Synthetische Duftstoffe stellen für 20% der Angestellten ein Gesundheitsrisiko dar

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Duftstoffe beeinträchtigen Gesundheit und Produktivität

Es gibt Faktoren, die einen Arbeitsplatz für manchen Mitarbeiter zum Martyrium werden lassen. Kaum eingetroffen, stellen sich Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Atemwegsbeschwerden oder ähnliches ein. Es ist nicht die Rede von Arbeitsplätzen in gefährlichen Industriezweigen mit zwangsläufigem Schadstoffkontakt, sondern von ganz normalen Jobs im Büro, in der Arztpraxis, in einer Boutique, im Krankenhaus, wo auch immer Menschen zusammenkommen. Das, was diese Angestellten krank werden lässt, sind ihre Kollegen. Nicht etwa, dass von Mobbing die Rede wäre, nein im Gegenteil, man kommt zumeist sehr gut klar untereinander. Der Ursache kann man nicht aus dem Weg gehen, denn sie steht oft stundenlang wie eine Wand im Raum und kontaminiert vieles, was häufig angefasst wird. Die Rede ist von Duftstoffen, die in Form von Parfums, Aftershaves, Bodylotionen, Handcremes, Haarsprays, etc., überall dort, wo ein Benutzer geht, steht oder sitzt, Chemikalien verbreiten. In den USA haben sich Vereinigungen aus Gesundheitsberufen zusammengetan und wollen ein Duftverbot an Arbeitsplätzen durchsetzen. Der erste Schritt dazu, eine Internetkonferenz, an der man teilnehmen kann.

Internetkonferenz gegen Duftstoffwahn am Arbeitsplatz
Die „Amerikanische Vereinigung der Krankenschwestern für Gesundheit am Arbeitsplatz“ hat sich mit der „Stiftung für Asthma und Allergien von Amerika“, dem Defaktur Memorial Hospital in Illinois, der „Vereinigung der Krankenschwestern von Massachusetts“, der „Vereinigung der Krankenschwestern des Staates Alabama“, der Krankenschwesternschule der Universität Maryland und dem „Bildungszentrum für Umwelt und Gesundheit“ zusammengetan, um eine Internetkonferenz mit dem Titel „Reduzierung von Arbeitsplatzexpositionen gegenüber synthetischen Duftstoffen“ am Mittwoch, den 15. Oktober, von 14.00 – 15.30 Uhr EST durchzuführen.

Leitlinien für duftfreie Arbeitsplätze
Das Vorhaben wird teilweise durch eine Beihilfe der „Krankenschwesterngruppe für Gesundheitsversorgung ohne Schaden“ (HCWH) unterstützt. Die Videokonferenz möchte die der Sache dienlichen chemischen Zusammensetzungen und alltäglichen, sich nachteilig auswirkenden Reaktionen gegenüber Parfums und anderen parfümierten Produkten identifizieren. Man möchte den Begriff der individuellen Sensitivität diskutieren, wie er mit Sicherheit am Arbeitsplatz, Umwelt und Gesundheit am Arbeitsplatz im Zusammenhang steht. Weiterhin will man die Hauptkomponenten für eine Leitlinie zusammenstellen, die sich mit einer duftfreien Arbeitsumgebung beschäftigt.

„Unsere Partner kommen mit uns für diese Videokonferenz zusammen, um uns zu unterstützen und für die Wichtigkeit für einen duftfreien Arbeitsplatz als lediglich eines von vielen Gesundheits- und Sicherheitsprogrammen einzutreten, von dem Angestellte Nutzen haben und durch die letztendlich auch eine positive Wirkung für die Produktivität und den Umsatz einer Firma eintritt“, sagte AAOHN Präsident Richard Kowalski.

Duftstoffe stellen zweifelsfrei Gesundheitsgefahr dar
Die Moderatoren für das Event teilten mit, dass synthetische Duftstoffe eine schwere Gefahr für die Gesundheit darstellen können, durch ihre chemischen Verbindungen in den Duftstoffen, die potenziell körperliche Reizungen und Unwohlsein verursachen können und manchmal zu schweren gesundheitlichen Auswirkungen führen und / oder der Fähigkeit der Angestellten beeinträchtigen, Leistung zu erbringen. „Asthma und Migränekopfschmerzen können in Zusammenhang mit Exposition gegenüber Duftstoffen stehen, und beides sind Hauptursachen für Arbeitsfehlzeiten“, sagte die Co-Moderatorin der Videokonferenz Evie Bain. “ Die Hauptkomponenten einer Leitlinie für einen duftfreien Arbeitsplatzes zu verstehen ist unumgänglich, um unsere Gesundheit zu schützen und die Luft, die wir am Arbeitsplatz atmen.“

Duftstoffe vergleichbar mit Passivrauchen
Aussagen der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention zufolge wurden im Jahr 2005 22,2 Millionen Amerikaner mit Asthma diagnostiziert, und jedes Jahr kamen im Durchschnitt 504.000 Amerikaner wegen asthmatischer Symptome ins Krankenhaus.

„Asthma ist eine schwerwiegende Krankheit und kann durch die Exposition gegenüber synthetischen Duftstoffen verursacht werden“, sagte Bain. „Das Institut für Medizin platzierte Duftstoffe in die gleiche Kategorie der Asthmaauslöser für Erwachsene und Schulkinder, wie Passiv -Zigarettenrauch.

Die Teilnahmegebühr für die Videokonferenz beträgt für Nichtmitglieder 75$ und kann online entrichtet werden. Weitere Informationen sind auf www.aaohn.org zu finden.

Übersetzung: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network

Literatur: AAOHN: Synthetic Fragrances Pose Health Risk to 20 Percent of Workers, September 16, 2008

7 Kommentare zu “Synthetische Duftstoffe stellen für 20% der Angestellten ein Gesundheitsrisiko dar”

  1. Marina 18. September 2008 um 18:28

    Duftstoffwahn am Arbeitsplatz – wie wahr!!!!
    In Deutschland muss auch ganz dringend etwas dagegen getan werden!
    Die Gesundheit ist das höchste Gut, das müsste jedem Arbeitgeber einleuchten, dass die Qualität und Effizienz der Arbeit darunter leidet, wenn man tagtäglich einer Masse von giftigen Duftcoctails ausgestzt ist.
    Aber nicht nur an die Duftstoffe aus Körper- und Kleiderpflegeprodunkten sollten die Arbeitgeber denken, sondern auch an die Duftstoffe, die mit den Reinigungsmitteln in den Arbeitsplatz eingetragen und großflächig verteilt werden. Ein Umdenken ist dringend erforderlich hier in Deuschland!

    Marina

  2. Spider 1. Oktober 2008 um 21:45

    Die Auswirkungen von Duftstoffen am Arbeitsplatz müssten viel mehr in die Öffentlichkeit gebracht werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Firmenchefs sich deren Negativauswirkungen bewusst sind. Dass Duftstoffe z. B. Asthma begünstigen, dürften Lungenfachärzten bekannt sein. Vielleicht könnte der Deutsche Asthmabund zu einer Aufklärungsaktion mit Nachdruck bewegt werden, damit man in Deutschland endlich mal in die Gänge kommt.

    Gesundheitsschäden durch Duftstoffe sind schließlich nicht gerade als harmlos einzustufen. Es muss was passieren und zwar möglichst bald.

    Die Anwendung von Duftstoffen hat die letzten Jahre gravierend zugenommen, die Ausgaben im Gesundheitswesen ebenfalls.

  3. anastasia 13. September 2010 um 12:31

    Allergien auf künstliche Duftstoffe ist auch unser Thema als Gebäudreinigungsfirma. Die betrifft sowohl
    die Mitarbeiter in den zu reinigenden Büros als auch reinigende Reinigungsmitarbeiter.

    Oftmals litten Mitarbeiter und Angestellte der Büros unter Niesatacken und geschwollene Augen bis hin zu Atemnot. Daraufhin stellten wir unsere Reinigungsmittel um und suchten einen Reinigungsmittelhersteller, welcher umweltfreundliche Reinigungsmittel herstellte und auf syntethische Duftstoffe verzichtete.

    Das Arbeitsklima hat sich stark verbessert und unsere Kunden schätzen die natürlich-professionelle Reinigung.

    Die Beliebtheit unserer Reinigungsmittel hat auch den Privatkunden ereilt, sodass wir unsere professionellen Reinigungsmittel nun auch im Onlineshop für den privaten Gebrauch anbieten.

  4. AnnieluD 29. Januar 2012 um 18:46

    Na endlich! Ich habe wirklich schon lange nach so etwas gesucht. Eine Seite, in der mal wirklich auf die Gefahren von Duftstoffen hingewiesen wird. Man wird ja immer für hysterisch und idiotisch angesehen, wenn man, auch die Verwandtschaft, darum bittet, auf Parfüm zu verzichten. Mürrisch tun sie dies, aber der absolute Supergau kommt dann zum Geburtstag. Was bekommt man als Geschenk, ein sündhaft teures Parfüm. Als ob es auf den Preis ankäme. Sogar in der Arbeit habe ich darum gebeten, auf diese Dinge zu verzichten, doch die Kollegen tun sich sehr schwer damit. Doch der Chef liefert die Erklärung: „Es ist eine Einschränkung in das Persönlichkeitsrecht, eines jeden Menschen und hätte ich dies beim Einstellungsgespäch gesagt, dann wäre ich wahrscheinlich NICHT eingestellt worden.“

    Mein Problem ist ganz einfach, ich bekomme wahnsinnige Kopfschmerzen, bis zu extrem starker Migräne, im schlimmsten Fall bis zu 3 Tagen anhaltend, Ohnmacht oder Brechreiz.
    Also alles nicht so schlimm, denn man sieht ja nichts und deswegen ist auch nichts vorhanden, alles Einbildung.

    Vielen lieben Dank für diese Informationen, denn jetzt bin ich mir sicher, das ich keine eingebildete Krankheit habe.

  5. Renate 13. Mai 2013 um 19:50

    Ja, es ist der Horror! Keiner von den Kollegen und Kolleginnen will sich einschränken, indem er auf Parfumstoffe verzichtet und ich leide seit 2 1/2 Jahren unvorstellbar darunter.

    Migräne, die ich früher nie hatte, ist jetzt an der Tagesordnung. Atemnot, Halsschnmerzen, dauernde Erschöpfung …

    Auch die Unterlagen von Mandanten, die ich bearbeiten muss, sind plötzlich immer öfter parfümiert. Meine Infektanfälligkeit ist auch sehr gestiegen.

    Und mein Chef sagt, er könne rechtlich nichts tun.

    Ich heule oft, so verzeifelt bin ich. Ich finde auch, zumal ich nicht mehr die Jüngste bin, keinen anderen Job mit Garantie auf Parfumfreiheit. Auf Grund meines Alters noch nicht mal einen anderen überhaupt.

    Und wie dem so ist, gilt man ja doch als eingebildete Kranke …

  6. Claudia 15. Mai 2013 um 09:51

    Seit Jahren leide ich schon unter den Parfümnutzern in unserer Firma (morgens um 6 Uhr wabert schon „Alien“ durch die Flure). Meine Nase schwillt extrem zu (durch abschwellende Mittel habe ich schon ein riesiges Loch in der Nasenscheidewand, das oft blutet), die Lippen fangen an zu kribbeln und auf der Zunge macht sich ein pelzartiges Gefühl breit. Abends habe ich dann oft noch ein Pfeifgeräusch auf den Bronchien. Deshalb nehme ich schon an so gut wie gar keinen Firmeninternen Feiern teil. Aber das wird mir in einer fachlichen Beurteilung vom Vorgesetzten als „nicht gemeinschaftsfähig“ ausgelegt, obwohl er von meinen gesundheitlichen Problemen weiß. Es ist zum Heulen. Einige Kolleginnen haben Verständnis, andere haben jeden Tag ein anderes Parfüm drauf und fragen dann, ob ich das denn abkönne: NEIN. Gar keins. Hoffentlich kommt in Deutschland auch bald ein Duftstoffverbot am Arbeitsplatz (wohl erst, wenn ich in Rente gehe).

  7. Kerstin 17. März 2014 um 16:51

    Ich freue mich so sehr, diese Seite gefunden zu haben. Mir geht es auf Arbeit genau so, wie es in vielen Kommentaren bereits steht. Kann man irgendwas tun, um das Duftstoffverbot am Arbeitsplatz zu beschleunigen??? Meine „nette“ Kollegin im Büro juckt es auch nicht, täglich stinkt sie nach Parfüm. Obwohl ich dadurch schon krank wurde (je nach Parfümsorte)schüttet sie es täglich auf sich drauf.Ich habe es ihr gesagt, aber nichts hilft. Wird man davon schöner oder warum tun es diese Menschen? Wie dumm sind die Menschen und das trotz Studium? Der Hinweis das Parfüm krebserregend sei, wird mit einem tussihaften Schulterzucken abgetan. Nun versuche ich den Kampf gegen meine Kollegin mit ganz viel Knoblauch:), Zwiebeln etc. Bis sie sich beschwert:) Ich liebe Knobi, mein Mann auch :), absofort nehme ich auch keine Rücksicht mehr auf meine Mitmenschen.Sorry – aber mein Gestank ist dann auf jeden Fall gesund:). Bisher hatte ich immer Rücksicht genommen – nun nicht mehr. Irgendwie muss man sich ja wehren. Und was ist das für ein Chef, der die Meinung vertritt, es wäre eine Einschränkung in das Persönlichkeitsrecht desjenigen der in Duftstoffe gebadet hat? Ich glaub ich les nicht richtig (siee Kommentar von AnnieluD). Keiner fragt sich wie es denen geht, die darunter leiden. Es ist wirklich zum Heulen. Ich hoffe ebenfalls auf ein baldiges Duftstoffverbot in Deutschland. Bitte gebt mit ein Tipp, was man tun kann um das zu beschleunigen! Liebe Grüße an die „Normalos“ da draußen.

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