MCS ist als körperliche Behinderung anerkannt – Wird die Behinderung auch akzeptiert?

MCS ist eine körperliche Behinderung

Die Erkrankung MCS – Multiple Chemical Sensitivity (ICD-10, T78.4) kann in Deutschland in Einzelfallverfahren als körperliche Behinderung anerkannt werden (Ziffer 26.18). MCS-Kranken stehen rechtlich gesehen wie jedem anderen Behinderten auch, spezielle Rechte, Schutz und besondere Hilfe zu.

Doch wie ist es im MCS-Alltag, wird die Behinderung akzeptiert?

Werden Chemikaliensensible aufgrund ihrer Behinderung von Behörden wie andere Behinderte behandelt, oder gibt es Unterschiede?

MCS-Blogfrage der Woche:

  • Hat Euch die Anerkennung Eurer MCS als Behinderung oder Schwerbehinderung im Alltag geholfen?
  • Haben Euch Behörden aufgrund Eurer Behinderung besonders unterstützt?
  • Hat man für Euch als behinderter Mensch mit MCS „Barrieren“ abgebaut? Hat man dafür gesorgt, dass Ihr trotz MCS am öffentlichen Leben teilhaben könnt?
  • Oder wurdet Ihr mit Eurer Behinderung MCS, als Behinderte „zweiter Klasse“ behandelt?

4 Kommentare zu “MCS ist als körperliche Behinderung anerkannt – Wird die Behinderung auch akzeptiert?”

  1. Hannah 5. März 2009 um 21:53

    Die Anerkennung meiner Schwerbehinderung habe ich noch nicht allzu lange. Mittlerweile sind auch meine verbliebenen Bekannten fürsorglich und haben verstanden, dass MCS nicht mit einer Allergie gleichzusetzen ist, sondern weitaus mehr bedeutet.

    Von meinem Schwerbehindertenausweis habe ich bisher eigentlich noch gar keinen richtigen Gebrauch gemacht. Ich habe es bei meinen verbliebenen Freundinnen und Bekannten erwähnt und sie sehen MCS nun auch unter einem anderen Aspekt, haben mittlerweile selbst auch einiges in ihrem privaten Umfeld verändert und gehen kritischer durchs Leben. Da ich selbst seit vielen Jahren krankheitsbedingt nicht mehr berufstätig bin, hat die Anerkennung Schwerbehinderung durch mein zuständiges Versorgungsamt für mich in erster Linie das Gewicht der Anerkennung für meine schwerwiegenden Gesundheitseinschränkungen, die ja wie jeder MCS Betroffene weiß, Einschnitte in allen Lebenslagen bedeuten. Von daher bin ich froh, dass ich meinen Schwerbehindertenausweis habe und wenn mir jemand krumm kommt, kann ich immer belegen, dass ich kein Hypochonder, sondern tatsächlich krank bin.

    Aber ich habe demnächst vor beim zuständigen Behindertenbeauftragten darauf aufmerksam zu machen, dass ich mich als MCS Kranke keinesfalls barrierefrei bewegen kann und möchte auf die Mißstände hinweisen, um somit zu versuchen, dass Verbesserungen geschaffen werden.

  2. T-Rex 7. März 2009 um 07:59

    So richtig eingesetzt habe ich meinen Schwerbehindertenausweis auch noch nicht Hannah. Ich kann so gut wie nirgends hingehen, wo soll ich ihn dann auch vorlegen.

    Beim Rentenantrag habe ich eine Kopie davon beigefügt und eine Kopie des Bescheides wo MCS mit drauf steht. Ich wurde berentet, dass die Anerkennung auf Schwerbehinderung auch eine Rolle gespielt hat ist möglich.

  3. Princess 8. März 2009 um 19:32

    Mein Verfahren läuft noch, ich hoffe aber, dass ich bald die Anerkennung meiner Behinderung erreiche. Immerhin kann ich aufgrund meiner schweren MCS seit einigen Jahren nicht mehr arbeiten. Im Freundes- und Bekanntenkreis erlebe ich geteilte Resonanz auf meine MCS-Erkrankung. Einige haben mir den Rücken gekehrt und andere haben einiges in ihrem Umfeld umgestellt, damit wir weiter zusammen sein können.

    In der Hoffnung auf baldige Anerkennung meiner Behinderung und auf den Abbau der vielfältigen Barrieren im MCS-Alltag,

    grüsst Euch
    Princess

  4. Hubert 25. März 2009 um 14:15

    Meinen Schwerbehindertenausweis habe ich bisher noch nirgends vorgelegt. Meine Freunde wissen dass ich auf Grund meiner MCS Erkrankung die Anerkennung der Schwerbehinderung erlangt habe und sehen meine Erkrankung seither mit anderen Augen. Heute einen GdB von 50 zu haben, kriegt man ja nicht für umsonst. Da man mir meine körperlichen Einschränkungen eigentlich nicht ansieht, ich hingegen einigermaßen gesund aussehen, haben sie sich nie so richtig vorstellen können, dass ich eigentlich schwer krank bin. Seitdem nehmen sie noch mehr Rücksicht auf mich.

    Barrierefreiheit für MCS Behinderte, davon sind wir in Deutschland noch weit entfernt, aber man müsste gezielt bei den Behindertenbeauftragten auf die Bedürfnisse von MCS Kranken aufmerksam machen, um Verbesserungen zu erzielen. Das Problem ist, wenn man noch zusätzlich elektrosensibel ist und kaum am PC arbeiten kann, ein Teufelskreis eben. Aber ich versuche am Geschehen dran zu bleiben und weiter für Verbesserungen zu kämpfen.

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