermaßen zu finden:

MCS – Multiple Chemical Sensitivity

Brockhaus steht für Wissen
Der Brockhaus ist eine seit dem 18. Jahrhundert existierenden Enzyklopädie und das wohl bekannteste deutsche Nachschlagwerk. Der „Große Brockhaus“ durfte bis zum Durchbruch des Computerzeitalters in keiner Familie fehlen. MCS ist im Brockhaus unter „Umwelt- und Zivilisationskrankheiten“ aufgeführt.

Umwelt- und Zivilisationskrankheiten

Untertitel:
Ein Preis für Wohlstand und Fortschritt?
Gesundheitsgefährdungen in den Industrienationen

Stichwörter:
Schadstoffe, Strahlung, Sick-Building-Syndrom, MCS, Holzschutzmittel, Wohlstandskrankheiten

Kurzfassung:
Da sich Lebensstil und Umwelteinflüsse in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt haben, treten zunehmend Krankheitsbilder auf, die bei Naturvölkern selten sind oder ganz fehlen. Zu den umweltbedingten Krankheitsursachen gehören nur schwer beeinflussbare äußere Bedingungen wie Lärm und der Schadstoffgehalt von Luft und Lebensmitteln. Aber auch der Lebensstil des Einzelnen, Nahrung und Genussmittel können zur Entstehung von Krankheiten beitragen.

Vorbei die Zeiten, in denen es hieß: „MCS, kenne ich nicht“
Langsam dringt der Krankheitsbegriff ins Allgemeinwissen der Bevölkerung ein. Noch vor Jahren wusste kaum jemand in Deutschland, was sich hinter der Abkürzung „MCS“ oder dem Begriff „Multiple Chemical Sensitivity“ verbirgt.

Spricht man heute mit Mitmenschen, weiß zwar nicht jeder, welche Krankheit und wie viel Elend sich hinter diesen drei Buchstaben verbergen, doch werden es stetig mehr Menschen, die nicht nur wissen, was „MCS“ bedeutet, sondern Personen persönlich kennen, die chemikaliensensibel sind. Manche Gesprächspartner berichten sogar spontan, dass sie selbst z. B. Parfum, Zigarettenrauch, frisch gestrichene Farbe oder die morgendliche Tageszeitung „nicht abhaben können“ und sich bei ihnen Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsstörungen oder andere Beschwerden einstellen.

Wo und von welcher relevanten Institution  MCS im Internet aufführt wird, ist demnächst im CSN Blog zu erfahren.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 11. Mai 2009

Literatur:

  1. Klett Verlag, Impulse Physik 2, Kapitel Teilchenbewegung und Temperatur, S. 146, Feb. 2008
  2. Duden, MCS – Multiple Chemical Sensitivity, Das Wörterbuch der Abkürzungen, 5. Auflage, s. 274, 2005
  3. Brockhaus, MCS – Multiple Chemical Sensitivity, Infothek, Aktuelle Version 2009
    Anm: Die 5-seitige Langfassung kann man für 2.50 € direkt bei Brockhaus bestellen.

Gefahren durch Duftstoffe und Parfum – Infokarte zum Weitergeben

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Ohne Duft – Bessere Luft!

Seit Jahren warnen Behörden und Organisationen vor Gesundheitsgefahren durch den zunehmenden Einsatz von Duftstoffen. Für Menschen mit Allergien auf Duftstoffe, für Asthmatiker und insbesondere für Chemikaliensensible sind Duftstoffe nicht nur ein unangenehmes Ärgernis, sondern sie können deren Aktionsradius im Alltag völlig einschränken. Duftstoffe gelten wissenschaftlich nachgewiesen für Asthmatiker wie auch für Menschen mit Chemikaliensensitivität als Auslöser Nummer Eins ihrer gesundheitlichen Beschwerden. Auch Schwangere und Chemotherapiepatienten reagieren in der Regel auf Duftstoffe. CSN hat auf Wunsch vieler chemikaliensensibler Menschen eine Informationskarte über die Gefahren von Duftstoffen erstellt, die zum Weitergeben gedacht ist.

Duftstoffe grenzen Mitmenschen aus

Für manchen können Parfums, duftstoffhaltige Waschmittel oder Weichspüler, nach denen Kollegen und Mitmenschen riechen, so schwere gesundheitliche Reaktionen auslösen, dass dies letztendlich zum Verlust des Arbeitsplatzes führt und zusätzlich gesundheitlich bedingt den Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben bedeutet.

Duftstoffe, Parfums – Gesundheitsschädliche Chemikaliencocktails

Rund 136 verschiedene Chemikalien fügt ein Durchschnittsbürger täglich seinem Körper jeden Tag zu, wenn er ganz normal wie fast jeder ein konventionelles Shampoo, eine Creme, Bodylotion, Zahncreme, Haarspray und Deo verwendet. Wird noch ein Parfum oder Aftershave benutzt, können locker drei- bis sechshundert weitere Chemikalien auf den Körper einwirken. Eine Vielzahl dieser Chemikalien ist hochgradig gesundheitsschädlich und kann Krebs, Nerven- und Immunschäden, Geburtsdefekte, Allergien, etc. verursachen.

Chemikaliengeschwängerte Raumluft durch Duftstoffe

Diese Gefahren aus Duftstoff- und Chemikaliencocktails mutet ein Kosmetikbenutzer nicht nur sich selbst, sondern auch zwangsläufig seinen Mitmenschen zu. Sind in einem Raum beispielsweise mehrere parfümierte Personen, können rasch über 1000 Chemikalien und mehr auf alle Raumbenutzer einwirken. Aus Respekt vor der Gesundheit und dem Wohlbefinden seiner Mitmenschen, insbesondere die von bereits Erkrankten und Kindern, sollte daher jeder auf die Verwendung von Duftstoffen in der Öffentlichkeit weitgehend verzichten.

Duftstoff-Informationskarten zum downloaden

Um die Mitmenschen über die Gefahren zu informieren, die von Duftstoffen ausgehen und auf die Gesundheit von jedem einwirken, hat CSN neben einer ganzen Reihe informativer Artikel zwei ansprechend gestaltete Informationskärtchen über Duftstoffe bereit gestellt.

Informationskarte Duftstoffe

Vorderseite

Informationskarte

Zum Lesen von Hintergrundinfos anklicken

Informationskarte Gesundheitsgefahren durch Duftstoffe

Rückseite – Version 1

Zum Downloaden anklicken

Informationskarte Duftstoffe

Rückseite – Version 2

Zum Downloaden anklicken

Die Duftstoff-Infokarten (Version 1) können Sie kostenlos gegen einen frankierten und adressierten Rückumschlag anfordern. Wenn Sie Interesse an den Duftstoff-Infokarten haben, frankieren Sie bitte den Rückumschlag (Langformat) für 10 Infokarten mit 1.45€ (weitere Mengen sind auf Anfrage gerne möglich) und senden Sie diesen an CSN – Chemical Sensitivity Network, Mühlwiesenstr. 2, 55743 Kirschweiler.

Wir wünschen viel Erfolg beim Verteilen.

Ohne Duft – gesündere Luft!

Gesetzesvorlage zur Hilfe für Menschen mit Umweltkrankheiten und MCS

ohio-state-house2In Ohio haben kürzlich zwei Senatoren eine Gesetzesvorlage verfasst, um den Monat Mai permanent zum „Multiple Chemical Sensitivity Aufklärungsmonat“ zu erklären. Bisher musste jedes Jahr neu entschieden werden, ob im Mai mittels einer Proklamation besondere Aufklärung darüber stattfindet, wie Spuren von Alltagschemikalien manche Menschen gesundheitlich so stark beeinträchtigen, dass sie nicht mehr am Allgemein- und Berufsleben teilnehmen können. Nun soll jedes Jahr im Mai ohne weitere Bürokratie in der Bevölkerung Bewusstsein für Menschen mit Umweltkrankheiten und MCS geschaffen werden.

Senatoren setzen sich für MCS ein

Einen weiteren Erfolg zum diesjährigen MCS Aufklärungsmonat Mai hat ONFCI, eine Patientenorganisation für Chemikaliensensible in Ohio zu verzeichnen. Nachdem die Organisation erst kürzlich erreicht hat, dass Krankenwagen so umgerüstet werden, dass ein Transport für Chemikaliensensible risikoärmer ist, konnte nun erreicht werden, dass sich zwei Senatoren in ganz besonderem Maße für MCS Kranke einsetzen.

Gesetzesvorlage für MCS Kranke

Die Senatoren Dale Miller und Kevin Coughlin, die gemeinsam als Hauptsponsoren für den diesjährigen MCS Aktionsmonat fungieren, haben jüngst eine Gesetzesvorlage verfasst, um den Monat Mai, permanent zum „Multiple Chemical Sensitivity Aufklärungsmonat“ in Ohio zu erklären. Bisher musste jedes Jahr neu entschieden werden, ob im Mai ein MCS Aufklärungsmonat stattfindet.

Abbau von Barrieren für MCS Kranke

In der Gesetzesvorlage der beiden Senatoren wird u. a. angeregt, dass Bürger des Bundesstaates „einfache Schritte“ in Angriff zu nehmen, um chemische Barrieren zu beseitigen. Unter „chemische Barrieren beseitigen“ ist gemeint, dass jeder Bürger des Staates darüber nachdenkt wie er es vermeidet Chemikalien freizusetzen. Dass man beispielsweise keine Pestizide rings um das Haus ausbringt oder lösungsmittelhaltige Farben vermeidet. Es ist damit auch gemeint, dass in öffentlichen Gebäuden mit ökologischen Reinigungsmitteln ohne Duftstoffe geputzt wird, anstatt mit scharfen Mitteln die Gesundheit und Umwelt schädigen. Durch diese Maßnahmen soll gleichzeitig das soziale Umfeld für Chemikaliensensible soweit verbessert werden, dass diese Behinderten mit weniger Risiken und Reaktionen, ebenfalls am normalen Leben teilnehmen können. Chemikaliensensible reagieren beispielsweise besonders schwer auf Pestizide, Parfums, Duftstoffe, chemische Reinigungsmittel, lösungsmittelhaltige Farben und Zigarettenrauch.

Bewusstsein für MCS Kranke wecken

Senator Miller ermutigte den Bundesstaat Ohio; lokale Ministerien, Unternehmen, Vereine und Gruppen in den Gemeinden; als auch Bürger an den Aktivitäten zur MCS Aufklärung teilzunehmen und auch selbst Aktivitäten ins Leben zu rufen, um das Bewusstsein für Menschen mit Multiple Chemical Sensitivity zu stärken. Der Senator erhofft sich dadurch, hilfreiche Reaktionen in der Bevölkerung gegenüber Chemikaliensensiblen zu erzielen.

„Wir schätzen die umfangreichen Anstrengungen von Senator Miller, dass er sich über MCS so kundig machte, aufrichtig. Wir danken ihm für seine Gesetzesvorlage für einen permanenten MCS Aufklärungsmonat und sein Aufrütteln derer, die MCS in Frage stellen“, sagte Toni Temple, Präsidentin der MCS Patientenorganisation ONFCI, in einer Pressemitteilung.

Besser für Chemikaliensensible, besser für uns alle

Im Laufe des Monats Mai werden in Ohio in verschiedenen Regionen Veranstaltungen stattfinden, an denen bspw. Filme gezeigt werden, Vorträge stattfinden und Organisationen Mitbürgern Tipps geben, wie sie ihr eigenes Haus „Grün“ und schadstofffrei herrichten können. Zusätzlich haben verschiedene Gruppen Infomaterial erstellt und lassen Mitbürger Bücher einsehen. Büchereien haben spezielle Ausstellungen arrangiert und auch andere Institutionen haben Aktivitäten vorgesehen, um auf MCS und toxisch bedingte Gesundheitsschäden hinzuweisen.

Die Aktivitäten während des MCS Aufklärungsmonats sind so ausgerichtet, dass jeder der daran teilnimmt, dadurch auch neues Wissen zur Verbesserung seiner eigenen Gesundheit, der seiner Familie und seines Umfeld erzielen kann und gleichzeitig lernt für die Umwelt zu handeln.

Ganz nach dem Motto: Besser für Chemikaliensensible, besser für uns alle!

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 4. Mai 2009

Literatur:

Ohio Network for the chemically Injured, OHIO’S „GREEN“ SENATE BILL, GREEN LIBRARY MEETINGS, AND GREENING OF THE FLEETS HIGHLIGHT MCS AWARENESS MONTH, May 2009

Deutsche Behörden warnen: Bei Chemikalien-Sensitivität / MCS kein Insektizid gegen Kopfläuse verwenden

Schulkind, hübsches kleines MädchenTrotz hohem Hygienestandard sind auch in Deutschland Kopfläuse wieder auf dem Vormarsch. In Schulen, Kindergärten und dort wo viele Menschen auf engstem Raum zusammenkommen, kann Gefahr bestehen, sich zu infizieren. Fängt es an zu jucken, ist mancher schnell in Panik und greift zu chemischen Mitteln zur Bekämpfung der Läuse. Die zur Wahl stehenden Präparate enthalten u. a. Permethrin, Pyrethrum, Allethrin oder Lindan. Alle diese Insektizide schädigen die Gesundheit. Deshalb raten Ministerien, Länder-, Bundesbehörden und Mediziner besonders Schwangeren, Stillenden und Personen mit MCS – Multiple Chemical Sensitivity (Chemikalien-Sensitivität) davon ab, diese gefährlichen, neurotoxischen Insektizide zu verwenden. (1-9)

Vorsicht bei toxischer Chemiekeule gegen Läuse
Die in Läusebekämpfungsmitteln eingesetzten insektiziden Wirkstoffe Permethrin, Pyrethrum, Allethrin und Lindan sind in der Toxikologie als gesundheitsschädlich eingestuft. Sie schädigen in erster Linie das Nerven- und Immunsystem. Selbst der Naturstoff Pyrethrum gilt als ein hochgradiger Allergie- und Asthmaauslöser. Synthetische Pyrethroide stehen unter Verdacht, Krebs auszulösen und das Erbgut zu schädigen.

Risikogruppen: Kinder, Schwangere und Chemikaliensensible
Das RKI – Robert Koch Institut und die BZgA – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (1,2,3) warnen eindringlich vor dem Einsatz von Insektiziden:

„Größere Aktionen in der Wohnung, wie etwa das Desinfizieren von Polstermöbeln oder die Behandlung von Teppichen mit Insektiziden, sind dagegen nicht nötig und – da es sich um Gifte handelt – eher schädlich“.

Für Schwangere und Stillende oder Personen, die unter MCS – Multiple Chemical Sensitivity (Chemikalien-Sensitivität) leiden und Läusebekämpfungsmittel mit Pyrethrum oder Pyrethroiden erwägen, sprechen Behörden, Gesundheitsämter, Schulen und Mediziner auf ihren Informationsseiten eine weitere Warnung aus (1-9):

„…Während der Schwangerschaft und in der Stillzeit, bei MCS-Syndrom (multiple Überempfindlichkeit gegen chemische Substanzen) und Chrysanthemenallergie wird empfohlen, Kopfläuse rein mechanisch durch nasses Auskämmen mit dem Läusekamm zu entfernen.“

Kopfläuse lassen sich auch ohne Gift bekämpfen
Neben diesen beiden Warnungen, die im gleichen oder ähnlichen Wortlaut von zahlreichen Behörden, Schulen, Kliniken, Gesundheitsämtern, Gemeinden und Medizinern übernommen wurden, gaben die Bundesbehörden neben nassem Auskämmen noch weitere Ratschläge im Umgang mit Kopfläusen, durch die niemand Schaden nimmt (1,3):

Folgende Reinigungsmaßnahmen sind zu empfehlen:

  1. Kämme und Haarbürsten gründlich reinigen
  2. Handtücher, Leib- und Bettwäsche wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen
  3. Mützen, Schals, Decken, Kopfkissen und Kuscheltiere wenn möglich ebenfalls bei mindestens 60 Grad waschen
  4. Textilien und Kuscheltiere, die nicht so heiß waschbar sind, für zwei Wochen in einem verschließbaren Plastikbeutel aufbewahren oder für einen Tag einfrieren
  5. Teppiche und Polstermöbel sowie Autositze und Kopfstützen sorgfältig absaugen
  6. Waschen von Textilien bei mindestens 60 Grad und gründliches Reinigen gemeinsam benutzter Gegenstände – ja!

Blinder Aktionismus, womöglich mit Desinfektionsmitteln oder Insektiziden – nein!

 

TIPP: Die informative, bebilderte 24-seitige Broschüre „Kopfläuse…was tun?“ kann kostenlos (bis 500Stk. von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung angefordert werden. Zusätzlich besteht auch auf der Webseite der bzga Möglichkeit die Broschüre „Kopfläuse – Was tun?“ herunterzulanden.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 19. April 2009

Literatur:

  1. RKI – Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte, Kopflausbefall (Pediculosis capitis), Aktualisierte Fassung vom Mai 2007 Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 47/2003
  2. BZgA – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln, im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung, Broschüre Kopfläuse was tun? Mai 2004
  3. BZgA – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Kindergesundheit – Schaden Läusemittel meinem Kind, Download 2009
  4. Stadtgesundheitsamt Frankfurt, Der Magistrat, Sind Läusemittel giftig oder schädlich? Downloads 2009
  5. Stadtgesundheitsamt Frankfurt, Der Magistrat, Umgang mit Kopfläusen, 2005
  6. Gesundheitsamt des Schwarzwald-Baar Kreises, Merkblatt Kopfläuse, Downloads 2009
  7. Medical Tribune, Zweimal Chemie plus Kamm – So haben Kopfläuse keine Chance, Epidemiologisches Bulletin 2007; 20: 169 – 173
  8. Verwaltung Berlin Wilmersdorf, Merkblatt und zu unterschreibende Erklärung für Eltern, Download 2009
  9. Gesundheitsamt Freising, Infektionsschutz, März 2009

Schadstoffkontrollierte Krankenwagen und voller Einsatz für Chemikaliensensible

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Notfallmediziner setzen sich für MCS – Multiple Chemical Sensitivity ein

Im amerikanischen Bundesstaat Ohio setzt man sich in ganz besonderem Maße für Menschen ein, die unter MCS – Multiple Chemical Sensitivity (Chemikalien-Sensitivität) leiden. Eine Patientenorganisation für Chemikaliensensible erreichte in Kooperation mit Notfallmedizinern und Feuerwehr, dass zwei Ambulanzfahrzeuge speziell umgerüstet wurden. Neun weitere Krankenwagen werden in Kürze folgen.

Fortschritte für Chemikaliensensible
In Ohio tritt die Aktion „Green Progress“ (grüner Fortschritt) für Menschen mit Multiple Chemical Sensitivity (MCS) ein, um eine verträglichere Umwelt für die MCS Kranken zu schaffen. MCS ist ein chronischer Gesundheitszustand, der durch toxische Chemikalien verursacht wird, von denen wir in unserem Alltagsleben umgeben sind. MCS Kranke entwickeln häufig neurologische, kardiovaskuläre, rheumatische, vaskuläre und pulmonale Beschwerden durch toxische Expositionen. Andere Menschen entwickeln Krebs, Asthma, Depressionen, Parkinson, Alzheimer, Geburtsdefekte und andere schwere körperliche Erkrankungen durch die gleichen Expositionen, die MCS verursachen.
Ambulanzfahrzeuge wegen MCS Kranken umgerüstet
Das Ohio Network for the Chemically Injured (ONFCI), eine gemeinnützige Organisation, tritt seit den 90zigern für Menschen mit MCS ein. Das ONFCI fördert Aufklärung über MCS, liefert Unterstützung und networking für MCS Betroffene.

Die Organisation, die von Toni Temple geleitet wird, hat jüngst erreicht, dass zwei Ambulanzfahrzeuge in der Region umgerüstet wurden. Nachdem die Organisationsleiterin sehr sensible auf Dieselabgase reagierte und bei einem Notfall wegen massiver Herzbeschwerden durch die Dieselabgase des Rettungsfahrzeuges beinahe starb, strebte sie Änderung zum Wohle aller an.

Schwere Reaktionen durch Dieselabgase
Da Ambulanzfahrzeuge bei einem Einsatz meistens den Motor laufen lassen, ist der Patient den Abgasen voll und ganz ausgesetzt. Dieselabgase enthalten eine Vielzahl gefährlicher Chemikalien und sind dafür bekannt schwere Reaktionen bei vielen Chemikaliensensiblen auszulösen. Durch ein spezielles Abgassystem kommen in den beiden Ambulanzfahrzeugen, auch wenn das Fahrzeug mit offenen Türen steht, keine Abgase mehr in die Transportkabine hinein.

Als angenehmer Nebeneffekt für die Umwelt werden die gesamten Emissionen um 40% reduziert. Neun weitere Ambulanzfahrzeuge sollen in Kürze folgen. Wertvolle Hinweise hatte Toni Temple für ihr Projekt durch eine Umweltorganisation bekommen. Diese hatte es erreicht den Ausstoß von Dieselabgasen bei Schulbussen in den Griff zu bekommen.

Krankenhaus auch für MCS Kranke
Toni Temple bekam durch eine Überexposition mit einer gefährlichen Chemikalie, MCS und hatte größte Schwierigkeiten, wenn sie ins Krankenhaus musste. Sie reagierte dort schwer auf Reinigungs- und Desinfektionsmittel und Inventar. Ihre Reaktionen war teilweise so problematisch, dass man sie nach draußen bringen musste. Nach mehreren dramatischen Erfahrungen schrieb die Leiterin der Patientenorganisation ein Buch, das den Titel „Gesünderes Krankenhaus“ trägt und vielen MCS Patienten, Ärzten und Kliniken wertvolle Informationen im Umgang mit der Erkrankung liefert.

Spezielle Instruktionen für Rettungskräfte
Die Organisation für MCS Kranke in Ohio ist insbesondere dem Feuerwehrleiter der Region und dem Direktor für Notfallmedizin sehr dankbar für ihr herausragendes Engagement, durch das Möglichkeiten geschaffen wurden, damit Patienten mit Chemikaliensensitivität risikoärmer geholfen werden kann. Die MCS Kranken, die sehr schwer auf Dieselabgase während eines Krankentransportes reagieren, werden in erheblichem Umfang davon profitieren.

Der Direktor für Notfallmedizin gab für die Rettungskräfte der Region zusätzlich ganz spezielle schriftliche Anweisungen heraus, um MCS Patienten gesundheitliche Schädigung und Reaktionen durch bestimmte Allergene, erfahrungsgemäß schwer oder nicht zu tolerierende Medikamente und problematische medizinische Hilfsmittel während eines Rettungs- oder Krankentransporteinsatzes, zu ersparen.

Über einen weiteren Erfolg der Organisation für Chemikaliensensible in Ohio berichten wir in Kürze.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 4. Mai 2009

Reference:
Ohio Network for the chemically Injured, OHIO’s „GREEN“ SENATE BILL, GREEN LIBRARY MEETINGS, AND GREENING OF THE FLEETS HIGHLIGHT MCS AWARENESS MONTH, Press Release May 2009

Johns Hopkins: Chemical found in medical devices impairs heart function

medical-devices1Researchers at the Johns Hopkins University School of Medicine have found that a chemical commonly used in the production of such medical plastic devices as intravenous (IV) bags and catheters can impair heart function in rats. Reporting online this week in the American Journal of Physiology, these new findings suggest a possible new reason for some of the common side effects – loss of taste, short term memory loss–of medical procedures that require blood to be circulated through plastic tubing outside the body, such as heart bypass surgery or kidney dialysis. These new findings also have strong implications for the future of medical plastics manufacturing.

In addition to loss of taste and memory, coronary bypass patients often complain of swelling and fatigue. These usually resolve within a few months after surgery, but they are troubling, sometimes hinder recovery, but generally go away.

His personal experience with coronary bypass surgery propelled his search for a root cause for the loss of taste phenomenon, reports principal investigator Artin Shoukas, Ph.D., professor of biomedical engineering, physiology and anesthesiology and critical care medicine at Johns Hopkins. „I’m a chocoholic, and after my bypass surgery everything tasted awful, and chocolate tasted like charcoal for months.“

Shoukas and Caitlin Thompson-Torgerson, PhD, a postdoctoral fellow in anesthesiology and critical care medicine suspected the trigger for these side effects might be a chemical compound of some kind.

To test their theory, Shoukas and his team of researchers took liquid samples from IV bags and bypass machines before they were used on patients. The team analyzed the fluids in another machine that can identify unknown chemicals and found the liquid to contain a chemical compound called cyclohexanone. The researchers thought that the cyclohexanone in the fluid samples might have leached from the plastic. Although the amount of cyclohexanone leaching from these devices varied greatly, all fluid samples contained at least some detectable level of the chemical.

The researchers then injected rats with either a salt solution or a salt solution containing cyclohexanone and measured heart function. Rats that got only salt solution pumped approximately 200 microliters of blood per heartbeat and had an average heart rate of 358 beats per minute, while rats injected with cyclohexanone pumped only about 150 microliters of blood per heartbeat with an average heart rate of 287 beats per minute.

In addition to pumping less blood more slowly, rats injected with cyclohexanone had weaker heart contractions. The team calculated that cyclohexanone caused a 50 percent reduction in the strength of each heart contraction. They also found that the reflex that helps control and maintain blood pressure is much less sensitive after cyclohexanone exposure. Finally, the team observed increased fluid retention and swelling in the rats after cyclohexanone injections.

According to Thompson-Torgerson and Shoukas, they would like to figure out how these side effects ”decreased heart function and swelling”occur and to what degree cyclohexanone is involved. Despite the findings in this study, they emphasize that patients should listen carefully to the advice of their physicians. „We would never recommend that patients decline this type of treatment if they need it,“ says Shoukas.

„On the contrary, such technologies are life-saving medical advances, and their benefits still far outweigh the risks of the associated side effects. As scientists, we are simply trying to understand how the side effects are triggered and what the best method will be to mitigate, and ultimately remedy, these morbidities.“

Reference:

Johns Hopkins, Press Release, Chemical found in medical devices impairs heart function, May 1, 2009.

Authors on the paper are Caitlin S. Thompson-Torgerson, Hunter C. Champion, Lakshmi Santhanam, Z. Leah Harris and Artin A. Shoukas, all of Johns Hopkins University School of Medicine.

This study was funded by the Bernard A. & Rebecca S. Bernard Foundation, the American Heart Association, the W.W. Smith Foundation, the National Institutes of Health, the Pulmonary Vascular Research Institute, the American College of Cardiology, the Shin Chun-Wang Young Investigator Award, the American Physiological Society, the Joyce Koons Family Cardiac Endowment Fund, and funds from Dr. Shoukas.