Archiv der Kategorie ‘MCS, Multiple Chemical Sensitivity‘

Weitere Lockerung des Nichtraucherschutzes in Hessen – voll daneben

Koch raucht, kein Problem Raucher dürfen alles
Neben Wut und Unverständnis kam mir am 10. März beim Lesen der Meldung zum Nichtraucherschutz in der FAZ als Erstes folgende Fragestellung in den Sinn:

 

Was ist unsere Gesundheit eigentlich noch wert?

Einen angemessenen Stellenwert hat die Gesundheit in Hessen m. E. jedenfalls nicht. Anstatt der Gesundheit der Bevölkerung oberste Priorität einzuräumen und einem angemessenen Nichtraucherschutz gerecht zu werden, richtet man sich schwerpunktmäßig nach den Belangen der Tabakindustrie und den Wünschen der Raucher. Man plant noch vor der Sommerpause einen Gesetzesentwurf in den Landtag einzubringen, um das bestehende Rauchverbot weiter zu lockern. Geplant ist das Rauchen zukünftig nicht nur in Einraum-Kneipen zu gestatten, sondern wieder in allen Gaststätten zu ermöglichen, wenn geschlossene Gesellschaften anwesend sind und sich von weiteren Gästen niemand gestört fühlt. 

Da gebe ich den Grünen vollkommen Recht, lt. FAZ werfen sie der CDU „hemmungslose Lobbypolitik“ vor. Gegenteiliges kann ich bei dem Schutz der Raucher gegenüber der Verwässerung des Nichtraucherschutzes nicht feststellen.

Dass Industrieinteressen hofiert werden und die Gesundheit der Bevölkerung im Gegenzug leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird, kennen wir Chemikaliensensiblen nur allzu gut. Warum sollte es beim Nichtraucherschutz auch anders laufen? Die Lockerung des Nichtraucherschutzgesetztes findet leider nicht nur in Hessen statt.

Thommy’s MCS- Blogfrage der Woche:

 

  • Was haltet Ihr als Chemikaliensensible von der Verwässerung des Nichtraucherschutzes?
  • Wie kommt Ihr mit Eurer MCS damit klar, dass überall vor den Eingängen von Restaurants, Behörden und Krankenhäusern geraucht wird?

Tragen einer Schutzmaske in der City schützt vor Herzkrankheiten ausgelöst durch Autoabgase

Maske schützt vor Schadstoffen

Tragen einer Schutzmaske schützt besser als ein Tuch

Das Tragen einer Schutzmaske kann das Risiko für Herzerkrankungen durch Autoabgase reduzieren, fand ein schottisches Wissenschaftlerteam in einer aktuellen Studie heraus. Sie stellten fest, dass sich durch die Autoabgase die Arterien verhärten, was zu hohem Blutdruck und reduziertem Blutfluss zum Herzen führt. Das Tragen einer Schutzmaske konnte diesen negativen Effekt fast völlig aufheben.

Worst Case Szenario
Die schottischen Wissenschaftler nutzten für ihre Studie ein Worst Case Szenario, die chinesische Stadt Beijing, die für ihre extreme Luftverschmutzung bekannt ist. Durch die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele wurde viel über die dramatische Luftverschmutzung in dieser Stadt bekannt.

Die Forscher der University of Edinburgh stellten fest, dass das Tragen einer Schutzmaske im Straßenverkehr von Beijing die Auswirkungen der Abgase um rund 98% reduzierten.

Normaler Alltag in einer Stadt
Dr. Nicholas Mills, Leiter des Zentrum für Herzforschung an der University of Edinburgh, erläuterte, dass für diese Studie ein Dutzend junger Männer mit dem Rad durch die Stadt fuhren und dabei zwangsläufig durch Dieselabgase kontaminiert wurden. Nach einer Stunde verhärteten sich die Arterien der Fahrradfahrer und die Blutgefässe an ihren Handgelenken so sehr, dass sie die Fähigkeit verloren, sich auf- und zuzuziehen. Dies führte automatisch zu erhöhtem Blutdruck und reduziertem Blutfluss zum Herzen.

Herzkrankheiten durch Abgase
Der schottische Wissenschaftler erläuterte die hierdurch entstehende Gesundheitsgefahr: „Akute Exposition gegenüber Dieselabgasen steht in Zusammenhang mit einer unmittelbaren und vorübergehenden Verhärtung der Arterien. Dies kann, zumindest zum Teil, ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erklären, die mit Luftverschmutzung in Zusammenhang stehen.“

Masken sind unterschiedlich effektiv
Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Schutzmasken, die für verschiedene Zwecke und Einsatzgebiete ausgelegt sind. Richtige Schutzmasken, wie Arbeiter sie an bestimmten Arbeitsplätzen tragen, erwiesen sich bei den Untersuchungen, die das Wissenschaftlerteam durchführte, als wesentlich effektiver gegenüber herkömmlichen Masken, wie sie beispielsweise von Fußgängern in Städten wie Beijing verwendet werden. Noch schlechter schnitt das Vorhalten eines Taschentuchs oder das Tragen einer normalen OP-Maske ab, sie erwiesen sich als völlig unzureichend.

Erste Studie zur Effizienz von Masken im Citybereich
Dr. Mills enthüllte bei der Bekanntgabe seiner Studienergebnisse eine sehr bedenkliche Tatsache. Seine Studie war die erste Studie, die die Effizienz von Schutzmasken in einer innerstädtischen Alltagssituation untersuchte, und das, obwohl solche Masken von Menschen in Städten mit starker Luftverschmutzung regelmäßig getragen werden. Auch Radler in Citys rund um die ganze Welt tragen oft Masken, um sich vor schädlichen Abgasen zu schützen.

Masken – günstig, effektiv
Beijing ist einer der am stärksten verschmutzen Städte der Welt, genau deshalb war diese Stadt ideal für diesen Forschungszweck. Mills berichtete, dass sich herausstellte, dass die effektivste Maske eine Staubmaske sei, wie sie von Arbeitern getragen wird, um Exposition gegen Stäube zu minimieren. Eine solche Maske konnte den Blutdruck selbst bei kurzer Tragezeit reduzieren. Die Masken seien jedoch nicht gedacht, um sich damit großartig körperlich zu betätigen, und seien deshalb für Radfahrer nicht unbedingt optimal, merkte der Wissenschaftler an. Für ihn war jedoch zweifelsfrei klar, das Tragen einer Maske in smogreichen Städten ist sehr hilfreich.

Tragen einer Maske generell sinnvoll?
Wie sehr das Tragen einer Maske im Zusammenhang mit Herzkrankheiten auch in weniger verschmutzten Regionen effizient sei, müsse noch ermittelt werden, merkte der schottische Wissenschaftler an. Dies zu untersuchen sei in jedem Fall sehr sinnvoll, denn eine deutsche Studie habe gezeigt, dass Menschen, die einen Herzanfall hatten, bevor ihre Symptome sich einstellten, häufig im Straßenverkehr gewesen waren. Patienten, die vor einem Herzanfall mindestens eine Stunde Straßenverkehr ausgesetzt waren, waren dreimal so häufig betroffen, wie die Patienten, die zuvor keinen Abgasen ausgesetzt waren.

Die Forschungsergebnisse des Wissenschaftlerteam der University of Edinburgh sprechen deutlich für das Tragen einer Schutzmaske im Innenstadtbereich, um Gesundheitsrisiken durch Abgase zu reduzieren.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 13.03.2009

Literatur:

Mills NL, Donaldson K, Hadoke PW, Boon NA, MacNee W, Cassee FR, Sandström T, Blomberg A, Newby DE., Adverse cardiovascular effects of air pollution, Centre for Cardiovascular Science, University, Nat Clin Pract Cardiovasc Med. 2009 Jan;6(1):36-44.

Lucking AJ, Lundback M, Mills NL, Faratian D, Barath SL, Pourazar J, Cassee FR, Donaldson K, Boon NA, Badimon JJ, Sandstrom T, Blomberg A, Newby DE., Diesel exhaust inhalation increases thrombus formation in man, Centre for Cardiovascular Science, University of Edinburgh, 1: Eur Heart J. 2008 Dec;29(24):3043-51.

Heilung

 Einsames Leben mit MCS

Heilung   
 
Weißt Du,wie gut mir das täte,
mit dir mal ein Stückel des Weges zu gehn?
 
Mal zu plaudern und zu erzählen
und einfach nur mal das Schöne zu sehn?
 
Wie wär es mit uns Beiden
auf der Landstraße zu schreiten
fernab von Bosheit und Zorn?
 
Laß es uns probieren
und nicht nur protestieren
den Weg der Heilung ohne Dorn.  

—-

Dieses Gedicht wurde von Mona, der „Glasprinzessin“ geschrieben. Mona ist chemikaliensensibel und muss fast die ganze Zeit draussen in der Natur verbringen. Ihre Geschichte: Mona die „Glasprinzessin“ – ein einsames Leben mit Wind und Wetter

 

Ministerium für Arbeit fordert Arbeitgeber auf, Angestellte mit MCS zu schützen

Gesundheitsministerium handeltAngestellte, die unter Chemikaliensensitivität (MCS) leiden, benötigen besonderen Schutz am Arbeitsplatz, damit ihre Arbeitskraft erhalten bleibt und damit sie Leistung erbringen können. Das Ministerium für Arbeit in Neuseeland fordert von Arbeitgebern deren volle Kooperation für chemikaliensensible Angestellte.

Ministerium integriert MCS-Kranke am Arbeitsplatz
In seinem Programm für Gesundheit am Arbeitsplatz hat das Ministerium für Gesundheit in Neuseeland auch Angestellte mit MCS – Multiple Chemical Sensitivity berücksichtigt.

Das Ministerium erläutert in seinen Ausführungen über saubere Luft am Arbeitsplatz, dass für den Fall, dass MCS als realer medizinischer Gesundheitszustand bei einem Angestellten festgestellt wurde, bereits eine Exposition, die um ein vielfaches unter dem normalen Standard für Konzentrationen am Arbeitsplatz liegt, gesundheitliche Beschwerden bei diesem Betroffenen hervorrufen kann. Eine Diagnose der Erkrankung basiere im Wesentlichen auf den Angaben einer betroffenen Person und würde in einer Einzelfallentscheidung gefällt. Das Ministerium hebt hervor, dass es bisher keine Möglichkeit gibt, MCS zu beweisen oder die Krankheit bei einem Erkrankten in Abrede zu stellen.

Genereller Schutz auf Basis von MCS kaum möglich
Das Ministerium führt erklärend an, dass die Richtlinien für Konzentrationen von Chemikalien am Arbeitsplatz so ausgelegt sind, dass die Mehrheit der Arbeitnehmer geschützt sei. Diese Richtlinien würden jedoch immer berücksichtigen, dass es eben, wenn auch sehr wenige, sensitive Menschen gibt, die unterhalb dieser Richtwerte krank machende Auswirkungen verspüren.

In seinen Ausführungen über saubere Luft am Arbeitsplatz gibt das Ministerium erläuternd zu bedenken, dass es finanziell unerschwinglich und wohl auch für Arbeitgeber undurchführbar sei, Arbeitsplätze gänzlich auf ein für MCS-Kranke tolerierbares Niveau auszurichten, da Chemikaliensensible bereits auf Konzentrationen weit unter dem normalen Schwellenwert reagieren.

Eliminieren, isolieren, minimieren
Das Ministerium für Arbeit motiviert daher Arbeitgeber das Möglichste zu unternehmen und wo immer es möglich sei Expositionsquellen an Arbeitsplätzen gänzlich zu eliminieren.

Arbeitgeber sollten hierbei, wie im Health and Safety in Employment (HSE) Act von 1992 vorgesehen, in folgender Reihenfolge vorgehen – Expositionsquellen eliminieren; isolieren; minimieren.

Das Ministerium regt weiterhin an, dass, wenn Expositionsquellen nicht eliminiert werden können, Arbeitgeber zumindest dafür Sorge tragen, dass Expositionen für Arbeitnehmer so gering wie nur möglich seien. Arbeitgeber seien dafür verantwortlich, praktikable Schritte einzuleiten, um Arbeitnehmer vor Expositionen weitgehend zu schützen. Was im Einzelfall als praktikabel anzusehen sei, hängt von einer Reihe von Faktoren ab, führt das neuseeländische Ministerium an, denn die Anforderungen könnten in der Praxis nie absolut sein.

Verständnis wird auch von Angestellten mit MCS erwartet
Von Angestellten mit MCS erwartet das Ministerium, dass sie am Arbeitsplatz trotz Rücksichtnahme auf ihre Krankheit einsehen, dass es aufgrund ihrer Chemikaliensensitivität einige Arbeitsplätze und Arbeitsräume gibt, wo sie sich nicht aufhalten können.

Autor:
Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 11. 03. 2009

Literatur:
Department of Labour, New Zeeland, Clean air – 1.5 Miscellaneous, Occupational Health Tools 2009

MCS kann finanziell zu einem Desaster führen

Mitte des Monats - Kühlschrank leer

Chemikaliensensible sollten sich rein biologisch ernähren. Ebenfalls sind zur Beschwerdelinderung Vitamine und Mineralstoffe eine hilfreiche Therapie. Doch leider werden die Diagnosemethoden zur Erkennung von MCS sowie notwendige Therapien nicht von den Krankenkassen übernommen. Wer schwere MCS hat, kann nicht mehr arbeiten. Finanziell kann es dadurch schnell eng werden, wenn die eisernen Reserven verbraucht sind.

MCS- Blogfrage der Woche:

  • Reichen Eure finanziellen Mittel aus, um MCS-gerecht zu leben?
  • Unterstützen Euch Eure Eltern, Verwandte und Freunde?
  • Müsst Ihr auf Bionahrung verzichten, weil Ihr es Euch nicht leisten könnt?
  • Bekommt Ihr aufgrund Eurer Behinderung MCS, Zuschuss für Bionahrung vom Amt?
  • Müsst Ihr, weil es hinten und vorne nicht reicht, zur Tafel essen gehen?

MCS ist als körperliche Behinderung anerkannt – Wird die Behinderung auch akzeptiert?

MCS ist eine körperliche Behinderung

Die Erkrankung MCS – Multiple Chemical Sensitivity (ICD-10, T78.4) kann in Deutschland in Einzelfallverfahren als körperliche Behinderung anerkannt werden (Ziffer 26.18). MCS-Kranken stehen rechtlich gesehen wie jedem anderen Behinderten auch, spezielle Rechte, Schutz und besondere Hilfe zu.

Doch wie ist es im MCS-Alltag, wird die Behinderung akzeptiert?

Werden Chemikaliensensible aufgrund ihrer Behinderung von Behörden wie andere Behinderte behandelt, oder gibt es Unterschiede?

MCS-Blogfrage der Woche:

  • Hat Euch die Anerkennung Eurer MCS als Behinderung oder Schwerbehinderung im Alltag geholfen?
  • Haben Euch Behörden aufgrund Eurer Behinderung besonders unterstützt?
  • Hat man für Euch als behinderter Mensch mit MCS „Barrieren“ abgebaut? Hat man dafür gesorgt, dass Ihr trotz MCS am öffentlichen Leben teilhaben könnt?
  • Oder wurdet Ihr mit Eurer Behinderung MCS, als Behinderte „zweiter Klasse“ behandelt?

Italienischer MCS Kranker offenbart durch seinen Tod eine „unbequeme“ Wahrheit

 MCS kann nicht länger ignoriert werdenRom, 3. März 2009 – Nur einige Wochen nach den Suizid einer Frau mit Elektrohypersensibilität (EHS) in der Toskana (1) beging Giancarlo Guiaro, 55 Jahre alt, Selbstmord, in dem er sich in der Praxis seines Arztes erschoss. Er litt unter Multiple Chemical Sensitivity (MCS).   

„Wir kennen ihn seit vielen Jahren, und kürzlich verfolgten wir noch seinen Rechtsstreit gegen die Verwaltung des öffentlichen Gesundheits-systems der Region Emilia Romagna – kommentiert Donatella Stocci, Mitbegründ-erin von A.M.I.C.A. Er hatte gerade weitere Therapien bei einem deutschen Arzt beantragt, der ihm sehr geholfen hatte, weil er wieder ein so normales Leben wie möglich leben wollte. Die Region lehnte die Erstattung der Therapien jedoch ab.“ 

Die Ärzte des MCS Zentrums am Hospital Sant’Orsola Malpighi in Bologna versicherten bei Gericht, dass sie MCS Patienten behandeln könnten. Giancarlo beklagte sich jedoch darüber, dass er Ärzten nicht traue, die keine spezielle Erfahrung mit der Behandlung von MCS aufweisen können, die diese neue Krankheit nur erforschen wollten. Außerdem wiederholte Giancarlo mehrfach, dass seine MCS nach einer experimentellen Hormonbehandlung begonnen hatte, die er an dem gleichen Hospital ein paar Jahre zuvor (ohne sein Wissen) erhalten hatte.  

Giancarlo’s Rechtsanwalt brachte eine Beschwerde über diese Fakten beim Büro des Staatsanwalts ein, aber das Verfahren war bereits zu den Akten gelegt worden.  

„Es ist kein Zufall, dass er sein Leben in der Praxis seines Arztes beendet hat; es ist ein extremer Schrei nach Hilfe, der das Gewissen der Ärzte in Bologna und das der Oberbehörde für Gesundheit belasten wird“, kommentiert Francesca Romana Orlando, Vize Präsidentin von A.M.I.C.A., „dieser Umstand ist auch eine Warnung für die Mitglieder des Parlaments, nun augenblicklich ein Gesetz für MCS zu erlassen (wir haben fünf Projekte, die darauf warten, diskutiert zu werden (2))  und Interessenskonflikte im Bereich der Medizin zu verhindern.“   

„Für uns ist es unbegreiflich, dass das Management von MCS in die Hand von Experten für Arbeitsmedizin gegeben wird, deren Krankenhaus/Universität ihre Mittel von einer Versicherung erhält, die in Dutzenden von Prozessen gegen MCS Patienten steht,“ endet sie.  

Donatella Stocchi erinnert sich: „Er war ursprünglich ein aktiver und intelligenter Mann, voller Leben, und dann war er stattdessen gezwungen, sich in seinem Auto aufzuhalten, um schnell wegfahren zu können vor dem Rauch aus den Kaminen seiner Nachbarn, vor dem Sprühen von Pestiziden, vor den Ausdünstungen von Farben, etc.“

Für Menschen mit MCS ist das Vermeiden von Chemikalien in der häuslichen Umgebung vergleichbar mit einem lebensnotwendigen Medikament, und Fakt ist, dass MCS in den Vereinigten Staaten und in Kanada in den Leitlinien für den Städtebau und in Umweltgesetzen abgedeckt ist und dass es dort öffentliche Wohnhäuser für MCS Kranke gibt.  

Im letzten September präsentierte der Oberausschuss für Gesundheit ein Positionspapier hinsichtlich dessen, dass MCS nicht als seltene Erkrankung anerkannt werden könne, weil 2-10% der Bevölkerung davon betroffen seien, und dass MCS nicht als reale „Krankheit“ anerkannt werden könne, weil es keine diagnostischen Tests gäbe.  

„In der Realität sieht es jedoch so aus, dass viele Krankheiten anerkannt sind, trotz dass es keine spezifischen diagnostischen Tests für sie gibt, zum Beispiel Migräne und Fibromyalgie“, fügt die Vizepräsidentin an, „und überall auf der Welt wird die Diagnose MCS durch die Internationalen Konsensuskriterien von 1999 gestützt, welche das Ergebnis einer 10-jährigen Studie sind.“  

„Chemikaliensensitivität ist ein Zustand, der anerkannt ist, aber sie führt zu einem Problem, wenn viele Chemikalien zusammenkommen,“ ergänzt Frau Orlando, „heute basiert die Diagnose MCS von Japan bis USA, von Deutschland bis Dänemark auf den fünf Diagnosekriterien, und eine betroffene Person kann ihre Behinderung im Einzelfall auf Basis ihrer Erkrankung rechtlich anerkannt bekommen.“    

„Wir vermuteten schon, dass MCS in Italien nicht anerkannt werden würde, als wir den Entwurf des Positionspapiers der überregionalen Arbeitsgruppe MCS (in der die Ärzte aus Bologna Mitglieder sind) vor 2 Jahren lasen,“ bekundet Silvia Bigeschi, Vizepräsidentin von A.M.I.C.A., „weil das Positionspapier so viele Studien von Wissenschaftlern zitierte, bei denen Interessenkonflikte bestehen und die darauf bestehen, dass MCS eine „psychosomatische Störung“ sei. Wir haben deshalb umgehend an die Zweite Kammer des Oberausschusses für Gesundheit geschrieben und haben eine große Anzahl von Studien dorthin geschickt mit der Bitte, die neuen Evidenzen über neurologische und metabolische Anomalien bei MCS einzubeziehen, aber das war vergebens. Nichtsdestotrotz ist MCS als körperliche Krankheit in den Vereinigten Staaten und in Deutschland anerkannt, und Italien sollte nicht hinter anderen Ländern hinterherhinken.  

Press Release A.M.I.C.A., 3. März 2009

  1. Selbstmord einer Frau mit EHS
  2. Projects of law for MCS
  3. MCS recognition in Germany

An Italian Multiple Chemical Sensitivity Sufferer Shouts an „Inconvenient“ Truth with his Death

 Wo sind die Menschenrechte für MCS Kranke?Rome, 3rd march 2009 – Just a couple of weeks past the suicide of a lady with EMS – Electromagnetic Hyper-sensitivity in Tuscany[1], Giancarlo Guiaro, 55 years old, who was affected by MCS – Multiple Chemical Sensitivity, commits suicide, shooting himself in the office of his doctor.

„We know him from many years and recently we followed his legal action against the Health Services Administration of the Region Emilia Romagna“ Donatella Stocchi, of A.M.I.C.A. comments „he just asked to go on with the therapies of a German doctor who helped him very much, because he wanted to regain a life as normal as possible, while the Region denied him the reimbursement of the therapies“.

The doctors of the Center for MCS of the Hospital Sant’Orsola Malpighi in Bologna declared in Court that they could treat MCS patients but Giancarlo complained he did not trust doctors with no specific experience in MCS treatment who just wanted to study this new illness. Morover, Giancarlo used to repeat that his MCS started after an experimental hormonal treatment he received (without notice) just in the same hospital a few years ago.

Giancarlo’s lawyer brought a complaint about these facts to the Prosecutor’s Office, but the practice was archived.

„It’s not by chance that he ended his life in the office of his doctor; it’s an extreme cry for help that will weigh on the conscience of the doctors of Bologna, of the Superior Council for Health“ Francesca Romana Orlando, Vice President of A.M.I.C.A. comments „but this fact is also a warning to our Members of Parliament to approve an immediate law for MCS (we have five projects waiting to be discussed[2]) and to prevent the conflict of interest in the medical area.“

„For us it is inconceivable that the management of MCS is given to experts of occupational medicine whose hospital/university received funds from an insurance that is facing dozens of trials vs MCS patients“, she concludes.

Donatella Stocchi remembers that „He was an active and intelligent man, full of life and instead was forced to stay in his car to run away from the fumes of chimneys of neighbours, from pesticides spraying, from paint fumes, etc.“

For people with MCS chemical avoidance in the home environment is comparable to a life-saving drug and, in fact, in the United States and Canada, the MCS is covered in the guidelines of urban planning and environmental laws and there are public houses for MCS.

Last September, the Superior Council of Health presented a position paper according which MCS cannot be recognized as a rare disease since it affects 2-10% of the population and it can not be even recognized as a real „illnessâ“ because there aren’t diagnostic tests.

„Actually, many illnesses are recognized even if there is not a specific diagnostic test, for example migrain and Fibromyalgia“ the Vice President of A.M.I.C.A. adds „and all over the world the diagnosis of MCS is based on the 1999 International Consensus Criteria which are the conclusion of a 10-year long study.“

„The Chemical Sensitivity is a condition recognized, but it becomes a problem when it comes to multiple chemicals together“ Miss Orlando adds „today from Japan  to USA, from Germany to Denmark, the diagnosis of MCS is based on 5 criteria and the individual can obtain a legal recognition of disability on the base of his/her own chronic illnesses“.

„We suspected that the MCS was not going to be recognized in Italy when we read, 2 years ago, the position paper draft of the inter-regional working group on MCS (of which the doctors of Bologna were members)“ Silvia Bigeschi, Vice President of A.M.I.C.A. claims „because it quoted so many studies by scientists with conflict of interests who consider MCS a „psychosomatic disorder“; so we wrote immediately to the Second Chamber of the Superior Council of Health and we sent a large volume of studies with the pray to consider the new evidences about the neurological and metabolic anomalies in MCS, but this was ineffective. Nonetheless, MCS is considered a physical disability not only in the U.S. and in Germany, so Italy should not be left behind“.[3]

Press release: A.M.I.C.A.

Telephone of A.M.I.C.A.:

Silvia Bigeschi, Tel. +39-0572-767884, Wednesday 17,30 to 18,30, Tuesday and Friday 14,00 to 15,00
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„Terminator“ und Angela Merkel eröffnen die Cebit – Green IT im Trend

 Thommy’s Gedanken zur CebitDer Gouverneur von Kalifornien, dem Partnerland der diesjährigen Cebit, Arnold Schwarzenegger, hat gestern zusammen mit Bundeskanzlerin Merkel die weltgrößte Computermesse in Hannover eröffnet. „Arnie“ gab sich unter Jubel, Beifall und anerkennenden Pfiffen seiner Fans positiv in die Zukunft der Computertechnologie schauend und teilte mit: „Sieger schauen nach vorne“. Beim Abschied sagte er mit Blick auf die Kanzlerin seine berühmten Worte: „I’ll be back! Hasta la vista, Baby“.

Die Cebit gilt als Impulsgeber der Hightech-Branche, umso begrüßenswerter ist es, dass man dem Bereich Green IT eine eigene Halle zugeteilt hat. In Halle 8 wird auf ca. 2000 Quadratmetern Green IT ausgestellt. Nun ist abzuwarten, ob sich innovative Neurrungen, klimafreundliche und ressourcensparende Geräte durchsetzen und die Käuferschaft tatsächlich bereit ist, für „grüne“ energiesparende PC´s und Notebooks auch mal etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Ein weiteres Schlagwort der diesjährigen Cebit ist „Webcity“, das sich aus Web und Society zusammensetzt. Diese Wortschöpfung gilt als diesjähriger Messe-Trend und soll für die neue Internet-Welt stehen. Denn das World Wide Web hat unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahren so stark verändert, wie keine andere technologische Entwicklung zuvor.

Am Dringendsten ist es, dass neben energiesparenden Techniken vor allen Dingen darauf geachtet wird, dass die Geräte schadstoffärmer werden. Das ist nach wie vor ein großes Manko in der Computerbranche. Die diesjährige Cebit informiert, dass es als Höhepunkt am 5. März eine gemeinsame Jahreskonferenz zum Thema „Nachhaltigkeit in der digitalen Welt“ geben wird, an der sich Umweltbundesamt, Bundesumweltministerium, Bitkom und auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel beteiligen werden. Es ist zu hoffen, dass sich der Trend der Green IT durchsetzt und sich die Computerbranche dazu durchringt, inständig an der Nachhaltigkeit der digitalen Welt mitzuarbeiten, bzw. alle derzeit erdenklich möglichen umwelt- wie auch klimafreundlichen Techniken tatsächlich umzusetzen.

Computer für Allergiker und Chemikaliensensible
Ein Computerhersteller hat sich an CSN gewendet mit der Bitte, Chemikaliensensible nach ihren ganz speziellen Anforderungen und Wünschen für einen PC zu fragen. Der Hersteller möchte einen Computer entwickeln, der den Bedürfnissen von Allergikern und Chemikaliensensiblen wirklich Genüge trägt. Schreibt Eure Wünsche und Ideen als Kommentar, wir leiten sie weiter.

Autor: Thommy, CSN – Chemical Sensitivity Network, 3.3.2009

CSN Bericht von der letzten Cebit: Grüne Signale von der Cebit

CSN-Blog Top 10 – Die beliebtesten Artikel im Februar

Top, die März Top 10 

 

Die Top 10 Artikel im CSN-Blog im Monat Februar 2009

 

Dass der Artikel über den Club Watt, Nummer Eins in den Top 10 Charts des Monats Februar geworden ist, hat einen Grund. Thommy, der Autor des Artikels, hatte die spontane Idee eine Party im Kommentarbereich seines Blogartikels zu starten und schon bebte im CSN-Blog regelrecht der Boden – in 71 Kommentaren heizten Blogmitglieder als DJ’s mit Musikvideos und House Music die Stimmung an, das immer mehr Besucher herbeiströmten um mitzufeiern. Die nachfolgenden Artikel wurden von den CSN- Bloglesern im Monat Februar am häufigsten gelesen: 

  1. Club Watt – innovatives Energiespar-Konzept 

  2. Triclosan 

  3. Medikamentenunverträglichkeit bei Patienten mit MCS – Multiple Chemical Sensitivity häufig 

  4. Umweltkranke haben definitiv keine „Lifstyle-Erkrankung“, Herr Dr. Harth 

  5. Die Psychiatrisierung von MCS-Kranken stellt in Deutschland den Tatbestand der Diskriminierung körperlich Behinderter dar 

  6. Umweltmedizin: Dr. Martin Pall bringt MCS in Standardwerk der Toxikologie ein 

  7. Neuropsychiatrische Maskerade – Die Psyche ist nicht immer Ursache für psychische Symptome 

  8. MCS Refugium – Traumhaftes Ferienziel in der Schweiz für Chemikaliensensible 

  9. Frei nach Ernst Neger: Heile, heile… 

  10. ADHS und Allergien – begünstigt durch Farbstoffe in Lebensmitteln?