Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: MCS – Multiple Chemical Sensitivity im Thesaurus „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat einen alphabethischen und einen systematischen Thesaurus „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ herausgegeben. Erstellt wurde der Thesaurus in langjähriger Zusammenarbeit von Dokumentaren, Bibliothekaren und Wissenschaftlern der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Die Erkrankung MCS – Multiple Chemical Sensitivity (ICD-10 T78.4) ist im Thesaurus „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ Alphabetischer Teil, Stand Mai 2009, folgendermaßen aufgeführt:

MCS Multiple=Multiple Chemical Sensitivity (B02.19.00)

Im systematischen Teil findet man MCS – Multiple Chemical Sensitivity in der Rubrik B02:

„Arbeitsbedingte Erkrankung und Berufskrankheit/ Krankheit“,

eingegliedert im Bereich:

  • * B02.19 Sonstige Erkrankung
  • * B02.19.00 Multiple Chemical Sensitivity

Das Chronic-Fatigue-Syndrom (CFS) ist analog eingegliedert.

MCS ist nicht als psychisch bedingte Krankheit eingeordnet

Um ggf. auftretende Zweifel auszuräumen, ist hervorzuheben, dass MCS – Multiple Chemical Sensitivity nicht dem Kapitel B02.15: Psychische Erkrankung, Depression, Neurose, Posttraumatische Belastungsstörung oder psycho-somatische Erkrankung zugeordnet ist.

Thesaurus „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“

Der Thesaurus bietet einen schnellen Überblick zu dem umfassenden Themenkomplex „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“. Er enthält ca. 3500 Hauptschlagwörter und ist die Zusammenführung der Schlagwörter aus den beiden bisherigen Thesauri „Arbeitsschutz“ und „Arbeitsmedizin“. Der Thesaurus basiert auf der praktischen Arbeit der Gruppe Bibliothek, Dokumentation bei der inhaltlichen Erschließung und Recherche von Fachliteratur. Er ist ein Hilfsmittel für die Dokumentation.

Gedacht ist der Thesaurus für alle, die Literatur zur Thematik „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ suchen. Er soll unterstützend zur Vorbereitung von Rechercheanfragen in der Datenbank LITDOK genutzt werden und kann für die Suche in anderen fachlich ähnlichen Datenbanken hilfreich sein.

Autor: Silvia K. Müller, CSN – Chemical Sensitivity Network, 18. Juli 2009

Literatur:

Thesaurus „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ Alphabetischer Teil, Systemischer Teil, Dortmund/Berlin/Dresden 2009

4 Kommentare zu “Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: MCS – Multiple Chemical Sensitivity im Thesaurus „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“”

  1. Mary-Lou 23. Juli 2009 um 20:44

    Und wieder eine gute Nachricht, das erfreut mich außerordentlich, denn die Aufnahme von Multiple Chemical Sensitivitiy im Thesaurus „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“, hat schon eine gewisse Aussagekraft.

    Ebenfalls wird dadurch veranschaulicht, dass sich in den Köpfen der Verantwortlichen etwas tut. Man scheint endlich zu verstehen, dass dies der einzig richtige Weg ist, anstatt wegzuschauen und zu verneinen, was dennoch geschieht: Umweltkrankheiten wie Mulitple Chemikalien Sensitivität – MCS, sind die bittere Realität unserer Zeit und kommen häufig vor, entgegen der gerne verbreiteten Meinung, Chemikaliensensitivität sei eine seltene Erkrankung.

  2. PappaJo 27. Juli 2009 um 10:24

    Das ist ja wirklich eine bombastische Nachricht. Meine Berufsgenossenschaft prüft seit über 2,5Jahren, ob es denn an der Arbeit lag. Ich war fast jeden Tag Chlor- und Säuredämpfen ausgesetzt. Von den vielen weiteren Chemikalien und Schwermetallen ganz zu schweigen. Verstehe ich bis heute nicht. Ein Blick in die jeweiligen Arbeitsplatzbeschreibungen hätte da ausgereicht. Jetzt wird der Hinhalte-Taktik der Wind aus den Segeln genommen. Bin mal gespannt wie es weitergeht.

  3. Nelly 27. Juli 2009 um 11:13

    Das sehe ich wie PappaJo, eine wirklich erfreuliche Nachricht. Ich bin immer wieder überrascht, wie die Entwicklung um MCS voranschreitet. Auch diese Errungenschaft wird positive Konsequenzen nach sich ziehen.

    Super, dass Ihr bei CSN so up to date seid, ich bin begeisterte Blog Leserin.

  4. Alex 28. Juli 2009 um 23:03

    Hallo Pappajo,
    das ist die übliche Taktik. Konfrontiere sie mit den Fakten die die Wissenschaft bietet. Chlor im Schwimmbad, da gibts jetzt öfter was.

    Bleib eisern!

    Gruß, Alex

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