Allergien am Arbeitsplatz und Umweltkrankheiten sind auf dem Vormarsch – Handeln ist angesagt

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Allergien: Lange kann er seine Arbeit nicht mehr ausüben

Da ich selbst MCS erkrankt bin, ist mein Bewegungsradius stark eingeschränkt und die Kontakte zu meinen Mitmenschen sind leider sehr begrenzt. Nicht dass ich Kontaktschwierigkeiten hätte, nein, im Gegenteil, es sind die MCS-bedingten Konsequenzen, jeder MCS-Betroffene weiß, von was ich rede.

Auffallend ist, dass ich von meinen verbliebenen Freunden und Bekannten oft zu hören bekomme, dass sie selbst oder jemand, den sie kennen, auf vieles in ihrer Umgebung mit gesundheitlichen Störungen reagieren, zum Teil sehr heftig. Dies spiegelt die allgemeine Gesundheitssituation der Bevölkerung wieder. Allergien und andere umweltbedingte Erkrankungen nehmen die vorderen Plätze bei den gestellten ärztlichen Diagnosen ein. Tendenz steigend.

Duftstoffe werden von Vielen nicht vertragen, ohne dass sie es wissen

Kürzlich erzählte mir meine Freundin Barbara, dass ihre Schwester zunehmend auf Duftstoffe mit Hautproblemen reagiere und es so schwierig sei, duftstofffreie Kosmetika zu finden. Da konnte ich mit einem Ratschlag schon weiterhelfen.

Eine Bekannte hat das gleiche Problem, sie hat intensiv gerötete Hautausschläge. Ihr Hautarzt wollte ihr schon die Kortison-Keule verordnen, aber sie hörte auf meinen Tipp, doch einmal mit einem Waschmittel ohne Duftstoffe zu waschen und siehe da, die ersten Erfolge sind schon sichtbar, die Rötungen sind fast nicht mehr zu sehen. Jetzt will sie komplett auf duftstofffreie Wasch-, Reinigungs- und Kosmetikprodukte umsteigen.

Ähnliche Erfahrungen machte auch eine Nachbarin, deren süße Tochter total gerötete Haut mit extremem Juckreiz hatte. Das arme Kind! Seitdem sie die Ernährung komplett auf Bio-Lebensmittel umstellte, sind die Hautausschläge bei der süßen Maus wie weggezaubert. Duftstofffreie Kosmetika verwendeten sie schon lange, nachdem der Kinderarzt die Diagnose „Duftstoffallergie“ bei dem Kind stellte. Ja, die Mutter hat früher immer Weichspüler benutzt, weil sie den Geruch so toll fand. Damit hat sie auf Anraten des Kinderarztes schnell aufgehört. Die nächtlichen Atembeschwerden und Hustenanfälle des Kindes besserten sich rapide.

Unverträglichkeiten auf Stoffe am Arbeitsplatz nehmen zu

Der Bruder meiner Freundin arbeitet als Werkzeugmacher, ist seit vielen Jahren gesundheitlich stark angeschlagen und war lange Zeit, über mehrere Monate krankgeschrieben. Er fühlte sich immer müde, abgespannt, völlig unter seinem früheren Leistungslevel, klagte über starke Kopf- und Bauchschmerzen, extreme körperliche Schwäche, Schlafstörungen und Atemnot. Er hatte etliche Arzttermine. Jetzt muss er wahrscheinlich seinen Beruf an den Nagel hängen. An seinen Arbeitsplatz kann er keinesfalls zurück, er verträgt die Öle und Schmierstoffe, die zum Berufsbild als Werkzeugmacher praktisch dazugehören wie die Butter auf´s Brot, leider absolut nicht mehr. Man will ihn nun aus der Firma rausdrücken, und das alles schon im jungen Alter von 24 Jahren. Der arme Kerl, er hatte sich seine berufliche Zukunft sicherlich ganz anders vorgestellt.  All seine Pläne sind dahin, einfach so, ohne dass er etwas dafür kann.

Junge Menschen werden unfreiwillig ins Abseits gedrängt

Wo soll diese Entwicklung noch hinführen? Immer wieder trifft es bereits junge Menschen im Berufsleben, so dass sie auf Grund von Allergien und Unverträglichkeiten aus ihrem erlernten Beruf ausscheiden müssen. Sie werden praktisch unfreiwillig ins Abseits gedrängt. Eigentlich sollten sie in der Blüte ihres Schaffens stehen, anstatt krank zu sein und ihre Zeit beim Arzt zu verbringen. Ist auch nicht gerade der Knüller, während andere sich eine Existenz am aufbauen sind, vielleicht sogar eine eigene Firma gründen oder ihre Fühler in Richtung Familienplanung ausstrecken. Statt ihr Leben sozusagen in vollen Zügen zu genießen, müssen sie sich mit Umschulung und ihren Zukunftsängsten auseinandersetzen.

All das ist nicht nur ermüdend und frustrierend für die Betroffenen, es entstehen immense Kosten für die ganzen Arztbesuche, langwierige Diagnoseverfahren, Umschulungskosten etc. auf Staatskassen und Kosten der Allgemeinheit. Alles vielfach völlig überflüssig, anders kann man es nicht sagen.

Vieles wäre vermeidbar

Warum werden internationale fundierte Studienergebnisse im umweltmedizinischen Bereich bei uns im hochtechnisierten Deutschland so sehr in Frage gestellt, ignoriert bzw. verleugnet?

Warum werden langjährige Warnungen des UBA bezüglich der möglichen Gesundheitsgefährdung durch Duftstoffe komplett übergangen?

Unterdessen lässt man es zu, dass bereits bei unseren Kindern in bedufteten Schulen die Grundsteine für ein Allergierisiko gelegt werden, mit unbekanntem Ausgang. Als Eltern kann man sich dagegen kaum wehren. Die Schüler sind den chemischen Duftstoffen erst einmal hilflos ausgeliefert.

Ignoriert und kurzfristig gedacht – Langfristiger Schaden

Wohin wird uns diese besorgniserregende Entwicklung alle hinbringen, das frage ich mich immer öfter. Gerade dann, wenn mir wieder jemand von Unverträglichkeiten und Gesundheitsstörungen ungekannter Ursache berichtet.

Oft stellt sich heraus, dass die Ursache mit verwendeten Duftstoffen oder Chemikalien in Zusammenhang steht. Denn bei einigen sind die Beschwerden nach Umsetzung meiner Ratschläge zurückgegangen.

Allergien, Atemwegserkrankungen, Neurodermitis, Elektrosensibilität, Krebserkrankungen und die Zahl der MCS-Kranken sind auf dem Vormarsch, dringendes Handeln längst überfällig, aber hier redet man lieber von Kostenersparnis im Gesundheitswesen, notfalls werden eben wieder die Beiträge erhöht, anstatt der tendenziell negativen Entwicklung im Gesundheitswesen, mit angebrachten Maßnahmen Paroli zu bieten.

15 Kommentare zu “Allergien am Arbeitsplatz und Umweltkrankheiten sind auf dem Vormarsch – Handeln ist angesagt”

  1. Henriette 8. Juli 2008 um 20:47

    Dein Blog erzählt so richtig aus dem Leben und könnte jeden betreffen, Elly. Wie man so schön sagt, Du schreibst von Leuten so wie „Du und ich“! Aber schließlich, wenn man ehrlich ist, hat unsere MCS-Erkrankung auch mal so „harmlos“ angefangen, wie in Deinen Beispielen berichtet.

    Allergien am Arbeitsplatz und bei unseren Kindern sind ein sehr ernst zu nehmendes Problem, das viel zu wenig Beachtung findet. Beachtung meine ich dahingehend, dass adäquates Handeln den Mißständen Abhilfe schafft. Irgendwie bekomme ich immer mehr den Eindruck, dass man Allergien in unserer Zeit als gegeben hinnimmt, so als Wink des Schicksals. Aber so müsste es nicht sein, Allergien wären vielfach vermeidbar.

    Ein gutes Beispiel sind die alten Bundesländer. Vor der Wende waren Allergien dort selten im Vergleich zu heute. Dort hat der ans westliche Niveau angepasste Lebensstandard nicht nur Vorteile gebracht, bei Allergien haben die Ostdeutschen massiv aufgeholt, sogar an westliche Ausmaße angeschlossen.

    Da fragt man sich, wie ist das möglich?

    Luxusgüter und Produkte des alltäglichen Bedarfs, die dort früher nicht zum Alltag gehörten, haben längst Einzug in jeden Haushalt gefunden, auch am Arbeitsplatz in den Produktionsprozessen und in den schicken modernen Büros herrschen mittlerweile die gleichen Bedingungen, wie in den alten Bundesländern vorzufinden. D. h. man kommt mit den gleichen Produkten, Schadstoffen und Duftstoffen, Kosmetika, Waschmittel und Weichspüler in Kontakt, wie früher bei uns.

    Auf diese Entwicklung braucht niemand stolz zu sein.

    Umwelt-Krankheiten wie EMS, MCS, SBS, Krebs, Allergien, Neurodermitis, Atemwegserkrankungen, ADS und ADHS müssten nicht solche überdimensionalen Ausmaße haben, würde endlich ein radikales Umdenken und angemessenes Handeln stattfinden.

    Klasse Blog-Bericht, Elly!

  2. Franz 8. Juli 2008 um 23:09

    Liebe Elly,

    herzlichen Dank für Deinen Blog-Beitrag.

    Deine Ausführungen kann ich nur be-
    stetigen. Es gibt sicher Millionen von
    Kranken, die gar nicht wissen, warum
    es ihnen schlecht geht. Beim Arzt er-
    fahren sie ohnehin wenig über die
    Ursachen ihrer Krankheitssymptome.

    Was ich immer wieder feststelle, dass
    Heizungsmonteure, Makler aber auch
    Handwerksmeister schon von MCS ge-
    hört haben. Und wenn man näher nach-
    fragt erfährt man, dass sie durch
    ihre Kunden von dieser Krankheit wissen.
    Das Wissen um MCS ist natürlich sehr vage,
    bei diesem Personenkreis, aber es ist
    ihnen bekannt, dass es Kunden
    gibt, für die jede Chemikalie und auch
    der Schimmel zum Problem werden kann.

    Aber auf Maßnahmen unserer Entscheidungs-
    träger wird man wahrscheinlich warten
    müssen, bis hier nur noch arbeitsunfähige
    Menschen leben.

    In der Bundesrepublik erkrankt eines
    von 450 Kindern an Krebs. Bei Erwachsenen
    sind es über 400.000 Krebserkrankungen.
    Kaum ein Erwachsender, kaum ein Kind, das
    heute nicht auf etwas allergisch reagiert.
    Und jedes fünfte Kind soll psychisch
    krank sein.

    Aber das wird alles hingenommen.
    Studie über Studie wird bezahlt,obwohl man
    schon lange weiß, was zu tun wäre. Nein
    man braucht die Studien zur Beschönigung,
    nicht um Handlungsstrategien zu entwickeln.

    Und was soll auch schon bei Studien heraus-
    kommen, die von der Industrie bezahlt wurden,
    eben zu besagtem Zweck.

    Gruß Franz

  3. Joana 9. Juli 2008 um 06:57

    Hallo Elly,

    es ist genau wie Du beschreibst, es erzählen mir auch immer mehr Leute die ich kenne, Beispiele von Dingen des täglichen Bedarfs, die sie nicht mehr vertragen. Ganz oben an der Skala sind beduftete Kosmetika. Ist ja auch kein Wunder, bei der Anzahl chemischer Substanzen, die in Parfums usw. enthalten sind. Babies scheinen dieses Problem auch schon zu kennen. Warum müssen Baby-Cremes schon mit Duftstoffen versehen sein? Es ist doch völlig unnötig, schon die Kleinen mit Duftstoffen zu belasten. Da bekomme ich solche Wut im Bauch, ich begreife den ganzen Beduftungswahnsinn ehrlich gesagt nicht.

    Aber was ich eigentlich schreiben wollte, ich habe mir den Text (Link) den Du in Deinem Blog angibst eben durchgelesen. Das ist ein sehr guter Beitrag der bestätigt, dass sich mit dem Thema „Chemikalien und anderen gefährlichen Substanzen am Arbeitsplatz“ die EU bereits 2003 befasste. Auffallend ist, dass Deutschlands Industrie besonderen Widerstand gegen die Vorhaben der EU leistet.

    Ich zitiere mal aus dem letzten Absatz des besagten Links:

    http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/news/46646/index.html

    „Dieses Vorhaben, das vor allem in Deutschland auf erbitterten Widerstand bei der chemischen Industrie stößt, wird derzeit im Internet zur Diskussion vorgestellt.“

    Hätte mich auch schwer gewundert, wenn es anders laufen würde.

    Anstatt Schadensbegrenzung durch entsprechendes Handeln zu unterstützen, werden wirkungsvolle Maßnahmen von Deutschlands Industrien boykottiert.

    Typisch deutsch, kann ich da nur sagen.

    Gruss Joana

  4. Eric 9. Juli 2008 um 10:30

    Der Nachbar meines Onkels erzählte kürzlich, dass sich sein Sohn schon längere Zeit gesundheitlich total mies fühlt. Er könne fast nichts mehr machen, kommt abends mit extremen Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit nach Hause, Schmerzen am ganzen Körper und Schwindel, sind auch keine Seltenheit. Er wollte sich schon mehrfach bei mir melden. Nun traf ich den Nachbarn heute zufällig wieder. Seinem Sohn ginge es zunehmends schlechter, meinte er.

    Sein Arzt hätte ihm eine Reha verordnet und er sei mittlerweile in psychologischer Behandlung. Verbessert hätte sich derzeit noch nichts. Er ist Arbeiter in der Schaumstoff-verarbeitenden Industrie, mehr brauch ich glaube ich nicht zu erzählen…

    Elly, mit Deinem Bericht hast Du voll ins Schwarze getroffen. Ich denke auch, es geht vielen Leuten total schlecht, aber sie wissen nicht von was und werden wie wir einst, von Arzt zu Arzt geschickt und auf die Psychoschiene gedrückt. Das ist die traurige Realität, die laut heutigem Wissensstand noch völlig überflüssig ist. Man opfert zur Wahrung der Industrieinteressen die Gesundheit der Leute und jeden Tag trifft es neue Opfer.

  5. Eric 9. Juli 2008 um 10:32

    Was ich eben vergessen habe, mir aber wichtig erscheint, derjenige von dem ich Euch berichtet habe, hat seit geraumer Zeit auch starke Überempfindlichkeit auf Duftstoffe. Die Waschmittelgewohnheiten wurden in dem Haushalt schon auf seine Bedürfnisse angepasst.

  6. Silvia 9. Juli 2008 um 10:56

    Danke Elly!
    Als ich Deinen Beitrag zum ersten Mal las, beim Einstellen des Textes, musste ich an meine Mutter denken, die mir jedesmal wenn sie vom wöchentlichen Tennis heimkommt erzählt von Leuten die sie über Allergien, MCS oder Schadstoffe befragen.

    Meine Mutti antwortet gerne und konnte schon vielen helfen durch ihre Erfahrung mit Umweltkranken. Jahrelang half sie beim CSN Telefondienst und wenn die monatlichen Zeitungen der US Gruppen eintreffen, ist sie die Erste die sie liest. Sie sagt immer wenn man weiß, dann kann man ändern und im eigenen Umfeld hat man immer die Möglichkeit tätig zu werden.

    Klar, bekommt sie auch viel Resonanz, dass Weglassen von einem bestimmten chemiehaltigen Produkt plötzlich üble Gesundheitsprobleme verschwinden lässt wie von Geisterhand. Oder wenn jemand sagt, dass er zwar nicht krank ist, aber ungiftige Farbe nimmt – weil er nicht krank werden will. Dann kommt meine Mutter heim, froh wie ein Schneekönig und berichtet.

  7. Spider 12. Juli 2008 um 12:39

    Allergien am Arbeitsplatz, die die Aufgabe der Arbeit und eine Umschulung nach sich ziehen, nehmen zu. Der Schaden der für die gesamte Volkswirtschaft entsteht ist enorm.

    Aber auch andere Umwelterkrankungen, wie Krebs und Chemikaliensensibilität (MCS) sind auf dem Vormasch, wie Elly gut herausgearbeitet hat. Die Auswirkungen von Unverträglichkeiten und Allergien werden vielfach unterschätzt. Würde man entsprechende Vorkehrungen beim Arbeitsschutz treffen und eine Reduzierung von Schadstoffen forcieren, wäre viel menschliches Leid zu verhindern, wie auch die Eindämmung der stark ansteigenden Kosten, erreichbar.

    Wie Elly feststellt: „Allergien am Arbeitsplatz und Umweltkrankheiten sind auf dem Vormarsch – Handeln ist angesagt.“

    Aber bitte möglichst bald, denn es ist nicht 5 vor, sondern 5 nach zwölf!!!

  8. Lucie 14. Juli 2008 um 00:33

    Hallo Elly,

    Deine Worte treffen die Misere ziemlich genau, denn ich erlebe es auch immer öfter, dass mir Mitmenschen berichten, dass sie sich ständig krank fühlen. Zwei von ihnen arbeiten in entsprechenden Berufen, die eine ist Friseurin und die andere Bekannte ist Kosmetikerin. Ich denke, da bekommt man so einiges ab an seinem 8-Stunden-Tag.

    Was hat eigentlich das Allergie-Portal der Bundesregierung gebracht, hört man von Erfolgen? Seitdem der Einrichtung und den anfänglichen Pressemeldungen, habe ich niemals Neuigkeiten darüber erfahren. Vielleicht kann mich ja jemand von Euch unterrichten.

    Leider hast Du recht, Allergien nehmen stark zu. Ich kann mich erinnern, dass man früher überwiegend von Heuschnupfen gesprochen hat. Plötzlich stieg die Zahl der Krankheitsfälle stetig an, es gibt kaum noch gesunde Menschen, kaum jemand der keine Allergie hat.

    So wird es bestimmt mit MCS auch einmal voranschreiten, die Zahl der MCS-Betroffenen wächst rasant, auch wenn man immer wieder hört, MCS (Chemical Sensitivity) sei selten.

    Möchte man mit solchen Äußerungen Volksverdummung verbreiten, oder was ist Sinn und Zweck der Verdunkelung?

  9. Marcel 14. Juli 2008 um 09:41

    Umweltkrankheiten, wie z. B. MCS und Neurodermits sowie Allergien am Arbeitsplatz, haben enorme Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Länder die Wert auf angemessene Arbeitsschutzmaßnahmen legen, werden bestimmt eine gesündere Wirtschaftsbilanz vorlegen, im Vergleich zu den Ländern, die den Interessen der Konzerne Rechnung tragen und die Schadstoffgrenzwerte lieber nach oben anpassen, anstatt nach unten.

    Mir wurde neulich erzählt, dass nun auch der Nachbar meiner Schwiegereltern, er ist Schuster von Beruf, gesundheitlich ziemlich übel dran ist. Er hat Leukämie und die neuste Diagnose: Alzheimer, entwickelt, obwohl er noch nicht so alt ist. Aber man gehe mal in eine Schusterei, der Geruch spricht Bände. Als Kind, wenn ich die Schuh dort abgeben musste, ging es mir hinterher übel, hatte Kopf- und Bauchschmerzen, Augenbrennen, daran erinnere ich mich noch bestens. Wie mag es einem ergehen, wenn es sich um den eigenen Arbeitsplatz handelt? Bei dem ganzen Klebergeruch und den Ausdünstungen von all den Schuhen und Arbeitsmaterialien, gesund ist das bestimmt nicht.

  10. no doubt 15. Juli 2008 um 15:06

    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Allergien und Umweltkrankheiten sind extrem auf dem Vormarsch, Handeln dringend angesagt. Was geschieht, wenn fast jeder Allergien hat und kaum jemand einen 8-Stunden-Tag übersteht, aufgrund starker Krankheitssymptome? Die Auswirkungen von Unverträglichkeiten und Allergien sind weit unterschätzt, angemessener Arbeitsschutz ein Stiefkind in Deutschland.

    Wer wird die Zeche einmal zahlen?

  11. Adele 24. Juli 2008 um 18:27

    Wann wird man an den entscheidenden Stellen endlich begreifen, dass Allergien am Arbeitsplatz sowie die Vielzahl der Umweltkrankheiten kein Pappenstiel sind. Dringendes Handeln in Richtung gesunde Arbeitsplätze sowie die Produktion gesünderer chemiefreier Produkte ist unabdingbar, der Kollaps steht uns allen kurz bevor.

  12. Wanderfalke 4. August 2008 um 09:00

    Gäbe es mehr couragierte Mediziner wie den Trierer Neurologen Dr. Binz, wäre es um den Arbeitsschutz in Deutschland weit besser bestellt und dies würde verhindern, dass immer mehr Menschen durch Chemikalien am Arbeitsplatz erkranken. Allergien und MCS sind stark am zunehmen, aber gegen diese negative Entwicklung lässt man angemessenes Einschreiten der Politiker stark vermissen.

    Alltagschemikalen, Pestizide, Duftstoffe und Chemikalien am Arbeitsplatz etc. hinterlassen Spuren – Gegenmaßnahmen und adäquates Handeln sind längst überfällig.

    Danke Elly für diese gute Arbeit.

  13. Schnuffel 5. August 2008 um 14:04

    Bei bestimmten Berufen ist das Risiko an Allergien bzw. Umweltkrankheiten zu erkranken relativ hoch.

    Dazu zählen Friseur, Maler und Lackierer, Gärtner, Mitarbeiter von Reinigungen aber auch im medizinischen Bereich. Desinfektionsmittel zählen ebenfalls zu hoch allergenen Stoffen im Berufsleben.

    Ist man bereits Allergiker bevor man den Start ins Berufsleben antritt, wäre es ratsam diese Erkrankung bei der Berufswahl zu berücksichtigen.

    Früher kam ich beim Einkaufen im Supermarkt in der „Ladenstraße“ immer an einer Reinigung vorbei. Eine dort arbeitende Frau ist mir neulich begegnet, nachdem ich sie 1 oder 2 Jahre nicht mehr gesehen habe, da ich MCS-bedingt dort nicht mehr einkaufen kann. Sie sah richtig krank aus, ihr Gesicht war schmerzverzerrt und ansonsten machte sie einen angespannten, schwachen und im Ganzen einen kranken Eindruck. Ich weiß aber von Bekannten, dass sie noch in der Reinigung in besagtem Supermarkt tätig ist. Ziemlich sicher bin ich, dass ihr die Arbeit dort nicht gut tut.

    Gäbe es bessere Arbeitsschutzmaßnahmen, z. B. eine gute Lüftung in Reinigungen, könnte man gesundheitliche Schäden begrenzen bzw. erst garnicht aufkommen lassen.

    Da es jedoch von Arbeitslosen nur so wimmelt, fahren Industrie/Arbeitgeber oft den Arbeitsschutz aus Kostengründen zurück, denn wer mangelnden Arbeitsschutz bemängelt, wird schnellstens ersetzt. Es gibt ja genügend Arbeitswillige, die die Arbeit unter den gegebenen Bedingungen mit Handkuss übernehmen würden.

  14. Elly 1. Oktober 2008 um 22:30

    Allergien am Arbeitsplatz, ausgelöst durch Duftstoffe, sind nicht nur überflüssig sondern auch weit verbreitet, wie der Blog

    „Synthetische Duftstoffe stellen für 20% der Angestellten ein Gesundheitsrisiko dar“, verdeutlicht.

    http://www.csn-deutschland.de/blog/2008/09/18/synthetische-duftstoffe-stellen-fuer-20-der-angestellten-ein-gesundheitsrisiko-dar/

    Viele Gesundheitsprobleme sind hausgemachten Ursprungs. Daher wäre es überaus wünschenswert, wenn man das wichtige Thema bei uns genauso kritisch angehen würde, wie in den USA.

    Handeln ist auf dem Gebiet dringend erforderlich.

    Eure Elly

  15. Princess 3. Oktober 2008 um 11:22

    Das sehe ich genauso. Allergien am Arbeitsplatz werden weiter zunehmen, wenn weiterhin niemand der Verantwortlichen Handlungsbedarf sieht und den alarmierenden Zuständen keinen Einhalt gebietet.

    Wieviele Auszubildende im Friseurhandwerk müssen ihre Berufsausbildung vorzeitig abbrechen? Bei anderen Berufen sieht es nicht besser aus. Das Problem ist auch, dass die Jugendlichen bereits bevor sie ihre Berufsausbildung beginnen, gesundheitlich angeschlagen sind. Mögliche Überempfindlichkeitsreaktionen und Allergien am Arbeitsplatz sind vorprogrammiert.

    Handeln ist nicht nur dringend erforderlich, es ist mehr als überfällig.

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